Beiträge von Freda

    Bloß, in Kunst und Sport die Noten abzuschaffen, aber in Mathe und Physik dabei zu bleiben wertet a) die eine Fächergruppe auf und die andere ab und verstärkt b) den Eindruck, dass in Mathe oder so die Noten objektiver wären - was sie aber erwiesenermaßen nicht sind.

    Genau das denke ich auch.

    Es gibt auch viele Kinder, die sich mit Mathe schwertun oder mit Rechtschreiben oder mit Vokabeln lernen oder Konzentrieren oder mit Vorträgen/Mitarbeit oder oder oder. Die bekommen dann auch schlechte Noten #weissnicht, obwohl sie üben und gerne besser wären. Die sind dafür vielleicht sportlich, musikalisch oder handwerklich begabt, aber das ist ja nicht so wichtig.

    Ganz im Gegenteil ist Schule in meinen Augen oft sehr kopflastig und zu wenig bewegt und kreativ, so dass Kinder mit Stärken in diesen Bereichen oft kaum gesehen werden.


    Ich verstehe die Kritik an Noten, aber entweder alle Fähigkeiten werden benotet oder gar keine.


    Aber selbstverständlich hängt im Sport genau wie in anderen Fächern sehr viel von der Lehrkraft ab, wie sie erklären, motivieren, begeistern kann. Und es gibt sicher genügend Sportlehrkräfte die das toll machen und andere, denen das überhaupt nicht gelingt (siehe das Ausgangsbeispiel, das einfach nur schwachsinnig ist). Aber das ist in anderen Fächern doch nicht anders.

    aber in keinem anderen Fach spielen körperliche Besonderheiten eine derart große Rolle.

    Wer nur 1,20 ist wird nie so weit springen wie jemand mit 1,85. jemand mit nur einem Arm wird kein ordentliches „Rad“ hinbekommen, egal wie sehr sich angestrengt wird. Da würde auch alle Nachhilfe der Welt nichts bringen.

    Ich halte das für ein Gerücht. Klar mag es Kinder mit Besonderheiten geben (Kinder mit nur einem Arm gibt es nicht sooo viele), genau wie es Kinder mit LRS, AD(H)S oder Dyskalkulie gibt, dafür gibt es ja auch Ansätze für Nachteilsausgleich. Da spielen ebenfalls "körperliche Besonderheiten" (die nicht so sichtbar sind) eine Rolle.

    Ich sehe v.a. das viele Kinder sich viel zu wenig bewegen. Die eben im Vorschulalter nicht lernen einen Ball zu fangen, zu balancieren, zu klettern/hüpfen etc. Das ist genau so ein Nachteil, wie Kinder die nicht vorgelesen bekommen oder denen kein Mengenverständnis nahegebracht wird z.B.


    Ich habe eine körperlich eher kleine Tochter, die wunderbar am weitesten springen kann und auch schneller läuft, als Gleichaltrige mit viel längeren Beinen.

    Es gibt im Sport Disziplinen, in denen es günstig ist, groß zu sein, andere, in denen Kleinere einen Vorteil haben.

    Ja, im Leistungssportbereich gibt es Sportarten, in denen Größere bessere Chancen haben, als Kleinere oder umgekehrt, aber was den Schulsport/Breitensport angeht, kann man meiner Meinung nach ganz viel mit regelmäßiger sportlicher Betätigung erreichen - zumindest für einen mittleren Notenbereich -, genau wie mit Üben in Mathe oder Vokabeln lernen in Fremdsprachen. Das liegt auch längst nicht jedem.

    Auch Sport und Kunst sind nicht allein Ergebnis von Talent, sondern -zumindest was schulische Anforderungen, (im Spitzensport mag das anders ein) betrifft - zu einem großen Anteil von Übung, Ausdauer und Anstrengung #weissnicht. Auf keinen Fall sind dabei 95% Talent. Allerdings gibt es in Sport/Kunst selten "Hausaufgaben", aber mit regelmäßiger sportlicher/künstlerischer Betätigung in der Freizeit könnten viele Schüler durchaus genauso Verbesserungen erreichen, wie in Mathematik.

    Ich finde es gerade gut, dass bei uns im Verein Mädchen und Jungen, Groß und Klein zusammen trainiert und auch die Wettbewerbe gemeinsam (allerdings natürlich trotzdem in getrennten Altersklassen, männlich und weiblich) ausgerichtet werden. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie gut die Gemeinschaft den Kindern und Jugendlichen tut und eben nicht nur Konkurrenz sondern auch ganz viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung fördert.

