Beiträge von Trin

    Hallo,

    Hier: kleine Grundschule am Rand einer Großstadt ohne Mittagsessen. Im Kiosk werden keine Süssigkeiten verkauft. Die ganze Grundschule ist aufgrund eines Allergikerkindes erdnussfreie Zone. Es darf nichts mitgebracht werden, was auch nur Spuren von Erdnüssen enthält. Denn die Erdnussbestandteile könnte über die Luft (Klimanlage?) verteil werden und das betroffene Kind erreichen.

    Ich muss leider sagen, dass da inzwischen meine Toleranzgrenze schon fast erreicht ist. Es ist sehr schade für das betroffene Kind, dass es so sehr unter seiner Allergie leidet. Andererseits habe ich ein Kind hier, dass (fructoseintolerant) fast jegliches Obst und Gemüse verweigert. Das zur Schule ausschließlich selbstgebackenes Brot mitnimmt. Das oft genug Mittags die erste Mahlzeit einnimmt, weil zu spät fürs Frühstück dran und kein selbsgebackenes Brot da. Abgepacktes Schokocroissant würde es zur Abwechslung essen, darf es aber nicht mitnehmen. Dito Nüsse. Mein Kind ist extrem wählerisch beim Essen und dann noch obendrauf auf die Allergie eines anderen Kindes achten, ist einfach anstrengend.


    Mit dem Schulwechsel im Sommer haben wir ein Jahr Pause, danach wechselt das Allergikerkind. Ich hoffe, bis dahin findet sich eine andere Lösung als die Oberschule mit weit über 1000 Schülern erdnussfrei zu halten.

    Das ist natürlich schon eine Einschränkung für alle anderen Kinder, absolut! Aber es gibt halt Erdnussallergien, die so schlimm sind, daß es reicht, wenn jemand im gleichen raum oder vorher auf dem Flur etc. Erdnüsse gegessen hat, um schwere Reaktionen hervorzurufen. mein Sohn bekommt Quaddeln und sein ganzes Gesicht schwillt zu, wenn neben ihm jemand Pinienkerne verarbeitet...das ist echt nicht witzig, zum Glück aber viieel seltener als mit Erdnüssen.


    Ja, man kann es für übertrieben halten oder ironisch darüber schreiben...


    Eine Geschichte aus dem wahren Leben meines eigenen Kindes:


    Ich hole mein Kind aus dem Hort ab, er war in einer anderen Gruppe als sonst.


    Beim Abholen schon sieht er "krank" aus und atmet schwer. Kommt vor bei seinem Asthma, der Weg nach Hause ist nicht weit, zu Hause ist das Inhaliergerät usw.

    Unterwegs schwillt alles zu, Kind wird kreidebleich und schwitzig und ich muss nciht rüberfassen um zu wissen, daß vermutlich das Herzt rast.


    ich überlege panisch, ob ich stehenbleibe und um Hilfe rufe (Handy hatte ich noch keins) oder mit zu hoher Geschwindigkeit die 30er Zohne entlang nach Hause brettere. Da weit und breit niemand da war, der einen Notarzt hätte rufen können (der ja auch erst mal Zeit gebraucht hätte, bis er da ist) entscheide ich mich für letzteres. Wir jagen heim, schaffen es, aber inzwischen japst das Kind aber schon massiv und hat blaue Lippen. Cortison in verschiedener Form (Tablette, inhalieren...) bewirkte immerhin, daß er nicht komplett zusammenklapperte.

    Obwohl wir gut mit Notfallmedikamenten ausgestattet waren, blieb die Fahrt zum Arzt natürlich nicht aus....


    Später erzählte das Kind, daß ein Kind am anderen Ende des großen Zimmers wohl Nüsse gegessen hat... Es war nicht seine Klasse und entweder haben die Erzieher und Kinder nicht dran gedacht, da er ja sonst nicht in dieser Klasse ist - oder das Problem für übertrieben gehalten und daher nicht ausreichend ernst genommen...


    Doch, ich bin sehr dankbar, daß in der Schule (übrigens tatsächlich auch in der weiterführenden) die Bitte, die Umgebung nussfrei zu halten, ansonsten respektiert wurde. Klimaanlage gibt es keine, von daher hatten wir das Problem nicht.

    Auch auf Klassenfahrten waren z.B. an mitgenommenen Knabbereien Erdnussflipps usw., unerwünscht und bisher (inzwischen ist er in Klasse Klasse 10) hat es immer geklappt.

    Sonst hätte er tatsächlich zu Hause bleiben müssen und so ein sozialer Ausschluss macht das verzichten müssen 10x so schlimm.


    Was wäre denn eine andere Lösung als die (schulische) Umgebung möglichst nussfrei zu halten? Hausunterricht? (Mein Großer hätte sich dann dafür sicher gerne eine Allergie zugelegt, aber ausgerechneet das betroffene Kind war ganz gerne in der Schule unter Kindern)


    Natürlich ist es schade, wenn ein Kind, daß sehr gerne Nüsse isst und ansonsten in seinem Essen ebenfalls eingeschränkt ist, in dieser Situation keine mit zur Schule nehmen kann. DAs kann ich gut verstehen. Aber ich gebe zu, in dem Falle geht für mich "Luft bekommen" für das Nuss-Allergiekind tatsächlich ganz egoistisch vor...

    Hallo,


    Ich bin ja durchaus dafür dass es immer eine Schweinefleischfreie Alternative gibt. Mich stört lediglich die religiöse Motivation die so hoch gehangen wird.


