Beiträge von Adrasteia


    Ich wiederhole mich:

    Nur ist der ÖPNV auf dem Land eben nicht so gut ausgebaut. Das wird m.E. aufgrund immenser Kosten auch nicht passieren.

    Also bleibt nur Individualverkehr.


    Fahrgemeinschaften wären schön, sind aber aufgrund unterschiedlicher Arbeitsorte und Arbeitszeiten völlig unrealistisch.


    Wir haben lange genug in einer Großstadt gelebt, ich weiß um etliche Vorzüge, die das mit sich bringt. Aber ich weiß auch, dass viele Menschen auf relativ engem Raum eben auch problematisch sein können. Verkehr gehört nunmal dazu. Das weiß man, wenn man dorthin zieht


    Und was ich auch weiß, meine Tochter lebt großstädtisch, auch dort ist der ÖPNV nicht immer gut. Am Wochenende hat sie halt Pech.


    Mich stört so unglaublich, dass ständig so getan wird, als hätten alle die gleichen Voraussetzungen wie man selbst. Ist nicht so. Selbst der Nachbar, der zwei Autos hat, wo man selbst nur eines oder ein gemeinsam mit anderen genutztes hat, hat andere Voraussetzungen. Vielleicht ist er ein egoistischer Arsch, vielleicht ist er ehrenamtlich bei der Feuerwehr und muss im Zweifel schnell dorthin. Vielleicht hat er einen Arbeitsweg, bei dem er sonst dreimal umsteigen müsste. Es steht niemandem zu, über andere Leute zu urteilen.



    Und was deine Frage betrifft: sieh Dir z.B. deine Beiträge an oder die von Jono.

    Hier im Forum. Ansonsten guck dir die bigotten Grünen an.


    Und wenn Jono schreibt:

    "naja, deine Autonutzung schränkt ja im Zweifel auch andere ein. Da finde ich es schon gut, zu überlegen, weshalb man es tut, denn ab dem Moment genügt "das macht man halt so" einfach nicht mehr als Rechtfertigung."


    fallen mir eine Menge Sachen ein, die mich einschränken.

    Ausfallende Züge z.B. oder zu spät oder gar nicht kommende Busse, aufgrund der ich dann zu spät zur Arbeit komme (mehrfach inzwischen)

    Raucher, die keinen Abstand halten können

    Leute, die ihren Müll auf die Straße oder in die Landschaft werfen (gern mal deckungsgleich mit "Friday-for-Future"-Demonstranten) - überhaupt Leute, die verschwenderisch mit Verpackungs- und Einwegmaterialien umgehen.



    Das Auto nicht zu nutzen kann übrigens auch sehr einschränkend sein. Letztens war ich bei einem Facharzt, zu dem ich mit ÖPNV kaum in angemessener Zeit hingekommen wäre. In der Großstadt war eine solche Facharztpraxis keine 10 min Fußweg entfernt.



    Ich finde es cool, wenn Kommunen kostenfreien ÖPNV anbieten. Nur sollte man nie vergessen, dass der gar nicht kostenfrei ist. Er wird auch von Leuten finanziert, die ihn nicht nutzen, nicht nutzen können.

    ich verzichte darauf, aufs Land zu ziehen, weil ich dann Pendel müsste.

    Na, dann such mal bezahlbaren Wohnraum für acht Leute. Oder überhaupt Wohnraum....

    Im Moment ist es schwierig, ja. Als hier die große Welle war, dass alle raus zogen in die Neubaugebiete, war es anders. Es geht ja nicht darum, dass alle das gleiche tun. Zur gleichen Zeit. Wenn die Kids älter werden, geht dann ggf wieder mehr, Park and rail etc.

    Es geht doch darum, was jeder einzelne tun kann.


    Wir tun relativ viel von dem, was wir tun können.

    Und doch, es geht darum, dass möglichst alle das Gleiche tun: aufs Auto verzichten.


    Ich lasse mir aber nur ungern von Säufern predigen, dass ich gefälligst Wasser zu trinken habe - während sie Flugmeile um Flugmeile sammeln und andere umweltschädliche Dinge zum Spass betreiben.






    Ja... und es wird auf Verbote und/oder Verteuerung hinauslaufen ...

    Ich verstehe das Problem nicht. Die Luft ist so sauber wie seit Jahrzehnten nicht.

    Die Leute ziehen freiwillig in Großstädte, wollen aber gern große Wohnungen mit viel Grün drumherum. Dann passt es ihnen dort nicht weil: Großstadt. Das heißt nunmal auch viel Verkehr. Und dann - obwohl bewußt in die Großstadt gezogen (wenig Grün und viel Verkehr war vorher schon so) - fängt das Nimby-gejaller an.

