Beiträge von moose

    Bei mir haben sich ein bisschen die Prioritäten verschoben.

    Vor den Kindern habe ich Vollzeit als Lehrerin gearbeitet und viele Jahre lang stand mein Beruf ziemlich im Mittelpunkt meines Lebens. Man kann ganz viele Probleme mit nach Hause gehen und generell ist man nie wirklich fertig, weil man noch besser vorbereiten könnte, noch mehr differenzieren und noch genauer korrigieren könnte.

    Die ersten Jahre mit noch kleinen Kindern (Teilzeit 70%) war hart, aber man arbeitet einfach effektiver. Die Stunde läuft auch, wenn wir die nicht ganz optimale Übung aus dem Buch machen und der Aufsatz muss nicht ein drittes Mal gelesen werden um zu einer Note zu kommen.

    Und manche Dinge, die ich früher persönlich genommen hätte und an denen ich mich aufgerieben hätte, sind mir heute eher egal, weil ich meine Energie zu Hause brauche.

    Wenn mein Chef meint, meine Zeit verbrennen zu müssen, dann weise ich ihn da gerne drauf hin vonwegen Teilzeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie und dass ich im Gegensatz zu ihm nicht das traditionelle Frauchen am Herd Modell lebe, dann passt es wieder... aber ich bin auch verbeamtet und habe keine Beförderung mehr zu erwarten, ich muss also kein Blatt vor den Mund nehmen.


    Aber auch mein Mann (Vollzeit) merkt die Belastung. Er nimmt genauso oft kindkrank wie ich oder musste schon aus Meetings raus, weil eines der Kinder abgeholt werden musste.

    Irgendwann stand dann mal in der Beurteilung seines direkten (kinderlosen) Vorgesetzten sinngemäß drin, dass sein Familienleben stellenweise seine Arbeit beeinträchtigen würden (insbesondere in Bezug auf Kranktage). Da hat mein Mann dann ein sehr deutliches Gespräch mit eben jenem, der Personalchefin und dem Oberchef in Bezug auf Prioritäten geführt, der Satz war dann ziemlich schnell weg und ist nie wieder aufgetaucht...

    Mein mittlerweile Zweitklässler - auch geistig sehr fit und an allem interessiert - hat bis weit ins Vorschuljahr hinein Malen und Schreiben komplett verweigert. Es wurde einfach nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte, dann hat er es einfach nicht mehr versucht.

    Erzieherin, Kinderärztin und ich waren schon dabei vor der Einschulung noch Ergo anzuleiern, da ist ganz unerwartet der Knoten geplatzt und seither malt und schreibt er mit Feuereifer - von heute auf morgen.

    Seine Grundschullehrerin meint, sie habe noch nie so eine saubere Handschrift bei einem Jungen gesehen...


    Vielleicht kannst du deinem Sohn in der Zwischenzeit Aufkleber machen?

    So bedruckbare Etikettenbögen sind günstig, die könntest du bedrucken oder beschreiben und er schneidet sich die Lösungen aus.

    Oder du machst Multiple Choice Lösungsbögen, wo er das richtige Ergebnis einkringeln muss.


    Mein Sohn hatte am Anfang seiner Schreibkarriere große Freude an Schwungübungen und Nachspurübungen. Mit den Bildern, die die schwungfolge der einzelnen Zahlen und Buchstaben erklärt haben, hat er sich ausgiebigst beschäftigt. Ihm ging es auch darum das Prinzip dahinter zu verstehen.

    Ich schreibe sehr gerne Arbeiten unmittelbar vor den Ferien, weil ich da in der Regel eine Unterrichtseinheit abgeschlossen habe und es ein guter Zeitpunkt für eine Klassenarbeit ist.

    Außerdem nehme ich größere Arbeiten (Aufsätze, Oberstufe) vorzugsweise mit in die Ferien, weil ich die während des normalen Unterrichtsbeteiebs nur mit sehr großen Abstrichen beim Familienleben korrigiert bekomme. Da sind schnell mal 1-2 Wochenenden komplett weg, denn ein Deutschaufsatz kurz vorm Abitur frisst in einem großen Kurs gerne mal 25-30 Stunden.

    Zu den Brückentagen. Natürlich könnte man die generell frei geben. Aber wir haben Doppelstundenmodell, da sieht der Kollege mit dem zweistündigen Fach am Freitag seine Klasse im zweiten Halbjahr nur die Hälfte der Zeit.


    Unsere Schulleitung ist generell sehr verständnisvoll und großzügig bei Freistellungen (auch vor den Ferien), aber es wird immer zur Auflage gemacht, dass man rechtzeitig vorher mit den betroffenen Fachlehrern spricht, damit Klassenarbeiten entsprechend geplant werden können.

