Beiträge von Arnoli74

    Finde ich merkwürdig, bei uns gabs eine feste Schlafenszeit, einen Schlafraum, Betten, Decken, Kissen und ein schönes Ritual für alle, die schlafen wollten und sollten. Bis ins Vorschuljahr. Mein Sohn hat bis zum Schluss Mittagsschlaf gemacht und es war ein Segen - dadurch ist er Nachmittags frisch durchgestartet und wir hatten nach Kitaschluss auch noch was voneinander.


    Ich finde nicht so sehr die Matratzen-Frage schwierig, sondern die Aussage, dass Schlafen im Konzept nicht vorgesehen ist. Was soll das denn heißen? Am besten sind doch alle Grundbedürfnisse im Konzept berücksichtigen und es ist doch erwiesenermaßen gut für kleine Kinder Mittags zu schlafen (so sie es denn wollen)....

    Ich hab lange in unmittelbarer Wiesn-Nähe gewohnt und würde sagen: Geht schon. Ist halt voll und man merkt die "Klientel", viele Betrunkene, gerne auch in Gruppen. Ich finde aber rund um den Marienplatz ist das keine große Einschränkung, das ist ja eh immer touristisch gut bevölkert. Und trotzdem schee :D

    Oooh, das wärmt mein Herz, das ist so holländisch 8o Und ich erlebe das schon mein Leben lang, habe aber noch nie darüber nachgedacht. In den Niederlanden verteilt man halt einfach die zu transportierenden Güter + Kinder auf die vorhandenen Fahrräder und los geht's. Da gehören Fahrräder mit 3 Personen drauf zum normalen Straßenbild, auch Kids, die sich nach der Schule gegenseitig mitnehmen etc.

    In D würden einen die Eltern des Besucherkindes vermutlich anzeige zumindest aber wären sie sehr verstimmt, wenn sie am Abend erführen, dass man ihr Kind zusammen mit dem eigenen auf einem Fahrrad transportiert hätte #pfeif


    Edit: Natürlich sind das andere Fahrräder....

    Die Rede zeigt doch ausschließlich, dass sie weiß, was sie da tut. Das ist ihr Ding, ihr Antrieb, ihr Thema, ihre Angst und ihr Engagement. Ich bin so froh, dass es sie gibt und habe nicht die leiseste Ahnung, wie es zu diesem absurden Vorwurf der Instrumentalisierung kommt. Das fängt schon damit an, dass die Klimawandelleugner da eine Lobby unterstellen und ich bin total ratlos, welches Geschäftsfeld hier nun von einer feindlichen Klimaschutz-Industrie befeuert werden soll. Jaah, es gibt hier auch Technologien und bestimmt auch Geld zu verdienen, aber das ist doch genau nicht das Thema.


    Ich bin da fast geneigt zu sagen, dass noch nie ein Kind für einen besseren Zweck instrumentalisiert worden wäre - wenn ich nicht sehr davon überzeugt wäre, dass die einfach so ist, wie sie ist. Sie gibt unseren Kindern ein Role model für ein mächtiges Kind, für ein Kind, das gehört wird. Ich arbeite in der Kommunikation und weiß, dass man diese Öffentlichkeitswirkung mit Geld nicht hätte kaufen können. Und zwar auch nicht mit viel Geld.

    Sie muss nicht geschützt werden, denn sie fragt nicht nach Schutz. Sie ist total authentisch, was sehr gut daran erkennbar ist, dass man diesen Auftritt deutlich besser verdaulich inszeniert hätte. Ist aber nicht inszeniert, ist einfach eine aufgebrachte und verzweifelte junge Frau. Die das auch bis zum Ende durchzieht. Sie hat Eltern, die sie begleiten und ihr helfen, denen das Thema sicher auch ein Anliegen ist. Aber das kann doch wohl nicht der Vorwurf sein.

