Beiträge von Hering

    Im Medizinstudium kommen weder Stillen noch Erziehungsberatung überhaupt vor. Stillen kommt vor nur in dem Umfang, dass es überhaupt existiert und als Ursache für Mastitis, aber keineswegs irgendwas inhaltlich darüber.


    Daher ist ein Arzt zunächst völlig ungeeignet als Stillberater wie auch als Erziehungsberater. Da würde ich nach Zusatzweiterbildung fragen (freundlich).
    Erziehungstipps für Säuglinge und was mein Kind wann lernen soll, sind überhaupt absolute Frechheit.


    Ich bin so traurig, nach so vielen Jahren Kampf fürs Stillen (hat vermutlich bereits in den 70ern angefangen) hat sich nichts geändert. Was ich mit meiner Tochter damals durchgemacht habe, geht munter weiter. Bloß nicht verunsichern lassen!


    Es gibt aber auch positive Beispiele. Bei unserem Kinderarzt t hängt die Luste der Inhaltsstoffe Muttermilch versus industriell gefertigte Mahrung aus. Beim ersten flüchtigen Blick darauf wird einem klar, was wertvoller ist.

    Natürlich kann ich nicht alles, was Hausärzte können. Aber Schmerztherapie ist eigentlich eine Kernkompetenz vieler medizinischer Disziplinen. Und es ist noch keiner für die Verschreibung von Tramadol oder Valoron verurteilt. Aber ich glaube, das geht hier zu weit. Ich habe ja geschrieben, dass meine Erfahrungen ganz anders sind als Deine. Deswegen sind weder meine noch Deine nicht wahr. Beide sind wahr.

    Ich bezweifele kein bisschen, dass wahr ist, was du schreibst. Ich sehe nur eine gewisse Arroganz darin zu behaupten, dass das, was ihr da in einem großen palliativzentrum gemacht habt, alle können sollten. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt dessen, was erlaubt ist und was nicht. Gerade deswegen, weil die sich widersprechende Urteile der letzten Jahre es schwierig machen, auf dem Laufenden zu bleiben.

    Ich habe mich sicher nicht korrekt ausgedrückt und das tut mir leid. Die Form war nicht ok.
    Den Inhalt meine ich allerdings. Natürlich muss man nicht alles können, aber eigentlich ist die Hauptaufgabe des Hausarztes, das Problem - in diesem Fall das Leid - des Patienten zu erkennen und ihn dann an entsprechende Stelle zu überweisen. Schmerztherapeutische Praxis oder Ambulanz, ambulanter Palliativversorgungsnetz, stationär ins nächste Krankenhaus mit Palliativstation - die Möglichkeiten gibt es mittlerweile viele.

    Natürlich kann ich nicht alles, was Hausärzte können. Aber Schmerztherapie ist eigentlich eine Kernkompetenz vieler medizinischer Disziplinen. Und es ist noch keiner für die Verschreibung von Tramadol oder Valoron verurteilt. Aber ich glaube, das geht hier zu weit. Ich habe ja geschrieben, dass meine Erfahrungen ganz anders sind als Deine. Deswegen sind weder meine noch Deine nicht wahr. Beide sind wahr.

    Ich habe jetzt ein wenig nachgedacht und mich beruhigt. Ohnezahn, das mit Deiner Oma tut mir sehr leid. Ich nehme meine Aussage nicht zurück, aber sie war wirklich unglücklich platziert.


    Ich bin nicht grundsätzlich gegen Suizid nach reifer Entscheidung in entsprechenden Umständen. Nur:


    Hier und Jetzt, in dieser Gesellschaft, fehlt mir vor der Diskussion über geschäftsmäßige Sterbehilfe Diskussion über


    - Menschlichkeit. Menschenwürdigen Umgang miteinander an jedem einzelnen Tag, nicht über Gnadenschuss


    - Arbeitsbedingungen der Menschen, die mit Leben, Leiden und Tod anderer Menschen arbeiten


    - Respekt voreinander

    Ohnezahn, Du hast immer und in jedem Moment Wahlfreiheit. Dafür braucht es nicht irgendwelche Gesetze. Und wenn, Suizid ist nicht strafbar.


    Jeder, der es wirklich will, hat in dieser Gesellschaft kein Problem, sich zu informieren und es durchzuführen. Niemand wird zum Leben gezwungen.

    Ich merke gerade, ich werde in diesem Thread so böse, wie mein Lebtag noch nicht.


