Beiträge von PaulaGreen

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    Meines Eindrucks sind weit größere Hinderungsgründe als das soziale Umfeld (das sich ja doch oft bewahren ließe ) zum einen die angehäuften Konsumgüter, die vollgepackt sind mit Erinnerungen und aus Sicht der Nachkriegsgeneration ja doch noch von irgendwem gebraucht werden könnten. Zum anderen kenne ich viele in meinem Alter, die schon jetzt sagen, dass sie im Alter auf jeden Fall km eigenen Häuschen bleiben wollen, um dann Platz zu haben für den Besuch der Kinder und Enkel. Die Genossenschaft bei uns hat sogar extra eine Ferienwohnung geschaffen (wohl um für die Senioren Anreize zum genossenschaftsinternen Umziehen zu bewegen), ich glaube es hat nichts gebracht #weissnicht

    Ohne Verpflichtung funktioniert es offenbar nicht. Die älteren Bewohner eines räumlich recht ähnlichen Viertels hier saugen offenbar lieber weiterhin den dritten Stock und lassen die Kleinkinder durch die Gärten toben :(

    Diese Idee, dass man durch Verzicht auf einen grünen Zweig kommen könnte, sehe ich als eins der beiden größten Hemmnisse, die uns davon abhalten, das Problem wirksam anzugehen.

    Ich denke nicht, dass eine massive Reduzierung des MIP zwangläufig Verzicht bedeuten.


    Das fängt bei guten, auch auf der Fläche vorhandenen, Sharing Modellen an. Es gibt keine Notwendigkeit, dass jeder ein oder mehrerer eigene E- oder Verbrennerautos hat. Eine gute wohnortnahe Sharing Flotte würde ausreichen - spart Fläche für Parkplätze und Energie für Produktion.


    Eine gute Radwegeinfrastruktur, die es ermöglicht, wegen mir sogar mit dem E-Bike, zur Arbeit zu fahren, gibt Lebensqualität - und dann ist der Verzicht auf MIP kein Verzicht.


    Ich denke, wir müssen uns auf allen Ebenen (Wohnen, Mobilität) davon verabschieden, dass wir immer alles selbst besitzen müssen und uns für flexible, der jeweiligen Lebenssituation angepasste, klimafteundlichere Alternativen entscheiden.

    Talpa Das hört sich gut an. Über genau so ein Modell haben mein Mann und ich heute diskutiert.

    Hier gibt es lokal eine Wohnbaugenossenschaft, die wirklich tolle kleine Häuser hat (klein aber mit riesigen Gärten, nur wenige Objekte über 120qm)) und einen hohen Bestand an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Das Problem ist allerdings, dass die Häuser immer noch eine sehr alte Mieterstruktur aufweisen, da wohnen dann zwei Rentner auf 170qm und solange die dort wohnen, wird natürlich energetisch nicht saniert.

    Wir haben uns gefragt, welchen Anreiz es bräuchte, damit diese bereit wären, in ein kleineres Objekt zu ziehen (räumlich nah am momentan bewohnten Objekt).

    Bei der Vergabe der Objekte spielt die Familiengröße zwar eine Rolle (Häuser über 120qm gegen erst ab 5 Personen), wenn man jedoch mal drin ist, ist die Personenzahl egal. Wie ist das bei Euch dentechtlich geregelt, dass ihr dann raus müsst? Hier würde vermutlichvalle erwachsenen Kinder einfach mit Erstwohnsitz gemeldet bleiben....

    Da stimme ich Dir vollkommen zu. Ich möchte und kann diese Verantwortung auch nicht allein tragen. Das wollte ich hiermit zum Ausdruck bringen.

    Da braucht es aus meiner Sicht deutliche politische Maßnahmen und Einschränkungen. Ich selbst lebe ja auch nicht radikal, wenn es jedoch eine radikale Verpflichtung dazu gebe, würde ich mich anpassen und Wege finden.