    Bei meinem Sohn sehe ich das Gegenteil. Eine Horde hormongeschwängerter gleichaltriger Kerle, die im sozialen Bereich nicht gerade glänzen.

    Und meist ist es doch so, dass die Unterschiede innerhalb einer Mädchen- bzw. Jungengruppe deutlich größer sind, als zwischen Mädchen und Jungen, sowohl körperlich, als auch leistungsmäßig, zumindest bis zur Pubertät.

    In der Sportart, die meine Mädels machen, ist es auch meistens so, dass die Mädchen bis ca. 11/12 Jahre in der Spitze schneller sind als gleichaltrige Jungen. Das dreht sich danach aber recht deutlich.

    Bei uns trainieren aber auch Mädchen und Jungen immer gemeinsam.

    Doch, ich denke es ist immens wichtig, zu verstehen, warum die Menschen AfD wählen.

    Das sind häufig eben nicht (hauptsächlich) rassistisch motivierte Gründe, sondern ganz praktische, in ihren Augen existenzielle.

    Und v.a. müssen die anderen Parteien auch verstehen, dass ihre oft gut gemeinten Vorschläge in der Realität einfach nicht funktionieren, die Menschen verunsichern bzw. zu schwammig und nicht mit genügend Menschenpower unterfüttert sind. Da kommen die plakativen Parolen und Ideen der AfD gut. Dem muss man gezielt realistische, klare Pläne entgegensetzen und auch zeigen, dass man sie zügig und nachhaltig umsetzt. Und sich nicht wieder in klein-klein-Streitereien parteiintern oder -übergreifend zerreibt.

    Die AFD wegen der Flüchtlinge zu wählen empfinde ich nicht primär als uninformiert sondern primär als rassistisch und menschenfeindlich.

    Auch hierzu fällt mir ein Beispiel aus der Bildungspolitik ein:


    Die AfD hat in ihrem Wahlprogramm, dass Flüchtlingskinder in separaten Klassen unterrichtet werden sollen, keine Inklusion stattfinden sollte und Förderschulen gestärkt werden sollen.

    Ja, das ist wohl rassistisch und menschenfeindlich.

    Aber: So wie Inklusion bei uns im Moment gelebt wird, geht sie auf Kosten aller Kinder. Klassen mit 28 oder mehr Kindern, in denen mehrere kein Deutsch verstehen und nochmal eine handvoll verhaltensauffällige Kinder Stimmung macht, vor denen ein Lehrer steht, der mit dieser Situation völlig überfordert ist und nicht in der Lage, den Kindern die Grundlagen beizubringen, bzw. dazu gar keine Zeit hat, weil er sich um soziale Dinge kümmern muss, sind nicht selten. Die Eltern sind frustriert, wenn IHRE Kinder deswegen keine Chance haben, guten Unterricht zu bekommen. Nicht selten hört man da ja auch hier im Forum Klagen.

    Ja, da wünschen sich viele Eltern, dass die Klassen "aufgeräumt" werden, damit IHRE Kinder in Ruhe lernen können.

    Die "hohen" Ansprüche rühren u.a. auch daher, dass es hier durch den in der Vergangenheit eher kleinen Anteil ausländischer Schüler, das Problem viel weniger gab, als in den Bundesländern, die schon lange sehr durchmischte Klassen haben.


    Inklusion ist wichtig und richtig. Aber dazu braucht es Personal, viel mehr Personal. Kleinere Klassen, individualisierte Angebote, 2 Lehrkräfte in den Klassen, Schulbegleiter, Schulsozialarbeit ... Und solange es das nicht gibt, ist natürlich die AfD-Lösung einfacher umzusetzen.

    Ich habe schon vor mehreren Wochen gewählt, weil ich gestern unterwegs war.

    Mich überrascht das Ergebnis nicht. Es spiegelt halt die Unzufriedenheit mit dem Postengeschacher und Küngeleien der "etablierten Parteien" wider (ich sage nur von der Leyen und Krampp-Karrenbauer zuletzt oder der "Kampf" um die SPD-Parteispitze). Sie machen sich unglaubwürdig im Anspruch thematisch das Beste für die Bürger zu wollen. Das überschattet leider oft die positiven Impulse.

    Und ja AfD-Wähler sind nicht unbedingt dumm und uninformiert. Die Stärke der AfD beruht auf der Schwäche der Anderen, nicht auf dem Parteiprogramm der AfD.Die AfD ist leider die Partei, die finanziell, medial und evtl. auch intellektuell die stärkste "Alternative" derzeit bietet und das wird von den Wählern angenommen.


