Beiträge von martita

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    Bei uns wurde das I pad in der 7. Klasse eingeführt - zunächst als Pilotprojekt mit Leih-Tablets von der Schule, dann ab 8. Klasse musste es selbstfinanziert gekauft werden. Es kam ziemlich passend ein paar Monate vor der Corona-Zeit, insofern passte es ziemlich gut.

    Ich habe es so verstanden, dass Apple tatsächlich für die Schule das einfachste System ist, mit der Class-Room-App wird auch überwacht, dass kein Mist damit veranstaltet wird, die Verbindung der Geräte zum Smartboard klappt einfach - so können die SuS mal was präsentieren usw. Dadurch können die Tablets halt auch sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden.


    Mit dem Kind thematisiere ich des öfteren, dass Lernen sich effizienter ist, wenn man nicht nur auf immer die gleiche Bildschirmgröße guckt, sondern bestehe drauf, dass Dinge ausgedruckt werden, mit Hand auf Papier geschrieben werden, Bücher auch weiterhin verwenet werden - einfach um mehr Sinne zu aktivieren und dadurch das Lernen zu unterstützen.


    An der Schule des anderen Kindes werden auch selbstfinanzierte Tablets verwendet - allerdings bei freier Wahl des Modelles - das Einloggen in die Schulplattform geht über einen Webbrowser, egal welchen.

    Das hat den Vorteil, dass es billiger in der Anschaffung ist, den Nachteil, dass viel weniger Kontrolle seitens der Schule stattfindet und auch viel weniger Einsatzmöglichkeiten vorhanden/bekannt sind, sondern hauptsächlich halt Aufgabenblätter digital eingestellt werden - die dann von Hand auf Papier geschrieben werden und als (mal schlechte, mal weniger schlechte) Fotos hochgeladen werden.


    Elterliche Kontrolle über Bildschirmzeiten und -Inhalte ist bei beiden aufwendig bzw. läuft hier über die Fritzbox und viele Gespräche (und auch Streit).


    Kosten: tja, in Niedersachsen sind wir ja sowieso ein eher teures Bundesland, was Lernmittel angeht. Obligatorische Tablets/I pads werden wohl im BuT übernommen - zumindest wurde das von der Schule so kommuniziert und Unterstützung angeboten.

    Es gibt ja auch die Agriphotovoltaik.

    Da werden PV Anlagen über Ackerflächen gespannt. In Dürresommern wie den vergangenen, ist der Ernterertrag damit z. t. Sogar höher als ohne den Schatten. Es ist nur eine erstaunlich geringer Teil der Acherflächen nötig, um den Stromverbrauch zu decken. Müsste halt gemacht werden.

    Es gibt da einen tollen Podcast zu:

    Mission Klima

    ja, das ist sicher eine Möglichkeit. Andererseits frage ich mich, wieso das mit den Parkplätzen und anderen städtischen Flächen nicht längst gemacht wird - immerhin sind da die Anschlüsse, Kabel und Energieverbraucher doch viel näher!

    mein 13 jähriges Kind beschäftigt sich sehr viel mit minecraft, switch und youtube filmchen über minecraft usw.

    mit 10 Jahren war hier noch das Lego-Fieber sehr akut - mit viel bauen aber auch ganz lange im Spiel versinken und allein oder mit Freunden sehr fantasievoll und intensiv Geschichten erfinden und spielen.

    Die Tendenz, trotz dieser Fähigkeit, vor Fernsehen oder Mario-Kart zu "versumpfen" hatte es auch da schon. Wir haben immer mal wieder "Abstinenz-Wochen" eingeführt, wenn es von der Zeit und emotional aus dem Ruder lief. Das konnte das Kind dann auch selbst schon feststellen, dass eine Woche Medienpause durchaus auch hilfreich war, wieder ins Lot zu kommen, und hat sich dann auch über die tolle "freie" Spielzeit gefreut - ohne, dass es da schon merklich zu einer besseren Selbstregulierung kam.

    Dann kam Corona und eine ätzende homeschooling Zeit. Zum Glück hat es hier ganz gut geklappt mit wechselnden zweier-Draußen-Verabredungen. Trotzdem ist seitdem die Mediennutzung deutlich intensiver. Ich versuche immer mal wieder auf die Augengesundheit hinzuweisen. Und das Kind macht 4-5 mal pro Woche Sport, verabredet sich gern mit Freunden und spielt auch gern mit dem Geschwister oder mit anderen Freunden zusammen minecraft. Emotional kann man inzwischen nicht mehr so eine direkte Verbindung zu online-Zeit feststellen - die Pubertät lässt grüßen.

