Beiträge von mamimo

    Ich glaube, was mir bei der zweiten SwS am meisten geholfen hat, war, dass ich eben keine Hoffnung hatte. Als ich zum ersten Mal mit der Hebamme gesprochen habe, hatte ich gehofft, dass sie mir sagt "ja, super, diesmal machen wir alles anders, das, was du erlebt hast, ist hiermit ausgeschlossen."
    Das hat sie nicht gesagt und zuerst war ich schockiert. Sie hat gesagt "es ist gut möglich, dass es wieder genauso wird. Stell dich darauf ein."
    Ich war entsetzt. Aber letztendlich hat sie mir damit das Vertrauen in sie gegeben und die Möglichkeit loszulassen. Verantwortung abzugeben.

    Ohja, das kann ich so gut nachvollziehen. Ich glaube, genau das brauche ich auch. Eine realistische Person an meiner Seite. Verantwortung abgeben dürfen.


    Leider kommt für mich ein geplanter Kaiserschnitt nicht in Frage, weil das, was so richtig schiefgelaufen ist, der KS selbst war. Sonst würde ich das tatsächlich überlegen.

    Nein, dafür brauchst Du gar nichts aufzuarbeiten, dafür reichen Verdrängung

    Joa, das hab ich quasi in die Wiege gelegt bekommen.. kann ich #freu




    Mir ist gerade etwas klar geworden (hört sich vielleicht ein bisschen verrückt an..):
    Ich glaube, es gibt in mir einen winzig kleinen Ort, an dem die Geburt noch gar nicht zu Ende ist, sondern immer noch gerade geschieht. Ich habe das noch nicht abgeschlossen. Und vielleicht WILL ich es auch gar nicht abschließen, denn dann ist es endgültig vorbei und ich habe definitiv keine Chance mehr den Verlauf zu ändern. Und dann muss ich wirklich als das akzeptieren, was es für mich zu einem großen Teil war: Verletzend und demütigend.


    ABER und das möchte ich irgendwie wohl auch nicht abschließen: Es gab einen Teil der Geburt, der für mich wunderschön war, das war die Anfangszeit, da war ich noch nicht im Krankenhaus. Ich war ganz bei mir, bei meinem Baby, ganz ruhig, die Schmerzen waren stark aber völlig in Ordnung für mich. Das war einfach schön.

    Und manchmal kommt in mir ein Trotz hoch: Wieso sollte ich diese Sch.... erste Geburt überhaupt aufarbeiten?! Denn bestenfalls kann ich doch dadurch wieder in einen Zustand von mehr Offenheit und weniger Angsts vor der geburt kommen? Und genau das war doch schon mein Ausgangspunkt vor der ersten GEburt und hat mich vor rein gar nichts bewahrt #motz
    Ach, mich macht das so wütend macnhmal, dass es so gelaufen ist.
    Und dann lese oder höre ich Berichte von den folgenden versöhnenden, schönen Geburten und denke: Ach mensch, das wünsche ich mir auch so sehr!
    Und ich schaff es einfach nicht zu denken: Ja, so könnte das bei mir auch sein, vielleicht wird es ja so!
    Die Hoffnung ist einfach weg.
    Und ich bin eigentlich ein sehr positiver Mensch. Das habe ich mir hart erkämpft. In Bezug auf eine weitere Geburt ist es irgendwie anders.

    Was für den gesunden Körper der Schmerz, das ist für die gesunde Seele die Angst.

    Danke dafür. Es fällt mir schwer, diese Angst zu relativieren und vielleicht sollte ich das auch einfach gar nicht, sondern tatsächlich sie einfach ernst nehmen. Ich fand auch in der Schwangerschaft am schlimmsten diese Sätze: Ach, du bekommst schon keine Depression (denn da hatte ich auch schon Angst davor), irgendwie schafft man das doch immer und da ist doch dann dein tolles Baby...Wir Frauen sind doch so stark und die Natur hat das so eingerichtet.... blablabla.
    Nein, nicht jede Frau kann nach der Geburt für ihr Kind da sein, so wie sie es möchte oder auch, wie es nötig ist. Nein, manchmal ist es auch gar nicht gut, sowie zb in meiner Kindheit. Die Depressionen meiner Mutter waren schlimm und manches wirkt sich immer noch auf mein Leben aus. Und weil ich eben diese Zusammenhänge selbst erlebt habe, weiß ich eben auch, dass es so wichtig ist, dass es mir gut geht, dass ich nicht in eine Depression abrutsche. Weil ich diese rosa "es-geht-schon-alles-gut-und-das-Leben-mutet-einem-nur-soviel-zu-wie-man-auch-verkraften-kann"-Brille nicht habe.