    Ich glaube, sie braucht keinen Schutz, ich glaube, das macht sie stark. Mein Kind macht sie auf jeden Fall stärker, denn das sowas möglich ist hätte ich nie gedacht. Ich hab sie an ihrem zweiten Freitag in Stockholm vorm Parlament sitzen sehen und meinem Sohn davon erzählt. Der hat gefragt, ob das was bringt und ich hab gesagt, dass jeder kleine Schritt was bringt. Gedacht habe ich habe: mmmh, ich glaube eher nicht.

    Und jetzt kenne ich so viele Dinge, die wir anders machen, die andere anders machen, die wir überdenken, Dinge, die wir schon geändert haben oder noch ändern werden... viele viele kleine und ein paar größere Dinge. Alleine diese Effekte sind schon erstaunlich. Aber diese kleine Person hat das Thema auf die internationale Agenda zurückgeholt - die Welt beschäftigt sich mit Klimaschutz. Ich finde das ein unglaubliches Phänomen und eine unfassbar tolle Person.

    Bei uns schon. Nerf heisst ja gegeneinander spielen und nach kürzester Zeit gibt es Streit und Geschrei und ich muss die Dinger kassieren.

    Mmmh, was machen denn Jungs in bestimmtem Alter anderes als gegeneinander spielen? Bei uns war das immer super, weil viel Bewegung und draußen. Und außerhalb meiner Reichweite, ich hätte also auch nichts einsammeln können...

    So sehe ich das auch. Daher fände ich es auch am allerschönsten, wenn die Ignorier-Funktion wirklich nur bei größerer Not und nicht bei "nervt halt doll" angewendet wird... aber wie schon geschrieben: Darüber würde ich - solange die Möglichkeit existiert - nicht urteilen wollen.


    Aber Staubflockes Worte sind ziemlich genau das, was ich nur für mich darüber denke

    Arnoli74 mindestens einmal hatte ich etwas gelesen a la “wie du weißt ...“, so hatte ich die anderen auch eher verstanden. Oder eben als Hinweis an alle, dass sich niemand wundert, wenn x nicht auf y antwortet.

    Ansonsten ist das für mich reine Theorie - ich gehe davon aus, dass man das mitbekommt, wenn man zitiert wird - entweder über die Benachrichtigungsklingel, über ein geschachteltes Zitat, ...

    Warum ich (!) Mitteilen würde, wenn ich jemanden ignorierte, hatte ich doch gerade oben geschrieben?

    Ich glaube, ich verstehe den Grund einfach nicht, weil ich nicht verstehe, warum du ignorieren würdest. Wenn du den anderen nicht lesen willst, dann bleibst du halst dabei. Dann liest du nicht, dass du zitiert wirst.

    Der/die andere wird sich nicht wundern, dass du nicht antwortest, denn das ist ja (in deinem Bespiel) bekannt. Ob sich nun jemand anders sich wundert, kann man ja abwarten und bei Rückfragen beantworten.

    Wenn die Ignorierte es zu bunt treibt, spricht ja auch nichts dagegen, den Hinweis zu wiederholen. Aber halt per PN. Oder sich ggf. ans Team zu wenden.


    Ich finde nicht, dass es nötig ist, diesen Sachverhalt öffentlich zu diskutieren, zumindest fällt mir kein Beispiel ein, in dem das zwingend nötig wäre. Und ich habe nun hier auch niemanden gelesen, der das für elementar hielte. Daher meint ich mit dem "es müsse sich nur noch herumsprechen", dass man das durchaus zu einem Teil der Umgangsregeln aka Forums-Etikette machen und als Kompromiss betrachten kann.

    Arnoli74 dass sich herumsprechen muss, dass alle sich da einig sind, war bewusst so formuliert?

    Denn ich bin da eher bei Trin . Würde ich jemanden ignorieren, der das prinzipiell wissen, und der mich immer wieder direkt ansprechen in einem thread könnte, so ein Hinweis auch von mir kommen. Nicht als “bäh du stinkst und ich mach das öffentlich und würge Dir eins rein“, sondern als höflichen hinweis “natürlich darfst du dich dazu äußern, solltest du mich direkt ansprechen, weil du willst, dass ich das lese oder gar reagiere, ist das mühe, die vergebens ist.“

    Es ging ja gar nicht um den Fall, dass die Ignorierte das schon weiß, sondern darum, diese Sachverhalt vor Publikum mitzuteilen.