    Wir versuchen halt, dran zu bleiben, ein paar Grundregeln einzuhalten (RL geht immer vor digital, keine Kontaktaufnahme onlne mit Personen, die Kind nicht auch im RL aus Schule/Dorf kennt), und als Eltern auch für inhalte interessiert und offen bleiben.

    Beim großen Kind in der Grundschule kam es wohl öfters vor, dass die Maßnahme "einmal draußen um den Schulhof laufen" - manchmal einzelne Kinder, bei Bedarf auch mal die ganze Klasse einmal auslüften, nicht ausreichte (große Klasse mit 28 Kindern). Dann wurden diejenigen Kinder mit Aufgaben zur Schulsekretärin oder, falls diese nicht da war (sehr kleine Schule) in eine andere Klasse gesetzt. Dass das bei andauerndem Stören keine Belohnung war, wussten die Kinder dann auch.

    Ab dritte/vierte Klasse bat die Klassenlehrerin dann um Verständnis, dass auch mal Kinder abgeholt werden mussten, wenn es anders nicht zu schaffen war - es gab ein paar Spezialisten, die auch mal andere Kinder körperlich angingen. Das ist wohl nur ein paarmal vorgekommen.

    Ideal ist das alles nicht. Aber der Unterschied zu meinem jüngeren Kind, bei dem nur 15 Kinder in der Grundschulklasse waren, war enorm. Irgendwie müssen die Lehrkräfte ja durch den Tag kommen.

    Ich finde ja, dass so große Klassen eigentlich Körperverletzung sind - sowohl für die Kinder als für die Lehrkräfte. Die Lehrkräfte haben meine totale Bewunderung dafür, dass sie es überhaupt schaffen, unter solchen Bedingungen Unterricht zu machen.

    Ich erlebe meine Kinder auch oft passiv, und kann das manchmal nur schwer aushalten.

    Der Unterschied zu meiner Kindheit auf einem Bauernhof ist schon sehr sehr groß, und manchmal tut es mir auch leid, weil sie so viele Dinge nicht lernen und nicht erleben - eben auch die Befriedigung, die ich immer schon nach getaner Arbeit empfinde. Das ist mit ein paar Stunden Minecraft nicht zu vergleichen.


    Andererseits ist die Welt auch so anders geworden., Und ich kann auch sehen, dass sie ihren Weg finden und ihre Begabungen entdecken und wunderbare, empathische Menschen sind.


    Zu den Aktivitäten und Hobbies: In meiner Kindheit ging man in der ersten oder zweiten Klasse zur musikalischen Früherziehung. Und dann irgendwann zum Fussball oder Kinderturnen.

    Das absolvieren jetzt Kindergartenkinder, neben Frühenglisch und möglichst außergewöhnlichen Sportarten.

    Auch Kino, Spassbad, Wanderungen, Freizeitpark usw. Das findet heute in vielen Familien in unserem Umfeld mehrere Jahre früher statt, als ich das erlebt habe. Dass Grundschulkinder dann schon keine Lust mehr auf Instrument Lernen haben, schon mehrere Sportarten ausprobiert und aufgegeben haben, und sich eben nicht mehr so leicht begeistern lassen in der Schule, finde ich nicht verwunderlich.

    Aber das ist dann vielleicht doch eine spezielle Blase, und doofer Zufall, wenn viele solcher Kinder in einer Klasse zusammen kommen.

    Die meisten Familien können sich sowas alles sowieso nicht leisten.

    Ich war am Freitag abend mit meinem Neffen im Freibad im Nachbardorf, da erzählte er mir nebenbei, dass er vor 2 Wochen mit seiner Freundin da war und ein doofes Erlebnis hatte.

    Sie war noch mit dem Fahrradschloß beschäftigt, er ging rein, um schonmal die Eintrittskarten zu kaufen.

    "Zwei Tickets für Erwachsene bitte" - die Dame an der Kasse konnte ihn angeblich nicht verstehen. "WAAS? ICH verstehe Sie nicht?; Was möchten Sie? Ich kann Sie nicht verstehen!!" - in einer großen Lautstärke, so dass er sich angeschrien fühlte. Nach mehreren Versuchen mit langsam sprechen, die Zahl zeigen, bat sie die hinter ihm stehende Gruppe, vorzukommen und ließ ihn einfach stehen.

