Beiträge von Frisch

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    Here we go:

    "SpaceX hat von der US-Kommunikationsbehörde FCC die Erlaubnis erhalten, 7.500 weitere Starlink-Satelliten ins All zu bringen. Damit steigt die Zahl der genehmigten Satelliten auf insgesamt 15.000."

    Quelle

    Ich habe es irgendwann letztes Jahr schon mal erklärt: "Satelliten bestehen zum Großteil aus Aluminium, erläutert Johannes Schneider vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Dieses reagiere beim Wiedereintritt in die Atmosphäre mit Sauerstoff und bilde dabei Aluminiumoxid - von dem seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es den Ozonabbau beschleunigt."

    Quelle

    Aber hey: Uns wird schon beizeiten irgendeine Technik einfallen, mit der wir die Zerstörung, die die heutige Technik anrichtet, aufhalten können. Und unsere Kinder werden dann damit beschäftigt sein, eine Technik zu finden, die die Zerstörung ebendieser neuen Technik aufhält. Und deren Kinder dann wieder ... Klingt nach einem tollen Wirtschafts- und Innovationsmotor. Und wenn man die Ozonschicht trotzdem nicht wieder reparieren kann, kann man ja dafür sorgen, dass niemand mehr das Haus verlassen muss, auch eine Lösung. Für Reiche jedenfalls kein Problem.

    Gruß,

    F

    Bisschen anderes Thema: Heute Ansage, dass die SMV was zum „Orange Day“ organisiert. Kommentar des Kollegen: Und warum kümmert sich niemand um Gewalt gegen Männer?

    Mir ist auf die Schnelle nur eingefallen: Eine Frage der Zahlen. (Er ist BWLer).

    Aber es gibt sicherlich bessere/schlagfertigere Kommentare - helft ihr mir mal eben? 🙏

    aus den gleichen Gründen warum zum Weltmännertag nix passiert, weil keine Frau was organisiert.

    #super

    Gruß,

    F

    Ich muss mich bei halben Drehungen immer wieder "zurückdrehen". Das merke ich z.B. beim Duschen. Ich drehe mich zum Hängeregal, um das Shampoo zu nehmen, und muss mich dann in der gleichen Richtung zurückdrehen, sonst fühle ich mich unwohl. Wie eine eingedrehte Schaukel, die sich ausdrehen muss, um wieder gerade zu hängen.

    Sinnvolle 360°-Drehungen gehen aber.

    Ich habe schon öfter versucht, das doofe Gefühl auszuhalten, aber ich bin bisher immer eingeknickt und habe die "fehlende" halbe Drehung irgendwann im Laufe des Tages nachgeholt.

    Und, ach ja, ich küsse morgens meinen Teddybären, der mich seit 45 Jahren im Schlaf bewacht, als Anerkennung und Dank für seine Dienste. Mein Mann schüttelt darüber nur milde den Kopf.

    Vögelzügen rufe ich im Herbst "Gute Reise" zu und bin mir sicher, sie hören das und freuen sich.

    Gruß,

    F

    Tagesschau Überschrift: Globaler CO2-Ausstoß 2025 weiter gestiegen. Auch die Konzentration in der Atmosphäre dürfte einen neuen Rekord erreichen, prognostiziert ein neuer Forschungsbericht.

    Der erste Satz: Die erhoffte Trendwende beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist ausgeblieben.

    Ja, die Hoffnung stirbt eben zuletzt. Ich bin so wütend und zugleich so unendlich traurig.


    Gruß,

    F

    Oh, ich will jetzt sofort nach Weimar und am Belvedere durch das gefallene Laub gehen. Und nach Tiefurt spazieren. Und ins Theater. Danke für Deine tolle Aufzählung, die mir hier gerade den Morgen versüßt.

    Warum kennst Du Dich da so gut aus?

    Gruß,

    F

    Ich denke, es hat viel mit den Assoziationen des Worte "Panik" zu tun. Für mich ist das eher eine Art Steigerung von Angst, die zu Aktionismus führt, für meinen Mann ist es das totale innere Chaos und das Gegenteil von Handlungsfähigkeit. Er lehnt auch Angst als Gefühl ab, er setzt es mit Schwäche gleich, während ich Angst (oft) als Warnung verstehe und nicht als etwas grundsätzlich Negatives ("alert").