    Und weil es ihnen, die sie einen gut ausgebauten ÖPNV haben, nicht in den Sinn kommt, dass der ÖPNV eben nicht die Bedürfnisse aller anderen abdeckt und weil sie als Großstädter etwas Besseres als die dummen Landeier sind, auf die sie heimlich oder ganz offen verachtend herabsehen, können sie ganz locker Verbote und Einschränkungen für die anderen fordern. Sollen die vom Land doch mit ÖPNV fahren.

    Nur ist der ÖPNV auf dem Land eben nicht so gut ausgebaut. Das wird m.E. aufgrund immenser Kosten auch nicht passieren.

    Also bleibt nur Individualverkehr.


    Fahrgemeinschaften wären schön, sind aber aufgrund unterschiedlicher Arbeitsorte und Arbeitszeiten völlig unrealistisch.


    rechtfertigen in dem Sinne, dass ich darlegen will, warum jegliche Einschränkung meiner autonutzung problematisch ist

    naja, deine Autonutzung schränkt ja im Zweifel auch andere ein. Da finde ich es schon gut, zu überlegen, weshalb man es tut, denn ab dem Moment genügt "das macht man halt so" einfach nicht mehr als Rechtfertigung.



    Es gibt jede Menge Dinge, die mich mehr einschränken als Janos' Autonutzung.


    Leute, die mir vorschreiben wollen, wie ich zu leben habe, zum Beispiel.



    Quark, auch wenn es um Großstädte ging, betrifft es auch die Landbewohner.

    Wird z.B. der Individualverkehr in Stuttgart verboten - und es hieß ja: wir werden um Verbote nicht herumkommen - komme ich mit dem ÖPNV nicht zu jedem Zug, der vom Stuttgarter Hauptbahnhof fährt.

    Natürlich sind die Ergebnisse zum Teil auch damit zu erklären, dass die Grünen-Wählerschaft aus überproportional vielen Bessergebildeten und folglich auch Gutverdienern besteht, die sich das Fliegen schlichtweg eher leisten können als andere.

    Und halt vermutlich des Jobs wegen auch öfter fliegen müssen.

    Katharina Schulze, Chefin der bayrischen Grünen, fing sich Anfang dieses Jahres einen veritablen Shitstorm ein. Sie war zu Urlaubszwecken nach Kalifornien geflogen und stellte auch noch einen Einwegeisbecher samt Plastiklöffel auf eines ihrer Social-Media-Profile.

    Auch andere Grüne fielen mit vielen Flugmeilen auf... die eher privater Natur waren.


    Können sie meinethalben alles machen - aber dann will ich auch mit unserem Diesel-PKW nach Stuttgart fahren (bzw. gefahren werden), um dort in einen Fernverkehrszug zu steigen.



    So aber predigen sie Wasser und saufen selbst Schnaps - das ist schon kein Wein mehr.

    Auch wir haben nur ein Auto. Das nutzt mein Mann für seinen Weg zur Arbeit.

    Meinen Arbeitsweg in den nächsten Ort lege ich meist mit Fahrrad zurück oder ich fahre ÖPNV. Mit dem ÖPNV brauche ich mindestens dreimal so lange wie mit dem Fahrrad.

    Kind hat ÖPNV-jahreskarte und fährt mit Bus zur Schule - nix mit Mamataxi.

    Wir fliegen selten - höchstens einmal in drei-vier Jahren. Wir haben keinen Kamin.

    Viele, die uns nun den Individualverkehr verbieten wollen, haben eine schlechtere Umweltbilanz.


    Und nur weil ein paar Leute in der Großstadt mit dem ÖPNV bequem überall hinkommen und ihre fußläufig erreichbaren Geschäfte mit den Dieselfahrzeugen anderer Leute beliefert werden; Medizin, Kultur und Dienstleistungen schnell erreichbar sind, Billigessensdienste ihre Niedriglohnsklaven per Rad losschicken um den Großstädtern ihr hippes Essen zu liefern, so sind das nicht die Lebensbedingungen aller in Deutschland lebenden Menschen. Viele müssen auch in die Städte pendeln weil sie keine bezahlbare Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsortes finden.



    Meiner Meinung nach ist Umweltschutz zwar immer gut; aber selbst wenn wir jegliches CO2-emittieren einstellen würden und auch sonst keine Schadstoffe in die Luft bliesen, würde sich am weltweiten Problem nichts, aber auch gar nichts ändern. Dazu ist Deutschland viel zu klein (im Weltmaßstab).



    Ich bin in der Diktatur des Proletariats aufgewachsen. Eine neue Diktatur brauche ich nicht - auch keine Ökodiktatur. Die ist nur zum Schaden der "kleinen Leute". Großverdiener haben genug Geld für Ausnahmeregelungen.




