Beiträge von martita

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    leider kann auch ich mich nicht melden, sondern habe auch schon doofe Erfahrungen machen müssen.
    und weiss auch von meinen Freundinnen, dass kaum eine komplett verschont geblieben ist.


    Ich habe trotzdem die Hoffnung, dass es für unsere Töchter und Söhne anders, besser sein wird. Dass sie keine Übergriffe erleben müssen. Dass sie es nicht sich selbst zuschreiben und nicht als unvermeidlich empfinden werden.


    lg martita

    Liebe Mauritia,


    ich kann dir nur Mut machen. Ich hatte ähnliche Situationen jeweils bei beiden Kindern in etwa dem Alter. Meine Große war 15 Monate, als ich zum ersten Mal für 10 Tage verreisen musste, mein Kleiner erst 10 Monate. Und es ist auch jeweils danach immer mal wieder vorgekommen. Mitkommen war in den Fällen keine Option - aus finanziellen Gründen oder aber, weil die Reiseziele zu große Gesundheitsrisiken für die Babies gehabt hätten (Malariagebiete etc.).


    Die von Dir favorisierte Version hat immer gut geklappt. Beim allerersten Mal hatte ich natürlich auch Bedenken - es hat aber überhaupt keine Probleme gegeben. Mein Mädchen hat sich gefreut, mich wiederzusehen und sofort freudig weitergestillt. Das Gleiche dann später beim Kleinen. Abgestillt haben sie sich beide erst so mit 3 Jahren.
    Schwierig war es manchmal während der Dienstreisen rechtzeitig einen diskreten Ort zum Abpumpen zu finden - mit Vielstillern und entsprechender Milchproduktion war das in den ersten Tagen manchmal doch unangenehm.


    lg martita

    Wenn bei der Gute Nacht Geschichte die Kinder protestieren, weil du Findus die Projektvorstellungsfolien erläutern lässt, die du tagsüber unter Zeitdruck für die Besprechung morgen früh vorbereitet hast.


    Wenn du fröhlich mit dem Kind plaudernd zur Arbeit statt zum Kindergarten fährst - bis das Kind dich dann fragt, wieso der Weg zum KiGa eigentlich heute so weit ist!


    Oder zwar das Kind morgens umziehen, aber mich selber erst, nachdem mir auf dem Weg zum Auto im Schlafanzug kalt wurde.


    Ich habe es auch schonmal geschafft, den piepsenden Reisewecker auszuklappen, ans Ohr zu halten und mich mit Vor- und Nachnamen melden. So ein Ärger, wenn es dann weiterklingelt!



    lg martita

    prima, dass du eine gute Lösung gefunden hast, das ist sicher sehr nett.


    @ Lemony: schon spannend, wie unterschiedlich das wahrgenommen wird - vielleicht auch regional oder konservatives Umfeld?
    Ich kenne es aus meinem Heimatort und Familie überhaupt nicht, dass vor der Geburt überhaupt nachgefragt wird ob Junge oder Mädchen - hab ich bei keiner meiner Freundinnen in der Heimat (ja in DE!) gemacht, hat mir auch keine von sich aus erzählt. Meine Eltern haben da auch nie nachgefragt.
    Ist halt irgendwie was sehr intimes?
    Ich war an meinem Wohnort (nur 300 km entfernt) sehr überrascht und überfordert mit (für mich) sehr neugierigen Fragen nach Geschlecht, es wurden Namen diskutiert etc. Babyshower finde ich ganz schrecklich.
    Einen freundlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft und die Nachfrage, ob es gut geht etc. Gute Wünsche für Schwangerschaft und Geburt und Baby - klar, gerne. Aber über ein Ungeborenes mit Namen sprechen, eine durchgegenderte Babyausstattung kaufen etc - das ist für mich sehr sehr fremd.


    lg martita

    Aoife: für deine Statistik melde ich mich auch. Als Alleinverdienerin bin ich nach beiden Kindern direkt nach dem Mutterschutz wieder in Vollzeit in den Beruf eingestiegen.
    In meinem Bekanntenkreis in Deutschland kenne ich sonst keine weitere Mutter, die das so gemacht hat, vom Hörensagen weiss ich, dass bei meinem Arbeitgeber noch so eine Frau arbeitet (es ist ein großer Betrieb), und im internationalen Bereich hatte ich drei Kolleginnen, die auch keine längere Elternzeit eingelegt haben.


