Beiträge von martita

    In Niedersachsen heisst es in der Pressemitteilung des Kultusministeriums, zusätzlich zu den um 2 Tage vorverlegten Ferien: (Eine Notbetreuung soll für Klasse 1-6 auch am 21. und 22. vorgehalten werden.)


    "Für die Familien, die in dieser bisher ungekannten Sondersituation mit Blick auf Familienmitglieder und Angehörige aus Risikogruppen weitergehenden Schutz zum Weihnachtfest benötigen, schaffen wir deshalb zudem die Möglichkeit, ihre Kinder in diesem Jahr an den Tagen Donnerstag,17. Dezember 2020, und/oder Freitag, 18. Dezember 2020, per formlosem Antrag vom Präsenzunterricht befreien zu lassen. Kinder, deren Eltern von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, hätten ihren letzten Schultag 2020 dann bereits am 16. Dezember 2020."


    Das finde ich für uns perfekt!


    Ich weiss nicht, wie Lehrkräfte das finden, aber im Vergleich zu NRW (bekomme ich aus der Verwandschaft mit) ist Niedersachsen zur Zeit da echt relativ gut organisiert und kommuniziert jedenfalls klar.


    lg martita

    Ich möchte euch einmal diesen tollen Artikel über den Rassismus in der covid Berichterstattung da lassen. Sprachlich ist er manchen vielleicht etwas zu sehr auf die Fresse, aber inhaltlich sehr lesenswert.

    vielen Dank für den Artikel und die Sichtweise. Zumindest der Einleitung, wo der Artikel über Thailand - "sie haben es im Blut"- stimme ich zu, das ist sehr rassistisch. Auch die Kritik an der Wahrnehmung von Wissenschaft und Kompetenz aus Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika teile ich durchaus.

    Zum Erfolg von "Entwicklungsländern" bei der Bekämpfung von COVID-19 bin ich doch sehr kritisch. Ich habe etwas besseren Einblick in ein mittelamerikanisches Land, wo das sozialistische Regime COVID-19 zunächst einfach komplett geleugnet hat, dann 2 Fälle veröffentlicht hat - mit Namen und sexueller Orientierung!!! - und sich seitdem damit schmückt, die Krise super im Griff zu haben, weil alle Kinder in der Schule das Hände-Waschen gelernt haben. Die offiziellen COVID- Sterbefälle für das ganze Land liegen unter der Anzahl von Personen, die ich aus dem privaten Netzwerk kenne, die daran gestorben sind.

    Und das Gesundheitsamt meldet immerhin eine um Faktor 10 höhere Sterberate durch "atypische Lungenentzündung (aber nicht COVID-19)".

    Ich wünsche sehr und bete darum, dass die Zahlen aus den Ländern, wo ich keinen weiteren Einblick habe, in Afrika und Asien, so zu interpretieren sind, wie der o.g. Artikel es vorschlägt. Das wäre wirklich sehr schön.

    lg martita

    In den Hochschulen, in die ich Einblicke habe, arbeitet niemand so, und sollte das von den Leuten erwartet werden, würde der Personalrat sofort Rabatz machen und jeden kleinen Aspekt finden, der nicht mit der Arbeitsstättenverordnung kompatibel ist.

    als Doktorandin habe ich tatsächlich in einem Büro gearbeitet mit Eisblumen am Fenster (also innen) und im Winter mit Mütze, Schal und Winterjacke am Computer gesessen.

    Ist aber trotzdem nichts, was ich weiterempfehlen würde, oder auch selbst für Erwachsene akzeptabel halte. Für Kinder in der Schule geht das GAR NICHT!


    Das Känguruh hat für solche Fälle doch eine Profi-Kuscheldecke, oder?

    oh menno - der Winter wird noch lang und doof, wenn das alles so weitergeht.

    lg martita

    Meine Tochter hat eine Fleece Decke mit zur Schule genommen und ich habe ihr Handstulpen gestrickt.

    Bei ihnen in der Klasse ist auch die Ansage: Es wird gelüftet, egal wie kalt es wird.

