Beiträge von asreileeth

    Bei Latein geht es in den ersten Lektionen (Campus A) um Herren, Sklaven, Landgüter, später dann um Rom, Märkte, Götter, Pompeji uswusf.

    Die Werte sind da imho eigentlich nicht anders als in Geschichte oder in englisch (wenn man den amerikanischen Bürgerkrieg betrachtet) oder in französisch (französische Revolution) oder in Religion (da hat J. zumindest in ev. Religion die Weltbilder so ziemlich aller größeren Religionen durch genommen).


    Zu vorhin - diese Vokabelliste muss man erstmal auswendig können. Mitsamt der Grammatik dazu. Es ist schlicht ziemlich viel ziemlich trockener Lernstoff, den man als Schulkind erstmal nirgendwo anwenden kann.


    Imho gibt es schlicht keine richtige Entscheidung. Das hängt von so vielen Faktoren ab, der eine Lehrer ist top, der andere nicht, in der einen Klasse fühlt man sich wohl, in der anderen nicht, die Interessen verändern sich, man entdeckt eine tolle französische Band oder die Vorliebe für antike Ausgrabungen und spätestens in der Pubertät lassen sich viele Kinder eh nix mehr sagen. Da sind Faktoren wie "ich mag die Aussprache und kann das" oder "ich kann dann mit der Freundin zusammen lernen" oder eben "ich find Römer cool" ausschlaggebend und das ist okay so.

    Und schlußendlich gab es bei J. zwei Kinder, die mitten im ersten Jahr der zweiten Fremdsprache gewechselt haben. Ging auch, war in dem Fall auch nicht mit einem Klassenwechsel verbunden, da Kurse.

    Aury - Informatikunterricht der 5. Klasse hat mit richtigem Programmieren in etwa so viel gemeinsam wie Übungsblätter der 5. Klasse mit Lateinunterricht in der 9.-10. Klasse. Das sind absolute Grundlagen mit paar einfachen Befehlen, später hast Du komplexe Klassen und Bibliotheken und einerseits durchaus viel Spielraum, was Du wie programmierst (teils bis zur Wahl der Sprache bei ganz neuen Projekten), andererseits sind die Strukturen klar (wobei man selbst sowas simples wie i++ unterschiedlich formulieren kann, wenn man will, aber das Endergebnis ist gleich).

    In der 9. sitzt man dann da mit einem Text über eine Seite, hat den Großteil der Vokabeln schon durch und muss durch die Zeitbestimmung und grad in der Klausur dann jeweils die passende Übersetzung finden (von denen je nach Vokabel 3-6 vorhandenen). Ab der 10. darf man dann wohl endlich ein Wörterbuch benutzen.

    Wenn ich eine x-beliebige Seite im Lateinbuch aufschlage, dann lande ich z.B. bei finis - Ende, Grenze, Ziel, Zweck oder auch Plural von Gebiet.

    Oder fides - Glaube, Treue, Vertrauen, Zuverlässigkeit.

    Oder salus - Gesundheit, Rettung, Gruß und Glück.

    Die Texte sind gerade am Anfang imho unglaublich künstlich und hölzern, weil die Grammatik und das Vokabular noch fehlen. Später wird es besser, aber bis dahin muss man erstmal kommen und die Vokabeln lernen.

    Das ist irgendwie nix, was ich nem Kind, das nicht von sich aus sehr dran interessiert ist, im Namen der humanistischen Bildung vorschlagen würde.

    Aury , wenn es um die Fremdwörter, Bildung usw. Geht.

    Erstens sind die Zeiten schon ganz anders als vor 30-50 Jahren. Da hatten sehr viele Latein, bei j. Sind es nur gut 20% der Jahrgangsstufe. Der Rest kann es eben nicht.

    Zweitens kann man heutzutage alles in sekundenschnelle nachschlagen.

    Drittens komm ich aus Osteuropa, hatte nie Latein, kenn aber so einige gängige Sprichwörter und hab vermutlich einen viel größeren passiven Wortschatz als viele deutsche Muttersprachler - weil ich unglaublich gerne lese. Alles, was mir in die Finger kommt. Da hat man die Bedeutung der einzelnen Ausdrücke nach und nach auch drauf. Sprachen beeinflussen sich gegenseitig. Ich entdecke im russischen französisch, in französisch Latein, im Englischen von allem bisschen was. Und je mehr Sprachen man kann, desto eher kann man imho Verknüpfungen erstellen (ich vermute, mein Mann, der englisch, französisch, italienisch und Latein kann, würde innerhalb kurzer Zeit auch spanisch können, wenn er wollte/müsste). Mit welchen Sprachen man dabei anfängt, ist imho egal. Wenn sie zum lerntyp besser passt, sind aber die Chancen höher, dass man gut klar kommt. Deswegen kommt j. Mit Englisch gut klar, sie lernt null, guckt aber ausschließlich englische Serien und mit Latein so gar nicht, Vokabeln lernen liegt ihr nicht.

