Beiträge von Trin

    Hallo,


    Ich würde mich anschließen: Kleine, stabile Gläser nehmen, immer nur einen Zentimeter Wasser hoch einfüllen - und das Kind einfach machen lassen. Damit leben, daß es eben ein Lernprozess ist und demzufolge auch Pannen passieren. Meist ist es so, je mehr Gelegenheit jemand zum üben bekommt und je weniger es kommentiert wird (das macht es erst richtig spannend, weil dann noch eine zusätzliche soziale Komponente ins Experiment kommt) bekommt, desto schneller ist die "Pannenphase" und das Interesse an Experimenten mit den Händen vorbei.


    Eventuell kann man dem Kind vorm Trinken großzügig Mülltücher o.ä. umlegen, so daß man es nicht jedes Mal ganz umziehen muss, unsere hatten allerdings immer das Talent, an solchen Sachen gezielt vorbeizukleckern. Also lieber übergroße Shirts anziehen, wechseln, trocken lassen, wieder benutzen (Zumindest nach meiner Erfahrung ließen sich große Shirts mit weitem Ausschnitt schneller und mit weniger Prostest wechseln als als "gerade so passende")


    Ich hätte jetzt nicht gleich Sorge, daß das Kind zu wenig trinkt. Wenn man diesbezügliche Beobachtungen macht, kann man ja das Essen flüssiger machen, wenn das Kind das mag und toleriert (Suppe, mehr Soße, Apfelmus...) oder zu bestimmten Gelegenheiten (Einschlafritual, Aufwachphase) den bisherigen Becher geben.


    Klar, wäre gerade Sommer, wäre das einfacher, da würde man sich über ein etwas feuchtes Shirt keine Gedanken machen. aber ich denke daß man das auch jetzt so halten kann. :)

    Hallo,


    Unsere Hunde sind übrigens immun dagegen. Ich hab´s ihnen vorgespielt, aber die haben kurz geguckt und dann friedlich weiter geschlafen.


    (Auf Husky-heulen springen sie eher an, vielleicht sollte ich mal Oper probieren...)

    Hallo,


    Vielleicht muss man auch noch mal mit der Lehrerin ins Gespräch kommen. Nicht jeder passt zu jedem, das gilt für Lehrer/innen und Schüler/innen, nicht jeder Lehrstil, nicht jedes Buch, nicht jede Musikrichtung...


    Meine Tochter hatte zuerst eine Klavierlehrerin, die menschlich wirklich sehr nett war und viel über Lob versucht hat.


    Aber sie passte einfach nicht zu meiner Tochter, die Lob eher als Käfig empfand, weil ihr klar war, daß es eben als (außen)Motivation gedacht war und den möglichen Gegenpol "kein Lob" (also ebenfalls eine Außenwertung) schon in sich trug.


    Die zweite Lehrerin konnte meinen kleinen Freigeist besser auffangen, besser auf sie eingehen, Stücke finden, die sie motivierten und mit denen es nicht langweilig wurde.

    Sie schaffte es viel mehr dem Kind zu vermittel, daß es im sie (also das Kind) geht, um seine Freude an der Musik, seine Interessen, sein Tempo.... und nicht um Erwartungen anderer die zu erfüllen wären. Und daß es darum eben auch das üben ihre ganz eigene Entscheidung wäre. (Daß es mit üben schneller voran geht, war ihr in dem Alter von alleine klar)


    Da durfte auch mal ein halbfertig geübtes Stück "stehen bleiben" oder "sich ein paar Wochen ausruhen", wenn es keine Motivation mehr bot, auch wenn es vielleicht rein objektiv was die reine Leistung anfing langsam(er) voran ging, wurde das ach kurzer Zeit durch die Motivation ausgeglichen.


    Die erste Lehrerin war keine schlechte Lehrerin, ganz im Gegenteil. Sie hat in unserer Musikschule schon viele Kinder zu ziemlich hohen Leistungen begleitet und ist gerade bei eher ehrgeizig veranlagten Kindern (und Eltern) recht beliebt. Aber es passte einfach zwischen ihr und meinem Kind nicht.


    Das heißt ja nicht, daß es unbedingt einen Lehrerwechsel geben muss, aber vielleicht kann sie ja noch mal schauen, was sie tun kann, um die Kinder zu motivieren bzw eigentlich um ihre ursprüngliche Eigen.Motivation wieder herauszulocken. .


    Ich hatte z.B. eine Gitarrenschülerin mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Für sie war es viel motivierender, nacheinander mehrere kurze Stücke von wenigen Zeilen zu spielen und dafür das Gefühl zu haben, etwas "fertig" zu haben, während das für jemanden andren vielleicht eher langweilig gewesen wäre, weil "richtige" lange Stücke das Ziel gewesen wären. Für diese Schülerin habe ich alle Bücher beiseite gelegt und selber Stücke zusammengestellt bzw. aufgeteilt. Meine Tochter nervten z.B. die seitenweisen zweizeiligen Etüden in ihrem ersten Lehrbuch gnadenlos, da hatte sie keine Chance sich zu konzentrieren, weil sie die einfach nicht schön fand. Sie hat (neben dem aktuellen Lernstand) immer ein "Großprojekt" laufen gehabt, daß für ihr Niveau eigentlich zu hoch war, was sie aber extrem zum üben motivierte.


    So verschieden kann das sein....

    Hallo,


    Ich hatte mich gar nicht auf dich bezogen, tut mir leid, wenn es so klang.


