Beiträge von Susan Sto Helit

    Rechtlich musst du die vereinbarten Arbeitsstunden leisten plus etwaige angeordnete Überstunden.


    Ansonsten musst du dich mE fragen, ob du unter den Bedingungen dauerhaft arbeiten willst, denn es geht ja bis zur Professur so weiter.


    Von der Organisation her könntet ihr vielleicht versetzt schlafen, eine:r geht früh ins Bett, d. andere spät, sodass ihr gemeinsam mehr als 16h abdecken könnt und trotzdem jeweils Arbeitszeit, Betreuung und bisschen Freizeit für euch habt. Und ich würde auch den Samstag oder Sonntag als Arbeitstag dazunehmen.


    Ihr habt aber auch ein strammes Pensum mit Postdoc und zwei kleinen Kindern und dann noch einer fast vollen Stelle deines Mannes. Kann er nicht noch etwas reduzieren?

    Meine Tochter fragt, was die mit dem Girls- oder Boysday machen sollen, die sich unter divers einordnen?

    Ich würde sagen, da der weitere Sinn und Zweck des Tages ist, Muster aufzubrechen und Neues kennenzulernen, das man sich ohne "Anstupser" von außen vielleicht nicht angeschaut hätte, sollte ein Kind, das sich keinem sozialen Geschlecht zuordnet, sich einen Bereich anschauen, der ihm fremd ist und den es nicht unter den Top 10 der Berufe, die es eh schon interessant findet, einordnen würde.


    Also z.B. ein Kind, das eher sozial interessiert ist, könnte vielleicht bei einem Hedgefonds oder einer Investmentbank hospitieren. Ein Kind, das sehr friedlich ist, könnte bei der Bundeswehr reinschnuppern. Ein Kind, das vor allem sprachlich interessiert ist, könnte sich ein Handwerk anschauen. Ein Kind, das viel Zeit mit Basteln und Technik verbringt, könnte sich Pflege anschauen.

    Frage von meinen Kindern: warum denken so viele Menschen, erwachsene wie Kinder, dass Maedchen grundsätzlich besser malen und zeichnen können als Jungs?

    Das denken sie höchstens im persönlichen Kreis. Die „großen Künstler“ sind trotzdem Männer.


    Der Prozentsatz der Ausstellungsstücke von Künstlerinnen ist in vielen Museen im einstelligen Bereich, bei den „alten Meistern“ gibt es oft überhaupt keine Frauen.

    Das ist wie beim Kochen. Da sind auch die meisten gefeierten Stars Männer.


    So'n bisschen Zeichnen und Malen gehört zur Ausbildung für höhere Töchter, "richtige Kunst" nicht.



    Wobei ich neulich in München eine Ausstellung über eine ganz tolle Künstlerin besuchen durfte:


    Sie braucht aber ein Erwachsenenticket und ein Kinderticket, weil das ältere "Kind" schon 15 ist (Erwachsenenpreis).

    Ich habe in Erinnerung, dass Biologie zu den Studiengängen gehört, die eher weiblich belegt sind und wo es eher schwierig ist, einen Job zu finden.


    Und bei Chemie wird meiner Erinnerung nach häufig eine Promotion erwartet.


    Für ein Praktikum fiele mir noch ein, ob sie vielleicht in ein Umweltamt oder -ministerium schnuppern möchte. Weiß nicht, ob das jetzt zeitlich noch passt, aber wenn der Bereich sie interessiert, wäre das etwas, wo es ggf. relativ attraktive Arbeitsplätze gibt und damit anschauungswürdig.

    Mein Cousin habilitiert sich gerade in Chemie, das hört sich ziemlich spannend an und man hat viel Kontakt mit Kolleg:innen und Team-Mitgliedern.


    Eine Mitbewohnerin früher von mir promovierte in Pharmazie, das hörte sich aucv interessant an.


    Bei der Berufswahl bitte auch an die Verdienstmöglichkeiten denken, die.lumme sprach es ja schon an, aber ich wollte es nochmal unterstreichen, weil du lauter so mies bezahlte Frauenjobs aufgelistest hattest, für die man auch nicht unbedingt ein Studium braucht.


    Wenn sie Kontakt mit Menschen haben möchte, sollte sie auch überlegen, was für Menschen. Fachpersonal/Profis? Jedermann? Langfristige Kontakte, bei denen sie Bindung aufbaut oder viel Laufkundschaft?

