Beiträge von Rattenkind

    Kurze Frage: Es gab doch mal eine Liste von genderkackefreien Büchern, oder? Ich suche noch was für eine fast Fünfjährige, die echt Ausdauer beim Zuhören hat. (Und wäre was für einen kleinen Zwejährigen dabei, wäre das auch nicht schlecht. ;) )

    Tochterkind wusste von Anfang an, was Fleisch ist und wer dafür stirbt (und wie man es davor einpfercht) und es kamen bisher keine Klagen anderer Eltern. Vermutlich wüssten die aber auch, dass ich solche Lügen nicht unkommentiert stehen lassen würde und bei dem Thema eher streitbar bin...

    Das geht echt ganz gut. Man kann die Ziele ja anpassen. In manchen Klassen kann es sein: "Wir bleiben für 5 Minuten Spieldauer auf den Stühlen sitzen", in andern wirklich: "In der 20-minütigen Einzelarbeit macht niemand ein Geräusch außer Stiftekratzen und Blätterrascheln". Ich hatte eine Klasse mit mehreren kognitiv, körperlich und emotional eingeschränkten Kindern in Klasse fünf, und die wollten regelmäßig nach 20 Minuten nochmal 10 Minuten dranhängen.

    Keine Ahnung, ob sowas im Freizeitbereich klappt, aber im Unterricht habe ich gute Erfahrungen mit dem Klasse-Team-Spiel. Dabei bildet man Teams (z.B. Tischgruppen), die sich einen Namen und ein "Image" geben, und man setzt Regeln fest, z.B. in der Stillarbeit wirklich still sein oder in Deinem Fall vielleicht zuhören, wenn eine Betreuungs- oder Lehrperson spricht - und dann "spielt" man für vielleicht zehn Minuten oder eine Viertelstunde. Anfang ud Ende werden genau festgesetzt und benannt, das Spiel darf nicht zu lange gehen, grad am Anfang. Wenn jemand gehen die Regeln verstößt, bekommt die Gruppe einen Strafpunkt. Nach einer vorher festgelegten Zeit (z.B. nach einer Woche) wird geguckt, welche Gruppe die wenigsten Strafpunkte hat, und diese bekommt eine (möglichst attraktive) Belohnung. Vielleicht Hausaufgabengutscheine, Spielzeit, positive Aufmerksamkeit, wenn Süßigkeiten nicht helfen. Bei mir durften SchülerInnen z.B. schon für die letzten zehn Minuten einer Stunde in unserem Freizeitbereich spielen, mussten eine Hausaufgabe nicht machen, bekamen von den Fachkräften im Freizeitbereich in den letzten zehn Unterrichtsminuten etwas vorgelesen, durften für die letzte Viertelstunde in unseren betreuten Computerraum und dort Computerspielen, oder bekamen witzige Radiergummis, Washitape oder Sticker geschenkt. Bei materiellen Geschenken hat sich eine Wühlkiste bewährt, aus der die SuS selbst ihre Belohnung auswählen durften.

    Meine bisherige Erfahrung ist, dass SchülerInnen bei uns in den Klassen 5 und 6 super darauf ansprechen, selbst die Siebener mögen das oft noch gern.


    Leider gibt's so viele Kinder, die zuhause gar keine Regeln kennen, um die sich keineR kümmert, und für die sich keineR interessiert. Die sind erstmal nicht böse, die sind orientierungslos. Und in so großen Gruppen ist es soooo schwer, ihnen Orientierung zu bieten, weil man ja überall durchschlüpfen kann. Deshalb kann es manchmal (wenn man so einen oder wenige bestimmte "AnführerInnen" hat) sinnvoll sein, erstmal einzelne "einzufangen", über Lob, über ganz ganz viel positive Aufmerksamkeit. über Verlässlichkeit und Konsequenz.

