Beiträge von Hella

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    Sohn, 11, hat TKKG entdeckt. „In welcher Zeit spielt das?“ - 80er - „Ach ja, deshalb darf Gaby nie dahin, wo es gefährlich ist“

    #applaus#applaus#applaus

    - 11-jähriger bemerkt Genderkacke von allein und hinterfragt sie

    - er geht davon aus, dass es heute anders wäre (was nicht ganz stimmt, aber Hoffnung macht)

    Ein Kollege formulierte das mal so: Als Frau kann man ja immer noch heiraten und Kinder kriegen.

    Ja, das ist genau das, was ich ausdrücken wollte. Das wird mit einer wahren inneren Überzeugung vorgetragen und ist die Kehrseite der Medaille, die ich im Kopf hatte.


    Zur "Lust"-Frage und weil da oft der Einwand kommt "also ich als Frau habe auch keine Lust". Stimmt! Wie ich schon sagte: Am Ende ist es eine individuelle Einstellungs- und Prioritätenfrage. Es gibt Frauen, die haben absolut keine Lust auf Care-Arbeit und es gibt Männer, die würden sofort ihren Job hinschmeißen und sich liebend gern um ihre Kinder kümmern, wenn sie eine Frau hätten, die sie versorgt. Alles individuell und alles möglich. Nur ist die individuelle Lust immer der gesellschaftlichen, familiären und milieugebundenen Bedingungen unterworfen, selbst wenn es sich wie eine völlig eigene Überzeugung anfühlt. In der Fraktion "keine Lust" finden sich immer noch mehr Männer. Da ich nicht an die biologische Vorsehung glaube, bin ich davon überzeugt, dass es der gesellschaftliche Konsenz ist. Und davon, dass Frauen, wenn sie keine Lust haben, eher aus Pflichtgefühl die Care-Arbeit übernehmen, weil das ihrer Vorstellung entspricht, bzw. weil die Männer diese Verantwortung abgeben, weil ... naja, wie oben schon ausgeführt, sie diese Verantwortung nicht als ihre empfinden.

    Interessanter Weise erzählen einem das aber hauptsächlich Frauen. Meine Kollegen könnten ohne weiteres Stunden reduzieren. Wollen sie nicht. Oder sie sagen "Meine Frau will das aber" und geben kampflos auf. Warum nur ist das so? (Also die Frage ist rhetorisch, ich habe da ein paar Ideen...)

    teil doch mal Deine Ideen - mich würde das wirklich interessieren.

    Naja, am Ende ist es eine persönliche Entscheidung. (Fast) immer. Daher wäre die Frage für mich: Wodurch wird diese individuelle Entscheidung beeinflusst? Was bringt Frau A dazu, zu sagen "Ich mache Karriere, mein Mann ist für die Kinder zuständig" und Mann B dazu "Ich mache Karriere, meine Frau ist für die Kinder zuständig"? Das sind auch Fragen nach dem Familieneinkommen etc, aber dann auch die simple Frage "Kann ich es mir vorstellen, hauptsächlich zu Hause zu sein und für die häuslichen Angelegenheiten zuständig zu sein?" Und für mich ist das ein Knackpunkt.

    Ich glaube, ein wichtiger Grund, dass es mehr Männer gibt, die sich spontan und persönlich für den Beruf entscheiden, ist der, dass es sich nicht wie eine Entscheidung anfühlt, sondern einfach immer schon so mitgedacht war. Ähnlich wie die Tochter des Juristen und der Juristin nie darüber nachgedacht hat, ob sie Abi machen sollte oder lieber eine Ausbildung. Es stand in ihrer Lebensplanung irgendwie nie zur Debatte. So fühlt sich für die Jurist*innen-Tochter die Ausbildung als besonderer Schritt an und für den Mann das Dasein als Hausmann. Oder selbst als Berufstätiger in Teilzeit. Dieser Schritt braucht besondere Argumentation, vor sich selbst und vor der Gesellschaft. Das ist vielleicht analog zur Nachnamens-Frage zu sehen. Während sich die Mädchen in ihrer Kindheit überlegen, wie sie heißen werden, wenn sie ihren Schwarm heiraten und sich so schonmal an den Gedanken gewöhnen, nicht für immer so zu heißen, wie sie heißen, machen das Jungen nicht und müssen ggf. umdenken, wenn es um die Nachnamens-Frage geht. (Jedenfalls war das in meiner Kindheit so - vielleicht hat sich das geändert).


    Vielleicht sind es auch so Vorahnungen, dass den Familien mit diesem Modell Steine in den Weg gelegt werden (wie Runa schrieb) oder dieses Modell ständig hinterfragt wird und gerechtfertigt werden muss, die davon abhalten. (Wobei es mir vorher nicht klar war, dass ICH nie gefragt werden würde, warum ich Teilzeit mache, mein Mann aber dauernd. Aber wir haben es ja auch gemacht :D)


    Das sind jedenfalls die Gedanken, die ich mir zu den Vätern in meinem Umkreis gemacht habe, die voll arbeiten mit Frau in Teilzeit - kurz zusammengefasst: nie hinterfragte gesellschaftliche Rollenzuweisungen und keine Lust auf Care-Arbeit (die ja, wie in meinem anderen Post schon angedeutet auch zum Rollenverständnis gehört und schon bei Jungen und Teenagern gefördert oder ausgetrieben werden kann).

