Beiträge von Trin

    Hallo,

    Das war in dieser magischen Phase so einfach, dass die Kinder sich geborgen, geliebt und gut aufgehoben fühlten...

    Dazu gehörten auch die Geschichten um Christkind und Osterhasen, Zahnfee usw.


    Wie gesagt, jede Familie macht es so, wie es für sie passt.

    Aber ich bin relativ sicher, daß sich auch Kinder ohne Glauben an Weihnachtsmann und co. geborgen, geliebt und gut aufgehoben fühlen können... ;)

    Hallo,


    Ja, wie gesagt, es ist für mich keine Lüge.

    Da gibt es anderes, was ich als Lüge bezeichnen würde....


    Daher ist auch die Erklärung, warum das eine Lüge ist, anderes aber nicht irgendwie schwierig.


    Ja, es ist einfach unterschiedliches Empfinden. Aber egal wie man es empfindet, "ehrlich die Wahrheit sagen" ist es jedenfalls nicht.


    Zitat

    Also es wird ja hier erklärt wer lügt und zeitgleich denjenigen abgesprochen, dass sie anderes als Lüge bezeichnen.


    Den Satz habe ich leider nicht verstanden.

    Hallo,



    Das weiß ich nicht #weissnicht


    Aber falls du mich bzw. meine Geschichte meinst - ich habe nichts von "nie gehört" geschrieben sondern mich auf dein: "Die Kinder fangen wohl kaum an an Gott zu glauben, wenn ihnen das nicht irgendwo gesagt wird, dass es ihn gibt oder?" bezogen.

    Aber darum ging es ja auch nicht, ich wollte das nur mal so am Rande erzählen.


    Wie gesagt, Jede Familie macht es so wie es zu ihr passt, mir ging es darum, daß manche es offenbar nicht so richtig nachvollziehen können, warum man die jahrelang vorgespielte Weihnachtsmann-/Nikolaus-/Christkind/... sache auch als "schwindeln/lügen" empfinden kann.


    Edit:

    Ich würde mich nie vor eine Familie stellen und sagen: "Hey, ihr lügt euer Kind an! Das ist falsch.". Ne, das müssen sie selber für ihre Familie entscheiden - und dann halt damit umgehen.

    Aber wenn ich es für mich so empfinde, dann ist es eben so und dann entscheide ich, wie ich es für meine Familie mache.

    (Edit Ende)


    Phantasie von der man weiß, daß es Phantasie ist, ist da für mich etwas anderes. Hier haben auch die Zahnwehmännlein im Mund geredet, die Socken haben Theater gemacht usw. Wir reden bis heute davon, daß ich "mal mit dem Weihnachtsmann reden muss", wenn ein Wunsch auftaucht (und meine Kids sind erwachsen bzw. fast erwachsen)

    Aber es hat halt nie einer so getan als ob die Socken WIRKLICH reden könnten oder frieren und darum an die warmen Kinderfüße wollen usw.... ;)


    Das "Schmerz wegpusten" ist übrigens eine ganz andere Sache, da gibt es ganz reale Hintergründe, die mit Reizleitung usw. zu tun haben. Man kann Schmerz (in begrenztem Maße) tatsächlich "wegpusten" - na ja, eigentlich durch das Pusten vorübergehend die Reizleitung verändern. #top

    Ich versuch mal ein Beispiel...


    In einer kleinen Stadt haben die Kinder und Jugendlichen eine imaginäre Gestalt entwickelt, weil sie das lustig fanden.


    Sie erzählen sich in Gegenwart ihrer Eltern untereinander von Friederöck Muspel, der ein ganz wunderbarer Musiker ist und alle mit seiner Musik erfreuen will. Sie beschreiben, wer ihn wann wo getroffen hat, was für ein Typ er ist usw.

    Sie filmen Videoclips über sein (imaginäres) Leben, erfinden Konzerte und so weiter. Sie zeigen ihren Eltern die FIlmclips, erzählen ihnen daß es einen Friederöckstag gibt, an dem er allen Eltern eine Gratis-CD schenken will.


    Sie lassen sie aufschreiben, welche Musikrichtung sie sich wünschen, "telefonieren" dann mit Friederöck... Oder legen ein Blatt mit Noten hin, daß Friederöck beim Wunschzettel abholen "verloren" hat...


    An jenem Tag liegt eine CD mit wunderschöner Musik neben de Vase mit dem Apfelbaumzweig. "Mama, Papa - die ist von Friederöck... da ist nett von ihm, nicht wahr?"


    Das machen sie nicht, um ihre Eltern zu belügen, sondern weil die es so schön finden, daß ihre Eltern glücklich glauben, ihre Kinder und Jugendlichen seien so Musik-interessiert sind und weil die Eltern sich so darüber freuen, daß es so selbstlose begabte Musiker gibt und jemand an sie denkt und ihnen was schenkt. Weil es die Eltern glücklich macht.


    Schöpfen die Eltern Verdacht, wird alles getan, damit die Illusion wenigstens noch ein Weilchen erhalten bleibt.


    Die Kinder von Frau Schulze finden das eigentlich nicht so toll, werden aber von den Kindern von Herrn Schneider aufgefordert, auch auf Nachfrage hin zu verschweigen, daß es nur ausgedacht ist... Oder gar sie sollten vorspielen, daß es ihn gäbe...

    Nun hat Frau Schulze selber es rausbekommen, soll aber möglichst auch nichts verraten, damit den anderen der Zauber nicht genommen wird.


    Das Ganze über Jahre hinweg...

