Beiträge von martita

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    Meine Mama freut sich immer darüber, wenn ich ihr berichte, dass die Kinder sich über die von ihr ausgesuchten Geschenke (fast) immer sehr freuen.

    bei meinen Neffen und Nichten gibt es entweder ganz präzise Wünsche, oder aber die Eltern besorgen Geschenke, die Oma bezahlt es (in vorher abgesprochenem finanziellen Rahmen). Das ist auch völlig ok, aber mehr Spass macht es ihr halt, wenn sie selber was ausdenken kann.


    Als sie klein waren, hat sie auch gern Kleidung geschenkt - schon als dreijähriger hat unser Sohn dann ausdrücken können, ob es ihm gefällt oder nicht - die direkte Rückmeldung wurde dann mit Humor aufgenommen und ggf. das Teil umgetauscht..


    lg martita

    Als Arbeitgeber finde ich es immer noch schwierig, junge Frauen einzustellen, weil die Ausfallzeiten einfach für einen kleinen Betrieb schwierig sind. Wir haben nur eine Mitarbeiterin mit einer speziellen Qualifikation. Dass sie irgendwann schwanger ausfallen wird ist völlig klar und wir beschäftigen mittlerweile eine weitere Mitarbeiterin, um diesen drohenden Ausfall zu kompensieren, die hat aber nicht die Qualifikation, die wir aber brauchen, weil der Markt dafür aktuell recht leer ist. Es wird also schon eine arg blöde Durststrecke, wenn sie wegfällt. Wir können dann das, was wir jetzt als Diagnostik anbieten zum Teil nicht mehr machen.


    Unser Glück ist, dass nur zwei unser sechs Mitarbeiterinnen einen Kinderwunsch haben und sich das halt irgendwie regeln lassen wird. Wären es mehr würde das echt schwierig werden.


    Als Frau finde ich diese Denke fürchterlich.

    Aber da sind wir doch schon wieder bei der Frage, wie die Situation denn wäre, wenn junge Väter nicht nur maximal 2 Monate Elternzeit nehmen würden, sondern sich diese Zeit hälftig mit den Frauen aufteilen und anschließend in Teilzeit gehen. Sobald das normal wird, gibt es eben auch keinen Grund mehr, bei der Einstellung von jungen Frauen mehr Bedenken zu haben als bei jungen Männern?


    Es wäre auch strategisch total klug, den Frauen MEHR Lohn anzubieten, damit sie Anreize haben, bald wieder zurück in den Beruf zu kommen und bei der innerfamiliären Entscheidung mehr Gewicht haben. (ja ich weiss, das können kleine Betriebe sicher auch nicht gut leisten, aber es geht mir drum zu sagen, dass die aktuelle Situation kein Naturgesetz ist, und die Logik, über die ja oft Konsens herrscht, eben auch nicht zwingend logisch ist).


    lg martita

    Sorry Janos, aber nee... wo hab ich geschrieben, dass ich urteile? Nirgendwo. Auch erzähle ich das nicht, um irgendjemanden zu widerlegen oder eine Mär zu nähren, denn meine Geschichte ist keine Mär. Auch meine Geschichte ist authentisch und echt, genau so wie diejenige von anderen authentisch und echt ist, die anders sind. Nur weil es bei mir so war, hab ich keine Erwartung, dass das eine Norm sein sollte. Es sollte keine Norm geben, sondern allen Möglichkeiten sollte eingeräumt werden zu existieren. Und ein Staat und eine Gesellschaft sollten meines Erachtens so aufgestellt sein, dass jeder Art und Weise zu Gebären Rechnung getragen wird.

    Wie sollte denn gesellschaftlich Frauen wie mir Rechnung getragen wird. Ich brauchte kein Wochenbett, ich wollte auch keins. Wieso sollte das nicht genau so ok sein, wie diejenige, die es braucht und will? Wenn jetzt in der Gesellschaft ein Zwang zu 44 Tage oder 6 Wochen nicht das Haus verlassen wäre, wie es zb im 18. Jh. mancherorts war, wäre das für mich pure Qual und Folter gewesen. Das eine ist nicht besser als das andere, beides sollte möglich sein.

