Beiträge von Erdbeerminze

    Schnuck Auch von mir ein Danke für den Link. Interessant der Hinweis, dass Gleichstellung der Geschlechter und wirtschaftliche Prosperität korrelieren.


    Gesamtgesellschaftlich finde ich heute aber, dass Ansehen und Wert einer Person sich eben nicht an der Vergütung der Erwerbsarbeit ausrichten sollte. Es ist das eine Ziel, dass mehr Frauen wirtschaftlich auf festen unabhängigen Füßen stehen, so mittelfristig. Im größeren Betrachtungsrahmen würde es mir aber besser gefallen, wenn die starke Bedeutung von Erwerbsarbeit abnähme. Auch in Anbetracht der ganzen digitalen Prozessoptimierungen. Da müssen sowieso andere Lösungen her.

    Hier gab es doch neulich die Schilderung einer fragwürdigen Inobhutnahme durchs Jugendamt (allerdings nicht AE und ganz andere Begründung).

    Ich könnte mir vorstellen, dass es beides nebeneinander und zeitgleich gibt - die ungerechtfertigten Eingriffe und Schikanen wie auch viel zu langes Abwarten.


    Wie viel Ermessensspielraum in der Umsetzung papierner Vorgaben haben eigentlich einzelne Sachbearbeiter, Abteilungen, Bereiche?

    Hier kam das Schreiben auch erst am Gym. Interessanterweise hat meine Tochter damit gar keine Probleme - während sie in Deutsch jede Menge grobe Schnitzer in die RS eingebaut hat. Grund: Die englische RS muss man erst mal so lernen, und das ging interessanterweise. Das "Schreiben nach Gehör" im Deutschen war hingegen ein Desaster. Ihre englische Orthographie ist weitaus besser als die deutsche.

    In unserem Lehrbuch gab es bei den Vokabeln eine dritte Spalte mit Beispielsätzen.

    Welches Lehrbuch hattet Ihr denn, Erdbeerminze?

    Mir fehlt das bei unserem Lehrwerk total, dass man lernt, wie man die Wörter anwendet und nicht nur stumpf einzelne Vokabeln.

    "Green Line" heißt das Lehrwerk.

    Gibt's auch jeweils einiges an Übungsmaterialien und Workbooks zu, das haben wir dann teilweise auch durchgeackert. Also statt Zusatz-Apps sind wir mehr am eigentlichen Schulmaterial drangeblieben.

    In unserem Lehrbuch gab es bei den Vokabeln eine dritte Spalte mit Beispielsätzen. Reine Vokabelkenntnis bringt ja, anders als bei Latein, manchmal gar nicht so viel, weil es halt im Englischen oft anders ausgedrückt wird als wenn man Wort für Wort aus dem Dt. ins Englische übersetzt.


    Ich habe immer darauf gedrungen, dass Kind sich diese Sätze einprägt. Immer ganze Sätze lernen, meinethalben stumpf auswendig lernen - nicht nur Vokabeln. Die Lehrerin hat netterweise auch öfters genau diese Sätze wortwörtlich in Tests dran gekommen, das hat Kind leider nicht von alleine gecheckt #rolleyes


    Übrigens hat hier nach ein zwei Jahren ein Ferien-Sprachcamp Wunder gewirkt, Englisch kann Spaß machen war die durchschlagende Erkenntnis. Es ist zu einem Lieblingsfach avanciert, die Noten wurden Jahr um Jahr je einen halben Wert besser. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Falls das jmd. hier Mut macht.

    Ich weiß nicht, ob das gleich "unehrliche" Kommunikation sein muss. Ohne die Verhältnisse in B und Bayern zu kennen - in HH gibt es einen riesigen Gap zwischen dem eher spielerisch vermittelten Englisch der GS und dem Unterricht am Gym (The Green Line, falls das jmd. was sagt). Manche Gymis gehen im Vorfeld darauf schon etwas ein ("Englisch ist im ersten Jahr das wichtigste Fach"), ein paar kluge GS-Lehrer haben diese Lücke auch schon verstanden, trotzdem dürften viele Kids nach wie vor ins kalte Wasser geworfen werden.


