Beiträge von Rattenkind

    Der Besuch verabschiedet sich so langsam, wir gehen alle auf die Auffahrt, das Katerchen zieht sich komplett aus. Ich frage: "Warum ziehst Du Dich denn jetzt aus?" Katerchen im Brustton der Selbstverständlichkeit: "Ich [will] Fahrradfahren."

    Ich (verwirrt): "Und seit wann muss man sich dafür ausziehen?" Katerchen (fast schon augenverdrehend): "Immer!"

    #gruebel Aaaaaah ja...

    Das Argument find ich immer interessant. Es sind ja alle Menschen unterschiedlich, und ich will und kann da keine Aussagen machen, die irgendwie auf andere Kinder/Eltern/Familien/... zu übertragen sind.


    Bei uns ist es so, dass ich bei beiden Kindern zusammengerechnet drei Monate Elternzeit über den Mutterschutz hinaus genommen habe.

    Erstens, weil ich das gerne so wollte, zweitens aber auch, weil mein Mann Student ist und meine Erwerbstätigkeit für uns wichtig ist.

    Mein Sohn ist auch ein ziemliches Klebekind - aber er klebt an seinem Vater genauso wie an mir. (Er wird im September drei und ich war das erste Mal im Sommer vor Corona ein Wochenende ohne Kinder weg, mein Mann fährt manchmal über Nacht mit den Kids allein zu seinen Eltern, oder ich zu meinen, ich hab dieses Jahr ein paar Tage in einer FeWo allein mit einer Freundin verbracht, mein Mann fährt ohne Kinder öfter mal zum Live-Rollenspiel quer durch die Republik... Nur mit Mama oder nur mit Papa geht super, aber alleine bei Oma zu schlafen, traut sich selbst das fast sechsjährige Kätzchen noch nicht.)


    Die Frage ist jetzt: War das Glück, und mit etwas Pech hätte er beim Papa so lange geheult, bis ich wieder nach Hause gekommen wäre?

    Oder hat das deshalb so gut funktioniert, weil wir von Anfang an wussten, dass es so klappen muss, das auch ausgestrahlt haben, und weil mein Mann unseren Sohn von Anfang an (also seit wir nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus zuhause waren) genauso viel betüdelt hat wie ich?


    Haben wir da über seine Bedürfnisse hinweg gehen müssen oder sind diese Bedürfnisse (Nähe, Sicherheit,...) am Anfang noch so plastisch, dass man Einfluss darauf hat, wer sie erfüllen kann?


    Ich hab schon öfter gehört, dass Babys wegen der Zeit im Mutterleib in erster Linie auf die Mutter "geprägt" sind, und diese deshalb erste und oft einzige Ansprechpartnerin ist.

    Ich frage mich aber dann bei Babys, deren Mütter versterben, sich wegen Krankheit oder aus anderen Gründen nicht kümmern können oder wollen, oder die die Kinder direkt nach der Geburt zur Adoption freigeben, warum sich diese Kinder von Vätern, Großeltern oder Adoptiveltern als sicheren Bezugspersonen genauso beruhigen lassen und sich da ebenso sicher und aufgehoben fühlen, wie man es für leibliche Mütter annehmen müsste.


    Nochmal, ich kann jetzt nur ausschließlich von mir und meinen RL-Bekannten reden. Es kann supergut sein, dass das anderswo anders ist.

    Aber in meinem ganz persönlichen Umfeld sind die einzigen Kinder, die ich kenne, die lange nur die Mama akzeptiert haben, diejenigen, deren Väter am Anfang wenig involviert waren, bzw. deren Mütter die Väter anfangs "auf Abstand" vom Kind gehalten haben. Und interessanterweise vertreten alle Paare mit "Mama-Kindern", die ich ganz persönlichen (!) kenne, die Auffassung, ein Kind gehöre zur Mutter.


    Nochmal zur Sicherheit: Alles persönliches Erleben, ich lasse mich gern eines besseren belehren. ;)


    Das einzige, was ich aus dem Päda-Studium beitragen kann, ist, dass gängige Lehrmeinung ist, dass Kinder eine oder mehrere feste, verlässliche Bezugspersonen brauchen, um sicher gebunden aufzuwachsen. Irgendeine (oder mehrere), nicht unbedingt die Mutter.

    Hier ist es auch nicht sooo warm, aber meine Kids haben eh Frostschutzmittel im Blut und ziehen sich eigentlich immer aus, sobald sie zuhause sind... #rolleyes

    Das Katerchen hat auch so Tage, an denen er siebenundzwanzig Mal nacheinander aufs Klo will. Klar, es ist ja auch eine neue Fähigkeit, und das muss alles geübt werden, er ist dann stolz, wenn was kommt... Das ist schon total ok so, auch wenn's manchmal anstrengend ist. In der Krippe ist er jetzt auch schon immer ohne Windel, hab ich gestern erfahren. Dann mit Hose - auch das klappt gut.


    Beim Kätzchen war das genauso, sie ist auch viel nackig rumgelaufen und war pünktlich zum Kindergartenstart trocken, das war damals im August und sie ist Mitte Oktober drei geworden.