    Wegen Pflege in den Heimen und unnötigen Maßnahmen am Lebensende. Mehrere Male kommt man als Notarzt zu Reanimation, Patient hat sowieso eine unheilbare, austherapierte Erkrankung, aber „wir sind verpflichtet, zu reanimieren“. Fragt man nach Patientenverfügung, keiner weiß was. Lässt man Patientenakte bringen, da steht alles schwarz auf weiß. Von Patient, von Angehörifen, von Hausarzt.


    Für alle, die hier über würdigen Tod nachdenken, und überhaupt an alle, hätte ich drei Bitten:


    1. liest bitte die Akten der Menschen, die Ihr betreut. Spricht mit Angehörigen und dokumentiert es gut. Ermittelt mutmaßlichen Patientenwillen und dokumentiert es gut.

    2. spricht mit eigenen Angehörigen, lasst sie ihren Willen gut dokumentieren. Dokumentiert Euren eigenen Willen für sich selbst und redet darüber klar und deutlich mit Partner, Kinder, etc.

    Übliche Patientenverfügungen als Vordruck, wo man Kreuzchen setzt, sind unsinnig. @Wenn ich mich im unmittelbaren Sterbeprozess befinde und keine Aussichten auf Heilung bestehen“ das ist Quatch. Kein Arzt würde einem Menschen an diesem Punkt noch irgendwas machen. Das Machen findet viel, viel früher statt. Denkt genau nach, was Ihr wollt und was nicht und legt es rechtzeitig fest.


    3. Respektiert den Willen Anderer genau so, wie er ausgesprochen wird! Bei Euren Angehörigen! Ich erlebe oft, dass Menschen ihren Willen sehr klar festgelegt haben, aber Kinder lassen dann doch alles und drei Sachen machen, das ist in meinen Augen respektlos und wirklich unwürdig. Umgekehrt aber auch. Wir haben kein Recht, über die Anderen zu urteilen.

    Ich kann im Grunde bei jedem Wort von Patrick unterschreiben.
    19 Jahre im Beruf, und ich habe bisher genau keinen einzigen Patienten gesehen, der mich gebeten hätte, ihm beim Sterben zu helfen. Der mir gesagt hätte, er oder sie will jetzt Sterbehilfe.
    Ich habe viele Menschen gesehen, die alles gegeben hätten, wieder gesund zu werden. Noch mehr solche, die Schmerzlinderung wollten.
    Janos, wir scheinen in ganz verschiedener Medizin zu arbeiten.
    Mein ehemaliges Haus hatte einen großen Palliativbereich, wo ich 10 Jahre mitgearbeitet habe. Noch nie habe ich erlebt, dass Palliativmediziner oder Schmerztherapeut in mißliche rechtliche Lage geraten wäre. Das habe ich nur als Aussage mancher Hausärzte gehört, die Angst haben und kein Bock, sich zu informieren oder BTM zu verschreiben. Oder beides. Die gleichen Hausärzte hatten null Probleme, älteren Menschen im großen Stil Benzos zu verschreiben, tausenden von Patienten, jahrelang. Ich kann da wirklich sehr böse werden. Ich kann auch Patientengeschichten erzählen, Menschen, die auch zu Dignitas wollten, bis sie in den Genuss einer gescheiten Palliativmedizin gekommen sind und entdeckt haben, dass Symptomlinderung möglich ist.


    Beim Schreiben ist es mir eingefallen, einen Patienten hatte ich, der wirklich sterben wollte und aus dem Fenster gesprungen war. Er ist einen Meter tief gefallen und es ist ihm nichts passiert. Seine Krankheit war am Ende, er hat Beruhigungsmittel bekommen und ist ein Tag später sowieso gestorben.


    Zulassung einer geschäftsmäßigen Sterbehilfe hat auch nichts mit unnötigen Maßnahmen am Lebensende zu tun. Das eine wird das andere nicht verändern. Mit entsprechendem Gespräch und Dokumentation ist keiner verpflichtet, Magensonde zu legen oder unnötig zu operieren.
    Wenn geschäftsmäßige Sterbehilfe zugelassen wird, ändert das an der Arbeit eines Arztes erstmal genau gar nichts. Das wird bestimmt nur mit entsprechender Zulassung und einer Menge Dokumentation möglich. Verändert alltägliche ärztliche Arbeit genau gar nicht.


    Ich sehe es wie PatrickStar, es kann durchaus ein gesellschaftlicher Druck auf schwer kranke entstehen.


    Übrigens, was ist ein unwürdiger Tod? Ich habe schon viele Menschen sterben sehen, Tod ist nie schön, manchmal schwer, manchmal leicht, aber unwürdig?


    Mein Eindruck ist, viele hier Schreibenden haben einfach ein Kopfkino, stellen sich alle möglichen quälenden Sachen vor und wollen es selbst steuern. Realität ist meistens dann ganz anders.