    ABER: ich muss auch sagen: Wenn wir nicht auf mein Arbeitseinkommen komplett angewiesen gewesen wären, oder ich zumindest eine halbwegs sichere Arbeitsstelle gehabt hätte (mit festem Vertrag bzw. guter Aussicht auf Wiedereinstieg auch nach längerer Pause, also sowas wie es anscheinend bei z.B. Lehrern ja gibt), dann hätte ich es mir sicher nicht angetan.


    Andererseits wenn ich jetzt mich in meinem Mütter-Bekanntenkreis umschaue, sind die allermeisten mit ihrer Job (bzw. Nicht-Job) Situation unzufrieden und haben trotzdem nur sehr sehr wenig Möglichkeiten das grundlegend zu ändern. Der Verdiener-Vorsprung des Mannes, die inzwischen festzementierte Rollenverteilung in der Familie, das durch die lange Pause nicht mehr vorhandene Gefühl, im Job fit und kompetent zu sein, all das sind Riesenhindernisse!
    Da bin ich jetzt ganz froh, die härtesten Jahre hinter mir zu haben und jetzt im Beruf mit Energie und Freude zu arbeiten.


    Meiner Tochter (und auch ihren Freundinnen) sage ich immer mal wieder, wenn es um das Thema Berufe usw. geht, dass "ordentlich damit Geld verdienen können" ein ganz wichtiges Kriterium ist. Und Diskussionen darüber, ob Mathe doof ist, erweitere ich auch immer um den Hinweis dass Mathe insbesondere für die Berufe wichtig ist, mit denen man gut Geld verdienen kann.
    Und so hat sich der Berufswunsch unserer Tochter auch von "Tänzerin" auf "Ingenieurin" gewandelt - eine Ingenieurin, die natürlich gerne tanzt und Musik macht.


    lg martita

    Hier im ländlichen Bereich gibt es viele Leute, die nie so richtig rausgekommen sind aus ihrem Dorf (klingt fies, ist aber nicht - ganz - so gemeint) und die alternativen Lebensentwürfe drängen sich hier auch nicht gerade auf.
    Wir machen z.B. einiges anders und gelegentlich habe ich den Eindruck, so ein bisschen "Aha, geht ja auch!" zu erreichen. Aber das kann Einbildung sein.
    Jedenfalls sind hier die traditionellen Rollen extrem bestimmend, eigentlich alternativlos. Das geht bis in den Bildungsbereich, Mädchen sollen lieber Realschule machen, damit sie später am Ort bleiben und sich schön um die Eltern kümmern. Kein Witz.

    Gibt es das wirklich immer noch???? das finde ich unfassbar. Deswegen hat sich vor 30 Jahren schon unser Dorfpfarrer mit meinem Papa angelegt - wie der es verantworten könne, wenn ein so begabtes Mädchen nicht weiterlernen solle! Und so ist es dann gekommen. Wobei mein Vater auch recht behalten hat, ich habe studiert, bin weg aus dem Dorf und wohne jetzt leider nicht mehr nebenan (was ich durchaus gut fände, näher an meinen Eltern und Geschwistern zu wohnen, aber nicht um den Preis, nicht studiert zu haben!!)
    Ich dachte immer, das gabs nur "früher" im finsteren 19. Jahrhundert und in besonders konservativen Gegenden!



    Ansonsten bin ich ganz bei happy spider - die Genderprägung der Umgebung finde ich krass und ich sorge mich sehr, was das für meine Tochter bedeutet.


    Zum Thema - Familienprägung versus Umfeld:
    Schon im zarten Alter von 4 Jahren, mit einem daheim sorgenden Vater und einer fürs Einkommen zustündigen Mutter, trotz mehrerer berufstätiger Mütter in befreundeten Familien, erklärte mir mein Mädel, dass wir doch ruhig nach Deutschland ziehen können auch wenn ich dort keinen Job hätte. Bei unseren Urlauben hat sie nämlich mitbekommen "in Deutschland ist das ganz normal, dass die Mamas zu Hause bei den Kindern bleiben und nicht zur Arbeit müssen!"
    Und auch, wenn im Kindergarten des Kleinen morgens beim Hinbringen mindestens soviele Väter als Mütter zu sehen sind, kriegt mein Sohn ganz klar mit, wie normalerweise die Rollen verteilt sind. Immerhin sind die Mütter seiner besten Kumpels Ingenieurinnen "die kann Autos bauen!!", und er weiss auch dass in meinem Büro eine Chefin (nicht ich) das Sagen hat.


