Beiträge von Staubflocke

    MOndschein-

    Ich denke jede von uns hier ist in ihrer Einschätzung natürlich auch beeinflusst von der Erfahrung mit dem eigenen Kind. Demnach findet man das eine schlimm, das andere weniger...

    Und ja - in manchen Fällen finde ich es schlimm wenn dem Kind der Weg bereits so früh - in der 4.Klasse - aufs Gymnasium durch meiner Meinung nach zweifelhafte Notengebung zunächst verwehrt wird.

    Ich war eine eher mittelmäßige Grundschülerin, ich bin trotzdem aufs Gymnasium - weil das damals so ging wenn man wollte - und ich war bis zur 9.Klasse eine ebenso mittelmäßige Schülerin mit 2 „blauen Briefen“ in der Jahrgangsstufe 7 und 9.

    Ich war eine gute Oberstufenschülerin mit einem guten Abitur und wäre ich bereits früher - gar in derv4. Klasse - Richtung Realschule abgebogen hätte ich nicht Jura studieren können und könnte meinen jetzigen Beruf nicht ausüben. Denn das Abitur nachzumachen in einer Zeit, in der man alles andere als wichtiger empfindet, finde ich sehr sehr schwierig und würde den Weg meinen Kindern gerne ersparen.

    Ich bin definitiv dafür die Grundschulzeit zu verlängern und die Entscheidung, ob ein Kind Gymnasialreife hat, nach hinten zu verschieben.

    Aber da das nicht der Fall ist aktuell wünsche ich mir keine unsinnige Notengebung wie sie in meinen Augen stattfindet teilweise, die dann über die Gymnasialreife meines Kindes entscheidet, obwohl sie im Grunde nicht wirklich etwas dazu aussagt.

    Mein Ältester hat in der 7.KLasse eine ähnliche Aufgabe null gerafft und falsch gemacht. Er ist aber ein guter Schüler und kommt locker durch das Gymi bislang.

    Also bitte - gerne solche Aufgaben, ich finde das gut und wichtig, aber außerhalb des Benotungssystems. Den Kindern in dem Alter „Druck“ auszusetzen um ihre Fähigkeit damit umzugehen zu testen ( und daraus etwas abzuleiten ) finde ich unsinnig und falsch.

    Aber ich beobachte ganz klar die Tendenz. Die Arbeiten meines Ältesten vor 7 Jahren waren definitiv andere als die meines 3.Sohnes aktuell. Er ist aber durchaus geeignet und in der Lage auf dem Gymi mitzuhalten. Also - was soll das ?

    Das läuft hier leider anders.

    Ich würde es für sinnvoller erachten die Stärkeren Kinder zu fördern mit speziellen Aufgaben. Und unsere Schule hat das - soweit ich das miterlebe - noch nicht einmal gemacht ( gebraucht) - weil der UNerrichtsstoff so hoch gehängt ist, dass eben eher die Schwächeren hinten runterfallen.

    Und um ganz genau zu bleiben - natürlich ist nicht zwingend das Jüngste Kind das schwächste Glied.

    Aber es gibt doch eindeutig Tendenzen - fernab von Einzelfällen - dass die Entwicklung der Kinder viel mit dem Alter zusammenhängt. Ein Jahr ist da wahnsinnig viel.

    Ich wiederhole mich gerne - diese Form der unlösbaren Aufgabe wurde nicht geübt. Punkt.

    Sagt selbst die Lehrerin.

    Und ob man bei den sonstigen allgemeinen Anforderungen die bezüglich Textaufgaben gelernt werden von einem Kind dieser Altersstufe eine entsprechende Transferleistung in Richtung „unlösbare Aufgabe“ innerhalb einer KLassenarbeit ( besondere Situation, KInder sind aufgeregt, wollen alles richtig machen, also sicher kein Mut zum Experiment) erwarten kann, darum geht es ja hier. Oder um die Frage nach dem Sinn. Und natürlich ist die Beantwortung dieser FRage nicht losgelöst von der Frage nach dem „Wie“der Wissensvermittlung zu beantworten. Oder dem Umgang mit Kindern im Schulsystem.