    Das mag süß und niedlich und von Herzen gut gemeint sein - aber so rum kommt einem neben "verzaubern" usw. vielleicht das Wort "schwindeln" oder "nicht ehrlich sein" doch eher in den Kopf. Und jeder würde verstehen, daß es durchaus auch sein kann, daß das ein oder andere Elternteil am Ende sauer ist und sich nicht nur glücklich und verzaubert fühlt,...


    Aber was ist, wenn die Kinder von Herrn und Frau Müller nie gesagt haben, daß es Friederöck, von dem alle anderen reden wirklich gibt? Wenn die Eltern das von den anderen Eltern und deren Kindern gehört und in den Filmchen usw., gesehen haben und die Kinder ihnen nur nie die Wahrheit gesagt haben, obwohl sie sie wussten?


    Wenn sie nicht aktiv die Geschichte gepflegt haben, sondern "nur" nicht ihre echte Meinung dazu gesagt haben und so verhindert haben, daß sie durchschaut wird? Auf Nachfragen, von wem die CD unterm Zweig denn nun wirklich ist, nur leise gelächelt haben ... ?


    So wirklich ehrlich waren sie trotzdem nicht und sollten auch dazu stehen. :)


    Nicht falsch verstehen, am Ende macht es zu recht jede Familie so, wie es für sie passt. Aber vielleicht hilft die Geschichte zu verstehen, warum manche dabei durchaus das Gefühl haben, es ist eben nicht ehrlich.


    Edit:


    Und ganz egal ob mit oder ohne "echten" Weihnachtsmann, Mutter Gans, Christkind, Weihnachts-Känguru, - Hasen oder- Hexe ... Ich wünsche allen eine wunderschöne Adventszeit und friedliche, harmonische und "verzauberte" Weihnachten.

    Hallo,


    "Mamamagie" finde ich schön. Aber auch da wäre es für mich ein Unterschied, ob ich meinem Kind vorspiele, daß esd "echte" Magie sei oder ob ich das, was ich mache, einfach so nenne.


    Ich "zaubere" z.B. gerne vor und mit Kindern, aber ich würde nie so tun oder behaupten, daß ich "wirklich" zaubern kann. Es ist klar, daß sind kleine (in meinem Fall sehr simple) Tricks, die ich nur nicht/zu dem Zeitpunkt nicht verrate. Das macht es aber offenbar nicht weniger spannend.



    Das weiß ich nicht. Ich selber habe an Gott geglaubt, bevor mir jemand sagte, daß es ihn gibt, im Gegenteil, ich bin in einer Religionen generell recht vehement ablehnenden Gesellschaft und einem zutiefst atheistischen Elternhaus aufgewachsen, in dem an Kirche, Gott, Glauben... kein gutes Haar gelassen wurde. Es war einfach mein ganz persönliches Gefühl, aber ich denke schon, daß das eher die Ausnahme ist.


    Aber das ist ja auch egal - es geht ja um die Frage Wahrheit/Lüge oder nicht.


    Spiele ich meinem Kind vor, es gäbe XY, dann muss ich halt später, wenn es erkennt, daß es nicht stimmt, zugeben, daß ich ihm nicht die Wahrheit gesagt habe. Und ihm erklären, warum ich das so trotzdem richtig fand.


    Bin ich aber von etwas überzeugt etwas und mein Kind ist später trotzdem andrer Meinung, dann habe ich es aber nie angelogen, weil ich das als "so ist das" vermittle, wovon ich selber als "so ist das" überzeugt bin. Im Gegenteil, ich würde lügen, wenn ich ihm vorspielen würde, ich würde es NICHT so sehen.

    Hallo,


    Ich sage ja auch nicht zu Menschen, die ihre Kinder mit dem festen Glauben an Gott erziehen, wie unmöglich ich es finde, dass sie ihre Kinder belügen.


    Der Unterschied für mich ist, daß Menschen ihren Kinder in Bezug auf ihre Religion ja erzählen, woran sie selber tatsächlich glauben.

    Das dürften im Fall von Weihnachtsmann. nächtlich umherstapfendem Nikolaus und Osterhase aber die wenigsten Eltern tun.


    Würde jemand sein Kind in einem Glauben erziehen, den die Eltern selber überhaupt nicht haben, ihm jahrelang vorspielen, sie würden selber fest daran glauben... fände ich das durchaus seltsam.


    Außerdem müssen gläubige Familien in der Regel damit leben, daß ihren Kindern schon sehr zeitig gesagt wird, daß das woran sie glauben nicht stimmt, durchaus als "absolute" Aussage und ganz ohne daß das Kind überhaupt danach gefragt hat. Damit muss man als Familie umgehen, ich würde nie erwarten, daß andere "so tun als ob" .


    Andersrum reagieren manche (bewusst "manche") Eltern ziemlich angenießt, wenn man ihrem Kind selbst auf seine konkrete Nachfrage hin sagt, daß man selber nicht an den Weihnachtsmann, das Christkind... glauben würde. Das sagen meiner Erfahrung nach auch die wenigsten so, aber manchmal reicht es eben zum "sauer sein" schon, wenn man es offen lässt und nur nicht überzeugend genug bestätigt. Oder es wird sogar erwartet, daß man aktiv "so tut als ob" (Beispiele gab´s ja oben)


    Wenn ich mir vorstelle, für Erwachsene würde über Jahre hinweg ein Konstrukt geschaffen und künstlich mit "Leben" gefüllt, so daß sie von etwas überzeugt sind, was nicht stimmt und woran auch von den anderen rundrum keiner glaubt, würde einem vermutlich durchaus das Wort "Lügen" oder "Täuschung" in den Kopf kommen, selbst dann, wenn es noch gut gemeint ist.


