Beiträge von ko_nijntje

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    der tipp der next generation hier: versuchs mal mit "hey siri, ruf mama an!" oder "ok google, ruf mama an!"


    hat hier tatsächlich schon handys mit ihren besitzern wieder zusammengeführt.


    ah ich sehe, luzy war schneller mit der idee ...

    Gemäss deinen Vorgaben fallen mir ein:


    Für jetzt: „Eins, zwei, drei Tier“ und evtl. „Eins, zwei, drei Vampir“ und „Trauriger Tiger toastet Tomaten“ von Nadia Budde


    Für später: das bitterböse und sehr lustige „Alle Kinder“ von den Kuhls.

    Was ihr sucht, sind Fragen zum evolutionären Spracherwerb. Menschheitsgeschichtlich. Chomskys Ansatz der generative grammar bezieht sich aber auf den ontogenetischen Spracherwerb. Letzterer ist inzwischen theoretisch über Chomsky hinaus, zum menschheitsgeschichtlichen sind wir seit Herder nicht viel schlauer geworden. Wie will man das auch untersuchen?

    ich bin nicht einverstanden :).


    damit, dass es in der frage um einen klar abgrenzbaren evolutionären/menschheitsgeschichtlichen/anthropologischen ansatz des spracherwerbs geht. das müssten wir wohl Reeza fragen.


    und damit, dass der ontogenetische spracherwebs-ansatz die generative grammatik über bord geworfen hat. chomskys erste schriften dazu vielleicht schon, die wurden natürlich weiterentwickelt, von ihm und anderen. aber aus der aktuellen diskussion ist sie nach wie vor nicht wegzudenken.


    müssen wir aber nicht hier ausdiskutieren von mir aus. das langweilt sonst alle nicht-deutschlehrerinnen ;). aber per pn gern.

    Warum haben alle Menschen unabhängig voneinander eine Sprache entwickelt und wieso gibt es in allen Sprachen (ist das überhaupt so?)Subjekt, Prädikat, Objekt? Oder anders gefragt: Sind alle Sprachen gleich aufgebaut und wenn ja, warum?

    so ganz genau weiss man es nicht. aber es gibt eine recht überzeugende theorie dazu: die "generative grammatik". (link zu wikipedia)


    die kurzfassung davon: sprachfähigkeit gehört zur genetischen grundausstattung der menschen. kinder kommen also mit einem konzept auf die welt, wie sprache grundsätzlich funktioniert. je nach umwelt (umgebungssprache, hörfähigkeit ja/nein etc.) wird dann ein spezifisches set angeborener konzept-varianten "aktiviert". also beispielsweise kann das personalpronomen in variante a mit dem verb verschmolzen sein (latein sum, italienisch sono etc.) oder in variante b als eigenes wort im satz stehen (deutsch ich bin, französisch je suis etc.). im lauf des spracherwerbs lernt ein kind, welche varianten in seiner sprachumwelt korrekt sind.


    der theoriebegründer noam chomsky hat eine reihe grundlegender satzelemente identifiziert, die aber nicht ganz mit den von dir genannten übereinstimmen, also sowas wie "verbalphrase", "nominalphrase", "determinierer", "nomen", "verb" etc. lässt sich auf wikipedia nachlesen, wenn du es genauer wissen möchtest.


    meines wissens gibt es tatsächlich keine menschliche kultur ohne sprache.

    in meiner verklärten erinnerung war das ja immer alles eher harmlos, was wir mit kleineren kindern gemacht haben. nun habe ich die fotoalben rausgesucht. tatsächlich haben wir schon t3-strecken gemacht, als der jüngste gerade mal dreieinhalb war, mit viereinhalb dann auch kurze t4-strecken #eek. öh ja.


    durch die bilder habe ich mich auch wieder besser erinnert. generell war hier günstig mit kleineren kindern:

    - nur kurze strecken

    - ganz wichtig: lieber runter als rauf. heisst, wir sind schon mal irgendwo hochgefahren und dann runtergewandert

    - immer sehr attraktiv: bergbäche, bergseen, schneefelder, kletterfelsen, wasserfälle, heidelbeeren, bergrestaurants/besenbeizen mit spielplätzen oder trampolin, höhlen/balmen, sessellifte, hochmoore, wildtiere. (und militärübungen mit helikoptern und trallalla #angst).

    - für erwachsenenverhältnisse sehr viele pausen

    - mindestens dreimal so viel zeit einrechnen, wie offiziell angegeben ist. lieber mehr.

