Beiträge von Erdbeerminze

    Die Zweiteilung der Welt in Faschist vs Antifaschist erinnere ich auch noch dunkel. Was so im kindlichen Hirn hängenblieb. Ohne Prozentzahlen und genauere Details. Und klar, Thälmann war der Größte. Aber das war nicht spezifischer Teil des Geschichtsunterrichts, sondern allgemeiner Tenor des Schullebens - halt bei allen möglichen Gelegenheiten. "Imperialismus" war auch so ein Schlagwort. Es gab - zumindest zu meiner Zeit - sog. Agitatoren (als Teil des Gruppenrats), das waren Schüler, die das politische Geschehen nach "Aktueller Kamera" in 5 Minuten knapp umreißen sollten, vermutlich so ungefähr wöchentlich, exakt erinnere ich das nicht.


    Im Geschichtsunterricht wurde die Entwicklung der Gesellschaft behandelt: Urgesellschaft - Sklavenhaltergesellschaft - Feudalgesellschaft usw.
    Meine Kenntnisse über die Antike, zB die griechische Polis, sind leider sehr rudimentär, ich will das immer mal nachholen.


    Zum Lehrplan DDR habe ich gerade das gefunden:

    https://journals.ub.uni-heidel…icle/download/10179/4030/


    (Hoffe, der Link geht, es öffnet sich eigentlich gleich das PDF.
    Geht nicht speziell um die Lehrpläne, sondern DDR- Jugendsachbücher)


    In der gymnasialen Oberstufe (Westen) musste ich dann in einer Klausur einen Geschichtstext der DDR analysieren (Quelle wurde uns natürlich nicht gesagt, das sollten wir ja herausarbeiten, es ging u.a. um historischen Materialismus). Das war lustig, denn ich konnte mich noch an die Buchseiten erinnern, die zu meinem Schulbuch 5. Klasse gehörten.

    Hier nicht Bayern, sondern Norden.
    Schule früher und Orts- bzw. in unserem Fall Stadtgeschichte gehörten zum Lehrplan in der Grundschule.


    Theoretisch lässt sich Stadtgeschichte ja auch prima allgemein mit der neueren Geschichte verbinden, allerdings fiel der ganze Themenkomplex speziell in der Klasse meiner Tochter ziemlich hinten über. Ich weiß, dass Stadtgeschichte anderswo ziemlich ausführlich durchgenommen wurde.

    Direkt aufs Eingangsposting geantwortet:


    Wichtig:
    - bisschen handwerkliches Geschick

    Bohrmaschine, anstreichen, Lampen selber anbamseln u.ä. Hier muss ich mir aber an die Nase fassen, meine Eltern konnten das beide kaum bis gar nicht, und ich habe leider auch keine große Motivation, das wirklich zu erlernen (1x Zimmer gestrichen, 1x nach Anleitung der ausziehenden Mitbewohnerin WaMa angeschlossen)

    - Handarbeitliche Grundkennnisse; mehr ist Hobby, aber nicht wirklich nötig

    - bisschen Kochen

    - Fremdsprachen auf Gk-Level

    - Telefonieren können, keine Aversion dagegen

    - optimistische Lebenseinstellung; das Glas ist halbvoll statt halbleer

    - einen Sinn für die poetischen Momente des Lebens

    - die eigenen Finanzen im Blick behalten


    Allgemein sich selbst gut versorgen und auch seelisch umsorgen können:
    * seine Grenzen kennen
    * Hilfe organisieren können
    * für die eigenen Interessen eintreten
    * Konflikte aushalten können

    Hmn, aber bevor sich eigener Nachwuchs ankündigt, leben Erwachsene meistens schon eine Weile für sich und haben dabei auch Dinge gelernt, die ihnen Eltern eventuell nicht beigebracht haben. Aber sie müssen ja trotzdem für sich sorgen. Kochen zum Beispiel (wenn einem Mensa-Essen nicht schmeckt u Geld für Essengehen zu knapp). Oder die Wohnung streichen (wenn einem der Maler zu teuer ist).


    Oder meint ihr, es wird sozialisiert, dass man dann im Fall des Falles geschickt darin ist, all dies lieber andere für sich erledigen zu lassen oder instinktiv Tausch-Freundschaften zu bilden?


    Hmm, ich habe immer noch nicht gelernt, Taschentücher einzustecken. Obwohl ich echt schon oft nach Tempos gefragt wurde. Muss leider immer passen.