    Aber bei deiner Ausführung fällt mir eine Frage ein:


    Wenn diejenigen, die die Ignorier-Funktion zum selektiven Lesen nutzen, dann also in echt gar nicht ignorieren, sondern lesen, was bedeutet das dann für den Dialog? Ist der ausgeschlossen? Oder behaltet ihr euch vor, dann doch auf diejenige, die ihr ja eigentlich ignoriert zu antworten? Und falls letzteres: WARUM ist es dann wichtig, mitzuteilen, dass ihr sie ignoriert? Und falls ihr nicht/nie antwortet: Warum dann nicht komplett ignorieren? Ihr antwortet nicht, warum dann lesen? Und wenn ihr nicht lest: Warum seht ihr denn dann, das auf euch geantwortet wurde?

    Xenia , ich verstehe was du meinst und gebe dir auch insofern recht, dass die Nutzung der Funktion per se Störungen verursacht. Es ist einfach hinderlich, wenn nicht alle alles lesen (können) bzw. nicht alle gelesen werden und allgemein, wenn nicht alle denselben Kenntnisstand haben. Ich bin das eigentlich sehr bei Ebura wenn es nicht um harte Angriffe, übergriffiges Verhalten etc. geht, bin ich immer dafür, das anders zu lösen.


    Aber scheinbar gibt es ja Userinnen, die die Funktion aus dargelegten Gründen wirklich wichtig finden - und (ich weiß nicht mehr von wem aber) es wurde schon geschrieben: Die stört nicht dramatisch, macht nur teilweise Probleme. Ohne die Funktion würde vermutlich auch nichts dramatisches passieren, aber es gäbe teilweise andere Probleme... ein bisschen Pest oder ein bisschen Cholera sozusagen....


    Und solange es ist wie es ist kann man - finde ich - niemandem einen Strick draus drehen, dass die Möglichkeit genutzt wird: Um Threads auszublenden, sich nervende Antworten für später aufzuheben, das eigene Nervenkostüm nur selektiv oder gar nicht zu beanspruchen.... aus dem oben geschriebenen ergibt sich, dass ich es netter finde, nicht zu blockieren oder blockiert zu werden und es begrüße, wenn alle das sparsam einsetzen.


    Am wichtigsten finde ich allerdings, dass es eben nicht dazu dient jemandem eins auszuwischen bzw. besondere Dramatik zu demonstrieren.


    Ich wundere mich (zum Thema Dramatik) auch sehr regelmäßig über Userinnen, die ständig "raus hier" sind oder Pause brauchen und dann wieder nicht und doch wieder da sind und wieder weg... aber das macht dann zumindest jede nur für sich. Beim Blockieren gibt es halt immer noch eine Gegenseite, die ja unwillkürlich involiert wird, sobald das offengelegt wird.

    Insofern, trotzdem, danke für diesen Thread, ich geh jetzt nochmal meine Ignore-Liste putzen und entschuldige mich nochmals ausdrücklich bei claraluna und Xenia, da ich euch offenbar verletzt habe mit meiner eigentlich nur als praktisch empfundenen "Aufklapp-Option" und der Tatsache, dass ich das flapsig hinformuliert habe und mal wieder frech von mir auf andere geschlossen habe. Es tut mir leid.

    Dier Frage war ja eigentlich nicht, warum du jemanden blockierst, sondern warum es nötig war, dass zu erwähnen. Heißt in dem Fall das "von dir auf andere schließen", dass es du den o.g. Ausspruch "Jetzt weiß ich wieder, warum ich dich ignoriere" nicht als (potenziell) kränkend empfinden würdest? Oder meintest du den mit flapsig?