    Ob man es nun schwindeln, schummeln, etwas erfinden oder wie auch immer nennt - aber "Die Wahrheit sagen" ist es halt nicht. ;) Und ich denke halt, dazu sollte man dann auch stehen, auch gerade wenn es "auffliegt" (was ja im anderen Strang das Thema war). Man kann ja begründen, warum man es richtig so findet.

    Hallo,


    Was verstehst Du nicht? Das mit der Zahnfee?


    "Putz die Zähne gut, sonst fallen sie aus" war früher so das übliche Drohszenario. Blöd, wenn dann wirklcih ein Zahn gewackelt hat. War halt die Zeit, als Karius und Baktus als Buch oder Kasette in jedem Kinderzimmer waren (bei uns in er Gegend zumindest)


    Spannend, wie verschieden das ist, (nicht) Putzen und Zähne die ausfallen war hier nie kombiniert. Wenn, dann: nicht putzen = Löcher bekommen = Schmerzen haben = Zahn reparieren lassen.


    Aber ich kenne ehrlich gesagt auch Karius und Baktus nicht, bei mir gab´s als Kind das Zahnwehmännlein und den "Jörg der Zahnweh hatte". Fand ich als Kind aber eher lustig als beängstigend, auch, weil immer klar war, daß es eine Geschichte ist und es das Zahnwehmännlein in echt natürlich nicht gibt. Ob meine Kinder das Buch kannten, weiß ich grad gar nicht mehr...


    Was uns nicht davon abgehalten hat, es putzend in seinen Verstecken zu suchen und dann schwungvoll herauszuputzen und auf eine Abenteuerfahrt in die Abwasserkanäle zu spülen... (Bitte mit viel Gekreisch und Gejammer ...)

    Meine Kinder liebten solche Geschichten und Spielerein schon, aber eben als Geschichten.

    Hallo,


    Hintergrund ist wohl, den Kindern die Angst vor dem Zahnwechsel zu nehmen. Ich weiß noch, in meiner Kindheit war das ziemlcih beängstigend für uns. Da gabs aber überhaupt kein Thema drum ausser vielleicht paar Bilderbücher mit dem Thema "ist doch nicht schlimm, keine Angst". Aber nix positiv besetztes.


    Echt, Angst vorm Zahnwechsel? Das kenne ich überhaupt nicht, weder von mir noch von den Kindern rundrum.


    Zahnwechsel war immer eine völlig norme Sache - kleine Kinder haben kleine Münder und darum kleine Zähne, wachsen sie, passen größere und mehr Zähne rein. Fertig.


    Nur die Verbindung "Zahnlücke - Schule" hat immer genervt, weil für mich als Kind da keine Logik dahinter stand. Was haben die Zähne mit der Schule zu tun? Aber viele Erwachsenen schienen das zu glauben, denn sie sagten dauernd Sachen wie: "Was, bei dir wackelt noch kein Zahn? Aber du willst doch im Sommer in die Schule kommen...?" (Wollte ich wirklich? Und selbst wenn, lag es an mir, daß noch nix wackelt?)

    Oder dann bei der ersten Zahnlücke: "Jetzt siehst du ja aus wie ein richtiges Vorschulkind!" OK, wenn sie denken...


    Mein Sohn hat vorübergehend dank dieses Brimboriums etwas gehofft, daß die fehlenden Wackelzähne ihm die Einschulung ersparen, aber leider war´s damit nix...

    Hallo,


    Die Zahnfee kannte ich früher auch nicht und später ich dachte ich, daß wäre eine englische/amerikanische Tradition.


    Bei einer Freundin kamen für deren Kinder die Zahnmäuse. Die holten die Milchzähne hinter dem Ofen ab und machten daraus Gebisse für ihre Alten. (Das hatte sich wohl in Gesprächen mit den Kids wohl so entwickelt). Als Dankeschön ließen sie irgend etwas Kleines da.


    Meine Kinder haben das mitbekommen, das augenzwinkernde Angebot, es selber beim nächsten Zahn zu versuchen, lehnten sie aber ab. Die Zahnfee oder Zähne sammelnde Mäuse gäbe es eh nicht, außerdem wollten sie ihre Zähne behalten. Selbst den Vorschlag, die Zahnfee zu bitten, den Zahn dazulassen. Ich glaube ein Kind hat es dann doch einmal mal probiert, aber irgendwie war es ihnen nicht wichtig.


    Edit: Weil es irgendwann mal geschrieben wurde: Wir haben weder Christkind noch Nikolaus irgendwie mit Brav sein verbunden.


    Das schaffen andere ganz gut, auch wenn man selber es nicht macht.


    Kind will mal grad nicht wie Mama und macht das deutlich - irgend jemand völlig Fremdes sagt: "Das sieht aber der Weihnachtsmann jetzt wie böse du bist, da wird der ganz ärgerlich und bringt dir nichts!" , "an der Kasse: "Wart ihr lieb? Für liebe Kinder hat der Weihnachtsmann was dagelassen", irgendwo auf dem Markt der "Weihnachtsmann" selber "Sag mal ein schönes Gedicht an, dann bekommst du was von mir!".

    Das "goldene Buch" in das der Weihnachtsmann einschreibt, was er so sieht oder was ihm erzählt wird, kommt immer mal in Büchern und Filmen vor.


    Ich habe so was meinen Kindern soooo oft gehört und ich war ehrlich gesagt froh, daß sie das achselzuckend abtun konnten.

