Beiträge von Aoide

    Großartig! Ich würde mich gern zu fibula in den Koffer quetschen, plane derzeit, noch sehr viel weniger konkret als ihr, eine AlleinReise nach Indien. Coimbatore im Süden und Punjab. Kann das mit dem Schiss sehr gut nachvollziehen. Ist ja nicht Holland, ne? ich freu mich für euch und würde sehr gerne lesen, wie es weitergeht.

    Seit Seite 1 will ich schreiben, dass mir mal von einer sehr bekannten userin gesagt wurde:


    " jetzt weiß ich wieder, warum ich Dich ignoriere"


    Das fühlt sich nach wie vor an wie eine Ohrfeige und hat mich tief getroffen.

    Kann gut sein, dass ich das war.


    Es tut mir leid, liebe claraluna, dass dich das so getroffen hat. Das war nicht beabsichtigt. Ich lese dich trotz der Tatsache, dass ich nach wie vor deinen Posts händisch aufklappe, eigentlich immer. Aber mit einem kleinen Bedenkmoment. Gründe ähnlich wie bei Xenia ausgeführt. Ganz offenbar haben wir hier insgesamt - und du und ich allemal - eine sehr unterschiedliche Auffassung von dieser Funktion, und auch unsere Kommunikationsstruktur unterscheidet sich. Hättest du oder jemand anderes mir das im Umkehrfall gesagt, hätte ich vermutlich darüber gelacht.


    Ich habe oben schon mehrfach auszuführen versucht, dass zumindest für mich das Forum eben das Internet und nicht das RL widerspiegelt. Ich zeige hier keine Bilder meiner Kinder. Ich firmiere hier halbanonym. Und: Wenn ich persönliche Dinge schreibe, dann bin ich mir bewusst, dass 99% derjenigen, die das lesen, mir völlig unbekannt sind. Und ich ihnen. Und dass daher eine Menge Antworten kommen, die mich in Inhalt und Tonfall und Art irritieren oder verunsichern würden, nähme ich alles so, als wären das Menschen, die mich kennen und mir persönlich nahestehen. Das KANN gar nicht alles passgenau sein, das KANN gar nicht alles in der Kommunikationsstruktur so ein, dass es hilft. Das zu erwarten, halte ich für illusorisch. Da muss ich also differenzieren und ich bin bislang davon ausgegangen, dass das andere auch tun.


    Ich schreibe aber über private Fragestellungen (zuletzt den Umgang mit meiner narzisstischen Mutter, Problematik mit meinen heranwachsenden Söhnen etc.) aber gerade deshalb hier ins Forum, eben weil ich im RL nicht auf diese Vielzahl von Erfahrungen und Spezialwissen zurückgreifen kann, wie ich sie hier finde.


    Was mir aber wieder klar geworden ist, ist, dass ich hier im Gegensatz zum "wilden Westen" im freien Internet nur deshalb so viele hilfreiche Antworten bekomme, weil es eben auch ein relativ geschlossener Kreis ist und man sich auf der Forenoberfläche ein bisschen "kennt". Dazu ist wertschätzener Umgang und auch das Image, was man sich hier selbst gibt, essentiell. Und da möchte ich auch nicht als unempathischer Forentrampel... (ist aber vermutlich zu spät).


    Insofern, trotzdem, danke für diesen Thread, ich geh jetzt nochmal meine Ignore-Liste putzen und entschuldige mich nochmals ausdrücklich bei claraluna und Xenia , da ich euch offenbar verletzt habe mit meiner eigentlich nur als praktisch empfundenen "Aufklapp-Option" und der Tatsache, dass ich das flapsig hinformuliert habe und mal wieder frech von mir auf andere geschlossen habe. Es tut mir leid.

    Ich bleib jetzt streng sachlich.


    In meiner Yogalehrerausbildung habe ich gelernt, dass im klassischen Indien vier Lebensstadien unterschieden werden, die sog. vier Asramas .

    In ersten, dem Brahma-carya, als der Zeit, in der ein junger Mensch in das weltliche und spirituelle Wissen hineinwächst (bis etwa 20, 25 Jahre), heißt es in meinem Ausbildungshandbuch:

    Zitat

    "Wichtigste spirituelle Praktiken: mantra-s, Rezitation, Rituale, āsana-s, prāṇāyāma (als Vorbereitung für spätere Meditation). Meditation ist weniger wichtig, da der Geist [in diesem jungen Alter] meist noch Schwierigkeiten hat, sich auf einen Punkt zu Konzentrieren. [...]" (Quelle: Berufsverband der Yoga Vidya Yogalehrer/innen e.V. [Hrsg.]: Yogalehrer/innenhandbuch. Bad Meinberg 2018, 17. Auflage, S.29).


