Beiträge von Cesalu

    Ich gehöre zu denen, die Muttertag total doof und überflüssig finden. Aber gegen einen kleinen Spaziergang und ein Stück Kuchen in Ruhe auf der Terrasse habe ich durchaus nichts. Meine Jüngste hat ein Herz gebastelt. Sie hatte dazu eine Anleitung von ihrer Klassenlehrerin per Post bekommen. Da ich an dem Tag arbeiten war, wusste ich tatsächlich nichts davon und hatte so doch eine Überraschung. Die Großen und mein Mann wissen, dass ich den Tag nicht mag.

    An alle, die hier so ablehnend und teilweise fast stolz mit “meine lassen sich nichts vorschreiben“ reagieren: was ist mit Zähne putzen, waschen, Schuhe aus an der Haustür? Hände waschen, Müll in Mülleimer, nicht auf den Boden? Herrn Meier nicht die Zunge rauszustrecken, nur weil der doof guckt?

    Hier auch wie bei Salamander: Stolz sicher nicht, aber manches habe ich akzeptiert. Zähne putzen war bei meiner Mittleren teilweise eine echte Katastrophe. Das war jahrelang (seit dem ersten Zahn) einfach ganz selbstverständlich. Dann plötzlich mit ca. 11 wurde es einfach nicht mehr gemacht, was täglich zu Streit und Schreierei geführt hat. Aber ohne geht ja nun wirklich nicht. Aber ich finde es einen Unterschied, ob ich darum kämpfe oder um einen gemütlichen Spaziergang, den ich auch als Erholung für mich brauche. Da möchte ich einfach kein wütendes, stampfendes, brüllendes Kind dabei haben. Das kann aus meiner Sicht weder dem Kind noch mir irgendetwas bringen. Wobei ich eben wirklich auch Kinder habe, die eigentlich viel raus gehen. Aber z.B. im Urlaub war es schon immer doof, wenn ein Kind z.B. in den Tierpark wollte, das andere keine Lust hatte und die ganze Zeit motzig war, ständig gefragt hat, wann es wieder heim geht. Ab ca. 6 Jahren hatten wir da auch keine Chance zur Ablenkung, wenn sie sich in den Kopf gesetzt hatten, dass die Sache doof ist. Da war ich wirklich froh, als sie alt genug waren, um sie zu Hause zu lassen, wenn sie nicht möchten. Die Kleinste ist wie gesagt zum Glück anders und lässt sich leichter auch mal von etwas überzeugen, was sie nicht unbedingt möchte.

    In der ursprünglichen Frage ging es ja um Kinder im Alter von 8 und 13. Da wäre ich eben eher für alleine lassen, als für einen Kampf. Bei Kleinkinder finde ich ist es leichter, sie mit Kleinigkeiten zu locken.

    Ich lese auch gerade erstaunt mit, wie viele es schaffen, ihre Kinder nach draußen zu "zwingen". Bei uns ging das sehr früh los, dass dann unterwegs alles falsch war, die Kinder jammerten, stritten … Das ist für keinen entspannend. Ja, ich bin ein absoluter Familienmensch und ich freue mich sehr, wenn meine Kinder etwas mit mir unternehmen wollen. Aber das funktioniert bei uns leider nur auf freiwilliger Basis, für mich viel zu selten, aber das habe ich akzeptiert. Die Jüngste (7) ist zum Glück etwas anders und verbringt noch gerne ihre Zeit mit uns Eltern. Die Mittlere je nach Laune sehr gerne, an anderen Tagen gar nicht. Der Große schon immer eher wenig. Wir haben als sie klein waren immer sehr darauf geachtet, dass Spaziergänge o. ä. interessant für sie waren mit Pause auf dem Spielplatz etc. aber leider hat das Interesse früh nachgelassen.

