Beiträge von PaulaGreen

    Kerstin_Pfalz Das Virus breitet sich überall da aus, wo (viele) Menschen zusammen kommen, das sind aktuell schwerpunktmäßig Schulen.

    Ja, überall wo viele Menschen zusammen kommen, breitet sich das Virus aus. Ich frage mich, woher Du die Gewissheit nimmst, dass es schwerpunktmäßig Schulen sind. Das weiss ja noch nicht mal das RKI, das in seinem heutigen Tagesbericht weiterhin schreibt:


    "Bundesweit gibt es in verschiedenen Landkreisen Ausbrüche, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen. So werden z.B. wieder vermehrt COVID-19-bedingte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. Zusätzlich kommt es in zahlreichen Landkreisen zu einer zunehmend diffusen Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in die Bevölkerung, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln"


    Ich würde mir wünschen, vielleicht etwas umsichtiger beim Herstellen kausaler Zusammenhänge zu sein. Aktuell sind für 75% der Fälle die Infektionsketten weiterhin unklar.

    PaulaGreen in BAWÜ ist es derzeit so, dass sich 10 Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Mehr Haushalte dürfen es sein, wenn gerade Linie verwandt ist (Großeltern, Kinder, Enkelkinder), aber trotzdem nicht mehr als 10 Personen. (erwachsene) Geschwister, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen sind alles keine gerade Linie.

    Wir dürften uns bei meiner Mutter mit meiner Schwester und Partner und meinem Bruder treffen (wären dann 10 Personen aus vier Haushalten), bei uns würde die gleiche Konstellation nicht gehen, weil meine Geschwister keine gerade Linie sind (bei meiner Mutter wären wir alle Kinder und Enkelkinder). So hatte ich das gelesen, mein ich. Vielleicht hab ich das auch falsch verstanden.


    Aber zurück zu den zwei Tagen zusätzliche Ferien. Ich glaube nach wie vor nicht daran, dass man groß Weihnachten feiern lässt. Es kann sein, dass man für Verwandtschaft etwas lockert, vielleicht die Personenanzahl.... aber da glaub ich noch nicht dran. Und ehrlich, dann kann man das mit den zusätzlichen Tagen auch einfach lassen.

    Ich schrieb ja, dass es aktuell diese Ausnahme mit mehr als 10 Personen nicht gibt, im Frühjahr jedoch einer der ersten Punkte war, der ausschließlich für Verwandte gelockert wurden. Deshalb meine Befürchtung, dass die Schulen zwei Tage früher schließen werden, um genau DIESE Lockerung (Familienfeiern) möglich zu machen und Menschen ohne erweiterte Familie mal wieder weniger Kontaktmöglichkeiten zugesprochen werden.

    Patchwork galt insofern, dass ich mich bei geschiedenen Eltern mit meinem Vater+ meiner Stiefmutter (da ein Haushalt), meiner Mutter und meinem Stiefvater, etc gleichzeitig hätte treffen dürfen. Wenn mein Vater aber schon gestorben wäre, hätte meine Stiefmutter ohne meinen blutsverwandten Vater wohl nicht kommen dürfen. Absurd....

    Ich denke es wird mit dem verfassungsrechtlich verankerten besonderen Schutz der Familie begründet - mit dem auch eine völlig veraltete Bevorzugung verheirateter Paare gegenüber unverheirateten Paaren begründet wird- wobei das jetzt wirklich sehr off topic wird.

    Fiawin hier in BaWü gab es bis Juni oder so erhebliche Unterschiede zwischen Freunden und Verwandten. Aktuell gibt es diese nicht. Damals galt: Grundsätzlich max. 2 Haushalte UND nicht mehr als 10 Personen. Ausnahme waren jedoch Treffen mit Familie - da gab es bei gerader Linie und Geschwister samt der im Haushalt lebenden Personen weder eine Haushalts- noch eine Personenbeschränkung. Ich hätte mich also mit meinen Eltern, den Eltern meines Mannes, all unseren Geschwistern samt deren Kinder treffen können, aber mein Sohn nicht mit 2 Freunden aus 2 verschiedenen Familien gleichzeitig (weil 3 Haushalte) .


    Das war, wie Runa es perfekt ausdrückt, die Fixierung auf das klassische traditionelle Familienmodell.


    Die Gemeinsamkeit zum geplanten früheren Ferienbeginn ist, dass es sich (wieder) an den Bedürfnissen klassischer Familien, die sich an Weihnachten treffen wollen, orientiert. Ein Kind ohne Familie hat sozial sicherlich mehr von 2 weiteren Tagen Schule, mit Freunden und Film und sozialem Miteinander.


    Zumal ich davon ausgehen, dass bei einer möglichen Lockerung der Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten, erneut zwischen Bluts- und Wahlverwandschaft unterschieden wird.

    Es muss doch keiner Daheimbleiben. Die Kleinstfamilie kann dann all das nutzen was leer ist, weil sich alle einigeln.


