Beiträge von huehnchen69

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    Ehrlichgesagt finde ich mich darin so ganz und gar nicht wieder. Mir fallen gar keine meiner Vorurteile ein, die so dogmatisch sind, dass ich irgendwas zurechtbiegen müsste und nicht als Ausnahme von der Regel abtun könnte.

    Aber du bist so eine feine und scharsinnige (Selbst-)Beobachterin, dass ich ziemlich sicher davon ausgehe, dass ich einfach nicht tief genug gebuddelt habe.

    Zumindest das mit vermeintlichen Erinnerungen, die im Abgleich mit anderen, die dabei waren, zumindest lückenhaft sind, manchmal sogar falsch bei zumindest einer der beteiligten Personen, weil nicht beides richtig sein kann, das kenne ich auch. Leider fällt mir gerade nur ein Beispiel ein, an dem ich schon seit ein paar Monaten herumknabbere, aber eigentlich ziemlich sicher bin, dass der Fehler bei der anderen Person liegen muss:

    Mich hatte jemand kontaktiert, mit dem ich zwischen 1998 und 2000 in Kontakt war, unter anderem einmal mit ihm und seiner Freundin beim Pilzesuchen. Ich weiß noch genau, wo wir waren, ein paar der Pilze, die wir dort fanden - aber er erzählt, dass wir auf der gemeinsamen Rückfahrt von dort Ersthelfende bei einem Unfall gewesen seien. Und daran habe ich 0,0 Erinnerung - das höre ich zum ersten Mal. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das vergessen/verdrängt haben soll, und erkläre mir das so, dass er und seine Freundin das bei einer anderen Gelegenheit mit einer anderen dritten Person erlebt haben. Aber leider hat er auf meine Nachfrage zu Details nicht geantwortet.

    Anatinae, das klingt auch plausibel (bis auf das mit den mehreren Vegetariern - das ist hier in der Gegend eher unwahrscheinlich...)

    Ah, OK, jascha - sowas kenne ich auch und kann ich mir gut vorstellen.

    Etwas, das mein Freund mit Fleiß betreibt, geht für mich in eine ähnliche Richtung: Für mich fühlen sich Sachen, die "unser" sind, oder die wir gemeinsam machen oder gemacht haben, auch nach "unser" an, und so benenne ich das auch gegenüber Dritten.

    Bei meinem Freund ist das (zumindest wenn ich nicht dabei bin) immer "seins" und "er", und manchmal sogar, wenn ich dabei bin. Neulich gab es tatsächlich mal eine Situation, wo ihm das (in meinem Beisein) selber aufgefallen ist und er sich noch korrigiert hat.

    Ich kann mir vorstellen, dass so ein Mindset auch ganz schnell mal auf andere Bereiche rüberschwappt. Da wird aus "unserer Idee" ganz schnell "seine Idee", und im Extremfall vielleicht sogar mal aus einer fremden Idee eine eigene. Das habe ich beides zum Glück bei meinem Freund noch nicht erlebt.

    jascha, sowas passiert dir häufiger? #blink

    Ich brech' ab - ich dachte, was Bidi erzählt, ist voll die schräge Nummer, die daran liegt, dass der Typ stark verpeilt ist.

    Nicht dass ich eine Sekunde daran zweifle, dass insbesondere Männer keine Hemmungen haben, sich mit fremden Federn zu schmücken oder ihren eigenen Beitrag zu einer Gemeinschaftsleistung gerne überbewerten.

    Aber dass einer sich ausgerechnet gegenüber derjenigen, von der der Vorschlag kam, damit brüstet, so einen tollen Einfall gehabt zu haben - da wäre mein Wunschdenken gewesen, dass das eine Ausnahme ist.

    Echt? Das kann ich gar nicht glauben. Vielleicht siehst Du nicht so viele Liebesfilme?

    Ganz spontan, ohne nachzudenken: Harry und Sally, Und täglich grüßt das Murmeltier (dem Plot entsprechend in ständiger Wiederholung), How I met your mother, Fluch der Karibik (Running Gag, sobald Jack Sparrow eine Frau aus der Vergangenheit trifft) ...

    Vielen Dank dafür!