    Ja das sehe ich ganz genauso.
    Und irgendwie ist ja auch nochmal ein Unterschied: Einerseits die Enttäuschung des eigenen "Leistungsanspruches", die Geburt zu "schaffen" und etwas "richtig zu machen", was man ja eignetlich gar nicht kann, denn wie du schreibst


    Es hat nichts mit "schaffen" oder "nicht schaffen" zu tun. Es ist Glücksache! Entweder es klappt. Oder nicht.

    Das ist die eine Sache, die vielleicht mehr mit Ansprüchen, die wohl auch von Erwartungshaltungen der Gesellschaft geprägt werden, zu tun hat.


    Und andererseits die persönlichen, so privaten Gefühle und Gedanken, die in keine Kategorie eingeordnet werden können oder sogar dürfen, weil sie einfach sind, wie sie sind. Die eigenen Gefühle zur Geburt sind ja irgendwie immer richtig, denn sie sind eben einfach da.
    Und ich fand auch sehr demütigend, dass ich kurz nach der Geburt immer wieder auf Unverständnis gestoßen bin, wieso ich denn nicht strahle und leuchte und eine überglückliche Mami bin mit meinem wunderbaren Kind.
    Ja, mein Kind ist wunderbar. Aber die Geburt dieses wunderbaren Kindes ist einer der schwärzesten Tage meines Lebens.
    Und DAS macht mich so unglaublich traurig. Denn es sollte ein Freudentag sein.


    Und ich würde sehr gerne einen solchen Thread haben, einen Ort für diese Traurigkeit ohne Wertungen.

    Es ist wirklich schade, dass so viele Frauen keine private oder sogar professionelle Menschen haben, mit denen sie die belastenden Ereignisse aufarbeiten können.

    Ja, da sehe ich auch so unglaublich viel Bedarf und ich glaube, man könnte soviel Folgeprobleme auffangen. Ich bin gerade auf der Suche danach und hoffe wirklich, jemand passenden zu finde.


    Da ich Realist bin, hat es mich nicht überrascht, dass es wieder ein KS wurde. Aus den gleichen Gründen, wie beim ersten Mal.

    Die Befürchtung habe ich bei mir auch :( Ich weiß aber noch nicht, ob es realistisch ist oder eigentlich mehr meine Angst. ICh schätze dafür brauche ich, wie einige auch geschrieben haben, eine professionelle Begleitung dabei, meine Geburtsbericht nochmal durchzugehen. Den müsste ich erstmal beantragen. Davor habe ich auch so eine riesen Angst. Weniger vor dem Kontakt mit dem Krankenhaus, sondern einfach das zu Lesen, was darin steht.
    Wattwurm, das klingt wirklich stark, dass du aus deiner zweiten Geburt trotz allem die Kraft schöpfen konntest, um dich mit deiner ersten zu versöhnen. Und das finde ich einen wichtigen Satz:


    Ich wollte mir von diesem Ereignis nicht auch noch meine Familienplanung verändern lassen.

    Ja. Eigentlich wollte ich immer zwei. Stimmt. Ich glaube, echte Wut kann einem auch viel Kraft geben.

    Ich kann für Rahmenbedingungen sorgen, die mir im Vorhinein gut und sinnvoll erscheinen


    Ja, das möchte ich auch auf jeden Fall wieder machen. Tatsächlich muss ich mich wohl von dem Gedanken verabschieden, dass es eifnach kommt, wies kommt. Da spielt sicher mein Perfektionsanspruch eine gewisse Rolle und auch der Gedanke, ich hätte mich zu wenig angestrengt, hätte doch eine Lösung finden müssen. Rational weiß ich ja, dass das Quatsch ist....