    Hochgehängt wird sie nur, wenn man überhaupt erst ein Drama drumrum macht.#weissnicht WEnn es einfach eine normale Auswahlmöglichkeit ist, wird nix hochgehängt, dann spielt die Motivation für die Auswahl im Schüleralltag in der Regel einfach keine Rolle.


    Wenn an den Auswahlmöglichkeiten bekannt ist "Menü B ist immer für Familien tauglich, die halal essen möchten oder wenn neben den anderen kleinen Nummern, die besagen "vegetarisch", "eifrei", "milchfrei-" "glutenfrei" eine weitere kleine Nummer steht, die besagt "halal", dann wird es für die, für die das kein Thema ist, keine Rolle spielen. Ob dann, weil es Fleisch ist, daß den Regeln entspricht oder es ein vollwertiges (!) Essen ist, in dem eben kein verbotenes Fleisch drin ist, ist dann etwas anderes (wie gesagt, wenn es nach mir gehen würde, wäre Schulessen aus ethichen und gesundheitlichen Gründen am besten ganz fleischfrei)


    Es diskutiert zumindest hier auch keiner, warum es Kartoffelsuppe in vegetarisch geben muss oder Rührei mit Spinat oder... Da höre ich auch kein "Warum wird das so hochgehängt, nur weil es solche Fanatiker gibt, die für ihr Kind vegetarisches Schulessen wollen. " Es ist eben eine Auswahlmöglichkeit und fertig. Das wäre vermutlich mit anderen Versionen ähnlich.


    Wie gesagt, selbst mitgebrachtes Essen wenn alle anderen Schulessen haben, würde mit großer Wahrscheinlichkeit eher zum nachfragen und erklären Anlass geben.

    Hallo,


    Für mich misst jeder, der sich aus tierrechtlichen gründen gegen halales Fleisch in der Schule einsetzt, gleichzeitig aber NICHT mit der gleichen Vehemenz um die Abschaffung der "normalen" Fleischgerichte im Schulessen ringt, mit zweierlei Maß.


    Denn hier kostet ein Essen 3-4€ und man kann, je nach dem, welches Menü man bestellt, dafür sorgen, daß das Kind problemlos bis zu 5x in der Woche etwas Fleisch-haltiges bekommt. Nun kann mir keiner erzählen, daß für den Preis auch nur ansatzweise darüber nachgedacht wird wo das Fleisch herkommt, wie das Tier gehalten und geschlachtet wurde (inkl. Transport dort hin).


    Das ist das billigste vom billigen und mit sehr viel Tierleid verbunden. (Ob meine Ausführungen dazu bzw. zur Betäubung in üblichen Schlachthöfen dienen, sich da besser zu fühlen - ich musste jahrelang täglich an einem ganz "normalen" Schlachthof vorbei - wage es zu bezweifeln)



    Was mich an dem Anspruch auf halal Schulessen auch stört ist die zunehmend in die Öffentlichkeit getragene Religiosität.

    Es interessiert mich schlicht nicht welchen Glauben Kind x oder y hat und ich möchte damit auch nicht belästigt werden.

    Der Trend zur strengeren Auslegung der essensvorschriften löst bei mir ein etwas unbestimmtes Unbehagen aus.

    Die Moslems die ich besser kenne, unter anderem in meiner Familie, leben das gar nicht so offensiv. Ich muss sagen dass ich bei der Forderung nach halal in der Schule (nicht Schweinefleischfrei) ein bisschen Mißtrauen habe ob der Radikalität der Eltern. Da ist oft eine Ideologie hinter die ich zutiefst ablehne (zum Beispiel dass einer Frau nicht die Hand gegeben wird, das Wort einer Frau weniger zählt).

    Schoko


    Das ließe sich ganz einfach regeln, wenn es mehrere leckere und halbwegs gesunde Gerichte gibt aus denen die Familien wählen können. Hier interessiert es die Kinder nämlich üblicherweise überhaupt nicht, WARUM das andere Kind Hühnchen, Rührei oder was auch immer gewählt hat. Ob es ethische Gründe sind, gesundheitliche oder religiöse oder "Ich mag eben gerne XY", wird da nicht wirklich diskutiert.


    "Ich hab meine Brotdose mit, denn ich kann heute nicht mitessen, weil es nur Schwein gibt" bietet aus meiner Sicht da viel mehr Gesprächsanlass. Wobei ich persönlich auch Gespräche über das "wer warum wie " allerdings auch überhaupt nicht schlimm fände.

    Hallo,


    Schweinefleisch wird gar nicht angeboten und das scheint für alle auch in Ordnung.

    Es gibt zwei Gerichte zur Auswahl.

    Mit Fleisch oder eben vegetarisch. Aber wie Elektra schreibt - das kommt echt nicht gut an...

    Von allen Fleischgerichten sind 30% halal...und das wird von vielen die eben nicht halal essen wollen/müssen nicht gemocht...


    Dann fände ich es zusätzlich zu allem anderen wichtig, DARAN zu arbeiten. Es ist aus meiner Sicht ein Unding, daß Kinder Fleischgerichte wählen, nicht weil sie oder ihre Eltern finden, daß Fleisch zu Mittagessen sein muss - und selbst "fleischbefürwortende" Ernährungsberater sind sich ja heutzutage einig, daß üblicherweise eher zu viel tieisches gegessen wird und nicht zu wenig - sondern weil die vegetarische Alternative nicht schmeckt. Und auch fleischlos kann man durchaus leckere Sachen anbieten, die nicht nach "Ersatzessen" schmecken und aussehen.