    Ich glaube, damit, das die ein oder andere einen blockiert müssen wir alle hinnehmen, solange es diese Funktion gibt und ich würde auch - anders als z.B. Spinosa da auf patrick*star geantwortet hat, daraus keine Wertung ziehen wollen (im Sinne, dass es nicht fair der TS gegenüber wäre...). Solange es die Funktion gibt finde ich es im virtuellen Zusammenleben zweckmäßig aus dem eigentliche blockieren keinen Angriff auf die einzelne zu lesen.


    Und genauso sind sich ja auch alle einig, dass es kein guter Stil ist, zu blockieren und diese Tatsache also kränkendes Element vor Publikum auszubreiten. Das muss sich dann nur noch rumsprechen würde ich sagen ;)

    JooBoo Ah, ok, verstehe. Aber scheinbar gibt es auch noch andere, die die Funktion so nutzen, sonst wäre der Fall (auf den sich das Team bezieht) ja nicht aufgetreten.


    Es geht doch auch gar nicht darum, dass sich diejenigen, die das in der Vergangenheit so gemacht haben, jetzt zu Wort melden und sich rechtfertigen. Ich hab es einfach als Wunsch an den künftigen Umgang mit der Funktion gelesen. Und die kann man ja auch nachlesen, falls man gerade nicht da ist...

    Bezog sich das auf mich? Falls ja:

    ich finde es etwas unglücklich, das Thema jetzt zu bringen.

    Die einzige userin bei der es mir aufgefallen ist, ist aktuell nicht hier.....


    Was, wer ist nicht hier? Sorry, ich hab was verpasst glaube ich... Ich wollte nicht zu Mutmaßungen anstiften, es war auch keine große Sache. Von mir aus, kann ich das auch gerne wieder rausnehmen... bzw. darf das gerne unkenntlich gemacht werden. Ich fand das jetzt keine so große Sache und hab auch keinen Klärungsbedarf....

    Was das ganze Thema Blockier-Funktion angeht, kann ich mich Ebura und einigen anderen anschließen: Ich nutze die nicht, ich brauche sie auch nicht, ich hab aber auch noch keine Extrem-Erlebnisse, bei denen ich mich vor einzelnen UserInnen hier hätte schützen müssen. Vielleicht würde ich es dann anders sehen, wer weiß...


    Ich hab also nur Erfahrungen mit der anderen Seite, aim Prinzip genau der Fall, der hier eingangs vom Team kritisiert wurde (weswegen ich den Hinweis auch wichtig finde, auch wenn ich nicht weiß, worauf er sich aktuell bezieht). Mir wurde auch von einer Userin publikumswirksam während laufender Diskussion (ich glaube, es war im Kondo-Strang - also kein Trigger oder besonders an die Substanz gehendes Thema) mitgeteilt, dass sie meinen Kommunikationsstil eh ganz schlimm fände und mich auf Ignorieren hätte und ich mir deswegen meinen Text in ihre Richtung sparen könnte. So in der Art, ich war auf jeden Fall etwas erstaunt. Ich kenne die Funktion tatsächlich nicht, habe sie nie benutzt und dachte mir schon, dass die eigentlich irgendwie für härtere Fälle (als mich#heilig #pfeif) gedacht wäre. Denn bei mir reicht es eigentlich, mir (wie und in welcher Form auch immer) mitzuteilen, dass man nicht an einem Austausch interessiert ist. Dann schweige ich meist brav...


    Na ja, es war also genau das, was hier auch angemahnt wird, ein "mit dir spiele ich nicht, du bist sowie so bäh" und das obwohl (ok, das läuft auf einen Indizienbeweis raus...) diejenige weiterhin alles liest, was ich schreibe... Ich bin also froh, wen derlei kindischer Kram hier eigentlich nicht gewünscht ist, denn ich war zu dem Zeitpunkt tatsächlich erstaunt, dass das ansonsten von niemandem kommentiert wurde - kam rüber, als gehörte es zum "normalen Forenalltagsgeschäft".


