Annie den Film habe ich letztes (?) Jahr im Kino gesehen und fand ihn wirklich interessant.
Ich möchte Ruth Klüger ergänzen::
Ruth Klüger (30. Oktober 1931 – 6. Oktober 2020) war eine österreichisch-amerikanische Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Überlebende des Holocaust.
Ruth Klügers Mutter, die ein Kind aus erster Ehe hatte, kam aus einer wohlhabenden Ingenieursfamilie, ihr Vater war der sozialistische Frauen- und Kinderarzt Viktor Klüger.
Bereits in ihrer Kindheit erlebte Ruth Klüger den Antisemitismus und die systematische Ausgrenzung der Juden aus dem öffentlichen Leben in ihrer Heimatstadt, auch in ihrer eigenen Familie.
Ihr Vater musste nach dem Anschluss Österreichs 1938 nach Frankreich fliehen, er wurde 1944 im KZ Auschwitz vergast.
Ihr Halbbruder Jiří wurde 1941 aus Prag nach Riga deportiert und dort in einem Massaker von den Deutschen erschossen.
1942 wurde Klüger im Alter von elf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter ins KZ Theresienstadt deportiert. Anschließend war sie im Theresienstädter Familienlager des KZ Auschwitz-Birkenau und danach in Christianstadt, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen.
1945 gelang Klüger gemeinsam mit ihrer Mutter die Flucht während eines Todesmarsches.
Nach dem Krieg lebte sie mit ihrer Mutter im bayerischen Straubing in der Amerikanischen Besatzungszone, wo sie ein Notabitur ablegte.
1946 nahm Klüger im Alter von 15 Jahren ein Studium an der damaligen Philosophisch-theologischen Hochschule in Regensburg auf. Ein Studienkollege war Martin Walser, den sie in weiter leben in der Figur des Christoph darstellte. Die Freundschaft, die sich aus dem Studium entwickelte, beendete Klüger 2002 durch einen Offenen Brief an Walser nach dem Erscheinen seines Romans Tod eines Kritikers.
Nach dem Krieg emigrierte Ruth Klüger 1947 in die USA. Dort studierte sie Anglistik und Germanistik.
Von 1980 bis 1986 war sie Professorin an der Princeton University und danach Professorin für Germanistik an der University of California in Irvine sowie seit 1988 Gastprofessorin an der Georg-August-Universität Göttingen.
Klüger veröffentlichte 1992 ihre berühmte Autobiographie „weiter leben. Eine Jugend“, in der sie ihre Erlebnisse als Kind und Jugendliche im Nationalsozialismus verarbeitete.
Sie befasste sich mit Heinrich von Kleist und war langjährige Herausgeberin der Zeitschrift German Quarterly.
Ihre 1996 erschienene Essaysammlung Frauen lesen anders fand große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.
2005 war Ruth Klüger Dozentin im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur. Sie war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und in der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal.
2008 veröffentlichte Ruth Klüger unter dem Titel unterwegs verloren eine Fortsetzung ihrer Autobiographie, die sich den Jahren im amerikanischen Exil und danach widmet.
Klüger galt als scharfsinnige Kritikerin der deutschen Nachkriegsgesellschaft und setzte sich in ihren Essays und Vorträgen intensiv mit Erinnerungskultur, Feminismus und Literatur auseinander. Ihr Werk prägte die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der deutschen Geschichte nachhaltig.
Ich habe beide Teile ihrer Autobiographie gelesen. Ich fand sie gut zu lesen und interessant.