    Ich erwarte dann aber auch ein gewisses Entgegenkommen von Schülern.

    Wenn ich eine Leistungssportlerin bitte, eine halbe Stunde früher zur Klausur zu kommen, damit sie um 9 Uhr zu ihrem Wettkampf kann und ich keine Nachklausur stellen muss, dann ärgere ich mich ziemlich, wenn sie mir erklärt, dass sie nicht so früh aufstehen kann... und ärgere mich noch mehr über meinen Chef, der das absegnet, weil man den Sportlern ja jedwede Unterstützung bieten muss. Aber ich bin generell allergisch gegen Leute, die so großzügig und sorglos mit meiner Zeit umgehen...

    Englisch ist glaube ich eines der wenigen Fächer, in denen das durchschnittliche Niveau in den letzten Jahren merkbar gestiegen ist.

    In meinen ersten Jahren gab es immer wieder Schüler, die wirklich keinen einzigen geraden Satz formulieren konnten.

    Heute ist auch ein schlechtes Abitur halbwegs verständlich geschrieben, wenn auch in sehr einfachem Englisch (und meist taugt halt der Inhalt nicht...)

    Daran sind sicherlich das Internet und Netflix und Co schuld... und Computerspiele, bei denen v.a. die Jungs in internationalen Gilden o.ä. sich nächtelang im Teamspeak verausgaben.

    Inhaltlich hat Englisch aber deutlich nachgelassen, waren die Schwerpunktthemen in der Vergangenheit wenigstens halbwegs literarisch, gibt es jetzt nur noch Belletristik und Filmanalyse.

    Bei uns könntest du mit dem entsprechenden Fachlehrer sprechen und sehen, ob er/sie bereit wäre, einen Ausweichtermin zu finden und einen Nachtermin zu stellen.

    Die Lehrkraft muss ja unter Umständen extra kommen und eine extra Arbeit konzipieren, da ist es schwierig, wenn Schulleitung oder Klassenlehrer einfach so die Freistellung entscheiden und der Fachlehrer dann die Arbeit hat.

    Aber vielleicht kann dein Kind die Arbeit vor der Abreise schon schreiben oder bei der Parallelklasse mitschreiben. Wenn du das Problem gelöst hast, wird auch die Schulleitung deinem Anliegen eher entgegen kommen.

    Ich dachte als angehende Philologin auch immer, dass ich das Mathewissen, das ich mir fürs Abitur mühsam erarbeitet und geübt hatte, nie wieder brauchen würde.


    Pustekuchen. Als ich mich für zwei Auslandssemester in den USA beworben habe, musste ich den GRE machen. Das ist der Collegeeinstufungstest für grad school, also Masterstudiengänge.

    Der Test bestand aus einem Matheteil (eher basic) und einem Sprachteil, der für non-native speakers wirklich bockschwer ist.

    Zum Glück habe ich in Mathe so viele Punkte holen können, dass ich das eher klägliche Ergebnis im Sprachteil ausgleichen konnte.


    Deswegen predige ich meinen Schülern immer, dass man vielleicht alles nochmal brauchen kann.

    Angeblich hat Bayern aber dieses Jahr die Matheabiaufgaben aus dem zentralen Aufgabenpool der Kultusministerkonferenz entnommen, damit ist es eigentlich hinfällig sich zu beschweren, dass die Abiaufgaben in Bayern schwerer seien als in den anderen Bundesländern.

    Letztes Jahr gab es in Baden-Württemberg nach der Prüfung eine ähnliche Petition wegen des Englischabis. Da war auch eine etwas ungewöhnliche Aufgabenstellung drin - anstatt eines Sachtextes gab es zum allerersten Mal einen literarischen Text im Leseverstehen... große Empörung, weil angeblich nicht geübt.

    Aus der Korrektur kamen die angeblich nicht machbaren Aufgaben im Endeffekt aber mit den gleichen Schnitten wie in den Vorjahren zurück, von der Petition hat man nie wieder was gehört.

    Wahrscheinlich (hoffentlich) geht es beim bayrischen Abi genauso aus.


    Mathe (und Deutsch und eine Fremdsprache) kann man im reformierten Kurssystem ab nächstem Schuljahr übrigens nicht abwählen. Man kann aber einen Grundkurs wählen, dann muss man keine schriftliche Prüfung mehr machen, sondern macht eine mündliche Prüfung.

