Beiträge von Erdbeerminze

    Leslie Winkle wie geht es euch denn mit der Nachhilfe? Falls Du schon etwas dazu geschrieben hast, entschuldige!

    Diese Frage möchte ich noch mal hochholen. Das ist ein recht aktiver Thread geworden, und neben den weitschweifigeren Einlassungen zur Qualität des Unterrichts in GS und Gym diverser Bundesländer kamen doch auch viele konkrete Tipps, um Lücken aufzuholen.


    Leslie Winkle , wie geht es deiner Tochter denn mit der Nachhilfe und allgemein der Notensituation? Im Eingangspost hieß es, Nachhilfe würde nun starten. Habt ihr das Problem genauer eingekreist, woran es hakt? Denn davon hängt ja auch ab, ob ein Schulwechsel positiv wirkt oder nicht.


    Du bist so still. Außer dass nun im anderen Faden nachzulesen ist, dass der Schulwechsel beschlossene Sache ist.

    In den naturwissenschaftlichen Fächern meiner Schulzeit kann ich mich an keine blöden Kommentare erinnern (hüben wie drüben).


    In philosophischen Seminaren oder der Philo-Bibliothek an der Uni allerdings schon - abhängig vom Kurs und in der Tat auch abhängig vom gerade getragenen Style. München in den 80ern: Es gab allein an Proseminaren über 40 (!) Veranstaltungen, hatte das spaßeshalber mal durchgezählt. Plus Haupt-/Oberseminare/Übungen + Vorlesungen. Und in insges. drei philosophischen Instituten genau 3 weibliche Lehrpersonen, darunter eine einzige Professora und eine Lehrbeauftragte mit Weltkultur-Randthemen.

    Extrem männerlastig.

    Bedeutet eka Ebay Kleinanzeigen? #gruebel


    Ich bin nicht gut im Verkaufen, Kleinanzeigen ging immer noch am besten (aber auch nicht wirklich gut), die Kreisel-Sachen dümpeln ewig vor sich hin, und ich bin mit dem ganzen Krempel, der sich über die Jahre angesammelt hat, eh total frustriert. Wenig getragene, gute Sachen, die kein Mensch will (es sei denn, fast geschenkt). Für den ganzen Aufwand mit Einstellen, Fragen beantworten etc. lohnt sich das Ganze nicht - im dümpelnden Rabenflohmarkt, wo am Ende gefühlt eher die "Reste" angeboten wurden und teurere Marke auf anderen Plattformen, mochte ich auch nicht über einsfuffzig-Tshirts feilschen.


    Ich gebe das inzwischen lieber so weiter, nutze - selten - einen hiesigen Flohmarkt oder pack es halt in die Altkleidertonne. Dieses Verkaufen stesst mich enorm. Unabhängig von der Plattform. Der Flohmarkt vor Ort ist auch eher eine ideelle Sache, Nachhaltigkeit und so. Aufwand und Erlös stehen in keinem Verhältnis.

    Ich hab schon, bevor ich mein Kind bekam, zwischen einigen Stühlen gesessen. Dann mit Kind war das eine Grundsituation, die mir einfach bereits vertraut war. Beruflich gab es lange vor dem Kind Einschnitte, Abbiegungen, Ernüchterungen. Role Models für meinen Weg habe ich schon ewig nicht mehr. Mir ist es wumpe, ob eine Frau dieses oder jene Familienmodell wählt (mittlerweile... Ich komme entwicklungstechnisch aus der Hausfrau-sein-ist-furchtbar-Ecke). Nicht so egal ist mir, ob sie mit ihren Entscheidungen im Reinen ist oder permanent auf der Suche nach "Schwestern im Geiste". Das sind in der Tat Erwartungshaltungen, oft unausgesprochen, denen ich mich entziehe.

    Schnuck Auch von mir ein Danke für den Link. Interessant der Hinweis, dass Gleichstellung der Geschlechter und wirtschaftliche Prosperität korrelieren.