    Aufgrund meiner Erfahrung als Wochenmarkt-Verkäuferin kann ich nur sagen: Mütze auf! - über den Kopf wird unglaublich viel Wärme abgegeben, die Mütze kann man nicht durch untenrum warm anziehen ersetzen.

    lg martita

    [aus dem Artikel] Sind die Berufsbezeichnungen inhärent männlich und brauchen daher eine parallele weibliche Form, oder sind sie inhärent generisch und wirken nur deswegen männlich, weil sie historisch nur von Männern ausgeführt werden durften?

    Ich möchte da noch einmal drauf zurückkommen. Historisch war es wahrscheinlich das gleiche, ob Berufsbezeichnungen generisch oder maskulin waren, da historisch Frauen keine vollwertigen Mitglieder der Gesellschaft waren. Sie waren keine gleichberechtigten Bürgerinnen, Wählerinnen, hatten keinen Zugang zu Universitäten, erbten kein Land. Sie galten als Besitz von Ehemännern, erfüllten einfach nur eine Funktion - Mutter, Arbeiterin (die niederen Arbeiten), Dienerin, Pflegerin.... Wir alle wissen, dass diese Sichtweise sich bis heute fortsetzt in der strukturellen Benachteiligung von Frauen und in der immer noch bei vielen Menschen vorhandenen Zuschreibung von Rollen und Aufgaben für Frauen.


    Daher empfinde ich das generische Maskulinum als Fortsetzung dieser Sichtweise, die schlicht und einfach nie generisch gemeint war, weil es historisch keinen Platz gab für Frauen. Wenn man die Historie ausblendet und vielleicht sogar in einer Zeit und Gesellschaft sozialisiert ist, in der Frauen sehr selbstverständlich alle Räume in der Gesellschaft und alle Berufe und Rollen offen standen, dann kann ich die im Artikel beschriebene Sichtweise nachvollziehen. Ich komme aus einer sehr konservativen Ecke Deutschlands und es war tatsächlich für meine Familie noch überhaupt nicht selbstverständlich, dass ausgerechnet das (zwar unbestreitbar begabte) Mädchen Abitur machen und studieren sollte, während die Brüder gar kein Interesse an so einer akademischen Ausbildung hatten.


    Meine Meinung ist, dass es mir immer den Extra-Aufwand wert ist, Frauen auch sprachlich sichtbar zu machen. Weil ich damit einen Raum öffne und ihn offen mache für meine Tochter und die vielen Mädchen, die ich immer noch sehr von überholten Rollenzuschreibungen eingeschränkt erlebe. Es ist es mir wert, in Fachtexten Gedanken darauf zu verwenden, eine gendergerechte Sprache zu nutzen. Und gerne verschwende ich den knappen Platz auf Powerpoint Folien, um "Expertinnen und Experten" oder "Ärztinnen und Ärzte" dort hin zu schreiben.


    Und jedes einzelne Mal, wo ich das tue, und wo ich erlebe, wie Frauen immer selbstverständlicher und expliziter genannt und nicht nur "mitgemeint" werden, feiere ich die Errungenschaften der Pionierinnen in Wissenschaft und Technik, die Sufragetten, die Feministinnen, die dafür gekämpft haben, dass heute Frauen Räume besetzen können, die historisch nie für sie vorgesehen waren.

    Zu sagen "ich bin Wissenschaftlerin" bedeutet für mich nicht eine unnötige oder gar meine Leistung schmälernde Zusatzinfo dass ich wissenschaftlich arbeite UND eine Frau bin. Es ist auch Ausdruck eines selbstbewussten In-Anspruchnehmens des Raumes uns Frauen offensteht bzw. offen stehen sollte.

    lg martita

    Myrte : bei meinem Sohn (9) fiel es mir auch mal auf, wo er ganz selbstverständlich bei der Ferienaktion vom "Jungen mit dem orangen T-Shirt" gesprochen hat - das war auch ein auffälliges Alleinstellungsmerkmal, dazu war dieser Junge auch schwarz.

    In einer anderen Situation dachte ich dann aber, dass mein Sohn anscheinend unsicher war, wie er sich ausdrücken sollte. Er ist sehr auf Höflichkeit bedacht, und wollte dann nicht sagen: das Kind mit dunklerer Hautfarbe, sondern hat erst gesagt "das Kind, das auch Pokeman mag" - das ist allerdings bei einem mir unbekanntem Kind auf einem Gruppenfoto eher nicht sichtbar. Gelöst hat er es dann mit "ich glaube, der Papa oder die Mama sind auch aus einem anderen Land, so wie bei uns der Papa".

