Beiträge von amanelil

    Ich bin ja bekanntlich keine Freundin von Cantienica. Mir ist die Sprache völlig fremd und letztendlich das Ganze fachlich gesehen zu undifferenziert und unpräzise. Ein Grundbaustein/Inspirationsquelle von Benita Cantieni war die Spiraldynamik. Leider sind ihr bei der Entwicklung ihrer Methode ziemlich wichtige Elemente aus der Spiraldynamik verloren gegangen: Brustkorbaufrichtung, Rotation im gesamten Brustkorb, Integration der unteren Rippen, eine Bewegungsdimension des Beckens im Gehen, nur um mal die meiner Meinung nach wichtigsten Elemente zu nennen.
    Für ein reines Beckenbodentraining im Sitzen oder Stehen mag es funktionieren, sobald aber eine Dynamik dazukommt wie z.B. gehen funktioniert es in meinen Augen überhaupt nicht. Als Haltungsschulung und um Rückenschmerzen loszuwerden halte ich es nur sehr begrenzt für geeignet.


    Konkret mit Darmsenkungen kenne ich mich nicht aus, für die gesamte Beckenbodenkoordination kann ich dir eine Spiraldynamik-Gangschulung sehr ans Herz legen. Richtig gegangen ist der Beckenboden bei jedem Schritt funktionell sinnvoll eingebunden und du hast bei jedem Schritt ein gutes gratis Beckenbodentraining. Was ich auch gut finde ist das BeBo-Konzept, die haben auch ein cooles Gerät um die Beckenbodenaktivität zu messen.

    Gibt es denn irgendeinen Sport, der dem Beckenboden hilft?

    ja. Gehen und Laufen, allerdings vorausgesetzt du koordinierst deine Beckenbewegung gut. Das machen die wenigsten und während einer Schwangerschaft geht das meist erst recht verloren, bedingt durch den Bauch und der geburtsvorbereitenden Lockerung der faszialen Strukturen des Beckens.


    Das einzige, was ich dir hierzu empfehlen kann ist ein gutes Spiraldynamik-Coaching. Zur Info: Cantienica baut eigentlich auf Spiraldynamik auf, leider gingen in der Methodenentwicklung aber (gerade beim Cantienica go!) an verschiedenen Orten Bewegungsdimensionen und zentral wichtige Elemente verloren. Ich kenne inzwischen mehrere Trainerinnen, die vom Cantienica zur Spiraldynamik gekommen sind, weil sowohl für sie selber, als auch für ihre Kundinnen Cantienica ab einem gewissen Punkt einfach nicht weitergeht und mehr Probleme schafft, als es vorher gelöst hat.


    Meine eigene Erfahrung: mein Beckenboden war immer ok, seitdem ich aber anders gehe (und dadurch auch erstmals in meinem Leben Laufen gehen kann, ohne dass mit was weh tut und es auch noch Spaß macht!!!) ist mein Beckenboden tiptop. Ohne eine einzige zusätzliche Übung.

    Hier auch noch eine Stimme für Training, Und inzwischen würde ich von Cantienica eher abraten. Oder wenn schon, dann nur Cantienica bei einer, die eine solide Grundausbildung hat und noch weitere Qualifikationen. Auf den Cantienica Bildern stehen alle, ausnahmslos alle im Hohlkreuz, das finde ich nicht empfehlenswert.

    Das Bebo-Konzept ist ganz gut. Beckenbodenzentrum ist sicherlich auch eine gute Adresse.

    Ich denke neun Monate darf frau ihrem Körper auch wirklich geben zur Regeneration. Training ist unter Stillhormonen wahrscheinlich nicht ganz so effizient wie nichtstillend, aber es passiert nicht nichts. Ärzte sind in aller Regel keine Spezialisten für Training (sollen sie ja auch nicht sein) und haben meistens wenig bis keine Ahnung davon.


    Langer Rede, kurzer Sinn: ich würde weiterstillen und mir eine sehr gute Trainingsbegleitung suchen. Toitoitoi, das wird!

    Ich finde, das klingt nach Stauchung/Zerrung, aber nicht so dramatisch, dass ich zum Arzt gehen würde. Ist es denn geschwollen? Ich würde etwas schonen, dann gucken, wie die Fußsohle auf die Fastenkugel reagiert, langsam mobilisieren. Ich würde zum Arzt wenn es in den nächsten Tagen nicht langsam besser, sondern schlimmer wird.