    Insofern ist es vielleicht gar nicht dramatisch, dass es kaum gelingt, Kinder an Meditation mehr als heranzuführen.


    (Und warum zwei Begriffe jetzt hartnäckig im Fettdruck bleiben, ist mir schleierhaft - ich habe mir mit den Längenzeichen einen abgebrochen, weil ich korrekt zitieren wollte, diese Hervorhebung ist nicht im Original, ich krieg sie aber nicht weg. Sorry!)

    Ach, danke für die Vorlage, liebe Xenia. So kann ich’s besser erklären. Bei dir ist das etwas speziell: (Auch wenn 1x begegnet sein für mich nicht „kennen“ bedeutet):

    Ich „ignoriere“ dich nicht. Ich benutze aber für deine Beiträge seit Langem immer wieder über Phasen die „blockieren“-Funktion (sorry, die heißt so), weil ich Deine Beiträge oft sehr bereichernd, aber vor allem erstmal extrem anstrengend finde und mich nicht immer sofort damit auseinandersetzen will. Ich habe dann einem Moment, mir zu überlegen: will ich mich jetzt auf diese Diskussion einlassen? Dann klicke ich das an und lese. Oder nicht? Dann schließe ich den Tread. Ich würde NIE weiterdiskutieren und deine klugen Beiträge dabei einfach ignorieren. Ganz oder gar nicht. Aber nach einem zermürbenden Tag reicht es bei mir oft nicht mehr für ernsthafte Diskussionen. Du hast da mehr Power als ich, ich steige dann lieber ganz Ausbund lese am nächsten Tag -mit deinen Posts- nach.

    Sorry, bei all den Nickwechseln, ich „kenne“ doch kaum wen. Da weiß ich dann aus dem Nähthread, das diese Userin tolle Sachen macht, aber was sie sonst so schreibt, studiere ich nicht systematisch. Da weiß ich aus einem langen Sorgenthread einen Teil einer Familiengeschichte, aber kenne ich die Userin dadurch? Nein.


    Natürlich verdienen alle Respekt und Höflichkeit, aber angepiekt sein, weil mich wer nicht lesen mag? Das ist im Netz irgendwie strange.

    Heranführen find ich schwierig, solange der Wunsch nicht von den Kindern selber kommt. Ich präferiere, es vorzuleben.


    Kraftorte aufzusuchen fanden meine Jungs immer gut.


    Schamanische Krafttiersuche fand Schnüppchen toll.


    Beide mochten es, den Hausaltar zu bestücken.


    Schnupp hat dann über seinen Karatemeister einen zweiten Input bekommen, da war er schon 15 oder 16.

    #gruebel


    Das hier heißt zwar „Dorf“, aber es ist das Internet. Mich irritiert hier oft, dass das RL und das Netlife durcheinander gehen. Das Internet ist anonym und nicht kuschelig und auch hier „kenne“ ich im RL nur vielleicht 15 Userinnen.


    Viele hier scheinen zu erwarten, dass wir uns hier verhalten, als kennten wir uns alle persönlich.

    Sinnvoll ist es doch eigentlich nur, Unterforen auszublenden. Ich hab das z.B. mit "Lernwelten" gemacht, weil ich da ständig mit meiner Profession in der Schusslinie stehe. Forum ist aber Freizeit für mich und drum blende ich das Forum aus. Oder eben auch die ganzen Themen um Schwangerschaft und Geburt, das ist echt vorbei für mich. Diese Dinge seh ich dann aber auch gar nicht mehr.. Wenn da im Forum also der Bär steppt, dann steppt der ohne mich :D


    Bei der einen oder anderen Userin geht mir im Fall der Fälle mal der Blutdruck hoch, deshalb setze ich die zu meinem und ihrem Schutz (wegen meiner Sammlung von Netiraben, ne?) auf Ignore, das aber zumeist nur kurze Zeit, bis ich vergessen habe, worüber ich mich so aufgeregt habe, und klappe deren Posts nach einmal Durchatmen dann doch meist auf, weil ich neugierig bin. Ich vermeide so immerhin eine ganze Reihe mich möglicherweise in dem Zustand triggernder neuer Threads. (Liegt daran, dass ich meist auf dem Handy lese und da seh ich nicht alles und mit meinen 100-jährigen augen eh nicht...)


