Beiträge von Cesalu

    Bei uns ist es auch so. Unsere Jüngste braucht ewig zum Essen und ich empfinde das manchmal auch als sehr anstrengend. Meist bleibt aber zumindest einer bei ihr sitzen. Sie hört manchmal auch auf, wenn wir alle weggehen, das finde ich sehr ungünstig, da sie, obwohl sie recht viel isst, eher an der Grenze zu Untergewicht ist. In der Woche mittags, wenn ich mit den Kindern alleine bin, beginne ich oft schon die Küche zu machen, Spülmaschine aus- und einräumen etc. Dann bin ich bei ihr und habe trotzdem etwas zu tun. In der Schule essen geht gar nicht. Wenn sie das ganz selten einmal macht, kommt sie ausgehungert nach Hause. Aber wir brauchen das auch nicht, ich muss für die großen Geschwister mittags sowieso kochen.

    Ich habe jetzt länger überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll.

    Ich bin für: erklären!

    Ich möchte einmal die Sicht einer Mama schildern, die vom Tragen keine Ahnung hat. (Ich hoffe, ich fliege jetzt nicht aus dem Forum #zwinker ) Beim ersten Kind (14) hatten wir einen Tragesack, hieß glaube ich "Marienkäfer", den hatte die Hebamme damals im Geburtsvorbereitungskurs vorgeschlagen. Damit kam ich überhaupt nicht zurecht. Ich hatte wirklich immer das Gefühl, das Kind bekommt keine Luft, hat den Rücken "ungesund" rund... In meiner Umgebung hat damals kein Mensch sein Kind (mit einer Tragehilfe) getragen. Wir haben das recht schnell wieder gelassen. Beim zweiten Kind war es etwas anders. Da hatten wir am Anfang nichts. Als sie etwa 6 Monate alt war, war es aber manchmal schwierig, wenn der Große etwas wollte und das 2. Kind gerade nicht liegen wollte. Da habe ich sie häufig im Ergo getragen - wobei häufig heißt vielleicht täglich eine halbe Stunde hauptsächlich zwischen 9 Monaten und 16 Monaten. Bei der jüngsten hatte ich mittlerweile viel zum Thema Tragen gelesen und extra während der Schwangerschaft einen Tragekurs besucht und ein Tuch gekauft, trotzdem kam ich damit nie zurecht, hatte immer das Gefühl, das Kind zu viel "einzuquetschen" oder nicht genug zu stützen. Auch die Jüngste trug ich so nur gelegentlich im Ergo, als sie etwas älter war. Von mir hätte also durchaus die Frage kommen können: Bekommt das Kind da überhaupt Luft? Aber wohl eher neugierig / wissen wollend als kritisierend.


    Insgesamt kann ich Dich aber verstehen, dass es nervt, wenn man dauernd darauf angesprochen wird und hasse es auch, wenn ich das Gefühl habe, andere meinen, mir sagen zu müssen, wie es besser geht. Ich hatte die Kids immer rückwärts mit Blick zu mir im Wagen sitzen, auch als sie schon älter waren. Da kam auch oft: Oh, das arme Kind sieht ja nichts. Wo ich mich heute noch frage, wieso es in der anderen Richtung mehr zu sehen gegeben hätte.

    Wir waren mal im Hotel Barmsee. Wir hatten eine Ferienwohnung im Haus Sonnenwinkel. Das war deutlich günstiger als das Hotel und wir konnten Frühstück im Hotel mitbenutzen. Fanden wir super, ist aber schon ein paar Jahre her. Ob es in der Nähe ein Schwimmbad gab, weiß ich leider nicht mehr.

    Ich kann jetzt nicht auf jeden Kommentar hier eingehen. Ich denke, das würde auch den Thread sprengen. Ich möchte aber doch einmal schreiben, dass ich es als Grundschullehrerin teilweise sehr verletzend finde, was hier geschrieben wird. Eure Sorgen und Unsicherheiten kann ich durchaus nachvollziehen. Aber dass uns Lehrkräften hier abgesprochen wird, Fachkräfte zu sein, finde ich schon heftig. Ich habe drei Jahre studiert, dazu noch ein halbes Jahr für das Examen. Anschließend kamen 18 Monate Referendariat, in denen ich Praxiserfahrung in der Schule sammeln konnte und einmal in der Woche den ganzen Tag im Seminar war. Auch jetzt diskutieren wir im Lehrerzimmer häufig über verschiedene Ansätze, besprechen Schwierigkeiten und Lösungsansätze usw.