    Nicht vergessen sollte man allerdings 34 % Nichtwähler und mehr als 70 % der Sachsen/Brandenburger, die NICHT AfD gewählt haben. Ich hasse es, wenn Sachsen/der Osten als rechts(radikal) dargestellt wird. Ein Großteil der Menschen hier wählt anders (oder leider gar nicht). Und ja, auch mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, an welcher Stelle ich mein Kreuzchen machen soll. Der Wahl-o-Mat hat mir diesmal mit 66% maximaler Übereinstimmung auch deutlich gezeigt, dass es hier in Sachsen nicht "die Partei" gibt, die meine Überzeugungen umfassend vertritt. Es verwäscht immer mehr. Es ist wirklich schade, dass es keine demokratische "Alternative" schafft, sich in der Parteienlandschaft nachhaltig zu etablieren.


    Was mich allerdings schon schockiert hat, ist, dass die AfD die stärkste Wählerschaft unter den 30-50-jährigen hat. Also gerade in dem Altersbereich, wo Familie und Kinder im Mittelpunkt stehen sollten. Ich denke, da müssen die anderen Parteien ansetzen, für diese Altersgruppe überzeugende Konzepte zu bieten.


    Ein Beispiel, das ich mir vorstellen kann:

    In Sachsen gibt es "schon immer" also seit der Wende ein 2-gliedriges Schulsystem, in dem auch bis vor kurzem eine Bildungsempfehlung galt. Sachsen hat immer Bestnoten in den Bildungsmonitoren. Viele Bürgen (ich übrigens auch) sind froh darum, dass im Bildungssystem keine Experimente gemacht werden. Da ist es nicht unbedingt hilfreich, mit Änderungen im Bildungssystem Wahlkampf zu machen, wo erstmal viel dringendere Probleme, wie Personalnot im Bildungswesen bekämpft werden müssten.

    Die AfD hat damit geworben, die Bildungsempfehlung wieder einzuführen. Das finden viele Menschen gut, weil der Elternwille halt oft auch nicht unbedingt im Interesse des Kindes ist.

    In Sachsen gehören Arbeitshefte zum „Verbrauchsmaterial“. Sie werden über die Lehrmittelfreiheit gestellt und selbstverständlich darf hineingeschrieben werden und sie müssen auch nicht zurückgegeben werden. Bücher werden kostenlos verliehen, da darf natürlich nicht hineingeschrieben werden und sie müssen zurückgegeben werden. Taschenrechner werden auch verliehen von den Schulen.

    Will das Kind denn 10-Finger-schreiben lernen? Hat es Zeit uns Lust, regelmäßig unter der Woche zu üben (wie bei einem Musikinstrument)?

    Fühlt es sich wohler, wenn es in der Gruppe angeleitet wird und feste Aufgaben bekommt oder ist es eher ein Autodidakt?


    Auf jeden Fall finde ich es sehr sinnvoll, wenn Kinder das 10-Finger-System beherrschen.

    Es gibt online schöne kostenlose Lernprogramme, z.B. Calli Clever. Aber auch da muss man natürlich regelmäßig üben und bis zum Schluss dranbleiben.


    Ob für das Kind ein fester Kurs besser passt, kann sicher nur jeder für sich selbst entscheiden.

    Genmaicha : Das ist ja wirklich blöd, dass er zweimal durchgerutscht ist. Ich denke aber schon, dass ein guter Prozentsatz durch die Testung gefunden wird und stimme Jazi zu, dass das eine gute Sache ist.

    In der 5. Klasse habe ich bei meinen beiden Großen nichts mitbekommen von einer nochmaligen Testung. Bei meinem Sohn gab es in der 5. Klasse ein Förderangebot Deutsch, was aber nach kurzer Zeit wegen Personalmangels gestrichen wurde.

    Wie gesagt, die LRS-Testung erfolgt hier systematisiert für alle Sus im 1. Halbjahr der 2. Klasse. Der Vorteil ist, dass in dem Alter die Rechtschreibvermittlung in dem Sinne noch nicht weit fortgeschritten ist und es LRS-typische Fehlermuster gibt. Kinder mit auffälligen Ergebnissen werden dann intensiver getestet und bekommen ggf. eine Empfehlung für die LRS-Klassen.
    Ich muss meine obige Bemerkung korrigieren: Die LRS-Klassen, die es in jedem Stadtteil gibt, sind kleiner und es wird die 3. Klasse auf 2 Jahre gestreckt dort unterrichtet, in der 4. Klasse gehen die Kinder dann normalerweise wieder in eine normale Klasse zurück. Ich kenne Kinder, die das gemacht haben und wo die Eltern sehr zufrieden waren.