    Übrigens:

    https://www.welt.de/wirtschaft…wtrid=onsite.onsitesearch


    http://m.spiegel.de/wirtschaft…flugreisen-a-1002376.html

    Ich weiß zu wenig über die französischen Verhältnisse, aber ich las in mehreren Artikeln, dass viele Franzosen mit normalen und kleinen Einkommen kaum noch über die Runden kommen.

    Da kann die angekündigte Erhöhung von was auch immer (aktuell ging es um Ökosteuer auf Diesel und Benzin) tatsächlich an die Existenz gehen.



    Auch in der Zeit gab es einige Artikel über die Gelbwesten.


    Besonders berührt hat mich ein Artikel mit dem Titel: Wer sie beleidigt, beleidigt meinen Vater


    https://www.zeit.de/kultur/201…ssen-gewalt-edouard-louis


    Zitat

    Als ich die ersten Bilder der Gelbwesten sah, empfand ich einen Schock, der schwer zu beschreiben ist. Auf den Fotos zu den vielen Artikeln sah man Körper, die im medialen und öffentlichen Raum fast immer unsichtbar bleiben. Leidende Körper. Körper, die von der Müdigkeit und der Arbeit, vom Hunger, von der andauernden Demütigung durch die Herrschenden verwüstet sind, die gezeichnet sind von räumlicher und sozialer Ausgrenzung. Ich blickte in ausgemergelte Gesichter, sah gebeugte, gebrochene Menschen, schaute auf erschöpfte Hände.

    Warum gehen mir diese Bilder so nah? Sicher, ich verabscheue die Gewalt der sozialen Welt, ihre Ungleichheit. Doch das ist nicht der einzige Grund. Die Körper der Menschen, die man auf diesen Fotos sieht, ähneln demjenigen meines Vaters, meines Bruders, meiner Tante. Sie ähneln den Körpern meiner Familie und der Menschen aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Von diesen Menschen, deren Gesundheit von Elend und Armut ruiniert ist, hörte ich immer wieder, meine ganze Kindheit lang: "Auf uns zählt niemand. Von uns spricht niemand." Deshalb fühle ich mich persönlich getroffen von der Verachtung und der Gewalt, mit der die bürgerlichen Klassen dieser Bewegung sofort begegnet sind. In mir, für mich, war es so: Jeder, der eine Gelbweste beleidigte, beleidigte meinen Vater.



    Zitat

    Sofort nachdem sie sich gebildet hatte, wurde die Bewegung der Gelbwesten von Experten und Analysten kleiner gemacht und abgestempelt. Die Revolte, für die sie stehen, wurde belächelt. In den sozialen Medien war von Barbaren die Rede, von Spinnern, Brutalos, Pack. Die Medien sprachen vom "Grummeln" der Gelbwesten. Die populäre Klasse begehrt nicht auf. Sie "grummelt". Als bestünde sie aus Tieren. Wenn Schaufenster zerschlagen, Autos angezündet oder Statuen beschädigt wurden, sprach man von der "Gewalt dieser Bewegung".



    Diese Unterscheidungsweise von Gewalt sind wir gewohnt. Ein großer Teil der medialen und politischen Sphäre will uns glauben machen: Gewalt ist, wenn Autos brennen. Wenn eine Politik das Leben Tausender Menschen zerstört und verelendet, gilt das nicht als Gewalt. Wer das Beschmieren von Denkmälern für etwas Schlimmeres hält als die Unmöglichkeit, sich selbst und die eigene Familie zu ernähren, in Gesundheit zu leben oder einfach nur zu überleben, der muss wirklich überhaupt keine Ahnung davon haben, was soziales Elend ist.

    Es geht um eine diagnostizierte Hüftarthrose, die seitens des bisherigen Orthopäden mit: "in ein paar Jahren braucht's ein künstliches Hüftgelenk" ein paar mal Physio abgespeist wurde.

    Die betreffende Person hat also bis zum künstlichen Hüftgelenk weiterhin Schmerzen.


    Da muss doch noch ein wenig mehr drin sein.


    Weiß jemand hier eine gute Orthopädiepraxis in Stuttgart/Ludwigsburg/Bietigheim, die dieses "ein wenig mehr" zu bieten hat?

    Selbstverständlich sollten Straftäter strafrechtlich verfolgt werden und nicht als Intensivtäter frei rumlaufen...egal ob Deutsche, Schweden oder Flüchtlinge. Im Einzelfall kann auch eine etwaige Abschiebung geprüft werden.


    Nur zur Info, wenn man das möchte muss man nicht AfD wählen.



    Zu oft waren es mehrfach verurteilte Straftäter - leider.

    Ich weiß noch, daß mir bei dieser Forderung mächtig Gegenwind ins Gesicht blies ... naja, es war wohl eher ein Sturm.


    Diese Forderung sei rechts, AfD-Sprech, rassistisch und was weiß ich noch alles.