    Hallo,


    annaclara : das wäre natürlich das Optimum. Wie aber würde man damit umgehen wenn Halal-Fleisch geht - Koscher oder anderes aber nicht umgesetzt werden kann?


    Gibt es denn nur ein Gericht für alle? Oder gibt es generell Wahlmöglichkeiten? Dann würde ich z.B. dafür sorgen, daß immer ein hochwertiges vegetarisches Gericht dabei ist und nicht nur Süßkram wie Milchreis und co. oder "Essen, bei dem das Fleisch weggelassen wurde".


    Ansonsten würde ich mich beraten lassen, was für alle geht (Geflügel wohl? Und wenn es denn Fleisch sein muss, dazu greifen und für die (hoffentlich wenigern) Ausnahmen an denen es dann SChwein und co. sein muss, eben eine Halal-Variante zur Auswahl anbieten.


    Allerdings würde ich es zwar dazuschreiben, aber diskret, so daß es niemanden, abschreckt, es zu nehmen, einfach weil Kind XY mag, sondern trotzdem ein ganz normales Gericht unter den Wahlmöglichkeien ist.


    Ich kenne Großküchen, die sagen z.B. Menü A ist immer vegetarisch, Menü B ist immer Ei- und Milchfrei (für Allergiker z.B.), genau so könnte man sagen Menü C ist verlässlich halal. Wobei ich denke, daß man da bei der Zubereitung sehr achtsam sein muss und wirklich am besten möglichst getrennte Küchenbereiche dafür haben sollte.


    Ansonsten würde ich mit den Eltern reden, was sie möchten. Wer tatsächlich koscher isst, wird mit großer Wahrscheinlichkeit einer Schulkantine so oder so nicht vertrauen bzw. ist es in einer Schuleküche, in der auch anderes Essen zubereitet wird, kaum machbar, tatsächlich koscher zu kochen (das geht beim Küchenpersonal los und beim Geschirr weiter).

    Hallo,


    Ich finde ja, Fleisch sollte aus ganz verschiedenen Gründen (gesundheitlichen und ethischen) generell in der Schulküche keine (große) Rolle spielen.

    Und wenn es doch mal welches gibt, warum dann nicht so, daß alle Kinder die Möglichkeit haben, welches zu essen?


    Es kommt sicher auch auf die Schule an, wenn es nur ein Kind betrifft und es wirklich selten Fleisch gibt, findet sich sicher für den einen Tag mal eine individuelle Sonderregelung wie auch für Kinder mit Unverträglichkeitten, ohne daß es groß vor allen thematisiert werden muss. Aber wenn es öfter vorkommt oder/und mehr Kinder betrifft, fände ich es eine gute Lösung.


    Allerdings finde ich unseren hiesigen Fleischkonsum auch nicht irgendwie "kulturell schützenswürdig" und es würde ja auch keinem Kind etwas verloren oder anderweitig ein Schaden entstehen, wenn andere eine Alternative bekommen.

    Da wo ich arbeite gibt es immer mehrere Gerichte zur Auswahl und da kommt schließlich auch keiner auf die Idee, sich zu beschweren, weil Kinder, die vegetarisch essen möchten, eine echte Wahlmöglichkeit haben, die über "gründen Salat" hinaus geht.

    Hallo,


    Bitte trotzdem Windpocken und co. im Kopf haben, auch bei geimpften Kindern. Die Impfversagerrate ist da recht hoch, die Verläufe dann gerne auch mal mild (trotzdem ansteckend) oder untypisch.


    Im Kiga meiner Kinder kam mal ein (geimpftes) Kind noch tagelang mit vom KiA diagnostizierten "Hitzefrieseln, denn gegen Windpocken ist es ja geimpft" in den Kindergarten. Daß es offenbar doch tatsächlich doch Windpocken waren, auf die Idee kam der KiA dann wohl erst, als rundrum viele andere Kinder betroffen waren.

    Hallo,


    Sicher, daß es Kunstrasen ist und nicht Rollrasen? Ich hab auch schon gehört, daß Leute angeblich in ihrem Garten großflächig "Kunstrasen" auslegen wollten und dann festgestellt, daß zum Glück Rollrasen gemeint war.


    Zur Frage, wie die Kinder das machen... Die Außenfläche ist mMn üblicherweise VIEL zu klein berechnet. Ich habe gerade keine m²-Zahlen im Kopf, aber ich sehe es ja im Hort täglich. Da müssen sie gar nichts "machen". Allein durchs drüberrennen wird der Boden so verfestigt, daß das Wachsen schwer fällt., Dar nächste Regen verbessert das nicht sondern spült auch noch die Wurzeln frei, die dann wieder zertrampelt werden...


    Je nach Bodenart geht das halt langsamer oder schneller. Es gibt sicher Bodenarten, die da mehr aushalten, aber viele sind dann schnell hinüber. Der letzte Sommer mit seiner extremen Trockenheit war da sicher auch nciht gerade hilfreich.


    Eigentlich müsste man regelmäßig größere Flächen absperren, den Boden auflockern, neu einsähen und dann täglich wässern und es über mehrere Wochen anwachsen lassen. Nur welche Kindereinrichtung hat den Platz dafür? 2, 3 Wochen genüge da nicht.