    Ich fand es früher mit dem Essen bei den Schwiegereltern eher schwieriger als heute. Irgendwie scheint da eine 13-jährige eher entscheiden zu dürfen, was sie mag, als man das früher einer 5-jährigen zugetraut hat. Bei uns kam auch immer dazu, dass dann gesagt wurde: "Aber das isst Du doch … " Das fand ich für alle beteiligten extrem anstrengend. Meine Schwiegermutter versuchte extra etwas zu kochen, was den Kindern schmeckt. Aber manchmal ist es ja schon leicht anders gewürzt, Nudeln zu fest oder zu weich, falsche Nudelsorte... was die Kinder davon abhält etwas zu essen. Rational finde ich das oft schwer zu verstehen. Ich fand es immer so schlimm, weil das Essen dann irgendwie immer Thema war, was die ganze Sache eher verstärkt hat. Dort hat meine Picky-Eaterin dann fast alles abgelehnt. Und wenn man seinem Kind dann eine Stunde später eine mitgebrachte Banane gibt, ist man ja selbst schuld, dass das Kind nicht alles isst. #hammer

    Bei meinen Eltern war es immer problemlos, da essen meine Kinder regelmäßig und das ist überhaupt kein Problem.

    Bei meinem Schwiegervater und seiner Frau war es auch immer einfacher, da mein Schwager früher auch ein Picky-Eater war und es deshalb einfacher war. Nur wenn sie dort beim Opa war und die Oma unterwegs war, hat er hinterher immer geklagt, dass sie literweise Limo getrunken hat. Hm, nein sagen ist nicht so seine Stärke...

    Hier RLP, ländlich, gehen die meisten Kinder ab dem 2. Geburtstag in den Kindergarten, mit einem Jahr sind es nur einzelne. Manche gehen auch erst mit 3 oder später. Ganztags sind wohl eher unter 40 % , aber viele mit Übermittagbetreuung (bis ca. 14.00)

    Meine Jüngste ist schon 7, so dass ich nicht mehr so ganz "drin" bin in dem Thema, aber auch bei ihr war es so, dass es ab 2 kaum noch Spielgruppen o.ä. gab, weil alle im Kiga waren - also schon ein gewisser "Gruppenzwang", wenn man sein Kind nicht völlig ohne Kontakte zu Gleichaltrigen aufwachsen lassen wollte.

    Ich schaffe es jetzt leider nicht alles zu lesen. Aber das unterschreibe ich:

    Ich hätte sehr gerne als Lehrerin eine Arbeitszeiterfassung…

    Vor allen Dingen, weil bei uns ja beides der Fall ist: Die Unterrichtsstunden sind ganz genau festgelegt und werden dokumentiert (Klassenbuch). Alles andere, wird nicht erfasst. Ich nehme dann gerne in den Ferien Überstundenfrei, da ich aber auch da oft arbeite, sehe ich nicht, dass ich mehr Urlaub habe als andere Arbeitnehmer. Aber es klingt immer so toll: Ihr habt 6 Wochen Ferien...

    Unsere Tochter ist auch etwa nach der Hälfte der 1. Klasse in die 2. Klasse gesprungen. Es war damals definitiv der richtige Schritt. Sie hatte nach sehr hoher Motivation (vielleicht schon übermotiviert) zu Beginn der ersten Klasse zu lustlos, fast schon Verweigerung gewechselt und wollte auch unbedingt in die 2. Klasse. Wir haben das nie bereut. Natürlich gibt es Situationen, in denen das nachteilig ist, aber bei uns war und ist es definitiv das "geringere Übel". Freundschaften in ihrer Klasse hat sie zwar leider nicht, dafür aber in der Klasse drüber (also noch ein Jahr älter)

    ...nämlich zu lernen und Dinge aufholen zu müssen

    Diesen Punkt sehe ich auf jeden Fall als Vorteil durch das Springen. Dieses lernen müssen, sich mal anstrengen müssen müssen Kinder lernen. Und wie sollen sie das, wenn ihnen immer alles leicht fällt? Mein großer Sohn hat das leider nie wirklich gelernt und das ist jetzt in der 10. Klasse wirklich ein Problem.

    Da hast du aber ein sehr idealistisches Bild von Erwachsenen.