    Hautfarben thematisiert bei uns halt wenn, der Papa, und dann nicht auf deutsch.


    lg martita

    bin Jahrgang 74, Westdeutschland und habe erst Schreibschrift gelernt.

    und vorher ein ganzes "Schwungheft" mit Bögen, Schwüngen, usw. vollmalen müssen.

    Zumindest 4 Jahre nachher war das immer noch Standard.

    Es gab Erstlesebücher in Schreibschrift usw.


    lg martita

    Ja klar, ohne Motivation geht es überhaupt nicht.

    Ich denke nur jetzt, dass wir halt besser nicht dem Konzept der Grundschule vertraut hätten. Es gab durchaus immer mal Phasen, wo sie auch gerne schöneres Schreiben geübt hätten, aber dann gab es von der Schule überhaupt kein Material oder Anleitung oder gar "Erlaubnis" dazu. (Trotz gefühlt 100 zu beschaffenden Arbeitsheften und Materialblöcken und stapelweise Arbeitsblättern).

    Als es dann massiv Stress gab deswegen, haben wir da gemeinsam ein bisschen dran gearbeitet. Aber insgesamt finde ich, dass wir, mit unseren beiden Kindern, eine Chance verpasst haben.

    Beim Lesen auf den langweiligen Lerntexten zu bestehen, wenn das Kind lieber über "Gesteine und Mineralien " (das war unser Hit) liest, da wäre ich nie drauf gekommen.

    lg martita

    Wenn ich die Schrift meiner beiden Kinder anschaue, tut es mir total leid, dass sie nie ordentlich eine Schreibschrift gelernt haben (Niedersachsen), sondern mit Druckschrift angefangen haben.

    Sie haben nie Bögen, Schwünge usw. üben müssen. In der Schule wurde auch überhaupt nicht auf Stifthaltung geachtet - da war ich dann beim zu Hause üben einfach machtlos - so dass meine Tochter auch eine sehr schlechte Stifthaltung hat.

    Beide haben eine kaum leserliche Mischmasch Druck/Schreibschrift.

    Dabei sind beide nicht feinmotorisch unbegabt: Sie haben die ersten 12 Jahre ihres Lebens zu Hause praktisch nur gemalt, gezeichnet, und mit vielen verschiedenen Materialien gebastelt. Der Kleine hat schon im Kindergartenalter komplizierte Origamifiguren gefaltet, sie haben Mangas und Comics gezeichnet.


    Dazu kommen die fehlenden Schreibanlässe: Selbst in der Schule gibt es diese sch...... Pest von Arbeitsblättern, wo sie immer nur Wörter in Lückentexte einfüllen müssen. Mein Kleiner hat in der gesamten Grundschulzeit sicher nicht mehr als zwei oder dreimal überhaupt einen Text von mehr als einer Seite schreiben müssen (weder abschreiben noch selber schreiben). Freiwillig hat er es auch nicht getan (die Schwester hat es nicht müssen aber freiwillig längere Geschichten geschrieben).

    In langsamer Druckschrift Vokabelhefte führen, was von der Tafel abschreiben oder längere Texte zu produzieren, hat sich beim Übergang auf die weiterführende Schule als Qual herausgestellt.


    Also ich finde es total bescheuert, wie unsere Kinder schreiben gelernt haben. Als sie massiv Probleme mit Rechtschreibnoten aufgrund unleserlicher Schrift hatten, konnte ich sie eine kurze Zeit motivieren, mit den Schönschreibheften von Frau Schulze Brüning an den größten Problembuchstaben und -Kombinationen zu arbeiten, das hat ein bisschen geholfen.


    Mein Rat an alle, die es hören wollen ist, entgegen aller "Verbote" von Grundschullehrkräften, jede Motivation von Vorschulkindern und Erstklässlern zu nutzen und sich passendes Material zu besorgen, damit sie Grundzüge einer leserlichen Schreibschrift lernen.

    martita

    julchen: je nachdem, wie du zu deinem Chef stehst, könntest du tatsächlich mal so einen sarkastischen Kommentar anbringen, manchmal hilft sowas beim Augen öffnen.