    Man könnte diese Menschen doch nicht zurückschicken wo ihnen doch Lebensgefahr drohen würde. ...


    Kiwi, Du wanderst doch nicht etwa nach rechts ...?

    Und doch Adrasteia , ich finde den Umgangston weitgehend sehr sachlich und angenehm. Und ich lasse mir von dir da auch nichts anderes einreden.




    Ich rede Dir gar nichts ein, will ich auch gar nicht.

    Ich schreibe, dass meine Wahrnehmung da teilweise eine andere ist.


    Also für mich besteht da durchaus ein Unterschied.

    Shevek, ich weiß nicht, ob ich Dir danken soll. Du bestätigst meine Wahrnehmung, dass die Aussage


    Zitat

    Ich finde, wir haben hier alle einen wirklich vernünftigen Umgangston ...


    eben doch nicht immer zutreffend ist.



    Das Zitat mit den Einheimischen, denen das eigene Land nicht fremd werden soll und darf, stammt von einem ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages.


    Kannst ihm gerne schreiben, dass er Märchen erzählt.





    Allerdings... da war noch was. Wolfgang Thierse hatte schon Probleme mit nach Berlin zugezogenen Schwaben...




    Würde der Mann so über Migranten gesprochen haben, wäre er als Rassist gebrandmarkt worden.


    AfD-Wähler wollen vermutlich etwas ganz ähnliches.

    Sie wünschen sich, dass die Schwaben -äh Migranten- begreifen, dass sie jetzt in Deutschland sind.


    Da sagen die: In Deutschland gelten unsere Gesetze und keine archaischen Ehrvorstellungen, daran könnten sich selbst Schwaben -äh Flüchtende- gewöhnen."


    Unter Artenschutz wollen vermutlich die wenigsten gestellt werden.

    Ich gehe nicht zu solchen Demos - aber ich lese unterschiedlich ausgerichtete Zeitungen

    (Zeit, Tagesspiegel, Welt - manchmal FAZ und selten Focus) und finde die Leserzuschriften mittlerweile interessanter als die Artikel.


    Man kann Massenmigration von vielen Menschen mit ungeklärter Herkunft auch ablehnen ohne Ausländerfeind oder gar Rassist zu sein.

    Menschen, die hier Schutz suchen und finden, verwirken diesen Schutz, wenn sie selbst gewalttätig werden.


    Natürlich haben Menschen Sorgen und Ängste, wenn sie immer wieder von gewalttätigen Zusammenstößen, An- und Übergriffen lesen. Die Kriminalitätsstatistik bietet keinen wirklichen Anlass zur Beruhigung.


    Warum werden die Ängste und Sorgen dieser Menschen als rechts verunglimpft (und damit als Begründung für verweigerten Diskurs hergenommen) bzw. warum sind z.B. Trins Ängste um ihre Kinder ernster zu nehmen als Ängste dieser Menschen?


    Ich kann beide Seiten verstehen.

    Ich weiß, was echte Rechtsradikale anrichten können.

    Und - ob ich will oder nicht - ich lese leider mehrfach wöchentlich von unschönen Vorfällen, in die Schutzsuchende aktiv verwickelt sind.


    Es auch im Interesse aller integrationswilligen und bereits gut integrierten Migranten, wenn diese Straftäter mit aller Härte des Rechtsstaates behandelt und ausgewiesen werden.

    Wie kann es sein, dass Intensivtäter nach etlichen Straftaten immer noch frei herumlaufen und weitere Straftaten verüben können? Hier versagt der Staat. Und das ist beste Wahlwerbung für die AfD.

    Nach Chemnitz ist sie wieder in den Umfragen gestiegen.

    Nur weiter so! Die AfD reibt sich die Hände.

    Oh, und buechertrine , wie wäre es damit, sachlich zu bleiben und nicht beleidigend zu werden.


    Ich finde, wir haben hier alle einen wirklich vernünftigen Umgangston und ich fände es sehr schade, wenn das jetzt durch deinen beleidigenden Rundumschlag anders werden würde.



    Selbstwahrnehmung muss nicht immer mit Fremdwahrnehmung übereinstimmen.

    Ich finde das nämlich nicht immer.



    Zitat

    Wir schreiben aus der Altbauwohnung mit Stuckdecke über die im Plattenbau mit Graffiti – oft herablassend und belehrend, zuweilen mitleidslos. Die sollen sich mit den Migranten doch endlich vertragen. Geografie und Gesinnung sind dabei korrelierende Größen. Unsere Zuneigung zu den Flüchtlingen steigt mit der Entfernung zu Wohncontainer und Hauptbahnhof.