    Silbermöwe,an diesem Punkt bin ich wohl noch nicht. Noch ist meine Angst davor, dass ich mit einem weiteren Schlag (und so würde ich eine ähnlich ablaufende Geburt wohl erleben) nicht umgehen könnte. Nicht umgehen würde in meinem Fall bedeuten, dass ich Angst hätte, (wieder) eine Depression zu bekommen und so nicht für meine Kinder da sein zu können, was eine Wiederholung meiner eigenen Kindheit gleichkäme. Oh, das ist mir gerade erst klar geworden! Denn meine Mutter hatte teils auch sehr schwere und schlimme Geburten, bei meiner wäre sie beinahe verblutet, und sie redet darüber abgeklärt und irgendwie gefühlskalt, aber eben auch: Das Kind haben ist wichtiger als "diese Befindlichkeiten". Ich vermute daher meine immer wiederkehrende Frage, ab wann etwas wikrliche Stärke durch Reflexion und Bewusstmachen wie bei dir, Silbermöwe, ist und ab wann es einfach Verdrängen und Hilflosigkeit ist.
    DAnke.
    Liebe Grüße,
    Mamimo

    Ich weiß nun gar nicht, wie ich all euren Berichten gerecht werden soll. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich einfach auf die Gedanken antworte, zu denen mir spontan was wichtiges eingefallen ist. Ich merke gerade, dass ich es gar nicht so leicht finde, in einem Forum zu kommunizieren, da ist Neuland für mich #schäm Also ich finds echt toll hier bei euch, soviel gute Gedanken und Impulse!
    Bei mir wars so, dass ich mich auf die erste Geburt eigentlich schon gut vorbereitet hatte, ich hatte tolle Hebammen und ein Geburtshaus, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Ich habe mich mit meinen Ängsten auseinandergesetzt und mit meinen Wünschen die Geburt betreffend. Einen Geburtsplan hatten wir auch.
    Am Ende wurde es dann ein Kaiserschnitt auf Grund verschiedener Dinge, die sehr unglücklich zusammen kamen. Ein Hauptgrund war aber, dass ich den Bezug zu mir und der Geburt verloren habe, weil ich mich dort im Krankenhaus sehr ungeschützt gefühlt habe.
    Ich wüsste irgendwie nicht so richtig, wie ich mich auf eine weitere Geburt anders oder besser vorbereiten soll.
    Ich überlege nun immer wieder, ob ich mir beim nächsten Mal eine Beleghebamme suchen soll oder doch nochmal hoffen, dass es im Geburtshaus oder sogar zuhause klappt. Allerdings ist jetzt eben aufgrund der ersten Geburt alles anders.
    Ich möchte auf jeden Fall das Erlebte irgendwie integrieren. Einfach zu einer Erinnerung werden lassen. Eine unter vielen. Nicht mehr diese immense Intensität. Dieses Loch, in das ich doch immer noch ab und zu falle, das so tief erscheint, dass ich lieber nicht genau hinsehen will. Ich wünsche mir, dass ich irgendwann Frieden schließen darf damit. Und ich glaube, ich bin so langsam dabei, sonst hätte ich euch diese Frage nicht gestellt #ja


    Ich habe nochmal darüber nachgedacht, was ich eingangs gefragt hatte: Wie kommt man zu einem solchen Satz, der die Geburt selbst nicht so wichtig erscheinen lässt, wie die Tatsache, ein weiteres Kind zu haben.
    Einerseits sehe ich darin eine Stärke, die über die Schmerzen und die Traurigkeit hinwegsehen gelernt hat, die das Schöne überwiegen lässt. Aber wann ist es diese Stärke und wann ist eine Bitterkeit bzw. enttäuschte Hoffnungen? Oder Traurigkeit, die nicht gelebt wurde?


    Danke, dass ich hier ein wenig meine Gedanken ordnen darf. Ich schick das lieber erstmal ab, damit es nicht verschwindet....


    liebe Grüße,
    mamimo

    Ihr seid toll, so lieben Dank für eure Erfahrungen unds Mutmachen. Ich bin gerade auf dem Sprung und möchte heut abend mehr schreiben, aber kurz was zu dem einen Aspekt, zu dem einige was geschrieben haben:
    Ich hatte bewusst geschrieben, erste geburt traumatisch und dann eben wie gehts mit der zweiten, weil ich dachte, wenn man vorher schon eine oder mehrere geburten hatte, die nicht schlimm oder sogar schön waren, dann würde sich vielleicht die sicht insgesamt relativieren. Weil man schonmal eine positive Geburtserfahrung gemacht hat und daher weiß, dass das theoretisch möglich ist. ich dachte, dass es dadurch leichter wäre, die Hoffnung wieder aufzubauen.
    Aber anscheinend muss das überhaupt nicht so sein, wie jetzt von euch gelernt habe und wie zb Phönix ja schreibt.
    Natürlich sind alle Erfahrungen, auch die von den folgenden Geburten, hilfreich und interessant und wichtig.
    Danke für diesen Gedankenanstoß!!


