Beiträge von Aias

    Also, ich wollte euch noch erzählen wie die Geschichte geendet ist.

    Es gab ein Gespräch mit der Kindergartenleitung.

    Es hat sich herausgestellt, das dieses Gespräch eigentlich nur dazu da war mir zu sagen, dass ich meinen Sohn ab jetzt nur noch da lassen soll und nicht mehr weiter dabei sein kann. Wenn ich dazu nicht bereit bin, kann er den Kindergartenplatz nicht behalten. Ich hab gesagt, dann lassen wir es bleiben.

    Ich wollte eigentlich versuchen die Trennungszeiten stück für stück zu erhöhen, aber das wurde regelrecht abgebügelt.

    Bei ihnen ist das so, das die Eltern die ersten drei Tage dabei sind, am vierten Tag gibt es eine Trennung von einer Stunde und ab dann sind die Eltern nicht mehr dabei.

    Seltsam finde ich, dass mir diese Vorgehensweise erst hinterher erzählt wird und in einem vorherigen Emailaustausch gesagt wurde "

    Code
    1. it depends on the child how quick it can be. It is better to give it time, than to rush!

    Mein Sohn wollte aber auch sowieso dort nicht mehr sein, hat sich gleich unter den Tisch versteckt. Eigentlich wollte die Leitung, das ich ihn dort lasse und er nicht mit mir ins obere Stockwerk ins Büro mitgeht. Ich hab gesagt, das mach ich nicht.

    Dann hallen bei mir noch so komische Satzfetzen aus dem Gespräch nach. Sie hat gesagt die Erzieher könnten zu dem Kind keine Beziehung aufbauen, wenn ich dabei bin. Aber für mich kommt eigentlich erst eine Vertrauensbeziehung und dann die Trennung. Alles irgendwie voll falsch...

    Das Problem was ich dabei seh ist, dass es ein Waldorf-Kiga ist, die ja nochmal wesentlich mehr an den Strukturen festhalten und wesentlich weniger Abweichungen vom Tagesrhytmus zulassen als andere Kigä.

    Und dass die Kinder dort in der Regel schon mit 1 Jahr in ne Einrichtung gehen

    Ja, mir war das nicht so klar, das das so extrem ist. Fällt mir aber auch gerade sehr auf. Trotzdem gleich alles auf einmal zum funktionieren zu bringen, kann eigentlich garnicht funktionieren. Es gibt aber anscheinend durch die Norwegensituation da garkeine Erfahrung mehr mit älteren Kindern.

    Das widerspricht sich etwas, finde ich.

    Ja, da gebe ich dir recht. Das liegt daran, dass es erst in Deutschland auffallend schlimm war und es sich über den januar dann hier in Norwegen gebessert hat, Februar war dann eigentlich wieder gut. Ich glaube das ist deshalb so weil wir uns hier in Norwegen in der Kernfamilie mit Sprüchen zurückhalten und ihn in Ruhe lassen. Wenn wir mit anderen Familienmitgliedern zusammensitzen, fängt er sich praktisch immer einen Spruch z.B. "Pass auf das du dich nicht vergiftest" und ähnliches. Ist nicht hilfreich, lässt sich aber nicht wirklich verhindern. Meine Mutter macht immer sehr viel Druck, kann ich nicht ändern.

    Jette

    Ich glaub du hast mich echt falsch verstanden. Zuhause sitzt er mit am Tisch, ich meinte bloß es gibt auch manchmal einen Tag da sitzt er nicht mit dabei weil er das nicht essen will. Das ist aber nicht die Regel (weil wir uns derzeit meist nach ihm richten, der kleine kriegt noch Brei)

    "Austicken" hab ich nie gesagt, das warst jetzt du.

    Er will halt im Kiga nicht am Tisch sitzen und wenn man ihn nicht damit in Ruhe lässt, sondern immer weiterversucht, dann tritt er auch schon mal. Das ist aber auch frustierend für ihn wenn die Erwachsenen das einfach nicht verstehen wollen und nicht aufhören ihn zu nerven.

