Beiträge von Tikaani

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    Ja genau, Trin das kenne ich auch. In der Grundschule war ich auch so ein Pufferkind.

    Auch die Sprüche mit den starken Jungs usw. kenne ich. Ja, es bräuchte eine Gendersensibilisierung an Schulen, und ich hoffe, das kommt auch mit der Zeit. Es dauert halt. Und es machen nicht alle gleich gut mit, manche Erwachsene halten es für Quatsch oder für nicht wichtig genug. Meine Hoffnung ist, daß die junge Generation da schon viel weiter ist als wir es in dem Alter waren.

    Geschlechtertrennung als "generelle Vorgabe von außen" finde ich auch nicht gut. Aber als Wahlmöglichkeit. Als Angebot. Wenn es das einfach öfter und selbstverständlicher gäbe, daß sich Jungsgruppen nicht nur zur Sexualkunde und zum Fußball treffen, sondern auch zu anderen Themen. Und Mädchengruppen nicht nur zum Selbstverteidigungskurs.

    neela Dieses Churermodell kannte ich nicht, danke für den Hinweis auf das Video!

    So etwas Ähnliches macht unsere Waldorfschule als Testlauf (seit Ostern, bis zu den Sommerferien) mit den Klassen 5 bis 7. Also sie haben kurze Zeiten im im Kreis (rhythmischer Teil und Inhaltliches) und ziehen sich dann in selbstgewählten Gruppen oder, wenn gewünscht, auch einzeln zurück, in Sitzecken im Klassenzimmer oder draußen im großen Vorraum (wo sie auch auf Schüler*innen aus den anderen beiden Klassen treffen). Allerdings ohne Binnendifferenzierung in den Aufgaben. Für die Waldorflehrenden ist das ein Riesenschritt. Es bewährt sich bisher ganz gut.

    Und ich habe gerade Eh gefragt: bei der freien Platz- und Gruppenwahl bilden sich fast immer dieselben fünf Gruppen: ein Mädchenpaar, zwei Jungsgruppen, zwei Mädchengruppen.

    Im Übrigen ging es im Ausgangspost um die Feststellung einer Person, die dann fragte,cwie wir das sehen. Da ging es genau um eine persönliche Meinung und die Frage nach persönlichen Meinungen dazu.

    Danke, ja. Also ich habe nichts dagegen, wenn hier jemand Studien verlinken möchte, das kann ja auch interessant sein. Gefragt habe ich aber schon eher nach persönlichen Erfahrungen, "Anekdoten", oder einfach nur Gedanken dazu.

    Es bildet nicht ab, das innerhalb dieser Gruppen ein weites Spektrum an Persönlichkeiten existiert. Es trennt Schüler:innen, die vielleicht lieber zusammen arbeiten würden, weil sie sich gut verstehen und einander beim Lernen gut tun. Es setzt andere zusammen, die vielleicht gerade eine Pause voneinander wünschen würden. Es zwingt junge Menschen, die vielleicht gerade auf der Suche nach der eigenen Identität sind, in eine Gruppe, zu der sie sich nicht oder nicht ausschließlich zugehörig fühlen – oder zwingt sie zu einem Outing, zu dem sie vielleicht eigentlich noch gar nicht bereit sind. Es spielt auch Strömungen in die Hände, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern festhämmern wollen.

    Das sind zum Beispiel so Gedanken, die ich spannend finde und nachvollziehen kann.

    Beim Nachdenken darüber fällt mir auf, daß ich das durchaus einsehe und trotzdem Mädchen- und Frauengruppen so angenehm finde, daß ich mir und anderen wünsche, zumindest die Möglichkeit dazu zu haben.

    Die Mädchen waren alle sehr interessiert an Liebesbeziehungen. Und aus Mangel an einem gemischten Pool verliebten sie sich dann ineinander. Also - alles gut, sollen sie nur - nur dass die Zahl der gleichgeschlechtlichen Beziehungen in meinen Augen schon deswegen besonders hoch war.

    Das finde ich eine gewagte These. Man könnte umgekehrt behaupten, die Zahl der hetero Beziehungen in gemischten Schulen sei aufgrund der Heteronormativität so hoch.

    Die neu gebildete reine Jungenklasse meines Sohnes in Klasse 8 im Gymnasium ist grandios gescheitert.