    Es geht aber ja in dieser Diskussion gar nicht darum, Frauen mehr vorzuschreiben - also wie sie ihr Wochenbett gestalten, oder wann sie in den Job zurückgehen, sondern darum, wie man einerseits alle Frauen in dieser Situation angemessen schützt, also ihnen die Möglichkeit gibt, je nach Bedarf oder Wunsch, sich von Schwangerschaft und Geburt zu erholen, andererseits diese Leistung anzuerkennen. Das hiesse dann z.B. ZUSÄTZLICHE Rentenpunkte, nur für diese Leistung die ja nur Frauen leisten, nicht nur, wenn frau ihre Erwerbsarbeit unterbricht, die Absicherung, über die unmittelbare Baby- und Kleinkindzeit hinaus im Falle einer Trennung Anspruch auf Unterhalt zu haben, usw. unter anderem auch mehr Rechte am Kind bzw. gegenüber dem Kindesvater - es gibt ja immer noch bzw. immer mehr Fälle, in denen Väter, selbst wenn sie der Mutter gegenüber gewalttätig geworden sind, über einklagbare Rechte Mach über die Frauen ausüben können und sie mit gerichtlicher Erlaubnis unter Druck setzen können.
    Also eine handfeste Anerkennun der Reproduktionsleistung, die nicht daran ausgerichtet ist, ob und wie stark eine Frau durch Geburt und Schwangerschaft beeinträchtigt wurde, sondern einzig allein dadurch erworben wird, DASS frau Kinder bekommen hat.

    Das fände ich eine sehr legitime und wünschenswerte Maßnahme.


    lg martita

    die Erziehungs-Rentenpunkte bekomme ich doch nur, wenn ich nicht weitergearbeitet habe, oder? ich hatte ja, bis auf den gesetzlichen Mutterschutz, keine Pause. Mein Mann war ja zu Hause, der hat aber insgesamt keinen Rentenanspruch hier erarbeitet, vielleicht bekommt der dann eine geringe Rente aufgrund dieser Rentenpunkte?? Das zweite Kind ist im Ausland geboren, da wird dann gar nichts angerechnet.


    lg martita

    Nun, man muss nicht Stillen, nur weil man nicht auswärts arbeitet. Umgekehrt ist es teils so. Es macht das Stillen wesentlich einfacher, wenn man nicht lange Zeit vom Kind getrennt ist. Ich denke für die meisten ist Stillen einfacher als Pumpen plus Stillen, auch wenn ich weiss, dass viele Mütter dies machen. Gerade im Gespräch mit Müttern in Deutschland erlebe ich da eine grosse Vorsicht. Es scheint oft Konsens zu sein, dass man abgestillt haben sollte, wenn man wieder beginnt zu arbeiten.

    Mir ist das sehr oft begegnet: Totales Unverständnis, wie (und wieso) ich denn weiterstille, obwohl ich wieder Vollzeit arbeiten gehe. - Das war direkt nach dem Mutterschutz. bzw. auch im ersten Jahr. Zum Teil hatte ich sogar das Gefühl, dass das den Fragenden wichtig war DASS ich abstille. "Du fährst auf eine mehrtägige Dienstreise - dann musst du ja jetzt wohl abstillen, oder?".

    Dass Frau arbeiten gehen kann und sogar Dienstreisen machen, und trotzdem Stillen das Einfachste und Angenehmste für mich und mein Kind sein könnte, hat in meinem Umfeld kaum jemand verstanden.


    Die körperlichen Auswirkungen von Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit plus der Job als Alleinverdienerin waren krass, da gebe ich Viva recht. Ich habe aber zumindest dafür in meinem Umfeld (und natürlich in meiner Familie) erlebt, dass dies auch so anerkannt wurde.

    lg martita

    Ich hab mir gerade mal die Angebote für den Boys Day angeschaut - vorwiegend digitale Angebote.