    Hier wird noch die freiwillige Feuerwehr über die Sirenen alarmiert, deshalb ist hier der Übungsalarm wohl auch ausgefallen. An manchen Tagen heult es gleich mehrmals auf der Turnhalle nebenan, gerne auch mal nachts um drei 🤐


    Mir läuft es jedes Mal kalt den Rücken runter, wenn ich den Alarm kenne, nicht zuletzt weil ich bei meinen Großeltern im Haus aufgewachsen bin und deren Reaktion auf Alarme und deren Erzählungen kenne.


    Da kann man glaube ich nachvollziehen, wie Traumata weitervererbt werden können.

    Wie ist das mit Wartung und Reparatur? In das e-Bike meines Mannes (mit dem er Sommers wie winters zur Arbeit fährt) stecken wir jedes Jahr mehrere Hundert Euro.

    Er soll jetzt auch ein Dienstbike bekommen, da werden wir uns die Konditionen auch genauer anschauen.

    Wir haben da mal anstelle einer Hortbetreuung daran herumgedacht, aber dann doch mehrheitlich auf den schulhort oder die Großeltern zurück gegriffen.

    Bei Nachbarn ging es schief, da sich die drei Mädchen, die zusammen betreut werden sollten, nach wenigen Wochen so gründlich zerstritten hatten, dass keine gemeinsamen Nachmittage mehr möglich waren.

    Ich habe tatsächlich einen freien Tag, aber den brauche ich häufig für Arzttermine, Ämter oder sonstige besorgungen, sodass eine regelmäßige Verpflichtung für mich durchaus eine Einschränkung gewesen wäre.

    Außerdem ist dieser freie Vormittag die einzige Zeit in der Woche, wo ich mal ein paar Stunden für mich allein bin und Hausarbeit erledigen kann, ohne dass mir jemand das Ohr dabei abquatscht oder ich jeden Handgriff zehnmal unterbrechen muss, weil jemand was von mir will.

    Wir haben in den letzten Jahren das Essen und die Getränke auf Spendenbasis abgegeben, da bei Verkauf Gema-Gebühren fällig geworden wären.

    Hat im Endeffekt sogar mehr Geld in die Fördervereinskasse gespült als der Verkauf der Vorjahre.

    Wichtig war glaube ich auch, dass nur Besucher kamen, die persönlich eingeladen worden waren.

    und da etwas verkauft wird ist es ja auf alle Fälle nichts privates.

    Hygienevorschriften sollte aber ebenfalls der Kiga genau wissen. Stichwort: Spuckschutz z.B.

    Prinzipiell würde ich mir auch anschauen, wie leicht er Englisch, eine weitere moderne Fremdsprache, gelernt hat und lernt.

    Muss er da viel pauken oder bleiben die Phrase und Strukturen hängen, wenn er die Sprache spricht? Dann hätte er die Gelegenheit Filme und Serien zu schauen, in den Ferien könnte er eine Sprachreise machen.

    Spätbeginnende Fremdsprache bedeutet leider, dass man in relativ kurzer Zeit (3 Jahre) auf ein abirelevantes Niveau kommen muss, da muss also viel Stoff gelernt werden, da ist nix mit spielerischem Einstieg, sondern da geht es gleich gut zur Sache, wenn man da keinen Bock auf Vokabeln hat, dann befürchte ich, ist der Zug noch schneller abgefahren.

    Wenn es wirklich in die Hose geht, egal mit welcher Wahl, muss er halt wiederholen, dann kann er sicher neu entscheiden.

    Schade, dass kein Spanisch angeboten wird...

    Mein Mann hat sich letztes Jahr bei unserer Tochter mit Scharlach angesteckt.

    Er hielt es für eine normale Halsentzündung, der Hausarzt macht da ja auch keinen Abstrich, sondern verschreibt gleich Penicillin.


    Als sich eine Weile nach Abklingen der Symptome die Hände und Füße schälten, wussten wir, dass er auch Scharlach gehabt hatte.

    Hach, ich beneide dich so sehr.


    Wie oft habe ich meinem Mann schon unauffällige winke mit dem Zaunpfahl gegeben, dass er doch mal ein Wochenende mit den Kindern wegfahren soll... kein Interesse, zu allem Überfluss wohnt seine Verwandtschaft vollzählig ums Eck 😢 Die eine Nacht Vater-Kind-Zelten im Jahr ist das Höchste der Gefühle (und ist in den letzten drei Jahren zweimal wegen Unwetter abgesagt worden - ich war am Boden zerstört...)


    Eine Woche ohne mich? Ein Traum.