    Trotzdem bleiben wir nicht verschont vom aus dem KiGa importierten "ihgitt Mädchenfarbe!" nicht verschont (letztens hat er sich geweigert, Himbeercremetorte von einem rosa Teller zu essen - da hat seine Schwester ihn ausgelacht und die rosa Himbeercreme erstmal weggefuttert).



    Dem unsäglichen Quatsch zu Mathe und Mädels habe ich versucht einen kategorischen Riegel vorzuschieben. Als mein Mädel, das wirklich gut in Mathe ist, anfing mit "Mathe ist soo doof und die Jungs sind besser darin", habe ich ihr ganz klar gesagt, dass die allermeisten Berufe, in denen man viel Geld verdient, daran hängen, dass man gut und viel Mathe kann (auch wenn es sicher Ausnahmen gibt). Und sie sich gefälligst aus so einem Dummgelaber komplett rauszuhalten hat. Da das Gespräch beim Einkaufen stattfand und sie feststellte, dass es doof ist, nicht genug Taschengeld zu haben, hat sie sich das gut gemerkt und macht immer ein paar Matheaufgaben extra :D .


    Irgendwie müssen wir ja doch versuchen, unsere Töchter stark zu machen. Weil es eben NICHT selbstverständlich ist, dass jede und jeder nach seinen Neigungen und Begabungen leben darf.


    lg martita

    Ich habe bei beiden Kindern direkt nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet - 32 Stunden beim ersten und Vollzeit beim zweiten. der Papa war Vollzeit zu Hause und hat sich um die Kinder gekümmert.
    Und beide Kinder lange gestillt - das war der perfekte Ausgleich für uns beide für die lange Abwesenheit.
    Bei der Großen habe ich vormittags und nachmittags im Büro abgepumpt, und bin auch das erste Jahr noch Mittags nach Hause geflitzt zum Stillen.
    Das Abpumpen habe ich nach 9 Monaten weggelassen und den Mittagsstress dann ab dem zweiten Jahr - lieber eine halbe Stunde in Ruhe essen und etwas früher nach Hause.
    Sie war eine Beikostverweigerin und hat dann meist den ganzen Tag über nur etwas Wasser und Haferflocken zu sich genommen, um dann ihren Kalorienbedarf abends und nachts zu decken - dank Familienbett konnte ich trotzdem schlafen.


    Der Kleine hat früher angefangen, ordentlich zu essen, und ich brauchte kaum abzupumpen. Gestillt hat er trotzdem mehr als 3 Jahre.


    Wenn es für uns nicht wegen des Geldes notwendig gewesen wäre, hätte ich gern in den ersten Jahren weniger gearbeitet - ich fand es irre anstrengend, habe stark abgenommen und fühle heute noch die Erschöpfung, wenn ich an diese Jahre denke. Heute bin ich durchaus froh, ich bin in meinem Beruf vorangekommen, habe mir eine gute Position erarbeitet, die Stelle, die ich gern haben wollte und gut ausfülle. Sicher wäre noch mehr "Karriere" möglich gewesen, aber der Zusatzstress wäre dann auf Kosten des Familienlebens gegangen, deshalb habe ich mich bewusst dagegen entschieden.


    Die Kinder haben aus meiner Sicht profitiert - ich kenne wenige Familien, wo die Rollenverteilung andersherum ist (also Papa arbeitet vollzeit, Mutter betreut die Kinder), wo die Kinder so viel Zeit und Zuwendung vom Ausser-Haus-Erwerbstätigen Elternteil bekommen. Sie sind gut entwickelt und kommen in Schule und Kindergarten gut zurecht.