    Und Janos‘ Beispiel mit sehr an Wahnvorstellungen leidenden Demenzkranken finde ich sehr erschreckend, natürlich, und den Menschen gehört mein ganzes Mitgefühl, aber sie dürfen eigentlich gar nicht unter Sterbehilfe fallen, denn sie können es nicht selbst bewusst entscheiden und wenn wir anfangen, Menschen einzuschläfern wie Tiere, weil WIR ihr Leid nicht ertragen, dann ist es für mich nichts anderes, als Säuberung, nur aus anderen Gründen.


    Edit: unterschreibe den letzten Post von Spinosa vollumfänglich.

    patrick*star, eine Konsequenz des Sterbehilfeberbots ist übrigens, dass die von dir geforderte gute palliative Medizin sich in einem unangenehmen graubereich abspielt. Natürlich führt die Gabe hochdosierter Schmerzmittel dazu, dass der Tod früher eintreten kann. Und das gilt für zahlreiche andere Medikamente, die einen guten Zustand multimorbider Patienten erreichen sollen. Das kann man als passive Sterbehilfe betrachten. Die Grenzen sind da fließend und bei uneinigen Angehörigen kann es da recht schnell Probleme geben, solange die Abläufe nicht sehr konkret geregelt werden.

    Janos, aber dadurch, dass geschäftsmäßige Sterbehilfe nun erlaubt sein wird, ändert sich an dieser rechtlichen Situation genau nichts. Weil es ein völlig anderer Bereich.

    Doppelseiten sind nicht selten und meistens völlig symptomfrei. Den Eingangspost verstehe ich nicht wirklich. Die bildgebenden Untersuchungsverfahren von heute geben problemlos gute Übersicht, bei entsprechender Indikation kann mittels Kontrastmittelunteesuchung ( i.v.-Pyelographie) genau feststellen, wie Nierenbecken und weitere Harnableitung aussehen.

    Wenn das Problem Pipi in der Hose ist, hat es kaum mit Doppelnieren zu tun.

    Liebe Jaelle,


    per Forum ist es schwer zu sagen. Könnte Plantarfasziitis sein, Taubheit der Zehen passt aber nicht. Ich empfehle Hausarzt. Ann Orthopäde, dann Neurolige. Meines Erachtens sollte Folgendes ausgeschlossen sein:

    1. Bandscheibenvorfall, es muss nicht unbedingt wehe tun.
    2. Polyneuropathie? Ursache oft unentdeckter und unbehandelter Diabetes, Vitaminmangel

    3. Ermüdungsbrüche der Fußknochen


    wenn das alles ausgeschlossen ist, könnte ich ruhigen Gewissens Osteopathen oder was auch immer empfehlen.

    Mit meiner Tochter war ich in ihrem ersten Lebensjahr in keinen Aktivitäten. Keine Krabbelgruppe, kein Babyschwimmen, nichts, gar nichts. Das wäre genauso gelaufen, und schwimmen gehen habe ich einmal versucht und nie wieder. Ich konnte sie damals nicht mal ablegen, um mich abzutrocknen und umzuziehen.


    Besuche bei Freunden gingen mit viel Mühe. Da mussten meine beiden im ersten Lebensjahr noch viel rumgetragen werden und oft musste ich mit beiden rausgehen, weil sie schrien.


    Daher wurde hier im ersten Lebensjahr der beiden nicht viel unternommen. Ab dem ersten Geburtstag ging es aufwärts, wenn auch langsam:)

    hanna: natürlich zählen Gausarztberichte grundsätzlich. Ich bezog mich auf diesen konkreten Fall. Eine psychische Störung, die nicht fachärztlich behandelt und nicht psychologisch therapiert wird, dazu auch keine stationäre Aufenthalte bedingte, wird nicht hoch bewertet, egal, was Hausarzt schreibt.
    Überhaupt schreiben Hausärzte oft Gefälligkeitsberichte, sei mir bitte nicht böse, Hanna. Ich unterstelle Dir nicht, das Gleiche zu tun. Deswegen wird in Fall einer ernstzunehmenden Behinderung schon geschaut, ob es noch andere Berichte gibt, die das Ganze stutzen. Oft schreiben Hausärzte zum Beispiel ganz knappe Gehstrecke, und Facharztbefunde befinden sich in krasser Diskrepanz dazu.


    Spinosa: Du hast also doch Berichte. Ich empfehle Dir, alles beizulegen, Arztbrief vom stationären Aufenthalt von vor 3 1/2 Jahren, Berichte der Psychologin, alles.