Beiträge von martita

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    julchen: je nachdem, wie du zu deinem Chef stehst, könntest du tatsächlich mal so einen sarkastischen Kommentar anbringen, manchmal hilft sowas beim Augen öffnen.

    Bei einem mir bekannten Unternehmen hat auch letztens der weniger qualifizierte Bewerber eine attraktive Stelle bekommen statt die höher qualifizierte Bewerberin, und dann war er nach 4 Monaten weg - erst Elternzeit (das war schon vorher klar und kein Problem) - dann hat er gekündigt weil besser bezahlte Stelle woanders. Da hat natürlich jeder Verständnis. Wenn eine Frau hingegen schwanger wird und nach 6 Monaten Elternzeit ggf. in Teilzeit zurückkommt, ist das ein gezieltes Ausnutzen des sicheren Arbeitsverhältnisses, geradezu ein absichtliches "sich um die Arbeit drücken", oder zumindest ein Ausdruck von "nicht verlässlich sein".

    lg

    Ich beneide auch alle, die "Draußen"-Kinder haben, unsere, in ähnlichem Alter, hocken auch sehr viel drinnen. Mich macht sowas wahnsinnig - seit ich denken kann, habe ich unbedingt das Bedürfnis, mich vorwiegend draußen aufzuhalten.

    Allein lassen für 2 Stunden oder so ist aber überhaupt kein Problem - allerdings mit der Ansage, dass sie dann auch zu Hause bleiben, niemanden reinlassen (auch nicht spontan vorbeikommende Freunde - das gibt nämlich dann oft Streit).

    Zwingen tu ich sie schon auch, rauszugehen - nur ich kenne das Passwort der Fritzbox! und habe auch im Zweifel kein Problem, die elektronischen Zeitvertreiber mal eine Zeitlang einzusammeln, bis sie wieder ohne Murren ein Mindestmaß an Draußen-Bewegung am Tag einhalten.

    Nicht zu Corona-Zeiten, aber ansonsten ist auch eine Möglichkeit, dass ich einfach null Süß- oder Knabberkram einkaufe, dafür müssen sie dann selbst vor die Tür.


    Hört sich oberfies an, aber selbst als Teenies merken sie fast immer schon nach kürzester Zeit, dass es ihnen insgesamt besser geht, sie nicht mehr genervt oder gestresst sind, plötzlich wieder nett miteinander umgehen können, sie Spaß haben! - Aber natürlich ist es am nächsten Tag/Wochenende komplett vergessen und ich muss wieder erst maximal Druck ausüben, bevor sie rausgehen.

    Also total typisch - Sonntags von morgens bis nachmittags nur Gemaule, Gestreite, Langeweile und "ihhh nein, ich gehe nicht raus" dann doch irgendwann mitgeschleift - und nach 3 Minuten im Wald (das ist bei uns sehr nah) sind sie tiefenentspannt und glücklich.

    lg martita

    Ich hoffe aber nicht, dass sich das so sehr vom Durchschnitt im Norden unterscheidet.

    Ich kann aus dem Norden und dem Westen berichten. Und da war 2006, als meine Große geboren wurde, die Situation eher so wie Schnickschnack beschreibt. In einem zertifiziert babyfreundlichen Krankenhaus! Wie die Geburt und die ersten Stunden dort abgelaufen sind - ohne irgendeine medizinische Notsituation - war schlicht und einfach krass (mehr mag ich hier nicht schreiben). Meine Nachsorgehebamme war zum Glück viel besser, und sie hat uns dann das Stillen doch noch gerettet - aber auch, weil ich einen Horror vor dem Riesenaufriss des Fläschchen-Kochen, Spülen, Sterilisieren, Pulvermilch organisieren usw. hatte.


    Was meine Freundinnen bezüglich Stillen im Nordwesten der Republik erlebt haben (um die gleiche Zeit), ging auch in die Richtung. Nur eine hat es geschafft, mit voll gestilltem Kind aus dem Krankenhaus entlassen zu werden - sie hat sich vorher schlau gelesen und mit ihrem Dickkopf alles ignoriert, was man ihr im Krankenhaus erzählt hat. Das ging danach weiter, mit Kinderarzt, der nach 6 Wochen dazu riet, auf jeden Fall nachts nciht mehr zu stillen - braucht ja kein Kind, man hält es nur vom Schlafen ab!

