Beiträge von rheinländerin

    Auf Mitgestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten müssen Männer selten verzichten, wenn sie keine oder wenig Care-Arbeit übernehmen. Ist doch eine feine Sache: Wünsche äußern, mitreden und -entscheiden, aber den aufwendigen Scheiß nicht an der Backe haben. Eine gute Beziehung zum Kind lässt sich auch pflegen, wenn man nicht das Konzept und die Vorbereitungen für den nächsten Kindergeburtstag macht, sondern nur bei der Party anwesend ist; wenn man nicht mit dem Kind zum Arzt oder zur Ergotherapie geht, sondern nach Feierabend auf den Spielplatz oder die BMX-Bahn; wenn man nicht dafür sorgt, dass das Kind passende Kleidung im Schrank hat, sondern ihm eine frische Hose anzieht, wenn es eingepullert hat. Ich würde sofort tauschen und fulltime erwerbsarbeiten. Die Beziehung zu meinem Kind würde nicht darunter leiden.

    Von Karrierefragen ist die Mehrheit unserer Gesellschaft nicht betroffen. Meist geht es um das Erreichen und Erhalten eines NIveaus, das Teilhabe reale Teilhabe ermöglicht, wenn es etwas luxioriöser sein soll, auch um Absicherung fürs Alter, Berufsunfähigkeit etc., wenn es mieser läuft, um reine Existenzsicherung für die nächsten 6 Monate. Das Recht auf Teilzeitarbeit ist für die Produktionshelferin im Schichtdienst, den Erzieher, den Postdoc, die Kassiererin irrelevant. Entweder arbeiten sie schon Teilzeit und können nicht davon leben oder sie könnten ihre Existenz mit Teilzeitarbeit nicht sichern. Mit Kind/ern schon gar nicht.


    Da unsere Gesellschaft Kinder braucht und Menschen alt und pflegebedürftig werden, halte ich es deshalb für dringend angezeigt, Care-Arbeit angemessen zu bezahlen, unabhängig davon, ob sie innerhalb der Familie oder oder extern stattfindet. Selbstverständlich sollten nicht nur Frauen für diese Arbeit bezahlt werden, sondern diejenigen, die sie machen. In der Familie funktioniert die Bezahlung von Care-Arbeit derzeit aber überwiegend durch eine Erhöhung des Netto-Einkommens desjenigen, der keine oder weniger Care-Arbeit macht. Für Alleinerziehende oder Nicht-Verheiratete funktioniert dieses Modell gar nicht. Da sehe ich eine höchst asoziale Schieflage.

    Grundlegende politische Regulierungen wären erforderlich, nicht nur irgendeine softe Kleinigkeit zur Beschwichtigung, mit der sich medial inszenieren lässt, wieviel man doch tut.


    Ich finde durchaus, es sollte für Paare weiterhin die Option geben, sich als wirtschaftliche und soziale Einheit zu begreifen. Diejenigen, die das wünschen, könnten gerne individuelle vertragliche Regelungen miteinander treffen. Aber als Standardmodell taugt sowas nicht (mehr). Kinder, die abhängig von der Sorge Erwachsener sind, sollten nicht zwangsweise in einem solchen Modell aufwachsen müssen.


    Ich würde mir u.a. wünschen:

    Existenzsichernde Löhne

    Grundeinkommen ausschließlich für Care-ArbeiterInnen

    Individualbesteuerung

    volle Elterngeldbezugszeit für Paare nur dann, wenn jedes Elternteil 50% der Zeit Elterngeld bezieht

    Individuum als "Bezugsgröße" bei ALG II, Krankenversicherung etc. (Abschaffung von Bedarfsgemeinschaften, Familienversicherung nur für Kinder etc.)

    kein Zwang zu gemeinsamem Sorgerecht

    ich bin gerade schockiert, dass alleinerzieherinnen, die nicht so tun als ob sie einen mann hätte, so abfällig behandelt werden. ich wurde noch nie aufgefordert, etwas die kinder betreffend mit meinem mann zu besprechen... allerdings weiss ich natürlich nicht, ob es aus solchen gesprächen hervorgegangen ist, dass ich mit dem vater der kinder zusammenlebe. ich werde in zukunft darauf achten und meinen mann verschweigen ;) kleines sozialexperiment.