    Da gibt es so highlights wie

    "ein Tag als Sozialversicherungsfachangestellter"

    "ein Tag als Verwaltungsfachangestellter"

    "Sozialpädagogik: Schwangerenberatung und Sexualpädagogik"

    #blink


    ich glaube, mein 6. Klässler geht doch lieber normal zur Schule und träumt von der Schokoladenfabrik im nächsten Jahr.


    l

    gerade die Elterninfo zum digitalen Zukunftstag 2021:

    5. Klasse: freie Wahl

    6. Klasse: Berufe des anderen Geschlechts

    7. Klasse: seltene Berufe

    ......

    Was bitte schön sind Berufe des anderen Geschlechts?

    Vor Corona waren auf der Wunschliste meiner Kinder:

    die Schokoladenfabrik in der Nachbarstadt

    eine Werkstatt für Glasbläserei

    eine Goldschmiede

    eine Mediengestaltungs-Agentur

    ein biologisch-chemisches Forschungsinstitut


    Wen sollte ich dann also für welchen Beruf anmelden???

    Ich habe das tatsächlich auch schon aus anderen Jahren und Schulen mitbekommen, daher nehme ich an, dass das eine landesweite Vorgabe ist. Ich frage mich, wie es denn möglich sein soll, dass alle 7. Klässler im Bundesland einen Zukunftstag-Platz für einen "seltenen/unbekannten" Beruf bekommen?

    Das ist doch insgesamt sowieso total schwer, überhaupt etwas zu finden (Die Schokoladenfabrik ist immer sehr sehr schnell ausgebucht).


    Ich finde die Idee eines Berufs-Schnuppertages pro Jah total gut, aber die Umsetzung ist doch "ein Tag, an dem wir den Kindern beibringen, welche Berufe grundsätzlich für Frauen, und welche für Männer sein sollen".


    lg martita

    Ich muss sagen, ich freue mich über jeden Regentropfen und jedes verregnete Wochenende!

    Für mich waren die letzte drei Dürre-Jahre wirklich richtig schlimm!

    Gefühlte "Schlechtwetterperioden" gab es ja durchaus, aber leider oft nur trübes Wetter ohne ausreichende Niederschläge. Am besten wäre jetzt ein richtig krass verregneter Frühling, damit überhaupt die Grundwasserreserven wieder etwas aufgefüllt werden und die Böden mal wieder bis in die Tiefe durchgenässt werden.


    vielleicht tröstet so ein Gedanke über trübes Wetter hinweg.

    lg martita

    Ich möchte mal wissen, ob das überhaupt so den "pro-life" Vertreter*innen klar ist, dass mit so einem Gesetz 100 % aller Schwangeren mit einem Bein im Gefängnis stehen.

    Fahrrad gefahren und einen Unfall gehabt?

    Sport gemacht und eine Blutung?

    Rohmilchkäse gegessen?

    eine zu schwere Tasche getragen?


    Für jede mögliche Schwangerschaftskomplikation muss dann dem Verdacht nachgegangen werden, ob die Frau möglicherweise bewusst mit riskantem Verhalten die Schwangerschaft absichtlich gefährdet hat.

    Jede Blutung, jede Fehlgeburt sind dann Grund für strafrechtliche Ermittlungen.


    Das ist einfach so unfassbar menschenverachtend, da komme ich wirklich nicht drauf klar.


    lg martita

    zu Schlüpfer gibt es ja noch eine STeigerung, die ich im letzten Jahr kennenlernen musste.

    Regional wird nämlich ganz normales Gummiband (z. B. zum Masken-Nähen)

    Schlüpfergummi

    genannt.

    Bäh, sowas will ich doch nicht im Gesicht haben!

    Ich kenne das als Gummi-Litze oder Litzenband

    lg martita

    Liebe Ringelblume,


    bei meinen Kindern war es in so einem Fall auch in dem Alter möglich zu erklären, dass es einfach sein musste.

