Beiträge von Hella

    Ich hab mal gehört, Nierenkolik sei mit Gebären vergleichbar. Was du schreibst, klingt danach...

    Im Unterschied zur Geburt weiß man aber überhaupt nicht, was es ist, v.a. wenn es zum ersten Mal auftritt. Die Angst stelle ich mir auch schlimm vor!


    Einen Kaffee nehme ich gern :) noch schnell, bevor ich aufbreche.


    sandra und alle anderen schmerz-geplagten: gute Besserung und einen guteb Tagesverlauf!

    Eigentlich nicht das schlechteste, wenn man sich erstmal damit abgefunden hat, dass man wach ist: Ein paar ungestörte ruhige Stunden im Haus - wann hat man die sonst schonmal?

    Ach... ich bin halt einfach wach :) sitze im Wohnzimmer mit dem Laptop und arbeite ein bisschen. Warte, bis ich die Famlie wecke (in einer Stunde). Das lohnt nicht mehr mit dem Schlafen...

    Oh, Lie ! Ich wollte hier ein bisschen jammern, weil aufgewacht und nicht wieder eingeschlafen, aber dann lese ich deinen Post! Das klingt schlimm! Hast du schon Nachricht von ihm?

    War bei uns die letzten 11 Jahre kein Problem:)

    Wo wohnt ihr denn, ist da seit 11 Jahren Impfpflicht?

    Oh, tut mir leid, ich hatte das "dann" überlesen.

    Wir wohnen in D, und ich ging von der Vergangenheit aus. Da waren bisher sämtliche U.s ohne Impfen nach StIKo möglich (allerdings haben wir auch einen impfkritischen Kinderarzt... ich bin ja schon neugierig, wie das dann ab jetzt dort in der Praxis gehandhabt werden wird).

    Der "Witz" ist ja, dass es gar keine Impf"pflicht" ist - man wird sicher immer noch durch die Us kommen ohne zu impfen. Die KiÄ müssen sich gar nicht damit auseinandersetzen, werden zwar in die Richtung beraten, aber sie müssen nicht melden usw. Das dürfen dann die Kindertageseinrichtungen machen.

    Das finde ich den Hohn. Nach dem Motto "Sie müssen Ihr Kind nicht impfen lassen, wir zwingen Sie nicht. Nur wenn es fremdbetreut werden (oder später in die Schule gehen) soll, dann, ja dann, ist das halt eine Voraussetzung."

    keine ahnung, was ich davon halten soll. hat sich hier jemand damit beschäftigt?

    Ich habe mich nicht im Großen damit beschäftigt, wundere mich aber nicht. Ich bin schonmal mit einer Bekannten aneinandergeraten, die Kínderschutzbeauftragte ist und mir von einem "ganz ganz krassen Fall" berichtet hat, der mit Argusaugen beobachtet wird, weil eine alleinerziehende Mutter (niedriger sozialer Status) mit ihrem Kindergartensohn im Familienbett schläft. In Ihrer Supervisionsgruppen sind sich angeblich alle einig, dass das auf jeden Fall Symptom einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung ist.

    Gerne. Bin gespannt, was deine Prüfung ergibt:


    Herzrhythmusstörungen als Nebenwirkung häufiger bei Frauen

    Soldin et al Sex Differences in Drug Disposition Journal of Biomedicine and Biotechnology, 2011:187103

    Anderson Sex And Racial Differences In Pharmacological Response: Where is the Evidence? Journal of Women's Health, 2005, 14:1


    allgemein verschriebene Bluthochdruckmedikamente senken die Sterblichkeit bei Männern, steigern die herz-kreislauf-bedingten Todesfälle bei Frauen

    Schiebinger Women's Health and Clinical Trials The Journal of Clinical Investigation, 2003, 112(7): 973–977


    manche HIV-Medikamente verursachen 6-8x wahrscheinlicher unerwünschte Wirkungen bei Frauen

    Whitley and Lindsey 2009 (leider nicht genauer)


    FDA-Datenbank von 2014: Frauen doppelt so viele Nebenwirkungen wie Männer (FDA=Food and Drug Administration)

    Sie gibt diesen Zeitungsartikel als Quelle an, wo man aber auch die FDA-Grafen sieht.