    Ich habe einen Partner, den ich nicht verschweige. Ebenso wenig verschweige ich, dass ich alleine sorgeberechtigt bin und wofür ich verantwortlich bin. Das führt tatsächlich regelmäßig dazu, dass mein Partner auch in meiner Anwesenheit offen bemitleidet wird in der Annahme, ich würde ihn irgendwie unterdrücken. Und es führt dazu, dass ich angefeindet werde, sehr offensichtlich aus diesem Grund:

    Ich denke, es geht auch darum, offen zu sagen "ich entscheide alleine"

    Wir besprechen nahezu alles miteinander, aber es ist auch klar, dass grundsätzliche Entscheidungen bezüglich des Kindes von mir getroffen werden. Ich trage die Verantwortung, ich muss die Folgen abarbeiten. Mein Partner könnte das nicht, sagt er selbst. Mir ist noch nicht klar, was daran solche Panik auslöst. Ich lebe sogar in einer Region, in der es nicht unüblich ist, dass Mütter die Verantwortung für Kinder nahezu alleine tragen, auch wenn sie verheiratet sind.

    Damals und auch heute erlebe ich schon, dass Mädchen und Frauen angehalten werden, sich selbst zu finanzieren. Höchste Priorität soll aber weiterhin der Job des Mannes haben, Frau darf ihre Angelegenheiten drumherumbasteln und den Erfordernissen des Jobs des Mannes anpassen. Care-Arbeit kommt on top, die selbstverständlich auch überwiegend von Frauen zu erledigen ist. Auch da gilt: Eine liebende Mutter tut zuerst alles für ihre Kinder, dann kommt der Job. Erst Mann, dann Kinder, dann Job, aber bitte so viel verdienen, dass Frau sich eigenständig finanzieren kann.


    Was meinem Eindruck nach nicht gefragt ist, Panik und Feindseligkeit hervorruft: Eigenständige Frauen. Ich bin Mutter, berufstätig, nicht verheiratet, alleine sorgeberechtigt und in einer Beziehung lebend. Solange ich in "Wir-Form" kommuniziere und so tue, als müsste mein Partner auch in Angelegenheiten, für die er gar keine Verantwortung übernimmt, mitbestimmen dürfen, ist alles in Ordnung. Trete ich eigenständig auf, egal wie freundlich und sachlich, wird das nicht selten als Affront gegen Männer wahrgenommen und ruft enorme Panik und Feindseligkeit hervor. "Besprechen Sie die (kindbezogene) Angelegenheit nochmal mit ihrem Mann und teilen mir mit, wie Sie beide entschieden haben." "Ich habe keinen Besprechungsbedarf. Ich habe bereits Entscheidung xy getroffen." Sichere Garantie, abschätzig und unverschämt behandelt zu werden. Das ist zermürbend und ressourcenfressend.


    Mittlerweile habe ich größtes Verständnis für die individuelle Wahl ressourcenschonender Wege. Wer es sich wirtschaftlich leisten kann, sollte das tun. Denn wer, egal ob Frau oder Mann, kann einen Widerstand nach dem nächsten überwinden, steckt locker-flockig Feindseligkeit und Abwertungen weg und erklärt dabei noch den eigenen Kindern, was für eine Selbstverständlichkeit es sei, Berufstätigkeit und Familie zu balancieren? Insofern bin ich voll bei patrick*star : Staatliche Regulierung ist dringend erforderlich.

    Ich halte das Essverhalten für gewöhnlich. Sofern es nicht dazu führt, viele Lebensmittel wegzuschmeißen, würde ich es nicht regulieren. Mir ist wichtig, dass vor dem Essen die Hände gewaschen werden, nach dem Essen Hände und Mund. Wenn viel Sauerei entstanden ist, bitte ich den Kleinen auch, nach dem Essen den Tisch abzuwischen. Mullwindel oder altes T-Shirt vom Papa waren hier auch zeitweise beim Essen im Einsatz.

    Soll deine Schwiegermutter doch mal ihrem Sohn sagen, dass er an den Nachmittagen zu Hause sein soll.

    Also bitte, der muss doch arbeiten ^^ Das steht für sie gar nicht zur Debatte. Schuld ist doch die Mutter, das müsste ja bekannt sein.

    Leider kann er noch weniger als ich. Natürlich würde es irgendwie gehen, aber mit wesentlich höheren Einbußen, leider keine Option.

    Mein erster Gedanke war auch, warum Deine Schwiegermutter Dich zu diesem Thema anspricht anstatt ihres Sohnes, der offenbar deutlich mehr Nachmittage außer Haus ist.


    Deinen Schilderungen nach klingen die Kinder zufrieden mit der derzeitigen Lösung. Also besteht doch kein Veränderungsbedarf. Sollte irgendjemand mal nicht mehr so gut damit klar kommen, könnt Ihr doch über andere Optionen nachdenken.

    Bisher habe ich im direkten Gespräch noch alles durchsetzen können. Der Elternbeirat war bei uns absolut machtlos (habe ich selbst zwei Jahre gemacht). Klar, wenn die Lehrer /Erzieher sich gar nicht auf ein Gespräch einlassen wollen kann man es juristisch angehen "meine Rechte durchsetzten", mir ist es allemal lieber es nicht drauf ankommen zu lassen.

