Das was ihr bisher an Kindergeld bekommen habt, zahlt er euch mindestens für Essen und Wohnen. Und seinen Teil an der Hausarbeit muss er ebenfalls leisten.
Geht sicher nicht von heute auf morgen, aber er fühlt sich ja nun erwachsen und ist es ganz formal auch.
Nur wie kommt man dahin, wenn das „Kind“ nicht mitmacht?
Hängt das nicht sehr davon ab, wie die Beteiligten drauf sind und zueinander stehen?
Man würde doch normalerweise erst einmal freundlich miteinander sprechen. Von dort aus kannst du es fast beliebig eskalieren bis zum hochkantigen Rauswurf.
Es ist eigentlich genau so wie fibula es beschreibt. In der Theorie stimme ich JooBoo zu, und so ist auch die Regel hier. Aber es klappt nicht.
Und ja ich weiß das 19 noch jung ist, aber wir haben den Zustand schon länger hier. Er macht sein eigenes Ding. 22/23 habe ich ihn durch den Schulabschluss geschleust, alles mögliche an Krankmeldungen geschrieben und ihn ständig zur Schule gefahren, weil er nicht 10min. früher aufstehen konnte um den Bus zu schaffen. Ich hab ihm alles mögliche nahe gelegt, was ihm mehr liegen würde als weiter zur Schule zu gehen. Aber er meint Abi schafft er problemlos. Nach 3 Monaten gemerkt, dass ist nichts, dann ein 3/4 Jahr nur pseudomäßig 2-3x zur Schule, dann 24/25 1. Jahr Fachoberschule, mit Praktikum integriert. Mein Morgenprogramm bestand darin ihn aus dem Bett zu komplementieren und irgendwie die badezimmerzeiten zu organisieren, damit alle sich morgens fertig machen können. (Meist hat er 20min. geduscht, alle anderen sich verspätet oder in der Küche Zähne geputzt, damit er sich dann nach dem duschen wieder hinlegte, „ne ich geh doch nicht, heut ist nicht so wichtig…“ im Herbst 25 dann abgebrochen, ist ihm doch zu stressig, er braucht erstmal Geld. Nun ist jobben (Essenslieferdienst) angesagt. Soll er gerne machen. Meinetwegen auch die nächsten Jahre.
Und ja klar sollte sich hier zu Hause was ändern. Wir sind nicht wirklich streng, setzen eigentlich immer auf gute Beziehungen untereinander. Aber wir nerven ihn und er hat keinen Bock auf uns. Man muss dazu sagen, dass er auch wenig Hilfe möchte. Abgesehen von dem Pascha Leben, aber im Endeffekt ist er ja auch da genügsam. Keine Wünsche, keine eigenen Ideen, er nimmt es so wie es ist. Wenn ich ihm hinterherrenne, dann macht er auch was. Aber wann? Als Beispiel, ich bitte ihn morgens den Müll rauszubringen, ja macht er später, jetzt kann er grad nicht, im Endeffekt ist der Müll dann nach 5x dran erinnern zwei Tage später draußen, und dazu geht er uns aus dem Weg, weil wir ja nerven. Und so geht es mit allen Themen. Natürlich wissen wir was wir machen könnten, aber es hilft nicht, das andere da leichter unter Druck zu setzen sind oder Gespräche helfen. Bei ihm nicht. Ich weiß ihr meint es nur lieb, aber mir helfen die Aussagen nicht wie ihr das handhaben würdet.
Er holt sich Tipps von anderen Leuten, der Pizzalieferchef hat ihn auf die externen Prüfung gebracht, hat er im Gastrobereich selber gemacht.
Der Vater eines Kumpels ist Immobilien Makler und lebt in der Schweiz und hat Häuser in Australien, der hat das nie gelernt. Also braucht man sowas nicht.
Aktuell ist er am überlegen in irgendwelchen Minen oder Bohrinseln zu arbeiten kurze Zeit, da verdient man richtig viel.
Soll er alles machen, über jedes bisschen Motivation und Eigenleistung mehr als seine Tagträume, bin ich dankbar.
Ich frag mich eben nur, wielange zuschauen (Hilfe lehnt er ja eh ab) und wieviel Gelaber über Ausbildung ist doch wichtig.
Ich sehe ihn jetzt auch noch nicht in der Ausbildung, alleine jeden Morgen los, wäre nichts für ihn.
Interessen? Er macht gerne Sport. Und ansonsten würde er gerne mit Geld und Statussymbolen zu tun haben. Handwerk ist zu dreckig und anstrengend, soziales absolut nicht sein Ding.