Beiträge von Hermine

    D. h. wenn du deinen Lateinklassen den Auftrag gibst, mit ihren Geräten zu recherchieren, wie der PPP übersetzt wird, dann machen sich alle bereitwillig daran, suchen bereits besprochene Webseiten auf bzw. machen neue ausfindig, tragen die Ergebnisse zusammen und teilen es in einem gemeinsamen Dokument/präsentieren es anschließend vor der Klasse? Oder wie sieht das konkret aus?


    Ich hoffe, das kommt nicht doof - aber ich würde total gerne mehr in meinen Unterricht einbauen. Gerne auch mit BYOD. Aber mehr als mal ein kurzer Rechercheauftrag in der Oberstufe ist das meist nicht. Oder die Smartphones zum Musikhören, während sie einen Text (handschriftlich!) schreiben :D

    Dindymene : meinst du das hier?


    Zitat

    Mit zunehmender Digitalisierung entwickelt sich auch die Rolle der Lehrkräfte weiter. Die lernbegleitenden Funktionen der Lehrkräfte gewinnen an Gewicht. Gerade die zunehmende Heterogenität von Lerngruppen, auch im Hinblick auf die inklusive Bildung, macht es erforderlich, individualisierte Lernarrangements zu entwickeln und verfügbar zu machen. Digitale Lernumgebungen können hier die notwendigen Freiräume schaffen; allerdings bedarf es einer Neuausrichtung der bisherigen Unterrichtskonzepte, um die Potenziale digitaler Lernumgebungen wirksam werden zu lassen

    Liest sich total nett. Und wie setze ich das in einem klassischen Klassenzimmer oder meinetwegen Computerzimmer mit 28 SuS um? Entwickle ich 28 Lernarrangements für jeden Einzelnen? Bereite ich vier Arbeitsaufträge vor und sage "schätzt euch mal selber ein und nehmt den entsprechenden Arbeitsauftrag?" Wie geschieht die "Neuausrichtung der bisherigen Unterrichtskonzepte"?


    Ich weiß, dass es schon recht viel Unterrichtsentwürfe gibt, aber für mich bleibt zu oft die Quintessenz von Unterrichtsstunden im Computerzimmer, dass es viel "vertane" Zeit war. Und alles unglaublich lange braucht. UND (für mich ziemlich zentral) - ich hab das Gefühl, dass gerade jene SuS wenig von diesen Stunden mitnehmen, die eher leistungsschwach sind. Die Leistungsstarken sind oft neugierig, die beschäftigen sich mit dem Thema und "es kommt was bei rum". Aber die anderen brauchen mehr Kontrolle und Anleitung - die ich mit 28 SuS im Klassenzimmer so nicht leisten kann.


    Edit: Das hier zum Beispiel:

    Zitat

    Insgesamt bietet sich die Chance, den Schülerinnen und Schülern mehr Verantwortung für die Gestaltung des eigenen Lernens zu übertragen und damit ihre Selbstständigkeit zu fördern.

    Wie fair ist das für Acht- oder Neuntklässler? Die gerade ganz andere Themen am Start haben? Lässt man damit nicht die weniger Strukturierten ins offene Messer laufen? Bzw. müssen sie nicht auf die Gestaltung des Lernen lernen, bevor sie das selbstständig übernehmen?

    Ich höre und lese einiges zur Digitalisierung. Weil es mich interessiert. Und weil es mich interessiert, wie ich es im Unterricht anwenden kann. Aber ganz, ganz oft erzählen da Menschen, die mit Erwachsenen (Studenten, etc.) arbeiten - und die oft (so zumindest mein Eindruck) nicht wissen, wie es ist, nicht nur die Leistungsstarken zu unterrichten.


    Beispiel: Freund, der Professor an einer FH für Mediengestaltung ist und zwei Töchter hat, die mit 1,x ihr Abitur an einem bayerischen Gym. gemacht haben - der erzählt mir ständig, wir sollten an der Schule keine Inhalte mehr unterrichten, nur Kompetenzen. Das funktioniert für seine Kinder sicher super - die haben a) von zu Hause aus relativ viel Bildung b) das nötige abstrakte Denkvermögen, selbst recherchierte Inhalte zu strukturieren. Aber das ist halt nicht Regel. Die Regel ist, dass man erstmal Schubladen und Inhalte braucht, um weitere Inhalte zu ordnen zu können/die Schubladen dann auch wieder in Frage zu stellen.


    Anderes Beispiel: Christoph Igel erzählt begeistert, man könne in einer Gemeinschaftskundeklasse ja die SuS erstmal selber über die westliche Demokratien (Funktionsweise, Aufbau) recherchieren lassen und dann als Lehrer direkt in die Diskussion einsteigen (direkte/indirekte Demokratie, Bedeutung Exekutive/Legislative, Gewaltenteilung/-verschränkung...). Finde ich super. Würde ich liebend gerne machen. Aber - um diese Aspekte in der Internetrecherche herauszuarbeiten, muss ich erstmal wissen, dass es diese Aspekte gibt. Und ich muss als SuS so drauf sein, dass ich Zeit zur Internetrecherche auch tatsächlich dafür nutze. Und mir nicht in der Zeit die 50 spektakulärsten Fails bei Fortnite anschaue.


    In anderen Worte - inhaltlich gibt es tolle Sachen in Richtung Digitalisierung. Was mir fehlt sind oft didaktische Konzepte, es mit "echten" SuS umzusetzen. UND mehr Unterstützung seitens der Kultusministerien. Also klare Ansagen, was ich wie darf. Zur Zeit ist es so, dass uns v.a. gesagt wird, was wir nicht dürfen (WA, gemeinsame Internetseiten mit den Schülern).