    Liebe Grüße,
    mamimo

    Gebären ist bescheiden. Aber was macht schon der eine tag schmerzen für die Jahrzehnte mit kind

    Genau so einen Satz meinte ich #super Wie kommt man zu so einem Satz?!


    Hmm, meine Geburt ist jetzt gute eineinhalb Jahre her. Aber ich finde den Zeitaspekt gar nicht so wichtig, da doch jede an einem anderen Punkt wieder bereit sein kann, unabhängig davon, wie die Geburt war.


    Danke für deine Erfahrung!!

    Liebe Rabinnen,


    ich habe da mal eine Frage und hoffe, sie irgendwie verständlich formulieren zu können.
    Mich würde interessieren, wie eure Gedanken zur zweiten Geburt waren oder sind, wenn die erste traumatisch war. Und zwar die Gedanken sowohl in der Schwangerschaft, als auch davor, zb wenn wieder Kinderwunsch aufkam.
    Ich meine damit, habt ihr positiv gedacht, wart ihr zuversichtlich, dass die nächste Geburt besser laufen wird?
    Oder habt ihr zwar Angst davor gehabt, aber euch zb gedacht: Das wichtige ist, dass ich noch ein Kind haben will, dafür nehm ich eine weitere schlimme Geburt in kauf.
    Hmm, bringt das etwas rüber, was ich meine?


    Ich frage mich das natürlich nicht ohne Grund.
    Meine erste Geburt war besch.... und für mich steht außer Frage, dass ich noch eine Weile brauchen werde, bis ich eine zweite Schwangerscahft angehen möchte. Aber ich frage mich halt, ob ich jemals wieder an so einen (naiven?) Punkt kommen werde, wie vor der ersten Geburt, da war ich so zuversichtlich obwohl ich doch auch Angst hatte. Aber ich war einfach dermaßen positiv eingestellt - das kann ich jetzt gar nicht mehr nachvollziehen #gruebel 8o


    Muss frau, um bereit für eine weitere Schwangerschaft zu sein, wieder Vertrauen in sich, das Leben und den eigenen Körper haben?
    Oder kann frau auch durchaus guten Gewissens schwanger werden, obwohl man sich durch das Erlebte so verändert hat?


    Hmm, ähm, ich glaube, das ist etwas wirr, oder?
    Ich werds trotzdem abschicken und hoffen, dass irgendjemand vielleicht etwas versteht oder auch einen Gedankenanstoß bekommt und was dazu schreibt
    Würde mich sehr freuen #ja
    Liebe Grüße,
    mamimo

    Das hat bei mir tatsächlich auch geholfen (schielt auf ihre Signatur). Ob es ab Kind 2 längsranhaltend war oder ob da das Alter zum Tragen kam, weiß ich nicht - aber mir ist nicht mehr soooo kalt.

    Aha, hab ichs mir doch gedacht. Hmm. So ganz überzeugt mich das aber trotzdem nicht, meine gerade erst neu gewonnene Freiheit durchs nächtliche ABstillen wieder aufs Spiel zu setzen :D

    Ahh Lakritz! Das liebe ich! Salzlakritz....okay, das hol ich morgen.


    Ich trink eigentlich genug, ja und vor allem viel heißen Tee, da trink ich morgens nen Liter.


    Vielleicht hab ich ja auch so ein kaltes Herz #heul #heul

    vor allem Ausdauersport. Das wolltest du jetzt vielleicht auch nicht hören.

    Äh najaaaa. Ich mach ja gerne Sport, wenn ich Lust drauf habe und ich bewege mich eigentlich auch gerne. Aber Ausdauersport fand ich schon immer ..... naja schwierig :D