Beiträge von Katielee

    Meinst du mich oder claraluna?


    Ich hab doch gar keine Äußerung getätigt - und claraluna in meiner Lesart auch nicht - sondern nur eine Frage gestellt?


    Aber ich versuche es noch mal anders: Ich bin ja für eine Änderung - sowohl beim Rollenbild als auch in der Finanzpolitik. Aber ich frage mich eben, wie man das in einer Demokratie durchsetzt, wenn die Mehrheit das offenbar anders sieht. (Und das war doch ganz ursprünglich Thema des Threads - also warum sich das Rollenbild nicht ändert?)


    Ich finde es übrigens sehr schade, wenn der Ton generell so ins Aggressive kippt, weil mir zumindest das den Spaß am Diskutieren nimmt. Ich finde die verschiedenen Sichtweisen und Argumente hier enorm spannend. Aber gerade weil wir hier - trotz aller Alltagsbeispiele - schon eine sehr theoretische Diskussion führen, finde ich es legitim, wenn man fragt, wie man Änderungen erreichen kann, wenn sehr viele Menschen in Deutschland das Thema so anders sehen.

    Ich sehe den Punkt der Finanzierung wie claraluna , weil mir hier in der Diskussion irgendwie gerade der Gedanke fehlt, dass dieser Wunsch nach finanzieller Stärkung von Familien und speziell Alleinerziehenden doch vermutlich gar nicht von einer Mehrheit mitgetragen wird...? (Gilt im Wesentlichen wohl auch für ein verändertes Frauenbild)

    Wie soll man das denn in einer Demokratie durchsetzen, wenn die Mehrheit sagt "Nö, passt wie es ist"?

    Ich kann dich soooo gut verstehen #knuddel


    Das heißt, meine Tochter ist mit knapp 1,5 noch ein bisschen jünger, aber das macht die Zahl der Unfälle jetzt nicht unbedingt kleiner ;)

    Die meisten meiner Strategien wurden von Trin und anderen schon genannt, aber ich schreibe trotzdem noch mal auf, was mir so hilft.


    - Abstriche an die Optik am und rund um den Esstisch ;) Wir haben immer eine Rolle Küchenpapier auf dem Tisch, abwischbare Tischdecke sowieso und seit neuestem auch einen Mülleimer in direkter Nähe.

    - unkaputtbare Becher/Geschirr mit möglichst wenig Inhalt auf einmal

    - die Tochter trägt bei Tisch stets ein abwaschbares Lätzchen, das im Anschluss mit dem Geschirr in die Küche wandert

    - man sollte hin und wieder erst essen und dann aufräumen (also nicht immer - wenn sich der Teppich gerade mit Saftschorle vollsaugt, wird mein Essen auch kalt ;)

    - ich bin sonst wirklich um meinen ökologischen Fußabdruck bemüht, aber für den Tisch habe ich trotzdem fertige Feuchttücher einmal für die Umgebung und einmal für das Kind. (Letztere stinken ganz fürchterlich nach künstlichem Pfirsich, aber die Tochter liebt sie und reinigt sich (und ihre Umgebung) damit gewissenhaft, während ein einfacher Waschlappen aktuell ein einziger Kampf ist. Ich bin wie gesagt zu Abstrichen bereit)


    Ich kann aber auch dein Problem des Genervtseins wirklich nachvollziehen. Die Missgeschicke sind für mich persönlich meist weniger ein Problem, aber bei uns kommt aktuell noch mutwilliger Vandalismus dazu. Ich bin mir z.B. sehr sicher, dass meine Süße mittlerweile weiß, dass wir es nicht gut finden, wenn sie ihren Teller samt Inhalt von sich schleudert, wenn sie fertig ist :D

    Bei Sachen, die in erster Linie Dreck nach sich ziehen, fällt mir das freundlich bleiben persönlich nicht schwer, aber ich kenne das Problem aus anderen Situationen. Ich reagiere z.B. ganz empfindlich, wenn sie mir weh tut. Und ich finde es auch völlig okay und wichtig, authentisch zu bleiben - und manchmal erschreckt man sich eben oder ist genervt.