    Woran? Magst Du mehr dazu erzählen? Mich interessiert auch, warum dieser Versuch gestartet wurde.

    ***

    Die Mädchenschule, an der ich früher war, ist übrigens eine katholische Schule. Das war schon auch zu spüren und das war auch einer der Gründe, warum ich mich ab der Mittelschule dann so stark rebelliert habe. Damals (Anfang der 90er) war meine Liebesbeziehung zu einer Mitschülerin nicht gern an der Schule gesehen.

    Inzwischen hat sich an dieser Schule vieles verändert und es gibt eine queere AG, wo u.a. überlegt wird, wie trans Personen an der Mädchenschule einen Platz finden können usw.

    fair@school 2024: „Die Bunten Uschis” (St. Ursula Gymnasium, Freiburg)
    Trans* sein auf einer katholischen Mädchenschule? Dass das geht, zeigen „Die Bunten Uschis” des St. Ursula Gymnasiums in Freiburg. Schüler*innen der neunten ...
    www.youtube.com

    Ich finde diesen kurzen Film sehr eindrücklich, wie es da offenbar gelingt, an einer Mädchenschule so beweglich und offen zu bleiben, daß es eben nicht um strikte Trennung, sondern um Schutzräume geht, die dann auch trans Personen einschließen.

    In weibliche Gruppen konnte ich mich sehr lange überhaupt nicht gut einbringen. So etwas ist von außen schwer wahrnehmbar, da ich nicht gestört habe, sondern in Deckung ging. Dann wirkt die Gruppe als ob sie gut arbeiten könne, aber innen drin hat jemand Angst.

    Danke für diese Sichtweise (stellvertretend Dir auch für die anderen, die Ähnliches beschreiben).

    7 Mädchen auf 300 Jungs. [...] Von den sieben Mädchen waren aber 4 von reinen Mädchenschulen,

    War das im naturwissenschaftlichen Bereich?

    Da ich aber diese Erfahrung, die sie beschreibt, eins zu eins im selben Setting kenne, möchte ich eine Lanze für sie brechen: Gruppen, Klassen, Familienevent... In der schieren Masse SIND sie das Klischee. Natürlich wissen wir, dass die Gruppen ais Individuen bestehen. Und natürlich versucht jede gute Vermittlerin das auch zu fördern und rauszukitzeln - aber in der Realität ist es halt so: Schulklassen sind erschreckend "gleich" in ihren Strukturen und Dynamiken.

    Ich hatte Tikaani jetzt in keiner Weise so verstanden, als dass sie das Individuum nicht sehe, sondern ich denke, sie möchte diese Gruppendynamik diskutieren - die halt, aus Gründen, vom Klischee geprägt ist.

    Ja danke, Talpa Du hast es viel besser ausgedrückt als ich.

    Wir werden uns der patriarchalen Strukturieren immer mehr bewusst, das passiert nicht schlagartig, sondern Stück für Stück. Ich persönlich finde Räume genau dafür, zum Austausch unter Frauen, aber auch dem spüren, wer wir sind oder sein können, wenn kein Mann am Tisch sitzt so spannend.

    Da scheint mir halt, das ist passé. Also mir persönlich ist das auch superwichtig und ich liebe es, aber so gesamtgesellschaftlich werden diese Räume immer weniger, oder?

    Im ersten Beitrag verstehe ich es so, dass deiner Meinung nach Gruppen nach Geschlecht getrennt besser sind, dazu zählst du eine Reihe von Klischees auf.

    Ja. Ich finde getrennte Gruppen angenehmer. Ich sehe darin Freiräume und Schutzräume (erhebe aber keinen Anspruch darauf, daß das alle so empfinden, und will das nicht verpflichtend!)

    Dann schreibst du das sei nicht deine Meinung, sondern die von anderen Pädagogen, die dir begegnen.

    Nein. Die meisten Lehrenden, die mit ihren Klassen zu mir kommen, teilen ihre Klasse in zwei gemischte Gruppen und trennen dabei gezielt zusammenklüngelnde Jungsgruppen und ineinander eingehakelte Freundinnen. Oder, wenn die Gruppe an einer Station steht, schieben sie die Kinder / Jugendlichen herum und "verschachteln" die. So, wie es Jette oben beschrieben hat und wie ich es aus der Waldorfschule kenne: gemischte Gruppen nicht nach Neigung, sondern pädagogisch geordnet, die "Störenfriede" (meistens Jungs) getrennt durch eher unauffällige, ruhige Kinder (meistens Mädchen).