    Schon 2x ist es mir in diesem Forum, also seit dem letzten Upgrade auf neue Oberfläche, passiert, dass ich öffentlich - äh - ein bisschen unfreundlich - ange...schrieben worden bin, weil die betreffende Userin mir warum auch immer keine PN schicken konnte und meinte, ich habe sie blockiert. Dem war aber nicht so. Woraus ich geschlossen habe, dass 1. ich den Ruf haben muss, scharenweise Userinnen zu blockieren und 2. die PN-Funktion tricky ist.

    Die Autokorrektur kann das und dass nicht sicher differenzieren. Mich regt eher auf, dass die generalstabsmäßig durch Autokorrektur verschlimmbesserten Posts nicht mal mehr durchgelesen werden vor dem Abschicken. Kleine Ungenauigkeiten lasse ich auch schon mal drin, aber so manches Post wird völlig unverständlich.


    Immerhin hat die notorische Kleinschreibung nachgelassen.

    Ich hab als Mutter zweier Söhne keine persönliche Herausforderung dieser Art (aber andere, die hier nicht hingehören), würde aber aus der Perspektive als ziemlich alte Mutter und als Pädagogin sagen, mit 15 kannste sowas wie verbieten oder erlauben vergessen. Für die paar Dinge, bei denen mein Veto akzeptiert werden muss (so nach meinen Maßstäben), muss ich mir meine Kraft aufheben. Temporäre Dinge wie Schminke, aufgeklebte Körperteile wie Wimpern oder Nägel, Haarentfernung, Ernährungspräferenzen, Klamotte etc. gehören da definitiv nicht zu. Piercings, Tattoos, nächtliche Touren mit dubiosen Gestalten und exzessive Nutzung zweifelhafter "Nahrungsergänzungsmittel" hingegen schon.

    ich finde eben gerade nicht, dass das in der Verantwortung der Verbraucher liegen sollte. Ich finde Produkte von Unternehmen, die grundlegende Menschenrechte missachten sollten nicht verkauft werden dürfen.

    Ich stimme zu insofern, als das nicht ALLEIN in der Verantwortung der Konsumenten liegen sollte. Also nicht in dem Sinne in der Verantwortung der Konsumenten liegen sollte, als sie allein prüfen und entscheiden und sonst passiert gar nix. DASS die Politik hier in vielen Bereichen leider so unendlich träge reagiert, hat viel mit internationalen Abkommen und Verflechtungen zu tun, die einen langen Atem brauchen - ich hab lange genug da dringesteckt, um nicht mehr pauschal Politikerbashing zu betreiben und auch um zu wissen, dass mir dieser lange Atem und die Diplomatiefähigkeit, Minischritte zu erreichen, persönlich fehlen würden, also mach ich hauptamtlich was anderes - aber wir Konsumenten können schon eine Menge erreichen. Wenn nämlich der Politikerin XY klar ist, dass sie wegen klimaschützender, marktpolitischer, umweltbewusster...whatever...Maßnahmen wahrscheinlich abgewählt wird, wird sie die nicht durchdrücken. Ist ihr bewusst, dass sie im Gegenteil abgewählt wird, wenn sie diese Maßnahmen NICHT ergreift, dann... Also haben wir Konsument*innen als Wähler*innen und als Demonstrant*innen und als die Abgeordneten Ansprechenden, als Multipikator*innen u.s.w. eine ganze Menge Macht. Mehr, als ein "Boykott" einer Firma brächte. Mund aufmachen hilft! :D (Deshalb schreib ich das hier.)

    Da bin ich ganz bei dir, claraluna , aber das ist, glaub ich, ein etwas anderer Teilbereich des oben Diskutierten. Das eine tun und das andere nicht lassen, würde ich sagen. Auch hier: Reden hilft, Informationen verbreiten, teilen auf Neudeutsch, die Blase meiner Umgebung damit einfärben, damit die Haltung sich ändern kann. Damit sich dann der Einfluss auf die Politik ändern kann. Damit die Politik handlungsfähiger wird.

    Um eine erste Einschätzung zu der Lieferkette zu erhalten, können Verbraucher sich anhand von Nachhaltigkeitssiegeln wie Fairtrade, Rainforest Alliance/UTZ usw. einen ersten Eindruck verschaffen. Bei allen Schwächen auch dieser Siegel kann man sich hier auf einen Mindeststandard bei der Rohstoffherstellung verlassen. Es gibt auch firmeninterne Standards, die in Ordnung sind. Firmen, die ernsthaft zu Nachhaltigkeit arbeiten, publizieren dies auch auf ihrer Homepage.