    AM besten empfehle ich meiner Tochter, sie soll behaupten, sie schreibe die Schweizer Schreibweise, da gibt es kein scharfes s mehr :D, hab ich gelesen.

    Die Schweiz kannte noch nie ein scharfes s. Das gab es bei uns schon vor 40 Jahren nur in Büchern aus Deutschland.

    Das stimmt so glaube ich nicht. Hier um die Ecke gibt es auf jeden Fall noch alte Straßenschilder mit ß drin. Ich finde die schweizer Regelung mit nur Doppel-S sehr unlogisch und verstehe echt nicht, warum die Schweizer hier ein Extrasüppchen kochen. Zumal die Doppel-S-/ß-Regel nach der neuen Rechtschreibung wirklich bestechend einfach und logisch ist. Für die Kinder in der Schule ist es auch doof, finde ich, weil doch die meisten Bücher, die sie in die Hände bekommen in deutscher Rechtschreibung geschrieben sind.


    Edit: da, wo ich herkomme, hat die Maß Bier auch ein langes A

    Meines Wissens nach wird ein Fersensporn in der Fachwelt zunehmend nur noch als Plantarfasziitis diskutiert, also als Entzündung der Faszie der Fußsohle, unabhängig von einer Knochenausziehung.


    Deiner Beschreibung nach könnte es sowas sein...


    Wenn es das ist könnten Crocs helfen, wirklich weiche Einlagen gehen genauso. Hochdosiert Kurkuma mit schwarzem Pfeffer wirkt entzündungshemmend hab ich mal von den Fastenforschern gehört. Ebenfalls häufig erfolgreich ist statisches Dehnen im niedrigen Intensitätsbereich mit länger Dauern und das langsame Ausrollen der Plantarfaszie mit einer Faszienrolle/Igelball/Tennisball.


    Gute Besserung!

    Sedativa aus meiner beuflichen Sicht: Ja, es ist leider normal, sehr viele Leute plagen sich mit Rückenschmerzen und nein, es ist nicht normal, das muss so nicht sein. Dass sich das von alleine wieder löst, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Aber mit einer Kombination aus einer guten therapeutischen Unterstützung und gezielter Bewegung bzw. Training lässt sich da meist sehr viel verändern. Es ist manchmal nicht so einfach, die richtig guten Leute dafür zu finden, bzw. die, die das drauf haben, was dir hilft. Leider sind Therapeuten und qualifizierte Bewegungsleute häufig nicht vernünftig miteinander vernetzt.


    Wenn du Zeit und Muße hast, dich durch Youtube zu wühlen kannst du mal nach Liebscher und Bracht oder Strong and Flex suchen, die beiden Kanäle find ich von den Übungen her ganz gut. (Mich nervt ja meist das Getue und das Gelaber und so, aber das hat ja mit der Übungsqualität nix zu tun) Dirk Beckmann find ich auch gut.


    Mein absoluter Favorit in meiner bisherigen Laufbahn ist das Spiraldynamik-Konzept. Da gibts auch einige Physios, die das als Weiterbildung besucht haben. Damit komme ich in meinem beruflichen Alltag (Leute nach Physio/Schmerztherapie dauerhaft schmerzfrei trainieren) am weitesten. Da gibt es aber leider kaum Videos online.

    Das klingt nach sehr ungünstigen Physiobedingungen, bei eh schon ungünstigen Bedingungen für Physios. Ich hab mich erst letzte Woche in meiner Weiterbildung mit einer Physiotherapeutin unterhalten. Die hat sogar "großzügige" 30 min pro Patient und sagt, es ist viel zu wenig. In der Zeit kann man ein bisschen massieren und behandeln, was ja auch OK ist, aber für wirklich gut Übungen anleiten, sodass der Patient sie korrekt umsetzen kann zuhause reicht ihr das nie und nimmer. Sie sagt auch, dass das was die unterschiedlichen Physios an Therapie machen extrem unterschiedlich ist. Also: alles in allem ist das nicht so einfach.