    Es bezog sich eher auf das, was wir in unserem Umfeld öfter mal erlebt haben. Daß Eltern der Meinung waren, sie bezahlen jetzt die Stunden als MUSS das Kind im Gegenzug üben und spürbar voran kommen, sonst "lohnt" es sich nicht.

    Das ist eine Art, es zu sehen (vermutlich die häufigste), aber nicht unsere.


    Wie gesagt, wenn sie wirklich nicht mehr hingehen wollten, haben sie auch aufgehört. Ob sie die schon bezahlten Studen noch voll gemacht haben, hing immer vom Leidensdruck ab, meist war es für die Kinder OK, aber unter Tränen mussten sie aber natürlich nicht.

    Hallo,


    Wir haben in solchen Phasen mit unseren Kindern besprochen, ob sie wirklich weiter lernen möchten. Wenn nicht bzw. wenn sie sich unsicher waren, haben wir ggf. einen Termin ausgemacht, an dem sie aufhören konnten. Das hängt ja auch vom jeweiligen Vertrag ab. Manchmal war die Unlust-Phase dann schon vorbei, manchmal war es wirklich an der Zeit aufzuhören oder zumindest zu pausieren.


    Aber es war immer ihre Entscheidung, Gründe wie "man muss auch mal was durchhalten, was man nicht (mehr) mag" o.ä., wie ich sie teilweise von anderen Eltern kenne, waren für uns kein Thema.


    Meist wollten sie wie gesagt weiter machen - dann war es ihre Entscheidung, ob und wie viel sie dafür übten. Wir waren gern bereit, sie daran zu erinnern, auch dazu, mit ihnen zusammen zu üben, wenn SIE das wollten - aber kein Frustabladeplatz.


    Es gab Zeiten, da ging es ohne Üben nicht voran und Zeiten, da wurden sie nach dem Vorspielen für ihren Fleiß geübt, obwohl sie nicht einmal geübt hatten. Es gab Zeiten, da haben sie viel geübt und traten trotzdem auf der Stelle (und waren sauer, wenn der Lehrer meinte, sie müssten "mehr üben" und Zeiten, in denen jedes bisschen üben einen spürbaren Fortschritt brachten...


    Was wir Eltern uns überlegt haben - wofür zahlen wir? Bezahlen wir für das musikalische Vorankommen für das "Später mal", den eventuellen Erfolg? Oder für die Stunde in der unser Kind jetzt und hier gerne mit der Lehrerin/dem Lehrer zusammen übte und spielte und Freude am musizieren hatte?


    Sicher war immer beides dabei, daß jetzt und das "später"- Aber da das "später mal" für uns bei weitem nicht so gewichtig war, fiel es uns auch leicht, nicht in ein "Wozu bezahlen wir die stunden, wenn sie nicht üben"- Denken zu verfallen und es "schade ums Geld" zu finden. So lange das Kind wie gesagt gerne zu den Stunden ging, die Lehrerin mochte usw.


    Ich weiß, daß es da ganz andere Ansichten gibt (da gab es schon lange Diskussionen dazu...) aber so war es eben bei uns.

    Hallo,


    Trin: deine Gedanken kommen mir sehr bekannt vor.

    Kriegsspielzeug mag ich nicht. Aber Wasserschlachten im Sommer schon. Wo ist die Grenze und warum? Und wie bindend sollte ich mein Gefühl da für meine Kinder machen.


    Genau... als meine Kinder klein und ich noch im kompletten "absolut keine Waffen im Haus - Modus" war, durften sie z.B. keine Wasserpistolen haben. Aber Tiere, die Wasser spritzten schon.


    Ich habe - für mich zum Glück - Kinder, die solche Sachen immer wieder hinterfragt haben. "Mama, was ist der Untesched? Weil es Pistole heißt? Aber es spritzt doch auch nur Wasser. Und wenn ich es der Schwester mit dem Wal ins Auge spritze, ist das doch gemeiner als wenn wir mit Pistolen nur auf den Bauch zielen..."


    Oder die oben erwähnte Frage, warum die Leute es toll finden, wenn sie stundenlang beim Schach, Bauern, Boten, Reiter usw. "töten", aber es falsch finden, wenn sie mit weichen gepolsterten Schwertern einen Schwertkampf nach abgesprochenen Regeln machen, obwohl sie wissen, daß man hinterher unverletzt wieder aufsteht.


    Ja, philosophisch veranlagte Kinder können eine ziemliche Herausforderung sein... :D #yoga

    (Und die Fragen werden mit steigendem Alter nicht einfacher.... was werde ich das vermissen, es hat mich selber sooooo viel weiter gebracht...) .


    Nicht falsch verstehen, ich möchte niemanden kritisieren, der für sich zu anderen Schlüssen kommt als ich. Jeder muss neben dem Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse der andren natürlich auch "bei sich" bleiben. Und wenn man sich z.B. in einem Haus nicht wohl fühlt, in dem es Larpwaffen o.ä. gibt, dann ist es so. Ich hab da ja auch nach wie vor meine Grenzen, die sicher sogar enger sind als die mancher hier.


    Aber ich finde es eben wichtig, daß man sieht, daß es eben tatsächlich die eigenen Grenzen sind und keine allgemeingültigen und daß es der andere (das eigene Kind z.B.) auch anders sehen darf. und man eben gemeinsam einen für alle gut lebbaren Weg finden sollte.


