Beiträge von Jaelle

    Als Kind fand ich den Vatertag immer abstoßend. Wir haben auf einem Dorf gewohnt, wo die Jungs- und Männer saufend mit dem Bollerwagen davon gezogen sind.

    Vatertag ist ja eigentlich Christi Himmelfahrt und irgendwie auch nur deshalb entstanden, weil die Väter neidisch auf den Muttertag waren, oder?

    Ich mochte den als Kind schon nicht und huldige an diesem Tag auch meine beiden Väter nicht, das haben sie eigentlich auch beide verdient.

    Mein Sohn vergißt den Vatertag meistens und erinnere da auch nicht dran, meinem Mann ist es egal, glaub ich.

    Den Muttertag verbringen wir meistens zusammen in der Großfamilie, weil ich meine Mutter sehen will und die unsere Oma und mein Kind mich. Das ist immer sehr nett. Mein Mann ist bei seiner Mutter an diesem Tag. Find ich auch ok, ich bin ja nicht seine Mutter.

    ein Update, die Mehrhat beschlossen, dass man sich ohne die Eltern bei mir trifft, ich bin gespannt, ob der jüngste Bruder kommt.

    Derweil hab ich die Reha organisiert mit der Krankenkasse und wir müssen am Sonntag dann ausklamüsern wie wir den Papa versorgen.

    Und zur Not, wenn sich wieder alle zurück halten, mach ich das. Papa versorgen ist bei meinem sonstigen Programm tatsächlich eher langweilig und Erholung.

    #laola#laola#laola


    ich bin so happy!

    Hab grad mit der Krankenkasse telefoniert, die machen wohl keinen Unterschied zwischen Pensionären und aktiv Beschäftigten.

    Ich wurde online zum richtigen Formular geleitet und dann haben sie gleich geschaut, ob die Wunschklinik auch mit der Kasse abrechnen kann und das haben sie bestätigt.

    Meine Mum kann also in die gleiche Klinik fahren, wo ich damals war und die ich so gut fand.

    Da kann ich sie mit dem Auto hinbringen, ist in BaWü und die haben ganz tolle Anwendungen und ein Programm für gestresste ältere Leute.

    Grad alles ausgedruckt, ich fahr das gleich beim Arzt vorbei. Dann kann der loslegen.

    Es ist ja nicht so, dass ich mir vordrängle und sage "ich ich ich will machen, laßt mich!"

    Meinen Brüdern ist schon viel länger aufgefallen, dass mit ihr was nicht stimmt. Den Termin mit dem Neurologen hat dann meine Schwester ausgemacht und ist auch mitgegangen.

    Meine Idee war der Termin mit der HP, das ist meine HP und ich finde sie sehr gut. Mama war einverstanden, also mach ich das. Und alle Folgeerledigungen, wie Medikamente bestellen, Protokoll der Sitzung machen, Ernährungstabelle etc. das streßt mich auch nicht, ich mach sowas gut und gerne.

    Was mich tatsächlich nervt: Freitag war das MRT und die Diagnose gesichert. Nachmittags hab ich in die Familiengruppe die Infos gepostet und nur eine Nachfrage bekommen, der Rest hüllt sich in Schweigen.

    Ich frage meine Mama gestern im Zug, ob sich von den Brüdern schon mal einer blicken lassen hat seit Freitag oder angerufen hat und gefragt hat, wie es ihr geht. Nein, niemand hat sich gemeldet. Meine Schwester war da, sie hat sich Sorgen gemacht, weil die Eltern am Telefon so bedrückt geklungen haben. Am Donnerstag ist meine Mum dann zu meinem mittleren Bruder, das Baby besuchen, da hat man natürlich drüber gesprochen.

    Heute war ich nochmal bei ihr wg. dem Kurgedösn, von den anderen immer noch keine Kontaktaufnahme (wohnen alle hier in der Stadt).

    Wir versuchen parallel am Sonntag ein Geschwistertreffen zu organisieren, haben endlich - sehr zäh - vorhin dann Zeit und Ort vereinbart. Meldet sich bislang schweigsame jüngste Bruder (der übrigens im Nachbarhaus meiner Mutter wohnt und es nicht nötig hatte, mal vorbei zu schauen) und sagt, er findet ein Geschwistertreffen hinter dem Rücken der Eltern blöd und wir sollen doch alle zusammen reden. Ich aber bin seit 1 Woche quasi täglich mit meiner Mutter im Dialog, höre mir die Ängste an, mache Mut, mache Pläne, bin für sie da. Und bin mir sicher, sie will dieses Treffen nicht, weil sie grad Konflikte nicht aushalten hat und sie das unglaublich streßt, wenn sie mit allen reden muss. Sie hört ja nur auf einem Ohr und bekommt immer nur die Hälfe mit von allem was gesprochen wird.