    In NRW gibt es und gab es im übrigen auch noch nie in der Privatwohnung Kontaktbeschränkungen.

    Da kann sich also treffen wer immer lustig ist. Ob das schlau ist, ist eine andere Sache. Aber das trifft ja auf alle zu.

    Hier in BaWü wird zwischen privaten und öffentlichen Raum nicht mehr unterschieden. Ih darf mich egal wo max. mit einem weiteren Haushalt treffen


    Und da alles zu sein wird, kann die Kleinstfamilie vermutlich garnichts nutzen. Und wie gesagt, ich gehe davon aus, dass die Kontaktbeschränkungen nur für Verwandte gelockert werden.

    Naja, wo jetzt bei Weihnachten Blutsverwandte Familie einer Patchwork-, Wahl- oder sonst was- familie oder Freunden vorgezogen wird, weiss ich nicht.


    Im übrigen genießen die muslimischen Familien, die ich kenne die Weihnachtstage durchaus. Einfach als unkomplizierte Familienzeitschrift, oft mit Geschenken für die Kinder.


    Einsame Menschen zu Weihnachten ist immer eine Tragödie, was das aber mit Schulkindern zu tun, erschließt sich mor nicht. Einsame Menschen haben i.d.R. keine Schulkinder.

    Auch hier: eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind und keiner Verwandtschaft würde ich schon als tendenziell einsam bezeichnen.

    Ich habe doch den Eindruck, dass man versucht, immer mal irgendwem gerecht zu werden. Irgendjemand muss sich immer einschränken. Weil jemand anderes im Zentrum steht.


    Mir ist auch nicht klar, warum zwei Tage ohne Schule für Menschen ohne Familie mehr Einsamkeit sein soll?


    Ich glaub, ich hab den Beitrag nicht verstanden.#gruebel

    Weil sich alle daheim einigeln um ihre Verwandten zu treffen und eine Kleinstfamilie ohne Verwandten zwei Tage länger daheim sitzt und ihr die Decke auf den Kopf fällt. Und ich würde fast Wetten abschließen, dass die bisher bestehenden Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten ausschließlich für Verwandten in gerader Linie sowie Geschwister gelockert werden....

    Ich hab das eher so verstanden, dass man mehr den Fokus auf Kontaktreduzierung legen sollte, damit man eben dann an Weihnachten sicher ist,

    So verstehe ich das auch.


    Wobei ich das auch ziemlich christlich-zentristisch finde (sagt man das so?). In der Klasse, in der mein Mann ein autistisches Kind begleitet, ist eben dieses Kind eines von dreien ohne Migrationshintergrund und eines von vier christlich getauften Kindern. Für die Familien der anderen hat Weihnachten kaum eine Bedeutung (das ist jetzt nicht meine Interpretation, sondern die Lehrerin hat mit den Kindern darüber gesprochen). In manchen Kulturkreisen sind z.B. vielmehr Hochzeiten der Anlaß dafür, daß die erweiterte Familie zusammenkommt. Solche Hochzeiten waren in diesem Jahr zeitweise verboten, zumeist stark verpönt. Und jetzt geht man davon aus, es sei im Sinne "aller", im November fast dicht zu machen, damit im Dezember Weihnachten gefeiert (und vorher kräftig dafür geshoppt) werden kann, und man streicht die beiden letzten Schultage, um noch mehr Sicherheit zu erreichen (oder zu suggerieren).

    DAS! Möchte ich einfach dick unterstreichen - und ergänzen darum, dass es -wieder mal- eine sehr familienzentrierte Sichtweise ist. Für Menschen, die nämlich vielleicht keine Herkunftsfamillie haben oder keinen Kontakt haben, für die Weihnachten vielleicht ohnehin ein sehr einsames Fest ist und die sich fragen, wie sie die verdammten Feiertage rumbekommen, bis endlich wieder ihre Freunde Zeit für Freunde und nicht Eltern, Geschwister etc. haben, für die sind es zwei Tage länger Einsamkeit.


    Während der ganzen Corona Maßnahmen empfand ich es extrem diskriminierend, wie zwischen Bluts- und Wahlfamilie unterschieden wurde. So war es während des 1. Lockdowns die ganze Zeit erlaubt, sich mit einer unbegrenzten Zahl Verwandten in gerader Linie zu treffen und recht schnell nach dem Lockdown, als es generell hieß max. ein weiterer Haushalt waren Geschwister plus deren Familien in unbegrenzter Zahl in privatem Rahmen auch erlaubt. Es wäre einer 4-köpfigen Familie also erlaubt gewesen, sich mit Eltern (2 Pers.), Schwiegereltern (2P) und 4 Geschwisterfamilen mit jeweils 4 Personen, zusammen also 24 Personen zu treffen, wohin gegen 3 Familien ohne Herkunftsfamilie, die vielleicht nur aus jeweils 2 Personen bestanden, und die sich als "Wahlfamilie" definieren, sich nicht treffen durften.