    Und dann schreibst du es sei nicht deine Meinung, dass man Jungs und Mädchen unbedingt mischen soll.

    Ja. Das ist nicht meine Meinung, sondern die von den meisten Lehrenden, die darauf bestehen, ihre Klassen gemischt zu teilen, s.o.

    Ist es jetzt verständlich?

    Vielleicht bin ich heute Abend auch zu müde und wirr.

    Okay, vielleicht gelingt es mir nicht, es klar verständlich zu machen... Es ist nicht meine Meinung, daß man Jungs und Mädchen unbedingt mischen soll, weil sie sonst nur Unfug machen, wenn sie unter sich sind. Sondern es ist meine Meinung, daß geschlechtergetrennte Gruppen sich sehr gut selbst regulieren und die einzelnen Kinder darin unter Umständen besser wahrgenommen werden (bzw. daß ich sie besser wahrnehmen kann).

    Ich würde vermuten, wenn die Kinder heimlich wählen könnten, würden geschlechtergemischte Gruppen entstehen. So ist vermutlich oft der "Gruppenzwang" dahinter.

    Ich vermute und beobachte, daß es auf die Altersgruppe ankommt. In der Grundschule ist es selbstgewählt oft noch sehr gemischt, zum Beispiel auf dem Pausenhof, und ab Klasse 6 trennt es sich eher (mit Ausnahmen, ich meine nur so eine Tendenz wahrzunehmen), bevor es sich in der Oberstufe dann wieder mischt.

    Aber gut, ich beharre da nicht drauf.

    Übrigens beginnt mansplaining bereits im Jugendalter.

    Und ja, not all boys, aber es reichen zwei oder drei in einer Schulklasse, die durch Blödsinn oder auch durch viele Fragen und Selbstdarstellung ("Ich war mal in Italien und da sind ja auch so romanische Säulen usw....") extrem Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und es sind schon so gut wie immer Jungs, die das so machen. #weissnicht

    Wäre wohl im Genderkackethread gelandet, wenn ihn eine öffentliche Person verfasst hätte.

    Echt jetzt?

    Ich zitiere mich mal selber und weise daraufhin, daß das nicht meine Meinung ist, sondern ich nur wiedergebe, was ich sonst oft von Seiten der Lehrenden höre, die gemischte Gruppen wollen:

    Sonst heißt es oft, die Gruppen sollten geschlechtergemischt sein, denn sonst würden sie nur Unfug machen. Die Mädchen würden kichern und zicken, die Jungs rumhampeln und bölken. Zwischen die wilden Jungs stelle man am Besten zwei, drei ruhige Mädchen zum Ausgleich usw.

    DAS ist in meinen Augen Genderkacke.

    Und:

    Ich wäre früher übrigens echt sauer gewesen, wenn man mich von meinen Freunden weg in eine andere Gruppe gesteckt hätte und das nur weil ich ein Mädchen bin.

    Heute haben eben gerade nicht wir Erwachsenen die Kinder in gemischte Gruppen "gesteckt" wie sonst, sondern dem Lehrer war es egal und wir haben die Kinder selbst teilen lassen, und so sind eine Jungs- und eine Mädchengruppe entstanden.

    PaulaGreen meine Jungs sind auch nicht so. Und ich wollte nicht sagen, daß die Mädchen Opfer seien, das war vielleicht mißverständlich.

    Ich meinte nur, wenn man die Kinder in dem Alter selbst wählen läßt, gruppieren sie sich geschlechtergetrennt nach Freundschaften. Dann sitzen keine leisen, schüchternen Kinder zwischen den Rabauken, sondern es bilden sich Gruppen von Kindern, die gut miteinander auskommen. Niemand muß zwischen zwei oder mehr anderen stehen, die sich über die Köpfe hinweg unterhalten oder anfeinden. Dieses "Dazwischensitzen" stelle ich mir unangenehm vor und es sind in gemischten Gruppen halt leider oft die Mädchen. Oder die stillen Jungs, die gibt es ja auch. Wenn man die Gruppenbildung und die Sitzordnung aber den Kindern überläßt, wird es von alleine ruhiger?

