Beiträge von rhcp

    in anderen Ländern gibts auf jedem Spielplatz Kisten mit Gemeinschaftsspielzeug, das würde in Deutschland nie funktionieren

    Ach Mensch, das finde ich gerade ein bisschen schade - doch, das funktioniert auch in Deutschland, hier bei uns zum Beispiel. Ja, da kommt bestimmt auch mal was weg, aber es kommt auch immer wieder was dazu. Es ist wirklich traurig, dass ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt, aber ich bin mir sicher, sowas funktioniert in Deutschland nicht besser oder schlechter als in anderen Ländern #weissnicht. Uns wurden in Frankreich schon Badelatschen und ein Kinderfahrrad geklaut und trotzdem fahren wir liebend gern dahin in Urlaub und ich halte die Franzosen nicht für "klaufreudiger" als andere Nationen.

    Bei uns werden alle Fünftklässler von LehrerInnen getestet, die im Bereich LRS zumindest geschult sind. Wer ein auffälliges Ergebnis hat, wird weitergeleitet zu den entsprechenden Stellen. Die Schule selbst bietet dann verschiedene Förderprogramme an. Auf diesem Weg der Fünftklässler-Testung wurde die Lesestörung meines Patenkindes erkannt. In der Grundschule hieß es immer nur "alles im grünen Bereich, Kind muss mehr üben".

    Daroan : Ja, das stimmt, meistens sind es Jüngere, die ihn direkt auf Englisch ansprechen. Dann bittet mein Mann darum, französisch zu sprechen, aber es braucht meistens drei bis vier Anläufe (bis das Gegenüber merkt, aha, der kann ja wirklich Französisch #freu), ehe das Englisch eingestellt und auf Französisch gewechselt wird. Und das war früher komplett anders.

    Ist mir in Frankreich stark aufgefallen. Wenn du nach dem Preis für eine Stranddecke fragst z.B.Es

    Und dann so getan wird, als wüsste man gaenicht wovon die Rede ist...

    Ist uns vor dreissig Jahren so passiert in Frankreich. Fahrradtour in F, wir Teenies probieren unser Schulfranzösisch aus. Versteht niemand. Auch kein Deutsch. Kurze Beratung unsererseits auf Schweizerdeutsch - AH, ihr seid aus der Schweiz! Plötzlich geht alles. Unser Französisch wird verstanden, einige können sogar Deutsch. #blink. Immer noch!


    Heute erlebe ich dies weniger. Nur dass einige Französischsprechende wirklich sauer werden, wenn ich nicht korrekt schreibe/spreche. Diesen Anspruch auf Perfektion kenn ich von Englischsprachigen weniger, dort ist mehr: Hauptsache man versteht sich.

    Aus eigener Erfahrung (also kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit) kann ich die Erfahrungen von Anisp bestätigen: wir wohnen direkt an der französischen Grenze, sowohl mein Mann als auch ich haben dort Verwandte, die wir öfter mal besuchen und wir fahren auch oft dorthin in Urlaub, von daher weiß ich wirklich, wovon ich schreibe. Seit meiner Kindheit bis vor etwa fünf bis acht Jahren haben viele Franzosen auf stur geschaltet, wenn man sich nicht in passablem Französisch verständigen konnte, sei es beim Einkauf, in Museen, in Restaurants etc. - sie haben dann einfach "nichts verstanden". Bekamen sie dann mit, dass wir aus dem Saarland sind, wurden sie plötzlich meistens etwas freundlicher und die Verständigung funktionierte. Seit ein paar Jahren stellen wir verstärkt fest, dass die meisten Franzosen uns sofort auf englisch ansprechen. Das ärgert vor allem meinen Mann, der nur rudimentäre Englischkenntnisse hat, aber jobbedingt (er bildet französische Lokführer aus) ziemlich gut Französisch kann. Das haben wir früher nicht erlebt, da galt: wer kein Französisch kann, hat Pech gehabt. Allerdings muss ich hinzufügen, dass die meisten Franzosen sehr nett und bemüht waren, wenn sie erst einmal merkten, dass wir wirklich gerne unsere Französischkenntnisse anwenden und verbessern wollen - dann hatten wir immer tolle, lange Gespräche, bei denen es auch egal war/ist, dass wir eben kein perfektes Französisch beherrschen. (Mein Mann ist die letzten zwei Jahre ein paarmal gefragt worden, aus welchem Departement er kommt - danach ist er immer geschwebt, das ist ja wie ein Ritterschlag #freu.)