    Eine große Zahl von Medikamenten und medizinischen Geräten wurden von der FDA vom Markt genommen, die für Frauen größere Gesundheitsgefahren bargen

    Carey et al Drugs and Medical Devices: Adverse Events and the Impact on Women's Health Clinical Therapeutics, 2017, 39:1

    Wieviel davon genderspezifisch ist weiß ich nicht.

    In dem Buch, also speziell in dem Kapitel über die Medizin, steht dazu auf der einen Seite, dass diese Frage tatsächlich oft nicht untersucht ist. Z.B. waren in 31 "landmark trials", also wichtigen Untersuchungen, zur Herzinsuffizienz von 1987-2012 (nur) 25% der Teilnehmer*innen Frauen (S. 200).

    Auf der anderen Seite steht da, dass Frauen (in UK) mit 50-60% höherer Wahrscheinlichkeit eine Fehldiagnose erhalten, wenn sie sich mit Herzinfarkt vorstellen. Einerseits weil sie "atypische" Symptome zeigen (was die Autorin nicht gut findet; also die Bezeichnung als atypisch, wenn es doch für Frauen eher typisch ist, die männlichen Symptome nicht zu zeigen), was dazu führt, dass die Gefährlichkeit nicht erkannt wird. (S. 219)

    In UK ist es wohl so, dass "akute Schmerzen im Brustkorb" ein Kriterium sind, das zur Überweisung in spezialisierte Herzzentren führt. Da Frauen die oft nicht haben, werden sie seltener diesen Herzzentren zugewiesen, und bekommen keine adäquate Versorgung. (S. 219)

    Hier eine ihrer Quellen (League of European Research Univsities), auf Seite fünf (des PDF) bzw. Seite 8 (des Dokuments) im gelben Kasten steht etwas zur Genderspezifität von Herzinfarkten.

    (Auf der gleichen Seite übrigens auch was zu den Crashtest-Dummies.)

    Wie Medikamente entwickelt werden, da kenne ich mich nicht aus, aber was medizinische Studien angeht, möchte ich mich meinen Vorrednerinnen anschließen. Patientenkollektiv wird anhand mehrerer Kriterien ausgesucht und schließt beide Geschlechter ein. Bei der Menge an Studien, die zu allen möglichen Themen an beiden Geschlechter durchgeführt werden, wäre es mit Sicherheit aufgefallen, wenn Frauen konsequent andere Ergebnisse liefern würden. Da bringt ethnische Zugehörigkeit zum Beispiel deutlich mehr Stoffwechselunterschiede.

    Auch hier die Antwort aus dem Buch: Während in Phase 2 und 3 der Tests der Frauenanteil bei ca 50% liegt, sind es in Phase 1 22% Frauen. Die Autorin findet das sehr relevant, da die zweithäufigste unerwünschte Medikamentenwirkung bei Frauen sei, dass eben keine Wirkung eintritt, während das Medikament bei Männern wirkt. Der Umkehrschluss laut der Autorin: Wenn es Medikamente gibt, die bei Männern wirken, bei Frauen aber nicht, gibt es bestimmt auch Medikamente, bei denen das andersherum auch der Fall ist, die aber - weil sie in Phase 1und in den Präklinischen Studien zu 80% an Männern (bzw. männlichen Zellen und Tieren) getestet werden - möglicherweise gar nicht in Phase 2 kommen.

    Und- weil die Verstoffwechslung hauptsächlich an Männern getestet wird (Phase 1), wird auch die Dosierung an Männer angepasst. Die Autorin hält das für einen Hauptgrund, warum Frauen mehr Nebenwirkungen haben (S. 214).


    Und - siehe oben - das fällt leider nicht "mit Sicherheit" auf, wenn die Daten a) nicht nach Frauen und Männern getrennt analysiert werden oder b) der Frauenanteil der Stichprobe zu gering ist. Ein Beispiel, das die Autorin bringt, sind Untersuchungen zu CRT-D (ich weiß nicht, wie das auf deutsch heißt, eine Art implantierter Mini-Defi), an denen Frauen zu 20% beteiligt waren. Die einzelnen Untersuchungen ergaben keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn man aber alle Untersuchungen zusammennimmt (und damit die Zahl der Frauen erhöht), stellt man wohl fest, dass der Zeitpunkt des Auslösens des Defi für Frauen zu spät kommt. (S. 209). Jetzt weiß man das offenbar (ob es auch was an den Einstellungen geändert hat, weiß ich natürlich nicht), aber selbstverständlich ist das nicht.

    Danke, janos , das war die Art der Info, die ich mir erhofft hatte!