    Bei einem mir bekannten Unternehmen hat auch letztens der weniger qualifizierte Bewerber eine attraktive Stelle bekommen statt die höher qualifizierte Bewerberin, und dann war er nach 4 Monaten weg - erst Elternzeit (das war schon vorher klar und kein Problem) - dann hat er gekündigt weil besser bezahlte Stelle woanders. Da hat natürlich jeder Verständnis. Wenn eine Frau hingegen schwanger wird und nach 6 Monaten Elternzeit ggf. in Teilzeit zurückkommt, ist das ein gezieltes Ausnutzen des sicheren Arbeitsverhältnisses, geradezu ein absichtliches "sich um die Arbeit drücken", oder zumindest ein Ausdruck von "nicht verlässlich sein".

    lg

    Ich beneide auch alle, die "Draußen"-Kinder haben, unsere, in ähnlichem Alter, hocken auch sehr viel drinnen. Mich macht sowas wahnsinnig - seit ich denken kann, habe ich unbedingt das Bedürfnis, mich vorwiegend draußen aufzuhalten.

    Allein lassen für 2 Stunden oder so ist aber überhaupt kein Problem - allerdings mit der Ansage, dass sie dann auch zu Hause bleiben, niemanden reinlassen (auch nicht spontan vorbeikommende Freunde - das gibt nämlich dann oft Streit).

    Zwingen tu ich sie schon auch, rauszugehen - nur ich kenne das Passwort der Fritzbox! und habe auch im Zweifel kein Problem, die elektronischen Zeitvertreiber mal eine Zeitlang einzusammeln, bis sie wieder ohne Murren ein Mindestmaß an Draußen-Bewegung am Tag einhalten.

    Nicht zu Corona-Zeiten, aber ansonsten ist auch eine Möglichkeit, dass ich einfach null Süß- oder Knabberkram einkaufe, dafür müssen sie dann selbst vor die Tür.


    Hört sich oberfies an, aber selbst als Teenies merken sie fast immer schon nach kürzester Zeit, dass es ihnen insgesamt besser geht, sie nicht mehr genervt oder gestresst sind, plötzlich wieder nett miteinander umgehen können, sie Spaß haben! - Aber natürlich ist es am nächsten Tag/Wochenende komplett vergessen und ich muss wieder erst maximal Druck ausüben, bevor sie rausgehen.

    Also total typisch - Sonntags von morgens bis nachmittags nur Gemaule, Gestreite, Langeweile und "ihhh nein, ich gehe nicht raus" dann doch irgendwann mitgeschleift - und nach 3 Minuten im Wald (das ist bei uns sehr nah) sind sie tiefenentspannt und glücklich.

    lg martita

    Ich hoffe aber nicht, dass sich das so sehr vom Durchschnitt im Norden unterscheidet.

    Ich kann aus dem Norden und dem Westen berichten. Und da war 2006, als meine Große geboren wurde, die Situation eher so wie Schnickschnack beschreibt. In einem zertifiziert babyfreundlichen Krankenhaus! Wie die Geburt und die ersten Stunden dort abgelaufen sind - ohne irgendeine medizinische Notsituation - war schlicht und einfach krass (mehr mag ich hier nicht schreiben). Meine Nachsorgehebamme war zum Glück viel besser, und sie hat uns dann das Stillen doch noch gerettet - aber auch, weil ich einen Horror vor dem Riesenaufriss des Fläschchen-Kochen, Spülen, Sterilisieren, Pulvermilch organisieren usw. hatte.


    Was meine Freundinnen bezüglich Stillen im Nordwesten der Republik erlebt haben (um die gleiche Zeit), ging auch in die Richtung. Nur eine hat es geschafft, mit voll gestilltem Kind aus dem Krankenhaus entlassen zu werden - sie hat sich vorher schlau gelesen und mit ihrem Dickkopf alles ignoriert, was man ihr im Krankenhaus erzählt hat. Das ging danach weiter, mit Kinderarzt, der nach 6 Wochen dazu riet, auf jeden Fall nachts nciht mehr zu stillen - braucht ja kein Kind, man hält es nur vom Schlafen ab!

