Beiträge von Kanin

    filou, wenn an der AHK der Falti hängt, dann kann man ja nicht (wie wir) einen Hänger für all das Gepäck mitnehmen.

    Wie bekommt ihr denn die Ausrüstung mir? Ich bin z b aus dem Alter raus, in dem ich ohne Tisch und Stühle zelten gefahren bin...

    Ich wurde zunächst innerlich ausflippen.

    #sauer


    Dann würde ich mich wieder beruhigen und unter den (nicht unterschriebenen) Tadel anmerken, dass es sich sicherlich um ein Missverständnis handelt.

    Die Tochter habe sich pflichtbewusst rechtzeitig mit der einzig möglichen Busverbindung auf den Schulweg gemacht.

    Leider wurde die erste Stunde ersatzlos gestrichen und sie konnte daher nicht, wie es der Stundenplan eigentlich vorgibt, an der xyFach Stunde teilnehmen.

    Da unglücklicherweise keine Vertretungsstunde eingerichtet wurde, hat sie diese Freistunde VOR Unterrichtsbeginn, also außerhalb der Schulzeit, wie mit den Erziehungsberechtigten vereinbart im Café verbracht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ich sehe ebenfalls keine Notwendigkeit, dafür Stress zu haben.

    Er schafft es ja, den Vormittag allein in der Kita zu bleiben, da scheint mir ein zusätzliches Üben für die anstehende Einschulung nicht notwendig.

    Er hat die Muslimstunde mit dir kennenlernen können und ihm ist der Preis des Alleinbleibens zu hoch.

    Warum glaubst du, dass Warten nichts nützt? Dein Sohn wird sich ja zwangsläufig weiterentwickeln. Er wird ja nicht mit 14 immer noch nur auf deinem Schoß sitzen ;).

    In einem halben oder ganzen Jahr überwiegt bei ihm vielleicht die Freude an dem Unterricht. Und bis dahin kann man ja Zuhause Musik hören und einfache Instrumente erproben.


    Ich argumentiere natürlich stark eingefärbt aus meiner Erfahrung. Meine Kinder waren auch so und es hat eigentlich nur etwas gebracht zu drängeln #rolleyes.

    Ich brauche eure Meinung:

    Heutee beim Gespräch mit meinem Mann kam uns die Idee, wenn man eh schon neue, teilweise künstliche oder sperrige Ausdrucks- und Schreibformen einführt, warum man dann nicht einfach eine neue, alle meinende Endung erfindet.

    Z.B. -an. Liebe Nutzan oder Liebe Schühlan, Lehran oder was auch immer. Meint alle, keine Rang- und Reihenfolge. Nach einem Jahr Aufregung hätten sich die meisten dran gewöhnt und es würde den Schreib- und Lesefluss nicht stören

    .

    Völlig abwegig?

    Liebe Nala, diese Ungewissheit ist furchtbar #knuddel.

    Ich kann deine Sorgen zu gut verstehen.

    Ich gehöre schon überwiegend dem schulmedizinischen Mainstream an, aber wir haben natürlich auch diverse Alternativen probiert. Einigen davon schenke ich auch recht viel Vertrauen, es lässt sich meiner Meinung nach nur noch nicht erklären. Egal, also:

    Wir haben Osteopathie, Chiropraktik und Neuraltherapie versicht

    Mein Sohn hat auch eine chronische Schmerzsymptomatik. Teilweise konnte er Monate lang nicht in die Schule gehen. Die Schmerzen blieben auch, wenn wir ihn krankgemeldet hatten. Er hat teilweise vor Kopfschmerzen um sich getreten..#heul

    Bauchschmerzen begleiten ihn sein Leben lang. Die ersten Jahre litt er an einer unerkannten Fructose-Malabsorption. Die hat sich aber gegeben.


    Uns hat eine Schmerztherapie geholfen. Wenn körperliche Ursachen wirklich (!!) ausgeschlossen wurden, ist das häufig ein guter Weg.

    Die Schmerzen sind echt, das ist kein Lügen. Aber die Nervenimpulse haben sich verselbstständigt. Ich empfehle dringend das Buch "Rote Karte für den Schmerz".


    Wir sind einen steinigen Weg gegangen. Es war phasenweise der Horror und hat unsere Familie ein Jahr lahmgelegt. Hätten wir früher von dieser Methode gewusst,wäre der Schmerz vielleicht nie so schlimm geworden.


    Heute, 1 3/4 Jahre nach dem absoluten Tiefpunkt, sind wir viel weiter und es geht dem Kind sehr sehr viel besser. Er hat nach wie vor eine übersensible Schmerzwahrnehmung. Aber es blockiert sein Leben nicht mehr.

    Ich verlinke mal ein kurzes Video, in dem Kindern der chronische Schmerz erklärt wird, das hilft auch Eltern (und ist von den gleichen Autoren wie das o g Buch)


    Der Strang hat sich ja schon ziemlich vom Eingangspost entfernt und eigentlich wollte ich daher nichts mehr zur Nebendiskussion schreinezn ABER:


    Eben war ich im Supermarkt, in besagter Gegend mit hoher Flüchtlingsunterkunft-Dichte.

    Ich schob meinen mäßig vollen Einkaufswagen ans Schlangenende, fast zeitgleich kam ein Pärchen, welches ich Richtig Iran oder Syrien verorten würde, sie mit recht streng geschlossenem Kopftuch, mit einigen Artikeln in den Händen dort an.

    Erster Gedanke: Die lasse ich vor, die haben weniger Artikel als ich und müssen es tragen.