    Und wieder verharren alle anderen in Schweigen, nur ich hab grad auf diesen Vorschlag hin geantwortet. SOWAS erschöpft mich, aber das liegt nun halt nicht in meiner Macht.

    danke #love

    Ich würde es mir nie verzeihen, wenn ich das nicht tue.

    Heute war ich wieder dran und wir haben die nächsten Schritte besprochen und eine Kurklinik rausgesucht, damit sie Streß abbauen lernen kann. Damit geht sie jetzt zum Arzt, damit er den Antrag formuliert. Kurzzeitpflege ist wohl aufgrund fehlendem Angebot nicht machbar. Aber mir ist eh lieber, wenn immer einer von uns 24h dort ist zur Versorgung meines Vaters, sobald die Mama auf Kur ist.

    Ich bring sie dann hin und bleib dabei, bis sie dem Arzt vorgestellt wurde.

    nein einen Pflegedienst haben wir nicht, meine Mama macht bislang alles selber, sie sagt auch, da sei nicht so schwer: morgens anziehen, Frühstück richten, Mittagessen machen, Tabletten herrichten, Abends ausziehen, ab und an mal baden. Den Rest schafft er noch gut alleine, er hat Pflegegrad 3. Aber uns ist nicht wohl dabei, wenn er zwischen diesen Dienstleistungen immer alleine ist. Er ist den letzten Jahren öfter mal einfach umgefallen oder sowas, das waren dann immer schwierige Situationen und wir froh, dass ist im Beisein von uns passiert ist und wir reagieren konnten. Nicht auszudenken, wenn er dann da über nacht im Flur liegt, bis morgens wieder der Pflegedienst kommt.

    Ich denke, ich zieh da einfach ein, solang meine Mutter auf Kur ist.

    Die Verhinderungspflege ist bei deiner Überlegung nicht berücksichtigt, oder? Da wird parallel noch 50 % des Pflegegeldes bezahlt.

    Das hab ich gelesen, aber nicht verstanden #angst

    Wäre das noch on-top oder verrechnet sich das mit dem Pflegeunterstützungsgeld?

    Das ist das mit dem 1,5fachen Pflegegeld, oder?

    Ich glaub die nächsten Tage kommt jemand von Compass zum Überprüfungsbesuch, die muss ich mal fragen, wie das läuft.

    Meine Eltern sind ja als Beamte bei der PBeaKK versichert, keine Ahnung ob da alles genauso läuft.

    Was für ein Aufwand das alles ist #haare

    Ich arbeite mich jetzt so durch alle Möglichkeiten.

    Gestern waren wir 2h bei meiner HP. Sie hat lange getestet, alle Befunde studiert und viele Fragen gestellt.

    Man kann in ihrem Fall einiges machen, wenn sie Ernährung umstellt, Sport und Übungen dazu macht. Meine Mama ist so ne eiserne, die zieht das knallhart durch. Fit ist sie körperlich sonst total, keine Bewegungseinschränkungen, sie geht gern zum walken in den Wald und muss hier nur das Pensum etwas hochschrauben. Ernährung ist schon ziemlich gut, da muss sie so viel umstellen. Die Übungen werden der spannende Teil sein, mal sehen, ob sie da Geduld hat. Die Tabletten der Neurologin nimmt sie natürlich auch. Interessanterweise hab ich heute mit meiner Therapeutin (die auch Internistin ist) darüber gesprochen, was die HP so alles gesagt hat und die war total begeistert und sieht das 1:1 genauso (meine Therapeutin war mal Mamas Hausärztin und kennt sie gut), also auch fachlich medizinisch. Was mich wieder bestätigt hat, dass meine HP echt richtig gut ist. Bin ich froh, dass ich sie habe.

    Damit sie lernt, wie sie mit ihrem Stress umgeht - da steckt noch einiges in ihr aus dem Berufsleben, plus jetzt der pflegebedürftige Papa, der in den letzten 10 Jahren von einer lebensbedrohlichen Situation zur nächsten geschliddert ist. Sie weiß gar nicht, wie das kompensiert bekommen soll. Dafür brauchts die Kur, ich hab schon ein Haus gefunden, das ihre KK empfiehlt. Und wir müssen schauen, wie wir den Papa in der Zeit versorgt bekommen. Ich hab vorhin schon eine Pflegethread aufgemacht.