    Xenia die "Einschränkung", dass die Menschen ein E-Auto fahren, ist tatsächlich nicht wirklich eine Einschränkung - sie ist jedoch nicht wirklich zielführend. Denn selbst wenn es ergänzend dazu verpflichtend wäre, auf alle Häuser Solarenergie zu packen, mehr Windkrafträder zu bauen, etc. käme immer noch der massive CO2 Ausstoß dazu, den es kostet, diese Autos überhaupt erst zu produzieren.

    Die Lösung kann hier nur heißen entschieden weniger MIP. Und das ist dann sehr wohl eine Einschränkung.


    Das gleiche gilt für Häuser gut isolieren. Natürlich ist das keine wirkliche Einschränkung. Wenn man sich jedoch anschaut, wie viele älteren Menschen auf viel zu viel Platz in schlecht isolierten Einfamilienhäusern leben und deren Kinder dann, weil das Elternhaus schon belegt ist, ein neues (energieeffizientes) Einfamilienhaus auf der grünen Wiese bauen und sich dann fragt, was es für Einschränkungen bedeuten würde, hier was zu verändern (keine weiteren Neubaugebiete mehr zulassen), sieht die Einschränkung schon ganz anders aus.


    Mir leutet auch nicht ein, warum es unbedingt ein Einfamilienhaus auf dem Land braucht, um saisonal eigen genutztes Gemüse anzubauen. Den Platz könnte man viel besser für reine Gärten verwenden und die Menschen, die auf viel weniger Platz in einem.Mehrfamilienhaus wohnen, fahren mit Fahrrad und Anhänger oder Lastenrad dorthin, um ihre Gemüse anzubauen.


    Jono ich bin vollkommen bei Dir, was die Subventionierung von klimafreundlichem Konsum betrifft. Ja unbedingt.

    Die Rolle der Industrie kann man meiner Meinung nach jedoch nicht isoliert von den Verbrauchern betrachten, denn eine Fleischindustrie produziert ja nur, weil es einen Markt dafür gibt (Und gerade beim Billigfleisch spielen die Haustiere ja eine nicht zu unterschätzende Rolle).

    Die Stahlindustrie produziert (Überraschung:P) ihr Produkt in nicht unerheblichen Maß für Autos (überraschender Weise auch E-Autos), Flugzeuge, Kreuzfahrschiffe, .... Und für Fabriken, die diese dann herstellen. (Und natürlich auch noch für Waffen und weiteren Schrott). Wenn man dort weniger subventioniert oder höhere Abgaben einführt oder mehr Auflagen macht (Ja, bitte, gerne, dringend!!!) wird das deutliche Einschränkungen für uns Verbraucher bedeuten.

    Die ja beide sehr heiße Eisen behandeln. Besonders das Thema Häuschen im Grünen geht ja schon sehr an die individuelle Entscheidung und Lebensführung heran. Da liegen natürlich auch viele Widerstände.

    Ich denke, wir müssen uns bewusst machen, dass nahezu ALLE notwendigen Schritte stark in die individuelle Lebensführung eingreifen.


    Corona zeigt ja sehr gut, was Krisenbewältigung, Katastrophenabwendung wirklich bedeuten: Massivste Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben. Und genauso wenig wie wir mit ein bisschen Abstand und Händewaschen diese Krise bewältigt haben, werden wir mit ein bisschen Plastik sparen und ab und an mal Rad fahren der Klimakrise Herr werden. Da braucht es aus meiner Sicht deutliche politische Maßnahmen und Einschränkungen. Ich selbst lebe ja auch nicht radikal, wenn es jedoch eine radikale Verpflichtung dazu gebe, würde ich mich anpassen und Wege finden. Im Gegensatz zu Corona haben wir nicht den hochakuten Handlungsdruck, aber doch immer noch so hoch und akut, dass es ohne Radikalität nicht gehen wird.