    Zum Glück ist so etwas eben ein Weg, ein Prozess und selten eine "Jetzt-Entscheidung" (es sei denn das Kind wünscht sich z.B. absolut unvorhergesehen ganz dringend etwas Bestimmtes zu Weihnachten oder so)

    Hallo,


    Die Frage ist ja, was ist Gewalt und was ist Spiel und was ist "gewalbetontes Spiel"? Wo sind die Grenzen? Gibt es überhaupt eindeutige Abgrenzungen?


    Ist es "Gewalt", wenn zwei Kinder mit viel Spaß und Rücksicht aufeinader nehmen körperlich betont spielen? Oder erst, wenn sie dabei vielleicht eine "Waffe" wie ein Larpschwert oder eine Nerf in der Hand haben? Auch wenn sie beide lachen und Spaß dran haben ist es durch die Anwesenheit der "Waffe" dann "gewaltbetont"?


    Und ist es "Spiel" wenn der eine beim Fußball so wütend wird, daß er dem anderen den Ball nicht mehr abgibt und ihn so ausgrenzt? Oder andersrum, ihm den Ball mit voller Kraft vor den Latz ballert (ist ja nicht verboten, mit vollem Einsatz zu spielen, im Gegenteil...) . Ist es friedliches Spiel, wenn sie beim Schach ganze Reiche inklusive deren Bauern "vernichten" ?


    Ist es Gewalt, wenn ein aufkeimender Konflikt im spielerischen fairen Geraufe die Spitze genommen wird, ehe man sich mit Worten wirklich weh tut?


    Das Leben ist auch da wie an vielen Stellen nicht schwarz-weiß, nicht so ODER so...


    Wenn ich versucht habe, meinen Kindern zu erklären, was man statt "kämpfen" an der Stelle spielen könnte, ging da an dem, was sie beschäftigte völlig vorbei. Sie WOLLTEN nicht, daß sich der Tierhüter sich mit dem Wilderer abspricht und eine Lösung findet. Die wollten ihn gefangen nehmen und wegsperren - und dabei auch Waffen einsetzen. Selbst ihnen war klar, daß alles andere an der Realität vorbei wäre.


    Und spannenderweise waren sie gleichzeitig in der Lage an andere Stelle "im echten Leben" unglaublich tolle Lösungen zu finden, mit der alle Beteiligten sich gut fühlten. Nur eben nicht JETZT, nicht HIER, nicht in DIESER Spielsituation.


    Und es hat sie immer sehr irritiert, wenn ich scheinbar den Unterschied zwischen Spiel und Wirklichkeit nicht einordnen konnte.


    Das Ergebnis war zweitweise, daß sie in meiner Gegenwart gespielt haben, daß sie Dinge spielen, die ich akzeptabel finde - und wenn ich um die Ecke war "richtig" gespielt haben. DAS hat mir sehr zu denken gegeben, mehr als ein Kampf-Spiel oder ein Spiel-Kampf.


    Das kenne ich auch von anderen Kindern, schon ganz kleinen. Da ist das Lego-Duplo-Dinges fürs Kind ganz klar eine Pistole - fragt ein Erwachsener nach, kommt schnell die Antwort "Bohrmaschine - brrrrrrm". Ist clever - aber auch irgendwie traurig, daß schon Dreijährige manchmal offenbar verinnerlicht haben, daß man Erwachsenen manchmal besser was "vor"spielt.


    Würdest du deine Kinder Schach spielen lassen? Da steckt im Grunde viel mehr geplante und strategische Gewalt drin als in einem 1-zu-1 Trainingsschwertkampf.


    Ist es nicht auch eine Form von Macht und Gewalt, wenn ICH darüber bestimmen möchte, was bzw. womit andere Menschen spielen, was sie denken und gut finden dürfen?


    Ob man seinen Kindern erlaubt Swat zu Karneval zu sein, ob man ihnen den Zugang zu Killerspielen bei sich zu Hause ermöglicht, das sind doch Erziehungsfragen. Und wenn Kinder nur Außenseiter sein sollten weil sie bestimmte Killerspiele nicht haben, dann werde ich sie davor nicht bewahren. Wir werden nicht um jeden Preis mit der Masse gehen. Ich kenne Kinder die selbstbewusst erklären können, warum sie keine Killerspiele spielen. Das ist doch das wichtige, das sie das warum verstehen.


    Weißt du, das hätte ich vielleicht auch geschrieben, als meine Kinder noch sehr klein waren.


    Da habe ich "Erziehung" aber auch insgesamt einen viel größeren Stellenwert beigemessen. Mein Alltag hat gezeigt, daß der Einfluss von Erziehung sehr viel kleiner ist als ich geglaubt habe (und ich trage das Wort immerhin in der Berufsbezeichnung und war mal zutiefst überzeugt davon...).


    Natürlich muss kein Kind Killerspiele spielen und es ist toll, wenn sie erklären können, warum sie es nicht möchten.

    So wie andere keine Gewalt an Tieren mögen und Vegetarier werden.

    Oder Gewalt an der Natur ablehnen und sich für Umweltschutz einsetzen.

    Ganz wunderbar und das meine ich nicht ironisch.


    Aber meiner Erfahrung nach nur zu einem Bruchteil von "Erziehung" abhängig.

    BE-ziehung, miteinander leben, ... spielt da mMn die größere Rolle, außerdem Charakter, Einfluss von Freunden (die wir recht schnell nicht mehr beeinflussen können) usw.