    Und witziger Weise wird ja von den Lehrern so oft an die Eltern der Appell gerichtet, man möge sich doch bitte nicht so an den Noten aufhängen und auch eine 3 oder sogar 4 wäre kein Grund zur Aufregung.

    Gleichzeitig wird jeder PUPS von den selben Lehrern hier benotet (zB das Weihnachtsgeschenk an die Eltern. Schön, wenn man da etwas seinen Elterngeben soll als Geschenk dass die Lehrerin vorher mit einer 4 bewertet hat#crying) und am Ende bei der Bewertung für die weiterführende Schule denselben Eltern die 3 als nicht gymnasialfähig vorgehalten wird. Irgendwie passt das alles nicht so recht zusammen in meinem Kopf.

    Und mir ist klar, dass viele Lehrer auch nur Gefangene in dem System sind und nicht zwingend so handeln wie sie es gerne möchten ( da sie aber stellvertretend für das system sind, erwähne ich sie hier).

    Und nein, ich bin hier nicht persönlich betroffen und rege mich deshalb auf.

    Ich hätte es gut gefunden, eine solche Aufgabe bewertungsfrei oder als Bonusaufgabe zu stellen, das würde diesen unsäglichen Druck rausnehmen, man könnte als Lehrer beurteilen wo die Kinder bezüglich dieser Kapitänsaufgaben stehen und es im Nachgang mit den Kindern besprechen.

    Oder eben konkret mit den KIndern vorher üben.

    so habe ich die Frage aber nicht gestellt bzw meine Frage/Kritik ergibt sich doch aus dem Gesamtkontext des Eingangspost ( also so nicht geübt, macht das Sinn bei Kindern dieser Altersstufe etc). Da habe ich mich vielleicht nicht eindeutig genug ausgedrückt.

    Ich schreibe das Alter dazu weil ich das bei der Überlegung was kann ich von Kindern in welcher Schulstufe erwarten für sehr relevant halte.

    Ich habe hier die ganze Bandbreite an Kindern von sehr jung bis sehr alt eingeschult und ich erwarte von einem funktionierenden System dass es sich am schwächsten Glied orientiert und Aufgaben/Anforderungen so stellt dass es jeder schaffen kann. Oder siehst du das anders?

    Es ist eben so - als Argument - ist natürlich erst mal richtig, aber wenn man das System nicht ab und an in Frage stell, Diskussion - auch nur im kleinsten Bereich - anregt und weiterdenkt wird es eben auch „immer so bleiben“. Erscheint mir nicht erstrebenswert.

    Ich habe auch das Gefühl, dass du mein Verhalten „INterpretierst“ und daraus Rückschlüsse - und sei es auch nur theoretisch - ziehst, die so gar nicht den Tatsachen entsprechen.

    Ich bin seit vielen Jahren mit meinen Kindern im Bildungssystem und habe gelernt Dinge, die mich ärgern, nicht vor oder mit meinen Kindern zu diskutieren sondern tue das in meinem Freundeskreis oder hier.

    Mein Sohn ist weder von dem Notensprung betroffen ( ein Freund von ihm schon) noch lege ICH Wert auf die Benotung der Kinder sondern mir geht es darum, dass sie am Ende den Stoff beherrschen, der relevant ist. FRust hat mein Sohn , wie ich finde total nachvollziehbarer Art - weil er es nicht wissen konnte,ihm Hilfe verweigert wurde ( er durfte nichts nachfragen) und er völlig altersgerecht ( womit wir wieder beim Alter wären) eine Autorität nicht in Frage stellt ( sowas seltsames macht meine Lehrerin nicht, die ich auch sonst nicht in Frage stellen darf, in 2 Jahren jetzt gelernt).

    Und aus dem ganzen Konklumerat ergibt sich für mich eben die Frage nach dem Sinn solcher Aufgaben.


    Witziger Weise gibt es ja Studien zu dem Thema Kapitänsaufgaben - und die kommen doch alle zu dem Ergebnis, dass es ein Defizit des Mathematikunterrichts ist wenn sie mehrheitlich falsch beantwortet werden bzw ein Problem der Bildungspolitik, ein falscher Ansatz bei der Vermittlung von Wissen.