    Darüber war ich mir selber dann 100 % sicher. Dann konnte ich zwar mit ihnen mitfühlen, dass es heute besonders doof/traurig/ärgerlich..... war, aber es ging dann nicht anders. Sie konnten noch einen Vorschlag machen, wie es erträglicher würde, wie der Knete Vorschlag oben, oder ein Kuscheltier mitnehmen, oder die Aussicht auf eine gemütliche abendliche Vorleseaktion - was bei Euch so passt. Aber in der Sache gab es dann tatsächlich keinen Verhandlungsspielraum und sie haben dann auch tatsächlich mitgemacht.


    Ich hoffe, es klappt heute besser und du kannst gut lernen.

    lg martita

    Liebe Staubflocke,


    ich kann mich nur Jaelle anschliessen. Bitte bitte: Nimm das ernst:

    Erklär deiner Familie (nicht rechtfertigen, sondern sagen: ich fürchte, ernsthaft krank zu werden daher:)

    Weihnachtsgeschenke: was nicht schon da ist - fällt komplett aus

    Weihnachten feiern: Aufgabe der Kinder - Essen planen, Einkaufsliste schreiben und Kochen. Tiefkühlpizza und gekaufte Kekse tun es auch. Sie können sich einen Spieleabend überlegen, oder einen Film aussuchen zum gemeinsam schauen.

    Homeschooling etc - ist jetzt vorbei, was nicht geschafft ist, bleibt für später

    Hochzeit: Auch da - was nicht schon vorbereitet ist, braucht nicht mehr. - Festlich könnt Ihr es auch an irgendeinem anderen Tag nachholen - wenn du deswegen krank wirst, wird jede Erinnerung an eine aufwendig vorbereitete Feier nur bitter sein. Auch da: Eure Ehe wird nicht weniger glücklich sein, wenn es Döner oder Asianudeln vom Imbiss gibt.

    Und leg Dich einfach ins Bett - das ist hier mein Signal für alle: "Es ist ernst - wenn ansonsten die Welt untergeht, ich bin nicht verfügbar!"

    Versuch gar nicht erst, noch viel zu retten oder effizient zu organisieren. Gib die Verantwortung ab.

    Weihnachten muss nicht immer supertoll sein. Der Hochzeitstag sollte auch nicht der schönste Tag im Leben sein - Es werden noch viele schöne und schönere Tage kommen, WENN du gesund bleibst.


    ich wünsch Dir alles Gute! Trau deinen Lieben es zu, gib Ihnen die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Lass Dich überraschen wir wunderbar die kommenden Feste sein können, auch wenn Du nicht mehr alles organisierst.


    liebe Grüße

    martita

    noch mal ganz neu starten - ja, bestimmt!

    bei Waldorf-Lehrerin würde ich ganz ganz doll überlegen, was Susan schon so schön gesagt hat. Ich weiss nur vom Hörensagen, würde aber unbedingt vorher gut durchrechnen, ob du davon überhaupt leben kannst. Die Anforderungen ans Engagement stehen möglicherweise in keinem vernünftigen Verhältnis zur Bezahlung.

    Mit Ende 40 ist frau ja hoffentlich realistisch genug, nicht mit voller Kraft voraus in die Altersarmut zu rennen.


    vielleicht gibt es ja auch noch andere sinnvolle Tätigkeiten.

    lg martita

    In Niedersachsen heisst es in der Pressemitteilung des Kultusministeriums, zusätzlich zu den um 2 Tage vorverlegten Ferien: (Eine Notbetreuung soll für Klasse 1-6 auch am 21. und 22. vorgehalten werden.)


    "Für die Familien, die in dieser bisher ungekannten Sondersituation mit Blick auf Familienmitglieder und Angehörige aus Risikogruppen weitergehenden Schutz zum Weihnachtfest benötigen, schaffen wir deshalb zudem die Möglichkeit, ihre Kinder in diesem Jahr an den Tagen Donnerstag,17. Dezember 2020, und/oder Freitag, 18. Dezember 2020, per formlosem Antrag vom Präsenzunterricht befreien zu lassen. Kinder, deren Eltern von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, hätten ihren letzten Schultag 2020 dann bereits am 16. Dezember 2020."


    Das finde ich für uns perfekt!