    Helfen würde nur eine komplette Umgestaltung und die Einteilung in verschiedene, mit Hecken o.ä. getrennte Spielbereiche. Dann kann man schauen, wo Hartboden, wo Rindenmulch und wo Wiese angemessen ist. Außerdem würde die Abgrenzung einerseits mehr ungestörte Spielmöglichkeiten schaffen, anderseits das "drüber rennen" etwas lenken.


    Nur wer kann sich so eine komplette gärtnerische Umgestaltung leisten (zu der ja dann auch noch eingereichte Pläne, ggf. TÜV-Abnehmen usw. gehören) ...?

    Hallo,


    Ja, daß du da einen Zusammenhang siehst, habe ich schon verstanden. Nur ich sehe ich (noch?) nicht.


    Worauf soll es hinaus?


    Daß alle, die mit Einzelschicksalen mitfühlen damit zeigen, wie uninformiert sie zum Bereich Medien sind und was für eine geringe Medienkompetenz sie doch haben müssen - sonst würden sie sich nicht zum Mitgefühl für ein Kind manipulieren lassen?


    Daß alle, die darüber, daß Medien auch manipulieren können, Bescheid wüssten, das Radio bei Berichten über Einzelschicksale oder Kleingruppen ausschalten würden und sagen würden:" Ist nur ein Kind/(sind nur wenige Kinder/Menschen... die mich nichts angehen, und daß die Medien drüber berichten und mein Mitgefühl sich regt, ist reine Manipulation, um einen ausreichenden emotionalen Abstand herzustellen?


    Daß Menschen, die Mitgefühl mit Einzelschicksalen haben, zu unwissend sind und so automatisch Gefahr laufen, demnächst als Manipulationsopfer jubelnd einem Massenmörder hinterherzulaufen?


    Ich versteh es einfach nicht. Ich fühle sogar mich völlig fiktiven Menschen/Wesen aus Büchern mit. Und das ist ja nun mal reine Manipuilation, dieses Gefühl zu erzeugen ist das Ziel des Autors.

    Ist man deswegen nativ? Zu uninformiert? Müsste man das Buch weglegen, und sagen:" Reine Manipulation, daß ich mit einem nicht existierenden Wesen mitfühle, da brauche ich dringend emotionalen Abstand...


    Ich verstehe einfach wirklich nicht, worauf dein Vergleich hinführen soll.


    Und für mich klingt nach wie vor durch, daß es Ziele gibt, bei denen Mitgefühl weniger angebracht ist (Einzelschicksale wie die Kinder in der Höhle, wie Julen...) und andere, wo es "richtig" ist (Mittelmeer) .

    Ab welcher Größenordnung ist es nicht-manipuliertes und damit berechtigtes Mitfühlen? Wann wird ein Leid durch ein anderes relativiert? Einzel gegen Gruppe, Größere Gruppe gegen kleine? Verhungern (weil mehr Menschen täglich) gegen ertrinken? (Auf die Schnelle habe ich die Zahl für Jemen gefunden, da stand in 3 Jahren alleine 85.000 Tote allein unter den Kindern, weitere 400.000 Kinder sind lebensbedrohlich mangelernährt .... das sind Zahlen, bei denen ich mir die Menge der betroffenen gar nicht vorstellen kann, die weltweiten Zahlen sind absolut unfassbar...)


    Ich finde so ein Mitgefühl-bewertendes Denken einfach unangebracht. Gerade weil mir die Manipulationsmacht der Medien sehr bewusst ist.


    Information ja, auf jeden Fall,. Weil es wichtig ist, zu informieren, zu mahnen,... aber eben ohne Vergleich, ohne Abwertung und Relativierung anderer Ereignisse. Unter andrem, weil die ganz reale Dramatik das gar nicht nötig hat und aus meiner Sicht dadurch nur an "gefühl werden" verliert.

    Nein. Dass es wichtig ist sich dessen bewusst zu sein, dass man emotional auf diese weise leicht zu manipulieren ist, und sich ab und zu zu hinterfragen warum man so und so fühlt. Um sich eben nicht leicht manipulieren zu lassen.


    A. H. Konnte das hervorragend. Der hat die Menschen mit Emotionen überzeugt, nicht mit Argumenten. Bis Alles zu spät war


    Ich gebe zu, ich habe den Faden verloren und verstehe nicht, was das eine (Die Trauer um ein Kind oder einen Taucher) mit dem anderen (Manipulation zum Völkermord) zu tun hat...


    Diesmal verstehe ich nicht, worauf du hinaus willst...


    Daß alle die mit Julen und seinen Eltern oder den Jungs in der Höhle (oder dem Taucher? und seiner Familie ) mitgefühlt haben nur naive Opfer der Medienmanipulation sind?

    Hallo,


    JooBoo


    Ich weiß nichts darüber, inwieweit es die Entscheidung des Tauchers selber war, da reinzugehen oder ob er als Armeemitglied unter Befehl und gegen seinen tatsächlichen Willen handeleln musste. Letzteres fände ich tatsächlich nicht richtig, da bräuchten wir gar nicht diskutieren.

    Wenn freiwillig - irgendwie gehe ich davon aus, denn ich habe nie etwas Gegenteiliges gelesen, aber das heißt ja nicht, daß es stimmen muss - war es ihm sicher bewusst, daß es Risiken gibt, er war ein Profi. Und dann finde ich es tatsächlich das Recht des einzelen erwachsenen Menschen, zu entscheiden, wie viel Risiko er eingeht. Egal in welcher Situation, ob es um lebende Kinder geht oder um Eltern die traurige, aber endgültige Gewissheit zu verschaffen.