    Vier andere haben sich nicht durchsetzen können gegen: erstmal Glucose-Lösung aus dem Fläschchen, Schnuller, kritisches Wiegen vor und nach dem Stillen, Mindestabstände zwischen dem Anlegen. - Das war 2006 bis 2010, nicht 1970!


    Mein zweites Kind wurde übrigens im Ausland geboren, da war Stillen noch viel normaler. Der Kinderarzt fragte noch beim 6 Monate alten Baby mit strengem Blick ob es auch nachts noch gestillt wird, um dann - nach Bejahung - nochmals zu betonen, wie wichtig das sei, und dass Babies einfach viel Energie benötigen und unbedingt nach Bedarf gestillt werden sollten. Und jedes Mal gab es den Hinweis auf die WHO Empfehlung MINDESTENS 2 Jahre lang zu stillen.

    lg martita

    Ich finde, es gibt Lügen, die ich wirklich schlimm finde, weil ich dabei fühle, wie sich eine Distanz zu meinen Kindern einstellt, und ich Sorge habe, dass sie mir nicht genug vertrauen. Wenn ich so etwas merke, suche ich das Gespräch um einen Weg zu finden, diese Distanz zu überwinden, Gründe herauszufinden, und die Beziehung an dieser Stelle wieder zu stärken.


    Und dann gibt es solche Kleinigkeiten, irgendetwas nicht zugeben mögen, was ihnen selbst schon peinlich ist (Hausaufgaben nicht gemacht, die Chips für den Familien-Fernsehabend weggefuttert, aus Übermut einen Baum im Garten lädiert.....). Da gehe ich meistens einfach nicht drauf ein - ich weiss ja dass meinem Kind in dem Moment schon bewusst ist, dass es nicht ok war, und meistens weiss es auch, dass ich durchaus merke, was los ist. Je besser ich es dann hinkriege, dass es "sein Gesicht" waren kann, desto eher ist es bereit "Wiedergutmachung" zu leisten. Es kann dann auch mal schon aus eigenem Antrieb eine extra Übungsaufgabe machen, oder schlägt dann vor, nochmal Chips einkaufen zu gehen und nimmt dann ganz beiläufig das eigene Taschengeld dafür.....


    Und dann ist es auch möglich, die Situation später noch einmal zu besprechen - dass ich sehe und anerkenne, dass mein Kind versucht, das Richtige zu tun. Dass es eben vorkommt, dass man sich nicht so gut verhält, wie man es selbst von sich wünschen würde. Das passiert auch mir. Und wir besprechen dann, wie man damit umgehen kann.

    lg martita

    Als er Kultusminister war, wurde jemand, den ich persönlich kennengelernt habe, damals 15 jährig, in ein Foltergefängnis gesteckt. Er hatte in seiner Schule mit Kreide an die Tafel geschrieben: Recht auf Bildung für alle! Nein zum Militärdienst!

    Cardenal war nicht persönlich dafür verantwortlich.

    Aber auch 1984 hätte jeder, der nicht die Augen und Ohren fest zugemacht hat, sehen können, was für ein Verbrecher Ortega war und ist.


    lg martita

    Ich finde es total spannend, wieviele hier doch auch als Beihilfe-Berechtigte in der GKV sind.

    Ich bin auch in der GKV geblieben, damit unter meinen Kolleg:innen die absolute Ausnahme.

    Gründe: aus Prinzip - Solidaritätsprinzip, und die Rechnung, dass es insgesamt keine "bessere Leistung" für weniger Geld über einen Gewinn-orientierten Anbieter geben kann! Da gefällt mir das gesetzliche System doch viel besser.

    Und - ganz "un-uneigennützig": meine totale Abneigung und Schludrigkeit bei Papierkram, zusammen mit der Einsicht, dass ich in unserer Familie noch für lange Zeit die einzige bin, die sich darum gut kümmern könnte. Wenn es mir mal richtig schlecht geht, ich also auf die Leistungen der KK angewiesen bin, dann gibt es hier niemanden, der das zuverlässig und richtig erledigen kann.