    Im wesentlichen wollen Erwachsene wie Erwachsene behandelt werden, auch wenn sie sich wie kleine Kinder aufführen.

    Sorry, ich hatte Dich nur am Handy gelesen und da schreibe ich ungern mehrere Sätze. Ja, das kann gut sein, dass Erwachsene sich auch manchmal wie kleine Kinder aufführen. Und für mich wäre Erwachsenenbildung überhaupt nichts, genauso wenig wie die Arbeit mit Jugendlichen. Für mich ist Kita oder Grundschule die Altersgruppe, bei der ich mich wohlfühle. Aber gerade, weil sie so lebendig sind ;) Auf Elternabend schauen mich meistens ca. 20 Augenpaare mehr oder weniger gelangweilt an. Ja und manchmal hätte ich auch das Bedürfnis zu sagen: Wenn es Sie nicht interessiert, gehen sie doch bitte nach Hause o.ä. Allerdings habe ich es noch nicht erlebt, dass die Eltern laut brüllend durch die Klasse laufen o.ä.

    Also ich bin auch der Meinung, dass die Kinder ruhig in ihren Sportsachen zur Schule kommen können, ohne dass sie riechen. Das ist in der Klasse meiner Tochter auch so. Allerdings gibt es bei uns in der Schule Hausschupflicht und wir müssen über den Schulhof zur Sporthalle. Bei schlechtem Wetter heißt das also: Straßenschuhe an, Jacke an bevor es überhaupt zur Halle geht. Das kann schon dauern.

    Ich finde schon, dass man Kinder und Erwachsene da nicht so einfach vergleichen kann. Kinder haben einen höhen Bewegungsdrang (die meisten), einfach noch keine so lange Aufmerksamkeitsspanne etc. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass in der Grundschule die Methoden häufig wechseln müssen. Erwachsene schaffen es eventuell eine Stunde still zu sitzen, auch wenn sie sich langweilen. Für Kinder ist das unmöglich. Manchmal ist es so, dass sie durch ein Spiel so sehr aufdrehen, dass es kaum anschließend wieder ruhig zu bekommen ist, in einer anderen Klasse bringt das gleiche Spiel nicht nur viel Freude sondern auch Lernerfolg. Erwachsene finden das Spiel vielleicht nicht ansprechend, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sie dabei völlig aufgedreht werden.

    Oder Beispiel: Umziehen im Flur um nach draußen zu gehen. (Unterrichtsgang, Sport...) Fast alle Kinder sind im Flur laut, das stört den Unterricht in den Nachbarklassen sehr. Ich bitte sie zurück in den Klassenraum, erkläre noch einmal, warum das stört und bitte sie leise zu bleiben. Im Flur wird es erneut unruhig. Ich bitte sie wieder herein, schicke nur noch kleine Gruppen hinaus zum Umziehen. Wir brauchen 15 Minuten, dies fehlt an der eigentlichen Zeit für das Unterrichtsthema. Solche Dinge wurde mir von Eltern schon als "Kollektivstrafe" vorgeworfen. Bei Erwachsenen fände ich ein solches Verhalten unverschämt, bei Kindern gehört es zum Lernprozess. Trotzdem sind natürlich die Kinder "gestraft", die bereits beim ersten Versuch leise waren. Ich finde auch durchaus, dass es zu diesem Lernprozess gehört, den Kindern zu erklären, dass jetzt deutlich weniger Zeit für die eigentliche Aufgabe bleibt.

    Allerdings sind wir jetzt wirklich weg vom eigentlichen Thema. ?(

    Danke moose für diese tolle Beschreibung! Manchmal komme ich mir schon sehr unfähig vor, wenn ich lese wie einfach das alles gehen soll.

    Weder ist mein Blickfeld groß genug noch kann mein Gehirn, das ja auch mit dem Unterrichtsinhalt beschäftigt ist, so viele Informationen auf einmal verarbeiten.