    Das macht seinen Tod keineswegs weniger tragisch, aber deine Frage weiter vorne war ja auch nicht, ob das Happy End der anderen etwas an der Tragik ändert, sondern ob ich es meinem Mann ohne mit der Wimper zu zucken in ein Risiko ziehen lassen würde (warum eigentlich nicht, ob jemand selber das Risiko eingehen würde?) .


    Und daß die Menschen, die nicht direkt betroffen sind, schnell innerlich "weitergehen", sich andeern Themen zuwenden, ist auch nicht neu, Kaum einer redet noch von den vielen Toten in diversen Bürgerkriegen der letzten Jahre, sobald diese vorbei sind usw., obwohl es für die Familien immer noch tragisch ist, daß es ihre Väter, Mütter, Kinder... nicht mehr gibt. Das ist nichts Neues und ich denke auch hier kommt eine Mischung aus "nicht so nahe und andere Themen gwinnen an Vordergründigkeit" und "zu viel zu fühlen" zusammen, man kann nicht an alles denken, alles fühlen, sonst kommt man wirklich an den Punkt, den ich oben beschrieben habe...





    CaRoSo


    Ich finde es wichtig, daß man sich Gedanken macht."Wie kommt es, daß Einzelschicksale Menschen oft mehr berühren als Massenschicksale? Wie kommt es, daß das Bild eines leidenden, aber trotzdem irgendwie amnnsprechend aussehenden Kindes mehr Herzen berührt und vor allem auch oft mehr Leute bewegt etwas zu TUN, als das Bild eines Kindes ganz am Ende seines Seins, daß manchmal eher ein "Das kann ich nicht ertragen, da muss ich wegsehen" auslöst?

    Welche Rollen spielen die Medien? Welche Rolle spielt Geld, Macht, Werbeinteressen? Warum werden "kurzzeitige" Tragödien mehr in den Vordergrund gestellt als lang andauernde? Welche Rolle spielen Einschaltquoten?


    Warum sinkt das Interesse der Zuschauer bei bestimmten Themen? Liegt es an der Art der Berichterstattung? Oder an Abstumpfung? Oder Abgrenzung? Sind Abstumpfung und Abgrenzung eventuell sogar teilweise zwei Seiten einer Medaille? Was läd Menschen zum mitfühlen ein und was dringt nicht durch oder stößt sie eher ab oder lässt sie sogar in Abwehr gehen (Mantel vrs. nasser Lappen z.B.)


    Wie kann man die Erkenntnisse nutzen, um auf bestimmte dinge dauerhaft aufmerksam zu machen UND die Menschen zum handeln zu bewegen, ohne dabei reißerisch zu sein und Leid auszunutzen?


    Das finde ich wichtig.


    Ein sinngemäßes "Warum guckst du 3x am Tag in den Nachrichten, ob ein einzelnes, dir wildfremdes Kind aus Spanien gerettet wurde, dabei sterben täglich Menschen im Mittelmeer und da guckst du schließlich auch nicht dauernd nach, wie viele wieder ertrunken sind? Warum sind die dir egal??" - egal ob wörtlich oder auch nur unterschwellig - finde ich persönlich da aber nicht zielführend. Weder um den anderen zum aktiv erden zu bewegen, noch um mehr über das "Warum" herauszufinden.


    Aber das mag anderen anders gehen, ich kann ja nun mal nur von mir schreiben.

    Ich möchte bitte feststellen dürfen ohne bewertet zu werden, dass es mich irritiert, wenn tausende Einzelschicksale in Medien und Gesellschaft und Wirtschaftspolitik nahezu untergehen. Und eins eine Aufmerksamkeit bekommt, dass man denkt: da geht doch was. Und dafür wird man hier grad ziemlich angegangen.


    Beim ersten Teil gebe ich dir absolut recht. Und der kann aus meiner Sicht ganz für sich selber stehen und schreien.


    Warum es den zweiten aber dafür braucht, verstehe ich einfach nicht.


    Und natürlich darf, ja sollte an sich fragen wieso bestimmte Dinge so sind, wie sie sind und dabei z.B.über die menschliche Psyche, über Medien und so weiter nachdenken.

    Nur da wo es zur Wertung des Gegenübers und dessen Gefühlen wird - und das Gefühl hatte ich nun mal - finde ich persönlich das keinen guten Weg und wie schon mehrfach geschrieben auch für die Verdeutlichung Dramatik der Sache und auch für eine klare Sicht absolut nicht notwendig.


    Zum Abgrenzen - ist es tatsächlich so, daß du immer und zu jederzeit an die Menschen im Mittelmeer denkt? Auch wenn du dich z.B. fragst, warum dein Kind noch immer nicht zu Hause ist, es sollte doch schon... (nur als Beispiel) oder deine nette Kollegin dir erzählt, daß sie sich große Sorgen über die Gesundheit macht? Würde das dich dann nicht berühren, weil es ein dir weitestgehend unbekanntes Einzelschicksal ist und die Menge anderswo größer ist?


    Und warum gerade an die und nicht an die Mädchen, die sterben, weil sie beschnitten wurden? An die, die jährlich verhungern? und so weiter...