    Ich glaube, es ist ein Trugschluss, dass die Nutzung der Technik für bestimmte Zwecke dazu führt, dass Kinder sich analog nicht mehr beschäftigen in der "Freizeit". Ich erlebe eher das Gegenteil, dass sie dann schon die Nase voll haben von Bildschirmzeit und gezielt ihre analogen Aktivitäten suchen, weil sie einfach Bewegung, Abwechslung, ein echtes Geischt, Körperkontakt oder wasauchimmer brauchen.


    Also mein Kind, das von einem analogen Schultag heimkam hat viel eher gefragt: darf ich jetzt mal ans iPad (zum Ausspannen), als das, das schon diverse Bildschirmaktivitäten im Homeschooling hinter sich hat und einfach nur "analog chillen" will.

    Diese Beobachtung kann ich auch bestätigen.

    PaulaGreen Was genau macht Dir an der Vorstellung denn Angst? Hast Du es als negativ in Erinnerung, daß Du als junge Erwachsene das alles nachgeholt hast?

    Ich möchte Dir hierauf noch eine Antwort geben.


    Nein, tatsächlich habe ich in dem Moment, also als junge Erwachsene nicht unter dem exzessiven Konsum gelitten. Für mich hat sich das nicht schlimm angefühlt, im Gegenteil, es war für mich das maximale Gefühl von Freiheit: Zocken und vor allem doofe TV Sachen glotzen so viel ich mag (und noch div. Andere Sachen wie Fastfood, überhaupt Essen, dass nicht zwingend selbstangebaut sein muss, sondern auch ein Fertigprodukte sein darf, etc)


    Ich finde es allerdings echt schade, dass mein maximales Gefühl von Freiheit sich aus dem exzessiven Konsum diverser aus Sicht meiner Eltern "schlechter" Dinge gespeist hat. Andere Bedürfnisse, wie Tanzen und Feiern gehen, Reisen etc. kamenerst dann, als ich "satt" war, als ich genug konsumiert hatte.


    Und was ich tatsächlich nicht einfach fand, war, dass ich mir als junge Erwachsene den selbst gesteuerten verantwortungsbewussten Konsum mühsam alleine beibringen musste.


    Und genau diese zwei Punkte wünsche ich mir für meine Kinder nicht.

    Ich möchte, dass sie mit meiner Begleitung lernen können, dass die Verwendung digitaler Angebote viele Seiten hat, sie Hilfs- und Arbeitsmittel sind. Dass man damit etwas schönes, kreatives schaffen kann. Dass man auch einfach konsumieren und Spass haben kann. Und dass es eben diesen Angeboten noch zigtausend weitere, analoge Angebote gibt, mit denen man arbeiten kann, Spass haben kann, in Interaktion gehen kann, sinnliche Erfahrungen machen kann, etc. ich möchte Ihnen Unterstützung bieten, den verantwortungsbewussten Umgang zu lernen.


    Und ich möchte nicht, dass meine Kinder relativ stumpfsinnige Fernseserien als das maximale Gefühl von Freiheit empfinden, das würde mich sehr traurig machen. Deshalb möchte ich diese Sachen nicht auf einen unerreichbaren Sehnsuchtsgipfel stellen, von dem ab und an genascht werden .darf.


    Ich habe von Dir verstanden, dass Du digitale Angebote per se für Kinder für so schädlich hältst, dass Du es als weniger kritisch bewertest, wenn sie dass dann irgendwann exzessiv verwenden und davor auch keine Angst hast (es ist ja auch kein Automatismus, das war nur bei mir so und ist ja auch keine zwingende Folge und auch ich weiß ja nicht, ob meine Vorgehensweise den von mir gewünschten Effekt hat).


    Und ich bewerte den reflektierten und begleiteten Konsum bei Kindern tatsächlich als unkritisch und wollte mit meinen Aussagen auf das Anliegen der TE auch nur zum Ausdruck bringen, dass ihrem Anliegen aus meiner Sicht auch anders als durch Reglementierung begegnet werden kann.


    Für mich kann das gut nebeneinander stehen und es hilft mir, Deine und die Haltung anderer besser zu verstehen.