    Klar versuch(t)e ich Einfluss zu nehmen, das tun sicher alle Eltern. Nur - bis wohin habe ich das Recht dazu, ohne daß es von meiner Seite aus zur "Gewalt" wird? Bis zu welchem Alter darf ich z.B. ihr Rollenspiel unterbrechen, weil MIR der Inhalt nicht gefällt? Bis wann bestimmen, womit sie spielen? Bis wann ihren PC, ihre Privatsphäre, ihre Freizeitbeschäftigung kontrollieren und mitbestimmen?

    Das sieht mit 5 anders aus als mit 15...


    Und nein, nur weil Jugendliche eine Phase haben, in der sie am PC nicht nur freundliche Traktor-Spiele sondern auch "Killerspiele" gespielt haben bzw. spielen, habe ich mMN nicht in meiner Erziehung versagt - es klingt ein bisschen so, als wäre das der Fall. Und darum werden sie im echten Leben keine Gewalttäter. So was hat andere Hintergründe.


    Aber - jeder hat andere Ausgangspunkte und geht eigene Wege im eigenen Tempo. Die Kinder genau so wie die dazugehörenden Erwachsenen. Bin ja selbst (m)einen Weg gegangen und gehe ihn noch.

    Hallo,


    Ich denke, wir sehen das im Grunde ähnlich.


    Für mich ist das im Grunde keine Frage, auf die ich eine Antwort finden kann und muss. Ich beobachte mich einfach oft interessiert selber bei diesem Prozess. Das passiert ja bei anderen Themen auch


    Wie gesagt, anfangs kamen mir Veränderungen dessen, was ich anfangs mal als "Erziehungsziel" oder "Grudneinstellung" (keine Waffen im Haus) angesehen habe, teilweise als "Aufgeben meiner Prinzipien" vor, als "Nachgeben" oder gar "Versagen", weil ich offenbar nicht in der Lage war, meinem Kind beizubringen, bestimmte Dinge NICHT zu mögen oder weil ich zu "schwach" bin um stark beim eigentlich zutiefst als richtig angesehenen "Nein" zu bleiben... Das wären ja auch wirklich keine guten Gründe


    Aber ich denke, das ist bei ganz vielen Sachen im Zusammenleben so.


    Ist etwas meine wirkliche Grenze oder nur eine willkürlich gezogene Abgrenzung? Und Ist ein eine Grenze, warum verschiebt sie sich? Weil sich Meinung und Einstellung im Laufe der Zeit tatsächlich geändert haben? Weil es eben nur "leere Prinzipien" waren, deren Untermauerung nicht existierte oder beim näheren Hinschauen nicht ausreichend trug?

    Oder gar aus Stärke heraus, weil ich merke, wie wichtig dem anderen etwas ist und ich ihm das zugestehen kann, ohne mich selbst zu verlieren? Oder aus Schwäche, weil ich nicht die Kraft habe, "bei mir" zu bleiben?


    Aber da wird es dann ziemlich philosophisch... ;)

    Hallo,


    Trin, für mich liegt der Unterschied darin, wie meine innere Einstellung zu dem ist, was passiert.


    Ja, und die ist eben immer wieder anders, je nach Gesamtbild. Wie ist die Situation drumrum? Wie wichtig sind dem anderen Menschen (in dem Falle dem Kind) bestimmte Dinge?Ist meine eigene Position gut "unterfüttert" oder eher ein reines "aus Prinzip" ein "weil ich/man eben..."?


    Da spielt so vieles rein und das ist immer wieder anders.


    Zitat

    Möchte und brauche ich mein Gegenüber, um ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen, das nur gemeinsam so gelingen kann - selbst dann, wenn nur eine*r gewinnen kann und es somit mindestens eine*n Verlierer*in gibt, und/oder wenn sogar ein gewisses Risiko für Verletzungen besteht?


    Oder möchte ich mein Gegenüber bewusst erniedrigen, beherrschen, verletzen?


    Nach diesen Kriterien kann eben ein wilder Schwertkampf oder ein gemeinsam gespieltes wildes Ballerspiel inklusive geworfener Spielgranaten "ethisch akzeptabler" sein als ein Tischtennisspiel, bei dem bei den meisten Mitspielern das Ziel ist, den anderen rauszuwerfen und sich drüber zu freuen, wenn das klappt. Oder ein Ballspiel, bei dem es ums "Ätsch,k ich bin der Sieger" geht.


    Verletzung - gab es bei den Larpschwertkämofen nie, beim Fußballspiel im Hort gibt es dauernd was zu verpflastern und zu kühlen.


    Und trotzdem sagt mein Kopf mir: OK, mit Larp und Nerv hab ich mich abgefunden, da ist inzwischen OK für mich. Aber Fuß- oder Tischtennisball spielen finde ich auf jeden Fall besser und z.B. als Geschenk unabhängig von Verleungsgefahr und "(das Spiel be)herrschen wollen" "moralisch vertretbarer" als Spielzeughandgranate und Gewehr.


    Ich finde das wirklich nicht immer einfach.



    Edit:


    Ich beobachte übrigens in meinem Umfeld., daß das Bedürfnis später am PC Killerspiele zu spielen recht unabhängig von der Erziehung der Eltern ist bzw. von der Frage, ob Kinder etwas ausleben durften oder nicht bzw. ob ihnen von klein auf "gelehrt" wurde, daß das nichts gutes ist und Speilzeugwaffen vermieden wurden oder sie freien Zugang hatten usw.


    Hatte ich mir auch mal anders erhofft :D, aber leider - oder auch zum Glück, wer weiß das schon? - ist das doch nicht der Fall. Es tröstet mich, daß wie gesagt der Einfluss ALLER Eltern rundrum da sehr viel kleiner scheint, als man "früher mal" dachte.