    Ich versuche darauf zu achten, was ich dann sage. Also beispielsweise nicht "Menno, immer beißt du mich", sondern "Menno, hör auf mich zu beißen!" (Den Unterschied versteht sie jetzt sicher noch nicht, aber ich übe schon mal für später ;) )


    Und schließlich: Manchmal braucht man auch einfach eine Pause :)

    Wenn meine Tochter morgens ihre Frühstücksbanane mit voller Absicht zerkaut auf den Teppich spuckt, dann finde ich es persönlich auch okay, meinen Frust darüber zu verbalisieren. Meistens nervt es ja aber zumindest bei mir tatsächlich dann besonders, wenn eh schon alles irgendwie doof ist oder man gerade wirklich etwas anderes machen muss/will. Ich versuche dann, auch genau das laut zu sagen. Also so etwas wie "Och, Charlie. Ich bin noch sooo müde und jetzt ist Bananenmatsch auf dem Teppich. Was machen wir denn jetzt?" Oder auch mal: "Ich möchte, dass du mir hilfst, das wegzuputzen."

    Das klappt ganz gut, weil ich erstens dann wirklich meistens Hilfe habe und es mir außerdem gut tut, mir durch das Aussprechen selbst bewusst zu machen, was gerade so doof ist. Denn meistens ist es eben nicht nur der Bananenmatsch, sondern auch Hunger/Müdigkeit/Zeitdruck meinerseits. Wenn mir das klar wird, kann ich eigentlich gut freundlich bleiben - wobei ich es bei mutwilligen Attacken auch okay finde, wenn meine Tochter ganz langsam lernt, dass ich auf ein Glas Wasser im Ausschnitt um sieben Uhr morgens nicht begeistert reagiere ;)


    Meine Tochter ist ja noch jünger, deshalb sind meine Strategien also zwar frisch aus der Praxis, aber noch nicht langfristig bewährt ;)

    Aber ich hoffe, du konntest trotzdem mit meinen Gedanken ein bisschen was anfangen und wünsche dir auch noch mal gute Nerven. Alles ist eine Phase :D

    Ich glaube da an eine Mischung aus gesellschaftlicher Prägung einerseits mit dem Bild des starken männlichen Ernährers und der kinderliebenden Mutter und andererseits biologischer Veranlagung mit konkurrenzsuchenden Männern und Frauen, die eben in einem gewissen Alter auf Babys gepolt sind.

    Bitte...ich dachte das hätte wir hinter uns gelassen....weder gibt es eine belegte biologische Veranlagung bei Frauen ein "zeitlang nur Mutti zu sein" noch eine beim Mann "unbedingt Karriere zu machen"...ich halte das für eine reine gesallschaftliche (Fehl-)Prägung.

    Ich mag auch mitmachen :)


    Ich glaube definitiv nicht, dass die Biologie unseren Lebensweg und unser Verhalten determiniert, aber ich muss zugeben, dass sich meine Sicht auf das Thema durch die eigene Schwangerschaft und Geburt schon verändert hat. Damit meine ich aber nicht eine Polung auf Babys oder die berühmte biologische Uhr - dafür kenne ich zu viele Gegenbeispiele in meinem Freundeskreis. Was ich meine, sind die hormonellen Auswirkungen durch Geburt, Schwangerschaft und das Stillen.

    Das wirkt sicherlich nicht auf jede Frau im gleichen Ausmaß - PMS tritt ja auch nicht immer in der gleichen Ausprägung auf. Aber mich zumindest haben die ollen Hormone z.B. viel weinerlicher, ängstlicher und generell empfindlicher gemacht. Nebenbei war Stilldemenz bei mir ein sehr reales Phänomen, das es mir sehr schwer gemacht hat, sechs Wochen nach der Geburt eine Hausarbeit zu schreiben. Es ging - aber es war viel schwieriger als sonst. Und zwar nicht wegen der Baby-Betreuung - die war gegeben -, sondern weil mein Hirn einfach gefühlt anderes funktioniert hat als sonst. Gefühlt hatte ich zumindest zeitweise weniger "Beißkraft" als vor der Mutterschaft.