    Hättest du den die Zeit/Möglichkeiten/finanzielle Ressourcen/etc. das auch jenseits der Krankenkassenfinanzierung anzugehen?

    Hier noch eine Stimme für eine gute Physiotherapie bzw. ein vernünftiges Training.
    Hat die Physio dir bei der Schulter geholfen?


    Es gilt nach wie vor der alte Spruch "Gegen Rücken hilft Muskel"

    Das würde ich nicht so ohne weiteres einfach unterschreiben. Klar spielt die Muskelmasse bzw. die Kraft eine Rolle. Beweglichkeit und Koordination sind allerdings auch nicht zu unterschätzen. Ein gutes Training beachtet mMn möglichst viele Faktoren der Bewegung (Kraft, Beweglichkeit, Haltung, Ansteuerungsfähigkeiten, Bewegungsmuster... ). Einfach nur die Rückemuskeln zu trainieren meiner Erfahrung nach ist oft nicht zielführend.


    Bei Rückenschulen empfehle ich dir, sehr genau auf die Qualifikationen und das Konzept zu achten. Es gibt sehr gute und weniger gute. Ich finde es immer wieder entsetzlich, mit wie wenig Ausbildung häufig solche Kurse angeboten werden dürfen.


    Und noch ein Input aus meinem Studium: Mein Orthopädie-Prof sagte immer, dass es nicht mal eine eine Korrelation gäbe zwischen optischen Wirbelsäulenzuständen sichtbar in einem Röntgen/MRT und Schmerzzuständen. Es gibt es anscheinend gar nicht so selten, dass man z.B. wegen Lunge röngt und optisch grauslige aber schmerzfreie Wirbelsäulenzustände findet und Leute mit massiven Schmerzen, bei denen alles auf dem Bild soweit OK aussieht. Eine vermeintliche Kausalität zwischen im Bild dargestellter Situation und Schmerzzustand ist also durchaus mit Vorsicht zu genießen. Das ist mir sehr geblieben.

    eine Versteifung zwischen C1 und C2 wird die eine stärkere Einschränkung in der HWS-Rotation bescheren, laut Lehrbuch hast du in der HWS pro Seite insgesamt 50° Rotation, wovon 35° zwischen C1 und C2 passieren. Die BWS kann aber eigentlich auch gut rotieren, kompensierbar ist das also ein Stück weit. Die Segmente, die um die Versteifung drumrum die Kompensation übernehmen, werden dadurch stärker belastet und man sollte schauen, dass sich keine Hypermobilitäten entwickeln.


    Hat einer der Ärzte die Möglichkeit von Physiotherapie in den Raum gestellt? Ich bin bzgl. HWS nicht die absolute Spezialistin, aber ich würde an deiner Stelle versuchen abzuklären, ob durch ein gezieltes Training der HWS-nahen Muskelstränge etwas Stabilisierung geschaffen werden kann. Da du ja momentan beschwerdefrei und die Geschichte grenzwertig ist, würde ich das versuchen, bevor ich einer OP zustimme, die neben den Einschränkungen ja auch ein OP-Risiko hat.

    Das bringt mich auch zu dem Gedanken, dass man beim Barfußlaufen ja nicht mit dem Fersengang, sondern über den Ballen bzw. mittig und dann erst nach hinten abrollen sollte. Ich glaube, dass dies fürs Barfußlaufen, gerade wenn man es nicht gewohnt ist, ganz wichtig, weil man ja eben keine künstliche Federung hat. Die Expertinnen korrigieren mich bitte falls ich Unsinn erzähle!


    Ich mache auch mit den Barfußschuhen automatisch kleinere Schritte und fuße vorsichtiger, bedächtiger auf, aber manchmal, gerade wenn ich im Stress schneller laufe, muss ich mich auch daran erinnern nicht so zu trampeln Vielleicht hilft das ja jemandem.

    Der Ballengang ist durchaus sehr umstritten. Kleinere Schritte und sanfter Aufsetzen ist eine gute Idee. Das beste an online verfügbarem Statement zum Ballengang hab ich hier gefunden:
    https://www.barefoot-academy.c…rte-gangart-des-menschen/

    Mit manchem, was der sagt bin ich zwar auch nicht so ganz einverstanden, aber den Beitrag finde ich ziemlich gut.