    Zweiter Gedanke: Verstehen die mich überhaupt und wenn nicht, fühlen sie sich vielleicht doof angemacht?

    Dritter Gedanke: Egal, einfach machen.


    Ich: Möchten Sie vor, Sie haben ja nur so wenig Sachen?

    Sie: Danke, aber Sie haben ja selbst nur wenig Sachen im Wagen.

    Er: Danke, gehen Sie ruhig vor.

    (Beide annähernd akzentfrei)


    Schöne Lehrsituation für mich und letztendlich auch durch diesen Strang so gekommen! :)

    Ein Freund meines Sohnes, einer seiner besten Freude, fühlt sich zwar als Türke, macht da aber kein großes Ding draus. Wenn die beiden zusammen unterwegs sind, insbesondere dort, wo viele Menschen unterwegs sind, wird dieser Junge regelmäßig von ihm völlig fremden (jungen männlichen) Türken gefragt, ob er ebenfalls Türke sei und anschließend fröhlich abgeklatscht. Mein Sohn und ggf weitere Freunde werden freundlich ignoriert, nie blöd angemacht. Aber es ist schon merkwürdig. Sein Freund selbst macht das von sich aus übrigens nie, zumindest nicht in Gegenwart anderer.

    Absolut nachvollziehbar. Es ist (noch!) die ungewohnte Ausnahme, dass Menschen mit scheinbar nichteuropäischem Aussehen hier geboren wurden, sogar in 2. oder 3. Generation.

    Die wenigsten italienisch- oder griechischstämmigen Deutschen werden heute noch in der "du verstehen deutsch" Sprache angesprochen. Es ist normal, südeuropäischen Phänotypen in der Klasse, im Job, im Hobby zu kennen. Man registriert es nicht mehr.

    Das wird sich erweitern auf alle Erscheinungsbilder.

    (Bestimmt wird sich aber eine Ablehnung zwischen unterschiedlichen "Zugehörigkeiten" bei weitem nicht von selbst erledigen.)


    Ich selbst bin auch nicht frei von diesen Sprach-Vorurteilen. In meiner Wohngegend sind tausende Plätze von Flüchtlingsunterkünften. Dementsprechend viele arabisch und afrikanisch aussehenden Menschen begegnet man. Z B an einer Bushaltestelle würde ich vermutlich eher einen " typisch deutsch" aussehenden Passanten nach einer Fahrplanauskunft ansprechen. Weil ich bei dem sicherer davon ausgehe, dass er deutsch spricht und sich mit dem ÖPNV auskennt. Was natürlich nicht stimmen muß, aber hier eine höhere Wahrscheinlichkeit hat.

    Ich kenne ein paar (vor allem ältere) PoC, die diesen ... ich nenne es mal "kleinen Rassismus" abtun, negieren oder sogar selbst mitgehen. Damit meine ich alles, was in die Sparte "Aber das ist doch nicht bös gemeint!" fällt,...

    Ich weiß genau, was du meinst. Und switche da immer zwischen beiden Positionen hin und her. Kann beiden Positionen was abgewinnen:


    Das Denken in Kategorien finde ich furchbar

    (die (#nein) tanzen immer so gut). Ufz.

    Eine Neugier an sich finde ich dagegen total verständlich. Nichts desto trotz nervig und ausgrenzend. Aber eben wirklich meistens nicht so gemeint. Hilfe, das klingt so relativierend #haare.

    Beispiel: Ich war vor x Jahren in Indien unterwegs. Ich war in den Gegenden wahrlich nicht die erste europäische Touristin, trotzdem war es eben noch nicht sooo gewohnt im Straßenbild. Für mich als Kulturfremde war es sehr anstrengend, wie wenig Distanz die Menschen in ihrer Neugier wahrten: Beim Essen scharte sich jedes Mal ein Grüppchen um mich. Im Bus/Zug wurden ständig die Haare angefasst. Ewig diese Fragen nach Herkunft, familiärem Stand, Beruf (=Kaste).

    Ich habe es wirklich immer als Interesse eingeordnet. Meine Erklärungen (damals noch unverheiratet und kinderlos, also quasi mit Ende Zwanzig total gescheitert :P) , dass das in meiner Heimat normal wäre, würden eigentlich nie geglaubt. Und manchmal wurden daraus gute Gespräche.

    Wenn man hier lebt, möchte man das irgendwann nicht mehr, es nervt bestimmt, keine Frage. Aber ich nenne es nicht (in jedem Fall) Rassismus.

    Ich bin keine PoC und ja, es gab nie diese koloniale Sache in diese Richtung.

    Aber die Neugier, das Interesse, ist davon halt oft unabhängig. Und ich bin mir recht sicher, dass sich dieses Problem in den jüngeren Generationen nach und nach verliert. Hier im großstädtischen Gebiet ist das bei den Schüler:innen echt kein Thema mehr.

    Das nützt den Älteren nicht sooo viel, zugegeben. Aber mir macht es Mut und ich denke eben, das Problem erübrigt sich dann irgendwann.


    Und ich finde, wir dürfen PoC es nicht absprechen, es nicht schlimm zu finden. Viele von meinen afrikanischen Freunden unterhalten sich untereinander neutral und tatsachenbezogen über die Nuancen der Hautfarben zB ihrer afrodeutschen Kinder. Aber nicht alle, andere sehen das eher als Tabuthema.

    Ein Freund meines Sohnes ist sehr locker bei solchen Sachen, ein anderer ist da sehr empfindlich. Keiner von beiden hat da mM n eine falsche Haltung.