    Wir machen Menschen zu Ausgestoßenen im eigenen Land

    Wir machen die Menschen am unteren Ende der Einkommensskala, die mit den Neuankömmlingen um Wohnung, Job und kulturelle Hoheit ringen, zu Ausgestoßenen im eigenen Land. Es bedurfte des Einspruchs von Wolfgang Thierse gestern Abend bei Anne Will, um eine Selbstverständlichkeit wieder ins Zentrum der Debatte zu rücken: „Den Einheimischen soll und darf das eigene Land nicht fremd werden.“


    Quelle https://m.focus.de/politik/exp…stossenen_id_9520638.html





    Xenia, ich danke dir für diese ausführliche Antwort.

    Etliches sehe ich sehr ähnlich.

    Ja, man muss das AfD-Programm sehr sehr kritisch sehen. Und jetzt kommt das große ABER: die AfD war in den letzten Jahren und Jahrzehnten nirgendwo in Regierungsverantwortung. Den aktuellen Ist-Zustand kann man ihr m.E. daher schlecht vorwerfen. Man kann und muss anmerken, dass sie auch keine gangbaren Lösungen anbietet.

    Würden jedoch die anderen Parteien ihren Job nicht so schlecht machen, dann bekäme die AfD keinen Fuß auf den Boden.

    Aber genau das ist eben nur allzu oft nicht der Fall gewesen.


    Zusätzlich zu deinen Beispielen - wie kann es z.B. sein, dass in der Altenpflege zweistellige Renditen erwartet werden, während die Pflegenden (und die Gepflegten) unter miesesten Bedingungen leiden, die Arbeitsbedingungen schlecht und die Bezahlung noch schlechter ist?

    Wie kann es sein, dass bundesweit über Lehrermangel geklagt wird aber Jahr für Jahr Lehrer nur befristet eingestellt werden, die zum Sommer arbeitslos werden unddann nicht wissen, wie es weitergeht?



    Viel zu oft, wenn seitens der Regierenden irgendetwas reformiert wurde, war es hinterher nicht besser sondern im besten Fall verschlimmbessert. Gucken wir uns doch die aktuelle Diskussion um die Rente an. Der "Pillenknick" war in den Sechzigern - man hätte also viele Jahre Zeit gehabt, das Rentensystem nachhaltig umzubauen.


    .....


    Ach, es gibt sooooo viele Beispiele.


    Die wenigsten kann man wohl der AfD anlasten.



    .....




    Trin, Du schriebst sehr emotional, dass Du Angst um deine Kinder hast.

    Ich kann das nachvollziehen.

    Trotzdem habe ich eine Frage an dich: Würde es dir jetzt in irgendeiner Form helfen, wenn man dir mit der Statistik käme? Laut der ist die Gewaltkriminalität doch zurückgegangen....



    Elfchen, hat man bei der Statistik noch weiter aufgedröselt?

    Soweit ich weiß, sind da oft auch so Delikte eingerechnet wie Hakenkreuzschmierereien. Ekelhaft das - aber "ACAB" und "Deuschland verrecke" halte ich für ebenso verfassungsfeindlich.

    Weil Gerichte das anders sehen, sind sie nicht strafbar und werden nicht zur politisch motivierten Kriminalität hinzurechnet.

    Weiß ich - finde das aber nicht richtig.


    Mich würde interessieren, wie es mit Gewaltdelikten aussieht. Aus mir erinnerlichen Statistiken waren Rechtsradikale und Linksradikale da relativ ähnlich vertreten.

    Spannend finde ich insbesondere, welche Teile des Artikels du weggelassen hast bei deinem recht umfangreichen Zitat.

    Interessant, nicht wahr?

    Könnte es sein.

    Die Antwort ist sehr viel einfacher als man tiefenpsychologisch hineininterpretieren könnte.

    Ich hatte erst weit weniger zitiert und dann noch einmal bearbeitet.

    Beim Bearbeiten hat man nun nicht mehr so viel Zeit als hätte man es gleich richtig gemacht.


    ....


    Krebbel, die Sache mit dem miteinander reden ist sehr schwierig, sie wird immer schwieriger, je mehr man dem Gegenüber irgendwelche Sachen aus der Vergangenheit vorwirft.

    Und so einfach, wie Du es Dir mit deiner Aussage: "Jeder, der einfach nur sozial eingestellt ist, wird zum "grünversifften Gutmenschen" abgestempelt." machst, ist es nämich auch nicht. Ein Mensch kann noch so sozial eingestellt sein, sobald dieser soziale Mensch Probleme mit der aktuellen Flüchtlingspolitik sieht, wird er aus den Reihen der Guten ausgeschlossen.




    Sollte man nicht einfach mal gemeinsam gucken: was läuft gut, was läuft schlecht in diesem Land bzw. Staat? Dann der anderen Seite nicht absprechen, was sie schlecht findet sondern alles Zusammengetragene nacheinander besprechen und Lösungen finden, mit denen beide Seiten leben können.