    Vielleicht muss man auch erstmal Abstriche machen und sich ganz gezielt zwingen, auch kleinste Erfolge zu belohnen. Ein Kind kann schlecht streiten, ohne körperlich zu werden, aber diesmal blieb es bei verbalen Beleidigungen? Das ist zwar grundsätzlich auch kein akzeptables Verhalten, aber für dieses Kind womöglich ein Fortschritt, der positiv herausgestellt werden kann. Baby steps, so schwer es ist. Das kostet verdammt viel Kraft, aber kann sich lohnen. Natürlich geht sowas nicht alleine, sondern nur, wenn auch Klassenlehrkraft und evtl. weitere Leute mit an Bord sind.

    Bevor ich den Artikel gelesen und ein bisschen daran herumgedacht habe, hätte ich hier unterschrieben. Aber EIGENTLICH wäre es am allerbesten, "Lehrer" wäre das Wort für alle, "Lehrerin" das Wort für die weiblichen Lehrer und "Lehrerich" das für die männlichen Lehrer. Dann wäre das ganze Mitgemeine obsolet.

    Find ich auch gut.

    valentina tereschkowa war die erste frau im all, sie war kosmonaut. zumindest in unserem sprachgebrauch.

    die russische bezeichnung könnte sogar weiblich gewesen sein, das weiss ich gerade nicht.

    Falls ihr Beruf nicht weiblich war... ihr Nachname war es jedenfalls. ;)

    Das finde ich sehr charmant bei den osteuropäischen Sprachen. Ich bin des Nachnamens wegen immer ein ...-mann.

    Ich verwende sogar oft bewusst die weibliche Berufsbezeichnung (die Ärztin/die Journalistin/die Trambahnfahrerin), damit es selbstverständlicher wird, diese Berufe auch Frauen zuzuordnen

    Das mach ich auch oft.


    Mein Kind (und ich auch inzwischen oft) benutzt die Endung -lon mit sächlichem Artikel. Das finde ich im Allgemeinen gut zu sprechen. Das Paketbotlon, das Lehrlon, das Arztlon, viele Feuerwehrleute, ein Feuerwehrlon....

    Das finde ich toll. Ein Lehrlon wär ich gerne. :D

    Mist, zu früh abgeschickt und die Änderung ging nicht mehr. Nochmal:


    Anstatt unverheiratete weibliche Menschen als „Fräulein“ und nur verheiratete weibliche Menschen als „Frau“ zu bezeichnen, wurde es üblich, alle weiblichen Menschen als „Frau“ zu bezeichnen. Auch hier hätte man argumentieren können, dass dies die verheiratete Frau zum Standard macht und die unverheiratete diskriminiert.

    Das hatte aber weniger mit Standards zu tun als damit, dass erst durch die Hochzeit, ja, erst durch den Mann aus dem (sächlichen) Fräulein eine echte (weibliche) Frau wurde. Und das geht ja mal gar nicht,


    In einer Welt, in der innerhalb weniger Jahrzehnten aus „Fräuleins“ „Frauen“ wurden, können aus Frauen noch immer Menschen werden. Menschen, die Bücher schreiben, wir nennen sie dann Schriftsteller, Menschen die regieren, wir nennen sie dann Bundeskanzler, Menschen, die zu Gast sind, wir nennen sie dann Gäste. In dieser Welt würde ich sehr gerne leben.“


    Menschen, die Kinder unterrichten... das klingt gut. Aber "der Lehrer" bin ich dadurch immer noch nicht. Wohingegen ich natürlich unverheiratet "die Frau" war und nicht "das Fräulein". Und übrigens auch nur ungern "das Mädchen", da war ich immer lieber mit den Jungs zusammen "das Kind". Ich kann gern auch geschlechtslos mit den Kollegen zusammen "die Lehrperson" sein, oder "die Lehrkraft" , das finde ich viel besser, als "der/die Lehrer_in" oder "die Lehrerin" zu sein. Aber "der Lehrer" bin ich eben einfach nicht.

    Welcome back, Viva!


    Früher hätte ich Deine Vorbehalte beim Gendern noch geteilt und dem Artikel vollumfänglich zugestimmt. Mittlerweile halte ich das, was da steht, in verschiedenen Punke für falsch, auch wenn ich durchaus für "Verbinden statt zu Spalten" wäre.