    Ich habe tatsächlich viele der "Klassiker" in dem Genre (Dirty Dancing, Pretty Woman, Titanic und was es da noch so gibt) nicht gesehen, und Fluch der Karibik habe ich nur 1x komplett gesehen, das habe ich vielleicht nicht so auf dem Schirm (aber da klingelt tatsächlich was bei deiner Beschreibung). Aber sowohl Harry und Sally als auch Und täglich grüßt das Murmeltier habe ich beide schon häufig gesehen, kann die teilweise mitsprechen, und bei beiden ist das letzte Mal noch nicht lange her - und trotzdem kann ich bei beiden die jeweilige Szene nicht aus dem Gedächtnis abrufen. Das muss selektive Wahrnehmung sein.

    Über den Gesamtkomplex, wie Ohrfeigen im Film dargestellt werden, muss ich noch nachdenken.

    Danke, Arnoli74 ! Vielleicht muss ich meine Jungs (und meinen Freund) auch mal danach fragen.

    Das stützt ja meine Annahme, dass Männer das untereinander irgendwie (unbewusst) beim Aufeinanderzulaufen auskarteln, wer wem auszuweichen hat (und dieses Schema bei einer entgegenkommenden Frau auf "Draufhalten" schaltet).

    Finde ich jedenfalls eine sehr sensible Beobachtung deines Sohnes.

    Ja, in manchen Städten gibt es Abstellbereiche und man kann dann auch nur dort die Fahrt beenden. Das hilft schon.

    Dass das beim Problem des rücksichtslos Abstellens hilft, kann ich mir gut vorstellen. Aber mich wundert, dass das Konzept dann noch angenommen wird.

    Ich muss zugeben, ich habe mir noch nie einen gemietet (früher hatte ich häufiger meinen eigenen mechanischen Klapproller in der Stadt dabei), und in meinen Augen war der Hauptwitz bei den Teilen immer, dass ich damit auch Orte abseits von Bahnhöfen und Haltestellen anfahren kann. Von Haltestelle zu Haltestelle kann ich ja (außer in der Nacht) auch die Öffis nehmen. Klar gibt es mal Fälle, wo so ein Teil dann trotzdem vorteilhaft ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass das dann in der Summe reicht, um das Konzept lukrativ zu machen.

    Dieses männliche, angeblich höflich gemeinte "Ladies first" ist ja auch wieder ein Mittel, um in dem Moment ein klein wenig Macht über die Frau auszuüben und zu signalisieren, wer bestimmen darf, wann die Frau etwas tut, und dann auch noch als Höflichkeit getarnt.

    Auch von mir vielen Dank! Auch wenn die Sache an sich mich schon immer gestört hat - ich will, dass man mir als Mensch die Tür aufhält (wenn es passt), nicht mir als Frau - ist an dieser Erklärung bestimmt was dran.

    Ich habe auch lange Gespräche mit meinem Sohn über die "weibliche Ohrfeige" gehabt, die in älteren Liebesfilmen regelmäßig eingesetzt wird. Das ist auch so ein Ding, was wie ein Privileg aussieht (die Frau darf, was der Mann nicht darf), aber eben nur funktioniert, wenn man Frauen grundsätzlich nicht ernst nimmt.

    Mir war gar nicht bewusst, dass es so ein Stilmittel (falls der Begriff passt) gibt, und ich grüble gerade, in welchen Filmen mir das schon begegnet sein könnte. Mir fällt gerade nichts ein - was natürlich nichts heißt.

    Jedenfalls sehe ich da schon einen gewissen Unterschied: Während es keinen einzigen Grund gibt, Meinungen, Leistungen, Grenzen, Wünsche, Bedürfnisse, Ziele, usw. von Frauen weniger ernst zu nehmen als die von Männern, gibt es mE durchaus einen Grund dafür, wenn Gewalt, die von Frauen an Männern verübt wird, weniger ernst zu nehmen als Gewalt, die von Männern an Frauen verübt wird.

    Wenn ein Mann eine Frau ohrfeigt, ist das auf alle Fälle respektlos - es wäre aber nicht ungewöhnlich, wenn es der Auftakt zu einem Femizid wäre.

