Beiträge von Ohnezahn

    Hier hat sich das irgendwie krass gewandelt.

    Als mein Drittling in die Grundschule kam, gab es dort eigentlich nur Mütter, die nicht oder nur wenig gearbeitet haben. Auf Berufstätigkeit der Eltern wurde null Rücksicht genommen, ich kam mir da schon oft sehr schäbig vor. (Dabei arbeite ich immer von zu Hause aus.)

    Viertling jetzt ein paar Jahre später und eine Grundschule 5 Kilometer weiter: ALLE Eltern der Klasse arbeiten beide (oder sind aleinerziehend), die Klasse geht geschlossen in die Nachmittagsbetreuung. (Wer wie viel arbeitet weiß ich aber nicht, allerdings kenne ich (vom Sehen) von sicher 1/3 der Kinder nur die Väter.

    Der ist vor allem so dumm, der Nuhr.

    Wie kann man sich so hemmungslos dumm hinstellen und palavern, wovon man keine Ahnung hat? Anhand eines Buchtitels, der da lautet "Was Weiße nicht über Rassismus wissen möchten", schlussfolgert er, dass die Autorin ihn für einen Rassisten hält. Gelesen hat er es aber nicht.

    Dafür erklärt er das Buch zum Bestseller in den USA. Die Autorin ist allerdings Deutsche, das Buch gibt es gar nicht auf Englisch #lol


    Und jetzt kommt der Plottwist, meine lieben #rabe - kannste dir nicht ausdenken:

    Das geflügelte Wort: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!" stammt von ... ja. Echt. Ist kein Witz.

    Ich kenne dieses drauf herumdenken. Mein Sohn hatte zur U4 mit 3 1/2 Monaten 69cm - im Forum sind irgendwo Fotos, ich kram mal.

    Die 64 liegen doch fast noch auf der 97% Kurve, was ja auch nicht heißt, dass alle darüber "zu groß" sind, sondern dass 3% aller Kinder größer sind. Alles gut.

    Damals habe ich mir auch noch gar keinen Kopf gemacht - alle meine Kinder haben diese Kurven immer mal gesprengt, die einen nach unten, die anderen nach oben. Wir hatten: klein und fett - groß und dürr - klein und dürr - groß und kräftig.

    Babys zu messen ist ohnehin immer auch ein bisschen Ratespiel.


    Nervös bin ich auch mal geworden, da war der Bobby der Kinderärztin mit 2 Jahren deutlich zu groß - sie wollte ihn dann alle 3 Monate zum Messen einbestellen, das schien mir aber irgendwie seltsam unnötig. Ich habe dann stattdessen einen Basketball gekauft. (Es gibt noch einen Thread aus der Zeit.)


    Groß ist er mit 6, fast 7 immer noch, aber er überragt die Kinder in der Klasse allenfalls ein Stück, keinen ganzen Kopf oder so. Wird schon passen.

    #ja

    DER SPIEGEL setzt seinen weg zum misogynen Schmierblatt weiter fort. Nach Prof. Sandra Ciesak ist jetzt Ex-FDP-Chefin Silvana Koch-Mehrin dran. Ein paar Leckerchen aus dem Interview:

    „Sie haben das Klischee der Blondine perfekt bedient. Was haben Glatze und Perücke mit Ihnen gemacht?“

    „Nun ist aber gut. Sie haben das Blondinen-Spiel schon sehr gut beherrscht. Sie wussten genau, dass sich in einer Männerpartei die Aufmerksamkeit auf Sie richtet, dass Sie als Mann nicht so fix an die Spitze der FDP marschiert wären.“

    „Was hat der Brustkrebs mit Ihrem Gefühl von Weiblichkeit gemacht?“

    „Haben Sie während dieser Phase wirklich nie über Ihre Wirkung auf Männer nachgedacht?“


    <X

    Ich persönlich würde mein Kind wohl auch (mit Hilfe der Fachleute) festhalten, wenn es für die Untersuchung schlicht keine Alternative gibt. Einmal erklären, dass es sei muss und ich als Elternteil jetzt entscheide, dass es gemacht wird, festhalten, kein Drama draus machen, aber natürlich trösten.