    Programmieren und Latein sind übrigens imho nicht wirklich ähnlich. Programmieren ist kreativ. In Latein arbeitet man mit vorhandenem Material. Man kann es vielleicht mitm debuggen von fremdem Code vergleichen, aber auch da ist software simpler konstruiert und es gibt weniger Interpretationsspielraum. Aber das ist jetzt schon arg ot.

    Aury deine Tochter ist doch auch noch klein, ihr Berufsweg wird doch jetzt noch nicht in Stein gemeißelt! Ich war immer schlecht in Chemie, hatte kein Interesse daran, null. Habe aber jetzt einen Beruf in dem Chemie eine Rolle spielt und musste es auch lernen. Ich hatte gegenüber denen, die Chemie auf dem Gymnasium hatten, keinen Nachteil. Viel wurde von denen wieder vergessen und musste neu gelernt werden.

    Oh ja, Chemie-LK #lol. Ich weiß heut so gut wie nix mehr. Wenn J. zum Lernstoff der 9. Klasse mal ne Frage hat, muss ich selbst erstmal das Buch durchblättern und googeln #angst

    In Mathe ist es etwas besser, aber bisschen drüberlesen, was sie wie genau rechnen, muss ich trotzdem.


    Talpa , wir führen hier im Moment ziemlich viele Diskussionen zum Thema "warum wird in der Schule dies und jenes unterrichtet, wozu braucht man ne zweite und dritte Fremdsprache, warum lernt man in Mathe Kurvendiskussionen usw". Und einerseits kann ich das Kind durchaus gut verstehen, denn das meiste hab ich später tatsächlich nie wieder gebraucht, andererseits verweise ich auf die Lernpläne (die ich teils auch nicht so toll finde) und die Tatsache, dass man schlicht irgendetwas in der Schule lernen muss, wenn man nicht mit 15 eine Ausbildung anfangen will, irgendwie müssen ja weitere 4 Jahre Schule mit Lernstoff gefüllt werden und dass es für das Gehirn im Grunde egal ist, ob man jetzt Mathe oder Latein oder sonst was lernt, Hauptsache, man benutzt es überhaupt. Überzeugt Kind bisher nicht so recht.

    Mein Argument, dass niemand sie dazu zwingt, Abi zu machen und sie sich gern überlegen kann, was sie nach der 10. Klasse stattdessen lernen möchte, wird von J. allerdings auch mit einem genervten Augenrollen quittiert, gepaart mit der Feststellung, dass sie auf 8 Stunden Arbeitsalltag ganz sicher ebenfalls keine Lust hat.

    Und ich verstehe es nicht. Als wir nach Deutschland gezogen sind, war ich ziemlich genau so alt wie J. jetzt. Mein einziges Ziel im ersten Jahr war es, aufs Gym zu kommen. Dafür hab ich ein Jahr Internat ertragen, Aufnahmeprüfungen, überhaupt keine Sommerferien, stattdessen Intensivkurs, noch mehr Prüfungen und dann hab ich´s endlich geschafft. Ich war so froh, diese Chance zu haben, am liebsten würd ich dem Kind tagtäglich ne Predigt darüber halten, wie gut die Kids von heute es haben und dass sie gefälligst lernen sollen und für ihr zukünftiges Leben arbeiten und nicht die Zeit verdaddeln (ihr wisst schon, ne Predigt der Sorte "wir mussten damals 20km zur Fuss zur Schule laufen, auch bei Schnee und ohne Stiefel und haben dabei die Vokabeln rückwärts aufgesagt").

    In 98% der Fälle verkneif ich es mir, bringt eh nix. Aber so ein bisschen kann ich die Eltern verstehen, die es sich nicht verkneifen können und das Kind somit doch zu irgendetwas pushen - da steckt imho sehr viel "mein Kind soll es einmal gut/besser als ich haben und deswegen braucht es Latein/Geigenunterricht/Nachhilfe in 3 Fächern/ein passendes Studium/hier ein Ziel einsetzen". Weil man fürs Kind die besten Voraussetzungen will und dabei anderes aus dem Blick verliert...