    Vater-Kind-Kur? 🤣


    Wenn ich die Kinder einpacke und alleine mit ihnen zu meinen Eltern fahre, dann sitzt er zu Hause und langweilt sich und fühlt sich einsam. Er kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich nach leerem Haus sehne.


    Ich wünsche dir noch ganz viel Schokolade, Sofatime und ungestörten Schlaf 😘

    Eine Märchenstunde oder eine Modenschau mit traditioneller Kleidung.

    Eine Disco mit angesagter Musik aus allen möglichen Ländern.

    Kuchenbuffett mit Backwerk von überall her.


    Wenn wir mal im Computerraum sind, lieben es meine Schüler auf Google maps zu zeigen, wo die Familie herkommt oder (falls vorhanden) nehmen sie ihre Klassenkameraden mit auf einen Spaziergang per Google Street View.


    Minisprachkurse: 5 oder 10 einfache Phrasen aussuchen und von den Kindern in ihrer Muttersprache dem Rest dr klasse beibringen lassen.

    Oder Begrüßung jeden Morgen in einer anderen Sprache.

    Da würde ich glaube ich ganz frech morgens das Kind abmelden und dann in die Entschuldigung schreiben, dass das Kind aus Gründen der politischen Bildung für die Verbesserung der Unterrichtsvetsorgung demonstriert hat und du sein fehlen entschuldigst.


    Wenn das ne Ausnahme ist, würde ich das als Lehrerin akzeptieren.

    Freistellung vorher wäre wahrscheinlich der korrekte Weg, hätt ich aber keinen Bock auf Diskussion.

    Bei uns an der Schule sind 69 von 70 Lehrern verbeamtet, dessen Streik setzt vor Ort kein wirkliches Zeichen. Aber das ist woanders sicher anders.

    Beim ersten Mal habe ich mich ziemlich treiben lassen. Da war ich auch noch im Referendariat und fand vor allen Dingen die Stände mit dem Material (Magnetklebeband, Würfel, Schachteln, you name it) faszinierend.

    Mittlerweile geh ich gezielter vor, wir Blättern schon vorher in der Schule die Prospekte durch und schreiben auf, was wir mal in die Hand nehmen und durchblättern wollen.

    Die großen Verlage (Klett, Cornelsen, Diesterweg) haben riesige Standflächen, da gibt es s auch Kaffee und Getränke für lau.

    Wenn du ungefähr weißt, was du kaufen willst, kannst du auch Termine für Beratung ausmachen.

    Man kann stellenweise ganz gut verhandeln, wenn man auf Schulrechnung kauft und mehr als ein paar Euro ausgibt.


    Es hat sich bewährt einen kleinen Rollkoffer mitzunehmen. Es gibt zwar nicht mehr so viel Material umsonst, aber insbesondere für referendare immer noch genug, um sich den Rücken zu ruinieren.

    Ich arbeite meine Liste ab und gehe dann browsen. Ich liebe die Halle mit dem Schreibmaterial. Lyra verschenkt tolle Probenmäppchen, wenn man was kauft, Maped verkauft ds Zeug zum Kilopreis.

    Ich geh gerne Samstag, da werden nachmittags dann auch die Ansichtsexemplare sehr günstig verkauft.


    Viel Spaß euch. Ich verzichte dieses Jahr, Köln ist mir leider zu weit.

    Wir haben ein paar Sachen ausprobiert (Klettern, Handball, Turnen, Fußball), aber schlussendlich haben die Hobbies uns gefunden:

    Die musikalische Früherziehung hat zeitlich nicht mehr gepasst, da hat die Musiklehrerin, mit der mein Sohn sehr gut kann, angeboten, ihm stattdessen Klavierstunden zu geben.

    Judo hat vor allem praktische Gründe: die Halle ist quasi nebenan, da hab ich mir große Mühe gegeben, den Sport schmackhaft zu machen, denn ich hatte keine Lust zur anderen Halle am anderen Ende vom Ort zu fahren, um dort Tischtennis oder was auch immer zu praktizieren. (Würde ich natürlich, wenn sein Herz dranhinge...)

    Ich finde das auch sehr abwechslungsreich. Hätte ich auch alles gegessen.


    Letzte Woche feierte mein Papa Geburtstag mit großem, reichhaltigem Buffet. Nachdem etwa 8 Quadratmeter Tisch mit Speisen beladen waren, fragte mich die Bedienung, was sie meinen Kindern bringen könne und war erstaunt, als sie hörte, dass meine Kinder Erwachsenenessen mögen.

    Ich glaube sie hat nicht schlecht gestaunt, als sich mein Siebenjähriger einen ganzen Teller gegrillte Garnelen reingeschaufelt hat.