    Also: nur Mut zum Arbeiten gehen. Und wenn es vom Einkommen her möglich ist, kannst du sicher einen gut zu schaffenden Weg finden, vom Arbeitspensum und von der Zeit für deine Kinder.


    lg martita

    Ich habe genau die Situation letzte Woche im KiGa bei einem Kind beobachtet - es kam mit Papa rein und sollte die Erzieherin begrüßen, die grad vor mir im Flur stand.
    Ich gab dann dem Kind auch die Hand (meine Linke) - und sagte, "ich nehme sie gern, die Linke kommt vom Herzen". den Spruch, nett vorgebracht, kenne ich schon aus Kindertagen,ich habe noch nie erlebt, dass dann jemand noch was dagegen sagt. lg martita

    würdet ihr was sagen, wenn die erzieherin sich 'weigert' die ausgestreckte linke hand des kindes zu nehmen zur begrüßung, mit den worten 'nein die will ich nicht, ich möchte die rechte..' ? was denn so? falls die situation erneut auftaucht.. mir ist außer einem gemurmelten 'is doch egal' nicht viel eingefallen (Er hatte ein kuscheltier in der rechten hand). wollte sie ihm an dieser stelle nur 'benimmregeln' vermitteln?!

    also das mit den Windeln geht gar gar gar nicht.
    Da bin ich ganz bei deinem Mann, da müsste ich schon in ein Kissen beissen um bei so einem Vorschlag nicht gleich an die Decke zu gehen!


    Medienumgang beibringen, indem man Kinder für die Mittagspause vor einen Film setzt, und dann auch noch aktiv verhindern dass die Kinder zur Toilette gehen 8I   8I   8I  
    nein, das ist komplett unakzeptabel!
    lg martita

    Bei uns ist es die grosse Schwester (8), die auf Gerechtigkeit achtet: bevor sie sich was kauft - Comic Zeitschriften, Eis, oder sonstigen Kram, spart sie sich soviel zusammen, dass sie gleichzeitig dem kleinen Bruder auch was entsprechendes kaufen kann. #love
    War ihre eigene Idee. Manchmal nimmt sie zum Museumsbesuch auch extra Geld mit. Wenn ich vorher sage "wir kaufen dort nichts ein", dann kauft sie dem kleinen Bruder (5) was, "damit er nicht traurig ist".
    Meine Art, damit umzugehen wäre ja "da muss er durch, für jedes Quengeln kann ich nicht anfangen Spielzeug zu kaufen" - das findet sie zu hart. Dann greife ich auch nicht mehr ein, das handeln sie selber aus. Er weiss durchaus, was er an ihr hat: "Mama, danke, dass ich so eine tolle Schwester habe!"


    Wir sind fast immer zusammen unterwegs, daher übernehme ich das Eis kaufen komplett. Aber sie hat mich auch schon mal eingeladen. - lass mal Mama, ich hab noch Geld, dann musst du nicht immer deines nehmen.
    Regelmässiges Taschengeld (1 Euro) gibt es bei uns auch erst ab Schuleintritt.


    lg martita

    hallo janana,


    genau in dem Alter, etwa 3,5 Jahre, hatte auch meine Große die Erkenntnis, dass alle Menschen, auch sie, auch die Eltern, irgendwann sterben müssen. Das war bei uns eine wirkliche Krise! Man konnte merken, dass es sie mit einer ganz tiefen, elementaren Angst "gepackt" hatte. Also die ganze Unfassbarkeit des Todes erahnt, und einen Begriff von der Endlichkeit des Lebens bekommen. Sie hat ganz oft einfach dagesessen und geweint, war verunsichert und sehr sensibel und verletzlich.
    Ich hatte durchaus auch den Impuls zu versuchen, die Ängste "wegzureden". Aber wir haben es geschafft, ehrlich zu bleiben, ja, wir alle müssen sterben. Ja, es kommt vor, dass auch Kinder sterben. Die meisten Menschen werden sehr alt, bevor sie sterben, aber wir wissen es nicht vorher. Die Oma ist schon alt, aber wird hoffentlich noch lange leben. Wir glauben, dass Gott uns in seiner Hand hält und dass er auch wenn wir sterben, das Beste für uns will.


    Es war wirklich schwer und ich konnte ihre tiefe Angst mit spüren.
    Es hat auch nicht irgendwann "klick" gemacht, so dass sie das Thema "verstanden" hätte. - Das habe ich, wenn ich ehrlich bin ja auch nicht!
    Irgendwann stand es nicht mehr so im Vordergrund, und vielleicht kann man sagen, dass sie sich langsam an den Gedanken gewöhnt hat. Erst danach hatten wir mehrere Trauerfälle in der Familie, die die Kinder gut verarbeiten konnten.