    Vier andere haben sich nicht durchsetzen können gegen: erstmal Glucose-Lösung aus dem Fläschchen, Schnuller, kritisches Wiegen vor und nach dem Stillen, Mindestabstände zwischen dem Anlegen. - Das war 2006 bis 2010, nicht 1970!


    Mein zweites Kind wurde übrigens im Ausland geboren, da war Stillen noch viel normaler. Der Kinderarzt fragte noch beim 6 Monate alten Baby mit strengem Blick ob es auch nachts noch gestillt wird, um dann - nach Bejahung - nochmals zu betonen, wie wichtig das sei, und dass Babies einfach viel Energie benötigen und unbedingt nach Bedarf gestillt werden sollten. Und jedes Mal gab es den Hinweis auf die WHO Empfehlung MINDESTENS 2 Jahre lang zu stillen.

    lg martita

    Ich finde, es gibt Lügen, die ich wirklich schlimm finde, weil ich dabei fühle, wie sich eine Distanz zu meinen Kindern einstellt, und ich Sorge habe, dass sie mir nicht genug vertrauen. Wenn ich so etwas merke, suche ich das Gespräch um einen Weg zu finden, diese Distanz zu überwinden, Gründe herauszufinden, und die Beziehung an dieser Stelle wieder zu stärken.


    Und dann gibt es solche Kleinigkeiten, irgendetwas nicht zugeben mögen, was ihnen selbst schon peinlich ist (Hausaufgaben nicht gemacht, die Chips für den Familien-Fernsehabend weggefuttert, aus Übermut einen Baum im Garten lädiert.....). Da gehe ich meistens einfach nicht drauf ein - ich weiss ja dass meinem Kind in dem Moment schon bewusst ist, dass es nicht ok war, und meistens weiss es auch, dass ich durchaus merke, was los ist. Je besser ich es dann hinkriege, dass es "sein Gesicht" waren kann, desto eher ist es bereit "Wiedergutmachung" zu leisten. Es kann dann auch mal schon aus eigenem Antrieb eine extra Übungsaufgabe machen, oder schlägt dann vor, nochmal Chips einkaufen zu gehen und nimmt dann ganz beiläufig das eigene Taschengeld dafür.....


    Und dann ist es auch möglich, die Situation später noch einmal zu besprechen - dass ich sehe und anerkenne, dass mein Kind versucht, das Richtige zu tun. Dass es eben vorkommt, dass man sich nicht so gut verhält, wie man es selbst von sich wünschen würde. Das passiert auch mir. Und wir besprechen dann, wie man damit umgehen kann.

    lg martita

    Als er Kultusminister war, wurde jemand, den ich persönlich kennengelernt habe, damals 15 jährig, in ein Foltergefängnis gesteckt. Er hatte in seiner Schule mit Kreide an die Tafel geschrieben: Recht auf Bildung für alle! Nein zum Militärdienst!

    Cardenal war nicht persönlich dafür verantwortlich.

    Aber auch 1984 hätte jeder, der nicht die Augen und Ohren fest zugemacht hat, sehen können, was für ein Verbrecher Ortega war und ist.


    lg martita

    Ich finde es total spannend, wieviele hier doch auch als Beihilfe-Berechtigte in der GKV sind.

    Ich bin auch in der GKV geblieben, damit unter meinen Kolleg:innen die absolute Ausnahme.

    Gründe: aus Prinzip - Solidaritätsprinzip, und die Rechnung, dass es insgesamt keine "bessere Leistung" für weniger Geld über einen Gewinn-orientierten Anbieter geben kann! Da gefällt mir das gesetzliche System doch viel besser.

    Und - ganz "un-uneigennützig": meine totale Abneigung und Schludrigkeit bei Papierkram, zusammen mit der Einsicht, dass ich in unserer Familie noch für lange Zeit die einzige bin, die sich darum gut kümmern könnte. Wenn es mir mal richtig schlecht geht, ich also auf die Leistungen der KK angewiesen bin, dann gibt es hier niemanden, der das zuverlässig und richtig erledigen kann.