    Ich weiß, dass die Definition meines Mannes die übliche ist (vgl. Panikattacken, Don't panic), aber ich weiß auch, dass es für das, was ich meine, kein Wort gibt. Das, was ein Tier hat, wenn es eine Gefahr bemerkt, und das, was es tut, wenn es die Gefahr als akut einschätzt, das ist weder (lähmende) Angst noch (chaotische) Panik, und genau das meine ich aber: Dass wir als Menschheit unsere volle Energie, unsere Erfahrung, unseren Verstand einsetzen, um die Gefahr abzuwenden, die wir nicht mehr nur "wittern", die bereits abgecheckt und als akut eingestuft wurde. Dass wir sie priorisieren.

    Niemand will, dass alle schreiend in alle Richtungen rennen und sich dabei gegenseitig schubsen (aka Massenpanik). Aber darüber diskutieren und evaluieren, ob die Gefahr es wirklich rechtfertigt, sich zu bewegen, diese Phase ist m.E. eigentlich längst nicht mehr angesagt.

    Gern nähme ich ein passendes Wort. Immer her damit. "I want you to ..."?

    Gruß,

    F

    Ach, ich weiß nicht. Kinder zu bekommen, ist doch immer ein Risiko - ein gesundes Kind, das gesund bleibt, das ohne Armut aufwächst, das man durchgehend selbst versorgen kann, dessen Aufwachsen man selbst erlebt ... ist doch immer ein gigantisches Glück, und jede Schwangerschaft ist eine Wette darauf, dass leben besser ist als nicht leben.

    Wenn ich mir nicht anmaße zu beurteilen, welches Leben lebenswert ist, gilt das auch für die Zukunft meiner Kinder und aller Ungeborenen. Wenn ich wirklich überzeugt bin - und das bin ich -, dass es etwas Gutes sein kann, lediglich wenige Wochen miteinander zu haben, muss ich auch sagen, dass es ausreicht, eine Handvoll schöner Momente zu erleben, um ein Leben als gut genug zu bezeichnen.

    Ich bemühe mich jedenfalls, die Parameter, die in meinen Augen ein gutes Leben ausmachen, sorgfältig zu überprüfen. Das ist für mich auch Teil der Anpassung an die Klimakrise.

    Gruß,

    F

    Link

    Laut Global Tipping Points Report 2025 hat die Erde ihren ersten Klimakipppunkt überschritten – und zwar bei den Warmwasser-Korallen.

    Tja, 1. Kipppunkt ist erreicht, Halleluja.

    Mir geht es leider gar nicht gut mit dieser Nachricht, ich komme inzwischen kaum noch hinterher mit der Trauerarbeit und dem Verstoffwechseln. Ich reagiere gern mit körperlichen Symptomen auf schlechte Nachrichten (die Wahl in den USA hatte mehrere Tage Appetitlosigkeit, Dissoziation und Schwindel zur Folge), und habe gerade das Bedürfnis, mir irgendwo eine Kiste hinzustellen, draufzuklettern und wie die irren Prediger bei "Leben des Brian" meine Gefühle in die Welt zu rufen, und zwar lauter als die anderen Typen, die sich vor kriminellen Migranten, unkontrollierbaren Frauen und schrumpfendem BIP fürchten ...

    Gruß,

    F

    Hier strahlt ein Glückspilz #super

    Eben konnte ich ein Polarlicht aus dem Fenster meiner Ferienwohnung sehen und fotografieren #applaus

    Bin dann noch mal fix zum Strand getobt und konnte dort auch noch etwas sehen. Wunderschön unter dem großen Wagen… auf dem Weg dorthin ging die Mondsichel blutrot unter… magisch…

    Oh, herzlichen Glückwunsch. Wo ist denn die Ferienwohnung? (Das soll kein Doxing werden, sondern eher die Frage: Könnte ich da auch mal Glück haben oder muss ich dafür nach Norwegen?)