    Wenn eine Frau einen Mann ohrfeigt, ist auch das respektlos - aber aus gutem Grund geht niemand davon aus, dass sie ihn im nächsten Schritt tötet. Nicht im Film (abgesehen von Ausnahmen), und schon gar nicht im realen Leben.

    Ich muss aber zugeben, dass mir das, was du beschreibst, trotzdem irgendwie Unwohlsein macht. Ich glaube, das liegt daran, dass eine Beobachtung des Durchschnitts (Frauen sind im Durchschnitt kleiner, leichter und weniger stark als Männer) mal wieder auf alle Situationen übertragen wird, was meiner Beobachtung nach zumindest manchmal dazu führt, dass auch Einzelfälle von speziell trainierten Frauen oft nicht ernst genommen werden. Wie kommt beispielsweise ein Stefan Raab darauf, gegen eine Profiboxerin in einem Boxkampf eine Chance zu haben? Gut, dass sie ihn in seine Schranken gewiesen hat. Das spielt mE auch bei der Sport-Debatte mit rein.

    Das "manchmal" habe ich reingeschrieben, weil sich das mit meiner persönlichen Erfahrung nicht wirklich deckt. Da irritiert mich das Verhalten von Männern schon seit Jahren: Von fast allen Männern (ulkigerweise nie von Frauen, aber das fällt mir gerade jetzt beim Drübernachdenken erst auf), die davon erfahren, dass ich Kampfsport mache und einen schwarzen Gürtel habe, kommt sowas wie: "Oh, da muss ich ja aufpassen, was ich sage". Soll also so ein bisschen witzig-ironisch klingen, wenn sie es sagen, hat aber in meinen Ohren auch immer schon einen etwas real-vorsichtigen Unterton. Dass sie das als tatsächliche potenzielle Bedrohung abspeichern, leite ich aus Folgendem ab: Mir fällt kein einziger männlicher Bekannter ein, der mal davon erfahren hat, und das wieder vergessen hat. Ansonsten wird alles Mögliche vergessen (außer das mit den Pilzen - das wird auch als Bedrohung empfunden): Was ich arbeite, wie viele Kinder ich habe, dass ich kein Fleisch esse, wo ich wohne, oder weiß der Geier was. Das mit dem schwarzen Gürtel hat jeder lose Bekannte noch nach zwei Jahren auf dem Schirm.

    Och, das find ich immer nett und freu mich. Das finde ich nicht schlimm sondern höflich, wenn jemand Tür aufhält oder so. Dabei wage ich zu behaupten, dass Männer einem öfter die Tür aufhalten, wenn man klackernde Schuhe trägt. Warum auch immer. #weissnicht

    Wenn das so läuft, wie ich das als normal empfinde, finde ich es auch nett, von jemandem die Tür aufgehalten zu bekommen, egal ob Frau oder Mann (und fände es unhöflich, wenn jemand so durchginge, dass mir die Tür direkt vor der Nase zufällt).

    Normal heißt für mich: Die erste Person, die an der Tür ist, hält die auf für diejenigen, die danach kommen (z. B. eine Gruppe, zu der die aufhaltende Person gehört), oder z. B. für einen Gast.

    Oder die erste Person macht die Tür auf, tritt in den Durchgang und hält die Tür noch so lange auf, bis die nächste Person sie aufhalten kann (das verorte ich eher in dem Kontext, dass man die nächste Person nicht kennt, aber die "Tür-Zufall-Situation" vermeiden möchte, oder wenn es nicht eine Gastgeber*in/Gast-Situation ist.

    Was mir aber gerade im (männerdominierten) Arbeitskontext häufiger passiert: Ich bin zuerst an der Tür, halte die auf für den nachfolgenden Mann. Der weigert sich durchzugehen, meint: "Neinnein, so geht das aber nicht. Ladies first!", schnappt sich die Tür und hält die auf. Egal, was ich dann sage: "Ich war zuerst an der Tür, deshalb bin ich dran", Das ist doch jetzt albern, geh doch einfach rein" oder "Nee, geh du vor" oder sonst irgendwas: Wir stehen dann so lange, bis ich tatsächlich durchgehe. Das einzige, was dann funktioniert ist, wenn es eine Schleuse ist und die nächste Tür schon in Sicht. Dann hilft ein: "Du darfst bei der nächsten".