    Es gibt bei dieser Erklärung nur ein Problem: Die Standardvorstellung der meisten Berufsbezeichnungen ist nicht nur die eines Mannes, sondern die eines weißen, christlichen, heterosexuellen Mannes...


    Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss. Und wir sagen: Nur diese Information muss immer mitgesagt werden. Es ist richtig, auf alle anderen Identitätskategorien nur dann zu verweisen, wenn sie relevant sind, nur das Geschlecht wird immer angezeigt, damit machen wir es zur wichtigsten Identitätskategorie.

    Da gehe ich noch mit, aber das Folgende ist für mich rein logisch schon Quatsch:

    Es ist (heute) selbstverständlich, dass beim Wort Lehrerzimmer oder Schriftstellerverband auch jüdische Lehrer und schwule Schriftsteller gemeint sind, ohne dass wir vom Schriftsteller*schwulen-Verband oder vom Lehrer*juden-Zimmer sprechen, nur weibliche Lehrer und Schriftsteller sollen extra genannt werden. Wenn wir gendern, sagen wir damit, diese Information darf niemals nicht gesagt werden.

    Ein türkischer, ein behinderter, ein schwuler Autor, Lehrer oder Immobilienmakler kann manchmal auch einfach nur ein Mensch sein, der Bücher schreibt, Kinder ausbildet oder schimmeligen Baumarktstuck als Liebhaberstück verkauft. Nur eine Frau wird das Frausein niemals los. Und wenn sie sich doch mal als Schriftsteller bezeichnet, erinnert sie ein Kollege. Er erinnert sie daran, dass sie aufgrund ihres Geschlechts niemals Schriftsteller sein kann, sondern immer nur Schriftstellerin, eine Ableitung, eine Form, die eine Grundform braucht, um überhaupt existieren zu können.

    Es gibt schon traditionell, quasi "gewachsen", ein Wort für einen weiblichen Lehrer: "Lehrerin". Es gibt aber kein Wort für einen jüdischen Lehrer, auch nicht das hier vorgeschlagene "Lehrerjude".

    Wenn ich "Lehrer", sage, kann in dieser Worttüte also von türkischen, behinderten Schwulen bis zum "biodeutschen" Weißbrot alles drin sein - nur keine Frau, denn die wäre ja traditionell, immer schon, eine Lehrerin gewesen und fällt dadurch raus. Will sagen: Wir sind es doch gewohnt, das Geschlecht bei Bezeichnungen mitzudenken, schon gramatikalisch - was ja im Englischen anders ist. Da mag "a teacher" auch einfach "any teacher" sein - hier ist der Lehrer ein der und damit ein Mann.

    Was sollen SchülerInnen, die mit einer Rüge nach Hause kommen, sonst auch sagen: "Der Frau Lehrer hat geschimpft", oder "Die Frau Lehrer hat geschimpft", kurz "Die Lehrer hat geschimpft", oder wie? (Davon abgesehen, dass heute kaum noch jemand "Frau Lehrerin" oder "Herr Doktor" sagt, aber sprachlich ist das einfach blöd, so mit Artikel und dann generischem Maskulinum. Und "das Lehrer", möchte ich nun auch echt nicht werden!)


    Zudem: Wo soll das aufhören? Alle anderen genannten Gruppen sind ganz deutliche Minderheiten. Muss ich dann das Lehrer*schwulenlesbenbehindertenjudenmuslimesikhhindubuddhistentaoistenzeugenjehovasfurrysmasochisten...-Zimmer ausweisen? Frauen dagegen sind de facto die Bevölkerungsmehrheit. Wenn man es einheitlich machen wollte, müsste es also eigentlich das Lehrerinnenzimmer sein.


    Der englische Gedanke ist schlichtweg dieser: Der Weg zu Gleichheit ist Gleichheit. Wer will, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden, der muss sie gleich behandeln und das heißt, sie gleich zu benennen.


    Das find ich wiederum gar nicht falsch, aber ich will auch nicht unter den Tisch gekehrt werden. Warum haben die Briten die "actress" gestrichen und nicht den "actor"? Warum ist es besser, mich "Lehrer" zu nennen, als meine Kollegen "Lehrerinnen"?