    (Mein Eindruck ist, das viele Jugendliche unabhängig der elterlichen Einstellung so eine Phase haben und die Intensität mit der sie sie ausleben, von anderen Dingen abhängt, die viel mehr im Kind/jungen Menschen selber liegen als in der Erziehung.)

    Hallo,


    Manchmal hat mir auch ein Vergleich geholfen.


    Bei Freunden habe ich vor vielen Jahren erlebt, wie sich meine Kinder mit deren Kindern den ganzen Nachmittag mit deren diversen Nerv-Guns "abgeschossen" haben und alle waren dabei fröhlich und rücksichtsvoll miteinander. Es gab nicht ein einziges mal Streit, aber viel Lachen.


    Das hat mir auch zu denken gegeben - warum fand ich das (anfangs) schlimmer als wenn sie sich gegenseitig einen Ball an Körper, aber auch an den Kopf werfen und es "Abwerfen" (oder auch "Abschießen"), "Der Dritte in der Mitte" oder wie auch immer nennen? Der Ball kann viel mehr weh tun und zu Streit, ob das nun ein Treffer war oder nicht, kam es auch immer wieder mal. .


    Oder andersrum - warum finde ich es moralisch bzw. "ethisch" nicht so schlimm, wenn Kinder sich einen Ball an den Körper werfen, dabei wusste ich aus meiner Kindheit noch genau, wie weh das tun kann, wenn es einen blöd erwischt. Wenn es in vielen Fällen doch vorrangig um "jemanden besiegen" geht? Ist ein Ball nicht im Grunde auch eine Nachahmung eines Geschosses und das Ziel ist, jemanden zu treffen?


    Wo genau ist der Unterschied, der mein Gefühl bewirkt? In der "Entfremdung"?


    Warum ist der Streit von 22 jungen Menschen um einen Ball "Sport" und darum moralisch irgendwie vertretbar - aber ein Kampf mit Stöcken oder Larpschwertern, der friedlich und in Absprache verläuft "Kampf" und damit "verwerflich"?

    Warum ist Schach als klares Kriegs-Stragegiespiel super und sogar "hochwertig", sich mit Stöcken hinterherrennen aber "Krieg spielen" und mit Skepsis zu betrechten?

    Warum Tischtennis, wo es von Anfang an darum geht, jemanden herauszuwerfen und zu gewinnen moralisch besser als ein Nerv-Event bei dem es ihnen nur ums Spaß MITeinander haben ging?


    Wo sind die Grenzen? Für mich, für die Kinder, generell? Gibt es generelle? Wie weit darf ich meine Meinung verändern und erweitern, ab wann "versagte" ich darin, Kinder möglichst friedlich zu erziehen?


    Ich gebe zu, daß mich das auch immer mal wieder neu verwirrt hat (und verwirrt) und ich nie für mich DIE Meinung gefunden habe.

    Bleibt also nur, immer wieder neu nachzudenken, neu zu bewerten und ggf. entscheiden. Und dem anderen seine eigene Meinung und Entscheidung zuzugestehen.

    Hallo,


    Ich habe da eine Entwicklung durchgemacht.


    Trin mit ihrem ersten Baby im Arm: "Ich werde niemals Waffen kaufen und natürlich mein Kind so erziehen, daß es auch gar kein Bedürfnis danach haben wird".


    Irgendwann: "Waffen in Spielsets (Indianer, Wildhüter, ....) sind nicht toll, gehören aber halt wohl dazu".


    Über: "OK, wenn das Kind so un-be-dingt eine Nerf haben möchte, darf die Patin, von der es sich sie wünscht, eine schenken"


    Bis bis hin zu: "Ein einzelnes Larp-Schwert (vom Kind selbst gekauft) ist wirklich blöd - ich schenke das so sehr gewüschte zweite doch zum Geburtstag...


    Mit vielen Zwischenstufen natürlich...

    Mein Hauptproblem war, daß es sich an der konkreten Stelle in der Regel absolut richtig anfühlte und trotzdem ein schlechtes Gewissen dabei war, wenn man so seine "Prinzipien" verändert.... aufgibt?... Dann fühlte ich mich "schwach" und fast als Versagerin.


    Meine Beobachtung:

    Kinder (und Jugendliche) trennen extrem gut zwischen Spiel und Wirklichkeit, es verwirrt sie eher, wenn wir Erwachsenen das (scheinbar) nicht so gut können.

    Sie haben auch einen sehr klaren Blick auf die Doppelbotschaften, die wir ihnen senden. Ein Kind meinte mal: "Mama, selbst Schach ist viel aggressiver als das was wir spielen. Da werden Bauern, Boten (Läufer) und Pferde umgebracht, das ist ein ganzer Krieg. Aber wenn wir DAS spielen, finden die Leute das gut. ".

    Und es hatte ja auch recht.


    Meine Kinder konnten mit klaren Regeln gut umgehen - es werden z.B. nur die "bespielt", die das möchten, aber das gilt auch bei anderen Spielen (Wasser spritzen, anspringen, Berühren, fangen...) . Ich darf sagen: "Nein, hier nicht, das mag ich nicht (oder ist mir zu laut, zu wild, erinnert mich an dinge, die mich traurig machen ...)