    Und um Verständnis abzurunden, würde ich tatsächlich gerne auch noch verstehen, warum Du auch langsame, nicht reizüberflutende digitale Angebote wie z.B. digitale Gesellschaftsspiele als Ergänzung zur analogen Variante kritisch siehst. (Ich habe übrigens in meine Auflistung zwei japanische Spiele vergessen, die können meine Kinder tatsächlich nur mit sich selbst oder dem PC machen, weil mein Mann und ich sie schlicht nicht beherrschen).

    Meine Kinder spielen beide Schach im Verein. Bis Corona analog. Sie sind dem Niveau meines Mannes und mir schon lange entwachsen.

    Sie machen oft Übungen in analogen Trainingsheften. Und spielen bisweilen Schach gegen den Computer im optimalen Schwierigkeitsgrad. Manchmal spielen sie auch zu Zweit gegen den PC.

    Sie machen also beides - analog und digital.


    Eines der größten Hobbies meiner Kinder sind Gesellschaftsspiele. Sie kennen nur wenige Gleichaltrigen, die dieses Interesse in diesem Maß teilen. Ich kann das auch nicht in dem Maße, wie sie es möchten, bedienen.

    5 der 10 von mir genannten PC -Spiele sind digitale Umsetzungen realer Gesellschaftsspiele, die wir auch alle besitzen und spielen. Meine Kinder ziehen ein analoges Spielangebot dieser Spiele in den allermeisten Fällen dem digitalen vor. Das machen wir auch oft. Und manchmal (tatsächlich oft sogar täglich) gehen sie ergänzend dem digitalen Angebot nach.


    Da blinkt nicht viel, da gibt es keine Reizüberflutung. Ich habe tatsächlich noch nicht verstanden, was da als Ergänzung zu vielen anderen Freizeitbeschäftigung dagegen spricht.

    casa ich antworte Dir gerne später. Ich m,chte darüber noch ein bisschen innerlich reflektieren.


    Ti.na wirklich ernsthaft: bitte hilf mir, zu verstehen, was ist für Dich der Unterschied ist, ob ein "Jugendlicher zockt" oder ein 7-jähriger Spiele wie Schach, Wort-Guru, Zug-um-Zug, Akinator, Rummy-Cup, Minecraft kreativ, Sagrada, Ganz-schön-clever, Welt-Geographie und hin und wieder auch Brawl-Stars digital spielt (ich habe jetzt relativ vollständig die Spiele Palette meine gerade 8-jährigen runtergetippt, das war sich auch schon vor 6 Monaten).

    dass der stumpfe Konsum von mir im jungen Erwachsenenalter exzessiv nachgeholt wurde

    Das beunruhigt mich nicht. Wenn sie als junge Erwachsene stundenlang zocken wollen - okay. Von mir aus auch ab 14, als Jugendliche,

    Danke, dass Du das schreibst, denn es hilft mir, Dich zu verstehen. Denn tatsächlich ist das eine meiner Ängste.

    Was nicht heisst, dass meine Kinder unkontrolliert zocken. Ich habe einfach das Gefühl, durch das Anbieten und Bereitstellen von aus meiner Sicht sinnvollen und attraktiven digitalen Angebote (Stop-Motion, Fischer-Technik, Minecraft kreativ Modus) dieser Sorge vorzubeugen. Ob es funktioniert, weiß ich leider nicht, aber es verringert meine Angst.

    Aber es gibt hilfreiche Kompetenzen, wenn man den Computer als Werkzeug benutzt, z.B. eine Lernplattform effektiv zu nutzen, Dokumente/Präsentationen zu erstellen, Videokonferenzen zu moderieren, eine gute Internetrecherche auszuführen, Musik/Videos aufzunehmen und zu schneiden, eine Anwendung zu programmieren, ein Konto online verwalten, eine Datenbank zu erstellen und zu nutzen, eine Homepage zu betreiben, ...

    Ich fürchte, es ist mir nicht gut gelungen auszudrücken, was ich mit Aufbau basaler Kompetenzen meinte. Frieda schafft das besser, genau das meinte ich.