    Dann kam seine Freundin rein, bekam die Situation gar nicht mit, sondern nur, dass der Verkaufstresen belegt war und rief ihn, um am Automaten (den er nicht gesehen hatte) die Tickets zu kaufen.


    Er spricht sehr gutes Deutsch mit ganz leichtem Akzent, hat aber lockige schwarze Haare und eine dunklere als sonnengebräunte Hautfarbe. Es gibt an der Kasse nichts anderes zu kaufen, außer den Eintrittskarten fürs Schwimmbad. Außer Rassismus gibt es da echt keine mögliche Erklärung für das Verhalten der Kassiererin.

    Ich bin immer wieder baff, wie oft er von solchen Situationen erzählt, die er immer entweder versucht, höflich zu lösen, oder eben zu ignorieren. Aber es ist einfach unfassbar für mich, wie alltäglich das für ihn ist. Ich konnte es mir anfangs einfach nicht vorstellen, da die Menschen, wenn er mit mir unterwegs ist, immer freundlich und höflich sind. Und es eben auch Menschen im Dorf sind, die ich ja kenne - (im Sinne, man sieht sich, man grüßt sich, man wünscht sich gegenseitig ein frohes Wochenende....). Da tun sich immer wieder Abgründe auf!

    Gwynnia , ja genau, die Überforderung entsteht durch die unangemessene Verantwortung! So habe ich auch den Beitrag von Dechse verstanden.


    Helfen und einen wichtigen Beitrag für die Familie leisten kann ja eine sehr positive Erfahrung sein, so habe ich das erlebt (und hoffentlich meine Kinder auch), oder eben sehr belastend und damit negativ.

    Blumenkind
    Ich musste auch meine Geschwister von der Grundschule/Kindergarten abholen, für einen Snack sorgen, unterwegs noch einkaufen, und ihre Hausaufgaben überwachen #kreischen
    Das hab ich nur nicht erwähnt, weil mir dabei klar ist, dass es völlig unangemessen für eine Neunjährige war.
    Ich hab auch das Gefühl, dass ich mir deswegen schwer tue, mit Hausarbeitsbeteiligung und Dechslein - mir fehlt ein gut eingenordeter innerer Kompass dafür.
    Also der Umweg über das Kriterium "allgemeine Erschöpfung beim Kind". Trotzdem glaube ich, ich neige dazu, eher zu wenig als angemessen zu betrachten.

    Das finde ich total spannend - also nicht, dass es natürlich viel zu viel Verantwortung war, das sollte wirklich nicht so sein!, sondern die Schlussfolgerung daraus.


    Als Bauernkinder war es für mich und meine Geschwister in dem Alter total normal, täglich 1 bis 2 Stunden auf dem Hof mitzuarbeiten, die Tiere zu versorgen, plus im Sommer die Ernte in Feld und Garten einzubringen (und haltbar zu machen), plus am Wochenende Haus und Hof mit sauber zu machen. Das war sicher viel, aber es war immer ein gemeinsames Arbeiten - in dem Bewußtsein, dass alle mit- und füreinander verantwortlich und wichtig sind.

    Von dem Pensum sind meine Kinder heute natürlich sehr weit entfernt. Aber es ist mir ein Anliegen, dass sie sich auch im Hinblick auf die täglich notwendige Arbeit als wichtige und verantwortliche Familienmitglieder erleben und begreifen. Deswegen arbeiten wir eben auch oft zusammen.

    Haben wir beim Hausbau auch. da waren sie 10 und 7 Jahre alt und haben Werkzeug und Schrauben angereicht, beim Tapezieren geholfen, gefegt und aufgeräumt, die Fußboden-Heizungs-Schläuche festgetackert, Steckdosenrahmen aufgesteckt und festgeschraubt, Laminat geklickt, Wände gestrichen, die Brotzeit gerichtet und dann stolz wie Bolle mit allen gemeinsam oben auf dem Dach/Gerüst Pause gemacht :) .

    das war bei uns in dem Alter alles auf Zuruf, auch oft mit Protest verbunden.

    Wäsche - nasse Wäsche aufhängen, trockene zusammenlegen,

    Spülmaschine ein und wieder ausräumen,

    eigene Zimmer und Wohnzimmer staubsaugen

    kleinere Sachen selbst einkaufen gehen, oder aber mich beim Einkauf begleiten und tragen helfen.


    oft haben wir auch die Dinge gemeinsam erledigt, da habe ich dann auf Mithilfe bestanden, auch wenn das vielleicht mehr Energie meinerseits kostete, als es selber allein zu machen. Manchmal ergeben sich beim gemeinsamen Tun auch nette Gesprächsgelegenheiten.