    Sowas nervt mich. Vielleicht nett gemeint, aber...

    Und noch ein Nachtrag: Besonders bizarr finde ich das auch deshalb, weil ich es so erlebe dass in Situationen, wo Mann und Frau aus derselben Richtung eine Engstelle passieren wollen (Tür oder ähnliches), häufig die Galanz-Keule ausgepackt wird (die mich auch nervt): "Oh, bitte nach Ihnen", "Ladies first", usw., ggf. inclusive Türaufhalten.

    Und noch ein Nachtrag, den ich schon irgendwie schlimm finde: Ich mache das auch zu Hause so, also das antrainierte Ausweichen #angst.

    Natürlich haben mein Freund und ich hier keine langen Strecken, wo wir das eigentliche Szenario ausprobieren können. Aber seit ich drauf achte ist mir aufgefallen: Wenn wir beide aus entgegengesetzten Richtungen kommend eine Engstelle passieren wollen, bin immer ich diejenige, die Platz macht, sich klein macht, vorbeizwängt - er bleibt einfach stehen, bis ich Platz gemacht habe. Ich möchte wetten, das machen wir schon immer so, ohne dass es mir früher aufgefallen wäre.

    Ein- oder zweimal habe ich schon dran gedacht, auch einfach mal stehen zu bleiben. Das dauert dann natürlich bedeutend länger, bis der Knoten gelöst ist.

    Wir hatten das Thema hier, glaube ich, schon mal. Und seither versuche ich mich immer mal darauf im Alltag zu konzentrieren. Aber es gelingt mir nicht oft.

    Ja, definitiv. Das war es, was mich drauf gestoßen hat, und was ich beim ersten Lesen aus dem Bauch heraus noch als Quatsch abgetan habe.

    Ich denke auch nicht immer dran.

    Eine Situation, die für mich jetzt immer mit Drandenken verknüpft ist: Wenn ich in Pasing vom Bus in die S-Bahn umsteige. Da gibt es die perfekte Teststrecke: Den Tunnel, der zu den Gleisen führt. Lang, gerade, rechts und links beschränkt, und zumindest tagsüber fast immer genau mit dem Füllgrad, der ermöglicht, das zu probieren. Denn wenn es zu voll ist, so dass es in jede Richtung nur ein Gedränge und Lückengesuche ist, gibt es meinem Empfinden nach keine Geschlechtsunterschiede (edit: Ich bin allerdings auch über 1,70 - für kleine Frauen ist das vielleicht anders). Die Unterschiede kommen für mich erst so richtig zum Tragen, wenn schon relativ zügig gegangen werden kann, wenn man eine drohende Kollision schon von Weitem erkennen kann, es aber so voll ist, dass man normalerweise nicht einfach kollisionsfrei geradeaus gehen kann.

    Wenn ich irgendwo anders bin, kann es sein, dass die Bedingungen zwar vielleicht optimal sind, ich aber nicht dran denke und wieder in mein antrainiertes "Frau weicht aus"-Muster verfalle.

    Meine Theorie ist also: Männer denken viel weniger nach und erwarten einfach, dass die Welt sich um sie herum bewegt, wie sie das schon immer gemacht hat. Da sie aber auch selten gegen Laternenpfosten laufen, verhalte ich mich eben wie einer. ;)

    Ja, manche bestimmt. Manche mögen es aber auch, so mein Eindruck, dass andere Platz machen, zuhören, ausweichen. Sich unterordnen

    Dazu möchte ich noch ergänzen:

    Es ist ja auch nicht so, dass im Gedränge ständig irgendwelche Männer aneinanderrumpeln, weil niemand von beiden ausweicht. Ich habe noch nicht beobachtet, wie das läuft (gibt es dazu Studien? Wäre ansonsten spannend, mal die Bewegungsmuster z. B. von Überwachungskameras an belebten Bahnhöfen auszuwerten; ich habe die KI befragt, aber die findet zu "gender differences in pedestrian collision avoidance" keine Studien, sondern nur allgemeinere zum Ausweichverhalten, und schlug noch den Begriff "Manslamming" vor, der aber eher individuelle Wahrnehmungen beschreibe, und zu dem es keine Untersuchungen gebe), aber Männer müssen ja schon irgendwie mitbekommen, wenn sie auf Kollisionskurs mit einem anderen Mann sind, und dann irgendwie auskarteln, wer von beiden ausweicht, oder beide müssen ausweichen.

