Alles anzeigenIch war gestern am Hauptbahnhof in Erfurt. Dort gab es in der Eingangshalle eine kleine Wanderausstellung der Stiftung "Forum Recht" https://stiftung-forum-recht.de/.
Prinzipiell fand ich das Anliegen nicht schlecht: Den Rechtsstaat als unverzichtbaren Bestandteil unserer Demokratie zu erläutern.
Aber die zwei Fallbeispiele, die ich las, haben mich irritiert. Und mehr las ich dann auch mehr.
1. Bsp.: Die Autofahrerin Clara verletzt bei einem Unfall den Radfahrer Jonas und beschädigt auch das Rad stark.
Urteil: Clara und ihre Versicherung haften nicht nur für die unmittelbaren Folgen, sondern auch für Folgen (v.a. medizinischer Art), die erst später auftreten.
Da hat mich schon gestört: Die Statistik sagt eindeutig, dass Männer wesentlich häufiger Unfälle verursachen. Aber gut, irgendein Bsp. muss man nehmen.
2. Bsp. Der vierjährige Theo lebt im Wechselmodell. Seine Eltern verstehen sich nicht gut. Er möchte mehr Zeit bei seinem Vater verbringen, weil er sich zerrissen fühlt. Der Vater hört auf ihn und geht zu einem Rechtsanwalt. Der Vater möchte, dass Theo dauerhaft bei ihm lebt.
Urteil: Das Familiengericht stimmt dem Vater zu. Es sagt, dass das Wechselmodell nur klappt, wenn sich die Eltern gut einigen können. "Wichtig war dem Gericht außerdem: Der Vater achtet darauf, dass Theo auch weiterhin Kontakt zur Mutter hat, während die Mutter den Kontakt zum Vater eher blockiert."
Da konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln, weil das direkt aus dem Playbook der Väterrechtler kopiert wurde.
Den Rest der Fallbeispiele habe ich mir dann nicht mehr angekuckt.
Hast du Zeit und Nerven das zurückzumelden? Ich finde es bedenklich. Gerade das mit dem Wechselmodell.