Ich komme gut klar bisher, 1-2 x dachte ich so "harter Tag, scheiß Kälte und alles so dunkel, wie schön wäre jetzt ein wärmender Sherry". Aber das ging auch vorbei und ich glaube wirklich, dass häufigere Pausen das Gehirn irgendwie umpolen. Also nicht richtig umpolen, aber dass man merkt "es geht auch ohne".
Früher hätte ich in so einer Situation abends einen Baileys oder auch einen Sherry getrunken. Es gab Zeiten, da habe ich mich um 18 Uhr drauf gefreut, um 20 Uhr, wenn zu Hause Ruhe im Karton ist, meine Me-Time mit meinem Leckerli zu haben.
Das ist zum Glück vorbei. Wahrscheinlich auch, weil ich jetzt wesentlich weniger Stress in meinem Leben habe als noch vor 5 oder 10 Jahren und ich endlich die Kapazitäten habe, meinen Konsum kritisch zu beobachten und bewusst auch mal für eine gewisse Zeit "nein" zu sagen. Und je öfter ich das tue, und je länger die Pausen werden, desto weniger Craving habe ich. Es vergeht wirklich mit der Zeit.
Und dennoch trinke ich auch gern Alkohol, weil er mir schmeckt und weil ich auch das Gefühl mag, was damit einher geht. Ich will mir den Genuss nicht verbieten. aber ich will eben auch nicht, dass aus dem Genuss eine Gewohnheit wird, die langsam in eine Sucht abgleitet. Ein Ersatzprodukt dafür brauche ich nicht, ich trinke jetzt halt Tee oder Leitungswasser.
Ich habe ein sehr kritisches Auge auf meinen Konsum und wenn ich das Gefühl habe "Endlich Feierabend, ich freue mich auf mein Bier nachher", dann weiß ich: Es ist Zeit für eine Pause, mindestens zwei Wochen lang, besser noch länger. Ich glaube nicht, dass ich dieses Gefühl öfter als 5 Mal in 2025 hatte.
Momentan klappt das trotz dieser Superscheißwinterkälte, die mich von innen her zersetzt, total gut. Die 22 Tage jetzt waren echt easy auszuhalten.
Und bei Euch so?
LG,
Anne