    Unser Kleiner geht ganz anders mit dem Thema um und hatte bisher nie so eine elementare Krise und Erkenntnis.
    ich wünsche Euch, dass ihr einen guten Weg findet, um euren Sohn da zu begleiten!


    lg martita

    Da kenn ich nichts. Kuscheltiere dürfen ins Bett. Alles andere muss davor oder auf dem Regal warten.
    Mein rücken dankt es mir.


    ja, so ist es bei uns auch. KEIN Spielzeug im Schlafzimmer und jeder nur EIN Kuscheltier. Naja, Triceratops und Diplodocus haben wir auch in Kuschelform, und gefühlt in Originalgröße......
    und am Fussende liegt immer eine halbe Bibliothek. Aber daran hat sich bisher noch keiner verletzt.
    lg martita

    Hallo Yanara,


    ich finde es gut und wichtig, dass du dir da jetzt so rational Gedanken drum machst. Ich kenne viele Freundinnen, die eine gute Berufsausbildung haben, aber mit der Geburt der Kinder - schwup di wup - sich in der Rollenaufteilung von vorgestern fanden. - das ist erstmal nicht weiter schlimm ABER: spätestens jetzt, wo die Kinder im Schulalter sind, finden die meisten von ihnen das selber sehr schlimm und frustrierend. Vor allem, weil sie wenig Perspektive sehen, die Situation der finanziellen Abhängigkeit von ihren Männern und des "für alles zu Hause hauptverantwortlich sein" irgendwann zu ändern.


    Wenn ihr während deines Studiums das erste Kind bekommt, dann braucht ihr einen ganz expliziten Plan, wie du beruflich auf die Füsse kommst! und es muss Euch dann auch klar sein, dass es für Euch alle auch hart sein kann, wenn nach einer Zeit von "hauptsächlich Mama ist zuständig", du dich möglicherweise Vollzeit dem Beruf widmest. Emotional ist das für alle vielleicht schwer, aber vielleicht auch finanziell, wenn dein Mann dann trotz der bis dahin geschaffenen Tatsachen (Vorsprung beim Geldverdienen, Chef findet Teilzeit doof, etc) beruflich eine Weile zurücktritt.

    Es ist halt so, dass die Mutter gerade im ersten Lebensjahr einfach mehr vom Baby gefordert wird, weil es einen besser kennt und, wenn man stillt, der Vater diesen Mutterfaktor einfach nicht hat. Das kann man als Vater schon irgendwie kompensieren, denke ich, es gibt schließlich genug Mütter, die direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten, aber das ist für die Väter sicher viel Arbeit. Deswegen ist es nicht gesagt, dass die Rollenverteilung ausgeglichener ist, nur weil dein Partner mehr Zeit hat, sondern eher eine Typfrage.

    naja, dazu kann ich nur sagen, für die Mütter ist es auch viel Arbeit, sich um ein Baby zu kümmern, und sollte kein Argument für eine bestimmte Aufgabenverteilung sein.


    Als ich 24 Jahre alt war, wäre ich sicher fröhlich und unbedarft in die typische Rollenverteilung mit Kindern und finanzieller Abhängigkeit usw. gerutscht - das wird Dir schonmal nicht passieren, weil du und dein Partner da gut drüber nachdenkt. Ich hatte "das Glück" zu dem Zeitpunkt meinen Mann noch nicht kennengelernt zu haben. Zur Zeit bin ich die Brötchenverdienerin der Familie, war es auch immer direkt wieder nach dem gesetzl. Mutterschutz. Ich bin sehr sehr sehr froh drum, dass ich auf jeden Fall für mich selbst sorgen kann. Und fände es super erstrebenswert, wenn in einer Familie beide Partner sich das Geldverdienen UND die Familienarbeit relativ ausgewogen aufteilen KÖNNEN.


    lg martita

    aber spielende kinder in "drittweltländern" zu fotographieren ist dann ok? das wird ja sehr häufig gemacht. einfach so.

    Da gilt doch das Gleiche wie hier? Man fragt freundlich die Eltern bzw. die Kinder und setzt die Antwort dann entsprechend um?


    von "nein mag ich nicht" bis zu "dann reise ich wenigstens als Fotografie in ein fernes Land" war da bisher alles dabei. Oder wenn die Möglichkeit bestand, den Fotografierten das Foto zukommen zu lassen - umso besser.


    lg martita

    Ich kann nur raten, das gar nicht zu thematisieren:
    "Wie isst er denn?/Wieviel isst er denn?" - da lautet Eure Antwort: "er isst supergut! das macht richtig Spass"
    ansonsten geht es doch ihm und Euch prima, mehr brauchen andere Leute gar nicht zu wissen.