    Auf längere Sicht hat sich diese Investition aber sehr gelohnt: mit 13 und 16 sehen sie oft schon die notwendigen Arbeiten, sie helfen mit, statt auf dem Sofa zu chillen und anderen beim Arbeiten zuzuschauen, und wenn die Eltern mal ganz kaputt und müde aussehen, bekommen wir die Anweisung "bleib doch sitzen und ruh dich aus, das mache ich jetzt fertig"! - Auch letzteres haben wir genauso vorgelebt.

    Ich erzähle der Erbse und dem Möpp, dass Opa Geburtstag hat.

    Erbse "Hä? Der ist doch sson so groß. wird der NOCH dicker? Dann platzt der doch!" *lacht sich kringelig.

    ich antworte "Nee, nicht größer, aber älter!"

    Erbse war sichtlich irritiert, dass Erwachsene auch Geburtstag haben :D

    hat unsere Große mal gebracht, mit 3 Jahren war sie sehr wählerisch mit dem Essen. Das Kindermädchen beim gemeinsamen Essen: "los, iss noch was, du willst doch noch groß werden!": Töchterchen: "Du bist doch schon groß, wieso isst du dann auch noch was?"

    Kinder und Hunde sind immer gute Gesprächsaufhänger, um in Kontakt zu kommen.

    Aber doch nicht so?!

    Es gibt sehr viele Leute da draußen, die sehr spontan alles mögliche sagen, ohne die Formulierung vorher im Germanistikseminar diskutieren zu lassen.


    Offensichtlich hat die Frau eine Formulierung, die sie aus dem Hundekontext kannte, auf ein kleines Kind angewandt. Das kann man merkwürdig finden. Aber ich kenne einige Menschen, bei denen Hunde ein Kindersatz sind. Die kommen gar nicht unbedingt darauf, dass vielleicht manche ein Problem damit haben könnten, wenn sie so eine Formulierungen aus dem Hundeumfeld auf Kinder verwenden.

    Daher war Nachtkerzes Antwort ja super: sie hat in der Situation, die tatsächlich rassistisch und übergriffig war, die nette Absicht der Fragerin erkannt und sie nicht angeschrien oder belehrt, sondern authentisch ihre Verwirrung gezeigt und dann höflich geantwortet.


    Wenn jemand über die Kinder nett ins Gespräch kommen möchte, könnte man ja auch bei "die ist ja niedlich" einfach weitermachen mit "fährt sie besonders gern Bus, oder hat sie immer so gute Laune?" - Außerdem ist Nachtkerzes Tochter wohl in einem Alter, in dem sie selber sprechen kann, da wäre eine direkte Ansprache sehr viel netter.

    Dass das Erste, was jemandem in so einer Situation einfällt ist, die "genetische Zusammensetzung" zu erfragen, ist einfach tatsächlich nicht nett, sondern rassistisch, dafür braucht niemand Germanistik zu studieren oder überhaupt irgendeinen bestimmten Bildungsabschluss zu haben. (Rassismus ist meiner Erfahrung nach bei Akademikern nicht seltener als in nicht-Studierten Kreisen).

    komme aus Norddeutschland und finde die Frage komplett unverschämt und fehl am Platze. Bei einer ü 80 jährigen Person vielleicht verzeihlich, obwohl die ü 80 jährigen Personen, die ich kenne, durchaus so höflich und empathisch sind, solche Fragen auf keinen Fall zu stellen.


    Spätestens bei Deiner verwirrten Frage: "was meinen Sie damit?" hätte es wirklich jedem auffallen müssen, dass das oberpeinlich war.

    Deine Antwort war super! und maximal höflich!


    zu meiner Tochter gab es als Baby mal den Spruch einer mir völlig unbekannten älteren Dame ohne weiteren Zusammenhang "das kommt aber nicht nur vom vielen Möhrensaft!" - und auf mein verdattertes Gesicht hin die Erläuterung - "na die hübsche Hautfarbe". Das war mir maximal unangenehm und ich habe nur sowas gesagt wie "naja, hübsche Eltern haben hübsche Kinder".

    Es hing mir trotzdem länger nach, genauso wie die ungenierten Fragen nach dem Vater, der ja wohl nicht so blond wie ich sei.

    einfach ist es nicht, das stimmt.

    Und unsinnige Regelungen kommen auch nicht daher, dass irgendjemand bewusst Blödsinn aufschreiben will, sondern oft daher, dass Dinge gerichtsfest und kontrollierbar sein müssen, damit die Subventionen ausgezahlt werden können.