    Ich hab mich entschieden, dass so hinzunehmen und kommuniziere einfach nicht mehr in Richtung der betreffenden Userin. Der vermutlich beabsichtigte Ohrfeigen-Charakter der Aktion kam bei mir nun nicht so an, ich war eigentlich in der Hauptsache verwundert über die (aus meiner Empfindung) überhöhte Darstellung unseres "Konflikts". Wir haben und hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, ich empfand keine besondere Feindschaft o.ä., daher hatte das nun auch wenig Potenzial, mich zu kränken. Was ich allerdings vermute und unterstelle, ist, dass die Funktion hier eben genau so eingesetzt wurde, um der Sache eine besondere emotionale Dynamik zu geben. Sonst müsste man es ja einfach nicht mitteilen, was ja btw. auch absurd ist, wenn man den anderen ja eigentlich gar nicht lesen wollen hätte können würde... Und dann natürlich trotzdem immer liest.... um dann zu antworten, dass man schon die Schutzfunktion aktiviert hat, um sich zu schützen....

    Was ich empfinde ist, dass das Gegenüber damit in so eine komische Täter-Rolle kommt. So nach dem Motto: Normale Maßnahmen wirken nicht, jetzt muss ich die technisch blockieren. Und ihr auch noch mitteilen, dass ich zu drastischen Mitteln greifen muss, weil dem sonst nicht beizukommen ist.


    Aber mal ehrlich: Diesen Effekt würden "solche" Userinnen auch ohne die Blockierfunktion auf andere Weise erzielen. Und wenn die Funktion (wie ich hier gelernt/gelesen habe) auch nützliche und wichtige Zwecke erfüllt, finde ich nicht, dass man sie abstellen muss. Ich finde es schön, hier einen Kommunikationskultur zu unterstützen, die ohne derlei auskommt.



    Manchmal hat man halt Leute die einen einfach nerven. Warum die dann nicht einfach mal ne Weile ausblenden.

    Wie hier schon jemand schrieb.

    Im realen Leben suche ich ja normalerweise auch nicht grad die Nähe derjenigen mit denen ich nicht so kann.



    Ich bin da ambivalent, weil ich mir Gedanken machen würde, wenn mich einzelne Menschen so mitnehmen. Das ist halt einfach nur ein Forum, deswegen finde ich das schon eine recht drastische Maßnahme.

    Im Ergebnis ist ein "einfach eine Weile ausblenden" ja auch nicht so störungsfrei möglich, denn im Ergebnis stört es natürlich den Flow hier, wenn die Funktion zum Einsatz kommt. Naturgemäß ist es schwierig, eine Diskussion zu führen, wenn verschiedene Diskutanten sich nicht lesen können. Leichter wäre es, wenn diejenigen sich einfach irgendwann darauf einigen könnten, fortan den Kontakt zu meiden und (weil nun ja auch beide eingeweiht sind) sich einfach nicht ins Gehege zu kommen. Das ist eigentlich nicht so schwierig und in meiner Wahrnehmung viel eher das Pendant zum echten Leben.

    carda und Mondschein das war weniger auf euch als auf mich selbst gemünzt mit den Waffeleisen. Ich weiß, wie schwer das oft ist, die Sachen loszuwerden. Aber ich fand es tatsächlich nicht unnormal 2 zu besitzen. War auch - erstmal - viel weniger aufwändig, als noch jemand zu suchen, der es haben will. Dass ich dafür viel Platz in der Küche brauchte, fand ich auch normal. Ich denke da jetzt einfach anders und schaffe es meistens, den Kram loszuwerfen. Zumindest verschenken klappt hier meisten. Muss ja auch nicht immer sofort sein, oft kommt auch irgendwann die Gelegenheit, zum Beispiel die Kinder/Neffen/Nichten, die einen eigenen Hausstand gründen.