    Es gibt Menschen, die finden rechte Demonstrationen furchtbar und beängstigend.


    Es gibt Menschen, die finden linke Demonstrationen furchtbar und beängstigend.


    Es gibt Menschen, die finden Demonstrationen von ausländischem Mitbürgern gegen Juden furchtbar und beängstigend.



    Es gibt Menschen, die finden alle diese Demonstrationen furchtbar und beängstigend.

    Je gewalttätiger und aggressiver umso beängstigender.



    Die Lösung kann doch nicht sein, zu sagen: "die machen das aber auch".

    Das bringt nichts, allenfalls weitere Spaltung.


    Wäre die richtige Antwort nicht ein starker Rechtsstaat, der gegen Extremisten jeglicher Couleur auftritt? Das rechtsstaatliche Instrumentarium ist doch da.

    Oder ist diese Forderung schon "nazi"?


    Zustimmung.


    Und jetzt noch eine Frage:

    Wer ist man?

    Sowas meine ich mit Zuhören:


    https://www.emma.de/artikel/fr…nd-nesrin-chemnitz-336085



    Welche Antwort - außer Relativierungen und Nazikeulen - hat unsere demokratische Gesellschaft darauf?

    Mit der rechts-links-Einordnung ist das so eine Sache.

    Links wird gern als Synonym verwandt für gut sein, sozial denken, tolerant sein, weltoffen sein .... alles nur gute tolle Sachen aber jedenfalls nicht mit Radikalität.


    Rechts wird als Synonym verwendet für rechtsradikal/Nazi sein.

    Menschen, die man als rechts einordnet - und das nur, weil sie nicht links sind, wird dementsprechend abgesprochen, dass sie gut sind, sozial denken, tolerant sind, weltoffen.... Nein, sie werden als Rassisten und Nazis abgestempelt.

    Und mit Rassisten und Nazis diskutiert man nicht.


    So läuft das.

    Und darum möchte niemand - außer echten Nazis vielleicht, die sind nämlich stolz darauf - als rechts (=rechtsradikal) bezeichnet werden.


    Die Sache hat noch ein-zwei Haken.

    Erstens ist es eine unglaubliche Verharmlosung der Nazizeit, politisch nicht linke, schlicht konservative Menschen als Nazis zu bezeichnen.

    Zweitens sieht man vor lauter "Nazis" dann die echten Faschisten nicht mehr.

    Drittens verliert man diese Menschen, deren Ängste und Sorgen als Übertreibung und rechtsradikales Gedankengut bezeichnet wen.


    Wer harmlose, konservative Leute blau anmalt, darf sich nicht wundern, wenn sie sich immer blauer verhalten. Und darum kommen diese Menschen zu keinen Gesprächsangeboten mehr. Sie haben Ängste und Sorgen, teilweise durchaus berechtigt, und man will ihnen ihre Ängste, Sorgen und Wahrnehmungen absprechen und ihnen die Welt erklären und malt sie nebenbei noch blau an.


    Ängste vor Nazis sind im Gegenzug natürlich immer real und haben immer ihre Berechtigung?


    https://www.zeit.de/politik/de…e-ueberfall-vorgetaeuscht


    http://www.sueddeutsche.de/pan…lbst-geritzt-1.556362!amp


    https://www.mittelbayerische.d…unden-21102-art17414.html


    ...




    Jemand, der hilfsbedürftigen Menschen gern helfen möchte - ja, auch Flüchtlingen - dennoch nicht hundertprozentig einverstanden ist, wie das gerade läuft .... wo wird der einsortiert?


    Wer eh schon als "rechtes Pack" abgestempelt ist, dann kann er/sie sich auch so verhalten.

    Und so wird die Gesellschaft gespalten.

    Es scheint nur noch die beiden Pole zu geben. Entweder alle rein - oder alle raus.


    Differenzieren ist nicht mehr.






    Zitat

    Oh, und letztlich gibt's diese rechnerische Überlegung bei Akademiker- und bildungsfernen Familien auch immer wieder, denn erste vermehrern sich nunmal eher zögerlich. ;) Trotzdem verdummen wir nicht alle und die Akademiker sind auch noch nicht ausgestorben.



    "Wir" verdummen vielleicht nicht. "Unsere" Kinder leider schon.

    Gestern las ich, dass jeder 5. Zehnjährige nicht richtig lesen kann. Jeder 5

    Fünfte! Das ist ein unglaubliches Versagen unseres Bildungssystems.