    Ich finde es sehr schwierig, Biologie und soziale Einflüsse komplett voneinander zu trennen. Allerdings halte ich persönlich seit meiner Schwangerschaft tatsächlich Geschlecht nicht mehr nur für ein ausschließlich soziales Konstrukt, was ja ein Ansatz ist, der in Teilen der Gender-Wissenschaften durchaus vehement vertreten wird. (Ich gehe aber immerhin soweit mit, dass auch die scheinbar objektiven Naturwissenschaften durchaus häufig mit einem (männlichen) Bias zu kämpfen hatten/haben.)

    Gibt es eigentlich auch Männer, die der Meinung sind, dass 8 oder mehr Stunden Betreuung am Tag zu viel für ein kleines Kind sind? Oder sind das vor allem Frauen, die eben dann konsequenterweise ihre arbeitszeit auf teilzeit reduzieren.


    Wenn mein Mann zu mir gesagt hätte, dass ihm eine 10stunden-Betreuung für ein einjähriges Kind zu lang ist, dann hätte er natürlich seine Stunden reduzieren müssen. Tut er aber nicht.


    Ich kenne keinen Mann, aber sehr viele Frauen (kam ja auch mehrfach hier im Thread vor), für die eine Ganztagsfremdbetreuung nicht infrage kommt. Müssen dann beide reduzieren? Oder nur der Elternteil, dem es wichtig ist, dass die Kinder nicht so viel Zeit in der Krippe verbringen?

    Ich unterschreibe bei Almarna - mein Mann findet es auch zu viel und eine für uns akzeptable Lösung zu finden ist auch unser gemeinsames Problem. Mein Mann geht auch zum Elternabend, zum Elternbasteln, Laternenlaufen, auf den Spielplatz und zu Kindergeburtstagen. Tatsächlich sogar deutlich lieber als ich.


    Was ihn allerdings aktuell beschäftigt und belastet, sind die kritischen Blicke von Müttern, wenn er mit unserer Tochter im Sandkasten sitzt und sich ein fremdes Kind zu den beiden gesellt. In seiner Wahrnehmung wird er häufig schon durch sein Geschlecht als potenzielle Gefahr für das Kind gesehen und das ist kein sehr schönes Gefühl. (Was nicht heißt, dass er den Ursprung dieser Sorge nicht nachvollziehen kann - es zeigt einfach, wie sehr er als - oft einziger - Mann auffällt.)

    Ich schreibe Mütter & Hausfrauen, weil der Thread "Frauenbild in Deutschland" heißt und es aktuell in der Praxis überwiegend Frauen sind, die dieses Geld in Anspruch nehmen würden.

    Ich gendere beim Schreiben hier im Forum tatsächlich nahezu jede Berufsbezeichnung, deshalb finde ich deinen Forum an dieser Stelle ungerechtfertigt - wir diskutieren hier doch gerade explizit über Frauen und ihre Rollen, wenn ich da jetzt stattdessen "Menschen" schreibe, wird es aus meiner Sicht etwas verwirrend. #confused


    Ich befürchte übrigens genau wie du, dass dieses Geld die Rollen eher verstärken könnte und sehe zudem Probleme bei der praktischen Umsetzung, deshalb hab ich gefragt. Die Frage ging allerdings eher an diejenigen, die das hier im Thread gefordert hatten.

    Wenn man übrigens eine Art Gehalt für ausschließliche Hausfrauen einführen würde, bekämen das dann auch die Frauen mit Doppelbelastung?

    warum schreibst Du für ausschließliche Hausfrauen? Alos ganz ehrlich bei Deinem letzten Ansatz ......


    Gibt es doch schon, das Betreuungsgeld... oder was das war? Findest Du das vorwärts gerichtet?

    Ich hab eigentlich extra "ausschließlich" anstatt "nur" geschrieben, weil "ausschließlich" für mich das neutralere Wort ist. "Mütter ohne Erwerbsarbeit" war mir am Handy einfach zu lang.