    Unsinn kommt oft dabei raus, wenn Details auf zu hoher Ebene geregelt werden, oder wenn Bearbeiter vor Ort die Regelungen zwar buchstabieren können, aber nicht sinnvoll auslegen - z. B. aus Angst, dafür belangt zu werden.

    Das Beispiel mit der Streuobstwiese habe ich mir nicht ausgedacht, sondern die Wiese gesehen und nicht geglaubt, dass da was beanstandet werden könnte, aber es ging tatsächlich um die schiefen Stämme!

    Und die genaue Definition und Vermessung von Rand- und Blühstreifen und die haarsträubende Verteilung von Subventionskürzungen, wenn hier ein halber Meter fehlt oder einer zu breit ist- was z. B. an der Beschaffenheit des Geländes liegen kann ist auch Realität.

    Agrarumweltprogramme werden ja ständig weiterentwickelt und es ist auch viel wichtiges dabei. Die geforderte Verminderung der Stickstoffemissionen, die der Aufreger bei den Protesten im Anfangsbeitrag darstellt ist sicher unbedingt notwendig.

    Aber analysieren, wie es durch politische Maßnahmen sogar auch zu ökologischen Schäden kommt, ist schon auch sehr wichtig.

    Etwas davon - auch relativ allgemeinverständlich - ist z. B. im Buch von Tanja Busse : Das Sterben der Anderen dargestellt.

    Wenn ich mich richtig erinnere darf man nach 4 Jahren Wiese #gruebel das Land nicht mehr als Feld bewirtschaften.

    ja genau, wenn es länger steht, wird es irgendwann Dauergründland und darf nicht mehr umgebrochen werden. Damit nimmt man den Landwirten viel Gestaltungsmöglichkeiten. Als irgendwann die Definition von Dauergrünland eingeführt wurde, wurden große Flächen in Acker umgewandelt, auch wenn das zu dem Zeitpunkt nicht sinnvoll war - nur weil man sonst keine Flexibilität mehr gehabt hätte.

    Das meine ich mit katastrophaler Agrarpolitik.

    Wenn ich auf einer Fläche noch eine biologisch wertvolle Hecke anlegen möchte - weil ich für die nächsten 10 oder sogar 20 Jahre die Fläche nicht brauche, ist das aber betriebswirtschaftlich blöd - meine Tochter wird dann vermutlicgh diese Fläche nie mehr anders nutzen dürfen. Das gleiche gilt für viele ökologisch wertvolle Landschaftselemente. Die Gesetze zum Schutz derselben sind auch ein Grund dafür, dass soviele davon verschwunden sind.

    Die Förderung für die Landwirtschaft bremst ganz oft die Betriebe aus, wenn sie was für die Natur tun möchten.

    Wenn der Blühstreifen oder der Randstreifen nicht auf genaue Zentimeter die Vorgaben zur Mindest-und Höchstbreite an jeder Stelle einhält, ist das Subventionsbetrug. - Wenn das Wetter im Frühling ungünstig ist, und man den Blühstreifen nicht zum genau vordefinierten Datum eingesät hat, ist das auch Subventionsbetrug.

    Wenn man auf der alten Streuobstwiese (ein Paradies für Wildtiere und Wildpflanzen) ein paar der alten Bäume schief geworden sind oder abgestorben sind, dann erfüllen sie nicht mehr die Norm für die Förderung, und man bekommt den Rat, das Ganze zu roden und neu anzupflanzen


    Es gibt wirklich sehr viele, sehr unsinnige Regelungen, so dass es für einen Betrieb ein großes Risiko sein kann, eigene Ideen zum Naturschutz umzusetzen.

    Die Tierzahlen müssen einfach runter! Und dürfen nicht durch Importe ersetzt werden, sondern der Konsum tierischer Produkte muss auch runter!

    Und ja, auch der Energieverbrauch und die Flächenversiegelung müssen deutlich reduziert werden. d.h. unser Lebensstandard bzw. Konsumstandard kann nicht aufrechterhalten werden. Das ist die unbequeme Konsequenz, und die Landwirtschaft hat jedes Recht wütend zu sein, wenn von ihnen alles mögliche gefordert wird, während die Zusammenhänge nicht klipp und klar kommunziert werden. Wer sauberes Grundwasser und Biodiversität erhalten will, kann halt nicht jeden Tag Fleisch und Käse essen. geht nicht. Punkt.