    Ich habe es nie erlebt, daß eins, wenn es Wut hatte, gezielt nach einer (Holz)Waffe gegriffen hat, um einem anderen weh zu tun. In dem Falle wäre die Waffe für eine Weile weg gewesen - genau so wie es die Sandschippe oder die Briobahn-Schiene gewesen wäre.


    Wenn sie dagegen gerade ein Spiel "bauchten" (aus welchem Grund auch immer; bei dem es ums kämpfen, körperlich werden.... ging, dann haben sie eins gefunden, egal ob mit oder ohne Material.


    Die Kämpfe mit den Larp-Schwertern gehörte, so paradox es klingen mag mit zu den friedlichsten Geschwisterinteraktionen, die ich beobachtet habe, denn da ging es wirklich um Geschick und ums friedliche(!) Kräftemessen. Da wurde sich immer wieder neu abgesprochen, selbst mitten im Kampf, auf die verschiedenen Größen und Kräfte der anderen eingestellt... Es entstanden ganz wunderbare Phantasiewelten drumrum, in denen es um viel viel mehr als ums Kämpfen ging.

    Da steckte manchmal in einem Rollerennen oder der Frage, wie hoch der Saft im Glas des anderen steht mehr Aggression.



    Ich würde mir im Rückblick raten:

    "Bleib auch bei dem Thema bei dir und deinen Bedürfnissen - ohne die Wünsche und Bedürfnisse der anderen aus dem Blick zu verlieren.

    Aber schau auch immer wieder neu hin, wo sind es wirklich deine Bedürfnisse, die zu einer Meinung oder gar Entscheidung führen und wo es ein "aus Prinzip" ist. Bei "aus Prinzip" lohnt es sich immer, noch mal genau draufzuschauen, um das Prinzip entweder mit etwas richtigem, inhaltlichen zu unterfüttern - oder Grenzen (oder die Stellen an denen man denkt, da sind sind) auch mal zu verschieben und zu erweitern. "

    Hallo,


    Mondschein, daß du mich nicht leiden kannst und daß alles was ich schreibe aus deiner Sicht sowieso und grundsätzlich Mist ist, das weiß ich schon lange. Schade, aber das ist halt so.


    Ich belüge meine Kinder und es macht mir tatsächlich noch Freude und ich freue mich jetzt schon darauf, dass sie es bei ihren Kindern wohl auch so machen werden und der Nikolaus dann zur Oma kommt...


    Dann ist doch alles prima. Und wenn du es für dich nicht "lügen" sondern irgendwie anders nennen willst dann ist das doch auch völlig OK. Für euch passt es eben so. :)


    Und ich darf es für mich und meine Familie anders sehen (und z.B. keine besondere Lust drauf haben, den eventuellen Enkelkindern später mal vorzuspielen, das Geschenk von mir wäre eigentlich von jemand anderem) und ich darf auch erklären, warum.


    So und nun musst du keine weiteren Erklärungen mehr fürchten, denn ich mache wie immer Adventspause. :)

    Hallo,



    Warum sollte das nur für mich gelten und für dich nicht? Das verstehe ich nicht.


    Nö, wenn ich von einer Sache überzeugt bin, dann darf ich das auch so sagen. So wie Du bei Sachen von denen du überzeugt bist, vermutlich auch sagst: Das ist so. Dann lüge ich auch nicht. Auch dann nicht, wenn andere die Sache für sich anders sehen.


    Andersrum ist es so - wenn ich jemandem vorspiele, daß es etwas gäbe, woran ich aber selber gar nicht glaube ist es nun mal nicht die Wahrheit sondern gelogen, geschwindelt, geflunkert, veräppelt, austricksen ... wie auch immer man es nennen will. Egal wie süß gemeint es ist.


    Und wenn jemand findet, daß es trotzdem eine tolle Sache ist, kann man doch einfach dazu stehen, daß man (in dem Fall über Jahre hinweg) bewusst und absichtlich Unwahrheiten erzählt, es aber aus diesem oder jenem Grund richtig findet, das zu tun.

    Von "entsetzlich" o.ä. habe ich übrigens nichts geschrieben und auch bei keinem so etwas gelesen. Solche Unterstellungen sind mMn auch nicht besonders nicht hilfreich. Ich schrieb nur davon, daß mein Mann das so für unsere Kinder nicht wollte - und ich es nach ein wenig Nachdenken genau so gesehen habe.


    Würden Eltern ihrem Kind jahrelang vorspielen, es gäbe da eine Oma, die ab und zu Geschenke schickt und der man Briefe schreiben kann und die vielleicht auch noch zurückschreibt usw. , die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, nur damit das Kind glücklich ist, eine liebe Oma zu haben, würden die meisten schon sagen: "Na ja, vielleicht nett gemeint, aber ehrlich ist das nicht".


    Würde ein Kind (ganz bewusst und nicht weil ihm mal die kindliche Phantasie durchgeht) den Eltern wochen- oder gar jahrelang von einem frei erfundenen Schulkameraden erzählen, der dies oder das tut, weswegen das Kind wiederum dieses oder jenes tun würde oder bei dem sich die Eltern für etwas bedanken sollen, dann würden sie, wenn es rauskommt in den meisten Fällen schon sagen: "Das war aber schon geschwindelt und ist nicht die Wahrheit gewesen."

    Egal wie nett gemeint die Intention dahinter ist. Kann ja sein, daß sie sich im Nachhinein über die jahrelang geglaubte Geschichte und die damit verbundenen Erlebnisse freuen - aber "ehrlich" wird sie davon halt nicht.


    Die Beispiele sind natürlich unpassend, aber das weißt du ja selber.