    Der Preis ist tatsächlich durchaus hoch, den kompletten Beitrag plus Pflegeversicherung, ohne jeglichen Zuschuss vom Arbeitgeber. Ein Modell, wie im Eingangspost beschrieben wäre wirklich super!!!!! Da würde ich keine Sekunde überlegen und die GKV wählen. Solche Zuschüsse gibt es hier aber nicht. Andersherum denke ich mir, wenn ich schon so gut verdiene, dass ich über der Beitragsbemessungsgrenze liege, dann leisten wir uns die GKV halt. Wir profitieren ja auch von der Familienversicherung.

    lg martita

    Hihi, ich hatte in meinem Poesiealbum solche Sprüche wie

    "lebe lustig, lebe froh,

    wie der Mops im Haferstroh"


    "hab mich hinten eingewurzelt,

    dass niemand aus dem Album purzelt" (auf der letzten Seite)


    "mach es wie die Sonnenuhr

    zähl die heitren Stunden nur"


    "Rosen Tulpen Nelken, alle Blumen welken

    nur die eine nicht, die heisst Vergiss mein nicht"


    also der Fokus lag eher auf Spass bei uns.

    und die Jungs hatten auch so ein Album (ohne Monster drauf)

    lg martita

    Bei uns hat der Bollerwagen eine Erleichterung für den Heimweg gebracht. Mit Kissen drin und unauffällig was zu Essen bereitgelegt.

    Wenn man nämlich unserem Spezialisten in dem Alter in so einer Situation (müde, hungrig, festgerannt in irgendwas) aktiv Essen anbot, kriegte er erst recht einen Wutanfall. Obwohl es IMMER besser wurde, sobald er ein paar Kalorien intus hatte.


    Ein paarmal ist er auch, allerdings beim Spazierengehen, auf die Idee gekommen, wenn er keine Lust mehr hatte, einfach unbedingt zurücklaufen zu wollen (ich geh jetzt sofort wieder nach Hause!) und nicht akzeptieren wollte, dass wir eine Runde gegangen sind, und nur noch 100 Meter vom Ziel entfernt waren. Nein! ich gehe jetzt (die ganzen 2 km) zurück!!!!! #haare Dann hab ich ihn, gegen seinen Widerstand getragen, und er ist dann auf meinem Arm so prompt eingeschlafen, dass er des Rätsels Lösung nicht mehr mitbekommen hat#hammer.


    Nunja. Es wird mit der Zeit etwas besser, vor allem aber anders :D.

    @ threadstellerin: mein Mitgefühl hast du.


    lg martita

    was ich bei dem Ganzen nicht verstehe: Wieso schauen viele Lehrkräfte nicht auf die jeweiligen Stärken des Kindes, sondern "müssen leider leider" im Namen der Vorschriften und der "Gerechtigkeit" das Schema so starr anlegen? (ich schreibe bewusst nur von den Lehrkräften, die ich durch meine Kinder kennengelernt habe, NICHT von irgendjemandem hier im Forum).

    Könnte man nicht bei einem stillen, schriftlich sehr erfolgreichen Kind das Schriftliche mehr bewerten und trotzdem dem bei den schrifltichen Arbeiten schwächeren Kindern die Gelegenheit geben, sich durch sonstige Mitarbeit zu verbessern?

    Ist es wirklich so dramatisch, wenn ein sehr begabtes und lebhaftes Kind mit sehr guten mündlichen und schriftlichen Leistungen die gleiche sehr gute Note bekommt, wie ihr stillerer Klassenkamerad mit Einsen in den Klassenarbeiten? Da wird doch der Charakter und das Selbstbewusstsein bewertet anhand vorgeblich "objektiver Maßstäbe".

    Und ich kann auch beim besten Willen nicht verstehen, wieso ein Kind, das aufpasst, seine Hausaufgaben erledigt und nicht den Unterricht sabotiert nicht zumindest eine 4 in sonstiger Leistung bekommen kann - dieser Kommentar kam hier ja schon öfters in Schul-Threads. Ich habe dafür Null Verständnis.

    lg martita

    bei uns, Niedersachsen, zählt 50/50 in Hauptfächern, 70/30 in Nebenfächern, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich finde die Notengebung da zum Teil sehr fragwürdig, da je nach Lehrkraft die Maßstäbe sehr unterschiedlich zu sein scheinen, und auch die Fähigkeit, die Schülerinnen und Schüler, die nicht super selbstbewusst sind oder gar sowieso etwas stiller sind, zu einer entsprechenden Mitarbeit zu motivieren ist doch sehr sehr sehr unterschiedlich.