    Der Preis ist tatsächlich durchaus hoch, den kompletten Beitrag plus Pflegeversicherung, ohne jeglichen Zuschuss vom Arbeitgeber. Ein Modell, wie im Eingangspost beschrieben wäre wirklich super!!!!! Da würde ich keine Sekunde überlegen und die GKV wählen. Solche Zuschüsse gibt es hier aber nicht. Andersherum denke ich mir, wenn ich schon so gut verdiene, dass ich über der Beitragsbemessungsgrenze liege, dann leisten wir uns die GKV halt. Wir profitieren ja auch von der Familienversicherung.

    lg martita

    Hihi, ich hatte in meinem Poesiealbum solche Sprüche wie

    "lebe lustig, lebe froh,

    wie der Mops im Haferstroh"


    "hab mich hinten eingewurzelt,

    dass niemand aus dem Album purzelt" (auf der letzten Seite)


    "mach es wie die Sonnenuhr

    zähl die heitren Stunden nur"


    "Rosen Tulpen Nelken, alle Blumen welken

    nur die eine nicht, die heisst Vergiss mein nicht"


    also der Fokus lag eher auf Spass bei uns.

    und die Jungs hatten auch so ein Album (ohne Monster drauf)

    lg martita

    Bei uns hat der Bollerwagen eine Erleichterung für den Heimweg gebracht. Mit Kissen drin und unauffällig was zu Essen bereitgelegt.

    Wenn man nämlich unserem Spezialisten in dem Alter in so einer Situation (müde, hungrig, festgerannt in irgendwas) aktiv Essen anbot, kriegte er erst recht einen Wutanfall. Obwohl es IMMER besser wurde, sobald er ein paar Kalorien intus hatte.


    Ein paarmal ist er auch, allerdings beim Spazierengehen, auf die Idee gekommen, wenn er keine Lust mehr hatte, einfach unbedingt zurücklaufen zu wollen (ich geh jetzt sofort wieder nach Hause!) und nicht akzeptieren wollte, dass wir eine Runde gegangen sind, und nur noch 100 Meter vom Ziel entfernt waren. Nein! ich gehe jetzt (die ganzen 2 km) zurück!!!!! #haare Dann hab ich ihn, gegen seinen Widerstand getragen, und er ist dann auf meinem Arm so prompt eingeschlafen, dass er des Rätsels Lösung nicht mehr mitbekommen hat#hammer.


    Nunja. Es wird mit der Zeit etwas besser, vor allem aber anders :D.

    @ threadstellerin: mein Mitgefühl hast du.


    lg martita

    was ich bei dem Ganzen nicht verstehe: Wieso schauen viele Lehrkräfte nicht auf die jeweiligen Stärken des Kindes, sondern "müssen leider leider" im Namen der Vorschriften und der "Gerechtigkeit" das Schema so starr anlegen? (ich schreibe bewusst nur von den Lehrkräften, die ich durch meine Kinder kennengelernt habe, NICHT von irgendjemandem hier im Forum).

    Könnte man nicht bei einem stillen, schriftlich sehr erfolgreichen Kind das Schriftliche mehr bewerten und trotzdem dem bei den schrifltichen Arbeiten schwächeren Kindern die Gelegenheit geben, sich durch sonstige Mitarbeit zu verbessern?

    Ist es wirklich so dramatisch, wenn ein sehr begabtes und lebhaftes Kind mit sehr guten mündlichen und schriftlichen Leistungen die gleiche sehr gute Note bekommt, wie ihr stillerer Klassenkamerad mit Einsen in den Klassenarbeiten? Da wird doch der Charakter und das Selbstbewusstsein bewertet anhand vorgeblich "objektiver Maßstäbe".

    Und ich kann auch beim besten Willen nicht verstehen, wieso ein Kind, das aufpasst, seine Hausaufgaben erledigt und nicht den Unterricht sabotiert nicht zumindest eine 4 in sonstiger Leistung bekommen kann - dieser Kommentar kam hier ja schon öfters in Schul-Threads. Ich habe dafür Null Verständnis.

    lg martita

    bei uns, Niedersachsen, zählt 50/50 in Hauptfächern, 70/30 in Nebenfächern, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich finde die Notengebung da zum Teil sehr fragwürdig, da je nach Lehrkraft die Maßstäbe sehr unterschiedlich zu sein scheinen, und auch die Fähigkeit, die Schülerinnen und Schüler, die nicht super selbstbewusst sind oder gar sowieso etwas stiller sind, zu einer entsprechenden Mitarbeit zu motivieren ist doch sehr sehr sehr unterschiedlich.