    Schoko

    Ich meinte damit nicht anwaltliche Hilfe bei der Durchsetzung von Rechten, sondern ich bitte EB oder Vorgesetzte um Unterstützung, weil mir die Ressourcen fehlen, mit der Gruppenleitung endlose Diskussionen zu führen, die nichts bringen.

    dass ohne medizinische Indikation Sonnenbrillen getragen werden...

    Das wiederum kann ich so gar nicht nachvollziehen. Eingecremt mit Sonnencreme und mit Mützen versehen werden die Kindern auf Teufel komm raus, aber bei Sonnenbrillen braucht es eine medizinische Indikation?

    Ja. Weil Sonnenbrillen häufig nicht den Qualitätsansprüchen der Gruppenleitung entsprechen.

    Es dreht sich um einen Waldkindergarten! Da halte ich Sonnenbrillen eigentlich für etwas sehr Gewöhnliches. Sicher sind manche qualitativ grottenschlecht, aber sowas aus diesem Grund zu untersagen, ist doch "aus Prinzip". Die Eltern sollen erzogen werden, es bleibt nicht ihnen überlassen zu entscheiden, welche Qualität sie für ihr Kind akzeptabel finden. Es tragen auch Kinder minderwertige Schuhe, trotzdem käme niemand auf die Idee, Schuhen zu verbieten. Und verloren gehen häufig auch Handschuhe, Schals, Mützen und Sonnenhüte. Getragen werden dürfen sie trotzdem nach Lust und Laune. Insofern halte ich das Verlangen eines Attestes für eine Schikane. Es wurde auch offen eingeräumt, dass wir das Attest nur vorlegen müssen, damit anderen Eltern gegenüber darauf hingewiesen werden kann.


    Die Gruppenleitung lehnte sogar die Bezahlung des von ihr selbst verlangten Attestes durch den Kiga zunächst ab. Erst als ich die Zahlungspflicht nachweisen konnte, wurde die Kostenübernahme zugesichert.


    Schokojunkie Ich teile Deine Auffassung nicht, dass man immer reden, reden, reden und beharrlich erklären müsse. 1-2 Mal mache ich das selbstverständlich gerne. Danach gehe ich davon aus, dass erwachsene Menschen solche Angelegenheiten verstanden haben sollten. Dann rede ich nicht mehr, sondern schreibe dem Elternbeirat oder den Vorgesetzten, weise auf unsere Rechte hin und bitte um Unterstützung bei deren Durchsetzung.

    Preschoolmum Du, ich verstehe dich da völlig. Es war nur ein Versuch zu erklären, wie es zu dieser Vorgabe kommen könnte.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Kind den für ihn passenden Stift verwenden darf, immerhin hat er da ja eine echte Indikation dazu. Mit der Lehrerin anlegen musst du dich bestimmt nicht, bestimmt reicht reden aus. ;) ich selbst würde vorher sogar das Attest besorgen, um das Anliegen zu unterstreichen, da das der für mich einfachere Weg wäre.

    So werde ich es auch halten, falls es bei uns eine staatliche Regelschule wird. Aber mich macht es immer wieder wütend, was für ein Aufwand und für Zusatzkosten, z. B. für Atteste, Eltern zugemutet wird, die ohnehin schon besonders aufwendige Kinder haben. Kürzlich musste ich beispielsweise ein Attest beibringen, dass unser Sohn im Kiga nach von ihm selbst einzuschätzenden Bedarf eine Sonnenbrille tragen soll. Nachdem unser Sohn begonnen hatte, häufig Sonnenbrille zu tragen, kamen nämlich auch weitere Kinder mit Sonnenbrillen, und der Kiga wünscht nicht, dass ohne medizinische Indikation Sonnenbrillen getragen werden...

    nach Diagnose

    aber genau das ist es ja nicht. Sondern eine Zustandsbeschreibung. Es läse sich sicherlich weniger problematisch, wenn da ein "momentan" eingefügt wäre - aber ein Zeugnis ist ja per definitionem eine Bestandsaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt.

    Für mich klingt das auch nach Diagnose, aber ich würde deshalb keine Diskussion beginnen. Es könnte ja auch sein, dass das Kind über hervorvorragende Konzentrationsfähigkeit verfügt, sich aber nicht auf Sachen konzentriert, die es (gerade) langweilig findet.

    Sind auch unter einer Leiste verborgene Druckknöpfe ausgeschlossen?

    Ich denke ja. Wir haben es lange nciht getestet, aber jedes neue Kleidungsstück wird nach Knöpfen abgefahndet.