    Fändest du es dann hilfreich für dich, wenn dir deine Sorge um die Menschen im Mittelmeer als "eben räumlich relativ nahe, und darum dich berührende Einzelsituation, die aber in keinem Verhältnis zum Leiden in der ganzen Welt steht" vorgeworfen würde, weil du nicht statt dessen oder wenigstens parallel das weltweite Elend im Blick hast?


    So etwas wäre doch ziemlich übel, oder?


    JooBoo

    Für die Eltern des kleinen Jungen waren/sind es ebenfalls 100% "Leid". Und ohne Happy End, ohne sich damit wenigstens ein bisschen trösten zu können, daß es freiwillig und im Bewusstsein des Risikos wenigstens für andere ein Teil ihrer Rettung war. Ich finde schon, daß da Mitgefühl berichtigt ist (aber natürlich nicht einfgefordert werden kann).


    Achtung nicht falsch verstehen, damit will ich NICHT den Tod des Tauchers relativieren. Nur verdeutlichen, daß man nicht eins gegen das andere aufwiegen kann. Der Tod eines Menschen hat für ihn und seine Nahen immer 100% Und nicht nur 75 oder 13, weil "anderswo mehr..."

    Hallo,


    Ich denke, das wäre seine Entscheidung. Eins meiner Kinder lernt Notfallsanitäter und ja, auch ihn würde ich ziehen lassen, um z.B auf der Autobahn oder in einem Katastrophenfall einen Menschen zu bergen (oder vielleicht gar noch zu retten, auch wenn die Chancen miniminimal und eigentlich bei Null sind) . Weil es seine Entscheidung als erwachsener Mensch ist.


    Ich würde natürlich hoffen, daß der Einsatz so sicher wie möglich gemacht wird und die Risiken genau abgewogen werden, vor allem, wenn die Wahrscheinlichkeit Leben zu retten, gering ist. Und hoffen und bangen, daß er heil heimkommt...

    ich weiß im Fall Julen nicht genug über den konkreten Verlauf und die vorhersehbaren Risiken,num da etwas einschöätzen und eine Meinung haben zu können. Dazu benötigt es Fachmenschen (die, soviel ich weiß, auch vor Ort waren) aber ich vermute schon, daß sie die Bergung so sicher wie möglich gestaltet haben. Wenn nicht, fände ich DAS übel, aber nicht die Bergung selber. Und die Entscheidung reinzugehen, ist dann immer eine persönliche, daß jemand dazu gegen seinen Willen gezwungen wurde, kann ich mir nicht denken.


    Auch Bergretter ziehen manchmal los, Taucher machen sich auf die Suche... auch wenn im Grunde klar ist, daß sie nicht mehr wirklich retten können. Und da ist immer ein Risiko gegeben und nicht mal ein unerhebliches. Auch weil es manchmal einfach auch wichtig ist, Klarheit zu haben. Zu sehen, zu wissen...


    Ich habe erst letztens einen Film über einen Feuerwehreinsatz gesehen, 2 Menschen drin, die Wahrscheinlichkeit sie zu retten gering, mehre Leute draußen, die schnell entscheiden müssen (bzw. der Einsatzleiter, aber vermutlich könnten sie sich auch weigern), ob sie reingehen.

    Eine sch... Entscheidung, so oder so.


    Und daher ganz sicher eben keine "einfache" Frage, die mit einer "einfachen" Antwort zu klären wäre. Und schon gar nicht für andere (z.B. ich nicht für dich und deinen Mann)

    Hallo,


    JooBoo Hier kam aber noch dazu, daß Vermutungen laut wurden, die Eltern oder wer auch immer hätten mit dem Absturz ein Verbrechen verbergen wollen. Dieses Kind nicht zu bergen hätte bedeutet, daß Menschen nach dem Verlust von 2 Kindern auch noch dauerhaft mit dem Verdacht leben müssen, sie wären bei einem von beiden eventuell Täter und nicht trauernde Eltern. Und gleichzeitig die Angst mit sich herumzutragen, daß vielleicht doch ein "Wunder" möglich gewesen wäre, so irrational es scheint...


    Ich finde es rechtfertigt schon eine Menge Aufwand, da Klarheit zu schaffen.


    Ansonsten allgemein: Doch, ich hatte auch das Gefühl, daß Mitgefühl gewertet wird. So nach dem Motto: "Verbieten kann man es zwar nicht, aber anderswo ist es gerechtfertigter und angebrachter als da". Und ja, auch lächerlich gemacht (siehe Karikatur, aber ich habe auch anderswo andere ähnliche Kommentare gehört/gelesen. Und das geht für mich nicht.


    Daß auch Julens Fall eine gesellschaftliche Komponente hat, erwähnte ich weite vorne ja auch schon. Aber selbst komplett ohne politischen oder sonstigen Hintergrund, bei einem einfachen, unvermeidlichen Unglück darf man mitbangen, hoffen, ggf. trauern... Sogar dann, wenn es tatsächlich eigenes Verschulden war und eine Familie z.B. im Auto einen Unfall hatte, obwohl sie doch auch mit der Bahn hätte fahren können.


    Ich bleibe dabei - ich finde nicht, daß man da etwas gegeneinander stellen sollte - oder gar muss. A ist schlimm. B ist schlimm. Die Dramatik ist so oder so groß genug. Bei A kann ich nur mitleiden, mitfühlen - und darf das auch, bei B eventuell ein Minimum tun.