    Gesamtgesellschaftlich finde ich heute aber, dass Ansehen und Wert einer Person sich eben nicht an der Vergütung der Erwerbsarbeit ausrichten sollte. Es ist das eine Ziel, dass mehr Frauen wirtschaftlich auf festen unabhängigen Füßen stehen, so mittelfristig. Im größeren Betrachtungsrahmen würde es mir aber besser gefallen, wenn die starke Bedeutung von Erwerbsarbeit abnähme. Auch in Anbetracht der ganzen digitalen Prozessoptimierungen. Da müssen sowieso andere Lösungen her.

    Hier gab es doch neulich die Schilderung einer fragwürdigen Inobhutnahme durchs Jugendamt (allerdings nicht AE und ganz andere Begründung).

    Ich könnte mir vorstellen, dass es beides nebeneinander und zeitgleich gibt - die ungerechtfertigten Eingriffe und Schikanen wie auch viel zu langes Abwarten.


    Wie viel Ermessensspielraum in der Umsetzung papierner Vorgaben haben eigentlich einzelne Sachbearbeiter, Abteilungen, Bereiche?

    Hier kam das Schreiben auch erst am Gym. Interessanterweise hat meine Tochter damit gar keine Probleme - während sie in Deutsch jede Menge grobe Schnitzer in die RS eingebaut hat. Grund: Die englische RS muss man erst mal so lernen, und das ging interessanterweise. Das "Schreiben nach Gehör" im Deutschen war hingegen ein Desaster. Ihre englische Orthographie ist weitaus besser als die deutsche.

    In unserem Lehrbuch gab es bei den Vokabeln eine dritte Spalte mit Beispielsätzen.

    Welches Lehrbuch hattet Ihr denn, Erdbeerminze?

    Mir fehlt das bei unserem Lehrwerk total, dass man lernt, wie man die Wörter anwendet und nicht nur stumpf einzelne Vokabeln.

    "Green Line" heißt das Lehrwerk.

    Gibt's auch jeweils einiges an Übungsmaterialien und Workbooks zu, das haben wir dann teilweise auch durchgeackert. Also statt Zusatz-Apps sind wir mehr am eigentlichen Schulmaterial drangeblieben.

    In unserem Lehrbuch gab es bei den Vokabeln eine dritte Spalte mit Beispielsätzen. Reine Vokabelkenntnis bringt ja, anders als bei Latein, manchmal gar nicht so viel, weil es halt im Englischen oft anders ausgedrückt wird als wenn man Wort für Wort aus dem Dt. ins Englische übersetzt.


    Ich habe immer darauf gedrungen, dass Kind sich diese Sätze einprägt. Immer ganze Sätze lernen, meinethalben stumpf auswendig lernen - nicht nur Vokabeln. Die Lehrerin hat netterweise auch öfters genau diese Sätze wortwörtlich in Tests dran gekommen, das hat Kind leider nicht von alleine gecheckt #rolleyes


    Übrigens hat hier nach ein zwei Jahren ein Ferien-Sprachcamp Wunder gewirkt, Englisch kann Spaß machen war die durchschlagende Erkenntnis. Es ist zu einem Lieblingsfach avanciert, die Noten wurden Jahr um Jahr je einen halben Wert besser. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Falls das jmd. hier Mut macht.

    Ich weiß nicht, ob das gleich "unehrliche" Kommunikation sein muss. Ohne die Verhältnisse in B und Bayern zu kennen - in HH gibt es einen riesigen Gap zwischen dem eher spielerisch vermittelten Englisch der GS und dem Unterricht am Gym (The Green Line, falls das jmd. was sagt). Manche Gymis gehen im Vorfeld darauf schon etwas ein ("Englisch ist im ersten Jahr das wichtigste Fach"), ein paar kluge GS-Lehrer haben diese Lücke auch schon verstanden, trotzdem dürften viele Kids nach wie vor ins kalte Wasser geworfen werden.