    Laut j. (die ja Latein gewählt hat und sich damit rumquält, selbst aber sagt, französisch oder spanisch wären auch nicht besser) - das mündliche spielt nicht so die Rolle, Aussprache ist egal, man muss bei uns zumindest zu 95% nur in eine Richtung übersetzen.

    In ihren Augen handfeste Argumente pro Latein, weil s. O., alles andere wäre noch schlimmer. Sie findet sämtliche Fremdsprachen ausser ihrem geliebten Englisch total unnötig.

    J hat Latein gewählt, obwohl mein Mann, der sowohl Latein als auch französisch als auch italienisch hatte, ihr davon abgeraten hat. Weil sie fand, das ist das geringste Übel von allen (französisch, spanisch und eben Latein), weil man wenigstens so spricht wies geschrieben wird.

    In Englisch ist sie gut, da lernt sie aber kaum, sie guckt nur fast ausschließlich englische Serien und Videos.

    In Latein hat sie ne schwache 4 bis 5, da sie nicht bereit ist, so viel zu lernen, wie dafür nötig wäre. Dabei liebt sie die Lehrerin, ansonsten wäre es noch schlimmer. Latein ist imho ein Fach für Kinder, die gerne auswendig lernen, sonst eher nicht.

    Daroan - ja und nochmal ja.

    Wären die Alternativen brauchbar, würde ich sie definitiv öfter nutzen. Aber die Taktung ist eine Zumutung.

    Und sie müssten preislich eine echte Alternative darstellen.

    Ich fahre mit den kids gern mit dem Zug zu meinen Eltern, das sind 500km, es gibt hier einen bezahlbaren p&r, die Verbindung ist gut, wir müssen im Normalfall nicht mal umsteigen. Und vor Ort gibt es auch ein Auto, wo wir alle reinpassen - ohne würden wir dort nicht wirklich irgendwohin kommen.

    Aber ich hab neulich 200 Euro bezahlt, für mich und die Kinder, mit BahnCard. Käme noch mein Mann dazu, wären es 300 Euro geworden. Mit dem Auto sind wir dann wesentlich günstiger, da es eh da ist und angeschrieben wird, egal ob genutzt oder nicht. Und lange im voraus buchen ist meist nicht möglich.

    Kurz zum ADAC - Rechner.

    Der ist so ein bisschen irreführend.

    So gut wie niemand kauft einen PKW zum uvp. Rabatte, tageszulassungen, jahreswagen reduzieren die Abschreibung zu Beginn schon um einiges. Und wenn man das Auto länger behält als die angepeilten 4 Jahre (sind es zumindest früher in der ADAC Berechnung gewesen), dann sinken die Abschreibungskosten nochmal um einiges. Reparaturen steigen zwar an, aber die sind eher km-abhängig...

    Wir rechnen das ganze vorm Kauf nämlich gründlich durch und im Normalfall kommen wir (trotz hoher fahrleistung) doch günstiger weg als 500 Euro pro Monat. Mit allem.


    So, ot wieder zu Ende.

    Gwynifer , ich hab in Bayern ähnlich gewohnt und find es echt traurig, dass es 25 Jahre später immer noch so mies ist...

    Besonders toll war die Tatsache, dass meine 16jährige Schwester eine Ausbildung in der Stadt angefangen hat, 25km weg. Der Zug fuhr dann zwar in die nächste Kleinstadt, aber die 12km von dort zu uns aufs Dorf musste man zu fuss gehen, mitm Rad fahren (kein radweg, Wald, kurven) oder sich von irgendjemandem abholen lassen, der letzte (von 5 pro Tag) Bus fuhr um 17 Uhr, am Wochenende gar nicht. Zimmer in der Stadt war mit dem lehrlingsgehalt unbezahlbar. Umziehen utopisch, wir haben die Wohnung damals eh nur über Beziehungen bekommen.

    Wenn ich also sehe, dass es 25 Jahre später immer noch so ist - hab mal den Fahrplan gesucht - dann könnte ich kotzen. Und dann wundert man sich über 3 Autos vor der Tür...