    - Ende der Tirade - es ist bloss echt frustrierend, wenn man von der eine Seite gesagt bekommt, wie unfähig und technologiefeindlich man doch sei und auf der anderen Seite man keinerlei Unterstützung erhält, sondern sich mal eben alles selbst erarbeiten darf.

    Dabei ist es viel zeitsparender, die Infos an einer Stelle für alle zur Verfügung zu stellen, direkt die Anmeldung zum helfen beim schulfest über ein planungstool mit abdecken... anstatt ein Dokument zu erstellen, es auszudrucken und zu verteilen, wieder einzusammeln und die helferzeiten irgendwo einzutragen.

    Sorry, aber - vergiss es. Gar nicht mal, weil es keiner kann. Sondern wegen...tadada ... Datenschutz. Das wird an den Schulen (nicht ganz zu Unrecht) wirklich groß geschrieben - aber das setzt genau diesen Kommunikationsformen sehr enge Grenzen.


    Allerdings dürfen die Elternvertreter sämtliche Doodle und sonstigen Listen verwenden :D


    Ansonsten stößt die Digitalisierung an den Schulen aus meiner Sicht an zwei Grenzen: Einmal die entsprechende Ausstattung. Und damit meine ich nicht zuerst die Geräte, sondern das entsprechende Netzwerk. Wenn ich jedesmal min 10 min. brauche, bis die SuS die Computer angemacht und hochgefahren haben, dann ist das einfach ein erheblicher Teil von 45 min. In der Zeit haben sie ihre Hefte dreimal rausgeholt.


    Und das andere ist, dass einfach bestimmte Skills unabhängig von digitalen Geräten Vorhandensein müssen, bevor ich anfange etwas am Computer zu machen. Eben meine Gedanken strukturieren können - bevor ich wie wild im Internet recherchiere. Es gibt wirklich tolle Seiten und Materialien. Aber wenn die SuS vorher nicht die Methoden beherrschen, dann bekommen sie es auch mit digitalen Medien nicht besser hin. Und ich habe den Eindruck (aber da kann ich mich täuschen), dass sie die Methoden erstmal besser analog lernen.

    Katermäuschen - du meinst, dass die Progression bei 3/5 zum Tragen kommt? Aber genau das wird doch im Jahresausgleich wieder berücksichtigt, oder?


    Wenn man den von silecea verlinkten Rechner nutzt, erscheint folgende Info:


    Na ja, zum einen ist es maximal deprimierend, den Lohn mit Steuerklasse 5 zu sehen, v.a. weil man ja meist eher weniger verdient (sonst ergibt es ja keinen Sinn) - dann kommt schnell der Gedanke "für die paar Kröten muss ich nicht arbeiten"....

    Und es hängt auch noch mehr dran, aber das ist für mich zu komplex/betrifft uns nicht: Ausrechnen des Arbeitslosengeldes/Kindergeldes, etc. Wobei es da - je nach Fragestellung - sehr sinnvoll sein kann, 4/4 zu wählen.

    Die Aufteilung nach 3/5 bzw. 4/4 gilt nur für das laufende Steuerjahr. Am Ende des Steuerjahrs wird Bilanz gezogen und das Paar mit 4/4 bekommt (vermutlich - hängt von anderen Einkünften ab) eine Rückzahlung.

    Das Paar mit 3/5 spart also "nur" in dem Monat, übers Jahr gleicht es sich aus.

    sowas macht sogar total Sinn, hier wurde sich am Elternabend von der Lehrperson sogar fest beschwert, dass die Kinder auf so unterschiedlichem Stand wären. Manche eben zweisprachig erzogen und die andern noch nie in Berührung gekommen mit der Sprache (französisch in der Grundschule). Als könnten wir für diesen Umstand irgendwas. Ich find es völlig beknackt, dass es (spielerisches) Französisch in der Grundschule gibt und das auch nicht einheitlich. Das da unterrichten natürlich schwierig ist versteh ich, und ich hoffe sehr, dass die Kinder gut abgeholt werden. Noch kann ich die Lehrperson nicht einschätzen, habe ein wenig meine Zweifel.

    Haben sie bei euch auch dieses Einführungsarbeitsheft? Das fand ich ganz gut.


    Ansonsten - es gab in Berlin mal eine GS-Lehrerin, die sich mit einem Anglistik-Prof zusammengetan hat und den Englischunterricht an der GS systematisch (mit Schreiben und Vokabeln lernen) durchgezogen hat. Die Kinder konnten (bei gleicher Unterrichtsdauer) in Klasse 5 mit dem secher Lehrband einsteigen. Und der Prof führte aus, wie unsinnig es sei, in einem Alter, in dem die Kinder Schrift lernen, Englisch ohne Schrieben zu unterrichten. Hörte sich sehr sinnig an.


    An sich fand ich die Idee von Fremdsprachen in der GS ganz gut - aber in der momentanen Umsetzung fände ich es besser, die Zeit für vertieften Rechtschreibunterricht oder so zu nutzen.

    Preschoolmum du hast gesehen, dass das eine Seite aus RLP ist, oder? So viel ich weiß, wohnt Sommerwind aber woanders.

    Warum sollen sie denn nachsitzen? Ich muss zugeben, dass ich es auch davon abhängig machen würde. Wenn sie richtig Mist gemacht haben.... dann ist es zwar nicht die Höhe der Pädagogik, aber dann fände ich es besser, als Eltern nicht einzugreifen.