    Und genau so geht's. Danke, liebe Meaow Duck für die Darstellung deines Insidereinblicks.

    Ich rate davon ab, generelles Company-Bashing à la Nestlé ist böse zu betreiben, da dies riesige Konzerne mit unterschiedlichsten Produkten und unterschiedlichen Strategien für die Lieferketten (auch: unterschiedliche Herausforderungen wegen unterschiedlicher Commodities und Ursprünge!!!) sind (zumal man immer prüfen muss, aus welcher Ecke Vorwürfe stammen).

    Auch das ist ja Ergebnis z.B. der Rabenblase: ich bin sicher, dass viele Nestlé-Produkte verwenden, ohne es zu wissen oder mit schlechtem Gewissen, weil es hier unschick ist, Nestlé zu konsumieren. Und dass 90% derjenigen, die Nestlé-bashing betreiben (nur so als Beispiel) keine Ahnung haben, warum sie das tun, außer, dass es immer heißt, die sind böse.

    Ich glaube hier schon an die Macht der Konsumenten- kaufe ich die günstige Eigenmarke oder gebe ich mehr für zertizifierte Produkte aus? Zahle ich 7 EUR für 500 g Kaffee, der Fairtrade zertifiziert und Bio ist oder 4 EUR für die Eigenmarke? Diese Entscheidungen sind natürlich umso einfacher, je weniger verarbeitet ein Produkt ist.

    Da kommt dann immer der Einwand, das muss man sich auch erstmal leisten können. Und das ist natürlich auch wahr und nicht von der Hand zu weisen.


    Mir kommt da noch ein Punkt zu - ich kann mir finanziell leisten, ausschließlich bio und fairtrade etc. zu kaufen - seit wir vegetarisch leben, ist das umso leichter und die Infrastruktur hab ich auch. Was mir fehlt, hier und überall, ist die Zeit zur Recherche im Einzelnen. Und auch da, denke ich, bin ich nicht allein. Und so kommt es zu einfachen Lösungen, die eben auch oft verkürzen. Dann plappere ich nach, dass die und die Konzerne BÖSE sind und meide die. Punkt. Und mein Gewissen ist ruhig. Und ich denke, in gewissem Maße ist auch das legitim.


    Es IST aber auch kompliziert.


    edit: jascha Wir haben hier mit 4 Leuten 4 Handys, alles Gebrauchte, auf denen so grade noch WA und Co. läuft. Noch älter wäre zumindest meinen Kindern nicht mehr vermittelbar. Aber das bringt doch schonmal was. (und weil ich jedes Jahr 4000 Euro für neue Handys weniger ausgebe, hab ich wieder mehr Geld übrig, bio und fairtrade zu kaufen ^^ )

    Lato   honity


    Ich hab gehört man könne die verkaufen, aber ist das nicht illegal?#hmpf

    Das hier schreibt die TE in ihrem ersten und einzigen Post im Forum.


    Verars***en kann ich mich selber. Ich schreib noch den Trollhinweis hinzu und ihr beiden meint, es sei nötig, MICH zu korrigieren?

    Ich hab - als wir für Schnupp begleitetes Fahren beantragt haben - zu meinem Schrecken erfahren, dass ich 2 Punkte hab und ihn nicht begleiten darf.... (Einen der Punkte hatte ich verdrängt...) Ich fahre rd. 60.000km im Jahr, da hab ich ne Menge Gelegenheit zum Punktesammeln; mein Auto kann, wenn es sich super anstrengt, zum Überholen mal 155km/h... ich rase eigentlich nicht und mir ist wohl klar, dass 80% der Unfälle zumindest mit auf überhöhte Geschwindigkeit zurückgehen. Insofern finde ich, es sollte eher mehr geblitzt und kontrolliert werden. Ich hab trotz aller Fahrerfahrung und Bemühung des Umsichtigfahrens immer wieder Situationen, in denen ich sagen muss, puh, das war knapp. Und ich weiß, ich hab es nicht unbedingt in der Hand. Insofern nehm ich meine Punkte demütig an und bemühe mich, noch ein bisschen defensiver unterwegs zu sein.


    Punkte verkaufen - das ist doch wohl ein Witz. D.h., jemand nimmt meine Punkte, meine Knöllchen und meine Fahrverbote und BEZAHLT mir auch noch was dafür?


    Sorry, jetzt hab ich doch den Troll gefüttert.