    Wenn er am Tisch bei Euch sitzt und Gürkchen und Brot mitessen mag - gut. wenn nicht: "na Schatz, magst du grad nicht? na, dann halt später, wenn nicht so viel los ist" Die Grosseltern werden ja nicht 24 Stunden am Tag ununterbrochen das Kind anstarren, dann sollen sie halt denken, er hat seine Portion gekriegt, als sie grad in der Dusche waren/spazieren gingen/ihren eigenen Mittagschlaf machten......


    Wenn irgendjemand aufdringlich wird und über Essensmengen diskutieren will: "er holt sich alles was er braucht, schau nur, wie munter er ist - der hat oft mehr Energie als die Erwachsenen!" und ENDE der Diskussion.


    Diskutiert wird oft, wenn die Leute den Eindruck haben, du bist grad selbst unsicher oder unzufrieden (dann möchten sie evt. helfen?).
    Oder auch, wenn du erwartest, sie sollen das toll finden, was du machst, oder wenn du gern Lob und Anerkennung bekommen willst. - das sollte Dir halt idealerweise wirklich komplett egal sein. Dir geht's gut, Baby geht's gut, dem Papa geht's gut, da braucht ihr euch nicht einmal um die Meinung der Großeltern zum Babyessen zu scheren.


    Notfalls hilft ein freundliches "wisst ihr, wir werden Euch nicht überzeugen, ihr uns nicht, lasst uns doch einfach mal über was anderes sprechen."


    lg martita

    Zu der Genderdiskussion kann ich nur beisteuern, dass in unserem Umfeld es genauso ist wie von Shevek und nanette beschrieben, nämlich dass "die Gesellschaft" sehr sehr sehr traditionelle Rollen als normal ansieht. Auch wenn natürlich heutzutage keine Frau mehr eine Erlaubnis des Mannes nachweisen muss, um eine Erwerbsarbeit aufzunehmen, auch wenn die Frauen genausogut ausgebildet sind, auch wenn es mehr und mehr Männer gibt, die sich (zumindest ein paar Monate) Elternzeit erlauben.
    NORMAL für Familien mit Kindern im Schulalter ist hier dass der Mann Hauptverdiener ist und die Frau im günstigsten Fall einen Teilzeitjob ausübt. Wer sein Leben anders gestaltet, sei es auch nur mit einem "umgedrehten klassischen Hauptverdienermodell", fällt aus der Rolle, und kriegt das permanent aufs Brot geschmiert, mal dezent, mal penetrant. Im Reallife kenne ich nur zwei Familien ausser uns, davon keine einzige in Deutschland, bei denen die Frau Alleinverdienerin ist.


    Wenn mir allerdings jemand erklärt, ich wäre ein "Abklatsch" von einem Mann, oder dass das Geldverdienen doch einem Mann viel leichter fallen würde -oder umgekehrt, wer meinem Mann sagen würde, einer Frau würde es doch viel leichter fallen, die Kinder zu betreuen, dann ist bei mir wirklich der Ofen aus. Denn über die offensichtliche Genderkacke hinaus impliziert das ja auch, dass ich meinen Job schlechter mache (einem Mann würde das ja leichter fallen), oder dass die Kinder nicht gut versorgt sind (nicht mit der Leichtigkeit einer Mutter).



    Zur Ausgangsfrage: Ich glaube, dass ein Vater/eine Mutter, die sich von Herzen den Kindern zuwendet und Verantwortung übernimmt, sich Zeit nimmt, auch dann ein inniges Verhältnis zu den Kindern entwickeln kann, wenn er/sie viel Zeit ausser Haus dem Beruf nachgeht. Dabei unterstelle ich allerdings, dass dazu auch gehört, dass man eben nicht 80 Stunden pro Woche UND jedes Wochenende für den Beruf aufwendet. Aber das tun ja auch die wenigsten. Und bei denen würde ich tatsächlich daran zweifeln, dass sie Lust haben, sich von Herzen den Kindern zuzuwenden. Die brauchen sich dann auch nicht zu wundern.


    lg martita

    Ich kann ja direkt bestätigen, was Patrick so schön beschrieben hat. Hier auch eine Alleinverdienerin, einen von Geburt an liebevollen Vollzeit-zu Hause kümmernden Papa, und trotzdem bin ich sobald ich da bin, die Hauptansprechperson für die Kinder. Allerdings bin ich halt auch diejenige, die sich um fast alle "Aussenkontakte" der Kinder kümmert.