    Redet die Lehrerin im Unterricht auch Deutsch, Leslie? Meine Tochter hat manchmal die Aufgaben nicht verstanden, weil wirklich viel nur auf Englisch war. Es ist das eine, eine Vokabel nicht zu wissen, aber wenn man die ganze Frage nicht checkt, weil einem ein bestimmtes Wort fehlt (und sich nicht traut nachzufragen), wird's schwierig. Und das war oft so.

    Wie nimmt deine Tochter denn die Lehrerin wahr? Hier war Englisch in den ersten beiden Gym-Jahren auch das Problemfach (allerdings nicht 6, sie stand anfangs auf 4-). Meine Tochter hatte regelrecht Angst vor der Lehrerin, war komplatt verunsichert, selbst wenn sie etwas wusste, hat sie sich nicht getraut, sich zu melden. Objektiv gesehen war diese Lehrerin nicht fies, sie "holte" bei den Schüchternen auch Wissen ab. Aber anspruchsvoll. Die ersten zwei Jahte gab's Dauer-Hängepartien, aufgefangen mit elterlich-seelischem Beistand, immer wieder gut Zureden, nach der Meldeliste fragen. Also, trotz Vorbereitung, dem Verbessern der inhaltlichen Lücken usw. blieb die mündliche Mitarbei ein riiiiesiger, verhasster Berg!


    In eurem Fall, wenn sogar mit 6 benotet und offenbar bewusst aussortiert werden soll, stelle ich mir das ungleich schwieriger vor.


    Wie steht sie denn schriftlich? Auch 6?

    Hier (allerdings HH) können Schüler immer proaktiv zum Lehrer gehen und fragen, wie sie ihre mündliche Note verbessern können. Allein dadurch sackt es beim Lehrer mehr ins Bewusstsein, das haben Fachlehrer schon mehrfach angesprochen.


    Und hat das Gespräch eigentlich nur zwischen der Lehrerin und dir stattgefunden oder hat die Lehrerin auch mal mit deiner Tochter geredet???


    Hier werden die ganz Stillen auch mal umgesetzt in die vordere Reihe. Und wenn dann jmd. leise was in sich reinmurmelt ohne Meldung, ggf. ermutigt, das doch mal bitte laut zu sagen, damit alle es hören. Ein Pünktchen Mitarbeit und ein kleines Erfolgserlebnis auf der Uhr...

    Meine 11jährige wird in der Klasse gefragt ob sie auch so eine "Scheissemanze" werden würde wie ihre Mutter.


    Etc.pp....

    Au weia #blink Das ist wirklich übel!

    Wie geht denn deine Tochter damit um? Klingt ja bald wie Mobbing...



    Und der Rest ist tatsächlich Trudi-mäßig. Ich bin hier zwar nicht direkt in einer feministischen Enklave, aber die familiären Strukturen sind durchwachsener und bunter - von Vollzeitmutter bis Hauptverdienerin.

    Ich sehen in meinem Umfeld mittlerweile so viele meiner Geschlechtsgenossinen mit mehr als fraglichen, reaktionären und antifeministischem Gedankengut, dass ich der Hälte derer am liebsten die Bezeichnung FRAU aberkennen und in Trudchen umwandeln möchte....es entsetzt mich zutiefst in welches Verständniss von Weiblichkeit auch meine Töchter wieder und wieder geschubst werden

    Magst du mal ein paar konkrete Beispiele aus dem Alltag nennen, Kiwi? Ich wohne ja jetzt nicht ganz so arg weit weg von deiner Ecke, aber so krass erlebe ich das nicht. Nicht Trudchen-mäßig.