    Meine Eltern behaupten, das bei mir genauso gemacht zu haben, es ist also das Familienrezept.;)

    Ich würd sie grad jetzt im Sommer viel nackig rumlaufen lassen. Das Katerchen wird im September drei und ist jetzt tagsüber praktisch trocken (lange Fahrten und so machen wir noch mit Windel... noch ;)), aber es läuft viel besser, wenn er keine Windel anhat. Klar geht mal was daneben, aber es ist ganz schnell viel besser geworden, seit die Temperaturen so sind, dass er "unten ohne" laufen kann.

    Assipalme??

    Das hab ich auch gedacht!

    Ich find diese Palmenzöpfe bei Kindern, die noch so klein sind, toooootal süß.


    Dass jemand glaubt, die Mutter müsse sich beim Geschlecht irren... :stupid:

    Unfassbar!


    Aber wir haben auch einen (ansonsten echt lieben) Papa im Freundeskreis, der seinen Sohn immer "ermutigt", lieber die Jungs- als die Mädchensocken zu tragen (beides Paw Patrol, einmal mit Skye, einmal mit Chase) oder sich die Haare schneiden zu lassen... Voll schräg...

    Das Katerchen hat auch lange Haare und bekommt laufend einen Zopf gemacht in der Krippe. Er trägt manchmal auch Kleider und Röcke, und seine Schwester war, nachdem sie sich die Haare abgeschnitten hatte, eine Zeitlang voll auf Blau.

    Da hatte ich schon ein, zwei Spielplatzgespräche nach dem Motto: "Nein, nein. Der Kleine ist mein Sohn und die Große meine Tochter, nicht umgekehrt." #hammer

    Ich hab mit ganz vielen Männern und Frauen über diese Geschichte mit der shirtlosen Frau in der Plansche gesprochen... und alle Frauen meinen, die Frau wär im Recht und es müsste der Gleichheitsgrundsatz gelten - und alle Männer meinen, das wäre "bei Frauen was anderes".

    Nur mein Mann ist der Meinung, dass gleiches Recht für alle gelten müsste. Doch, manchmal denk ich, ich hab den gut ausgesucht... #super

    Ich spreche meine Tochter und ihre Freundinnen (4-8), meine Schülerinnen (10-18), meine Freundinnen (30-40 grob), meine Mom und ihre Freundinnen (65-75), meine Oma und ihre Freundinnen (85-95) und meine Kolleginnen (25-65) unterschiedslos mal mit "Mädels", "Damen" oder irgendwas dazwischen an. Die Männer analog mit "Jungs" oder "Herren".

    Ist das vielleicht ein Generationen(-der-Sprecherin)-Ding? Oder regional? Ich find das ganz normal und wäre ohne Euch nicht drauf gekommen, dass das jemand schlimm finden könnte...

    Schräg... Mein Mann hat sich noch nie gewünscht, dass ich irgendwas bestimmtes anziehe, und ich fände das auch ziemlich befremdlich.

    Andersrum hab ich ihm mal einen Kilt und T-Shirts mit Heldinnen-Aufdruck aufgequatscht, aber nicht, weil ich das so sexy fände, sondern eigentlich nur, damit unsere Kinder sehen, dass Männer auch Röcke und Shirts mit Anna und Elsa drauf tragen können.

    Bei uns im Gartengebiet (bin da quasi aufgewachsen), hatten meine Eltern im Sommer quasi nix anderes an als Badehosen. Beide. Wenn Besuch kam, haben beide schnell ein T-Shirt drüber gezogen. Ich sehe da ehrlich gesagt das Problem nicht. Wenn einem kalt ist, ok, klar, aber doch nicht "weil man das nicht macht". Man muss Kindern (grad Mädchen) meiner ganz persönlichen Meinung nach nicht noch mehr Schamgefühle eintrichten als unbedingt nötig...

    Peppi-Minttu: Und was ist dein Anliegen dabei?

    Siehst du da wirklich keinen Unterschied?

    Der Punkt ist doch: Alle Menschen sind gleich an Rechten. Per Gesetz. Und wo Männer oben ohne herumlaufen dürfen, dürfen daher alle oben ohne herumlaufen, sonst wäre der Gleichheitsgrundsatz nicht gewahrt. Und "Das ist bei Frauen doch was anderes!", war schon der "Grund" für so viel misogyne Scheiße, dass ich persönlich das nicht gelten lassen möchte. (Es war zum Beispiel für Frauen unschicklich, in Hosen herumzulaufen. Wie moralisch anstößig ist das denn auch?!) Nur weil wir in dem überkommenen, dummen Glauben aufgewachsen sind, Männerbrüste könnte man stolz zeigen, während Frauenbrüste schamhaft versteckt gehören (übrigens größenunabhängig... selbst wenn die einer Frau kleiner wären als die des Mannes daneben...), macht es das nicht richtiger, gerechter oder sinnvoller. Diese Trennung ist genauso bescheuert und falsch wie die Zuordnung von Berufen oder Kleidungsstücken oder Haarfrisuren zu bestimmten Geschlechtern!