    Recht geben möchte ich Euch an der Stelle, dass es mehr Inhalte gibt. Die Kinder sollen heute z.B. auch Englisch lernen, Referate halten können, mit den modernen Medien umgehen können... Das wird den Schulen meist so "übergestülpt", es gibt nicht mehr Zeit dafür, es wird aber auch nicht gesagt, was wir dafür weglassen sollen.

    Thema eingearbeitet. Ich denke, dass es ein sehr weit verbreitetes Problem ist, und vermute, dass am Anfang des Ganzen einerseits die Vereinfachte Ausgangsschrift steht und auf der anderen Seite der LehrplanPlus mit seiner Kompetenzorientierung.

    Das mit der vereinfachten Ausgangsschrift glaube ich nicht. Hier schreibt (fast) keine Schule vereinfachte Ausgangsschrift, die meisten schreiben lateinische. Trotzdem gibt es einige Probleme sowohl im Bereich Schrift / zügiges Schreiben als auch im Bereich Rechtschreibung.

    Ich verstehe Cesalu so, dass sie das nicht zum Sport gehen im ersten Sinn hatte: Also die Klasse war zu laut, darum konnte man mit ihnen nicht durch das Schulgebäude gehen. Wenn die Klasse in dem Moment in dem sie mit ihnen zurück geht verstummt, dann kann man ja gehen. Die Kinder haben also jeder Zeit die Möglichkeit das noch zu ändern.


    Was das zum Essen gehen angeht, habe ich es so verstanden, dass der Lärm ein Schulweites Problem war, und entsprechend mit der gesamten Schule gelöst wurde.

    Danke! Genau so habe ich es gemeint.

    Eine Situation, die ich schon deutlich öfter hatte, als ausgefallenen Sportunterricht, ist folgende: Es gab in der Pause Problem, z.B. es gab Streit beim Spielen, der einen Großteil der Klasse betroffen hat. Ich setze mich dann mit meiner Klasse in den Stuhlkreis. Wir besprechen die Situation, suchen Lösungen und Vereinbarungen. Eventuell werden diese noch schriftlich festgehalten. In Ausnahmefällen "kostet" das die ganze Unterrichtsstunde. Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder was auch immer. Die Kinder haben auch ein Recht auf dieses Fach. Dennoch finde ich es selbstverständlich, dass es Situationen gibt, in denen das dann mal anders läuft. Natürlich muss man aufpassen, dass solche Dinge nicht ständig passieren und muss beachte, dass Inhalte trotzdem vermittelt werden. Aber ich finde gerade in der Grundschule gibt es einfach viele Situationen, in denen etwas nicht nach Plan läuft.

    Wie würdest du das denn lösen, wenn ihr statt in die Turnhalle zum Sport z.B. zum Schulbus (hier fahren die Kinder z.B.mit dem Schulbus zum Schwimmen) oder zur festgelegten Mittagessens-Zeit müsstet oder etwas anderes wäre, was nicht so einfach "streichbar" ist?

    Ich finde das muss man von Situation zu Situation abhänig machen. Ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt mal in diese Richtung diskutiere. Ich kann mich in den fast 20 Jahren, in denen ich unterrrichte an zwei Situationen erinnern, in denen ich die ganze Sportstunde wirklich gestrichen habe, weil ich die Kinder im Flur zu lange nicht ruhig bekommen habe. Beim Essen hatten wir früher ähnliche Probleme, das ist bei uns jetzt so gelöst, dass alle Kinder nach Unterrichtsschluss nach draußen auf den Hof gehen und dann von dort von den Erzieherinnen in die Mensa geführt werden. So stören sie die älteren Klassen nicht mehr und sind pünktlich beim Essen. Der Schwimmbus fährt nach der Pause.

    Bei uns sind die Hallen sehr eng belegt, da gibt es keinen Spielraum.

    Wann machst du denn dann Sport?

    Also das wäre hier nicht möglich, da die Hallenbelegung ja klar vorgegeben ist. Da geht das nicht einfach mal zu schieben.


