Lieben Dank für eure Tipps und Hinweise. Es lief eigentlich ganz gut und die Kinderärztin war weitaus zugänglicher, als ich erwartet hatte.
Gestern war der Termin meines Sohnes bei der Kinderärztin. Er sollte zuerst ein komplexes Bild beschreiben mit vielen Kindern auf einem Spielplatz, die unterschiedliche Dinge machen. Das hat er großartig gemacht, sich sehr gut ausgedrückt, grammatikalisch keine Fehler gemacht, exorbitant großer Wortschatz. Die Kinderärztin war erstaunt, wie überdurchschnittlich gut er das gemacht hat. Nur hängen geblieben ist er so gut wie gar nicht... so flüssig habe ich ihn noch nie reden hören, es war, als hätte er einen spontanen Fünf-Minuten Vortrag vollkommen fehlerlos gehalten 
Dann, weil es einfach nicht repräsentativ war, habe ich noch vorgeschlagen, ihn lesen zu lassen. Und auch hier, flüssig wie nie, keine Hänger, keine Stotterer. Es war kaum zu merken, was ich meinte. Er liest sowieso gut und hat kein Problem, auch schwierige Wörter zu lesen, aber meistens fehlt einfach der Fluss. Dieses mal wieder nicht. Die Kinderärztin hat gemerkt, wie erstaunt ich war (und auch etwas erleichtert, muss ich sagen), sie selbst war erstaunt, weil er für einen Erstklässler so gut war...Auf jeden Fall haben wir die Überweisung für die Diagnostik, also eine Therapiestunde, bekommen, ganz ohne Probleme. Jetzt muss ich noch einen passenden Therapeuten suchen und dann schauen wir weiter.
Ein Hinweis der Kinderärztin war, dass die Lehrerin und ich vielleicht zu hohe Ansprüche an seine Sprechen stellen, weil alles andere so überdurchschnittlich gut ist. Das kann sogar sein, aber wenn er immer so wie gestern sprechen würde, würde ich sicher keinen Bedarf an logopädischer Therapie sehen.
Ich frage mich noch ein wenig, wieso das gestern so gut geklappt hat. Einerseits hat er sich sicher sehr konzentriert und Mühe gegeben, andererseits bemerkt er ja sein Stottern gar nicht bewusst, Also denke ich, dass er sich auch nicht bewusst Mühe geben kann, etwas zu vermeiden, was ihm gar nicht auffällt. Oder doch? Ich muss jetzt unbedingt nochmal Rückmeldung von der Klassenlehrerin holen, wie es in der Schule ist. Mein Sohn sagte etwas von "erstauntem Gesichtsausdruck", wenn er dran ist mit Vorlesen. Ich schätze, das geht auch eher in die positive Richtung. Besteht dann überhaupt Therapie-Bedarf, wenn er es doch eigentlich kann? Und es ist vielleicht doch kein klassisches Stottern? Bin gespannt auf die Diagnostik.