    Es ist aber schon eine generelle Haltung, die meine Oma mal mit den Worten "Ich weiß nicht, ob wirs brauchen, Hauptsache ist, wir hams" zusammengefasst hat. Das in Kombi damit, dass Konsumieren mittlerweile ein völlig normaler Zeitvertreib ist, führt dazu, dass die Maschinerie am Laufen bleibt. Viele Menschen wollen zwar ihre alten Sachen loswerden, finden es aber total undenkbar, Sachen gebraucht zu kaufen. Ich ernte da oft Verwunderung, ich kaufe die meisten Klamotten bei Kleiderkreisel - das ist für mich perfekt, da habe ich nämlich gleich die Info und den Kanal um es wieder loszuwerden.

    Für mich ist es Teil des Problems, dass wir es irgendwie normal finden, die Dinge x-fach zu haben. Ich brauche nur ein Waffeleisen und meines besitze ich seit 15 Jahren. Wir sind auch zusammengezogen und hatten fortan 2 Waffeleisen und 2 Mixer und mein Reflex wäre eigentlich gewesen, beide zu behalten - man weiß ja nie, kann ja mal einer kaputt gehen und dann hab ich noch Ersatz. Aber der Ersatz muss gelagert werden und eigentlich auch benutzt, sonst geht er nämlich vom Einstauben kaputt und das braucht Platz und macht die Sache unübersichtlich, denn ich habe nicht nur zwei Mixer und zwei Waffeleisen sondern auch noch mehr Pfannen, Töpfe, Messer, Geschirr, Besteck... als ich brauche. Und Kram verstellt den Blick auf Kram und zieht neuen Kram an.


    Mir hilft es, nur noch die Dinge, die ich brauche in der benötigten Stückzahl zu haben - keine Vorräte, kein Sicherheitspuffer.


    Ich kaufe so, dass ich den Wiederverkaufswert im Auge habe - nicht um abzukassieren sondern um die Dinge im Zweifel wieder loszuwerden. Und die Rechnung geht oft auf. Ich kaufe - was irgendwie geht - gebraucht, denn dann muss es nicht für mich produziert werden und ich entlaste den Haushalt von anderen Kram-geplagten. Oder - ganz verrückt - manchmal leihe ich mir Dinge. Was die Leute manchmal merkwürdig finden glaube ich. Ich hab letztens eine Freundin gefragt, ob sie zu einer Party einen Sektkühler mitbringen könnte. Ich habe nur einen, hatte aber mehrere Tische geplant... sie hat das total gerne gemacht aber ungefähr 5 x gefragt, ob sie mir nicht eine schenken sollte, das wäre doch kein Problem und dann hätte ich zwei. Aber ich will keine zwei. Ich brauche 1 x in 3 Jahren 2 Sektkühler...

    Und spare Geld....

    Ich finde, es hilft, wenn man bei seinem kleinen Kosmos anfängt. In der unmittelbaren Umgebung spenden, ehrenamtliche Tätigkeit etc. Und selbst nur konsumieren, was man wirklich braucht.

    Ja, da kann ich mich anschließen, besonders beim letzten Satz! Der eigene Konsum ist für mich der Schlüssel. Wenn man mal aufgehört hat, wahllos und viel und meist günstig zu kaufen, ändert sich der Blick auf die Dinge. Dann haben die Dinge auf einmal wieder ihre Funktion und werden gebraucht und genutzt.

    Ich finde schon, dass das den Output für alle verbessert: Ich hab mehr Zeit und bin ruhiger, habe mehr Geld und mehr Energie für anders. Verbrauche weniger Ressourcen, erzeuge weniger CO2, unterstütze weniger menschenverachtende Arbeitsbedinungen etc.


    @Geschenke: Ich wüsste ja gerne, was die Menschen, die Schenkende so doof anreden denn eigentlich gerne gehabt hätten. Ich schenke auch am liebsten Dinge, die aufgebraucht werden können. Und finde da meist was, was auch Freude bereitet. Oder beteilige mich an einem Geschenk mit echtem Nutzen, dass der Beschenkte dann auch gerne in seinen Besitz übernimmt.

