In meiner Jugend wurde ja im Fernsehen quasi von morgens bis abends Tennis übertragen, und zwar Damen- und Herrentennis gleichermaßen, denn "wir" hatten ja Boris UND Steffi und alle wollten Tennis schauen und kannten die Herren- und Damenweltrangliste auswendig. Heute interessiert das fast niemanden mehr und es wird kaum noch darüber berichtet, obwohl insbesondere das Damentennis qualiltativ sicher sehr viel besser geworden ist. Irgendwelche Sehgewohnheiten scheinen da keine große Rolle gespielt zu haben und zu spielen.
Sportberichterstattung ist doch irgendwie nie fair oder logisch, so viele Sportarten finden im Fernsehen quasi gar nicht statt, egal ob männlich oder weiblich betrieben und egal, wie attraktiv die Sportart zum Zuschauen ist (Fußballspiele sind ja eigentlich oft gar nicht so spannend, sie dauern lange und es fallen häufig wenig oder gar keine Tore). Es wird das übertragen, was die Leute sehen wollen oder wo viel Geld vorhanden ist und eingesetzt wird.
In Deutschland ist eben die Fußballbundesliga der Herren bei sehr vielen Menschen, vor allem Männern, von besonderem Interesse; in anderen Ländern sind es andere Sportarten. Und bei sehr vielen Fans gilt das Interesse m.E. auch mehr dem Event und Gruppengefühl und der Tatsache, dass es eben so verbreteitet von Interesse ist und man mit jedem darüber reden kann als dem konkreten Sport an sich. Das kann man aber nicht aus Fairnessgründen "einfach so" auf den Frauenfußball übertragen.
Ich fühle mich da auch nicht verpflichtet, mich aus Solidarität für etwas zu interessieren, für das ich mich einfach nicht interessiere.
Dass Frauen benachteiligt werden und in der Sportförderung große Ungerechtigkeiten bestehen, will ich natürlich keinesfalls bestreiten.