Beiträge von Frisch

    Danke Frisch für diese Perspektive.


    Für _mich_ genügt es schon, wenn eine Polizistin und ein Polizist unterwegs sind. Wenn die Polizistin auch mal den aktivieren Part übernimmt und nicht nur die armen Kinder tröstet. Um so etwas ging es mir ursprünglich.


    Klar, die gendergerechte Sprache ist natürlich extra schwierig, weil in Kinderbüchern die Sprache möglichst einfach und kindgerecht sein soll.

    Und bis die schwerfällige Literatur sich umgestellt hat, passt Ihr alle schön weiter beim Vorlesen an. :)


    Denn genau wie die Verwaltung muss auch die Literatur da erstmal Wege finden, die einigermaßen elegant sind, und ich bin sehr glücklich, dass es Kinderbuchverlage gibt, die da Vorreiter sein mögen und die Autor:innen (guckt mal: mein erster Binnendoppelpunkt) in ihren Bemühungen nicht auch noch ausbremsen.


    Gruß,

    F

    Ha, meine Tochter sagte neulich zu mir: "Ich mag die Conny-Bücher immer so gerne, weil da alles so schön normal ist." #blink

    (Bei uns ist übrigens alles ganz anders als in den Conny-Büchern.)


    Und weil wir gerade beim Thema sind, möchte ich noch eine Erfahrung der anderen Seite anmerken. Ich habe u.a. auch beruflich mit Kinderbüchern zu tun und habe eine große Schwierigkeit festgestellt, die ich noch nicht vollkommen gelöst habe: Wenn ich eine kindliche Erzählperspektive habe, kann es manchmal unheimlich schwer sein, elegant zu gendern. Denn bestimmte Begriff ("Lehrkräfte") sind oft nicht im kindlichen Sprachgebrauch und wirken dann im Kontext gewollt, genau wie "Lehrerinnen und Lehrer".


    Ich hatte das neulich mal, dass in einer Geschichte zwei Leute von der Polizei vorkamen, ein Mann und eine Frau. Die setzten sich ins Auto und stiegen wieder aus, nichts, worauf ein besonderes Augenmerk liegen sollte. Und immer stand dann da: "Die beiden Polizisten stiegen aus." Man kann dann versuchen - das ist meine derzeitige Lösung -, möglichst individuell zu werden ("Die Polizistin stieg schon mal aus, während der Polizist noch sitzen blieb."), aber das ist zunächst nicht naheliegend und braucht Reflexion und Bemühen.


    Ich erzähle das nur, um ein bisschen um Nachsicht zu bitten, wenn gendergerechtes Erzählen in der Literatur (noch) nicht immer gut gelingt. Da, wo es auch um Ton, Sprache, Rhythmus, Perspektive etc. geht, wird die Sache echt manchmal kompliziert (das gilt nicht für Sachbücher, finde ich - da ist es leicht). Aber einige gute Verlage sind da durchaus dran!


    Gruß,

    F

    Ja, genau, guckt ruhig auch mal nach dem Vinschgau. Wenn Euch gelegentlicher Schnee nicht wirklich viel ausmacht und Ihr etwas aufregendere Wanderwege wollt als nur Waalwege (die Wege entlang der Weinberg-Bewässerungen, sehr eben, sonnig, auch bei älteren Touristen beliebt :)), fiel mir auch noch der Vinschgau ein. Dort ist es kühler und uriger.

    Solltet Ihr um Algund herum schauen, achtet unbedingt darauf, wie nah die Unterkunft an der Straße ist. Die Durchgangsstraße nach Meran führt mitten durch Algund, und dort staut es sich gerne mal an den Wochenenden. Das ist dann das Gegenteil von alpinem Urlaubsfeeling. Überhaupt ist das Tal sehr flach (deshalb ist es ja so warm dort). Meran hat ein schönes Panorama, fühlt sich selbst aber nicht besonders gebirgig an, finde ich. Ich liebe ja die Gegend um Klausen (Eisacktal), aber dort wird es eben später Frühling


    Was die Höhe angeht: Im Etschtal (zwischen Meran und Bozen) mache ich jetzt seit 41 Jahren jedes Frühjahr auf 860 Metern Höhe Urlaub. Es gab selten Schnee, der nie lange liegenblieb. Die Hangseite von Lana ist sehr sonnig. Alles, was höher liegt, finde ich riskant um Ostern herum, wenn man es schneefrei haben möchte.

