Alles anzeigenAlso ich glaube das in gewissen Zusammenhängen schon, denn ich kenne es von mir selbst. Und ich glaube, jeder Mensch, der ehrlich zu sich selbst ist bzw. in der Lage, sich selbst beim Denken zuzusehen, kennt das.
Den Impuls, wenn ein Vorurteil einfach nicht zur Realität passt, sich abzuwenden.
Oder so lange daran herumzudrehen, bis das Vorurteil wieder passt.
Oder zu beschließen, dass derjenige, der mit meinem Vorurteil kollidiert, unsympathisch ist.
An Geschichten, die ich mir über meine eigene Biografie erzähle, auch dann festhalten, wenn die Jahreszahlen bei Überprüfung oder die Erinnerungen der Zeug:innen doch nicht passen.
Alles, was an meine Basisüberzeugungen darüber geht, wie die Welt funktioniert und wer ich bin, wird von meinem Gehirn baldmöglichst angepasst oder erzeugt halt Veränderung-Schmerz.
Ich glaube, dass ganz, ganz viel, was gerade auf der Welt passiert, sich mit kognitiver Dissonanz erklären lässt, die Menschenhirne um jeden Preis vermeiden.
Ehrlichgesagt finde ich mich darin so ganz und gar nicht wieder. Mir fallen gar keine meiner Vorurteile ein, die so dogmatisch sind, dass ich irgendwas zurechtbiegen müsste und nicht als Ausnahme von der Regel abtun könnte.
Aber du bist so eine feine und scharsinnige (Selbst-)Beobachterin, dass ich ziemlich sicher davon ausgehe, dass ich einfach nicht tief genug gebuddelt habe.
Zumindest das mit vermeintlichen Erinnerungen, die im Abgleich mit anderen, die dabei waren, zumindest lückenhaft sind, manchmal sogar falsch bei zumindest einer der beteiligten Personen, weil nicht beides richtig sein kann, das kenne ich auch. Leider fällt mir gerade nur ein Beispiel ein, an dem ich schon seit ein paar Monaten herumknabbere, aber eigentlich ziemlich sicher bin, dass der Fehler bei der anderen Person liegen muss:
Mich hatte jemand kontaktiert, mit dem ich zwischen 1998 und 2000 in Kontakt war, unter anderem einmal mit ihm und seiner Freundin beim Pilzesuchen. Ich weiß noch genau, wo wir waren, ein paar der Pilze, die wir dort fanden - aber er erzählt, dass wir auf der gemeinsamen Rückfahrt von dort Ersthelfende bei einem Unfall gewesen seien. Und daran habe ich 0,0 Erinnerung - das höre ich zum ersten Mal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das vergessen/verdrängt haben soll, und erkläre mir das so, dass er und seine Freundin das bei einer anderen Gelegenheit mit einer anderen dritten Person erlebt haben. Aber leider hat er auf meine Nachfrage zu Details nicht geantwortet.
Anatinae, das klingt auch plausibel (bis auf das mit den mehreren Vegetariern - das ist hier in der Gegend eher unwahrscheinlich...)