    Oma oder so. Die wird das Kind schon auch ohne Stillen zum Schlafen kriegen - das musst du nicht vorher mit dem Kind üben.

    So war das bei mir, da war es meine Schwiegermutter. Das mit dem Einschlafen hat da auch ohne Probleme funktioniert.


    Hast du überhaupt noch Milch oder ist das nur noch Nuckeln? Ich hatte in der 13. Woche keine Milch mehr.

    Wenn er sich dran gewöhnt hat dass er daheim nicht am Tisch sitzen muss und trotzdem satt wird hat er da auch keine Notwendigkeit.

    Zuhause sitzt er eigentlich nur mit am Tisch, wenn er auch mitessen will und das ist nicht immer der Fall. Ich setze ihn dann nicht mit Gewalt an den Tisch bzw. wir haben das einmal gemacht ihn dort hinzutragen, da kriecht er unter den Tisch.

    Ehrlich gesagt hat der eine Erzieher ihn auch mal getragen und auf den Stuhl gesetzt und bei einem anderen Kind sagte er, es wird immer alles probiert.

    Hier in der Kita hieß es, dass am besten immer die selbe Bezugsperson bei der Eingewöhnung dabei ist, also in der Zeit nicht zwischen Vater und Mutter gewechselt werden sollte. Hat er denn schon ein bisschen mehr Kontakt zu einer Erzieherin aufgebaut? Und seid ihr auf die Kita angewiesen?

    Wir wollten eigentlich mal sehen, ob das besser klappt mit dem Essen wenn ich nicht da bin, weil das war schonmal so. Der Kiga erklärt uns auch zu wenig, wie das eigentlich alles funktionieren soll mit der Eingewöhnung (hatte ich auch schon dort angesprochen). Wir sind nicht wirklich auf den Kiga angewiesen, ich bin noch zuhause mit dem kleinen Bruder geschäftigt. Es ist aber so, dass hier in Norwegen alle Kinder ab dem ersten Jahr in die Kita gehen und er deshalb keine Spielpartner findet wenn er zuhause bleibt.

    Waldorf- Kita

    Ja, ist ein Waldorfkindergarten. Da gab es mehrer Gründe für warum ich mich für den entschieden habe.

    Das mit den Zelten wäre schon okay denke ich, wenn er sich dort wohl fühlt. Aber das jetzt zu beginn zu probieren, finde ich halt schon seltsam, weil kann in meinen Augen nicht klappen.

    Wenn schon vorher klar geworden ist, dass die Essenszeit schwierig ist, finde ich das sehr ungünstig für die ersten Trennungen.

    Ja, deshalb wollte mein Mann auch bis zum Essen wieder da sein. Er kam nur etwas zu spät, da hatten sie schon angefangen. Das das mit dem Essen nicht klappt war die Tage vorher eindeutig zu erkennen, deshalb finde ich das mit den 2 Stunden ja so eine unmögliche Idee.

    Eskalierts daheim da auch?

    Er will auch daheim oft nicht mitessen und am Tisch sitzen. Letztes Jahr waren wir 4 Wochen in Deutschland, 2 Wochen bei meinen Eltern und 2 Wochen bei meinen Schwiegereltern, da war er in der ganzen Zeit nur einmal mit am Tisch gesessen.Er will einfach nicht. Alle sagen immer "wenn er sieht wie wir alle am Tisch sitzen, wird er irgendwann dazukommen", das ist aber nicht so.

    Aber genau deshalb wartet man mit beidem normal bis die Kinder sich sicher fühlen und schon paar Stunden allein bleiben .

    So habe ich mir das auch vorgestellt. Meine Priorität ist auch erstmal ihn eine halbe Stunde dort lassen zu können. Ein Schritt nach dem anderen halt...

    Seltsamerweise will der eine Erzieher das Ruhen unbedingt zum Funktionieren bringen, für mich kommt das aber erst ganz zum Schluss.