    Das mit dem Alter hatte ich schon auf dem Schirm. Vor (rechne...) fast 30 Jahren war ich einmal auf einer Vernissage eingeladen, wo er zugegen war - ein ziemlich kleiner Mann, der in der Menge irgendwie unterging. Ich war ganz erstaunt irgendwie. Die Haare waren noch nicht so weiß, aber sonst sehr ähnlich.


    Ich hab mich ja immer gefragt, ob so eine Sonnenbrille bei teilweise Dämmerlicht in Innenräumen nicht wahnsinnig hinderlich ist.

    Es ergab sich so aus den hiesigen Möglichkeiten.


    Reiten:

    Tochter hat zwar eine Mutter mit der ehemals Einstellung "meine Tochter wird hoffentlich nie so eine blöde Heiti-teiti-Ponyhof-Pferde-Vernarrte". Aber reitbegeisterte Erzieherin (regelmäßige Kiga-Ausflüge in den Reitstall, einmal sogar deren Pferd auf der Wiese hinter der Kita mit Schlittenfahren in Schnee), therapeutisches Reiten auf Empfehlung der Ergotherapeutin und das spontane Geburtstagsgeschenk der Oma ("ich war in einer Reitstall-Pizzeria essen und es war da so nett, ich hab ne Reitstunde abgemacht") führten dann dazu, dass es zu einer nachhaltigen Pferdeliebe-Infektion kam.

    Lange Zeit mochte sie keine anderen Tiere. Neuerdings auch Hunde.


    Musik:

    Meine Schiefsingerin wurde umgeleitet in die Zweitwahlschule. Viele Tränen. Jeki-Angebot u Instrumentenkarussell. Geige sollte es sein. Eindeutig Streicher. Mit Schulwechsel und dem allerersten Cellostrich am Tag der offenen Tür war klar: Das ist ihr Instrument.


    Judo wurde angetestet, Schwimmen war ok, aber mit dem Silberabzeichen reicht's.


    Laut nachgedacht wurde von ihr kürzlich über Yoga, Rhönrad (bei beidem keine passenden Angebote un die Ecke) und die Anschaffung eines Hundes (da denken wir gemeinsam drauf rum, aber ohne konkretes Ergebnis).

    Ich will Dir nicht widersprechen, als ich Deinen Satz las, fiel mir jedoch sofort der Film "Miss Daisy und ihr Chauffeur" ein, der auch Oscars gewonnen hat, soweit ich weiß.

    Und danach noch "Die Brücken am Fluss" mit Meryl Streep, ein mich sehr berührender Film.

    Ergänzender Einschub: Mir fällt spontan noch "Am goldenen See" ein, mit Katherine Hepburn und Henry Fonda (in seiner letzten Rolle) als alterndes altes Ehepaar.

    Gute Besserung, Inkognita !

    Tipps für diese Zeit danach habe ich leider nicht. Auf die Couch mit Lieblingsbuch oder -serie vielleicht? Wie lange bleibt der Arm denn fixiert?


    Ich hab auch noch Beschwerden. Im Alltag merk ich es nicht mehr so (oder dran gewöhnt? à la 'Ist doch gar nicht so schlimm').

    Beim Sport gibt's aber kein Vertun. Wollte schon lange mit Yoga anfangen, und da spürt man so was von genau die Grenzen. Bei etlichen Übungen schlägt mir die Leiterin Alternativen vor, weil ich Stretchbewegungen mit den Armen oft nicht korrekt ausführen kann. Es wird jedoch auch hier gaaaaaanz langsam besser.

    GsD ist das eine Gruppe von lauter Mittelalten, fast jede mit irgendeinem Problemchen - Knie, Handgelenke etc. Das macht es leichter.

    Sonst fühle ich mich nämlich in der Ausführung wie halbtot überm Gartenzaun.

    Hier werden Kinder vom 1.9. -31.8. zusammen eingeschult. Kinder, die vom 1.9.-31.11. geboren sind, können auf Antrag der Eltern Recht einfach ein Jahr früher gehen.

    Hamburg hat den alten Stichtag nie nach hinten verlegt. Hier sind die nach dem 30.6. geborenen Kinder Kann-Kinder (ich weiß gar nicht, bis zu welchem Datum, also bis wann ein Antrag auf frühe Einschulung machbar ist).