    Das Betreuungsgeld gibt es meines Wissens nach nur in Bayern und nein, ich finde es alles andere als vorwärts gerichtet. Allerdings wurde hier im Thread doch eine staatliche Entlohnung von Care-Arbeit gefordert und ich wollte einfach wissen, wie das dann in der Praxis aussehen würde - gerade, wenn sich die Eltern die Care-Arbeit fair teilen.

    Mondschein Ganz genau!


    Ich möchte nicht länger als nötig zuhause bleiben (brauche Struktur und regelmäßigen Input von außen), aber ich will auch nicht, dass mein Kind von spätestens 9 bis 16 Uhr ab sechs Monaten in die Kita muss. Großeltern und/oder Verwandte haben wir nicht in der Nähe. Beim nächsten Kind würden wir die Elternzeit anders teilen und mein Mann hätte auch nichts gegen Teilzeit, aber das geht schon finanziell sicherlich nicht für alle (und auch für uns nur vielleicht).


    So sehr ich meine Arbeit liebe, aber das ist ein Problem und ich sehe auch keine Lösung dafür.


    Wenn man übrigens eine Art Gehalt für ausschließliche Hausfrauen einführen würde, bekämen das dann auch die Frauen mit Doppelbelastung? Zumindest teilweise? Manche Kinder gehen ja auch nur ein paar Stunden in die Kita, sodass also dann Arbeit + Haushalt + Kinderbetreuung anfällt. Ist es fair, wenn die Frauen mit Arbeit ihre "häuslichen Pflichten" dann umsonst machen?

    (Offene Frage)

    Bis ich das hier abschicke ist die Diskussion sicher schon wieder fünf Seiten weiter, aber ich möchte trotzdem noch mal einen Post von Mondschein zitieren, die aus meiner Sicht einen sehr wichtigen Punkt ausgeführt hat.


    Ich bin ja ursprünglich Journalistin - ebenso wie mein Mann - und habe irgendwann in meinen mittleren bis späten 20ern gemerkt, dass sich mein Beruf unglaublich schwer mit meiner Vorstellung von einem Familienleben vereinbaren lässt.


    (Viele erfolgreiche freie Journalistinnen werden mir da widersprechen, aber für mich war klar, dass ich persönlich Erfolg in diesem Beruf und eine Familie nur ganz schwer vereinbaren könnte. Dazu kam bei mir großer Frust auf die Branche, das Gefühl, als Frau in ihr sowieso ein fettes Haltbarkeitsdatum auf die Stirn gedruckt zu haben (auch ein ganz eigenes Thema) und persönliche Unzufriedenheit. (Ich habe festgestellt, dass es mir für echten Erfolg in der Branche entscheidend an Ellbogen fehlt und ich kein Interesse daran habe, diese zu entwickeln. Meine größten persönlichen Stärken sind im kommunikativen und sozialen Bereich angesiedelt und letzterer kam in der Medienbranche deutlich zu kurz, was mich langfristig frustriert hat.)


    Ich habe glücklicherweise einen Mann, der sich bereit erklärt hat, mir ein zweites Studium mehr oder weniger zu finanzieren - mit der Aussicht, dass langfristig dann ich diejenige mit einem sicheren und erfüllenden Beruf bin und nebenbei deutlich besser verdienen werde als er. (Ich habe natürlich während des Studiums auch gearbeitet, aber unser Lebensstandard war/ist natürlich schon deutlich anders als zuvor als Doppelverdiener).


    Mit 20 sahen meine Vorstellungen von einem erfüllten Leben einfach völlig anders aus als mit 30. Für mich stand da in erster Linie die Entwicklung meiner eigenen Interessen im Vordergrund. Kinder und Familie haben bei meiner ursprünglichen Lebensplanung damals bestenfalls eine vage theoretische Idee im Hinterkopf dargestellt und auch wenn sich mein Wertesystem nicht um 180 Grad gedreht hat, haben sich meine Prioritäten doch verändert.