    Hallo,


    Wir haben das Thema übrigens gerade im Kinderzimmer. #hammer

    Der Cousin (fast 8 ) ist von der Christkind-Fraktion und fragte gerade so in Gedanken versunken: Das Christkind soll Jesus sein, oder? Aber Jesus war ein Mann. Und das Christkind ist doch eine Frau. Versteh ich nicht.

    Bobby (Fraktion Weihnachtsmann) erinnert sich an eine Erklärung zu Transpeople: Manche Leute werden im falschen Körper geboren und wollen halt später in ihrem richtigen leben.

    Ach so.

    (Ich weiß nicht, ob ich das aufklären möchte.)


    #freu


    Das ist toll!


    Und passend dazu kam es grad perfekt in dem Moment aus dem Zimmer meiner Tochter "Toll, ich kann endlich `n Typ werden!" (es ging um einen geplanten Rollenwechsel im Computerspiel ...)

    Hallo,


    Ich stolpere immer ein bisschen über den Terminus „anlügen“. Bei uns gibt es alle möglichen magischen Wesen, wir bringen den Elfen im Park Geschenke, die Zahnfee bringt Haarspangen und natürlich isst das Sorgenfresserchen über Nacht den Zettel mit den Sorgen und die beigefügten Gummibärchen auf. Da passen Nikolaus und Christkind einfach dazu, auch wenn ich aufgrund von Fragen, seit das Kind vier war, davon ausgehe, dass ihm der Phantasiegehalt klar ist. Ich empfinde das überhaupt nicht als lügen, eher als Märchen....


    Ich selber habe aber auch gute Erinnerungen an die Zeit mit Christkind und Osterhasen. Vielleicht sollten wir nochmal einen Thread starten, wie das bei uns, den Eltern, früher war. Ich habe das nämlich selbst auch nicht als Lüge empfunden; ich war aber traurig, als eine Freundin mich mit 5 „aufgeklärt“ hat, weil ich weiter an die schöne Geschichte glauben wollte...


    Na ja, es ist für mich schon ein Unterschied, ob etwas aus der Phantasie eines Kindes entspringt und ich da "mitspiele" (und klar ist, daß es eben "spielen" ist oder ob ich etwas von außen als "wahr" verkaufe, was es nicht ist und dann noch ein ganzes "Drumrum" gestalte, damit es nicht "auffliegt".


    Bei uns lebten auch lange Zeit Phantasiegestalten, imaginäre Freunde, unsichtbare Wesen und Tiere. Aber bei aller Phantasie war eben doch klar, daß es eben genau das ist - etwas Ausgedachtes.


    Auch wenn mein Sohn ganz echt geweint hat, weil ich seinem imaginären Krokodil versehentlich den Schwanz in der Heckklappe eingeklemmt habe, war im trotzdem klar, daß da kein echtes Krokodil aussteigt. Und es hätte sich - obwohl ich in aller Öffentlichkeit dem Krokodil das gewünschte Trostlied gesungen habe übrigens - komisch angefühlt, ihn davon zu überzeugen, es gäbe es wirklich, indem ich Tapsen irgendwo hinmache o.ä.


    Ich weiß nicht, ob ich es "lügen" nennen würde, aber austricksen, anschummeln, anschwindeln ... ist es mindestens schon. Ich habe kein Problem damit, wenn andere das machen (es gibt noch mehr "Schwindeleien" Kindern gegenüber die üblich sind und die ich nicht so toll finde) und habe da auch keinerlei Bedürfnis, Kinder irgendwie "aufzuklären" (Nur wenn sie mich ganz direkt fragen, finde ich es schwierig. Denn ICH möchte schon gerne die Wahrheit sagen dürfen und mit "Ausweichmanövern" sind sie nicht immer zufrieden... ).


    Nur zu uns hat es eben nicht gepasst.

    Hallo,


    Bei uns gab es keinen "echten" Weihnachtsmann, Osterhasen... Also Geschichten davon schon (fanden sie aber meist nur mäßig interessant) und jede Menge Gemütlichkeit, Heimlichkeit und "Weihnachtszauber",


    Ich glaube fast, ich hätte ihnen das sogar erzählt. Nicht weil ich es so wichtig und toll fand, sondern eher "Das macht man man halt so". Aber mein Mann wollte das nicht, er kannte Weihnachten nur ohne, für ihn waren Advent und Weihnachten auch so schon schön und "voll" genug. Und im Nachhinein muss ich ihm recht geben, für uns war es genau richtig so.


    Außerdem hätte ich mich schwer damit getan, den Kindern irgendwann zu erklären, warum Paul und die Anne aus dem Kindergarten so viel mehr oder weniger bekommen haben,. ob das wohl mit dem "brav sein" zusammenhängt und ob sie wohl keine ausreichend braven Kinder sind...


    Ich weiß noch wie meine Eltern sich bemüht haben, die Geschichte für meinen jüngeren Bruder aufrecht zu erhalten (Klopfgeräusche am Fenster - gruselig, selbst wenn man es weiß, "Spuren" hier und da... Und ich erinnere mich daran, daß es (von anderen) durchaus auch als Druckmittel genutzt wurde. "Wenn du nicht brav bist, sieht das der Weihnachtsmann... bringt dir der Osterhase nichts... ".