    Deshalb denke ich nicht, dass es ein "ich ignoriere alles und mache die Dampfwalze" ist (allerhöchstens bei denen, die tatsächlich die Chefs im Ring sind, aber das können dann nicht so viele sein), sondern schon zumindest am Rand des Gesichtsfelds erfasst wird, ob sie auf Kollisionkurs sind mit einem stehenden Hindernis (-> ausweichen), einem anderen Mann (-> auskarteln, ausweichen oder draufbleiben) oder einer Frau (ignorieren).

    Wie gesagt, es gibt auch Männer, die von langer Hand geplant einer Frau ausweichen. Aber wenn bei mir ein "Manöver des letzten Augenblicks" nötig wird oder ich gar mit jemandem zusammenrumple, ist das immer ein Mann, der die Möglichkeit gehabt hätte, schon länger vorab eine kleine Kurskorrektur vorzunehmen.

    Ich glaube, dass der Störfaktor bei beiden Gruppen gleichermaßen wahrgenommen und empfunden wird. Aber bei besoffenen Männergruppen würde ich mich schlicht nicht trauen, was zu sagen, weil ich Angst hätte, körperlich angegriffen zu werden.

    Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Störfaktor von Frauen möglicherweise gleichermaßen wahrgenommen wird. Und von Männern nicht.

    Da kann ich mir vorstellen, dass die Bewertungen einerseits in Richtung: "Ist ja klar, sobald eine Gruppe von Frauen zusammenkommt und Alkohol trinkt, fallen sie voll aus der Rolle. Echt schlimm!" gehen, und auf der anderen Seite in Richtung: "Bisschen laut, aber hey, die Typen haben eine Menge Spaß!".

    Wenn Männer das selber als ebenso störend wahrnehmen würden, wenn andere Männer sowas machen, wäre das wohl nicht so ein verbreitetes Phänomen.

    Und auch wenn es zum Thema nur am Rande passt, weil ich denke, da ist die Ursache vermutlich keine Genderkacke, sondern vielleicht eher ein persönliches Problem, aber dabei geht es mir um die Wahrnehmung:

    Mein Freund und ich waren neulich bei einem Gruppen-Abendessen und saßen am Tischende. Mir gegenüber ein Mann, den wir beide ungefähr gleich gut kennen (nämlich nur ein bisschen, im Vereins-Kontext). Wir haben dann Smalltalk gemacht, und ich bin schier vom Glauben abgefallen: Der Mann hat mich nicht angeschaut, wenn wir "miteinander" gesprochen haben, und selbst wenn ich ein Thema aufgebracht habe, hat er das Thema danach mit meinem Freund weiter besprochen (da mein Freund und ich viel gemeinsam machen, waren das jeweils Erlebnisse, die wir gemeinsam gemacht hatten, so dass er auch was dazu sagen konnte).

    Mich hat das so aggressiv gemacht, dass ich mich nach dem Essen, als ein paar Plätze freigeworden waren, weggesetzt habe.

    Und der Witz ist: Mein Freund hat das 0,0 mitbekommen. Dass mir etwas nicht passt und ich mich weggesetzt habe natürlich schon, aber die Ursache nicht. Das fand ich echt krass.

    Mir fiel aber auch ein, dass ich das nicht nur beim Schwimmen kenne, sondern auch auf der Strasse - enger Bürgersteig. Viele Männer rücken keinen Deut zur Seite. Und ich finde, ich brauche durchaus Mut um dagegen zu halten und mich eben nicht abdrängen zu lassen.

    Ich schrieb es glaube ich schon mal, aber jetzt passt es noch mal: Als eine von euch das hier vor einer Weile schrieb, dachte ich: So ein Quatsch, es weichend doch immer beide aus, wenn nötig. Und dann habe ich drauf geachtet und festgestellt: Doch, das stimmt. Klar gibt es auch Männer, die von langer Hand oder kurzfristig ausweichen. Aber wenn ich nicht ausweiche, sind es nur Männer, mit denen ich tatsächlich zusammenrumple.