    Ich hatte als junge Frau vor lauter "alles fühlen" eine Zeit lang den ernsthaften Gedanke, das Beste wäre, alles was ich habe zu verkaufen oder zu verschenken, das Geld dann an eine wirklich gute Organisation zu spenden - und sich dann umzubringen. Dann verdrecke ich die Umwelt nicht mehr, kein Kind muss irgendwo auf der Welt für mich arbeiten, kein Feld überdüngt werden, keiner kann behaupten, er würde eine Waffe herstellen, um mich zu "schützen" usw. Denn stark genug um mehr zu leisten als ich die Welt "Gutes koste" bin ich ganz sicher nicht.


    Aber irgendwie kann es das ja auch nicht sein... Aber um es aushalten zu können muss auch abgrenzen möglich sein... gerade UM wieder offen sein zu können...

    Hallo,


    CaRoSo ,


    Ich werde bewusst keine Diskussion um Sachen wie "sich ertappt fühlen" führen, ich könnte als Gegenargument Vermutungen bringen, warum wer was wann und wohin geschrieben hat. Aber ich denke, diese Ebene der Diskussion bringt an der Stelle gerade niemanden weiter, weder thematisch noch persönlich.


    Ich denke nicht, daß die "gesamtgesellschaftliche Dimension" von den meisten hier übersehen wird. Im Gegenteil


    Die Frage ist nur, ob es, um diese öfter/mehr/stärker ins "gesammtgesellschaftliche Bewusstsein" zu rücken, nötig ist, sie ausgerechnet ins Verhältnis zu anderen tragischen Ereignissen zu setzen und den Menschen ihr Mitgefühl für etwas anderes direkt oder indirekt zum Vorwurf zu machen.


    Ich rede jetzt mal bewusst nicht von JooBoo, daß jeder emotional tiief betroffen von etwas mal unglücklich reagiert, ist menschlich, sondern z.B. von der verlinkten Karikatur, die ja nicht alleine für bestimmte Denkweisen steht.


    Braucht die Dramatik im Mittelmeer es tatsächlich, daß eine andere Dramatik gegen sie regelrecht klein geredet wird? Und das passiert, indem man sie bzw. das Mitfühlen dort lächerlich macht. Ich meine, es geht nicht drum, daß jemand zusammenbricht, weil der Lieblingsrock einen Fleck hat oder die Urlaubsplanung noch mal geändert werden muss, sondern es geht auch dort um Tod. Um den Tod eines Kindes. Und der ist genau so tragisch wie der Tod jedes einzelnen Menschen im Mittelmehr, ist nur an einem anderen Ort und auf andere Weise eingetreten.


    Warum kann man es nicht zulassen, daß Menschen es für sich als getrennte Ereignisse betrachten, bei denen für sie keine "Gefühlswertung" nötig ist? Genau genommen haben die offenbar illegalen oder zumindest nicht ordentlich abgesicherten Wasserbohrungen dort auch einen "gesellschaftlichen Hintergrund", der dann wiederum überhaupt erst zu dem tragischen Tod des Kindes führten .


    Und nein, natürlich kann einem keiner verbieten, auch an anderen Stellen mitzufühlen. Aber irgendwie fühlt es sich schon komisch an, wenn man das Gefühl hat, daß immer ein dickes "Aber" drüberschwebt. "Natürlich darfst du XY denken/fühlen/tun, aber ... (im Grunde ist es falsch, weil... Z viel tragischer ist)"


    Wie gesagt, ich finde, daß die ganze Debatte und das Erinnern, mahnen, in den Kopf rufen... wichtig ist, auch bzw. gerade die gesamtgesellschaftliche Diskussion, die über die Funktionesweise der menschlichen Psyche, die ja nun mal bei den meisten Menschen ist, wie sie ist, egal was man selber dazu denkt und die über die Funkion der Medien dabei. Daß sie aus meiner Sicht eben geführt werden kann und sollte ohne daß es nötig ist, sie ins Gewicht zu anderen, z.B. zu "nur Einzelschicksalen" zu setzen. Weil das überhaupt nicht nötig ist und aus meiner Sicht eher schadet als nutzt.


    Julens Schicksal ist unfassbar tragisch. Punkt. Und nicht "aber". (Aber das ist ja nur ein einzelnes Kind, andere Sachen sind schlimmer)


    Das, was im Mittelmeer geschieht ist unfassbar tragisch. Punkt. Ohne "aber" , weder ein abwertendes (Aber es verhungern jährlich mehr Menschen) noch ein "aufwertendes" (aber die Menschen fiebern mit einem einzelnen Kind mit).


    Beides darf/muss/sollte in seiner Unfassbarkeit für sich stehen können. Und ich denke, ohne unterschwelligen, vielleicht nicht wörtlich ausgesprochenen aber doch herausfühlbaren Vorwurf der eigenen Gefühle sind viele Menschen auch offener, darüber nachzudenken.


    Das andere Thema diskutiere ich nicht (hat nix mit dir zu tun). Diese Diskussion muss wenn, dann mit denen geführt werden, die so denken und sprechen. Daß ich es nicht mehr mache und für mich entschieden habe, dem derzeit (meine) Aufmerksamkeit hier nicht mehr zu geben, ist meine Entscheidung, die ich vor einer Weile bei einem anderen, aber ähnlich gelagerten Thema getroffen habe.