    Aber um das durchzuziehen, ohne dass es dem Kind noch zusätzliche Angst macht, muss man halt selbst voll dahinterstehen und ruhig bleiben, egal wie sehr das Kind sich wehrt und wie verzweifelt es ist. Unsicherheit oder Mitleid ist an der Stelle vermutlich schwierig und ein Abbruch mittendrin fatal.

    Ich habe für sowas irgendwo einen "Schalter" - ich kann mir auch anschauen, wie mein Kind in Vollnarose operiert wird und das spannend finden, was da passiert. (Mein Mann findet das krank. :stupid:#gruebel)

    Daher würde ich das vermutlich nicht weiterempfehlen, es sei denn, ich kann die Eltern gut einschätzen.

    Unsere Grundschule hat auch heute gewarnt und darum gebeten, die Kinder an diesem Tag besser bis auf den Hof zu bringen.

    Die Große und die Freundin nimmt Alufolie mit. Und beschriftet Masken mit "Kein Virenschutz - gegen Gesichtserkennung! Wacht auf und schützt euch!"


    Vermutlich kommt dann gar keiner.

    Aber ganz ehrlich, ich glaube, sie brauchte das eigentlich nie, sich die Aufgaben aufzuschreiben. WEnn die will, weiß sie genau, was sie aufhat.

    Das kann gut sein, dass sie das bisher nie brauchte.

    Aber es werden ja mehr Fächer, mehr Anforderungen und auch im Kopf ist in dem Alter doch viel mehr los, als bei kleineren Kindern. In Richtung "Jugendliche" machen sie sich viel mehr Gedanken um sich selbst, ihr Umfeld, um die Welt ... natürlich vergisst man da schneller mal Hausaufgaben.


    Dass das Gedächtnis nachlässt, ist vermutlich eine Nebenwirkung vom Erwachsenwerden. (Im Memory lässt man nach dem Grundschulalter auch schlagartig nach.) Vielleicht hilft ihr diese Überlegung beim Akzeptieren, dass sie nun doch aufschreiben muss.

    Dafür ist es perfekt.

    Ganz niederschwellig und freundlich, unaufgeregt und wohlwollend.

    Ich möchte euch unbedingt dieses Interview mit Chimamanda Ngozi Adichie verlinken, auch wenn es schon etwas älter ist.

    Eine wundervolle Frau, ihre Worte zu lesen ist Empowerment pur.

    Link zu Zeit-Online.

    Ein bisschen verspätet, aber danke für den Hinweis! Hat jemand das Buch von ihr zur feministischen Erziehung gelesen? Lohnt sich das?

    Ich hab das.

    Es ist ein kleines, schmales Büchlein, in dem du und ich nichts Neues finden werden.

    Aber das macht nichts, es ist trotzdem schön, darin zu lesen, weil es bestätigt, und weil sie für manche Dinge noch mal eine Begründung hat, auf die man als weiße Europäerin so nicht gekommen wäre.

    Vor allem als Geschenk zur Geburt finde ich es schön, weil man die einzelnen Vorschläge schnell zwischendurch lesen kann, man braucht nicht viel Zeit oder Ruhe.

    (Bei uns liegt es auf der Toilette - und das ist keinesfalls eine Abwertung.)

    Ich eruiere so ganz langsam, warum ich Corona, die Maßnahmen und Einschränkungen für mich persönlich so unwichtig für die gesamte gesellschaftliche Entwicklung halte.

    Die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, ist sehr gut. Und ich komme für mich zu dem Schluss: In der aktuellen möchte ich das eigentlich überhaupt nicht - ich habe nur noch keine bessere gefunden.