    Und ähnlich wie Omega und Talpa achte ich inzwischen darauf, bei Männern in der Öffentlichkeit nicht diejenige zu sein, die ausweicht.

    Dann auch hier :) Danke Ana: Unterhaltsvorschuss nicht streichen! Kinder unter 18 Jahren, die keinen oder nicht wenigstens den Mindestunterhalt vom unterhaltspflichtigen Elternteil bekommen, haben Anspruch auf den staatlichen… weact.campact.de


    Es gibt Pläne, den Unterhaltsvorschuss für hunderttausende Kinder zu streichen

    Danke euch!

    Mir ist echt die Kraft aus dem Gesicht gefallen, als ich das gelesen habe. Wie kackdreist und menschenfeindlich muss man sein, um sich sowas auszudenken?

    Eine Person, die ich kenne, hatte ein Problem zwischen den Mittelfußknochen, das war, wenn ich mich recht entsinne, ein Gefühl, das manchmal so ähnlich war wie wenn man am Ellbogen an den Musiknerv stößt. Das war ein Morton-Neurom, und ich glaube, sie hatte eine kleine OP deshalb (bin mir aber nicht ganz sicher). Das ist schon ein paar Jahre her, und seitdem habe ich nichts mehr darüber gehört. Scheint weg zu sein.

    Ich möchte dann sagen dürfen: bitte denkt daran, dass Frauen nicht immer "selber Schuld" sind. Und sich mehr anstrengen müssen, weil die Welt ihnen weniger zutraut.

    Und das ist mein Punkt oben. Wir Leben in einer Gesellschaft, die im Moment ist, wie sie ist.

    Ich tausche mich hier im Forum gerne über Feministische Themen aus, das mache ich in meinem Reallife auch nur bedingt. Ich lerne hier viel.

    Dem schließe ich mich an. Insbesondere dem Gelernthaben und Lernen.

    Denn früher (noch deutlich bis nach der Geburt meiner Kinder) dachte ich tatsächlich, wie viele Männer auch: "Das Gleichberechtigungsthema ist ja jetzt langsam abgefrühstückt. Wenn ich als ehemals sehr schüchternes Mädchen aus einer armen Alleinerziehenden-Nichtakademiker*innen-Haushalt vom Dorf es hinkriege, zu machen, was ich will, dann kann das jede, und Ungleichheiten sind entweder gerade noch dabei, ausgeglichen zu werden, oder sind so gewollt".

    Es waren hauptsächlich die Biographien hier (und dabei insbesondere die Berichte und Diskussionen zu Trennungen und über Mental Load), die mir gezeigt haben: Ich habe einfach Glück gehabt. Bei ganz vielen Frauen, so habe ich das in den Threads wahrgenommen, sind es die althergebrachten Strukturen, die sie wie auf Gleisen in eine Richtung schieben, aber die Gleise sind unsichtbar und lassen es so wirken, als sei das eine höchstpersönliche Entscheidung, die wegen der individuellen Umstände sinnvoll ist. So dass es dann, wenn es schief läuft (z. B. bei einer Trennung) so aussieht, als hätte man persönlich was verbockt. Dabei ist es oft einfach schwer bis unmöglich, die (ebenfalls unsichtbare) Weiche umzustellen und auf ein anderes Gleis zu fahren.

    Diesen Reichtum an Erfahrungen anderer, die mir zwar eigentlich fremd sind, aber dann doch wieder so nah, dass sie mich hier daran teilhaben lassen, hätte ich ohne das Forum nie einsammeln können, und würde womöglich immer noch denken, dass Patriarchat etwas ist, das in Saudi-Arabien lebt.

    Und auch jetzt nehme ich noch dauernd Neues mit, insbesondere was alltägliche Benachteiligung von Frauen oder Frauenfeindlichkeit betrifft, und bin da wachsamer geworden, auch durch die Schilderungen und Einordnungen hier im Thread. Dafür bin ich sehr dankbar.