    Ich kann in der Diskussion hier die Sichtweisen von fast allen nachvollziehen und genauso gut akzeptieren, dass die einen wissen möchten, wenn sie ignoriert werden, andere hingegen lieber nicht. Es wird wohl nie zur Zufriedenheit aller zu lösen sein, zumal es auch technische Beschränkungen der Software gibt. Was aber für mich der wesentliche Punkt ist: der wiederholte öffentliche Verweis darauf, jemanden zu ignorieren, hat für mich in der Form etwas demütigendes, wirkt wie unnötiges nachtreten. Wenn man jemanden auf Ignore setzt und es die betreffende Userin wissen lassen will, finde ich es per PN respektvoller. rhcp als rhcp und nicht als Mod

    Nein, natürlich ist Dialekt nicht Hochdeutsch mit Akzent, Dialekt ist teilweise sehr komplex und mit einem eigenen Regelwerk (wie ich selbst schon mehrfach geschrieben habe). Aber selbst wenn du ein verständliches Hochdeutsch mit Dialekteinschlag sprichst, wirst du von vielen als ungebildet wahrgenommen. Dabei gibt es "gute" und "schlechte" Dialekte. Bayrische Politiker oder Schauspieler reden viel selbstverständlicher in ihrem Dialekt und es wird viel eher akzeptiert als sächsisch oder das im Saarland gesprochene Rhein-/Moselfränkisch. Über letztere wird sich gern amüsiert, und das oft in einer Art, die die Leute beschämt.


    Dass jemand in tiefstem Dialekt mit jemandem spricht und dann unfreundlich wird, wenn man ihn nicht versteht, glaube ich dir natürlich (und hätte mich an deiner Stelle auch geärgert) - aber ich denke dennoch, dass das eher die Ausnahme ist. Aus meiner eigenen Erfahrung, die natürlich nicht allgemeingültig ist, kann ich nur sagen, dass sich die Menschen normalerweise bemühen, verständlich hochdeutsch zu reden und dass das in den meisten Fällen auch funktioniert.

    Aber nur Dialekt zeugt imo entweder von Arroganz oder von schlechter bildung (In d).

    Tja, und wenn man sich Mühe gibt, verständlich hochdeutsch redet, aber man trotzdem einen "ungebildeten Dialekt"-Einschlag raushört, wird man von den meisten immer noch in die Klischeeschublade einsortiert. Das ist so dermaßen schade. Es soll tatsächlich auch Leute geben, die recht intelligent sind, aber trotzdem nicht astrein, sondern nur verständlich hochdeutsch können...


    Edit: Meine Oma ist 87, der liebste Mensch auf der Welt, ganz sicher nicht dumm und trotzdem kann sie nur "Hochdeutsch mit Striemen" (wie man im Saarland sagt) - aber weder aus Arroganz noch weil sie völlig ungebildet ist, sondern weil hier früher und auch heute noch Dialekt völlig normal war. Nur hat man heute allein schon durch die Medien täglich viel mehr Möglichkeiten "richtiges Hochdeutsch" zu hören und damit zu lernen. Dennoch ist meine reiselustige Oma überall in Deutschland und der Welt zurecht gekommen und verstanden worden.