    Sonntag ist dann Geschwistertreffen und ich bin gespannt, ob sich außer mir noch jemand einbringen möchte. Interessanterweise bin ich die einzige von uns 6, die nicht mit unserem Vater verwandt ist und vermutlich die einzige, die Sonderurlaub nehmen würde, um ihn zu versorgen.

    Danke, super!


    Wir sind grad dran meine Mama auf Kur zu schicken, als pflegende Angehörige steht Ihr das ja zu.

    Die Frage war dann, wohin mit dem Papa. Der mag nicht so gern in Kurzzeitpflege gehen, würde das nur im Notfall machen. Versteh ich auch, weil er sich gern und viel selbst beschäftigt und natürlich nicht den halben Hausstand mit ins Heim nehmen kann für 4-6 Wochen. Er kann nicht mehr lesen weil er fast blind ist und hat dafür halt einige Vorrichtungen an seinem Schreibtisch gebaut, damit er weiterhin zeichnen kann und sowas alles.

    Alternativ könnte ich 5 Tage Pflege beim Arbeitgeber mit Lohnfortzahlung beantragen. Dann diese 10 Tage Pflegeunterstützungsgeld über die Kasse meines Vaters mit 90% Ersatzleistungen und gleichzeitig für 10 Tage beim Arbeitgeber quasi Urlaub ohne Lohn beantragen. Damit hätte ich schon fast 4 Wochen abgedeckt, weil ich eine 4-Tage-Woche habe. Wenn ich anstatt meine Mutter noch das Pflegegeld bekomme, geht sich das finanziell eigentlich raus. Oder hab ich da irgendwo einen Denkfehler?


    Ich würde dann zu meinem Papa ziehen in dieser Zeit. Mann und Kind kämen klar, ist ja in derselben Stadt. Und falls die Kur 6 Wochen dauert, müßte halt eins meiner Geschwister dasselbe nochmal machen, wobei die nicht alle diese 5 bezahlten Tage haben, das kommt ja auf den Tarifvertrag an.


    Wir haben am Sonntag Geschwistertreffen und müssen das unbedingt klären; wie sie kenne, wird sich außer mir da keiner einbringen wollen und sie werden aufs Heim bestehen und dann guckt pflichtschuldig 1x am Tag jemand für ne Stunde vorbei #rolleyes

    Deshalb hab ich gern einen Plan B in petto. Meine Therapeutin würde mich in der Zeit notfalls auch einfach krank schreiben. Für mich wäre es vermutlich eher Erholung als Stress: den Papa bekochen, baden und anziehen, den Rest der Zeit beschäftigt er sich selbst und er schläft nachmittags nochmal sehr lange, das reicht für einkaufen gehen oder mal zum Sport. Da hab ich im Job + ADHS Kind und Haushalt mit Hund im Alltag wesentlich mehr zu tun. Deshalb find ich die Lösung auch gar nicht so schlimm. Sehen meine Geschwister sicher anders. Wobei die trotzdem ran müssen, weil ich meine Mama auf jeden Fall per Zug auf die Kur bringen möchte, damit sie nicht alleine fahren muss. Mit Umsteigen ist das ein Wahnsinns-Stress für sie, sie ist ja ein wenig dement und ist dann unsicher. Ich hab die Bahncard, so what, ich fahr gern Zug. Und übernachte dann halt einmal dort, bevor ich wieder nach Hause fahre.

    Ich hoffe nur, das klappt alles.

    Wie ist das denn, wenn man eine Weile unbezahlten Urlaub nimmt um ein Familienmitglied zu pflegen:

    kommt hier die Pflegeversicherung des Pflegenden auf oder die des Patienten?

    Und ist das bei der PostBeaKK anders als bei einer PV der normalen KK?

    Zu Hülf!

    Danke!


    Meine Schwester hat dem Papa gestern schon ins Gewissen geredet. Er sieht das alles auch ein, will dann aber doch nicht. Und die Mama gibt nach.

    Ich flieg ja mit dem Sohn im August ne Woche nach Rom, da würde ich sie so gerne mitnehmen.

    Mal sehen, ob wir das gewuppt bekommen.

    Einen Geschwister-Gesprächstermin gibt es bislang nicht, weil keiner antwortet. Ich bin mir aber sicher, dass meine Brüder sich schon bei ihr gemeldet haben, um sie passend zu beeinflussen.