    Und ich finde, das geht auch bei jüngeren Kindern schon gut. Mein 8-jähriger

    - gestaltet kleine Stop-Motion-Filme inkl. Hintergrund optisch und akustisch

    - kann sich mit Freunden selbständig über Skype unterhalten

    - fängt an mit Powerpoint

    - sucht sich selbständig Bilder für sein Papier-Präsentationsplakat

    - programmiert Fischer-Technik

    -etc.,


    Alles nichts weltbewegendes, jedoch der Anfang von digitaler Kompetenz.


    Bei uns gibt es übrigens keine unregulierten Medienzeiten, es gibt jedoch auch keine fixen Limitierung. Wenn die Kinder was machen möchten, fragen sie, dann wird besprochen was sie machen möchten, was sie heute sonst noch so gemacht haben, etc. und dann wird situationsbedingt entschieden und auchein Mittelweg gesucht.

    1. durch den Seltenheitswert ist Filmgucken für die Kinder hier ein absolutes Highlight und bekommt dadurch einen Stellenwert, den es - in meinen Augen - überhaupt nicht verdient. Kinder, bei denen daheim die Glotze dauernd läuft, blühen bei uns regelrecht auf und schwärmen ewig noch vom Lagerfeuer bei uns, das für unsere Kinder schon gar nicht mehr so spannend ist. Dafür hat J. von unserem mehrtägigen Aufenthalt in Köln von vor ein paar Jahren weder den Dom, noch den Rhein, auch nicht die Dampfschifffahrt und erst recht nicht die beiden Museen in Erinnerung, kriegt aber heute noch leuchtende Augen, wenn er von dem Handtaschengeschäft in der Innenstadt erzählt, in dessen Schaufenster ein Trickfilm lief, mit Ton! Und die bewegte Werbung an den U-Bahn-Haltestellen! #eek

    Und nie, nie, nie würden meine Kinder auf ihre DVD am Wochenende verzichten. Das ist ihnen so hoch und heilig wie sonst nichts. (Und das war es ja nicht unbedingt, was ich bezwecken wollte...)

    Das hier trifft es sehr gut, was ich nicht möchte.

    Wir hatten lange keinen Fernseher (weil mein Mann und ich keinen Bedarf hatten) und hatten dann auch im Urlaub die Situation, dass der das Highlight für eines der Kinder war. Jetzt haben wir einen, damit es Normalität wird und an Bedeutung verliert.

    Ich hatte als Kind wenig Zugang zu damals modernen Medien - ich bin bei meiner besten Freundin stundenlang vor deren Commodore und dem Kabelfernsehen versumpf.


    Ich finde das sowohl als auch so wichtig: Sie spielen Lego UND Minecraft. Sie lesen griechische Sagen UND schauen die ARTE Doku. Etc.


    Und natürlich soll da jede Familie ihren eeigenen Weg gehen, meine Haltung ist sicherlich sehr geprägt aus einer eher medieneinschränkenden Herkunftsfamilie und der Erfahrung, dass zum einen bestimmte wichtige Skills zu einem bestimmten Zeitpunkt gefehlt habe und zum anderen, dass der stumpfe Konsum von mir im jungen Erwachsenenalter exzessiv nachgeholt wurde.

    Die Frage ist ja, was man unter "IT-Kenntnisse" versteht.

    Einen Computer anmachen, eine Videokonferenz starten, eine Internetrecherche machen, Zehn-Finger-Schreiben, einen Algorithmus programmieren, Online-Shopping, Stopp-Motion-Filme zusammenstellen, Lernprogramme nutzen, sich mit Datenschutz auskennen, eine Homepage betreiben ...

    Es gibt nicht das Eine, was man da können muss. Und man muss heute auch überhaupt nicht wissen, wie die Technik im Inneren funktioniert. Je nachdem, was man machen will, braucht es entweder nur eine intuitive Nutzung vorhandener Oberflächen oder man braucht Spezialwissen, um z.B. mit einer Anwendung zu arbeiten oder selbst Anwendungen zu gestalten.