    Ich weiss nicht, wie Lehrkräfte das finden, aber im Vergleich zu NRW (bekomme ich aus der Verwandschaft mit) ist Niedersachsen zur Zeit da echt relativ gut organisiert und kommuniziert jedenfalls klar.


    lg martita

    Ich möchte euch einmal diesen tollen Artikel über den Rassismus in der covid Berichterstattung da lassen. Sprachlich ist er manchen vielleicht etwas zu sehr auf die Fresse, aber inhaltlich sehr lesenswert.

    vielen Dank für den Artikel und die Sichtweise. Zumindest der Einleitung, wo der Artikel über Thailand - "sie haben es im Blut"- stimme ich zu, das ist sehr rassistisch. Auch die Kritik an der Wahrnehmung von Wissenschaft und Kompetenz aus Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika teile ich durchaus.

    Zum Erfolg von "Entwicklungsländern" bei der Bekämpfung von COVID-19 bin ich doch sehr kritisch. Ich habe etwas besseren Einblick in ein mittelamerikanisches Land, wo das sozialistische Regime COVID-19 zunächst einfach komplett geleugnet hat, dann 2 Fälle veröffentlicht hat - mit Namen und sexueller Orientierung!!! - und sich seitdem damit schmückt, die Krise super im Griff zu haben, weil alle Kinder in der Schule das Hände-Waschen gelernt haben. Die offiziellen COVID- Sterbefälle für das ganze Land liegen unter der Anzahl von Personen, die ich aus dem privaten Netzwerk kenne, die daran gestorben sind.

    Und das Gesundheitsamt meldet immerhin eine um Faktor 10 höhere Sterberate durch "atypische Lungenentzündung (aber nicht COVID-19)".

    Ich wünsche sehr und bete darum, dass die Zahlen aus den Ländern, wo ich keinen weiteren Einblick habe, in Afrika und Asien, so zu interpretieren sind, wie der o.g. Artikel es vorschlägt. Das wäre wirklich sehr schön.

    lg martita

    In den Hochschulen, in die ich Einblicke habe, arbeitet niemand so, und sollte das von den Leuten erwartet werden, würde der Personalrat sofort Rabatz machen und jeden kleinen Aspekt finden, der nicht mit der Arbeitsstättenverordnung kompatibel ist.

    als Doktorandin habe ich tatsächlich in einem Büro gearbeitet mit Eisblumen am Fenster (also innen) und im Winter mit Mütze, Schal und Winterjacke am Computer gesessen.

    Ist aber trotzdem nichts, was ich weiterempfehlen würde, oder auch selbst für Erwachsene akzeptabel halte. Für Kinder in der Schule geht das GAR NICHT!


    Das Känguruh hat für solche Fälle doch eine Profi-Kuscheldecke, oder?

    oh menno - der Winter wird noch lang und doof, wenn das alles so weitergeht.

    lg martita

    Meine Tochter hat eine Fleece Decke mit zur Schule genommen und ich habe ihr Handstulpen gestrickt.

    Bei ihnen in der Klasse ist auch die Ansage: Es wird gelüftet, egal wie kalt es wird.

    Aufgrund meiner Erfahrung als Wochenmarkt-Verkäuferin kann ich nur sagen: Mütze auf! - über den Kopf wird unglaublich viel Wärme abgegeben, die Mütze kann man nicht durch untenrum warm anziehen ersetzen.

    lg martita

    [aus dem Artikel] Sind die Berufsbezeichnungen inhärent männlich und brauchen daher eine parallele weibliche Form, oder sind sie inhärent generisch und wirken nur deswegen männlich, weil sie historisch nur von Männern ausgeführt werden durften?

    Ich möchte da noch einmal drauf zurückkommen. Historisch war es wahrscheinlich das gleiche, ob Berufsbezeichnungen generisch oder maskulin waren, da historisch Frauen keine vollwertigen Mitglieder der Gesellschaft waren. Sie waren keine gleichberechtigten Bürgerinnen, Wählerinnen, hatten keinen Zugang zu Universitäten, erbten kein Land. Sie galten als Besitz von Ehemännern, erfüllten einfach nur eine Funktion - Mutter, Arbeiterin (die niederen Arbeiten), Dienerin, Pflegerin.... Wir alle wissen, dass diese Sichtweise sich bis heute fortsetzt in der strukturellen Benachteiligung von Frauen und in der immer noch bei vielen Menschen vorhandenen Zuschreibung von Rollen und Aufgaben für Frauen.