    Ich glaube, dass mein Beispiel nicht besonders außergewöhnlich ist, sondern diese Prioritätenverschiebung ziemlich häufig vorkommt und unter anderem auch im Zusammenhang mit dem von patrick*star erwähnten Paar-Modell steht.

    --> Auch wenn wir mittlerweile natürlich eine große Pluralisierung und Individidualisierung von Lebensformen haben, ist das Paar-Modell immer noch für viele Menschen das Ideal oder zumindest die Norm.


    Auch wenn ich theoretisch die Forderung teile, dass Singles und Alleinerziehende von der Politik und der Gesellschaft generell viel stärker gestützt und geschützt werden sollten, glaube ich, dass dieser Wunsch derzeit nicht von der Mehrheit der Gesellschaft mitgetragen wird. (Das Forum halte ich an dieser Stelle explizit nicht für ein repräsentatives Abbild dieser Mehrheit!)

    Ich glaube, dass das Festhalten an tradierten Rollen und Beziehungsmodellen in einem Teil der Gesellschaft auch ganz stark mit den großen Unsicherheiten unserer Zeit zusammenhängt: Gerade wenn sich alte Werte auflösen und sich die eigene Lebenswelt so stark verändert, suchen viele Menschen aus meiner Sicht nach etwas Bekanntem.

    Ich finde das wohlgemerkt nicht gut, aber ich glaube auch nicht, dass man veränderte Werte im Bereich von Familie und Gleichberechtigung erzwingen kann.


    Hier schreiben ja wirklich viele Frauen, die sich theoretisch und praktisch mit Feminismus, Gleichberechtigung und Politik im Allgemeinen beschäftigen - unabhängig davon, welches Beziehungsmodell sie im Alltag leben. Ich kenne aber persönlich auch eine Menge Frauen, die sich mit solchen Themen wirklich absolut gar nicht beschäftigen und für die Feminismus maximal mit Alice Schwarzer, kurzen Haaren und die Diskussion um Kunde/Kundin auf den Kontoauszügen assoziiert ist. Diese Beschreibung soll wirklich keine Abwertung sein - es spielt in ihrem Leben einfach keine Rolle. Die Mutter meines Mannes ist z.B. genau so - und ich hätte mir wirklich keine bessere Schwiegermutter malen können. Zwar war es für sie aus finanziellen Gründen immer selbstverständlich neben der Kindererziehung zu arbeiten, aber dass man als Frau auch eigene Interessen und Freundschaften neben dem Partner und der Familie haben kann, war in ihrem Leben nicht die Realität. Wie gesagt ist meine Schwiegermutter großartig, daher können wir wunderbar auch über Unterschiede diskutieren und sie ist glücklicherweise nicht entsetzt, was ihr Sohn für eine Emanze abbekommen hat ;) Im Gegenteil - sie sagt immer wieder, wie toll sie es findet, dass mein Mann und ich das mit der Aufgabenteilung so anders machen als sie das kennt.

    Aber das ist eben genau der Punkt, auf den es mir ankam: Sie kennt es anders und in ihrem Wertesystem ist die Frau eben in erster Linie Mutter und für den emotionalen und tatsächlichen Nestbau zuständig, während der Mann vor allem für die finanzielle Sicherung sowie Handwerkskram zuständig ist.


    Unglaublich langer Text, daher alles mal als kurzes Fazit: Unsere Welt verändert sich gerade enorm und schneller als das noch bei unseren Eltern der Fall war. Mit diesen Änderungen können nicht alle im gleichen Tempo Schritt halten - und manche wollen es auch gar nicht und greifen gerade deshalb auf tradierte Rollen zurück. Dazu kommen Veränderungen in der persönlichen Lebensplanung, die dazu führen können, dass man sein ursprüngliches Ideal pragmatisch an die Umstände anpasst ;)


    Edit: patrick*star Siehst du, du wurdest nicht überlesen ;) Aber ich brauch eben auch ein kleines bisschen Zeit zum Tippen :)

    Meine Tochter würde ganz am Anfang in der Kita in der Trage in den Schlaf getragen und kuschelt mittlerweile nur noch zum Einschlafen. Ich meine, dass sie in der Kita manchmal auch mit Schnuller einschläft (zuhause eher nicht).