    Also die Bildgebung hat die Demenz bestätigt. Die Areale auf die es ankommt, sind "signifikant" kleiner als sie in dem Alter sein sollten, sagte der Arzt.

    Die Neurologin hat Tabletten verschrieben. Nervenwasseruntersuchung wurde angeboten, will meine Mama aber nicht.

    Seitdem wird es hier seltsam:

    ich hab meine Geschwister (wir sind 6) per WA informiert (sie wußten alle Bescheid und warteten gespannt auf das Ergebnis). Eine Schwester war dabei, ein Bruder hat sich gemeldet, nur um rumzumaulen, warum man jetzt nicht festgestellt hat, welche Demenz es ist, schließlich ist das vererbbar und er will wissen ob er das bekommen kann. Die anderen schweigen sich gerade eins.

    Meine Mum sagte mir dann nach der Untersuchung, sie wünscht sich sooo mal eine in Kur zu fahren, das sagte sie sogar mehrmals.

    Die Pflege meines Dads ist schon anstrengend für sie. Ich hab also geschaut nach Tagespflege, mit meiner Schwester geschrieben, dass wir ihn entweder abwechselnd versorgen zusammen mit einem Pflegedienst oder eben Tagespflege.

    Heute ruft sich mich an. Sie hat die beiden besucht und überhaupt kommt es gar nicht in Frage, dass Mama alleine auf Kur fährt, nur mit Papa zusammen, weil er das vehement ablehnt. Und meine Mutter gibt natürlich sofort nach. Da haben sie wohl lange drüber gelabert, welche tollen Urlaube man sich gönnen möchte usw. Und meine Mutter meinte, sie fährt dann mal alleine nach Sylt, wenn mein Papa nicht mehr ist.

    Ich bin dann gepflegt explodiert. Mittlerweile viel gelesen und es heißt immer wieder Streß ist ein wichtiger Faktor, der Demenz begünstigt und verschlimmert. Wenn sie mit ihrer Erholung waren will, bis mein Vater tot ist, wird sie nicht mehr davon haben, weil sie total ballaballa in der Birne ist. Und meinem Pflegebedürftigen ne Kreuzfahrt machen oder sonstwo in Urlaub fahren ist keine Erholung, wer kümmert sich wieder? Sie!

    Und sie gibt einfach immer schnell nach wenn mein Vater auf stur schaltet und die Geschwister, vor lauter Angst mal einen Urlaubstag opfern zu müssen, finden das alle ganz praktisch.

    Sorry, aber ich muss grad mal abladen. #haare

    So, nachher gehe ich mit zur Kernspin. Ich hatte ein gutes Gespräch mit meiner Therapeutin, die eine Weile Mamas Hausärztin war und sie gut kennt. Das mit der Überlastung denkt sie auf jeden Fall. Microschlaganfälle werden dann heute wohl bei der Untersuchung abgeklärt. Und sie hat uns noch das Memory Zentrum an der Hessing Klinik empfohlen und dass wir uns da ne zweite Meinung holen sollen. Ich bin nervös.

    Das Problem ist, meine Mum würde meinen Vater nie in Pflege geben, damit sie sich ausruhen kann und mein Papa würde das auch nicht mitmachen, wenn wir sie überrumpeln.

    Da sind sie überaus stur, alle beide. Als die Nachbarin für eine OP ins Krankenhaus mußte, wurde ihr pflegebedürftiger Mann vorübergehend in eine Kurzzeitpflege gebracht und ist dort verstorben, obwohl er sonst schon noch recht fit war und nicht im sterben lag. Grund war wohl eine falsche Behandlung. Das hat sie nachhaltig verunsichert, sowas auch nur in Betracht zu ziehen.

    Für meinen Dad hab ich ja Pflegegrad beantragt und ihnen wurden um die 500Euro bewilligt, dachte ich mir doch, kann man in jemandem zum Putzen investieren und für kleinere Pflegesachen. Nein, die Mama muss zwanghaft alles selber machen. Sie war schon immer so ne Macherin und läßt sich da nichts aus der Hand nehmen. Der Part wird sicher auch am schwierigsten werden. Das eben doch zu schaffen. Trotzdem hat sie schon mal versucht einen Pflegedienst zu bekommen, die sind bis zum St. Nimmerleinstag alle ausgebucht. Damit war das Thema dann erledigt.