    Daher empfinde ich das generische Maskulinum als Fortsetzung dieser Sichtweise, die schlicht und einfach nie generisch gemeint war, weil es historisch keinen Platz gab für Frauen. Wenn man die Historie ausblendet und vielleicht sogar in einer Zeit und Gesellschaft sozialisiert ist, in der Frauen sehr selbstverständlich alle Räume in der Gesellschaft und alle Berufe und Rollen offen standen, dann kann ich die im Artikel beschriebene Sichtweise nachvollziehen. Ich komme aus einer sehr konservativen Ecke Deutschlands und es war tatsächlich für meine Familie noch überhaupt nicht selbstverständlich, dass ausgerechnet das (zwar unbestreitbar begabte) Mädchen Abitur machen und studieren sollte, während die Brüder gar kein Interesse an so einer akademischen Ausbildung hatten.


    Meine Meinung ist, dass es mir immer den Extra-Aufwand wert ist, Frauen auch sprachlich sichtbar zu machen. Weil ich damit einen Raum öffne und ihn offen mache für meine Tochter und die vielen Mädchen, die ich immer noch sehr von überholten Rollenzuschreibungen eingeschränkt erlebe. Es ist es mir wert, in Fachtexten Gedanken darauf zu verwenden, eine gendergerechte Sprache zu nutzen. Und gerne verschwende ich den knappen Platz auf Powerpoint Folien, um "Expertinnen und Experten" oder "Ärztinnen und Ärzte" dort hin zu schreiben.


    Und jedes einzelne Mal, wo ich das tue, und wo ich erlebe, wie Frauen immer selbstverständlicher und expliziter genannt und nicht nur "mitgemeint" werden, feiere ich die Errungenschaften der Pionierinnen in Wissenschaft und Technik, die Sufragetten, die Feministinnen, die dafür gekämpft haben, dass heute Frauen Räume besetzen können, die historisch nie für sie vorgesehen waren.

    Zu sagen "ich bin Wissenschaftlerin" bedeutet für mich nicht eine unnötige oder gar meine Leistung schmälernde Zusatzinfo dass ich wissenschaftlich arbeite UND eine Frau bin. Es ist auch Ausdruck eines selbstbewussten In-Anspruchnehmens des Raumes uns Frauen offensteht bzw. offen stehen sollte.

    lg martita

    Myrte : bei meinem Sohn (9) fiel es mir auch mal auf, wo er ganz selbstverständlich bei der Ferienaktion vom "Jungen mit dem orangen T-Shirt" gesprochen hat - das war auch ein auffälliges Alleinstellungsmerkmal, dazu war dieser Junge auch schwarz.

    In einer anderen Situation dachte ich dann aber, dass mein Sohn anscheinend unsicher war, wie er sich ausdrücken sollte. Er ist sehr auf Höflichkeit bedacht, und wollte dann nicht sagen: das Kind mit dunklerer Hautfarbe, sondern hat erst gesagt "das Kind, das auch Pokeman mag" - das ist allerdings bei einem mir unbekanntem Kind auf einem Gruppenfoto eher nicht sichtbar. Gelöst hat er es dann mit "ich glaube, der Papa oder die Mama sind auch aus einem anderen Land, so wie bei uns der Papa".

    Hautfarben thematisiert bei uns halt wenn, der Papa, und dann nicht auf deutsch.


    lg martita

    bin Jahrgang 74, Westdeutschland und habe erst Schreibschrift gelernt.

    und vorher ein ganzes "Schwungheft" mit Bögen, Schwüngen, usw. vollmalen müssen.

    Zumindest 4 Jahre nachher war das immer noch Standard.

    Es gab Erstlesebücher in Schreibschrift usw.


    lg martita