    Ich frage mich auch, ob es überhaupt physikalisch möglich sein kann, dass alle Schüler in einer Klasse eine 2 oder 3 bekommen könnten - bei 30 Schülern und maximal 90 Minuten je Unterrichtseinheit ist es ja wohl schwer möglich, dass jeder in jeder Stunde was sagt. Auch die verfügbare Zeit für Referate ist doch begrenzt.

    Nunja.,

    Zu meiner Schulzeit war es noch möglich, dass stille, schriftlich sehr gute Schüler auch eine 1 aufs Zeugnis bekamen. Meine Tochter, die nicht schüchtern oder introvertiert ist, aber in Mathe nur selten eine Gelegenheit erkennt, sinnvolle mündliche Beiträge zu liefern, bekommt trotz schriftlich 2-3 eine 4 aufs Zeugnis (o-Ton der Lehrkraft beim Elternsprechtag "man merkt, dass sie konzentriert mitdenkt, sie stellt hin und wieder sehr präzise Fragen, wenn sie etwas nicht verstanden hat, aber die Häufigkeit der mündlichen Beiträge reicht nicht aus". Und in der 6. Klasse nimmt sie ja auf keinen Fall Kinder dran, die sich nicht vorher mehrmals gemeldet haben).

    Naja. So lange sie deswegen nicht sitzen bleibt messe ich dem ganzen nicht viel Bedeutung zu und tröste meine Kinder im Zweifel

    .... Motivieren geht meiner Meinung nach anders, aber so ist das System halt. Ich schlage meinen Kindern vor, Meldelisten zu führen, um sich selbst zum Melden zu motivieren und im Zweifel auch mal argumentieren zu können.

    Andererseits bin ich ja auch nicht dabei und bin mir auch durchaus bewusst, dass meine Kinder nicht dazu neigen, ihre eigene Leistung zu unterschätzen.

    Das ewige Lied beim Elternsprechtag "wenn sie nicht so still wäre, könnte sie viel bessere Noten haben" - nehme ich achselzuckend zur Kenntnis.

    lg martita

    Wisst Ihr, mir kommen sofort so viele Möglichkeiten in den Sinn, warum eine Frau in irgendeiner Lebensphase keine Kapazitäten hat für Beruf, Altersabsicherung, adäquate und befriedigende Kinderaufzucht, Partnerschaft, Hauspflege. Oder dass sie da klare Prioritäten setzt, die in dieser Phase die größte Lebensqualität ermöglichen.

    Das heißt nicht, dass sie dumm ist, sehenden Auges das System zementiert oder sich auf eine Partnerschaft verlässt (was wiederum zeigt, wie dumm sie ist). Das heißt erstmal, dass es verdammt schwer ist, unabhängig zu sein, vor allem, wenn da noch andere von einem abhängig sind (Kinder, alte Eltern). Es zieht so vieles an einem, es ist unmöglich, alles richtig zu machen, können wir nicht bitte aufhören, hier auch noch aneinander zu ziehen?

    Liebe Frisch, ich unterschreibe das alles sofort! Ich will auch nicht an den Frauen ziehen oder das vorwerfen. Aber ich bin verblüfft (manchmal verzweifelt), weil ich in meinem persönlichen Umfeld wahrnehme - Akademiker, ÖD, Null Risiko für Elternzeit nehmende Männer, dass das Bewusstsein für die Strukturen im System gleich Null ist. Wenn ich da mal nachfrage, oder auch mal auf diese Strukturen hinweise, sehe ich große, naive und treuherzige Kulleraugen - frischgebackene Väter und trotzdem haben sie noch nie drüber nachgedacht! Stattdessen dumme Sprüche, wenn eine Kollegin nach 6 Monaten Elternzeit zurückkommt, ob das denn mit ihren mütterlichen Hormonen überhaupt zusammen passt.