    Ich glaube, der mediale Hype ist nicht durch "unsere" Angst gesteuert. Ich vermute, das Unterscheidungsmerkmal ist die größere Relevanz für den/die Einzelne. Beziehungstaten schließen den Rest der Menschen aus, ich habe als Außenstehender das Gefühl: Das bin ich nicht, das kann mir nicht passieren. Einen ähnlichen Effekt hat auch eine räumliche Distanz (hier London).


    Ich würde sagen, dass Terroranschläge in D eine noch stärkere Wirkung auf das Sicherheitsgefühl hier haben, besonders weil dahinter ja Menschen in feindlicher Absicht agieren.



    habt ihr wirklich weniger angst vor „beziehungstaten“ als vor terrorartigen übergriffen? rein statistisch ist das risiko für erstere zigmal höher. und das ergebnis ist auch nicht netter oder harmloser.

    Die Frage trifft für meiner Ansicht nach nicht den Kern, ich glaube nicht, dass es um entweder oder geht. Es sind die aktuellen Eindrücke, die die Angst auslösen oder verstärken, das ist zunächst normal.


    Die Frage, warum die Wahrscheinlichkeit so falsch eingeschätzt wird (damit meine ich vor allem das Gefühl, dass alles immer schlimmer/unsicherer/bedrohlicher wird), ist ein kommunikationswissenschaftlich vielfach erforschtes Phänomen. Das lässt sich nicht leicht zusammenfassen, im Grunde sind die Dinge einfach viel stärker illustriert und werden in lauterer Art und omnipräsent auf eine Vielzahl von Kanälen an uns herangetragen. Früher konnte die Tagesschau ein bis zwei Handvoll Meldungen pro Tag transportieren, heute umfasst der Content zu jeder Meldung schon den Inhalt von zig Tagesschau-Sendungen.

    Die Tat ist schon auf grausame Weise "besonders" und ähnelt in ihrer Art eher einem Anschlag oder Amoklauf als einer Beziehungstat. Dazu kommt natürlich die aktuelle Stimmungslage im Land und diese "alles wird immer Schlimmer", "schreckliche Zeiten"-Gefühl, das allerorts von vielen Medien gerne und reichlich befeuert wird. Der triviale Grund (neben den Gründen politischer Einflussnahme) ist hier sicher die Nachrichten-Qualität solcher Ereignisse. Private Medien leben von Auflage, Quote und heutzutage ganz besonders von Traffic/Klickzahlen. Angst und Schrecken sind somit die beste Einnahme-Quelle.


    Zum anderen gibt es einen Pressekodex, der im Grunde festlegt, dass über manche Taten nicht oder nur im reduzierten Maß berichtet werden soll. Dazu zählen oft solche Beziehungstaten wie "erweiterte Suizide" im privaten Umfeld. Die meisten Medien halten sich daran, wenn kein öffentliches Interesse vorliegt. Hintergrund ist in dem Fall der signifikante Anstieg von Nachahmer-Taten, nach solchen Berichten.


    Ja, und politisch wird zur Zeit leider alles ausgeschlachtet. Die Bild war sich nicht zu fein, einen Kommentar (redaktionell) mit der Erklärung zu beginnen, dass die Nationalität ja völlig egal wäre und dann sofort zu erläutern, dass die Gefahr der offenen Grenzen entscheidend zu dem Ereignis beigetragen hätte... zum Kotzen.

    wie tun unsere Tochter auch sehr von der Welt abschirmen denke ich; nicht übergeordnet, z.B. das es Kriege, Flüchtlinge gibt und was es für schlimme Konsequenzen hat aber mehr von der Bosheit der Einzelnen würde ich sagen - also all diese mehr oder weniger tragische Einzelfälle. Wir haben keinen Fernseher und das tut schon mal viel wegnehmen.