    Bei uns gibt es zumindest wenn das Wetter mitspielt draußen viele Möglichkeiten. Den Schulhof mit verschiedenen Klettermöglichkeiten, Fahrzeuge, Ballspielmöglichkeiten, Sportplatz, Bolzplatz. Wenn es sehr kalt oder nass ist, wird es schwieriger. Aber zum Beispiel in der ersten Stunde ist die Halle oft frei. Oder wenn Schwimmen ist, ist sie für diese Klasse reserviert, weil das Schwimmbad manchmal geschlossen ist und dann Sport stattfindet usw. Außerdem haben wir noch einen kleinen Mehrzweckraum, der sich für kleinere Bewegungseinheiten auch anbietet.

    Wenn du das Cesalu im Schuljahr einmal machst, weil die Situation beim rausgehen doof war, okay. Machst du es öfter, hättest du (mit mir) auch ein Problem.


    Denn Mathe verschiebst du, Sport streichst du.

    Ich mache das nicht einmal im Jahr. Ich habe das in den fast 20 Jahren, in denen ich nun schon unterrichte, wenn ich mich richtig erinnere insgesamt 2mal gemacht, dass ich die Sportstunde ausfallen gelassen habe, weil die Klasse mir im Flur zu laut war. Beide Male gab es direkt Beschwerden. Finde ich einfach doof.


    Nein, ich verschiebe Sport genauso wie Mathe oder lasse auch Mathe ausfallen, je nach dem. Wir waren z.B. in den letzten Wochen bei dem tollen Wetter jede Woche mehr als eine Stunde insgesamt draußen auf dem Hof mit vielen Klettermöglichkeiten, Fahrzeugen, Bällen etc. Das ist doch eine Bewegungsmöglichkeit. Ich brauche nicht unbedingt eine Halle. Außerdem ist bei uns die Halle in der ersten Stunde oft frei, da kann man auch mal "Frühsport" machen.

    Nur dazu noch, du hattest vorher geschrieben, dass du Sport als Strafe weg lässt (zu laut) bzw. Sport als Belohnung einsetzt (gut gearbeitet).

    Hinterher schreibst du: Wenn die Klasse sehr unruhig ist, dann lässt du sie auch raus rennen.

    Ich sehe das nicht als Strafe, sondern das ist einfach so, wenn die Klasse im Flur nicht ruhig ist, können wir nicht zum Sport. Wenn wir mit dem, was in Mathe zu erledigen war, schnell durch waren, kann ich ein Bewegungsspiel machen. Sicherlich ist das irgendwie eine Belohnung, aber es ist auch einfach so, dass dadurch genug Zeit blieb. Heute war die Klasse sehr unruhig, aber eher eben zappelig im Klassenraum. Sie haben es aber geschafft, leise durch das Treppenhaus zu gehen. Dann ist das doch O.K.

    Wir brauchen da auch keine Grundsatzdiskussion draus machen, es ist halt so, daß Leute Sachen verschieden sehen und handhaben. Ich habe keine Ahnung, wie ich es als Lehrerin sehen würde, ich erlebe nur daß die Lehrerinnen hier ganz sicher Sport nicht weglassen würden, schon um ihrer selbst willen.


    Zur Kinderzahl: Ich habe normalerweise ca. 25 Kinder, sobald jemand fehlt, eben entsprechend mehr. Meistens sind natürlich Kolleginnen im Haus - aber ich würde mich hüten, sie wegen "Hans war sooo laut" oder" Line und Jette schlagen sich immer" zu stören oder ihnen auch noch von meinen Kindern welche aufzubrummen, wenn ich z.B. zum Sport gehe.

    Ich mache insgesamt auch deshalb auf keinen Fall weniger Sport als vorgesehen. Ich weiß nur nicht, warum ich mir beim Sport vorschreiben lassen muss, wann ich ihn zu machen habe, während ich das bei allen anderen Fächern selbst entscheiden kann und niemand fragt, warum ich heute die Deutschstunde gekürzt habe, wenn die Kinder gerade noch so toll an ihren Kunstbildern gemalt haben.