    Ich weiss nicht, wie man das ändern könnte. Ein Grundeinkommen für Kinder und die betreuende Person(en)?

    Vielleicht sollten auch alle (inklusive Kinderlose, um Elterndiskriminierung zu vermeiden) regelmäßige Job-Auszeiten nehmen dürfen/müssen, zur Kinderbetreuung, alte Eltern, oder sonstige gesellschaftliche Dienste?


    lg martita

    Trin,


    ich kann mir das nur so halb vorstellen, aber wenn du zur Benennung der Rolle Praktikant Praktikantin bzw. Mentorin, Mentor keine Alternative siehst, könntest du das strikt abwechselnd verwenden, und dann einen Satz voranstellen, dass jeweils das nicht explizit genannte Geschlecht (m, w, d) mitgemeint ist.

    Das ist zwar vielleicht auch gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht knapp und lesbar, und trotzdem sind alle nicht nur mitgemeint, sondern sichtbar wiederzufinden.


    Ich habe das jetzt schon öfter in Texten so gelesen, und mich nach erstem Stolpern dran gewöhnt und finde es jetzt ganz akzeptabel.


    lg martita

    Liebe Soorma,

    natürlich darfst und sollst du hier weiter mitlesen.

    Ich finde nicht, dass jede und jeder sich immer allein durch Erwerbsarbeit finanzieren können muss.

    Ich bin 100 % dafür, dass Care Arbeit besser entlohnt wird. Und es sind auch nicht die Frauen "schuld" an dieser Situation, weil sie zuerst das Wohl der Kinder im Blick haben. Niemand sollte als Alleinerziehende in Armut leben müssen!!!! und noch dafür als "zu blöd" geschmäht werden.

    Was ich aber, wie claraluna auch, ermüdend finde, ist, dass so selten der Zusammenhang hergestellt wird zwischen:

    Ein Partner*in hat super wichtige Arbeit und kann auf keinen Fall diese so reduzieren, dass er/sie gleichberechtigt und mit gleichen Pflichten die Kinder mitversorgt, während der/die Andere beruflich leider völlig abgehängt ist, weil die Kinder nicht angemessen versorgt sind, wenn er/sie arbeiten geht und dadurch komplett finanziell abhängig ist und im Fall einer Trennung in Armut landet.


    Aber dadurch, dass so viele Menschen in so extremen Ausmaß dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen - (ich finde es extrem, wenn man(n) soviel arbeitet, dass man nicht gleichberechtigt seine Kinder mitversorgen kann) gibt es doch überhaupt erst diesen Anspruch seitens der Arbeitgeber.


    Das heisst, dass es eben keine rein private Entscheidung für die individuell optimale Arbeitsteilung in der Familie gibt. Sondern, dass so ein krasses Einverdienermodell eben auch die Situation des/derjenigen mitverursacht, die keinen Job finden, bei dem Kinderbetreuung (oder Care-Arbeit für Alte, oder Ehrenamt oder alles andere) mit Erwerbsarbeit vereinbar ist.


    Insbesondere sind Frauen davon betroffen, denn selbst wenn ich als Frau die Familienernährerin bin, sind meine Chancen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt einfach dadurch geringer, dass Männern ein höherer Arbeitseinsatz und Ehrgeiz unterstellt wird - aufgrund der simplen Statistik, dass die Männer deutlich weniger Care Arbeit übernehmen. Bewirbt sich ein junger Vater auf eine Beförderung, sind seine Chancen besser, da jeder weiss, dass er sich ja jetzt umso mehr anstrengen muss und wird, weil er jetzt Verantwortung für die Familie trägt. Bewirbt sich eine junge Mutter, sind ihre Chancen schlecht, da jeder weiss, dass sie ja jetzt Verantwortung für ihr Kind trägt. Das klappt IMMER.

    Und trotzdem höre ich täglich das Märchen des "soll doch jede Familie das so machen, wie es am praktischten ist, ist ja Privatsache" - und das sagen mit all die jungen männlichen Kollegen mit kleinen Kindern. - In einem Beruf und bei einem Arbeitgeber, wo es NULL RISIKO bedeuten würde, sich solidarisch zu verhalten. Ich kapiers nicht.