    Ich glaube, ein Schlüssel zu mehr Gleichberechtigung und Aufteilung der Lasten ist, den WUNSCH danach bei den Männern hervorzurufen / gesellschaftlich akzeptabel zu machen. Wenn mir Kollegen erzählen, sie wollten nach der Geburt (nur) 2 Monate Elternzeit nehmen, kann ich das nie so richtig verstehen, weil ich mich auf diese Zeit immer wahnsinnig gefreut habe. Ich finde es auch jetzt großartig, dass ich (teilzeit arbeitend) richtig VIEL ZEIT mit meinen Kindern und meiner Familie verbringen kann. Da ich es finanziell nicht muss (habe das richtige studiert), habe ich gar keinen Drang, mehr Stunden zu arbeiten, weil ich die (Achtung Schnulze) Liebe und die Wärme und das morgendliche Kuscheln, die Familienausflüge nicht missen möchte.

    Interessanter Weise erzählen einem das aber hauptsächlich Frauen. Meine Kollegen könnten ohne weiteres Stunden reduzieren. Wollen sie nicht. Oder sie sagen "Meine Frau will das aber" und geben kampflos auf. Warum nur ist das so? (Also die Frage ist rhetorisch, ich habe da ein paar Ideen...)

    Darum versuche ich meinen Kindern dieses "Ihr könnt alles, was ihr wollt" zu vermitteln mit der Einschränkung - "Man muss sich arrangieren." Die Perspektive für meine Kinder soll sein: Suche dir eine Arbeit, die dich (und deine Kinder) auch noch ernähren kann, wenn du viel Zeit mit den Kindern verbringen wirst. Suche dir eine*n Partner*in, mit der du das Projekt "Leben" gemeinsam angehen kannst. Denke nicht "die Kinder werden schon irgendwie nebenher laufen." Denke bei der Planung deiner Karriere eine mögliche Elternschaft mit.

    Da ist jetzt viel Planung dabei (und die geht nicht immer, das ist mir klar). Aber in meiner Jugend wurden nur gefragt "Kind oder Karriere?" Und meistens war es so, dass die Mädchen sich überlegt haben "Kind oder Karriere?" und die Jungs darüber gar nicht weiter nachgedacht haben und sich in ihre Ausbildung/den Beruf gestürzt haben. Bei den JUNGS muss sich was ändern. Die Jungs müssen anfangen sich diese Gedanken zu machen. Wenn das Baby (und die dazugehörige versorgende Mutter) erstmal da ist, ist es zu spät für eine Änderung alter - meist unterbewusster - Glaubenssätze.


    Ich bin sehr froh, dass meine Kinder lernen: Ich kann als Junge kochen, putzen, waschen etc. und das ist normal. Papa geht zum Elternabend. Papa arbeitet Teilzeit. Papa übt mit mir Vokabeln. Ich freue mich darauf, selber Papa zu werden und meine Kinder umsorgen zu können.

    Ich glaube, (nur?) so können sie einmal Männer werden, die selbstverständlich (!) mehr als 2 Monate Elternzeit nehmen. Nur wenn es solche Männer gibt, werden rechtliche Möglichkeiten auch ausgeschöpft werden.

    ob er sich erfolgreich gegen die Abmahnung gewehrt hat, weiß ich gar nicht,

    Hat er nicht (nichtmal versucht), sondern einfach das Logo geändert. Ich meine, das hat ihm dann zusätzliche Sympathien eingebracht, weil er nach dem Verlesen des Briefs quasi achselzuckend und augenrollend Folge geleistet hat.

    Schön, dich zu lesen und vielen Dank für diesen Augenöffner! So hatte ich das noch nie gesehen

    ich bitte um entschuldigung, wenn es schon gesagt wurde, aber dieser zug ist leider in d abgefahren, weil sich die afd diesen gedankengang, wie er im artikel geschildert wurde, zu eigen gemacht hat.

    im februar 2020 hat die afd fraktion im bayerischen landtag einen antrag eingebracht, dass das sprachliche gendern sofort aufzuhören hätte und m.w. sogar untersagt sein solle in staatlichen stellen....

    Oh, das gefällt mir nicht. Aber sowieso glaube ich, dass der Zug abgefahren ist. Das hatte ich ja schon geschrieben. Dann hätten die feministischen Anstrengungen früher in eine andere Richtung gehen müssen. (Ich glaube nicht, dass die Afd den "Raberich" und den "Ärzterich" promotet, insofern fühle ich mich gerade gut, dass ich doch nicht Afd-nah bin. :D)

    Nachschub: Vielleicht hätte die ganze feministische Energie der letzten Jahrzehnte eher dahin gegen sollen, die Lehrer wahrhaftig umzudefinieren als neutral.