    Juana rein schultechnisch war für uns das Wechselmodell mit wochenweise Wechsel ok. Ich vermute auch besser als tageweise. Bei uns fiel halt der HB-Zug weg - das war in Mathe sehr doof, denn es gibt ja Gründe warum man das macht - grundsätzlich jedoch verschmerzbar - ist halt Pandemie.

    Letztendlich war es in erster Linie emotional sehr belastend. Dem Großen war ohne den kleinen Bruder extrem langweilig und er ist mir quasi auf dem Schoß gehockt. Ihm haben die sozialen Faktoren der Schule sehr gefehlt und in den Wochen mit Unterricht war er viel ausgeglichener und zufriedener.

    Nochmal - ich hoffe wertschätzend- zum Thema Arbeitsschutz. Arbeitsschutz- und Gedundheitsschutz beinhaltet ja explizit auch die psychische Komponente. Und wenn man, wie hier vorgeschlagen, den Arbeitsschutz von LuL z.B. durch Wechselunterricht verbessern würde, würde es zwangsläufig eine deutliche psychische Gefährdung für zigtausende andere Arbeitnehmer nach sich ziehen. Es geht im Zweifelsfall nämlich garnicht, neben 8h täglichem Homeoffice auch noch mehrerer Kinder gleichzeitig nicht nur zu betreuen, sondern auch - und sei es nur organisatorisch - beim Aufgaben bearbeiten zu unterstützen. Und wenn da n noch ein Kind mit besonderem Bedarf dabei ist, oder der Elternteil eine Beeinträchtigung hat oder einfach nur allleinerziehend ist, dann ist der psychische Kollaps vorprogrammiert.


    Von den mannigfaltigen Gefährdungen für die Kinder, die, wenn die Eltern Präsenzpflicht haben, stundenlang dich selbst überlassen sind (siehe das Beispiel von Janos), rede ich garnicht erst.


    Und da möchte ich einfach auch mal sauer werden dürfen, wenn einerseits von Lehrern gerne Arbeitsschutz gefordert wird, dieser aber im Zweifelsfall mit der Gesundheit von berufstätigen Eltern und ihren Kindern bezahlt wird.


    Letztendlich muss es eine Interessensabwägung sein und die hängt sicherlich eng mit dem Alter der Kinder zusammen - eine Gruppe 17-jähriger ist für die Lehrkraft sicherlich infektologisch wesentlich riskanter als eine Gruppe 8-Jähriger und gleichzeitig sind die 17-jährigen wesentlich unabhängiger von Betreuung als die 8-jährigen.


    Von all dem abgesehen würde mich jedoch speziell von den LuL interessieren, wie sie selbst bei einem Wechselmodell die Betreuung der jüngeren Kinder sicherstellen würden? Vielleicht insbesondere Alleinerziehende oder mit präsenzpflichtigem Partner.

    Hier bei uns steigt schon auch der Druck von Eltern- und SuS-Seite, zum Wechselmodell überzugehen. Es sind ja nicht nur die Lehrkräfte, die sich mit der Situation unwohl fühlen. SuS und Eltern ebenso, meines Erachtens die Mehrheit. Ich finde das Wechselmodell einen guten Kompromiss zwischen "ganz zu" zwecks Gesundheitsschutz und "ganz offen" zwecks optimaler Betreuung. Mit Notbetreuung z.B. durch Studierende und ansonsten halbe Klassen im wöchentlichem Wechsel könnte ich ganz prima Unterricht machen. Es wäre auf meiner Seite mehr Arbeit, aber im Rahmen und auch für längere Zeit leistbar.


    Zur Einordnung: Ich spreche von einer weiterführenden Schule und speziell aktuell von meinen SuS, die in Klasse 8 und höher sind.

    Schau, ich spreche von SuS bis Klasse 7.

    Naja, in dem Moment in dem Schule geschlossen auf auf Hybrid umgestellt werden würden, um LuL zu schützen, würden die (psychischen) Gesundheitsgefährdungen für berufstätige Eltern größer werden.

    Das erschließt sich mir nicht.

    Rammelvolle Klassen und Superspreader-Lehrkräfte (die in vielen Lerngruppen unterwegs sind) führen unweigerlich dazu, dass irgendwann die Schulen tatsächlich wieder dicht sind. Und das verkleinert dann die psychischen Gesundheitsgefährdungen berufstätiger Eltern? (Übrigens können auch Lehrkräfte schulpflichtige Kinder haben).

    Naja, genau an dem Punkt scheiden sich ja die Geister... Für mich ist gerade im betreungsnotwendigen Bereich bis Klasse 7 nicht klar, inwieweit diese jüngeren Kinder ins Infektionsgeschehen involviert sind. Ich gehe momentan eher davon aus, dass sie es nicht sind.