    Gruß,

    F

    Meine Schwiegeroma war total stolz auf ihre Fähigkeit, Schmerz aushalten zu können. Irgendwann war sie beim Zahnarzt, und der sagte: Geben Sie bitte Bescheid, sobald es wehtut. Er bohrt und macht und tut. Am Ende sagt sie ihm ganz stolz, es habe sehr wehgetan, aber sie habe es ausgehalten. Er war so wütend. Er wollte nämlich wissen, wann es wehtut, damit er weiß, wann er aufhören muss.

    Eine Freundin meiner Mutter war nach einer OP im Krankenhaus und erzählte ihr beim Besuch ganz stolz, die Schmerzmittel, die ihr gebracht worden waren, nicht genommen zu haben - weil sie fand, das Schmerzmittel ganz was Schlimmes sind (sie ist über 80 und und war gerade in Vollnarkose operiert worden, die nächsten Monate hatte sie Chemo und Bestrahlung, aber immerhin hatte die zwei Schmerztabletten nicht genommen).

    Ich verstehe total, dass in einer Welt, in der man wenig Kontrolle hat und wenig Respekt, gerade Frauen gelernt haben, Schmerz und Stolz zu verbinden. Aber wir brauchen dieses Narrativ (haha) nicht zu übernehmen.

    (Meinen Respekt hast Du eh, auch wenn Du Dich bis obenhin zudröhnen müsstest, sobald ein Zahnarzt im Raum ist. Und Deine Tapferkeit hast Du schon vielfach bewiesen, das weiß ich zufällig. Die Klugheit natürlich auch.)

    Gruß,

    F

    (Und ich unterschätze immer wieder, wie sehr mich das mitnimmt, wäre lieber stark, tapfer und unempfindlich)

    Ich bin da inzwischen anders drauf. Schmerzgedächtnis ist ein interessantes Sujet, und Schmerz ist ein starkes Signal, das den ganzen Organismus in Aufruhr hält, auch dann, wenn bereits alles ärztlich versorgt ist. Es ist womöglich tapfer, das auszuhalten und eine gute Miene dazu zu machen, aber nicht unbedingt auch klug. Und wärst Du nicht auch gern klug? :D

    Schmerz gut aushalten zu können, ist eine praktische Eigenschaft, mehr nicht. Keine Tugend.

    Gruß,

    F

    An der Gemeinschaftsschule bei uns im Ort haben sie Handyparkplätze, das finde ich grandios gelöst, auch wenn es eine gewisse Binnenorganisation abverlangt.

    In der 1. regulären Stunde stellen alle Jugendlichen ihr Handy in ein Gestell, das die Lehrkraft dann mitnimmt. Am Ende des Schultages holen sie sich ihre Geräte dann wieder ab - keine Ahnung, wie das zwischendurch gesichert oder bei unterschiedlichem Schulende organisiert ist, ich habe nur den Anfang solch einer Aktion mitbekommen.

    Was ich daran gut finde: Es gibt ja durchaus Studien, die zeigen, dass bereits die Anwesenheit eines internetfähigen Elektrogeräts im gleichen Raum zu verringerter Konzentration führt (das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, es ist wie Schokolade in der Schublade).

    Gruß,

    F

    Ja, wird OT und ist vielleicht mal einen eigenen Strang wert. Nur so viel: Danke für Eure Gedanken, ich glaube, mir geht es tatsächlich um die Frage, die jascha anreißt: Wenn man mit KI ungeschriebene Geschichte sichtbar machen kann, wie sehr können wir dann unseren Augen noch trauen, auch wenn es um vermeintlich Gutes geht?

    In meinem Kopf sind jetzt jedenfalls Bilder von Wissenschaftlerinnen, die zwar erzählen sollen, wie es hätte sein sollen, aber die auch einfach nicht stimmen. Sie haben aber so "echt" ausgesehen, dass sie nicht gleichberechtigt neben den echten Fotografien in meinem Gedächtnis stehen, sondern sogar leichter abrufbar sind, da sie zugänglicher, schärfer, lebendiger, konkreter sind (zwei Frauen, die lachen und sich umarmen, sind Teil einer Szene/Geschichte, damit kann mein Kopf viel mehr anfangen als mit zwei Frauen, die ohne Kontext steif in die Kamera schauen).