    Aber genau dieses "Problem" habe ich auch. Und ich finde zwischen ein oder zwei Schüler stören und alle stören gibt es einfach dieses "über die Hälfte der Klasse ist unruhig" und da kann man nicht einfach einen ausschließen. (und je nach Ursache wäre noch zu diskutieren, ob dies dann der richtige Weg ist)

    Wenn ich ein Spiel abbrechen muss, weil die Klasse (viele Kinder) sich nicht beruhigen lässt, sind natürlich alle "gestraft", ich betrachte das aber nicht als Strafe, sondern als Folge. Wie soll ich denn das praktisch alleine anders handhaben? Eventuell wäre es möglich, wenn man häufiger zu zweit in der Klasse wäre.

    Also zu der Ausgangssituation: Ich finde auch, dass es hier in beiden Fällen keine 6 geben darf. Wir hatten einmal eine ähnliche Situation bei unserem Sohn. Ich habe dann Kontakt zum Lehrer gesucht und es hat sich herausgestellt, dass es sich um ein Missverständnis handelte. Vielleicht gibt es bei Euch im Gespräch mit den Lehrkräften auch eine vernünftige Lösung oder Erklärung?

    zum Thema "Kollektivstrafen" würde ich gerne hier unterschreiben.

    Ich denke auch, dass das ungeschickt als Strafarbeit formuliert wurde.

    Wenn der Unterricht mit den geplanten (netten) Methoden nicht läuft, kann man schon mal ein Protokoll zu einer Unterrichtsstunde verfassen lassen. Sicher keine pädagogische Meisterleistung, aber im Deutschunterricht der Mittelstufe gibt es Situationen, wo sich pubertäre Interessen und Leistungsbereitschaft mit den Inhalten und Anforderungen des Bildungsplans nur sehr schwer in Einklang bringen lassen. Mitunter braucht es da auch etwas Druck durch Benotung, sonst erfüllt ein guter Teil nur die absolute Minimalanforderung und ist nicht adäquat auf den nächsten Aufsatz vorbereitet.


    Insofern würde ich mich (in Baden-Württemberg) nicht an der Strafarbeit aufhängen - was allerdings nicht geht, ist eine Leistung zu benoten, die gar nicht erbracht werden konnte, da krank. Das wäre nur möglich, wenn dein Sohn unentschuldigt gefehlt hätte oder Attestpflicht (und kein Attest) hätte.

    und ich denke, das beschränkt sich nicht nur auf den Deutschunterricht in der Mittelstufe sondern auch auf andere Situationen im schulischen Alltag.

    Hallo,

    was erhofft Ihr Euch von einer LRS-Diagnose? Ich denke, das ist die wesentliche Frage. Könnt Ihr damit spezielle Therapie / Nachhilfe bekommen, die es sonst nicht gibt? Wenn ja, ist das leistbar für Deinen Sohn, wenn er schon Ergotherapie und damit besondere Termine hat? Gäbe es in der Schule andere Fördermöglichkeiten?

    In unserem Bundesland ist es in der Grundschule möglich, Noten auszusetzen und Leistungen individuell verbal zu beurteilen, ohne dass eine Diagnose vorliegt. Besondere Förderstunden in der Schule stehen auch nicht zur Verfügung, es sollte sowieso jedes Kind, so weit es möglich ist, individuell gefördert werden. Eine Testung bringt hier also nur etwas, wenn Kinder außerhalb der Schule eine besondere Förderung bekommen können. Aber das kann bei Euch ja anders aussehen.

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich es überlesen habe, aber ich habe noch nicht gesehen, ob Ihr einen Kinderwagen habt. Wenn ja: Wäre ein Kiddyboard nicht eine Option? Meine Kinder fanden das toll. Da ist man schon "groß" sitzt nicht mehr im Wagen aber doch auch noch "klein" und wird mit dem Baby geschoben. Meine Nr. 2 und Nr. 3 sind fast 6 Jahre auseinander und meine damals 6-jährige wollte das Ding unbedingt noch mal am Wagen festgemacht haben, weil sie das toll fand.