    Und das Geschlecht ist nur einer von vielen vielen Faktoren, der unterschiedliche Wirkung eines Medikaments bedeuten kann. Alter, Ethnie, BMI, Begleitmedikamente, und ganz wichtig: Unterschiedliche Genvarianten von z.B. Enzymen bei der Verstoffwechslung

    Ja, das habe ich auch oft gedacht beim Lesen des Buchs. Es gibt z.B. auch ein Kapitel über Crashtest-Dummies, die alle Männern eines bestimmten Gewichts und einer bestimmten Statur nachempfunden sind. Der Durchschnittsmann. Der trifft ja nicht nur auf die "durchschnittliche Frau" nicht zu, sondern auch auf den "durchschnittlichen adipösen Mann" oder vermutlich auch auf den "durchschnittlichen asiatischen Mann". Genauso wäre ein Crashtest-Dummie, der der "durchschnittlichen" Frau nachempfunden wäre, auch eben nur eine Normgröße, die Individuen nicht abbilden kann.

    Dann habe ich aber weiter gedacht, und überlegt, ob das bedeutet, dass die Forderung nach weiblichen Dummies (oder Testpersonen) daher irrelevant wäre und kam zum Schluss, dass das ja auch in die "Whataboutism"-Richtung geht: Ja, Frauen sind hier (im Durchschnitt) benachteiligt, außerdem auch: besonders Dicke , besonders Dünne, besonders schwache, besonders Muskelbepackte, solche mit Querschnittslähmung, ... . Heißt die Tatsache, dass diese Gruppen auch alle betroffen sind, ich dürfe nicht aus der weiblichen Perspektive argumentieren? Nein :)

    Eigentlich bedeutet die Erkenntnis, dass ganz ganz viele Faktoren bei der Medikamenten-Wirkung eine Rolle spielen, dass ein idealer Test die Diversität bestmöglich abbilden sollte. (ich stelle mir gerade vor, es käme heraus, dass - der besseren Vergleichbarkeit wegen - Medikamententests hauptsächlich an - sagen wir mal - Frauen zwischen 50 und 70 durchgeführt würden. Wäre die Akzeptanz so groß, wie wenn die Versuchspersonen Männer zwischen 20 und 40 sind?) Idealerweise wären die jeweiligen Stichproben so groß, dass man Unterschiede und damit individuelle (Dosis-)Empfehlungen feststellen bzw. aussprechen kann. Wenn die Stichproben nicht groß genug wären, hätten wenigstens alle beteiligten Gruppen die gleichen Vor- und Nachteile.

    Das ist nämlich auch noch ein Punkt. So sehr ich einsehe, dass man Normgrößen braucht (siehe Crashtest-Dummies), um z.B. die Vergleichbarkeit zu gewährleisten und weil man ja nicht alle möglichen individuellen Besonderheiten abdecken kann, so sehr ärgert mich, dass die Norm (fast) immer der Mann ist. Man kann das historisch erklären, aber muss es so bleiben? Oder: Sollte es so bleiben?


    So, Bruttosozialprodukt jemand?

    Medizin

    Sie sagt, dass der Herzinfarkt zunächst andere als die (für Männer) "typischen" Symptome zeigt, dann aber auch im EKG anders aussieht und sogar bei Messungen, die den Verstopfungsgrad der Herz-Gefäße zeigen sollen, nicht erkannt wird, weil bei Frauen oft keine Verengung zu sehen ist. So, jetzt frage ich mich: Ist es denn dann ein Infarkt? Ich dachte immer "Infarkt = verstopfte Gefäße". Ist das nicht so?

    Danke, janos ! Mir geht es eher um o.g. Frage. Wie kann es sein (unabhängig von Mann oder Frau), dass man keine Verengung sieht? Und wenn man keine Verengung sieht - ist es dann überhaupt ein Infarkt? Oder was ist daran dann ein Infarkt?

    Klar gibt es Gruppen von Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen auch ohne Verhütung nicht schwanger werden - aber wollen diese Gruppen alle an Medikamentenstudien teilnehmen, die ja auch immer ein gewisses Risiko mit sich bringen.