    Werde ich irgendwann vielleicht nicht mehr wissen, wo ich diese Bilder her habe? Werde ich in Diskussionen voller Überzeugung behaupten zu wissen, dass Lise Meitner geraucht hat? Werde ich vergessen, wie es wirklich war, nämlich dass keine von diesen Frauen je den Nobelpreis bekommen hat? Oder es noch nicht einmal mehr sicher wissen? Und was ist also mit dem Gedächtnis der Gesellschaft, wenn man Unrecht einfach überschreiben kann mit eindrücklichen, besseren, entlastenden Bildern?

    Und würde man Lise Meitner fragen, ob sie es lieber hätte, wenn die Leute sie im Labor mit Mikroskop vor sich sehen, wenn sie an sie denken, oder im Sessel mit Zigarette, was würde sie sagen?

    Die Diskussionen und Anregungen, die so eine Ausstellung anstößt, begrüße ich natürlich.

    Gruß,

    F

    Bin ich die einzige, die das Projekt gruselig findet?

    Ich kann es nicht in Worte fassen und müsste länger darüber nachdenken. Ich hatte bereits im Radio davon gehört, und sofort hatte ich ein ganz unangenehmes Gefühl. Habe dann den Link auch extra nicht angeklickt hier, bin aber vorhin dann doch schwach geworden, weil so viel darüber geschrieben wurde.

    Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass ich große Probleme mit dem Einsatz von KI im Bezug auf Personen habe, KI in Kunst, KI ohne Einverständnis u.ä. (Vielleicht hätte ich das Projekt interessant gefunden, wenn es sich um Ölgemälde gehandelt hätte? :D ). Ich glaube, diejenigen hier, die die KI-Darstellung von Weiblichkeit kritisieren, folgen einem weiteren Unbehagen, das ich habe, ohne es genau zu benennen.

    Gruß,

    F

    Die Kastanien dieses Jahr sind hier winzig. Ist das bei euch auch so? War es denen zu trocken?

    Ha, exakt das habe ich eben beim Spaziergang auch gedacht. Wobei es hier im Norden nicht zu trocken war, jedenfalls nicht während des Sommers (durchaus im Frühjahr).

    Ich hab auch einige große Kastanien gefunden, aber es gab sehr viele kleine ...

    Dafür ist es ein gutes Apfeljahr. Ich glaube, es ist alles sehr komplex. Was mir allerdings sehr aufgefallen ist, dieses Jahr: Ganz wenige Vögel und wenig verschiedene Arten im Vergleich zu den ersten Jahren hier im Garten. Vielleicht haben die bessere Trink-Orte gefunden, ich hoffe es. Schmetterlinge hatten wir ein paar, aber wenn ich an den Schmetterlingsflieder meiner Kindheit denke - da waren im Sommer Hunderte ...

    Gruß,

    F

    Frisch aber all das haben wir zum Beispiel. Und natürlich wenden die Kinder das an.

    Wir kaufen auch Fahrkarten in Papierform und stempeln die ab. Schreiben Postkarten statt Whats-App-Nachrichten, haben ein Telefon in dem Nummern nicht gespeichert werden, sondern eingetippt werden müssen usw.

    Ich persönlich finde genau das wichtig, ich möchte nicht davon abhängig sein, dass ein digitales Gerät funktioniert.

    Bis vor Kurzem hatten wir das auch alles. Aber von der Schule aus gibt es jetzt eine Stundenplan-App, in der Vertretungen, Ausfälle, Hausaufgaben, Fehlzeiten, Nachrichten etc. angezeigt werden. Und wie schon gesagt: Der Plan wird auch immer wieder geändert wg. Elternzeit bei Lehrkräften u.ä., wir bekommen dann eine Mail mit der Ansage: Neuer Plan ist in der App.

    Die Adressen und Telefonnummern der Klassenkamerad:innen werden aus Datenschutzgründen nicht ausgegeben, so dass man via Whatsapp fragen muss, wie die Adresse ist, damit man eine Postkarte schreiben kann :D.