    Allein auf die Frage, ob ich in einer Gesellschaft leben möchte, in der Schutzsuchende so behandelt werden wie viele derzeit in der EU, kann ich nur mit nein beantworten.

    In meinen Augen ist das gesamtgesellschaftliches, menschliches Vollversagen - das kann weg, das muss vielleicht sogar weg. Das ist doch ein Armutszeugnis.


    Die Coronamaßnahmen dagegen halte ich gesellschaftlich für verschmerzbar. Ja, es wird Opfer geben, das tut mir auch furchtbar leid für die Einzelnen. (Das ist kein leeres Gewäsch, mein Mann hat selbst seinen Job verloren und ist gerade im Bewerbungsverfahren für einen neuen - mein Job ist grundsätzlich unsagbar unsicher.) Aber die Gesellschaft wird sich davon erholen, die wirtschaftlich sterbenden Branchen werden wieder auferstehen und nach der Durststrecke vermutlich einen Höhenflug erleben. Aber die Phase ist überschaubar. Die geht vorbei.


    Für die langfristigen Probleme, die auf uns zusteuern - allein die Tatsache, dass Teile der Erde in den nächsten Jahrzehnten unbewohnbar werden und dies Fluchtbewegungen auslösen muss, die alle bisherigen um ein Vielfaches übersteigen - bin ich deutlich pessimistischer.

    Ich denke, wir müssen uns an extrem wilde Zeiten gewöhnen.

    Ich habe das auch hin und wieder. Die Lippen werden dann super trocken und die Lippenränder brennen. Wenn ich die Lippen dann eincreme/ fette gibt es leider sofort Herpes, wenn ich das vermeide, oder nur Honig dazu benutze, geht es.
    Mein Verdacht ist Flüssigkeitsmangel, bei mir passt das immer gut mit "zu wenig getrunken" zusammen.

    Meine Erfahrung zu dem "als Frau nicht benachteiligt"-Ding, dem ich als junge Frau auch mal aufgesessen war:


    Vor sehr vielen Jahren hatte ich einen Job auf dem Bau. Absolute Männerdomäne. Es war kein toller Job, es war beschissen bezahlt und mega anstrengend, weil man den ganzen Tag in der prallen Sonne war, aber ich brauchte Kohle, konnte nix und wollte nicht putzen.

    Also habe ich als Frau - als Mädchen mehr - um diesen Job diskutiert, ein Probearbeiten gemacht und mir einen heftigsten Sonnenbrand und den Job geholt.

    Danach war ich lange - sehr lange - der Meinung, man könne als Frau doch auch ..., man werde da gar nicht diskriminiert und immerhin bewies ja mein Job, dass es eben nur auf Leistung ankommt ...

    Rückblickend war ich einfach unglaublich stolz, diesen Job trotz aller Widerstände und trotz der unfairen Bewertung bekommen zu haben - denn natürlich musste kein Mann, der da jemals auflief um den Job diskutieren oder probearbeiten und es musste sich auch keiner so den Arsch aufreißen.

    Und weil es für mich schwer war - schwerer als für die Männer - wollte ich unterbewusst auch nicht, dass es für irgendeine andere Frau leichter war. Vielleicht war mir diese Besonderheit so viel wert: Ich hatte mehr Leistung bringen müssen als die Männer - damit war ich da die Heldin. Und keine durfte mir den Titel streitig machen, erst recht nicht durch schlechtere Leistung, denn ICH hatte doch auch besser als die Männer sein müssen, um dahin zu kommen. :evil:


    Wie gesagt - rückblickend. Das war mir damals sicher nicht bewusst, aber da spielte in jedem Fall eine Menge Arroganz rein. Und die sieht man ehrlic gesagt bei vielen Frauen, die Karriere gemacht haben. Damit einhergehend so eine gewisst Härte anderen gegenüber. "Ich habe besser sein müssen, als alle anderen - anderen Frauen soll es nun nicht leichter gemacht werden, denn die kratzen an meiner besonderen Stellung!"