    Mit der intuitiven Bedienung wachsen unsere Kinder ganz selbstverständlich auf. Das ist nicht vergleichbar mit komplexen Lernprozessen, wie ein Instrument spielen oder eine Sprache lernen. Da gibt es nichts groß zu lernen und die Inhalte und Techniken ändern sich so schnell. Eine Geige bedienst Du heute noch genauso wie vor 100 Jahren. Die Bedienung eines aktuellen Smartphones konnte man sich so vor 10 Jahren noch nicht vorstellen, wie es heute funktioniert. Und das Spezialwissen ändert sich so rasant mit der Technologieentwicklung, dass es innerhalb kürzester Zeit veraltet ist.

    Und wie Ti.na schreibt, braucht man analoges Grundlagenwissen, um bestimmte Prozesse zu verstehen, also z.B. wie eine Datenbank funktioniert und was man bei Internetrecherchen beachten muss. Das ist aber unabhängig vom Digitalen ein durchaus analoger Denkprozess.

    Danke, dass Du das aufdröselst.

    Mir geht es in der Diskussion gerade explizit um Basale Kompetenzen - die intuitive Bedienung eines Smartphones, das intuitive Bedienen eines Programmes, etc.

    Ich persönlich kenne sehr viele in meinem Alter die damit kämpfen.

    Und ich Frage mich, wenn Kinder nur sehr reduziert und reglementiert in Kontakt mit PC, Medien, Smartphones, digitaler Technik kommen, wie sie das dann erleben sollen.


    Um beim Musikinstrument zu bleiben: Für meine beiden Erstinstrumente habe ich keinen Bassschlüssel gebraucht. Bei meinem ü40 Instrument brauche ich ihn - und das intuitive Notenlesen im Bassschlüssel bereitet mir mit am meisten Schwierigkeiten. Eine basale Kompetenz, die oftmals Kind nicht ausreichend geübt habe.

    Ich denke auch, dass man das problemlos nachholen kann, bzw. sogar muss, weil die Technik sich so schnell entwickelt, dass die Fähigkeiten von heute in einigen Jahren schon wieder völlig überholt sein werden.

    Ich habe tatsächlich schon mit 14 gewusst, dass ich etwas mit Computern studieren will (das war Ende der 1980er Jahre, da war das noch recht exotisch). Das was ich später Ende der 1990er im Studium gelernt habe, kann ich jetzt im Prinzip nicht mehr groß gebrauchen. Stattdessen ist lebenslanges Lernen angesagt, ich habe allein im letzten Jahr 150 h in Weiterbildung investiert.

    Ich meine mit IT-Kompetenz nicht spezielle Kenntnisse, mir geht es um eine intuitive Bedienkompetenz. Also wie eigne ich mir in neuen Tools /Programmen selbstständig die Bedienung und Problemlösung an.

    Meine Wahrnehmung ist, dass sie damit gerade Menschen, die erst sehr spät mit IT in Berührung kamen, schwerer tun, als Menschen, die es schon früher kamen.


    Um es mit etwas aus der analogen Welt zu vergleichen:

    Ich habe als Kind 2 Musikinstrumente gelernt. Mit 40 habe ich angefangen, ein Drittes zu erlernen. Die Rückmeldung meines Lehrers als auch meine Wahrnehmung sagt, dass mir dies leicht fällt, weil ich schon zwei Instrumente gelernt habe, weil ich 1. Vorkenntnisse mitbringe und 2. Grundsätzlich weiß, wie man übt, wie man lernt.

    Das Gleiche könnte man auch auf Sprachen übertragen.


    Mich würde interessieren, wo ihr, die ihr davon ausgeht, dass man IT Kompetenz auch später von 0 an lernen kann, den Unterschied von genereller IT-Kompetenz zu z.B. der generellen Sprachkompetenz oder der Kompetenz ein Musikinstrument oder ein Handwerk zu erlernen, seht?