Ich sehe an meinem Großen, dass es leider kaum mehr echten Anreiz für Ausbildung oder Studium gibt, wenn die jungen Leute erstmal für Geld gearbeitet haben und ihnen das nach wenig Aufwand für relativ gutes Geld vorkommt.
Er hat nach dem Abi 3 Jahre Vollzeit gearbeitet mit deutlich mehr als Mindestlohn, den Job hat er dann verloren und seitdem ist es echt schwierig - Studium dauert ihm viel zu lange, bis man da Geld verdient (dass es noch länger dauert, je länger er nicht anfängt, scheint auch kein ausreichender Anreiz
), es fühlt sich jetzt ohne das gute Gehalt natürlich entsprechend blöd an, also denkt er, er muss was finden, wo er ohne zeitlichen Aufwand möglichst schnell möglichst viel Geld verdient. Und ja, da kam auch schon so Kram wie Immobilien, Influencer, lauter Dinge, die andere angeblich mit Links machen und deshalb reich sind 
Aktuell arbeitet er halt wieder irgendwas, ich hoffe trotzdem, er kriegt die Kurve noch zu irgendeiner Art von Ausbildung. Er hat jetzt nie nichts gemacht, aber es führt aus meiner Sicht bisher auch nirgends hin. Wenn allerdings Geld der einzige Motivator ist, ist es halt schwierig. Ich kann mich da null reinversetzen, ich war nie so, sein Vater auch nicht, scheint es aber bei der Jugend öfter zu geben, dass ansonsten der Sinn (noch) fehlt.
Und wenn sie mit Gelegenheitsjobs teilweise genauso viel verdienen wie ihre Eltern nach Jahren von Ausbildung und Studium, kann man reden, soviel man will, überzeugen ist da schwierig.