    Im Ergebnis wird daraus jetzt aber eine „mangelnde Transferleistung der Kinder“ gemacht. Schön den schwarzen Peter weitergereicht. Und in den betreffenden KInden bleibt nur der Begriff „Mangel“ hängen.

    Bitte versteht mich nicht falsch - im Grunde ist das hier eine rein akademische Diskussion, vom Glück oder Unglück dieser Aufgabe, richtig oder falsch, HÄNGT KEINE SCHULISCHE KARRIERE irgendeines Kindes ab. Aber ich merke die Tendenz immer mehr Dinge, KLeinigkeiten, die eventuell nicht in Ordnung sind, durchzuwinken aus Angst als „nervig“ oder „zickig“ oder „ schwierig“ darzustellen, und ich habe die Tendenz, Dinge auch mal in Frage zu stellen.

    Interessant finde ich, was dann zT daraus gemacht wird.

    Ja, solche Dinge passieren manchmal und es gibt solche Lehrer.

    Gott sei Dank nicht immer und überall und in vielen Fällen handelt es sich auch wirklich um ein Missverständnis, das sich im Gespräch mit dem Lehrer leicht aufklären lässt.

    Aber in alter Palmström-Manier immer nur die eigene Wahrnehmung in Frage zu stellen hilft doch auch nicht weiter.


    Staubflocke , du brauchst dich hier nicht zu verteidigen. Tröste lieber dein Kind. Unabhängig von der Note würde mich das als Schüler tierisch aufregen. Vor allem weil er ja sogar gemerkt hat dass mit der Aufgabe etwas nicht stimmt.

    #knuddel

    Danke!

    Wie gesagt- Textaufgaben kennt er seit der2.Klasse, auch wie die zu bearbeiten sind.

    Was drinstehen muss weiss er auch.

    Aber- dass er nicht weiss wie er damit umgehen muss wenn es keine Lösung gibt die stimmen kann ist dann wohl die fehlende Transferleistungen eines gerade 8jährigen, die man heutzutage eben erwartet. Und da bleibe ich dabei- ausser Verunsicherung und Frust beim Kind sehe ich da keinen nennenswerten Lernerfolg für die Mehrheit der Kinder ( die Aufgabe wurde zu 80 % falsch gelöst).
    und weil es hier wiederholt angezweifelt wurde - wenn ich sage es wurde nicht geübt, dann stimmt das auch ( für alle Zweifler- Info der Lehrerin).

    Ok, lassen wir das Notendings mal weg, die sind mir tatsächlich auch egal ( ggfs dem Kind für das ego nicht, aber das ist ein anderer Punkt) - aber weil das hier angezweifelt wurde -


    Tatsächlich gab es hier solche Aufgaben noch nicht.und ich weiss das recht genau weil ich ihn bei den Hausaufgaben begleite. Deshalb fand ich es ja auch seltsam/nicht zielführend.

    Und ja - in 7 Jahren Schulsystem habe ich es bislang noch nicht einmal erlebt dass sich ein Lehrer in Frage gestellt hat - egal wieviel 5en und 6en geschrieben wurden. Irgendwie lag das Problem immer bei den Kindern#nein

    Sarsaparille : Ich rede ja auch nicht von dir und den Realschülern, sondern von der Kapitänsaufgabe in der 3. Klasse.


    Das Kind müsste sich ja in diesem Fall nicht nur herausfinden, dass die Aufgabe nicht lösbar ist. Es müsste sich außerdem in die Situation der Lehrperson beim Korrigieren hineinversetzen. Es müsste verstehen, dass der Lehrer nicht versteht, ob das Kind die Aufgabe verstanden hat, wenn es die nicht existente Antwort nicht hinschreibt.


    Ist das eine Transferleistung, die von einem Drittklässler erwartet werden kann?

    Danke, du hast meine Gedanken deutlich besser formuliert als ich selbst#schäm

    Gar keine wenn man das explizit durchspricht, Textaufgaben haben die Kinder hier ab der 2.Klasse.