    Austausch Hausbau? Hausbau-Stammtisch? Jour fixe Eigenheim?


    Ist ja auch die Frage ob das eher der Austausch über den Bau des Eigenheims sein soll oder eine Networkingelegenheit für Leute, die Großprojekte leiten.

    Ich finde es eigentlich total unverschämt von Unternehmen - es ist für Bewerber reines Glaskugellesen.

    Eigentlich ist es verhandlungstechnisch geschickt, den Ausgangspunkt der Verhandlungen zu bestimmen, Stichwort Ankereffekt.


    Man kann doch eine größere Spanne nenmen und dann dazuschreiben, dass man letztlich das Gehalt davon abhängig macht, wie die Arbeitsbedinungen im Übrigen sind.


    Jette, in deinem Fall könntest du dich zB sagen, ich erwarte ein Gehalt von x im ersten Jahr, das etwa einer Juniorposition plus Zuschlägen für verwandte Vorerfahrung und Verhandlungspuffer entspricht, und im zweiten Jahr dann y, und mit Verhandlungsbereitschaft nach unten, wenn a, b und/oder c gegeben sind.

    Ich fand es lohnenswert, ja.


    Hier, das hatte ich damals nach Hause berichtet:


    Salt Lake City hat mir dann wieder gut gefallen. Die Stadt ist sehr großzügig angelegt (der Tourguide neulich sagte, das Maß sei gewesen, dass ein Vierspänner Ochsen einen U-Turn machen konnte? Oder auch zwei?). Durch die Lage im Tal neben den Bergen kann man in Downtown an der Kreuzung stehen und hat quasi der Berge vor der Nase, das ist ziemlich cool. Die Innenstadt selbst kam mir eher flach und fahrradfreundlich vor. Es gibt teilweise extra breite Bike Lanes, teilweise haben Räder Vorfahrt. Es gibt mehrere Radstationen, wo man CityBikes mieten kannt. Downtown ist die Tram wohl kostenlos. Autoverkehr ist viel weniger als ich dachte. Das hatte ich alles so nicht erwartet. Ich bin aber, von zwei Bustouren abgesehen, alles gelaufen. Übrigens haben die meisten Fußgängerampeln akustische Signale, und zwar je nach Himmelsrichtung, in die man sich bewegt (Ost/West- oder Nord/Süd-Achse), zwei unterschiedliche Vogelstimmen. (-: Da fühle ich mich als Marburgerin doch gleich zuhause. ;-)


    Die Latter Day Saints sind natürlich sehr präsent mit ihren Einrichtungen, die oft echt schön sind. Der ganze Tempelkomplex ist unheimlich aufwändig gestaltet, mit großen Blumenbeeten, Bäumen und Wiesen. Die Blumen werden wohl wegen des Klimas alle paar Wochen ausgetauscht. Überall im Temple Square sind hilfsbereite Freiwillige der LDS unterwegs und es gibt eine ganze Reihe kostenlose Angebote - Führungen durch das große Versammlungshaus (inklusive des mit Bäumen und Blumen und Wasserfällen bestückten Dachs mit einem schönen Ausblick), zweimal am Tag Orgelmusik, an den meisten Abenden Konzerte, zweimal pro Woche kurze Auftritte des Tabernacle Choirs, Museum... Den Tempel darf man ohne Empfehlungsschreiben des eigenen LDS-Bischofs/Priesters nicht betreten, aber alles andere schon.


    Ich habe zwei Bus-Touren gemacht, die beide ziemlich nett waren, mit sehr professionellen, unterhaltsamen Führern. Einmal durch Salt Lake City und einmal zum See. Meine einzige Kritik wäre, dass für manches noch mehr Zeit hätte sein können, zum Beispiel um im See zu baden. Der See enthält ziemlich viele Brine Shrimp, die am Ufer verenden und dann von Fliegen aufgefressen werden, die wiederum von Spinnen aufgefressen werden. Entsprechend appetitlich sind Ufer und Wassersaum... aber ich glaube, wenn man weiter raus watet, wird es etwas besser. Ich war nur bis zu den halben Waden im Wasser, für richtiges Baden hätte ich persönlich mehr Zeit gebraucht (und Flipflops sowie einen Eimer Frischwasser am Ufer, denn zum Ganzkörper-rinse off war es ziemlich weit über Kies, und das Salzwasser brannte etwas unangenehm auf meinen rasierten Beinen, sobald es trocknete). Wegen der Brine Shrimp riecht es auch nicht so gut dort...