    Irgendwie klingt das auch, als wäre ich dafür, Kinder wegen Kleinigkeiten auszuschließen. Das tue ich auf keinen Fall. Aber wenn es gefährlich wird oder auch wenn es nicht möglich ist, für andere Kinder noch einen erträglichen Unterricht anzubieten, finde ich es manchmal schon notwendig.


    Dass wir uns da als Kolleginnen gegenseitig unterstützen ist für mich normal. Auch unsere Schulleiterin betreut in ihrem Büro oft Kinder, die gerade für eine Klasse schwer tragbar sind. Sie macht ihre Büroarbeit, hat das Kind im Auge und das Kind hat Ruhe und einen Ansprechpartner für seine Arbeit. Natürlich ist das nicht täglich so, aber gelegentlich.

    Mondschein fragte ja - was wäre, wenn sie auf dem Weg vom Bewegungsspiel auf dem Hof zu Mathe oder Deutsch zu laut wären? Würde man dann auch auf dem Hof bzw. wie du schreibst im Vorraum bleiben und Mathe oder Deutsch als Strafe weglassen?

    Ich habe doch geantwortet, dass ich das dann genauso mache. Ich warte dann im Vorraum, bis alle sich beruhigt haben. Natürlich fällt dann ein Teil der Mathestunde oder Deutschstunde weg.

    Aber auch jetzt nochmal. Wenn du deine Klasse vom Schulhof abholst und sie sind zu laut. Lässt du sie dann auch auf dem Schulhof spielen und sagst: Dann können wir leider kein Mathe machen.

    Nein, das nicht. Aber wir haben dann auch schon manchmal sehr lange im Vorraum gewartet, bis alle sich beruhigt hatten. Mit einer lauten Klasse gehen wir hier nicht durchs Schulhaus.

    Aber, weil ein Kind z.B. in Mathe vorher Regeln übertreten und reingeschnattert hat

    Nein, das sehe ich genauso. Das ist kein Grund. Wenn ein Kind aber z.B. wegläuft - meine Kollegin hat heute ein Kind auf dem Schulhof wieder eingefangen - oder wiederholt andere Kinder schlägt, finde ich schon, dass es sein kann, dass ich es lieber dort im Haus lasse, wo zur Not genügend erwachsene Personen greifbar sind.

    Du bist wirklich mit 35 Kindern ganz alleine? Das wäre hier nicht erlaubt. Also alleine in einem bestimmten Raum natürlich, aber nicht alleine auf dem Schulgelände.

    Cesalu Ich verstehe Dein Problem, finde es aber nach wie vor sehr kontraproduktiv Kindern, die eh schon überdreht sind (sie können nicht mehr leise sein im Flur), dann auch noch die Bewegung zu streichen, durch die sie diese Überdrehtheit los werden könnten.


    Unsere Englischlehrerin (Unterstufe, also ab der 5. Klasse in D) hat die Kinder die gestört haben Kniebeugen machen lassen. Eigentlich sehr clever so im Nachhinein betrachtet.

    Da ist immer die Frage, ob die Kinder nicht wollen oder nicht können. Ich denke, es gibt es nur selten, dass Kinder diese zwei Minuten wirklich nicht still sein können. Ich kann ja in der Klasse eine Bewegungszeit (Kniebeugen) machen, aber durch den Flur toben stört eben andere. Im Übrigen finde ich es vereinfacht, dass Kinder, die überdreht sind, diese Überdrehtheit durch Bewegung los werden. Dies gilt für grundsätzlich ruhige Kinder. Meine Tochter ist z.B. extrem bewegungsfreudig, auch oft sehr zappelig. Noch heute mit 11 fällt es ihr oft schwer, am Tisch still zu sitzen. Allerdings ist es oft so, dass sie nach dem Sport noch aufgedrehter ist und erst wieder zur Ruhe kommen muss. Nach einem 10km Ausdauerlauf, den sie neulich hier mit Erwachsenen bei einem Sportfest gelaufen ist, ist sie im Anschluss direkt auf die Hüpfburg gegangen. 15 Minuten Bewegungszeit sind da einfach gerade nur das Aufwärmen.

    Das gleiche habe ich in der Schule auch schon öfter erlebt, dass Klassen gerade nach dem Sport überdreht sind. Grundsätzlich brauchen natürlich gerade solche Kinder viel Bewegung, aber in der akuten Situation lassen sich damit nicht alle beruhigen.