    Ich erinnere mich auch an Angst, im Kindergarten oder auf der Betriebsfeier meines Vaters könnte der Weihnachtsmann tatsächlich vor allen etwas Schlechtes oder peinliches über mich erzählen, was er "gesehen und in sein Buch geschrieben" hat. Auch wenn es da real gar keine schlechte Erfahrung gab, die Angst war da und schon die Frage "warst du auch immer brav" war furchtbar - denn wer kann da schon "Ja" sagen, wenn man glaubt, der Typ sieht alles?


    Als es dann "aufgeklärt" war hat mein Bruder sich ziemlich belogen gefühlt und geweint. Nicht wegen der Entzauberung, sondern weil er das Gefühl hatte, "für dumm verkauft" worden zu sein und alle hätten sich bestimmt heimlich über ihn und seine Naivität (auch wenn er als Kind andere Worte wählte) lustig gemacht. Komischerweise kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich es mitbekommen habe, ich denke irgendwann im Kindergartenalter. Ich weiß nur, daß ich lange Zeit zu "höflich" war, es einzugestehen, weil es doch den Erwachsenen so sehr wichtig schien, daß wir das Spiel glauben.


    Für uns jetzt ist Weihnachten ein Fest mit einem ganz anderen Hintergrund (Geburt Jesu, an die wir an dem Tag denken), das war "Füllung" genug. Und Geschenke gibt es, weil wir uns lieb haben und uns gegenseitig an diesem Tag eine Freude machen wollen. Irgendwie fehlt da kein Weihnachtsmann

    Ich fand es ehrlich gesagt auch schön, daß die Kinder sich bei den Schenkenden (Großeltern, Paten...) bedanken konnten statt beim anonymen Weihnachtsmann, Osterhase...


    Ich hab später mal meine Kinder gefragt, ob sie da etwas vermisst haben und ob sie im Nachhinein gerne an den Weihnachtsmann geglaubt hätten und hab nur verständnislose Blicke bekommen. "Wozu?".

    Hallo,


    . Er habe schon Freunde, im Grunde spiele er mit allen, und das sei ja auch gut, aber es sei doch eher normal, dass man auch einen festen Freund habe, mit dem man dann eben Abenteuer erlebt und das sollten wir mehr fördern. Da war ich auch völlig perplex, das war in einer Zeit, in der mein Sohn überhaupt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht und wirklich mit jedem/r gespielt hat, der/die seinen Interessen entsprach, und die waren halt sehr vielseitig. Habe daran lange zu knabbern gehabt, weil ich es einfach so absurd fand.


    Ich finde wie gesagt schon richtig, zumidnest hinzuschauen.


    Es gibt Kinder, die haben nie einen "besten Freund" oder die könneneinfach mit dem in Kiga oder Klasse vorhandenem "Kinder-Pool" oder generell mit Kindern, die "ihrem" Geschlecht zugeordnet werden nichts anfangen.

    Das ist völlig in Ordnung, so lange es ihnen gut geht damit.


    Aber manchmal hat es auch andere Gründe und dem Kind geht es nicht immer nur gut damit. Vielleicht ist es schüchtern, vielleicht erfüllt es unbewusste Erwartungen der Erwachsen (das geht ja in jede Richtungen,. ich kenne ein Mädchen, das lange gebraucht hat, ehe sie sich mit Mädchen anfreundet und ich denke schon, daß es auch sein könnte, daß sie ein wenig mit den Erwartungen und dem Stolz der Etlern auf ihr "jungenhaftes" Mädchen kooperiert hat. Ich kenne ein Kind, daß schon im Kindergarten sagte, daß es kein Junge sondern ein Mädchen ist und daß gerne bestimmte Kinder als Freunde gehabt hätte, die halt zufällig Jungs waren. Aber es war für das Kind nicht einfach, gemeinsame Interessen und Anknüpfungspunkte zu finden.


    Es gibt eben auch Kinder, die ich einfach schwer tun, die Kontakte, die sie eigentlich haben möchten, auch zu knüpfen und da kann manchmal ein bisschen Unterstützung gut tun.


    Darum ist es für mich einen großer Unterschied, warum man auf bestimmte Dinge schaut. Weil man eine Norm vor Augen hat und Wege suchen will, das Kind auf Grund seiner äußeren Geschlechtsteile in eben jene Norm hineinzuzwängen, oder ob man das individuelle Kind im Blick hat und schaut, was es braucht, damit es ihm gut geht und es sich gut entwickeln kann.

    Ich finde diese ominösen sozialen Fähigkeiten in deutschen (oder zumindest hier in der Gegend vorherrschenden) Kindergärten wirklich raetselhaft. Keiner weiss so recht was das genau ist, aber staendig wird damit das Verhalten von Kindern bewertet und beurteilt.


    Auch hier - doch, ich finde es gibt bestimmte Fähigkeiten, die ein Kind möglichst im Laufe seiner Entwicklung erwerben sollte. Es lebt nun mal in einer Gemeinschaft und soll sich dort wohl fühlen. Beziehungsweise wenigstens selber entscheiden können, was davon zu ihm passt und was nicht.


    Mir persönlich geht es dabei nicht um bewerten und beurteilen sondern um "begleiten können" ums "Wege zeigen" udn Möglichkeiten öffnen".


    Und da ist es z.B. für mich ein Unterschied,. ob ein Kind bestimmte Freundschaften nicht eingehen kann (aber eigentlich möchte) oder ob es kein Interesse daran hat.Ob es gerne einen besten Freund hätte - oder ob es zufrieden damit ist, seine Spielpartner je nach Thema zu wechseln. Ob es viel alleine ist, weil es einfach gerne gerne alleine ist und das braucht und genießt, oder weil ihm andere Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist daß es nicht versteht - oder andersrum sein Verhalten für die anderen so irritierend ist, daß sie sich zurückziehen.