    Redet die Lehrerin im Unterricht auch Deutsch, Leslie? Meine Tochter hat manchmal die Aufgaben nicht verstanden, weil wirklich viel nur auf Englisch war. Es ist das eine, eine Vokabel nicht zu wissen, aber wenn man die ganze Frage nicht checkt, weil einem ein bestimmtes Wort fehlt (und sich nicht traut nachzufragen), wird's schwierig. Und das war oft so.

    Wie nimmt deine Tochter denn die Lehrerin wahr? Hier war Englisch in den ersten beiden Gym-Jahren auch das Problemfach (allerdings nicht 6, sie stand anfangs auf 4-). Meine Tochter hatte regelrecht Angst vor der Lehrerin, war komplatt verunsichert, selbst wenn sie etwas wusste, hat sie sich nicht getraut, sich zu melden. Objektiv gesehen war diese Lehrerin nicht fies, sie "holte" bei den Schüchternen auch Wissen ab. Aber anspruchsvoll. Die ersten zwei Jahte gab's Dauer-Hängepartien, aufgefangen mit elterlich-seelischem Beistand, immer wieder gut Zureden, nach der Meldeliste fragen. Also, trotz Vorbereitung, dem Verbessern der inhaltlichen Lücken usw. blieb die mündliche Mitarbei ein riiiiesiger, verhasster Berg!


    In eurem Fall, wenn sogar mit 6 benotet und offenbar bewusst aussortiert werden soll, stelle ich mir das ungleich schwieriger vor.


    Wie steht sie denn schriftlich? Auch 6?

    Hier (allerdings HH) können Schüler immer proaktiv zum Lehrer gehen und fragen, wie sie ihre mündliche Note verbessern können. Allein dadurch sackt es beim Lehrer mehr ins Bewusstsein, das haben Fachlehrer schon mehrfach angesprochen.


    Und hat das Gespräch eigentlich nur zwischen der Lehrerin und dir stattgefunden oder hat die Lehrerin auch mal mit deiner Tochter geredet???


    Hier werden die ganz Stillen auch mal umgesetzt in die vordere Reihe. Und wenn dann jmd. leise was in sich reinmurmelt ohne Meldung, ggf. ermutigt, das doch mal bitte laut zu sagen, damit alle es hören. Ein Pünktchen Mitarbeit und ein kleines Erfolgserlebnis auf der Uhr...

    Meine 11jährige wird in der Klasse gefragt ob sie auch so eine "Scheissemanze" werden würde wie ihre Mutter.


    Etc.pp....

    Au weia #blink Das ist wirklich übel!

    Wie geht denn deine Tochter damit um? Klingt ja bald wie Mobbing...



    Und der Rest ist tatsächlich Trudi-mäßig. Ich bin hier zwar nicht direkt in einer feministischen Enklave, aber die familiären Strukturen sind durchwachsener und bunter - von Vollzeitmutter bis Hauptverdienerin.

    Ich sehen in meinem Umfeld mittlerweile so viele meiner Geschlechtsgenossinen mit mehr als fraglichen, reaktionären und antifeministischem Gedankengut, dass ich der Hälte derer am liebsten die Bezeichnung FRAU aberkennen und in Trudchen umwandeln möchte....es entsetzt mich zutiefst in welches Verständniss von Weiblichkeit auch meine Töchter wieder und wieder geschubst werden

    Magst du mal ein paar konkrete Beispiele aus dem Alltag nennen, Kiwi? Ich wohne ja jetzt nicht ganz so arg weit weg von deiner Ecke, aber so krass erlebe ich das nicht. Nicht Trudchen-mäßig.

    Aber geht FSJ nicht auch im Ausland? Oder kommt da die 18+ Vorgabe? Die große Bonustochter hatte damals ein solches Jahr in F (mit anfangs nur rudimentären Sprachkenntnissen, das war kein Problem). War in der Kinder- u. Jugendbetreuung. Sie kann mit irgendeinem Certificate (Name vergessen, fängt mit B an) nun auch weiterhin Jugendgruppen in F betreuen, Ferienreisen beispielsweise. Dann als Job, nicht Volunteer.