    Doch, ich finde daß sie sehr gut passen. Denn wenn man davon überzeugt ist, daß das, was man sagt, tatsächlich auch so ist - dann sagt man es so. "So ist es." Ohne "Ich glaube daß es so ist".


    Warum sollte ich das also nicht von der grundlegenden Überzeugung sagen dürfen, die ich habe, nur weil andere anderer Meinung sind? (die dann andersrum dann von ihrer Überzeugung aber "So ist es" sagen dürfen?)


    Aber da werden wir uns nicht einig, denke ich und das ist auch OK so. :)

    Hallo,


    Geschichten lieben wir auch sehr und lesen immer im Advent "Wo der Weihnachtsmann wohnt" - aber eben als Geschichte, also mit dem gleichen Wahrheitsgehalt wie "Die Olchis".


    Ja Geschichten, Phantasiegestalten, Spielereien jeder Art wurden hier auch sehr geliebt und zelebriert. Als Spiel, Geschichte... eben.

    Wobei wie gesagt unsere Kinder Weihnachtsmanngeschichten (oder Engelchen in der Werkstatt und was es da alles gibt) meistens nicht sooo spannend fanden (die meisten sind auch echt ... schwierig).

    Und "Maria durch ein Dornwald ging" hat "Morgen kommt der Weihnachtsmann" in Sachen Beleibtheit um Längen überflügelt (ersteres wurde bis weit in den Sommer hinein und dann ab spätestens August wieder gesungen...). "Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann" dagegen war zumindest im Advent doch ganz beliebt, aber eher vermutlich wegen den skurrilen Wünschen als wegen dem Weihnachtsmann selber ;)


    Trotzdem kam eines Tages am Weihnachtsabend ein sehr kleiner Weihnachtsmann mit einem noch kleineren Engelchen durch die Terrassentür gestapft, während unsere beiden älteren Kinder (Ich glaube Anfang Grundschule und Kindergarten) ganz dringend auf dem Klo und keine Ahnung wo sein mussten. Sie hatten für jeden ein Geschenk dabei... Die Idee war von ihnen, bei der Umsetzung hat Oma etwas geholfen.


    Wie gesagt jetzt sind sie alt genug, um zu sagen, was die denken und tun das auch - und Weihnachtsmann und co. hat keiner vermisst, ganz im Gegenteil. Es ist also zumindest nicht so, als hätte man ihnen ohne die irgend etwas an Geborgenheit oder Weihnachtsfreude genommen.;)


    Wie auch immer jeder hier die Adventszeit verbring und Weihnachten feiert, ob mit oder ohne "Geschenkebringer" oder auch gar nicht feiert... eine gute Zeit allen. :)

    Hallo,


    Ich war verletzt und habe mich geschämt, dass ich so dumm war, das zu glauben - und dass man mich offensichtlich auch für so dumm gehalten hat. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.


    Mein Bruder hat geheult "Ihr habt mich hintergangen..." und hat sich geschämt, weil er dachte, alle haben sich heimlich über ihn lustig gemacht...


    Es ist einfach so, daß man es nicht in der Hand hat, wie die Auflösung laufen wird und egal wie sie ist, so muss man sie annehmen. Wenn das Kind es mit einem Schmunzeln akzeptiert, dann hat man es leicht. Aber wenn nicht, muss man damit auch umgehen und darf mMn nicht anderen etwas vorwerfen (Schule, anderen Kindern, anderen Erwachsenen), wenn die ein Spiel nicht mitmachen, an das sie nicht glauben.


    Ich werde auf Arbeit manchmal von Kindern direkt gefragt wie ich die Sache sehe. (OK, jetzt in der Grundschule nicht mehr so, da ist das Thema in der Regel durch, aber früher im Kindergarten..) . Oder wenn zwei streitende Kinder zu mir kommen und eins sagt so das ander sagt so und sie wollen nun wissen, wer Recht hat?


    Ich versuche mich schon so weit es möglich ist um eine klare Antwort drumrumzulavieren, indem ich Rückfragen stelle oder vage Antworten gebe. Nicht aus persönlicher Überzeugung heraus (ich würde eigentlich lieber ehrlich antworten), sondern, das gebe ich zu, mehr um mir nicht den Unmut der Eltern zuzuziehen, mit denen ich ja noch ein paar Jahre auskommen muss.


    Aber wenn das herumlavieren nicht mehr reicht und das Kind immer und immer wieder nachbohrt und wirklich MEINE Antwort, meine Meinung dazu will und kein "Was denkst du?" oder "Das muss jeder selber herausfinden" oder "Das möchte ich nicht sagen" (so was ist für clevere Kinder oft Antwort genug) . Lange war mein Standard: "Ich habe noch keinen gesehen, aber es gibt viele Dinge, die es gibt, die ich nur noch nicht gesehen habe..". Aber das fühlt sich immer falscher an, weil es ja impliziert, daß ich daran glaube, daß es einen Weihnachtsmann geben KÖNNTE.


    Was dann? Bin ich dann verpflichtet den Eltern zuliebe zu lügen (und natürlich wäre es in dem Moment eine Lüge)? Und was ist mit dem Kind nebendran, daß Bescheid weiß und sich dann wundert, was ich da so für einen Murks erzähle und behaupte, es wäre wahr?


    Darf im christlichen Kindergarten die Geschichte vom Nikolaus von Myra nicht mehr erzählt werden, weil es ja sein könnte, daß Kinder daraus folgern, daß es mit dem Nikolaus doch etwas anders ist als sie bisher dachten?