    Aber geht FSJ nicht auch im Ausland? Oder kommt da die 18+ Vorgabe? Die große Bonustochter hatte damals ein solches Jahr in F (mit anfangs nur rudimentären Sprachkenntnissen, das war kein Problem). War in der Kinder- u. Jugendbetreuung. Sie kann mit irgendeinem Certificate (Name vergessen, fängt mit B an) nun auch weiterhin Jugendgruppen in F betreuen, Ferienreisen beispielsweise. Dann als Job, nicht Volunteer.

    11 bis 13 war hier leider eine Marcus und Martinus-Phase. Das ist jetzt glücklichweise vorbei. #rolleyes


    Gemocht werden auch Namika, Ariana Grande, Billie Eilish und vllt. noch ein paar andere Sängerinnen, wenn das Töchterchen deren Stimme mag. Auf Sängerinnen mit toller Stimme (zumindest was sie dafür hält) fährt sie am meisten ab.


    Vereinzelt haben sich Mitschüler zu großen K-Pop-Fans entwickelt, die auch die anderen in diese Richtung etwas mitzureißen versuchen.


    Jetzt mit 14 ist wohl übrigens die ganze Klasse mit den versauten Liedern von Katja Krasavice ("dicke Lippen") vertraut. Ich habe keine Ahnung, wie offen das jeweils von anderen kommuniziert wird, aber meine Tochter fand's ganz toll, dass sie uns Eltern den Song laut vorspielen darf. Und die Freundinnen-Mädels waren begeistert, bei einer Chauffeusen-Fahrt meinerseits im Auto laut darüber rumblödeln zu dürfen.

    Von der Geschlechter-Gender-Kiste abgesehen finde ich es interessant, dass der Aspekt der persönlicheren Beziehung von einigen hier in die Diskussion gebracht wurde. Dass die Kenntnis des Geschlechts dabei hilft.


    Ich hätte zB nie im Leben das Ungeborene schon mit Namen ansprechen können. So ganz grundsätzlich. Das wäre mir viiiiel zu viel gewesen. Der Embryo war zwar in meinem Bauch, aber in statu nascendi, mit einem Recht auf Privatsphäre. (Im Bekanntenkreis gab es Fälle, da wurden "Schamlippen" auf US-Bildern rumgezeigt... Die Dame wurde übrigens reine Jungsmama.) Für mich war das ein kleiner Zellhaufen, der dabei war sich auszudifferenzieren und - so denn alles gut ginge, denn das Recht auf ein gesundes Kind gibt es nicht - eines schönen Tages mit einer Geburt endete. Ab da war es MEIN Kind. Davor gab es einen magischen, schwebenden Zustand zwischen Hoffen, Bangen, Träumen, Werden. Es fühlte sich mal nach Junge, mal nach Mädchen an.


    Unter der Geburt konnte die ziemlich erfahrene Hebamme anhand der Herztöne tippen, was es wird (sind wohl bei männlichen und weiblichen Babies unterschiedlich). War dann auch so.

    Zitat

    Ich hoffe auch, dass mir selbst die Noten bei meinen Kindern nicht so wichtig sind wie bei mir selbst als Kind und kann nicht einschätzen, inwieweit ich mich da im Griff haben werde.

    Ich glaube auch, in erster Linie machst du dir selbst gerade furchtbaren Druck.


    Lass es auf dich zu kommen. Hier bei uns (aber anderes Bundesland) war fürs Kind vor allem wichtig, dass es eine nette, konstruktive Peergroup gibt. Die Kids wurschteln sich durch die Unterstufe und Mittelstufe schon selbst ganz gut durch. Je nachdem, wie der Sproß tickt, muss man manchmal statt zu treten und zu treiben ganz im Gegenteil aufbauen, entspannen und einfach Mama-mäßig Zuversicht verbreiten. Mit Das-wird-schon-Mantra.

    Keine Genderkacke, hat das hier auch Platz? -> Habe gerade gesehen, dass das DESY bei Stellenausschreibungen konsequent die weibliche Form als Default setzt (sofern nicht eh die englische Form). Kein doofes Binnen-I, sondern wie selbstverständlich -in mit dem üblichen Zusatz m/w/d. Das würde ich gerne öfter lesen.