    Zum Beispiel indem konsequent die Lehreriche und Ärzteriche und Polizisteriche als solche benannt worden wären. Dann hätte die Semantisierung von "Lehrer", "Arzt" und "Polizist" sich verengen und wahrhaft generisch werden können.

    Sie hätte ihre Energie vielleicht auch darauf verwenden können, eine neue sächliche Form , die beide Geschlechter beinhaltet ,zu etablieren.


    Weshalb dieses Hochhalten der männlichen Variante?

    Ich würde die "männliche" Variante gerne umdefinieren zur neutralen, auch Anisp , ähnlich wie bei "die Lehrkraft". Die Lehrkraft ist grammatisch weiblich, biologisch männlich oder weiblich.


    Aktuell ist "der Bundeskanzler" grammatisch männlich, biologisch weiblich oder männlich - die feministische Sprachwissenschaft arbeitet daran, ein Bewusstsein zu schaffen, das "den Bundeskanzler" auch biologisch eindeutig männlich konnotiert.


    Das bringt aber Probleme, wie ich finde. Ist Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin oder die achte? Ist sie der achte Bundeskanzler? Logisch gesehen ist sie keins der drei (es sei denn, ich will ihre Weiblichkeit betonen, dann ist es der erste Fall).


    In meiner neuen Welt könnte ich sagen "Angela Merkel ist der achte Bundeskanzler. Vor ihr gab es übrigens sieben Bundeskanzleriche, sie ist die erste Frau im Amt."


    Und weil jemand fragte, wie das dann mit den Pronomen wäre: In meiner neuen Welt wäre das so ähnlich wie mit den Mädchen (die ja auch nur grammatisch sächlich sind):


    Dort drüben steht der aktuelle Bundeskanzler. Sie heißt Angela Merkel.

    Dort drüben steht die neue Lehrkraft. Er heißt Heinz Müller.


    In meinen Augen wäre es dann (nur dann) wirklich neutral und gerecht, wenn die Männer ihre eigene Form kriegten. Dann wäre das Maskulinum nicht mehr eine Form, die beides sein kann, also ein generisches Maskulinum, sondern einfach ein grammatisches Geschlecht (geschichtlich aus dem generischen Maskulinum entstanden, das schon - aber eben weiterentwickelt).

    Nachschub: Vielleicht hätte die ganze feministische Energie der letzten Jahrzehnte eher dahin gegen sollen, die Lehrer wahrhaftig umzudefinieren als neutral.

    Zum Beispiel indem konsequent die Lehreriche und Ärzteriche und Polizisteriche als solche benannt worden wären. Dann hätte die Semantisierung von "Lehrer", "Arzt" und "Polizist" sich verengen und wahrhaft generisch werden können.

    Ich hatte, glaub ich, spaßeshalber schon mal geschrieben, dass man dann das generische Femininum einführen und bei Männer, die aufs Gendern bestehen, ein "-erich" anhängen soll. Dann bin ich Lehrerin und der Kollege - wenn er denn drauf besteht, ein Lehrerinerich. Und eigentlich auch ein Kolleginerich.

    Bevor ich den Artikel gelesen und ein bisschen daran herumgedacht habe, hätte ich hier unterschrieben. Aber EIGENTLICH wäre es am allerbesten, "Lehrer" wäre das Wort für alle, "Lehrerin" das Wort für die weiblichen Lehrer und "Lehrerich" das für die männlichen Lehrer. Dann wäre das ganze Mitgemeine obsolet.


    edit (weil kurz vergessen...): noch martita. Auch das hätte ich bis dahin unterschrieben und habe oft so argumentiert. Sehr überzeugt. Und natürlich hast du recht.

    Aber die "-er" Endung wird auch auf Dinge bezogen: Akkuschrauber, Filter, Tranquilizer - Dinge, die etwas tun, bewirken. In diesem Sinn ist diese Endung nicht männlich sondern drückt aus, dass etwas getan wird. Und in diesem Sinne, bin ich gerade bekehrt worden :D, fände ich den Gebrauch der Sprache sehr viel besser.

    Der Artikel hat nämlich vollkommen recht. Es ist sprachlich und für den Sinnzusammenhang absolut unerheblich, ob die Person, die mich operiert einen Penis hat oder eine Vulva.


    (Wie ich, die ich im beruflichen Zusammenhang für das gesprochene Binnen-I bekannt bin, das jetzt praktisch umsetzen soll, weiß ich noch nicht. Vermutlich bleib ich erstmal dabei... Es ist ja auch eine politisch-feministische Frage. Und man stellt sich auf eine Seite.)

    [aus dem Artikel] Sind die Berufsbezeichnungen inhärent männlich und brauchen daher eine parallele weibliche Form, oder sind sie inhärent generisch und wirken nur deswegen männlich, weil sie historisch nur von Männern ausgeführt werden durften?

    Schön, dich zu lesen und vielen Dank für diesen Augenöffner! So hatte ich das noch nie gesehen.