    Das mit dem Aufteilen der Erwerbsarbeit ist leider so eine Sache. Ich bin ja eigentlich immer komplett bei denen, die dran zweifeln, ob die männlichen Alleinverdiener wirklich für 60 Stunden pro Woche komplett unabkömmlich sind und sofort ihre Arbeitsstelle aufs Spiel setzen würden, sollten sie es wagen, an familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle auch nur zu denken.
    Meinen Job könnte man prima auch in Teilzeit erledigen und ich würde liebend gern die Verantwortung fürs Geld verdienen aufteilen. Allerdings reagiere ich inzwischen wirklich allergisch auf Kommentare in die Richtung "man muss nur arbeiten wollen, dann findet man auch was....". Es ist eine unglaubliche Belastung für unsere Beziehung, fürs ganze Familienleben, dass einer von uns beiden es einfach nicht schafft, bezahlte Arbeit zu finden, während die andere sich nichts mehr wünscht, als einfach nur ein bisschen mehr Luft zu haben und wenigstens hin und wieder einen ganz normalen alltäglichen Nachmittag mit den Kindern zu erleben.
    Von nur einem Teilzeiteinkommen können wir allerdings wirklich nicht leben....


    Unser Traum wären zweimal 30 Stunden pro Woche oder sowas....
    lg martita

    bei uns ist der Papa Vollzeit zu Hause und ich Vollzeit ausser-Haus-berufstätig plus viele Dienstreisen.
    Und ich kenne beide Arten von Stress - phasenweise ist Papa komplett abgeschrieben, sobald ich das Haus betrete, und ich bin für alles zuständig, werde belagert, umkämpft, habe keine Sekunde für mich (Kinder sind jetzt 4 und 7!). - das ist die meiste Zeit so.


    Aber ich kenne auch die Erfahrung, ich arbeite teils unter hohem Druck, habe die volle Verantwortung fürs Geld verdienen, kann also nicht einfach mal sagen - ich lass es mal drauf ankommen, sollen sie mich doch rausschmeissen, und kann es trotzdem zu Hause nie gut genug machen. Dann denke ich - wie gemein, die haben immer den ganzen Spass tagsüber, und wenn ich nach Hause komme, sind sie schon müde, quengelig, hungrig und "mama ist an allem schuld" egal was. Und darf mir dann von meinem Mann nochmal anhören - "also sie benehmen sich immer nur bei Dir so daneben, mit mir sind sie die ganze Zeit zufrieden und spielen glücklich vor sich hin".
    Das sind dann auch Phasen, zum Glück eher kurze.


    @ hanna - vielen Dank für so einen nützlichen Kommentar. Gibt ja auch nur einen einzigen Grund, wieso Familien- und Erwerbsarbeit mal nicht gerecht auf beide Partner aufgeteilt ist - wenn nämlich der Geldverdienende Part nix von seiner Macht abgeben will :stupid: .


    Jensbot: Ich finde übrigens dass es nicht schlimm ist, wenn eine 2,5 jährige durchaus mal hinnehmen muss, wenn nicht trotz ihrer derzeitigen Mama-Vorliebe der Papa die Zähne putzt. Und wenn du gerne mehr Zeit mir ihr verbringen magst, dann sprecht Euch doch ab - vielleicht hat die Mama ja demnächst mal nix dagegen, regelmässig abends zur Bettgeh-Zeit einen schönen Frühlingsabendspaziergang zu machen ;) . IHR seid die Eltern, und ihr dürft auch was bestimmen. Du brauchst gar nicht nur im Hintergrund zu warten, bis Töchterchen von selbst wieder auf die Idee kommt und auf dich zugeht. Du musst dann halt ein paarmal aushalten, dass sie dich spüren lässt, dass du eigentlich im Moment 2. Wahl bist, aber das gibt sich dann auch wieder.
    Ihr müsst euch als Eltern halt dann gegenseitig das auch zutrauen, und Mama darf dann eben nicht die ganze Zeit an der Tür stehen und bereit sein, doch wieder einzuspringen.


    lg martita