    - themenwanderwege wie den toggenburger klangweg, wo immer mal wieder eine nette station kommt

    - geschichten erzählen/erfinden während des wanderns oder hörspiele/musik hören mit einer boombox

    - wenn möglich an die höhe und klimaveränderung akklimatisieren (ich brauche das ab ca. 2000 müM). heisst, in den ersten drei tagen eher spaziergänge als richtige touren.

    ich gehöre sehr eindeutig in die kategorie "wandern", nicht "klettern" (niveau schweiz ;), also so bis und mit t3). das allerdings seit jahren mit kindern in allen altersstufen. als mini waren die kinder im tragtuch dabei. das jeweils jüngste laufkind habe ich an ausgesetzten stellen jeweils übers seil gesichert. auch heute habe ich noch oft ein seil dabei, das schon oft gute dienste geleistet hat.


    ansonsten: die grosse herausforderung für mich war/ist das verhältnis kinder:erwachsene, das in unserer familie halt 4:2 oder 4:1 war, wenn ich allein unterwegs war mit den kids. noch letzten sommer habe ich blut und wasser geschwitzt, als ich allein mit einer gruppe von fünf kindern/jugendlichen zwischen 10 und 16 jahren den creux du van erwandert habe. nicht weil das besonders schwer gewesen wäre, sondern weil es praktisch unmöglich war, die jüngsten in einem mütterverträglichen abstand von der kante zu halten #haare .


    am zweitmeisten nerven kosten jeweils die diskussionen, wer wann die lang die rucksäcke trägt #freu.


    die kinder laufen bis heute gern. erst am wochenende haben die drei grossen (zwischen 13 und 17) einen 50km-nachtmarsch gemacht. inzwischen ohne eltern natürlich.


    Nollaun : gerade zum rantasten an touren in der schweiz finde ich den "bergfloh"-band von hochrein/kundert super. kennst du vielleicht schon.

    zur lebenspraxis wurde ja einiges schon genannt. wichtig scheinen mir zusätzlich noch die dinge/kompetenzen, die in der familie nur unzureichend vermittelt werden können und die konkreter erfahrungen bedürfen, also vor allem soziale kompetenzen wie


    - wie verhalte ich mich, wenn ich neu zu einer gruppe hinzustosse? wie finde ich meinen platz z.b. in einer gruppe fremder, gleichaltriger oder in einer gruppe von menschen, die meine interessen teilen?

    - wie vertrete ich meine meinung?

    - kompromiss-, aber auch durchsetzungsfähigkeit

    - konstruktiver umgang mit konflikten

    - umgang mit kritik und lob

    etc.

    ich hab naturwissenschaften und technik fast komplett vergessen #schäm!


    also ergänzung:

    - projektorientiert (danke für das stichwort Nachtkerze ) das ingenieurinnendenken erfahren. das kann ein minecraftprojekt sein, das kann ein eigenes programm sein, das kann ein makingprojekt in einem fablab sein.

    - bezüglich naturwissenschaften finde ich eigentlich die methoden (z.b. prämissen, experiment, deduktion, verifikation/falsifikation etc.) wichtiger als die konkreten inhalte. aber die methoden lassen sich natürlich nicht losgelöst von den inhalten vermitteln. deshalb würde ich auch hier für eine orientierung an den interessen der kinder plädieren und da einen schwerpunkt setzen. die beschäftigung mit methoden trainieren sie sowohl bei geologie als auch bei chemie, umweltwissenschaften etc.

    ich spinne mal los, zwar auf das alter deiner kinder gemünzt, aber sehr unsystematisch:


    - mindestens zwei fremdsprachen aus unterschiedlichen sprachfamilien. die konkreten sprachen nach wunsch des kindes, also auch polnisch und hindi wären für mich völlig ok (ausser, dass ich das nicht unterrichten könnte ;)).

    - irgendwas, um das abstrakte denken zu schulen. je nach vorliebe der kinder kann das schwerpunktmässig (theoretische) mathe sein oder (theoretische) physik oder philosophie.

    - kulturelle bildung: auch da schwerpunktsetzung entlang der interessen der kinder. also z.b. malerei, grafik, interaktive künste wie games, architektur, literatur, musik, theater, film, tanz, performance etc. einerseits die vielfalt der künste aufzeigen, andererseits auch die kulturell und historisch unterschiedlichen ausprägungen.

    - grundlagen der volkswirtschaft und wirtschaftsgeschichte

    - grundwissen zu den "weltreligionen" inkl. historische entwicklung

    - grundlagen der soziologie

    - geschichte würde ich ebenfalls entlang den interessen vermitteln. also einstieg z.b. über politik, "fremde" kulturen, eigene kultur, wirtschaft, genderfragen, umweltfragen, bilogie, philosophie etc.


    fällt mir bestimmt noch mehr ein, auch zur lebenspraxis.