Bei uns ist es unterschiedlich. Eigentlich muss ich die ganze Familie managen, damit es hier einigermaßen läuft.
Der kleine ist insgesamt sehr strukturiert, wenn er weiß, dass an ihn eine Erwartung gestellt wird, dann tut er alles um die auch zu erfüllen - dies Erwartung muss aber im Vorfeld formuliert werden (er ist ja aber auch erst 6...). Weiß er dann, dass er in der betreffenden Woche z.B. dafür zuständig ist den Tisch zu decken dann läuft das auch.
Eigeninitiativ kommen nur Dinge die ihnen Spaß machen (zum Glück sortiert T. gerne Schränke ein und der kleine arbeitet gerne im Garten
).
Ich sehe aber keinen großen Unterschied zu mir früher:
Aufräumen konnte ich immer nur wenn jemand mitgeholfen hat (sonst fand man mich i.d.R. nachdem ich alle Schränke ausgeräumt hatte auf dem Berg von Kram sitzend und ein Buch lesend welches ich beim Aufräumen gefunden habe). Aufgaben im Haus hat unsere Mutter entweder angesagt oder es gab einen speziellen Wochentag an denen diese erledigt wurden (und auch da, meist hat unsere Mutter z.B. gestartet und das eine Badezimmer geputzt und schließlich uns den Eimer in die Hand gedrückt für das zweite).
Meine Eltern waren beide berufstätig und Medien waren auch bei uns schon ein Thema, wenn auch anders als heute (ich erinnere mich, dass wir im Grundschulalter meist auch schon morgens vor der Schule Zeichentrickfilme geschaut haben bis wir los mussten - (das waren dann morgens oft schon gut 90 Minuten). Verabredungen habe ich so geplant, dass ich vorher noch meinen Lieblingszeichentrick schauen konnte.
Bei uns gab es in der Nachbarschaft nicht viele Kinder, ich hatte keine Freunde die einfach klingeln kamen sondern nur geplante Verabredungen (ich schätze maximal 2x pro Woche, eher seltener). Oft konnte ich mich nicht verabreden, weil die Freundinnen in den Dörfern gewohnt haben und ich jemanden gebraucht hätte der mich gefahren hätte, meine Eltern aber beide noch bei der Arbeit waren.
Meine Schwester hatte mehr Freundinnen in der näheren Umgebung und war dann am Nachmittag viel unterwegs, ich habe aber die meisten Nachmittage mit Fernsehen verbracht und später mit dem PC/Playstation - aber auch viel gelesen.
Bei meinen Kindern reglementiere ich Medienzeit stärker als meine Eltern es gemacht haben. Wir haben den kleinen t. bei dem wir eher die Zeit begrenzen müssen, bei dem die Inhalte aber eher hochwertig sind und bei der großen T. können wir die Zeit eher frei laufen lassen, müssen aber immer mal wieder schauen was sie so konsumiert (gerade wenn sie gestresst ist neigt sie dazu mehr Medien zu nutzen und dann einfach nur zu konsumieren).
Wir haben aber eher keine festen Grenzen sondern handeln es immer aktuell aus. Gerade hatten wir gestern eine Situation in der sich T. verabredet hat und von dem vorigen Programm am Tag schon so durch war, dass es für ihre Freundin sicherlich keine schöne Verabredung war.
Wenn ich das vorher absehen kann, dann genehmige ich an solchen Tagen keine Verabredungen und wimmle alle Kinder ab die an der Tür klingeln und lebe damit, dass sie den Rest des Tages Medien konsumiert (auch weil ich selbst von dem Termin - der dafür gesorgt hat, dass sie komplett durch war - ebenfalls so komplett fertig war, dass ich den für den Abend eingeplanten Sport gestrichen habe und früh schlafengegangen bin...).
Unsere Kinder verabreden sich bspw. auch mit ihren Cousinen und Cousins online zum spielen (Minecraft), meist bauen sie dann und quatschen dabei über die Freisprechfunktion vom Telefon - das sorgt bei uns dafür, dass T. den Kontakt nicht verliert (wenn sie die Cousine sonst mal 3 Monate nicht sieht klappt es nicht gut miteinander zu spielen - wenn sie zwischendurch online Kontakt haben, hat es für T. offenbar die gleiche Qualität wie ein echtes Treffen und es ist als wären sie ständig zusammen).