In meinem Nahumfeld gibt es ein konkretes Beispiel für die Nachteile der (mehr oder weniger) Hausfrauenehe:
20 Jahre lang verheiratet, mehrere Kinder, dann Scheidung.
Kein Ehevertrag. Bei der Scheidung Versorgungsausgleich.
Er hat von vor der Hochzeit bis zur Pensionierung Vollzeit gearbeitet, Besoldungsgruppe R1 bzw. R2. Das ist ähnlich wie Lehrkräfte am Gym, etwas mehr. Plus diverse Nebenjobs.
Sie hat Lehramt auf Gym studiert, aber dann zu Beginn der Ehe die Kinderbetreuung übernommen und kein Referendariat gemacht. Während der Ehe hat sie phasenweise Teilzeit als ungelernte Kraft im Verkauf gearbeitet.
Nach der Trennung hatte sie die Betreuung der Teenager-Kinder am Hals und musste sich einen Job suchen. Mit Mitte 40 noch ins Ref kam nicht in Frage. Sie ist dann jobmäßig in der Altenpflege im weiteren Sinne gelandet und hat schließlich TVÖD 9 bekommen. Sie hat nach der Trennung noch ca. 18 Jahre für Geld gearbeitet, erst in Teilzeit, dann Vollzeit, dann wieder in Teilzeit, weil sie es belastungsmäßig nicht gut verpackt hat.
Jetzt sind beide in Rente bzw. Pension. Seine Pension ist, obwohl er im Rahmen des Versorgungsausgleichs natürlich erheblich Rentenpunkte abgeben musste, ungefähr doppelt so hoch wie ihre Rente.
Hätten sie keine Kinder bekommen, wäre sie wahrscheinlich Lehrerin geworden und stünde jetzt vermutlich finanziell deutlich besser da. (Ebenso natürlich, wenn er daheim geblieben wäre und sie nicht, oder wenn beide in der Kinderphase Teilzeit gearbeitet hätten, aber das kam nicht in Frage.)
Sie war allerdings gerne Hausfrau und war nie gerne erwerbstätig. Sie schätzte die Freiheiten in der Gestaltung und dass sie es nicht so anstrengend fand. Und sie hat natürlich deutlich mehr Zeit mit den Kindern verbracht als er, erst Recht nach der Trennung.