    Deswegen engagiert sich die Kinderbuchautorin Kirsten Boie und hat eine Petition gestartet: "Jedes Kind muss lesen lernen"


    https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=425546



    Die Zeit titelte:

    Zitat

    Leistungen der Schüler gehen bundesweit zurück

    Schlechtere Kenntnisse in Deutsch und Mathe, mehr Schulabbrecher, Nachholbedarf bei der Digitalisierung: Die Qualität der Bildung in Deutschland hat sich verschlechtert.

    https://www.zeit.de/gesellscha…-schueler-leistungen-insm




    Zitat

    Warum leisten wir uns so viele meines Erachtens überflüssige Ausgaben, aber leisten es uns als Staat/Gesellschaft nicht, alle unsere BürgerInnen in sicheren, stabilen, menschenwürdigen Verhältnissen leben zu lassen?




    Gute Frage.


    Darf ich dir meine noch Kita-gruppe (bald ist Einschulung) kurz vorstellen? Ländliches BaWü. 24 Kinder, davon haben 18 einen Migrationshintergrund, von 8 Kindern weiß ich sicher, dass sie muslimisch sind (bei einem 9. vermute ich es, das Kind darf kein Schweinefleisch essen) Die meisten muslimischen Familien meiner Gruppe leben säkular.

    Ich behaupte jetzt mal, dass die Kinder mich lieben (umgekehrt ist es auch so) und ihre Eltern mich absolut wertschätzen (umgekehrt ist es auch so).


    Das ist aber eine traumhafte Situation.

    Ich weiß, dass das nicht überall so ist und ich hätte schon gern, dass das so bleibt.

    Da ich durchaus fähig bin, wahrzunehmen, dass es anderswo eben nicht so ist - mit leichtem Gruseln lese ich regelmäßig im Tagesspiegel über das dortige Bildungssystem und bin gottfroh, dass mein Sohn in BaWü in der Schule ist und wir uns nicht darum kümmern mussten, dem Jungen eine Brennpunktschule zu ersparen.



    Eine meiner Lieblingskolleginnen ist Muslima.

    Sie lebt auch eher säkular, trägt aber außerhalb der Arbeit das Kopftuch.

    Seit der Flüchtlingskrise wird sie viel mißtrauischer beäugt als das jemals zuvor der Fall war. - und deswegen schrieb ich schon vor langer Zeit, dass es zuallererst die friedlichen und gut integrierten Menschen mit Migrationshintergrund ausbaden werden müssen, wenn man mit Gewalt- und anderen Straftätern, die hierher geflüchtet sind, nicht konsequent umgeht. Zumindest einer der Täter von Chemnitz hätte längst abgeschoben sein können.







    Ich nehme mal ganz frech an, dass Zuwanderer, die hier integriert sind, Arbeit und Freunde haben, tatsächlich weniger kriminell sind. Das gleiche nehme ich auch ganz frech mal für ausländische Studenten an.

    Kann sein, dass ich falsch liege.


    Kann sein, dass nicht...

    https://m.tagesspiegel.de/poli…nell-werden/20810274.html



    Zitat

    Dass die Kriminalität aber klar überproportional zum Anstieg der Flüchtlingszahlen gestiegen ist, führen die Forscher darauf zurück, dass besonders viele junge Männer nach Deutschland gekommen sind. 14- bis 30-Jährige fielen unabhängig von ihrer Herkunft stets durch besonders viele Gewalt- und Sexualstraftaten auf, schreiben sie. Die Wissenschaftler sagen aber auch, dass die kulturelle und religiöse Prägung durchaus Einfluss auf die Gewaltbereitschaft eines Menschen hat. Wer in einer Machokultur groß wird neigt demnach eher zu Gewalt.

    Welche Flüchtlinge werden kriminell und warum?

    Laut Studie fallen vor allem junge Männer durch Gewalt auf, die keine Aussicht auf eine Anerkennung als Flüchtling oder einen Asylstatus haben. Das betrifft besonders Marokkaner, Algerier und Tunesier. Sie stellten 2016 nur 0,9 Prozent der in Niedersachsen registrierten Flüchtlinge, aber 17,1 Prozent der Tatverdächtigen.






    Danke Frau Dechse.


    Bei dem Satz mit dem "vergast sie alle" musste ich leider noch an was anderes denken. Mir persönlich sind bisher gsd keine Menschen mit dieser Forderung über den Weg gelaufen. Aber mir fiel ein Zeitungsartikel ein (bzw einer von mehreren):


    https://m.tagesspiegel.de/berl…quds-marsch/22653804.html


    Und wieder: wir haben einen Rechtsstaat. Man sollte Recht und Gesetz einfach mal durchsetzen, egal ob die Täter rechtsradikal, linksradikal, antisemitisch, salafistisch etc. sind.

    Das würde m.E. schon etliche Probleme enorm entschärfen.