    Hier z.B. ist das Vorgehen erklärt: https://www.9-grundschule-leip…ber-uns/fachbereiche/lrs/

    Geht es um Förderbedarf im Bereich Rechtschreibung oder LRS? Das sind ja unterschiedliche Dinge.

    Auch viele Kinder ohne LRS haben in der 5. Klasse Förderbedarf im Bereich Rechtschreibung, weil diese oft in der Grundschule nicht (mehr) richtig vermittelt wird, deswegen haben sie aber nicht zwingend LRS.

    Fahrradprüfung ist hier ein extrem schwieriges Thema.

    Der Lehrplaninhalt ist ja für alle Kinder gleich, ob sie nun auf dem Dorf wohnen oder in der Großstadt, da gibt es kaum Spielraum.

    Und noch viel mehr ist es natürlich en Personal- und Ausstattungsproblem. Hier nehmen die Schülerzahlen stark zu und Lehrermangel, da gibt es ganz andere Prioritäten. In der Stadt gibt es fast 100 Grundschulen - Tendenz steigend - da ist mal eben polizeiunterstützter Unterricht in Kleingruppen ziemlich utopisch.

    Nachtkerze : Das ist ja toll, wenn das regelmäßig gemacht wird.

    Hier heißt Fahrradprüfung, dass die Kinder im 2. HJ der 4. Klasse ein paar Theoriestunden haben (und eine Arbeit dazu schreiben), einen Tag auf dem Schulhof oder Verkehrsübungsplatz üben dürfen und einen Tag die praktische Prüfung von der Polizei abgenommen wird. Das wars. Sie kommen in dieser "Ausbildung" nicht einmal mit dem echten Straßenverkehr in Berührung.

    Und das in einer Großstadt, in der es, wie schon geschrieben, jedes Jahr viele Unfälle mit (schwer verletzten oder getöteten) Fahrradfahrern gibt.

    Da ist dieser Teil wirklich keine ausreichende Vorbereitung auf "das echte Leben" im Stadtverkehr.

    Und das haben sie auch im fließenden Verkehr praktisch alles geübt? Es geht doch darum, solche Dinge auch im Alltag umzusetzen und zu wissen, wo welche Entscheidung getroffen werden muss.

    Theoretische Regeln sind schön und gut, aber die Anwendung in der Praxis muss gerade im (Groß-)Stadtverkehr intensiv begleitet geübt werden.

    Wofür muss das Kind denn allein Fahrrad fahren?

    Beim gemeinsamen Fahren lernen die Kinder die Regeln am besten. So viele gibt es ja auch nicht.


    Hier in der Stadt sterben jährlich mehrere Radfahrer. Radfahren in der Großstadt ist gefährlich, für alle! Regelkenntnis ist natürlich wichtig, aber auch absolut vorausschauendes, vorsichtiges Fahren. Es nützt ja nichts, wenn der Radfahrer Vorfahrt hat, der LKW aber trotzdem rechts abbiegt.

    Da hilft wirklich nur üben, üben, üben. Mit dem Kind gemeinsam, damit es lernt, die Gefahren einzuschätzen und lieber anzuhalten und zu warten an Kreuzungen. Neuralgische Punkte kennt. Verschiedene Situationen erlebt und erfährt, was die geeignete Reaktion ist. Z.B. wenn ein Autofahrer plötzlich rückwärts ausparkt oder seine Tür öffnet, wenn Autos auf der Straße halten, wenn ein Krankenwagen kommt, ...

    Und zwar möglichst genau auf den Strecken, die das Kind später allein fahren soll.


    Was auch extrem wichtig ist, ist, dass die Kinder einen sicheren Schulterblick beherrschen, in beide Richtungen im Fahren und über beide Schultern. Ggf. auch einhändig (für Spurwechsel mit Handzeichen).


    Und dann ggf. an gefährlichen Stellen trotzdem anweisen, dass das Kind dort auf dem Fußweg fahren soll oder ggf. schieben (z.B. Linksabbiegen an einer mehrspurigen Ampelkreuzung -> auf dem Fußweg zur Ampel heranfahren, absteigen und über die Ampeln schieben)


    Das sind alles Dinge, die Kinder NICHT in der Schule lernen und ausführlich üben können an 2 Tagen praktischem Unterricht in einer großen Gruppe.

    Bevor das nicht alles sicher funktioniert, würde ich kein Kind allein in der Stadt auf der Straße Radfahren lassen.