    JooBoo


    Für mich ist es an der Stelle OK, wie gesagt, ich hatte ja schon viel weiter vorne geschrieben: "Ich denke, das Platz und Zeit und Wortwahl nicht geschickt gewählt waren, weiß JooBoo inzwischen auch, das schrieb sie ja." Daß einem so etwas im Gefühlsstrudel trotzdem passiert, ist aus meiner Sicht menschlich. Dann redet man drüber, stellt es klar und dann kann es wieder um die Fragen "dahinter" gehen. Für mich zumindest.


    Ansonsten passt die Diskussion schon hierher, denn es geht ja gerade um die Schere im Kopf - in die eine oder andere Richtung.

    Hallo,


    Drama Alles gut, von meiner Seite aus. :)


    Ebenfalls allgemein und nciht nur auf diese Diskussion bezogen:


    Ich denke, es sind emotionale Themen und damit geht jeder anders um. Mit mehr und weniger innerer Abgrenzung (auch um fühl- und handlungsfähig zu bleiben) , mit Einsatz für etwas Großes oder für eine konkrete, begreifbare einzelne Sache... Mit drastischen Worten darauf hinweisend oder eher leise mahnend und erinnernd ...


    Und gerade weil es so emotional ist, so schwerwiegend, im Grunde nicht erträglich... ist die eigene Sicht , der eigene aktuelle Schwerpunkt so hm... richtig, wichtig... keine Ahnung was... *hier ein wertneutrales Wort herdenken*, so eine Art "emotionaler Anker", daß es manchmal wohl sehr schwer ist, auszuhalten, daß andere es anders sehen.

    Zum Beispiel (auch) für etwas anderes mitfiebert. Den aktuellen Schwerpunkt (auch oder gar ganz) an einer anderen Stelle hat. Auf die Art der Erinnerung, Mitteilung... , die einen selber am meisten berührt und zum Handeln bewegt nicht genau so anspringt, sondern sie überhört oder sich andersrum davon überrollt und überrumpelt fühlt...


    Iverna - ich fand im Strang kein zweischneidiges Getue. Da ging es um die EINE Sache. Ohne die andere Abzuwerten. Natürlich kann man über die Medien diskutieren usw. Aber manche Sachen, wie eben z.B. das Mitfühlen mit einem Einzelschicksal sind auch einfach menschlich und normal, wie es "funktioniert" haben ja inzwischen einige beschrieben.

    Ich habe ja weiter vorne schon mal gefragt - wie weit ist Mitfühlen mit Einzelschicksalen in Ordnung und ab wann wird es "zweischneidiges Getue"?


    Wenn ich mich z.B. an der Spende für ein mir unbekanntes Kind aus dem weiteren Bekanntenkreis beteilige, damit seine Eltern es regelmäßig im weit entfernten KH besuchen können - ist das OK oder Getue? Immerhin ist DIESES Kind sogar so gut es ging bestmöglich medizinisch versorgt und es geht "nur" darum, ob es seine Eltern sehen kann...


    Andere kümmern sich hingebungsvoll um verwahrloste Tiere und päppeln sie auf und spenden für Futter und Tierarzt. Wieder andere sitzen auf Bäumen um sie zu retten - mitten im Medialen Rummel...


    Wie gesagt, ich finde, man kann und soll auf solche Dinge hinweisen. Unbedingt und auf jeden Fall. Immer wieder. Und wieder. Und wieder.

    Nur meiner ganz persönlichen Meinung nach (für sich selbst stehend", ohne Leid oder Mitgefühl zu werten und mach "mitfühlwürdig" oder nicht zu unterscheiden. Und das haben sie in ihrer Tragik mMn auch gar nicht nötig.

    Hallo,



    Bei uns würde das wohl gehen, so viel ich weiß. Bis zu 3 Tagen KOS (Krank ohne Schein, so nennt sich das hier intern) ist OK , danach braucht man einen, aber nicht rückwirkend. Das Wochenende spielt da keine Rolle, es zählen nur Arbeitstage. Es kann ja keiner die 'Garantie übernehmen daß er nach 3 Tagen gesund ist, auch wenn es zuerst danach aussieht.

    Andersrum, die Krankschreibung durch KOS "verlängern" geht dagegen wohl nicht.


    Das ist zumindest meine derzeitiger Wissensstand, ich war letztens in einer ähnlichen Situation, da wurde mir das so gesagt. Aber ich brauchte es aber dann doch nicht austesten, kann daher keine Garantie übernehmen, ob die Info auch den Härtetest bestanden hätte.

    Generell geben die Träger hier KOS aber nicht so gerne, sie haben Sorge, daß es ausgenutzt wird bzw, daß Rückfragen von "weiter oben" kommen...


    Gute Besserung jedenfalls!

    Hallo,


    Drama , Ich finde es gut, wenn sich jemand auch über das "drumrum" Gedanken macht.


    Aber wenn du aus meinen Beiträgen "Hass-Ausbrüche", unversöhnlichkieit oder Gewalt in der Kommunikation herausliest, dann muss ich mich offenbar sehr, sehr missverständlich ausgedrückt haben. Das tut mir dann sehr leid.


    Mir ging es recht sachlich um ein ganz konkretes Thema (eben auch ums "drumrum", was ich aber nicht noch einmal aufrollen möchte, denn ich denke, dazu ist genug gesagt). Aber das hat mit Hass o.ä. so ganz und gar nichts zu tun.


    Alles andere lass ich lieber, denn es passt nicht hierher und bringt zum Ursprungsthema nichts. :)