    Für mich hört es sich auch falsch bzw. umgangssprachlich an. Grammatisch kann ich es nicht erklären, aber "abgeholt sein" ist in meinen Augen keine Eigenschaft, die einer Person dauerhaft anhaftet (wie "Paulchen ist krank"), sondern es geht doch darum, dass Paulchen schon abgeholt worden ist, daher würde ich das auch sagen - "Paulchen wurde schon abgeholt".

    Als Nichtmuttersprachlerin seh ich das auch so. Geschieden sein ist ein Dauerzustand. Abgeholt werden ein Vorgang, der nur kurz andauert, da muss also ein "wurde" hin...

    Umgangssprachlich im Rahmen einer Betreuung würde es mich allerdings gar nicht stören, da kommt noch ganz anderes (bei hessischem "das ist mir" schüttelt es mich immer innerlich #angst)...

    Manche Nordseeinseln sind autofrei.

    Ich fand auch Campingplätze grundsätzlich sehr entspannt, aber da fahren schon Leute rum...

    Google findet eine Liste der autofreien Orte bei Wiki, evtl. Da mal drauf gucken? In der Schweiz scheint es einiges zu geben...

    Edit: wir waren in südtirol auf einer Alm, die zumindest autofrei aufm Schild hatte. Evtl. Komm ich drauf, wie die hieß. Almen generell könnten gehen...

    Wir haben die Behandlung durch und die Rechnungen an die kk weitergeleitet.

    Unsere privaten Zuzahlungen, die nicht rückerstattet, sind ca 800 Euro für kleine brackets, versiegelung hier und dort, retainer oben und unten (wobei da evtl. Die kk doch was zuzahlt, we will see).

    Ist imho sehr okay.

    Leider hat s. Den gleichen Befund, 2 fehlende Backenzähne im oberkiefer. Viel früher entdeckt, da schon vorgewarnt, jetzt wurden die Milchzähne schon gezogen (bei j. Haben wir das viel später gemacht), damit die restlichen Zähne in Ruhe raus können und dann gucken wir mal. Im Moment sieht alles extrem Kreuz und quer aus, aber das kann noch werden...

    hanna , ich hätte liebend gerne paar Ärzte, auf die ich mich verlassen kann.

    Leider sind wir zu oft umgezogen (unser alter kia war gut, beim neuen bin ich froh, dass die Kinder selten was akutes haben, mit j. Geh ich gar nicht mehr hin, aber es gibt weit und breit keinen anderen, der Patienten aufnimmt ) oder die Ärzte haben die Praxis gewechselt (eine Zahnärztin, mit der ich wirklich super zufrieden war, war nur angestellt und ist wieder weg) oder sind in Rente gegangen und blöderweise kann man als Patient ja nicht so lange Praxen durchtesten, bis man jemanden hat, dem man vertraut.

    Bei einer Autowerkstatt ist das viel einfacher. Und da geht es maximal um mehr oder weniger Kosten und nicht um die eigene Gesundheit...

    Und mein kopfschmerzkind hat ungefähr 90% weniger Kopfschmerzen, seit es eine Brille hat. Rest lässt sich auf paar trigger zurück führen, die ich von mir auch kenne (zu wenig getrunken, überfüllte, laute Räume mit zu vielen Menschen, sowas eben).

    Aber ihr Gesamtpaket wird seit Jahren als psychosomatisch abgetan (und sie ist in Therapie, so ist es nicht), ohne dass da überhaupt irgendwas untersucht wurde...

    Man kann eben doch dies und jenes gleichzeitig haben, also brillenbedarf und vielleicht Schilddrüsenprobleme und vielleicht noch depressionen obendrauf. Da ist es imho nicht richtig, nur die eine Sache zu behandeln... Wird aber sehr sehr oft getan.

    tulan - mein Handy will nicht nur ein teilzitat nehmen, ich beziehe mich auf deinen Satz mit dem "das Problem ist:".

    Jein.

    Mein Problem im Moment ist, dass ich nach jedem test selbst fragen muss und vor der Überweisung zum Psychotherapeuten keinerlei Untersuchungen auf körperliche Ursachen stattfand. Um die Schilddrüsenwerte muss ich jedesmal betteln und s. O., zumindest ist das ganze auffällig. Sollte sich herausstellen, dass körperlich nix vorliegt, kann ich durchaus damit leben, dass doch alles psychosomatisch ist. Aber imho darf man es nicht von vornherein darauf schieben... Passiert aber. Zig Geschichten im Bekanntenkreis gehört.