    Ich würde auf ausprobieren setzen. Bei uns gab es dank Müdigkeit nach einem Vormittag mit den anderen Kids und Schlafen im Rudel gar keine Schwierigkeiten.

    Viel Glück :)

    (OT: Ich hab übrigens mit Skikursen natürlich nur die von den Schulen organisierten Skikurse gemeint. Ich komme ursprünglich aus dem mittleren Süden von Deutschland und da wurde man zweimal - in der siebten und achten Klasse - als Schullandheim getarnt zum Skikurs verfrachtet. Ich fand/finde das doof, weil wir zwar in relativer Alpennähe wohnten - also fünf Stunden Fahrt statt wie jetzt neun bis zehn -, aber Wintersport trotzdem alles andere als ein verbreiteter Familienurlaub in meinem Umfeld war.

    Das heißt, dass es für viele Familien, u.a. auch meine Eltern, eine echte finanzielle Belastung war und mehrere Kinder mit den sportlichen Anforderungen nicht zurecht kamen oder direkt zuhause blieben. Langlauf oder andere Betätigungen standen übrigens nicht zur Wahl, es ging ausschließlich um Alpin-Ski.

    Persönlich hatte ich durchaus Spaß - ich bin sportlich und hab das schnell gelernt. Aber selbst mit zwölf fand ich es dämlich, wie sehr der zu den AnfängerInnen abkommandierte Sportlehrer raushängen ließ, wie viel lieber er mit den "Profis" gefahren wäre. Und ebenso doof war, dass das ganze Projekt die finanziellen Unterschiede zwischen den Familien sehr betont hat. Zumindest in meinem Umfeld war Wintersport eben doch ein eher dem sehr soliden Mittelstand (und aufwärts) vorbehaltener Sport und in Arbeiterfamilien quasi nicht verbreitet. Ich komme zwar selbst aus eben diesem soliden Mittelstand, aber meine Eltern sind überhaupt keine Wintersportler und mussten daher wirklich alles neu für mich anschaffen. Außer die Ski selbst - die gab als viel gebrauchte Leihgabe von der Schule, wobei dass natürlich die Kluft noch mal visuell betont hat.

    Man kann natürlich sagen, dass es toll ist, wenn Kinder durch solche Kurse mit einer Sportart in Berührung kommen, die sie sonst nicht kennenlernen würden. Aber ich verstehe nicht, warum das unbedingt Alpin-Ski sein muss und ob man da nicht zumindest Optionen anbieten könnte. Wie gesagt: Mir selbst hat das total Spaß gemacht, wobei ich danach aber eher frustriert war, weil ich meine Eltern trotzdem nicht von einem Winterurlaub überzeugen konnte. Surfen hätte ich dagegen z.B. öfter zum Einsatz bringen können.

    Sorry für diesen ot-Sermon, ich wollte nur klar stellen, dass ich natürlich nichts gegen Skikurse im Allgemeinen habe. Das wäre eine merkwürdige Abneigung ;) )

    LillyLilium Da bin ich ganz bei dir: Ich will Charlies Frust auch ernstnehmen - und kann auch nebenbei gar nicht anders, weil ihr Weinen und Klagen bei mir auch ganz physisch zu Stressreaktionen führt und ich ihr natürlich auch durch ihren Schmerz über den Bananenmangel helfen will ;)

    Das Wahr- und Ernstnehmen schließt sich aber für mich nicht mit dem Ablenken aus, sondern geht ganz gut zusammen: Ich versuche erst, das Problem kurz zu benennen und (wenn ich es jetzt gerade nicht lösen kann) lenke sie anschließend liebevoll ab.