    Ist der Grill schon an?

    Ich mach jeden Tag alles so gut, wie ich kann. Das ist mal mehr und mal weniger, da sind mal septakuläre Sachen bei und mal nicht, aber nix, wo ich mir selber die Möhre vor die Nase halten wollte. Deshalb belohne ich mich auch nicht für Einzelaktionen, sondern ich gönne mir jeden Tag meine Zeit für mich. Für Yoga, Musikhören, Lesen, Träumen. Wenn ich Lust habe auf Sauna, dann mach ich das. Finde ich (hoffentlich) auch einen Termin im Terminkalender. Wenn ich Lust hab auf einen Mädelsabend, dann... dito.


    (Ich bedauere das Verfahren immer 1x im Jahr- nach dem Zusammenfuzzeln der Einkommenssteuererklärung möchte ich immer gefeiert werden und habe mir, finde ich, eine mindestens dreiwöchige Auszeit verdient, so ätzend ist das... :D )

    Das wird jetzt lang. Und ich weiß, das liest kaum wer. Ich bin euch nicht böse, ich hab Urlaub und Zeit zum Nachdenken und ich muss das jetzt mal loswerden.

    Mich macht es krank, dass wir am Überfluss ersticken während andere nichts haben.

    Während wir das Problem zu viel von allem haben haben andere das Problem viel zu wenig zu haben.

    Ich hatte das Ausgangspost heute früh gelesen und bin den ganzen Tag daran rumdenkend herumgelaufen. Jetzt wollte ich antworten und sehe (nicht überraschend): Inzwischen ist der Thread ganz woanders. Aber eben überhaupt ganz weg von dem Thema, das ich verstanden zu haben meinte? Vielleicht hab ich das Ausgangspost missverstanden?


    Ich dachte, es geht um dem Umgang mit unserem Zuviel in Anbetracht des Mangels hierzulande und in der Welt? Jetzt scheint es darum zu gehen, dass "andere" Dinge wegschmeiße, anstatt sie bis zu Ende zu nutzen:

    dass viele Dinge weggeschmissen wurden, obwohl sie sehr wohl noch funktionierten,

    ...dass "man" nicht mehr richtig zu erben und zu vererben versteht...

    Das blöde am Erben ist ja, dass man zum falschen Zeitpunkt erbt.

    ... dass auch Spenden heute "irgendwie" nicht mehr gehen... wieso eigentlich?

    Spenden geht heutzutage fast auch nicht mehr.

    ... was normal ist hinsichtlich Besitz und Konsum...

    ich finde es nicht normal 3 Waffeleisen zu haben.

    Ich finde es aber auch nicht normal 2 funktionierende Waffeleisen auf den Müll zu werfen.

    Ähm. Ich glaub, das ist für mich sekundär. Sorry übrigens an die Zitatgeberinnen, ich habe eure Stichworte exemplarisch aufgegriffen und ein wenig auf die Goldwaage gelegt, aber ich möchte das gar nicht kritisieren, schon gar nicht speziell euch, sondern eigentlich das loswerden, was ich mir zum Ausgangspost überlegt habe. Möglicherweise habe ich euch aus dem Zusammenhang gerissen, weil ich grade mein Elternhaus ausgeräumt habe und mir (ich glaub, immerhin halbwegs erfolgreich) schrecklich viel Mühe gegeben habe, nicht den ganzen Krempel wegschmeißen zu müssen, sondern immerhin Bewahrenswertes weiterzugeben. Und damit heftig an Grenzen gestoßen bin. Die sind aber sehr persönlich (haben mit Zeit und Kraft und Erinnerungen zu tun, erstere beide sind endlich, letztere irgendwie noch nicht...) und ich weiß, glaub ich, was ihr meint.


    Nun ja, ich betrachte aber auch die andere Seite: Ich bin dankbar, dass ich wählen darf, was ich annehme und nicht annehmen muss, was mir vorherige Generationen über lassen.

    Runas Aspekt (Hervorhebung von mir) der Dankbarkeit ist es, der mich wieder zurückführt zu meinen Gedanken zum Ausgangspost.

    Uns dann kommt Marie Kondo und sagt, man soll nur behalten, was man liebt 😁

    Und des Spinnchens Einwurf wg. Konmari - was das eigene Gerümpel ein wenig relativiert.