    Das ist mMn "bewertungsfrei" und natürlich komplett unabhängig von der Frage Mädchen oder Junge.

    Hallo,


    Zitat

    @Trin's Vorschlag mit Warum's den Wind aus den Segeln zu nehmen ist bestimmt nicht falsch, nur war ich gerade nicht so geschickt drauf.


    Wäre ich auch nicht. In solchen Momenten fällt mir nichts ein - oder ich reagierere harscher als ich im Nachhinein gut finde. Aber dann "arbeitet" es in mir und lässt mir keine Ruhe...


    Wenn es dich noch so wurmt - was mir so gehen würde - könnte man das Gespräch ja noch mal drauf bringen.

    "Mich beschäftigt, was sie letztens gesagt haben..." und dann nachbohren.


    Ist das Kind unabhängig von Mädchen/Junge aus ihrerer Sicht generell auffällig im Sozialverhalten? Wenn ja, würden sie das bei einem Jungen genau so sehen? Ist es z.B. fast immer für sich allein, kann im Spiel nur feste Rollen einnehmen, z.B. dann, wenn von älteren klar gesagt wird, was zu tun ist. Kann es generell nicht so gut mit anderen Kindern/Menschen oder kann es nur speziell mit jüngeren nicht so viel anfangen?

    Dann kann es sich schon lohnen, mal hinzuschauen, ob das einfach "sein Ding" ist und ob es ihm gut damit geht oder ob es gerne eine breitere Auswahl hätte und nur nicht weiß, wie es das machen kann.


    Oder könnte es an der Gruppenzusammenstellung liegen, so daß ihr das passende Gegenüber fehlt(e)? Du schreibst ja selber, sie hat sich bei den Kleinen nicht wohl gefühlt. Vielleicht braucht sie einfach eine Abgrenzung, um dann von sich aus (wieder) "hilfsbereit" zu sein? Auch da kann man schauen wie man das Kind unterstützen kann, sich in der jetzigen Konstellation gut aufgehoben zu fühlen.


    Und zwar komplett unabhängig von Junge/Mädchen.


    Vielleicht ist es einfach eine ganz normale Phase, in der sich die "mittelgroßen" Kinder manchmal ganz klar von den Kleinern distanzieren, weil sie eben "nicht mehr klein" sind? Manche fangen dann irgendwann an, ihr "Groß sein" zu zeigen, indem sie die Kleinen betüddeln, aber bei weitem nicht alle. Und das ist ja auch völlig OK so.


    Oder geht es tatsächlich speziell um das "sich in einer "Mutter"-/"Frauen"rolle (bewusst in "..." ) um jemanden kümmern? Dann würde ich tatsächlich hinterfragen, warum ihnen das wichtig ist und ggf. sehr deutlich machen, daß ich möchte, durchaus möchte, daß mein Kind ein gutes Sozialverhalten entwickelt - daß es aber sich doch bitte unbedrängt von solchen überholten Stereotypen entwickeln kann.


    Die Frage ist halt, ob man es erst mal im Guten miteinander versuchen möchte - viele Dinge kann man besser annehmen, wenn sie einem klar aber freundlich gezeigt und nicht gleich um die Ohren gehauen werden. Mir geht es zumindest so, daß ich eher bereit bin, mich selber zu hinterfragen, wenn mir der mich freundlich hinterfragt bzw. mir seine andere Sicht aufzeigt als wenn ich gleich

    Ich denke immer scharf nachsetzen kann man immer noch, wenn das nichts bringt.

    Hallo,


    Zitat

    Die Kita hat sich beschwert - meine Tochter solle doch bitte mehr mit Puppen und krippenkindern spielen. Sie als Mädchen müssen endlich lernen sich um jüngere zu kümmern.


    Das haben sie wörtlich so zu dir gesagt? #blink


    Ich glaube, ich hätte das Bedürfnis, noch mal ganz genau nachzufragen, wie sie das gemeint haben.


    Ich würde ihnen die ganz schlichte Frage "Warum?" bzw. "Warum sie?" zurückgeben.


    (Nach dem ersten Schock darüber, daß jemand immer noch solch altertümlichen Vorstellungen hat...)


    Geht es darum daß Kinder generell Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft lernen und erleben sollten (Wäre OK für mich, würde aber auch anders gehen als mit den Krippenkindern zu spielen). oder speziell darum, daß sie als Mädchen bestimmte Eigenschaften erwerben "muss".


    "Warum denken sie das?", "Warum speziell als Mädchen?", "Warum in ihrem Alter?", "Warum auf diese Weise?" ...


    Und falls dir eine der Antworten tatsächlich überzeugend vorkommen sollte: "Und wie wollen sie das machen?" - schließlich kannst du von zu Hause aus kaum steuern, womit dein Kind im Kindergarten spielt. (und, falls mit die Antworten da so gar nicht gefallen und in Richtung "zu etwas drängen" gehen, durchaus mit dem Hintergedanken, ob mein Kind da gut aufgehoben ist...)

    Hallo,


    Ich versteh nicht, wie das in USA klappt. Die Kinder sind doch genauso Kind wie hier auch. Die Wohnzimmer fast alle komplett offen. IRgendwie scheint das da zu klappen. Hier klappt nichtmal Nikolaus (und ganz ehrlich - bei mir als Kind auch nicht).