    Ich hatte, glaub ich, spaßeshalber schon mal geschrieben, dass man dann das generische Femininum einführen und bei Männer, die aufs Gendern bestehen, ein "-erich" anhängen soll. Dann bin ich Lehrerin und der Kollege - wenn er denn drauf besteht, ein Lehrerinerich. Und eigentlich auch ein Kolleginerich.

    Ich halte jede Wette, dass alle "Gendern ist doch blöd und verunstaltet die Sprache"-Männer sofort darauf bestehen würden, als Bankkauffrauerich oder Immobilienmaklerinerich bezeichnet zu werden. ;)


    Aber Spaß beiseite. Eine einheitliche Bezeichnung wäre toll - die müsste dann nur von beiden geschlechtsspezifischen Bezeichnungen abweichen.

    Es ist ein bisschen wie Frauenquoten: Nicht schön, mir wäre lieber, dass es das nicht gäbe, aber jetzt gerade brauchen wir es (noch) zur Sichtbarmachung, zurErkämpfung einer Teilhabe.


    Die scheinbare sprachliche Maskulinität von generischen Berufsbezeichnungen wirft ein Henne-Ei-Problem auf: Sind die Berufsbezeichnungen inhärent männlich und brauchen daher eine parallele weibliche Form, oder sind sie inhärent generisch und wirken nur deswegen männlich, weil sie historisch nur von Männern ausgeführt werden durften?

    Ich sehe dieses Problem nicht. Wir haben hier ein Ei, es ist ein faules, und um das zu verbessern, muss ich nicht wissen, wo das Ei herkam. Fakt ist, dass "der Arzt", "der Lehrer", der "Bankkaufmann" alle einfach männlich zu sein scheinen, und nicht generisch, schon wegen ihres Artikels. Ob das daran liegt, dass traditionell meist Männer Ärzte, Lehrer, Bankkaufmänner waren, ist mir eigentlich egal.

    Das mag wie gesagt für "a doctor", "a teacher", "a banker" anders sein.


    Hätte Deutschland den angelsächsischen Weg der Geschlechtergerechtigkeit eingeschlagen, dann gäbe es im Jahr 2020 sechsjährige Kinder, für die das Wort Bundeskanzler in erster Assoziation ein weibliches ist, weil sie es noch niemals erlebt haben, dass ein Mann Bundeskanzler ist.

    Und sie denken sicher auch an Frauen bei Manager, Kranführer, Taxifahrer, Dachdecker, Maurer, Bankkaufmann, Filialleiter,...

    Nee, so einfach ist es eben nicht. Ich wähle einen Beruf, in dem ich mich sehen kann. Wenn mir das generische Maskulinum aber ganz viele Berufe "ausblendet", ergreife ich sie als Mädchen nicht. Wenn Mädchen sie nicht (in großer Zahl) ergreifen, ändern sich die Bilder aber auch nicht. Eine Frau Bundeskanzler macht leider "den Handwerker" noch nicht flächendeckend zur Frau.

    Auf dem Rückweg vom Waldspielplatz hält das Kätzchen (4!) einen Vortrag, der in etwa so ging:


    Man könnte ja in den Wald gehen, so ganz alleine. Da ist es dann dunkel und wird immer dunkler und man findet den Weg nicht mehr, und kommt nicht wieder raus. Und man geht immer weiter geradeaus, immer tiefer in den Wald, und da ist niemand anders, nur Dunkelheit.


    (Mein Mann und ich an der Stelle: #blink #kreischen)


    Das Kätzchen spricht weiter:


    Und wenn man dann noch weiter geradeaus geht, kommt man wieder raus und ist bei seinen Freunden!


    Und sie lacht und freut sich über Ihr Happy End. :wacko:

    Ich empfehle das Buch hier. Die Geschichten sind kurz und einfach, aber ich finde es echt schön.

    Ich glaube, bei uns klappt es gut, weil wir mit "vertauschten" Rollen angefangen haben, aber trotzdem die ansozialisierten Rollen in uns drin sind. Mein Mann ist qua persönlicher Aufteilung verantwortlich, ich qua Sozialisation. Das läuft ganz gut.