    Wie ich schrieb waren wir am Bahnhof zwei Stunden nach der Tat; meiner Tochter habe ich nur gesagt es gab einen Unfall auf die Gleise, die Oma die dann übernommen hat hat sie scheinbar aufgeklärt, was das heisst weiss ich noch nicht, sie kommt erst morgen zurück.

    Wir haben auch keinen Fernseher und ich vermeide auch manchmal das Radio - weil ich nicht auf dem Weg zum Fußballtraining über die unfassbaren Missbrauchsfälle der letzten Zeit sprechen will und kann - für mich ein viel größerer Schrecken btw.


    Aber es gibt eben Ereignisse, über die sprechen alle. Und die Tat am Frankfurter Bahnhof ist eine solches Ereignis. Ich bin sehr sicher, dass das überall Thema ist und noch eine Weile sein wird und ich fühle mich gerade deswegen fast schon gezwungen, das für mein Kind einzuordnen und zu benennen.

    wenn ich schon mal das große Glück habe, dass ich über das Forum in Kontakt mit jemandem komme, die grad aktuell zu diesem spannenden Thema forscht und da viel mehr drin ist als ich, die da vor einigen Jahren mal was drüber erarbeitet hat.

    tulan Ich schätze das Missverständnis hast Du mit diesem Satz selbst ausgelöst. Ich habe Dich durch das "ich, die da drüber erarbeitet hat" auch so verstanden, dass Du geforscht hättest. Arnoli74 habe ich nicht als Forscherin, sondern als jemand, der Fachwissen hat, verstanden.

    Vielen Dank, dass du das schreibst! Das beruhigt mich - ich hatte das auch so gelesen und meine Beiträge meinem Empfinden nach so kenntlich gemacht und kam schon ins Grübeln....


    Na, dann ist es auf jeden Fall besser, sich gar nicht erst mit mir über die aktuelle Studienlage auseinanderzusetzen. Ich habe mit dem Thema in erster Linie persönlich und auch fachlich Kontakt, was nicht impliziert, dass ich "die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte". Der Zusammenhang ist eindeutig, lediglich der Faktor ist Gegenstand der Debatte,

    Wo hast du denn das reingelesen, ich finde nicht, dass ich hier besonders missverständlich war.

    Die Antwort darauf würde ich mich schon noch interessieren. Ich finde das schon einer reichlich merkwürdige Unterstellung und hätte gerne gewusst worauf du dich beziehst. Gegen die Unterstellung, ich würde hier hochmütig und entwertend schreiben, deine Beiträge als Unsinn darstellen etc. kann ich mich ja schlecht wehren, aber für deine Unterstellung, ich würde hier falsche Expertise vortäuschen darf ich denke ich schon eine kurze Erklärung.


    Ja natürlich. Aber wie hoch sind die absoluten Zahlen?


    Ich verstehe worauf du hinaus willst. Ich würde mal annehmen, die Zahl bezieht sich bei den meisten Studien auf die Wahrscheinlichkeit, mit der der Proband ohne Psychose / Schizophrenie straffällig geworden wäre. Es gibt auch Analysen, die als Datenbasis Prozess-Akten auswerten und auf dieser Basis entsprechende Zusammenhänge belegen. Ich bin sicher, dass in keinem Fall eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit bezogen auf den einzelnen Erkrankten herauskommt, es bleibt selten, da bin ich sicher.

    Das war aber gar nicht die Perspektive hier. Die These war nicht, dass die meisten Verbrechen von Psychotikern verübt werden, sondern, dass die Eckdaten hier dafür sprechen. Das bezog sich darauf, dass der Mann lange unauffällig gelebt hat, dass es keine Beziehung zu den Opfern gab, dass die Taten ohne Planung geschahen (er hat sich keine Waffe besorgt, musst dafür keine Vorkehrungen treffen) und scheinbar jede Hemmung aufgehoben war. Vor diesem Hintergrund finde ich die Erklärung Psychose sehr wahrscheinlich. Was sich (ich sag es sicherheitshalben nochmal) nicht undrehen lässt in die meisten Psychotiker sind gefährlich.