    Ich frage mich auch, ob es überhaupt physikalisch möglich sein kann, dass alle Schüler in einer Klasse eine 2 oder 3 bekommen könnten - bei 30 Schülern und maximal 90 Minuten je Unterrichtseinheit ist es ja wohl schwer möglich, dass jeder in jeder Stunde was sagt. Auch die verfügbare Zeit für Referate ist doch begrenzt.

    Nunja.,

    Zu meiner Schulzeit war es noch möglich, dass stille, schriftlich sehr gute Schüler auch eine 1 aufs Zeugnis bekamen. Meine Tochter, die nicht schüchtern oder introvertiert ist, aber in Mathe nur selten eine Gelegenheit erkennt, sinnvolle mündliche Beiträge zu liefern, bekommt trotz schriftlich 2-3 eine 4 aufs Zeugnis (o-Ton der Lehrkraft beim Elternsprechtag "man merkt, dass sie konzentriert mitdenkt, sie stellt hin und wieder sehr präzise Fragen, wenn sie etwas nicht verstanden hat, aber die Häufigkeit der mündlichen Beiträge reicht nicht aus". Und in der 6. Klasse nimmt sie ja auf keinen Fall Kinder dran, die sich nicht vorher mehrmals gemeldet haben).

    Naja. So lange sie deswegen nicht sitzen bleibt messe ich dem ganzen nicht viel Bedeutung zu und tröste meine Kinder im Zweifel

    .... Motivieren geht meiner Meinung nach anders, aber so ist das System halt. Ich schlage meinen Kindern vor, Meldelisten zu führen, um sich selbst zum Melden zu motivieren und im Zweifel auch mal argumentieren zu können.

    Andererseits bin ich ja auch nicht dabei und bin mir auch durchaus bewusst, dass meine Kinder nicht dazu neigen, ihre eigene Leistung zu unterschätzen.

    Das ewige Lied beim Elternsprechtag "wenn sie nicht so still wäre, könnte sie viel bessere Noten haben" - nehme ich achselzuckend zur Kenntnis.

    lg martita

    Wisst Ihr, mir kommen sofort so viele Möglichkeiten in den Sinn, warum eine Frau in irgendeiner Lebensphase keine Kapazitäten hat für Beruf, Altersabsicherung, adäquate und befriedigende Kinderaufzucht, Partnerschaft, Hauspflege. Oder dass sie da klare Prioritäten setzt, die in dieser Phase die größte Lebensqualität ermöglichen.

    Das heißt nicht, dass sie dumm ist, sehenden Auges das System zementiert oder sich auf eine Partnerschaft verlässt (was wiederum zeigt, wie dumm sie ist). Das heißt erstmal, dass es verdammt schwer ist, unabhängig zu sein, vor allem, wenn da noch andere von einem abhängig sind (Kinder, alte Eltern). Es zieht so vieles an einem, es ist unmöglich, alles richtig zu machen, können wir nicht bitte aufhören, hier auch noch aneinander zu ziehen?

    Liebe Frisch, ich unterschreibe das alles sofort! Ich will auch nicht an den Frauen ziehen oder das vorwerfen. Aber ich bin verblüfft (manchmal verzweifelt), weil ich in meinem persönlichen Umfeld wahrnehme - Akademiker, ÖD, Null Risiko für Elternzeit nehmende Männer, dass das Bewusstsein für die Strukturen im System gleich Null ist. Wenn ich da mal nachfrage, oder auch mal auf diese Strukturen hinweise, sehe ich große, naive und treuherzige Kulleraugen - frischgebackene Väter und trotzdem haben sie noch nie drüber nachgedacht! Stattdessen dumme Sprüche, wenn eine Kollegin nach 6 Monaten Elternzeit zurückkommt, ob das denn mit ihren mütterlichen Hormonen überhaupt zusammen passt.


    Ich weiss nicht, wie man das ändern könnte. Ein Grundeinkommen für Kinder und die betreuende Person(en)?

    Vielleicht sollten auch alle (inklusive Kinderlose, um Elterndiskriminierung zu vermeiden) regelmäßige Job-Auszeiten nehmen dürfen/müssen, zur Kinderbetreuung, alte Eltern, oder sonstige gesellschaftliche Dienste?


    lg martita