    Das klingt als höttest Du einen Tipp ansonsten?

    Wenn der Muk im Winter mit dem Kiga täglich viel rausgeht, wird wahrscheinlich schon eine Schnee- oder Skihose benötigt, denke ich. Zumindest habe ich bislang keine Wollwalkhose gefunden, die an den Fußgelenken einen Gummizug hat und die dort bleibt, wo sie soll, nämlich über den Schuhen. Außerdem dauert es lange, bis mit Wasser vollgesogener Wollwalk trocknet. Uns war die Anschaffung von zwei solcher Hosen zu teuer, die dann im Wechsel hätten getragen werden können. Jedenfalls dachte ich, ein Schneehosen-Modell ohne sichtbare Knöpfe zu kennen, habe mich aber leider vertan. Alle mir bekannten Modelle haben entweder minimal zwei von außen sichtbare Druckknöpfe oder aber abknöpfbare Träger, dann sind Knöpfe innen in der Hose sichtbar.

    Hier ein Waldkiga-Kind, das Knöpfe zwar nicht hasst, aber nicht damit umgehen kann. Gepinkelt wird im Stehen. Damit nicht die Hälfte auf der Kleidung landet, sind besonders Bäume geeignete Pipi-Plätze. Der Kleine stützt sich mit einer Hand gegen einen Baum, dadurch kommt der Körper in eine schräge Position, und er pieselt nicht auf Hose und Schuhe.


    Im Winter bei sehr heftiger Kälte oder/und Feuchtigkeit ist der Kleine mit Schneehose sowie wasser- und winddichter Winterjacke unterwegs. Unter der Schneehose ggf. Woll- oder Thermoleggings. Schnee- oder Skihosen vollständig ohne Knöpfe habe ich leider noch nicht gesehen, mindestens ein Knopf ist immer dran. Viele haben allerdings eine verdeckte Knopfleiste, sodass der Knopf nicht sichtbar ist. Da solche Hosen meistens auch mit Gummizügen ausgestattet sind, muss der Knopf nicht geöffnet werden, um die Hose herunter zu ziehen.


    Ist es nicht ganz so eiskalt, aber feucht, trägt der Kleine eine (nicht gefütterte) Regenhose von BMS ohne Knöpfe, darunter einer Wollhose.


    Bei eher mildem Winterwette: Cordhose ohne Knöpfe mit wasserabweisenden Besätzen auf Knien und Po (Finkid Kuu), darunter Strumpfhose oder Wolleggings.

    Fähre fahren auf der Elbe und Elbstrand gehören für mich zum Hamburg-Feeling: https://www.hamburg.de/faehre/


    Für den ÖPNV könnte die Hamburg-Card in Betracht kommen, die auch diverse Rabatte für Museen und andere Sehenswürdigkeiten enthält: https://www.hvv.de/fahrkarten/…ten/hamburgcard/index.php


    Wie sind denn Deine Unterkunftsvorstellungen? Lieber selbst verpflegen oder versorgt sein? Sehr preisgünstig oder komfortabler? Eher ruhige Gegend oder eher mittendrin?

    Hast Du spezielle Situationen vor Augen, bei denen Du Bedenken hast, Deine Tochter könnte sehr geärgert werden? Oder hat sie selbst Sorge, dass dann in speziellen Situationen oder an bestimmten Plätzen besonders vorkommen könnte?


    Mein 6-Jähriger gerät nahezu ausschließlich in Konflikt mit Kindern, die er sehr gut geht. Manchmal geht es dann auch für wenige Minuten ziemlich heftig ab. So schnell wie der Konflikt eskaliert ist, ist er meist auch wieder verflogen. Bezüglich des Kontaktes mit ihm unbekannten Kindern ist der Kleine sehr zurückhaltend. Insofern kommt es nur äußerst selten zu schwierigen Situationen mit zuvor unbekannten Kindern. Bislang gab es schwierige Situationen mit unbekannten Kindern ausschließlich auf dem Spielplatz. Mein Sohn konnte sie für sich lösen, indem er entweder weggegangen ist oder das andere Kind gleichermaßen geärgert hat, um sich zu wehren.

    Wie verhält Deine Tochter sich denn bisher, wenn sie geärgert wird? Das wird ja keine gänzlich neue Situation für sie sein.


    Ist Dein 2013 geborenes Kind gemeint? Unser 6-Jähriger reagiert, wenn er geärgert wird, u.a. mit folgenden Dingen:


    Klar sagen, dass er das nicht will

    Zurückärgern, auch körperlich heftig

    einen Freund oder eine Freundin um Unterstützung bitten und gemeinsam mit Ärger auf den Ärger reagieren

    Weglaufen

    Vertraute Erwachsene aufsuchen und sich beschweren