    Doch, ich finde das schon schwierig und ziemlich viel verlangt...

    Hallo,


    Nein, ehrlich wäre es zu sagen: Ich glaube, dass es einen Gott gibt oder ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt.


    Und ja, wenn hier schon von Lüge und Wahrheit geschrieben wird, dann sollten wir es auch so genau nehmen...


    Sagst du tatsächlich immer konsequent: "Ich glaube..."?


    Wenn dein Kind fragt, ob es einen Gott gibt, sagst du nie einfach "Nein"? Oder wenn es frag, ob die Oma ... deine Mama ist... Sagst du dann "Ich glaube, sie ist meine Mama..."


    Ich glaube das ist deine Lehrerin und nicht das IST deine neue Lehrerin

    Sie steht zwar vorne und will die Erstklässler in Empfang nehmen, aber ich weiß es ja nicht, ich habe ihre Zeugnis vom Studium nicht gesehen. Ich glaubs einfach mal.


    Ich glaube, das ist ein Busfahrer und nicht Das IST der Busfahrer.

    Er sitzt zwar da vorne auf dem Sitz und hält das Lenkrad in der Hand, aber seinen Führerschein habe ich nicht angeguckt, ich glaubs einfach mal.


    Ich glaube es hat geregnet und nicht Es hat geregnet.

    Ich habe aufs Dach trommeln, sehe die nasse Straße und wie es von den Bäumen tropft, aber ich selber stand ja nicht selber mitten im Regen...


    Wäre spannend in den nächsten Tagen mal drauf zu achten, wie oft man "Das ist so" sagt, einfach weil man zutiefst davon überzeugt ist, daß es eben tatsächlich und ganz real so IST. :)


    Beim Weihnachtsmann und co. dagegen dürften das die wenigsten Erwachsenen tatsächlich aus tiefster Überzeugung sagen können.

    (Die würden sich vermutlich spätestens dann wundern, wenn de Platz unterm Baum leer bleibt und ihre Kinder nix kriegen, weil eben doch kein für alle anderen imaginärer Geschenkebringer welcher Art auch immer ganz real kam. Aber OK, vielleicht irre ich mich da ja tatsächlich...)

    Hallo,

    Das war in dieser magischen Phase so einfach, dass die Kinder sich geborgen, geliebt und gut aufgehoben fühlten...

    Dazu gehörten auch die Geschichten um Christkind und Osterhasen, Zahnfee usw.


    Wie gesagt, jede Familie macht es so, wie es für sie passt.

    Aber ich bin relativ sicher, daß sich auch Kinder ohne Glauben an Weihnachtsmann und co. geborgen, geliebt und gut aufgehoben fühlen können... ;)

    Hallo,


    Ja, wie gesagt, es ist für mich keine Lüge.

    Da gibt es anderes, was ich als Lüge bezeichnen würde....


    Daher ist auch die Erklärung, warum das eine Lüge ist, anderes aber nicht irgendwie schwierig.


    Ja, es ist einfach unterschiedliches Empfinden. Aber egal wie man es empfindet, "ehrlich die Wahrheit sagen" ist es jedenfalls nicht.


    Zitat

    Also es wird ja hier erklärt wer lügt und zeitgleich denjenigen abgesprochen, dass sie anderes als Lüge bezeichnen.


    Den Satz habe ich leider nicht verstanden.

    Hallo,



    Das weiß ich nicht #weissnicht


    Aber falls du mich bzw. meine Geschichte meinst - ich habe nichts von "nie gehört" geschrieben sondern mich auf dein: "Die Kinder fangen wohl kaum an an Gott zu glauben, wenn ihnen das nicht irgendwo gesagt wird, dass es ihn gibt oder?" bezogen.

    Aber darum ging es ja auch nicht, ich wollte das nur mal so am Rande erzählen.


    Wie gesagt, Jede Familie macht es so wie es zu ihr passt, mir ging es darum, daß manche es offenbar nicht so richtig nachvollziehen können, warum man die jahrelang vorgespielte Weihnachtsmann-/Nikolaus-/Christkind/... sache auch als "schwindeln/lügen" empfinden kann.


    Edit:

    Ich würde mich nie vor eine Familie stellen und sagen: "Hey, ihr lügt euer Kind an! Das ist falsch.". Ne, das müssen sie selber für ihre Familie entscheiden - und dann halt damit umgehen.

    Aber wenn ich es für mich so empfinde, dann ist es eben so und dann entscheide ich, wie ich es für meine Familie mache.

    (Edit Ende)


    Phantasie von der man weiß, daß es Phantasie ist, ist da für mich etwas anderes. Hier haben auch die Zahnwehmännlein im Mund geredet, die Socken haben Theater gemacht usw. Wir reden bis heute davon, daß ich "mal mit dem Weihnachtsmann reden muss", wenn ein Wunsch auftaucht (und meine Kids sind erwachsen bzw. fast erwachsen)

    Aber es hat halt nie einer so getan als ob die Socken WIRKLICH reden könnten oder frieren und darum an die warmen Kinderfüße wollen usw.... ;)


    Das "Schmerz wegpusten" ist übrigens eine ganz andere Sache, da gibt es ganz reale Hintergründe, die mit Reizleitung usw. zu tun haben. Man kann Schmerz (in begrenztem Maße) tatsächlich "wegpusten" - na ja, eigentlich durch das Pusten vorübergehend die Reizleitung verändern. #top