    Liebe Raben,

    heute hatte ich bei der Arbeit (Museumspädagogik) die Situation, daß eine Schulklasse (7. Klasse) in zwei Gruppen geteilt wurde und die Teilung eine Jungsgruppe und eine Mädchengruppe ergab. Ich habe zwei Stunden mit der Mädchengruppe gearbeitet und mein Kollege währenddessen mit der Jungsgruppe. Und wir waren beide begeistert, es war so angenehm!

    Sonst heißt es oft, die Gruppen sollten geschlechtergemischt sein, denn sonst würden sie nur Unfug machen. Die Mädchen würden kichern und zicken, die Jungs rumhampeln und bölken. Zwischen die wilden Jungs stelle man am Besten zwei, drei ruhige Mädchen zum Ausgleich usw.

    Das fand ich schon immer blöd, vor allem für die Mädchen, die da so als Bollwerk dazwischenstehen sollen.

    Aber ich finde es auch Quatsch, weil man meiner Erfahrung nach in geschlechtergetrennten Gruppen ab der Frühpubertät ernsthafter und konzentrierter arbeiten kann, wenn das ganze Gebalze und Imponiergehabe und Geflirte wegfällt. Außerdem werden die Mädchen nicht dauernd abgelenkt und erhalten endlich die Aufmerksamkeit, die sie auch verdienen. Und die Jungs müssen sich selbst regulieren und sozialisieren und kriegen die Beziehungsarbeit nicht mehr abgenommen.

    Ich selbst war ab Klasse 5 an einem Mädchengymnasium und habe mich unter Mädchen sehr wohlgefühlt. Später in der Oberstufe habe ich Frauenstudien (ein Vorläufer von gender studies) in reinen Frauengruppen belegt.

    Und jetzt arbeite ich unter weiblicher Leitung in einem Team mit 12 Frauen und 2 Männern (wovon einer schwul und super gendersensibel ist, und der zweite, also der unschwule Mitarbeiter gockelt leider ziemlich rum und erwartet, daß wir ihm hinterherräumen...). Abgesehen von dem sind wir ein dream team, so tolle, krass unterschiedliche Frauen, so ausgeprägte Persönlichkeiten, jede ein Unikat und zusammen megastark.

    Wenn ich so drüber nachdenke, fällt mir gar kein überzeugender Grund mehr für Koedukation ein.

    Mich interessiert, wie Ihr darüber denkt.

    Und gibt es hier noch andere, die in Mädchenschulen gelernt haben oder heute als Lehrerinnen in Mädchenschulen unterrichten?

    Eh möchte Fortnite spielen. Ich habe Bedenken. Jeh schlägt vor: "Laß ihn doch mal probeweise zwei, drei Tage spielen und schau, ob sich in der Zeit seine Personalität verändert."

    ***

    Eh, träumerisch, beim Blick in den Himmel: "Die 3-D-heit von den Wolken ist heute besonders schön."

    Ja, genau wie Pony Hütchen habe ich das auch erlebt. Das Gelände drumherum ist groß und ruhig, der Badestrand (Sand und paar Kiesel) war jetzt trotz Pfingstferien und bestem Sonnenwetter gar nicht voll. Fußläufig gäbe es auch ein Strandbad. Und man kann sehr schön am See entlang spazieren.

    Wir möchten gerne wieder mal da hin und dann den See zu Fuß umrunden (17km) oder zumindest die Hälfte und dann mit dem Ausflugsschiff zurück.

    Auch kein Kindermund, aber Herr Tikaani sprach kürzlich von kurzen Filmchen als "Meh-meh" und ich meinte, das spreche man doch "Mi-mi" aus. Die Jugend nur so: #rolleyes #rolleyes

    ***

    Kindertat: Familie Zikaani rennt auf den Bahnsteig, schafft es grade noch so in den Zug, die Türen piepen schon zum Schließen, großes Aufatmen, da schreit Eh plötzlich: "Scheiße, erste Klasse!" - und springt wieder raus, um am Bahnsteig am Zug entlang zu rennen und eine Tür weiter in die zweite Klasse einzusteigen.

    Mondschein ich habe mich über den Wortwechsel um Dich / mit Dir neulich im Oma Strickstüble gewundert und verstehe erst jetzt, wo ich das hier im Genderkacke Thread lese, was da los war. Ich mag den Austausch mit Dir, ehrlich, auch wenn wir manchmal unterschiedlicher Ansicht sind. Mir ist wichtig, daß Du das weißt.