    Für mich ist es sonnenklar: alle typischen männlichen Haupt- plus weiblichen Zu-Verdiener "individuell praktischen" Entscheidungen zementieren diese Situation bis in alle Ewigkeit. Amen.


    lg martita

    Ich finde es so wie du das beschreibst, nicht weiter schlimm. Er bekommt gesundes Essen, und darf aufhören, wenn er satt ist. Bei Oma sind manche Dinge anders als bei Mama, das ist auch völlig ok und schon für die Kleinsten gut unterscheidbar.

    Ich hätte mir gewünscht, dass meine Große, die immer sehr picky war und noch ist, schon früher gelernt hätte, sich mal bei einer gesunden Mahlzeit satt zu essen und dann auch mal für 2-3 Stunden nicht. Wir haben das immer so locker gehandhabt, und haben jetzt mit 13 Jahren immer noch das ständige Snacken und leider eben nicht vorwiegend gesunde Dinge. Es ist auch ok wie es ist, und unser Kind hat sich Fütterungsversuchen seitens der Oma durchaus sehr konsequent widersetzt, aber wenn es irgendwie funktioniert, finde ich es durchaus erstrebenswert, dass die Kinder lernen, vorwiegend bei den Mahlzeiten zu essen. Ich würde das nicht erzwingen - haben wir bei unseren Kindern auch nicht.

    Deine Beschreibung hört sich für mich akzeptabel an.

    lg martita

    zu den Hormonen - ich glaube, dass ich mindestens so oft, wie ich den Spruch mit "die hat wohl grad ihre Tage" gehört habe, auf Männer bezogen einen genauso abwertenden und scheußlichen Kommentar gehört habe, der das beobachtete Verhalten desjenigen mit der Häufigkeit von S#x in den letzten Tagen in Verbindung gebracht hat. Insofern kenne ich (leider) den Bezug auf "hormongesteuert" durchaus für beide Geschlechter.

    lg martita

    Gibt es vielleicht Möglichkeiten auf eine Handelsschule oder Wirtschafts-Fachschule o. ä. mit gymnasialer Oberstufe zu wechseln?

    Das gab es zu meiner Zeit in NRW als vorteilhafte Option fürs Wechseln von der Real- oder Hauptschule, vor allem wegen der Fremdsprachenproblematik.

    Oder eine stärker auf Technik- und Naturwissenschaften ausgerichtete Schule, die Abitur anbietet?


    Ich drücke die Daumen, dass ihr da was findet!

    lg martita

    Ich habe zur Abwechslung mal eine Frage in die Runde. Kennt ihr blogs, youtuberinnen oder ähnliche Quellen, die ich meiner 12 jährigen mal antragen könnte, um sie ein bisschen auf das Thema Feminismus anzusetzen?

    lg martita


    Ja, das stimmt. Was man als bewusster Verbraucher machen kann ist wirklich wenig, wenn ich mir allein vorstelle, wieviele unsinnige Plastikfolien-Einwicklungen beim Hausbau verwendet werden. Wieso sollten komplett nässe-unempfindliche Betonpflastersteine, die stabil im Verbund auf Paletten gepackt sind, mit Folie eingewickelt werden? 1000 weitere Beispiele könnte man dafür finden, wo ohne nennenswerten Funktionsverlust leicht Tonnenweise Plastik eingespart werden kann.

    Und Mikroplastik in Kosmetika - sowas hat doch nie im Leben irgendein Verbraucher verlangt - es werden uns die absurdesten Dinge untergemogelt und hinterher soll ich als "mündiger" Verbraucher das Ganze über mein Einkaufsverhalten wieder hinbiegen? - Ich empfinde das als unverschämte Zumutung!


    Dies gilt auch für andere Bereiche - Tierwohl, fairtrade, Plastikvermeidung, Biobaumwolle, Bio-Lebensmittel, und das alles während ich unter hohem Zeit und Gehirnaufwand herausfinden muss, welche Lebensmittel wieviel Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten und was überhaupt halbwegs gesund ist (eine einfache Kennzeichnung wird ja massiv von Politik und Lobbyverbänden bekämpft).


    Überall wird die Verantwortung auf die geschoben, die am wenigsten wirksam was machen können.

    lg martita