    Aber - eine Unlösbare“ Aufgabe wurde eben nicht besprochen und existiert in der Welt meines Sohnes nichts- auch DAS muss eine Schule vermitteln.

    Naja, nun weiß er es..

    Ich verstehe durchaus dass die Sicht der Lehrer eine andere ist als die der Kinder.

    Und ich habe auch nichts gegen Transferleistungen. Aber rhcp hat es gut auf den Punkt gebracht - wenn ein Kind statt einer 3 eine 4 bekommt weil es eben in seiner Welt keine Ahnung von unlösbaren Aufgaben hat ( muss man das als 8jähriger denn ?) finde ich das eigentlich niemandem dienlich.

    Im Inet habe dazu gelesen dass die meisten Vorschulkinder solche Aufgaben richtig bewerten und es mit jedem Schuljahr bis zur 4.Klasse „schlimmer“ wird, weil die Kinder vermittelt bekommen dass man in Mathe ein Lösung finden muss.

    Ich finde es gut und richtig dass man solche Aufgaben macht- aber warum geht das zulasten der Benotung der Kinder ( die ja leider eine viel zu große Rolle spielt - zumindest bei uns in der Schule) wenn sie nur das umsetzen was ihnen in den letzten Schuljahren beigebracht wurde ?

    es wurde langmächtig von 2 Lehrern erzählt die Arbeiten in einer bestimmten Zeit gelöst haben und wieviel Arbeiten dann von Frau X ( die tauchte vorher im text nicht auf) in der Zeit Y bearbeitet wurden.

    Mein Sohn hat wohl erkannt dass Frau X nicht oben im text auftauchte, wollte auch nachfragen ob das ein Fehler sie ( erkann/konnte sich eben nicht vorstellen dass seine Lehrerin eine nicht lösbare Aufgabe stellt) und bekam aber keine Antwort.

    Dann hat er sich eben was zurechtgebastelt.

    Ich finde das - ja - irgendwie fies, sorry, die Kinder werden dafür abgestraft dass ihnen bislang beigebracht wurde - Matheaufgaben sind lösbar und Eure Lehrerin hat grundsätzlich recht...

    Doch bei nur 20 zu erreichenden Punkten sind das eben genau die zwei Punkte zwischen 2 und 3 oder auch 3 und 4....


    Ich lese dazu im Internet nur dass es ein Nachweis für ein Problem im Mathematikunterricht ist wenn sie mehrheitlich falsch gelöst wird - und dann finde ich es doof sie zu einem Problem der Kinder zu machen ( oder der Eltern weil sie das nicht einfach mal auf gut Glück geübt haben)

    Ich finde, so Aufgaben könnte man doch wertungsfrei oder als Bonusaufgabe hinzufügen ?

    Warum immer dieser Notenbezug ?

    Hallo liebe Raben,


    Wir hatten in der 1.Mathearbeit der 3.KLasse die Bekanntschaft mit einer Kapitänsaufgabe gemacht ( wer das nicht kennt - das sind Textaufgaben, die nicht lösbar sind weil entweder die Frage keinen Sinn gibt oder eine wichtige Angabe fehlt).

    Diese Art Aufgabe wurde zuvor nicht geübt.

    Erwartungsgemäß hatten sie fast alle falsch, die fehlenden 2 Punkte haben etlichen Kindern die Note verhagelt.

    Ich verstehe schon den Sinn solcher Aufgaben, finde sie aber zu dem Zeitpunkt ehrlich gesagt zu früh. Mein Sohn ist erst 8 geworden und ohne Übung konnte er Sichtung mal nicht vorstellen, dass eine Lehrerin eine Aufgabe stellt die nicht lösbar ist.

    Was haltet ihr von dieser Aufgabenform/deren Sinn und wann wurden Eure Kinder mit solchen Aufgaben konfrontiert ?

    Ich freue mich über Eure Einschätzung

    So, wieder zurück

    Erstmal Entwarnung, eine große Ansammlung von Zysten, die grds. harmlos sind.

    Aber weil das schon ungewöhnlich ist, wird jetzt noch eine Mammographie gemacht

    Danke Danke Danke an Euch, es tut so gut seine Ängste irgendwo lassen zu können.....