    Sicher Gewohnheit, aber ich bin sicher, selbst meine Langschläferkinder wären an dem Tag zu 4-Uhr-wach-Kindern mutiert. Und dann beizeiten dank fehlendem Schlaf unleidlich geworden... (Und an den Gottesdienst am 25. früh hätten wir glaub ich gar nicht denken müssen und der war echt schön)


    Na ja, vermutlich hätte man sich auch daran gewöhnt, grad wenn es nie anders üblich war und den Tag drauf eingestellt, aber so generell "besser" oder logischerweise andersrum "schlechter" finde ich keine Version. #weissnicht


    Nikolaus - hier stehen die Schuhe vor der Haustür. Der der Erste Erwachsene der morgens aufsteht, füllt sie (Mein Mann hat glücklicherweise kein Problem damit sehr zeitig aufzustehen und hatte meist auch passend Dienst...) und natürlich sind die Kinder morgens sofort hingeflitzt, barfuß und im Schlafanzug... was ja auch völlig in Ordnung ist. (das war z.B. so ein "Frühaufsteher-Tag) .


    Ich denke so gerne an das eine Jahr zurück, wo unsere Kinder alle (bitte wörtlich nehmen!) Schuhe die sie im Haus gefunden haben, vor die Tür gestellt haben und augenzwinkernd zu mir meinten: "Och Mama, bei den vielen Leuten die hier wohnen, hat der eh keinen Überblick und wir teilen dann..." .


    Wichtig finde ich wie gesagt, daß man halt im Blick behält, daß man Familien-Traditionen nicht künstlich schaffen kann (und muss), schon gar nicht alle auf einmal in in einem einmaligen Akt, sondern daß sie viel besser als "Familien-Kleber" funktionieren, wenn sie sich entwickeln und "wachsen" dürfen". Indem man die Dinge, die gut passen, wiederholt und gleichzeitig offen ist für "immer wieder anders".

    Hallo,


    zur Weihnachtsmann-/Christkindsache kann ich nichts sagen (das gab´s bei uns nicht), aber generell habe ich im Laufe der Jahre gelernt, meine eigenen Erwartungen runterzuschrauben, weil sonst Chaos und Enttäuschung vorprogrammiert waren.


    Kleidung - nette, ordentliche Sachen, aber keine "Festkleidung". Dann ist es auch nicht schlimm, wenn der Kakao kleckert (und das passiert an solchen tagen IMMER - und zwar bevor das erste Foto gemacht wurde) oder das Kind auf dem Heimweg von der Kirche im Matsch landet (irgendwo war IMMER Matsch, wenn meine Kinder dabei waren).


    Singen - Wir Großen singen, weil WIR es wollen. Wer mitsingen will, darf das gerne, aber wenn außer uns alle schweigen - auch OK. Wenn wir nämlich erwartet haben, daß die Kinder singen, dann wollten sie es ganz sicher jetzt gerade nicht tun.


    Stimmung - besinnlich, ruhig und harmonisch darf sein - ist aber keine Voraussetzung fürs Weihnachtsgefühl (das ging mir in den ersten Jahren anders, da musste ich sehr umlernen) .


    Überhaupt alle Erwartungenm, wie es "sein sollte" oder wie es "sich anfühlen sollte" haben oft dazu geführt, daß es gerade so NICHT wurde. Nicht nur an Weihnachten, sondern generell mit Kindern.


    Wie gesagt, in den ersten Jahren war ich dann manchmal sogar recht unglücklich und hab mich "schuldig", weil unfähig gefühlt, meiner Familie die richtige Weihnachtsstimmung zu verschaffen. Aber irgendwann konnte ich das loslassen. Hey, das ist UNSER Weihnachten. Das darf harmonisch UND Chaotisch sein. Ruhig UND laut, glücklich UND grummelig.


    (Der fromme Teil: Jesus ist zu uns Menschen gekommen, so wie wir sind - nicht zu unsren perfekten Abbildern. UND Jesus war nicht nur Gottes- sondern auch ein Menschenkind und ganz sicher auch manchmal laut, chaotisch, mal überfordert und mal überdreht... Darum ist ganz sicher trotzdem - oder gerade darum - bei allen Weihnachten...)


    Essen auf der Treppe oder sonstwo finde ich ganz super. Unsere Kinder liebten "Besonderheiten" , die zu Ritualen wurden. die konnten gar nicht verrückt genug sein (aus einer Nacht auf der Terrasse schlafen wurden hier mehrere ganze Sommer...) .


    Und wenn es doch nicht so passt - was ist verloren? Dann wird es eben keine Tradition und es war an einem von noch vielen kommenden Weihnachten einmal ein ein chaotisches Essen. Eins, an das man sich vermutlich später lachend erinnert. "Wisst ihr noch, das eine Jahr, als wir versucht haben, auf der Treppe zu essen, damit wir die Stube zu lassen konnten? Was für ein herrliches Chaos, am Ende mussten wir euch alle erst mal umziehen - aber die Geschenke sind uns trotzdem nicht davongelaufen..."


    Also selbst dann etwas, was Erinnerungen und damit "Verbindung" schafft. :)

    Hallo,


    Kurz zum Mindestbestellwert...


    Ich verstehe absolut, warum er sinnvoll ist, natürlich sollen Aufwand und Gewinn in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Und wenn es Dinge sind, die ich problemlos anderswo bekomme, ärgere ich mich auch nicht, dann kaufe ich es nicht dort sondern anderswo, direkt im Laden oder da, wo es keinen Mindestbestellwert gibt.


    Aber manchmal, wenn es Dinge sind, die schon recht speziell, aber eben nicht teuer sind, finde ich es schwierig. Beispiel - eine spezielle Glühbirne, die in eine Lampe gehörte, die gleichzeitig das Terrarium erwärmte und die im normalen Laden so nicht zu finden war.