    Vermutlich ist es generell schwer, Versuchspersonen zu finden (ich möchte auch keine sein). Aktuell brauchen die Unternehmen ja auch keine Mühe in die Suche nach entsprechenden Gruppen zu stecken, weil die Studien ohne diese Gruppen nicht als minderwertig angesehen sind. Gäbe es Vorgaben, dass Medikamente nur zugelassen werden könnten, wenn sie an 50% Männern und 50% Frauen getestet sind, würden sie die 50% bestimmt auftreiben können, auch wenn es dann eben eventuell länger dauern würde, bis die Tests abgeschlossen sind.

    Dazu kommt, dass die Ergebnisse meist nicht nach "Frauen" und "Männer" differenziert werden. Man könnte vielleicht auch jetzt schon "Frauen"-Daten haben, wenn man nur die, sagen wir mal, 30% Frauen-Ergebnisse separat auswerten würde. (Aber das ist nur meine Vermutung, ich weiß nicht, wie groß die Stichprobe dann wäre.)

    Menschen-Memory: Immer zwei bilden ein Paar und denken sich eine gemeinsame Bewegung/Haltung/Äußerung aus. Die Person, die rät, ist natürlich während der Planungsphase nicht im Raum und sagt dann immer zwei Namen. Die aufgerufenen führen dann ihre Bewegung aus.

    Eigentlich gehen immer zwei raus und spielen dann gegeneinander. Aber vielleicht geht es auch so. Ist jedenfalls lustig.

    Können die alle schon schreiben? Dann: Kettengeschichten.

    Alle haben ein Blatt vor sich und schreiben eine Überschrift.

    Das Blatt wird nach links weitergegeben.

    Alle schreiben den ersten Satz zu der Überschrift, die sie vor sich haben.

    Die Überschrift wird nach hinten umgeknickt und das Blatt nach links weitergegeben.

    Alle schreiben den zweiten Satz, der zum ersten passt (aber ohne die Überschrift zu kennen).

    Der erste Satz wird nach hinten umgeknickt und das Blatt nach links weitergegeben.

    ...usw.

    Irgendwann ruft man "Der nächste Satz ist ein Schlusssatz."

    Und dann werden die (meistens lustigen) Geschichten vorgelesen.


    Wenn das mit dem Schreiben noch nicht gut geht, kann man auch lustige Wesen zeichnen.

    1. Kopf malen. Umknicken, so dass nur noch der Halsansatz zu sehen ist.

    2. Oberkörper + Arme. Umknicken, so dass nur noch der Rand des Bauchs zu sehen ist.

    3. Bauch

    4. Beine

    5. Füße

    Man kann auch Silben neben die Abschnitte schreiben, dann haben die Wesen Namen.


    edit: na, da hatten wir ja ähnliche Ideen :)

    Die These ist nämlich, dass Medikamente gerade in Phase 1 in ihrer Wirkung getestet werden und dass auf diese Weise Medikamente, die bei Frauen wirken, bei Männern jedoch nicht, direkt aussortiert werden.

    Tut mir leid, das hatte ich falsch wiedergegeben. Habe nochmal nachgelesen: Das mit dem Aussortieren passiert vorher, wenn im Tierversuch (auch da: überwiegend männliche Mäuse) die Wirkung getestet wird.


    Wenn ich jetzt weiß, dass (in Phase 1) fast nur an Männern getetstet wird, wie das Medikament verstoffwechselt wird, wundert mich die ursprünglich überraschende Information, dass Schmerzmittel bei Frauen anders wirken, gar nicht mehr so sehr.


    Ich verstehe, warum das so ist. Aber irgendwie scheint "man" mit den Schultern zu zucken und zu sagen, "tja, was soll man da machen? Frauen sind zu kompliziert mit dem Zyklus und so und außerdem können sie schwanger werden. Da kann man nichts dran ändern".

    Eine andere Möglichkeit wäre zu sagen: "Das kann ja gar nicht sein, das ist ein Skandal und wir müssen Lösungen finden". Mir würden z.B. Gruppen von Frauen einfallen, die nicht schwanger werden können, obwohl sie nicht die Pille nehmen. Sterilisierte; partnerlose; lesbische (mal abgesehen von denen, die aktiv dran arbeiten ;)); zuverlässig mit anderen Mitteln verhütende.


    hierzu habe ich soeben diesen Beitrag gesehen:


    Neo Magazin Royale - Telelupe


    sehr erschreckend.

    Genau.


    Danke auf jeden Fall an alle!


    Weiß noch jemand was Schlaues zur die Herzinfarkt- oder die BSP-Frage beizutragen? janos - bist du nicht Ärztin? (oder trügt mich meine Erinnerung?)