    Zitat

    Im gesamten Bundesland Sachsen hatte sich die Zahl der Straftaten durch Migranten im Jahr 2017 erhöht. Insgesamt 19.769 Fälle (ohne ausländerrechtliche Straftaten) wurden erfasst, ein Jahr zuvor waren es 941 weniger. Zum Vergleich: 2013 waren es 5400 Fälle.

    ...

    In Sachsen lebten im Jahr 2017 insgesamt 52.918 Zuwanderer, gegen 9493 wurde strafrechtlich ermittelt.

    Quelle: https://www.welt.de/politik/de…-Das-sind-die-Fakten.html


    9.493 von 52.918, fast ein Fünftel.


    Ich gehe davon aus, dass nicht alle dieser 52.918 Zuwanderer als Flüchtlinge gekommen sind sondern, dass da noch sehr viele normale Arbeitsmigranten, Studenten etc dabei sind. Die müssten da ja noch rausgerechnet werden.



    Hinzu kommen unschöne Dinge, die aus verschiedenen Gründen gar nicht angezeigt werden. Bedrängen, Beschimpfen, vor die Füße spucken ....


    Gleiche Quelle:

    Zitat

    Ab September soll das Chemnitzer Zentrum mit 31 hochauflösenden Kameras videoüberwacht werden. Dies sei aus „der Notwendigkeit heraus“ geboren, hatte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig vor 14 Tagen, also noch vor der Messerattacke, gesagt. Damit wird Chemnitz sein Zentrum so umfassend wie keine andere Stadt in Sachsen überwachen.


    Videoüberwachung aus der Notwendigkeit heraus geboren? So schlimm steht es in Chemnitz?

    Könnte es sein, dass die Menschen schlicht und ergreifend Angst haben, Opfer von Übergriffen zu werden?


    Dass Orte aufgrund erhöhter Kriminalität als "gefährliche Orte" ausgewiesen werden (müssen), das kennen die meisten Menschen im Osten so wohl nicht.

    Und könnte es vielleicht sein, dass sie sich auch nicht daran gewöhnen wollen?


    .....................


    Leserkommentare sind oftmals auch sehr interessant. Ein Leser empfahl:

    "Wenn man den Kriminalitätsatlas von Chemnitz in Bezug auf Wohngebiete mit hohen Ausländeranteil bringt ... da gibt es sehr merkwürdige Überschneidungen. Einfach mal die Veröffentlichungen der Straftaten/-orte in der Stadt (von der Polizei veröffentlicht) mit denen der Chemnitzer Ausländerbehörde googeln."


    .....................



    Wir leben in einem Rechtsstaat.

    Sowas wie "No-Go-Areas", "gefährliche Orte" und nicht zu vergessen "National befreite Zonen" sind völlig inakzeptabel, darf es nicht geben.

    Das ist eine Abmachung, die Bürger mit dem Staat getroffen haben: "wir überlassen dir Staat die Justiz und Staatsgewalt - Du Staat sorgst für unsere Sicherheit."

    Menschen, die seit Jahren einen Anstieg der Kriminalität erleben und sich zunehmend unsicherer im öffentlichen Raum fühlen, empfinden Aussagen wie "Armlänge Abstand",

    "Bürgerinnen und Bürger werden sensibler sein müssen. Man muss nicht jeden an sich ranlassen..." (Innenminister Reul, NRW) als Verhöhnung ihrer Ängste und Sorgen.


    Jeder, der damit nicht einverstanden ist, ist rechts=rechtsradikal=Nazi?


    Man hat Städte und Gemeinden jahrelang allein gelassen mit der Integration. Und wundert sich nun ernsthaft, dass es nicht so gut läuft?


    Ein Anfang wäre es, dass die Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln konsequent eingefordert und durchgesetzt wird. Sowohl bei rechten als auch bei linken und auch bei zugewanderten Straftätern.

    Die Gesetze dazu sind da.

    Gerade Radioeins gehört:

    https://www.radioeins.de/progr…lichen-ansichten-dis.html


    Philip Faigle erzählt über das Feedback aus dem letzten Jahr. Leute sagten:

    "Hey, wir sind gar nicht so weit entfernt, wie wir eigentlich gedacht haben."



    Und das denke ich auch.





    https://www.radioeins.de/progr…rspricht-aufklaerung.html


    Ulrich Wolf von der Sächsischen Zeitung beklagt ebenso, dass es kein Protestangebot für die Mittelschicht gibt. Die gehen weder zu dem einen noch zu dem anderen Lager. Wer mit den Rechten nicht einverstanden ist, mag deswegen noch lange nicht hinter einem "Deutschland verrecke"-Plakat hinterherlaufen.



    Und genau das ist doch eines der Probleme.

    Alles Nazis?







    Susan, es fängt viel früher an. Nicht erst bei der Wohnungssuche.

    Kevin wird in der Schule schon schlechter bewertet als Maximilian. Noch schlechter trifft es allerdings Murat. ...