    Wie lange darf ein Demenzkranker eigentlich Auto fahren? Sie fährt nicht oft und keine weiten Strecken, aber sie fährt noch. Und mein Bruder sagt, sie fährt recht gut und vorsichtig.

    Sie hat das lange verdrängt, es nervt sie aber selber, wenn sie Termine vergißt oder auch einfach nur die Gefriertüten seltsam beschriftet.

    Unterhaltungen mit vielen Leuten überfordern sie. Dann ist sie richtig unglücklich. Früher war das ihre Lebensessenz, das Haus voller Leute zu haben, alle 6 Kinder mit Partnern da, dazu noch ihre Geschwister, es gab nichts schöneres.

    Wir machen uns auch deshalb Sorgen, weil sie für die Medikation meines Vaters zuständig ist. Blöderweise kann mein Papa auch nicht lange allein bleiben, so dass eine Kur oder mal ein Wellnesswochenende eigentlich nicht machbar ist. Würde ihr aber sicher gut tun, vor allem in einer 1:1 Situation, wo sie sich nur auf einen konzentrieren muss.

    Meine Freundin ist Ergotherapeutin, wenn die Diagnose etwas besser beziffert ist, frag ich mal wie es mit Neurofeedback aussieht. Wenn die Preise nicht so exorbitant hoch wären, hätte ich schon selber ein Gerät zuhause, meinem Sohn tut das auch gut. Könnten wir es für beide nutzen. Ich bin heute so gerädert, spät ins Bett vor lauter heulen und hadern, warum das gerade meiner wunderbaren Mama passieren muss.

    Danke Ihr Lieben,

    ich hab auf die Schnelle so einen Thread gar nicht gefunden, die Suchfunktion hier ist echt bescheiden.

    Dann les ich da auch mal mit.


    Die Neurologin sprach noch von einer leichten Form. Aber ich finde man merkt es schon ziemlich. Bei dem schriftlichen Test hatte sie nur 20% geschafft, sie wußte unsere Geburtstags nicht mehr, die alte Adresse, manchmal vergißt sie unterm Schreiben was sie schreiben wollte. Wir hatten sowas noch nie, in der ganzen weitläufigen Familie nicht und die ist echt groß. Und ausgerechnet meine Mama muss es erwischen.

    Und ausgerechnet ich, die ich wirklich sehr gut mit ihr kann und sie gern bekümmern möchte, habe keine Möglichkeit. Hier haben sich die Mieten verdreifacht, umziehen ist undenkbar. Meine Geschwister mit Platz und großem Haus haben keine Lust, sie bei sich wohnen zu haben. Sowas bricht mir immer das Herz. Es mag jetzt noch nicht nötig sein, aber das kommt ja auch auf uns zu.

    Ich komme aus einer Familie, wo die Frauen immer sehr alt wurden und bis zum Schluß auch geistig sehr fit waren.

    Mir fehlen da also absolut die Erfahrungswerte.

    Meine Mum ist 69 und baut seit ca. 1 Jahr ziemlich ab: wird vergesslilch, Rechtschreibung läßt nach, sie erzählt alles 5mal, die Wahrnehmung der Realität ist oft falsch, sie erzählt viel Quatsch. Sie flegt meinen Vater aufopfernd seit einigen Jahren, er ist körperlich ziemlich angeschlagen, aber geistig noch fit.

    Heute war nun die Untersuchung bei Neurologen, Demenz ist bestätigt, nächste Woche ist dann Kernspintomografie. Es gibt wohl Medikamente, die den Verlauf verzögern.

    Ich finde das ziemlich furchtbar. Meine Mutter war immer so eine starke Frau, 6 Kinder, immer gearbeitet, die Entscheiderin in allem, die Ratgeberin, klug im Job. Ganz aktiv, immer in Action.

    Ich kann das fast nicht aushalten und bin sehr hilflos, wie man jetzt damit umgehen soll. Was kann man noch tun? Außer sich lieb und wertschätzend zu kümmern.

    Boah, mir ist es echt zu kalt grad. Gestern 3 Stunden mit dem Hund draußen, naß und nicht mehr warm geworden. Heute morgen bei 2 Grad die Morgenrunde gedreht. Das ist furchtbar.

    Eben auf Facebook kam die Meldung "was Du vor einem Jahr gepostet hast", da waren wir am Campingplatz, Merlin war ansegeln und ich hab die Bude wieder bezugsfertig für neue Saison gemacht, da waren wir im T-Shirt.