    Wir haben das für unsere August-Geborene auch genutzt. War keine leichte Entscheidung, aber gerade jetzt in den höheren Klassen bin ich doch sehr froh darum.

    Mir bereitet deine Aussage, Shevek, dass der Junge und sein Vater in Deutschland aufgewachsen sein müssen, weil er sonst wüsste, dass ältere Menschen und Lehrerinnen mit Respekt zu behandeln sind, echt Bauchschmerzen. Ich empfinde das als pauschalisierend und diskriminierend.

    Dann unterhalte dich mal mit Menschen aus dem Nahen Osten - also Menschen die dort aufgewachsen sind.

    Respekt vor dem Alter ist ein starker Bestandteil ihrer Kultur.

    Daran ist nichts diskriminierend oder pauschalisierend.

    Hmm, ich hab nez perces Einwurf so verstanden, dass es wiederum pauschalisierend gegenüber der hiesigen Bevölkerung und den heutigen Gepflogenheiten klang. Im Sinne von: Hier sozialisierte Menschen haben normalerweise keinen Respekt vor Älteren und Lehrerinnen.
    Und das stimmt so ja nun auch nicht.

    Das mit den Kosten bezweifel ich.

    Ich finde 55 Euro pro Monat nicht wenig und auf die Anzahl der Kinder gerechnet ein hoher Betrag mit dem gut gearbeitet werden kann.

    Zumal man ja die Schließungszeiten mit bezahlt.

    Hier wurde in der GS jedes Essen einzeln abgerechnet. Krank, abgesagt, Ferien etc. Das war immer eine gesonderte Abrechnung direkt mit dem Caterer. Monatlich schwankend zwischen 55-70 EUR. Nachmittagssnacks in Form von Obst/Rohkost/ auch mal Pudding o. ä. (selten) mit eingeschlossen.


    Hortgebühren dagegen liefen über die Stadt, aufs Jahr umgelegt durchgehender Betrag (also Ferienbetreuung war schon extra, aber es wurde halt verteilt).


    In der weiterführenden dürfen Schüler ab Kl. 7 mit Elterneinverständnis das Schulgelände in der Mittagspause verlassen, um umliegende Angebote wahlweise nutzen zu können (beliebt: Asia Imbiss, Pommesbude, nahe wohnende Mitschüler).

    Am Gym kochen seit vielen Jahren Eltern - was das warme Essen allerdings nicht beliebter macht. Brötchen, Joghurt, Müsli gibt's immer. Und im Sommer kommt täglich der Eiswagen zur großen Pause.

    dacarrot

    Hilft dir der Thread denn weiter? Jede hat so ihre eigenen Latein- und vereinzelt Altgriechisch-Erfahrungen, aber was nun die passende Entscheidung speziell für deine Tochter ist, kann man daraus doch nicht übertragen, oder?


    Es klingt so, als sei das niederl. System jetzt nicht so, als sei der Werdegang mit der Schulwahl schon eingeengt und vorgezeichnet.

    Ich würde wohl die Tochter entscheiden lassen :) Oder ist sie derzeit schon am Schwimmen mit der Mehrsprachigkeit? (Ich erinnere mich durchaus an Schüler, die konnten wirklich keine Sprache richtig - insbesondere bei Eltern mit unterschiedl. Elternsprachen, im dritten Land lebend).

    Hier gibt es übrigens in der 5. Klasse mehrmals Probeunterricht, wenn die Wahl zur 2. Fremdsprache (Erstsprache ist Englisch) ansteht. Das fand meine Tochter hilfreich. Zum Beispiel die Aussage des Lateinlehrers, Latein müsse man nur übersetzen, nicht aktiv sprechen. War ein gaaaanz wichtiges Argument pro alte Sprache.

    Ich kann mir ehrlich gesagt nur wenige Konstellationen vorstellen, in denen es insgesamt effizienter - schneller, risikoärmer, weniger belastend - ist, das Auto statt den Zug zu nehmen, um nachts in Deutschland 900km zu fahren.

    Nachts im Zug? Ein Argument dagegen: sexuelle Belästigung. Mir ist das früher nachts und leider auch tagsüber mehrfach passiert - und ich hasse Bahnfahren.

    Nicht ohne Not setze ich mich freiwillig in zufällig gewürfelte Menschengruppen im Zug. Schlimm sind die Abteile, wenn man sich über Stunden gegenüber sitzt und da ein Unsympath mit dabei ist.