    FrauMahlzahn : Meine Eltern hatten wenig Geld, ich war in meiner Kindheit/Jugend genau dreimal in Urlaub. Wir hatten immer genug zu essen, meine Eltern waren sehr liebevoll und ich hatte eine schöne Kindheit. Aber meine Kleider waren entweder durchgenudelt von älteren Kindern oder ich bekam billige C&A-Sachen im Ausverkauf, ich hatte ein altes, hässliches Rad und ich habe alle Kinder mit Scout-Ranzen glühend beneidet, weil ich so eine altmodische Schulmappe hatte. Deshalb war es immer ein Highlight für mich, wenn ich mal was neues bekam, wie z.B. meinen Schreibtisch (irgendwann in der dritten Klasse). Der Schreibtisch war aus dem Ikea, er war günstig und bestimmt nicht aus dem besten Material, aber ich fand ihn un-glaub-lich schick und hab ihn bis zum Studium genutzt - ich hab ihn nur deshalb nicht mitgenommen, als ich ausgezogen bin, weil mein Bruder ihn noch brauchte und mein Freund, mit dem ich zusammengezogen bin, einen Schreibtisch hatte, den er nicht mehr benutzte. Als ich dann selbst Geld verdiente, hatte ich eine (wirklich ganz) kurze Phase des "Shoppen ist das Geilste, was es gibt" und dann hab ich so weiter gemacht, wie vorher. Mein Bügeleisen/Bügelbrett ist von 1995, unsere Miele-Waschmaschine um die 30 Jahre alt, ich benutze noch Bettwäsche und Handtücher von meiner Erstkommunion (1983) etc. Und obwohl wir genügend Bettwäsche haben (teilweise allerdings echt hässliche), habe ich meinen Kindern neue Bettwäsche gekauft, auch ohne Not, einfach, weil sie sich gefreut haben. Oder ich kaufe Piri-Piri das ein oder andere neue Teil für ihren Kleiderschrank, weil sie als Mittelkind bei einer größeren Schwester sonst nie was neues bekäme (die Kleider der Chilischote sind noch top). Ich mache mir dann eben die Mühe und verkaufe/verschenke einen Teil der Chilischoten-Sachen dafür. Ja, das ist weder ökologisch achtsam, noch nachhaltig oder sonstwas - aber da die Mittlere (und auch der Kleine) den Großteil der alten Sachen auftragen, hatte ich da noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Ich kaufe im Allgemeinen nicht zu viel, ich bin achtsam im Umgang mit unseren materiellen Gütern und erziehe auch meine Kinder so, aber manchmal kaufe ich eben nicht, weil es zwingend nötig ist, sondern aus "Vergnügen". Das finde ich okay und ich freue mich dann auch ohne schlechtes Gewissen darüber. Und das gilt hauptsächlich für so Sachen wie beispielsweise den ersten Schreibtisch.

    Als meine Große letztes Jahr Ohrlöcher wollte, war für mich - nach Jahren des Lesens im Rabenforum #freu - glasklar: die werden gestochen, was anderes kommt gar nicht in Frage. Tja, aber meine Tochter fand allein den Gedanken ans Stechen ganz fürchterlich und wollte definitiv auf jeden Fall und unter allen Umständen die Löcher beim Juwelier schießen lassen. Haben wir dann auch gemacht, nachdem ich einen Juwelier gefunden hatte, der viel Erfahrung hatte und der dieses "Einweg-System" benutzt (er hatte es damals ausführlich erklärt und gezeigt, hörte sich gut an, aber Siebhirn sei dank hab ich alles wieder vergessen und kanns nicht mehr erklären #hammer). Hat alles wunderbar geklappt: symmetrische Löcher, keinerlei Probleme, schnelle Heilung, zufriedenes Kind #super.

    Ich bin auch auf der Arbeit, aber dort nicht immer am Arbeiten #freu.

    Mich verwundern immer wieder so Dinge wie "größer wie" statt "als" im schriftlichen Deutsch (nicht in Deinen Texten, falls du dich aufgrund des Zitats angesprochen fühlst)

    Ha, da fällt mir ein: Ich hatte nie niemals never ever Probleme mit "wie" und "als", aber seitdem vor gefühlt hundert Jahren hier im Forum mal jemand genau diese von dir oben gemachte Beobachtung beschrieben hat, überlege ich bei jedem Beitrag, der "als/wie" enthält, ob ich es korrekt verwende oder nicht #freu.

    Dialekt ist kein "falsches Deutsch", Dialekt hat sein eigenes Regelwerk.

    Aber diese Regeln gelten dann halt nur im Dialekt, oder? Wenn man Schriftdeursch schreibt, schreibt man (ihr Dialektsprecher) hochdeutsch?


    Mich verwundern immer wieder so Dinge wie "größer wie" statt "als" im schriftlichen Deutsch (nicht in Deinen Texten, falls du dich aufgrund des Zitats angesprochen fühlst)... meine Vermutung ist dann, dass es Dialekt sein könnte. Aber den kann ich ja nicht rauslesen

    #weissnicht.

    Dialekt korrekt schreiben bzw. einen Mundart-Text lesen ist, finde ich zumindest, äußerst anstrengend - selbst wenn man im Alltag ausschließlich/überwiegend Dialekt spricht! Klar kann es sein, dass man als DialektsprecherIn auch mal Formulierungen drin hat, die durch den Dialekt geprägt und dadurch in der hochdeutschen Schriftsprache falsch sind, aber normalerweise ist es für die meisten kein Problem, im Schriftlichen zwischen Dialekt und Hochdeutsch zu switchen.