    Für mich (und meinen Mann) ist es auch wichtig, uns immer wieder bewusst zu machen, wie sehr unsere Tochter noch im Jetzt lebt. Das ist ja generell auch eine ganz wunderbare Fähigkeit, aber in doofen Momenten schon sehr schwierig. Ich verstehe das sehr gut, weil ich persönlich bis heute oft so sehr im Moment bin, dass ich mich auch gelegentlich noch gern brüllend auf dem Boden wälzen würde. Stichwort: Kaffee alle ;)

    Ich kenne mehrere Paare, bei denen ich ein "Gehenlassen" konstatieren würde, würde mich jemand nach meiner Meinung fragen, was allerdings keiner tut ;)

    Zumeist allerdings auf Seiten des Mannes und nicht bei der Frau. Und manchmal ist das angebliche Gehenlassen auch einfach nur das vorrückende Alter.

    (Ich sehe auch nicht mehr aus wie zu Beginn meiner Beziehung mit 23, sondern viel viel besser :P)

    Mein Stillkind frühstückt Milch im Bett und kurz nach dem Aufstehen dann eine Banane bzw Teile davon. (Evtl. Reste landen später in meinem Smoothie)

    Unter der Woche gibt es dann in der Kita ein zweites Frühstück, ansonsten hält sie sich damit bis zum Brunch am Wochenende über Wasser. Mein Mann und ich können beide nicht direkt nach dem Aufstehen was essen und mich haben alle Experimente mit Brei und Porridge für das Baby-Frühstück schnell genervt. Sonst isst Charlie nämlich einfach am Tisch mit, aber beim Frühstück hatte ich jeden Tag angematschte Reste, die ich dann nur wegwerfen konnte.

    Also exakt die Bananensituation hatten wir hier auch. (Bananensituation ist ein tolles Wort. Klingt leicht politisch - so wie Kubakrise;) ) Bei uns war der Grund tatsächlich der akute Wunsch nach Banane. Da hilft/half bei uns nur ablenken oder Banane geben. Beim Thema verweilen macht es bei uns leider schlimmer, weil sich Charlie dann brüllend auf dem Boden wälzt und meine Bemühungen ihren Frust zu begleiten völlig ins Leere laufen.


    Nachtrag: Das Entschuldigen bei Nichtverstehen mache ich auch, aber auch hier scheint das leider bei uns eher umgekehrt zu wirken. Ich bin mir sicher, Charlies anschließendes Gebrüll bedeutet so was wie "MIT WAS FÜR INKOMPETENTEN LEUTEN MUSS ICH MICH HIER EIGENTLICH RUMSCHLAGEN? ICH HABE SEHR DEUTLICH GEMACHT, DASS ICH BANANE WILL!!!!"

    Talpa Jetzt hab ich zumindest dank deiner Beschreibungen tatsächlich unglaublich Lust auf einen Winterurlaub im Schnee - und sitze nebenbei im hohen platten Norden, in dem ich maximal mit Glatteis und Matsch rechnen darf ;)

    Aber die Werbung war überzeugend!

    Pony Hütchen Bitte nicht falsch verstehen - Ich finde Skifahren prinzipiell auch super. (Also bei meiner letzten Abfahrt vor 15 Jahren war es das noch.) Aber dass es "immer geht", da muss ich leider widersprechen, weil es z.B. für uns viel zu teuer ist und auch lange oder immer bleiben wird. Das ist dann schon sehr von den persönlichen Verhältnissen, der vorhandenen Ausrüstung und dem Wohnort geprägt.

    (Ich finde deshalb persönlich ja auch Skikurse ziemlichen Quatsch, aber das ist jetzt echt ot)

    Aber wie gesagt: Skifahren ist prinzipiell super. Ich kann nur bei dem Teil "Familienurlaub für alle" nicht mitgehen;)


    Edit: Und natürlich dickes Sorry, wenn sich das sowieso nur auf eure Familie bezog und keine allgemeine Gültigkeit haben sollte.

    Ja, das sollte gehen - so haben wir das nämlich gemacht :)

    Und online buchen ist eine sehr gute Idee, es ist nämlich super, dann einfach an der langen Schlange vorbei zu schlendern ;)