    Diese Woche hat die Einführung in den Kindergarten für meinen Sohn begonnen. Er ist jetzt ca. 3 Jahre und 3 Monate und ein schüchterner Junge der erst seit Weihnachten etwas aufgetaut ist. Das habe ich dem Kindergarten auch gesagt und das konnte man auch nicht übersehen, so wie er sich am Anfang hinter dem Vorhang versteckt hat.

    In dem Kindergarten wird um 11 Uhr etwas Warmes gegessen und danach eine halbe Stunde geruht. Zum Ruhen bauen sich die Kinder zusammen mit den Erziehern vor dem Essen jeweils ihre eigene "Höhle" mit Tüchern und ähnlichem. Mir wurde gesagt, das ist so weil die Kinder besser zur Ruhe kommen, wenn sie sich nicht gegenseitig sehen.

    Jetzt ist es erwartungsgemäß so, dass die Sache immer eskaliert, wenn es ans Essen geht. Er ist kein guter Esser und auch sehr picky, alles keine Überraschung. Das Höhle bauen findet er noch spaßig und er macht da auch mit, aber nach dem Geheule am Mittagstisch ist da natürlich nix mit ruhen. Ich finde die Vorstellung als kleiner Junge allein da zu sitzen mit einem Stofftier und ruhig zu bleiben auch irgendwie nicht so toll.

    Jetzt haben wir es tatsächlich an einem Tag geschafft das er drin sitzt. Nach ein paar Minuten hat er angefangen vor sich hin zu jammern und mein Mann hat ihn dann sofort rausgeholt. Am nächsten Tag war ich ohne meinen Mann im Kiga und wurde gefragt, ob wir das mit dem Ruhen an dem Tag nochmal probieren wollen. Es wäre allerdings so, das die Erfahrung gezeigt hat, dass es ohne die Eltern besser klappt, weil die Eltern dazu neigen würden das Kind zu schnell herauszuholen und das könnte man nicht zu oft machen, weil das Kind würde sich ja daran gewöhnen, dass es schnell herausgeholt wird (ich finde diese Argumentation zum kotzen). Die Kinder würden schnell mit dem Jammern aufhören heißt es. Das mit dem in die Höhle setzen hat dann an diesem Tag aber eh nicht geklappt.

    Dann kam der heutige Freitag und mein Mann war alleine mit ihm im Kiga und wollte mal probieren ihn da alleine zu lassen und wegzugehen. Er hat gefragt wie das laufen soll und als Antwort bekommen er soll um halb eins wiederkommen, also nach der Ruhezeit. Unser Sohn sollte in deren Augen also bei der ersten Trennung über zwei Stunden dort sein. Mein Mann hat das nicht so gemacht, weil er wußte spätestens beim essen eskaliert das alles wieder, aber ne Stunde war es dann schon, die er nicht da war. Die hatten schon mit dem Essen angefangen und unser Sohn saß heulend bei der Köchin auf dem Schoß "Papa weg…." und so. Mein Mann sagt, so viel hat unser Sohn noch nie beim Anziehen mitgeholfen, der wollte da einfach nur noch weg…

    Und ich sitz jetzt hier und frage mich, was mache ich wenn der am Montag nicht mehr dort hingehen will? Zwei Stunden für die erste Trennung geht für mich eigentlich auch nicht und das mit dem "in die Höhle setzen" ist echt nicht meine Priorität, ich will ganz andere Sachen zum funktionieren bringen. Mir gefällt das alles gerade so gar nicht…

    Grauenhaft diese "Hungern lassen"-Diskussion hier!


    Ich kann dazu nur sagen: Ja, ich hätte gehungert bzw. ICH HABE GEHUNGERT!

    Eine Woche Schulfreizeit zum Beispiel, verzweifelt versucht den Hunger wegzutrinken und so Sachen.

    Ich höre hier jetzt auf zu lesen, da kommt echt zuviel Kindheit hoch!