    Ist ja nicht so, dass ich ganz allein bestimmen kann, wie die Welt meiner Kinder aussieht. Das ist das, was ich weiter oben meinte mit dem "künstlich herstellen". Klar kann ich die Kinder zwingen, Telefonnummern auswendig zu lernen, hab ich auch, für Notfälle, aber sie üben es eben kaum im echten Setting.

    Ich mache weiter meinen Stremel, schreibe mit der Hand, erkläre nebenher meine Mnemotechniken, um mir lange Telefonnummern zu merken, und hoffe auf langfristiges Einprägen durch Zugucken.

    Gruß,

    F

    Kajak, ich merke ja auch, wie praktisch das ist (im digitalen Kalender steht dann auch wirklich alles von allen drin, was Terminfindung leichter macht - den Küchenkalender habe ich allein geführt).

    Aber ich bin auch traurig und beunruhigt durch diese Entwicklungen. Einerseits denke ich, dass diese Skills sich leicht erlernen lassen, wenn man sie braucht, sehe also kein großes Problem. Andererseits bin ich latent paranoid, wenn es um Daten und Endgeräte geht. Würde es z.B. begrüßen, wenn Tochter nie eine Perioden-App nutzen würde o.ä.

    Zusätzlich: Wir haben hier ein Kind, das große Schwierigkeiten mit Selbstorganisation hat. Alles Haptische ist dabei gut. Papier, Stift, Aufschreiben - sehr hilfreich. Ebenso vermittelt eine analoge Uhr ein ganz anderes Zeitverständnis, das sehr hilfreich ist, wenn man Zeiträume verstehen will und auch die Wiederholung von Uhrzeiten innerhalb von 24 Stunden. Meine Tochter fragt immer sowas wie: Was ist das in abends? (also 9 Uhr entspricht 21 Uhr u.ä.)

    Mir hilft tatsächlich das Blättern in Kalendern, das Umlegen von Monaten oder gar das tägliche Abreißen oder Durchstreichen, um Zeit wirklich zu erfassen.

    Gruß,

    F

    Ich habe ja schon geschrieben, dass ich das Erlernen und Einüben von Kalender-Nutzung mit direktem Alltagsbezug in der Schule für Kinder und Jugendliche (Hausaufgaben etc.) total sinnvoll fände.

    Allerdings muss ich einen sehr gravierenden Unterschied zu meiner eigenen Kindheit wieder und wieder feststellen, und ich halte ihn für einen Teil des Frusts, den wir Eltern mit diesen Dingen haben: Der Alltagsbezug geht über die Schule nicht mehr hinaus.

    Was war ich perplex, dass mein Sohn keine Schleife binden konnte, obwohl er es doch gelernt hatte. Das Problem: Es gab nur Schuhe mit Klettverschlüssen, Hosen mit Schnell-Versteller etc. Er konnte es nach dem Erlernen schlicht nirgends mehr üben.

    Genauso geht es meiner Tochter mit dem Lesen der Uhr. Sie hat es natürlich gelernt, aber obwohl in unserem Haushalt Uhren hängen, trägt kein Kind in ihrer Umgebung eine analoge Armbanduhr, die digitale Anzeige auf dem Handy ist ständig sichtbar - sie hat tatsächlich kaum echten Bedarf, eine analoge Uhr schnell und treffsicher ablesen zu können.

    Und das ist auch das Problem mit dem Kalender. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal keinen Familienkalender in der Küche, keinen Stundenplan an der Wand, keinen Busfahrplan am Kühlschrank. All das ist jetzt digital, auch die Hausaufgaben werden in den digitalen Stundenplan eingetragen (von der Lehrkraft). Und zusätzlich ändert sich seit Jahren der Stundenplan im Schuljahr so häufig, dass ich meine Versuche, einen analogen Plan aufzuhängen, schon deshalb aufgeben musste.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt so Vieles, das ich für wichtig halte im Bezug auf Selbstorganisation, aber ich musste und müsste als Mutter ständig künstliche Situationen erschaffen, um das auch "frisch" zu halten.

    Gruß,

    F