Ich habe mir, noch bevor die Kinder auf der Welt waren, Gedanken über Alternative Schulformen gemacht, allerdings vorerst für mich
Während des Studiums war ich an staatlichen Schulen, privaten Schulen und auch an freien Schulen. Reformpädagogik hat mich sehr interessiert.
Schlussendlich sehe ich private Schulen mittlerweile kritisch, genauso, wie ich unser meist dreigliedriges Schulsystem kritisch sehe, denn es produziert zwangsläufig Restschulen, also eben diese Schulen -ich nenne jetzt mal als Beispiel die Rütlischule die um die 2000er in den Medien sehr präsent war-, weil dann eben gar nichts mehr ging- die Engagierte Eltern für ihre Kinder vermeiden wollen. Das ist verständlich.
Es folgten nach der Rütlischule noch viele andere die negative Schlagzeilen machten und jede:r hier kennt wahrscheinlich auch die eine oder andere Schule, die man für sein Kind unbedingt vermeiden möchte. Nicht umsonst nimmt die Zahl der Privatschulen zu. Und nun die Frage, was bedeutet das für uns als Gesellschaft, ich denke nichts Gutes. Die Privilegierten werden zum einen weiter privilegiert, die anderen abgehängt. Und es separiert. So berechtigt du Kritik an staatlichen Schulen ist, und die bitte nicht abreißen soll vor allem nicht nur mit Worten sondern mit Taten (Eltern können sehr viel bewirken) so sehe ich dort einen großen Vorteil, auch wenn der häufig gar nicht im Vordergrund steht. Kinder lernen dort (sofern die Schule z.B. alle Kinder einer Kleinstadt oder eines größeren Quartiers beschult) einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft kennen. Soziokulturelle Unterschiede über alle Bereiche hinaus. Grundschulen sind (so fern keine Privatschulen in Konkurrenz stehen) wahre Gesamtschulen, durch die Inklusion erst recht. Und das wünsche ich den kommenden Generationen von Herzen, dass sie vielfältigste Berührungspunkte mit dem anderen und noch nicht bekannten haben, denn das ist essentiell, damit sich eine Gesellschaft nicht all zu leicht spalten lässt.
Ich hoffe der Trend der Privatschulen reißt ab, dass sich der Staat nicht aus der Verantwortung zieht gute Schulen für alle bereit zu stellen.
Und sorry für die Metaebene, aber am Ende sollte wir uns ja alle fragen in welcher Welt wir und unsere Kinder leben wollen.
Kurzer Artikel zum Thema Bildungsungsungerechtigkeit: https://www.fluter.de/aladin-el-mafaalani-schule-interview
es lohnt sich durchaus mehr von Herrn Al-Mafaalani zu lesen