    Kosten ca. 1,50€. Plus Porto 4,50, damit kostete sie schon 6 Euro.

    Im Shop gab es nichts, was wir sonst in dem Moment gebraucht hätten, aber für den Mindestbestellwert hätten wir irgendwas dazulegen müssen, was nicht benötigt wird. Damit hätte uns das Lämpchen dann fast das 10-fache des eigentlichen Preises gekostet.


    Von daher kann ich die Nachfrage, ob es nicht doch auch mal ausnahmsweise anders geht, schon verstehen, auch wenn ich selber es nicht machen würde. Das "Nein" müssen dann eben beide Seiten aushalten.


    Ansonsten sehe ich es auch so - entweder abfragen, was die (Stamm)Kunden sich an Möglichkeiten wünschen würden und dann schauen, was für euch machbar ist und was nicht - oder aushalten, daß es einfach jedes Mal eine Weile dauert, bis sich alle an Neues gewöhnt haben und darauf vertrauen, daß die, denen euer Shop wichtig ist, das schaffen werden.

    Hallo,


    Bei uns war es im Grunde wie oben beschrieben.


    Die Stube war schon 2-3 Tage vorher zu. Räumlich war das prima machbar und hat uns die Möglichkeit gegeben, trotz wuseliger Kinderschar alles in Ruhe vorzubereiten. Zur Weihnachtsstube gehörten nämlich nicht nur die Geschenke und der Baum, sondern auch der (gefüllte) Kaufmansladen und das Puppenhaus, das sauber gemacht und eingeräumt werden musste usw. Die bleiben dann, so lange sie gut bespielt wurden (meist so bis Februar/März und dann wanderten sie in Absprache mit den Kindern wieder auf den Dachboden.


    Am 24. der ganz klassische Ablauf.


    Mittagessen wurde dank kompatibler Kinder schon zeitig in ein spätes ausgiebiges Frühstück umgewandelt. Dann traf jeder individuell die letzten Vorbereitungen (oder spielte, je nach Alter ...)


    Nachmittags kamen Oma und Opa (meine Eltern) und wir sind zum Gottesdienst gegangen. Danach kamen noch Onkel und Tante dazu und dann gab es in der Küche Kaffee/Kakao und Weihnachtsgebäck. Das war eng, aber gemütlich. Wenn alle satt waren, verkrümelten sich Oma und Opa mit den Kindern kurz ins Kinderzimmer.


    Irgendwann klingelte das Glöckchen und die Weihnachtsstube ging auf. Nur Kerzen in Kerzenständern und Pyramiden (viele) und Musik (immer die gleiche) , alle kamen rein, schauten sich um, sucht am Baum das "Weihnachts-Osterei" (und bemüht sich, nicht zu verraten, wo es hängt) und setzten sich.


    1, 2 Weihnachtslieder wurden gesungen. Ein Elternteil, später dann ein Kind bzw. die Kinder im Wechsel las(en) die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Meist das klassische "Und es begab sich zu der Zeit...", eine Zeit lang aber auch eine Kinderbuchversion, weil die größer gedruckt und für Erstleser leichter zu bewältigen war.

    Wer etwas vorführen wollte (singen, Instrumente, Lieder, Gedichte...) machte das, danach gab es noch ein bestimmtes Lied als Abschluss.


    Dann war Bescherung, allerdings nur mit den Geschenken von uns Eltern. Wir haben verschieden Versionen probiert, bis wir eine gefunden hatten, die gleichzeitig ruhig, wertschätzend und trotzdem nicht langweilig war. Wenn die Kinder dann beschäftigt waren, haben wir Großen uns untereinander beschert.


    Danach hatten Oma und Opa noch Geschenke für die Kinder, wobei wir das zum entstressen einige Jahre lang auf den 25. verlegt hatten. Da sind wir eh traditionell bei meinen Eltern.


    Danach war´s dann meist schon Zeit fürs Abendessen. Bei uns gibt es schon in unerer eigenen Kindheit an Heilig QAbend traditionell Kartoffelsalat + "Kleinkram", Dinge, die man unkompliziert essen kann, die satt, aber nicht übervoll machen. Das war sehr entspannend . sowohl in der Vorbereitung als auch Durchführung. (keiner hätte Lust gehabt, satt in der Stube bei den anderen zu sein, in der Küche zu stehen und zu kochen).


    Na ja, dann wurde einfach geredet und gespielt, bis alle der Reihe nach müde wurden und nach Hause bzw. ins Bett gingen.


    Also im Grunde ganz unspektakulär.


    Ach ja und wer sich das jetzt gar so kitschig-besinnlich vorstellt, der mische in das Zenario 4 sehr lebhafte Kinder unterschiedlichsten Altersvariationen dazu :D


    Tja, jetzt sind sie groß, erwachsen bzw. fast erwachsen und alles ist ganz anders ... noch ganz genau so. (Nur Musikvorführungen gibt´s leider keine mehr, das ist ihnen peinlich)-

    Wir haben schon mehrfach vorgeschlagen, daß die Jugend doch den Baum schmücken könne, gerne auch kreativ-verrückt. Oder die Stube aufbleiben kann (so viel Geheimnisvolles passiert da ja nicht mehr). Oder man andere Musik spielen könnte, moderne Weihnachtsmusik...

    Nein, geht nicht. Weihnachten soll bleiben, wie es ist. Nun dann... so lange sie das möchten, gerne doch.