    So, jetzt versuch ich mal, meinen Ansatz darzustellen. Mein Ansatz ist durchaus spirituell geprägt, weil ich auch die Frage so verstanden habe. Wenn du, Liano , dir nämlich so gar keine Gedanken um das Warum und Wohin und den Sinn machen würdest, müsste dein Lebensmotto ja nach Jack Sparrow lauten: "Nimm, was du kriegen kannst und gib nichts wieder zurück". Und du würdest nicht so einen Thread eröffnen.


    Ich möchte den Blickwinkel erweitern und mal eben weg heben von dem Zuviel an Bettwäsche und Möbeln.


    Warum hab ich so viel? Warum geht es mir so gut? Warum haben andere so wenig, geht es anderen so schlecht? Warum darf ich als Frau im 21. Jahrhundert in einem der freiesten und reichsten Länder der Erde in relativem Wohlstand leben, mit fantastischer medizinischer Versorgung, habe Zugang gehabt zu höchster Bildung, habe noch Zugang zu den Wissensquellen der Erde, bin begnadet mit einer Reihe von Fähigkeiten und durfte und darf noch sie unter fachkundiger Anleitung entwickeln .... und andere haben bzw. dürfen das nicht? Wie gehe ich mit diesem Missverhältnis um?


    Wenn ich die Frage so auslege, dann ist meine persönliche Überzeugung die, dass ich zuerst einmal dankbar sein darf für dieses unglaubliche Geschenk, das mir da zuteil geworden ist. Dass das Große Ganze (oder wie immer man die Weltordnung, die Schöpfung, das Universum, Gott... nennen möchte), mich da mit etwas ausgestattet hat, das ich annehmen und genießen darf und soll und das mir, und jetzt kommt's, eine Grundlage bietet, die ich nutzen kann. (Aber nicht muss). Gemäß Kant haben die Menschen die absolute Freiheit der Entscheidung. Ich kann mich also auch für Jack Sparrows Lebensweise entscheiden. Und ich komme deshalb nicht zu Lebzeiten und vermutlich auch nicht danach in die Hölle. Ich persönlich aber verstehe mich als Teil einer karmischen Kreisbewegung. Und da bin ich nun, weitgehend ohne eigenes Zutun, zumindest in diesem Leben, in einer höchst komfortablen Ausgangssituation. deshalb entscheide ich mich, nicht zu jammern über die paar Dinge, die ich NICHT habe und haben will. Keine Energie in negatives Denken und Reden und Handeln zu verschwenden. Entscheide ich mich, das Geschenk dankbar anzunehmen und zu sehen, dass ich ein bisschen mehr zurückgeben kann, als ich geschenkt bekommen habe. Und das ist ganz schön viel. Ich werde nicht die Welt retten, ich sehe meine Aufgabe (momentan, das Leben ist lang) nicht darin, im Globalen auf höchster Ebene mitzuspielen. Aber ich kann in meinem kleinen Kreis eine Menge Gutes bewirken und, das ist mir mehr und mehr wichtig, eine Menge Mist unterlassen. Meine Familie, meine Freund*innen, meine Kolleg*innen nicht zu be-lasten mit Überflüssigem Gejammer. Und zugleich zu genießen, dass ich mir ihrer Hilfe sicher sein kann, wenn ich sie tatsächlich benötige.


    Und die Sachen? Das Gerümpel? Marie Kondo und das ausgeräumte Elternhaus, was hat das damit zu tun?


    Das Leben ist lang, ich besitze heute nur noch 1/3 dessen, was ich noch vor ein paar Jahren hatte und es ist noch immer mehr, als ich als Kind hatte, deshalb haben manche kleine, eigentlich überflüssige Dinge für mich noch eine Bedeutung. Das wird immer weniger.Die Anhaftung an Besitz macht unfrei. Wenn ich beleidigt bin, dass niemand mein schönes geschnitztes Bett mehr haben will, dann muss ich es entweder behalten oder ohne Trauer wegschmeißen. Es ist nur ein Gegenstand.


    Wir kommen und wir gehen allein. Nackt und allein.


    Alles, was wir in diesem Leben "besitzen", an Gegenständen, aber auch an Menschen, Familie, Freunden, sozialem Umfeld, Gesellschaft, Heimat, geliebter Landschaft... ist uns nur geliehen.


    Wir dürfen es genießen. Wir dürfen, ja, wir müssen gut für uns sorgen, damit wir unsere Lebensaufgaben überhaupt bewältigen können.


    Am Ende folgt, davon bin ich überzeugt, KEINE Abrechnung. Aber für mich ist das die Lösung, wie ich mit dem Zuviel hier und dem Zuwenig dort umgehen und leben kann.