    Ich freue mich übrigens immer über Nachtfrost im April. Dann gibt es Frostalarm, die Obstbauern/-bäuerinnen müssen dann nachts raus und die Apfelblüten mit Wasser besprühen, damit sie nicht erfrieren. Morgens sind dann die Apfelblüten vereist und sehen wunderschön aus.


    Gruß,

    F

    Wenn Ihr in Südtirol schon frühlingshafte Temperaturen haben möchtet (und nicht mehr Skifahren), dann ist das Etschtal das Richtige nach meiner Erfahrung.


    Edit: Ich lese gerade, Schnee würde Euch nicht stören ... Dann passt mein Posting nicht so ganz. Ich schicke es trotzdem ab.


    Zwischen Bozen und Meran ist der Sonneneinfall ganz unglaublich, nicht umsonst ist dort ein großes Obstanbaugebiet.

    Je nach Höhe kann es im April natürlich noch Schneefall geben, aber üblicherweise ist es dort um Ostern herum schon herrlich warm, und die Apfelbäume blühen. Der Tourismus hat dort bereits auch schon kräftig Saison.

    Die Hütten allerdings in den Höhen werden vermutlich noch nicht offen sein. Auch Klettersteige werden schwierig. Auf halber Höhe wandert es sich am besten.

    Für mich klingt es so, als hättet Ihr es gern ein bisschen alpin (Hütten, Klettersteige, Einkehr). Das könnte tatsächlich noch zu früh sein. Wir machen seit Jahren dort Urlaub auf einem Bauernhof auf etwa 900 m Höhe.


    Gruß,

    F

    Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel gelesen, der sogar soweit ging zu behaupten, Kapitalismus könnte bei den nötigen Veränderungen sogar ein Vorteil sein.


    Im Großen und Ganzen geht es im Kapitalismus ja um Wettbewerb. Wenn wir also an allen Fronten die Klimaerwärmung eindämmen wollen, dann braucht es nicht nur Verzicht, sondern auch Innovation auf breiter Ebene (so der Artikel - ich persönlich bastele noch an einer echten eigenen Meinung #cool).

    Man braucht jede Menge (!) neuer Ideen und Techniken für Transport, Infrastruktur, Stromgewinnung und -verbrauch etc.

    Kapitalismus kann ein Beschleuniger für die Umsetzung von Ideen sein, weil es darum geht, wer als Erster mit seiner Erfindung auf den Markt kommt. Und danach: Wer es noch effizienter kann. Im Kapitalismus kann eine Innovation rasend schnell zur Produktion kommen und sich ausbreiten.

    Es ist also evtl. nicht falsch, das bestehende System zu nutzen. Dazu braucht es lediglich eine entsprechende Lenkung - also Gebote und Regulierungen, um Altes unattraktiv zu machen, sowie Anreize, um neue Ideen anzukurbeln.


    Wie gesagt, ob das alles so passt - wer weiß. Aber dass es, wenn etwas schnell gehen und einigermaßen hochwertig sein soll, nicht immer dumm ist, einen Wettbewerb zu haben, ist doch immerhin ein Gedanke, oder? (Ich hasse übrigens Wettbewerbe wie die Pest ... aber ich bin bereit, mich mit allem Möglichen anzufreunden, wenn es dabei hilft, Klimaziele zu erreichen ;))


    Gruß,

    F

    Die Anwendung eines Diaphragmas ist nicht schwieriger als die Anwendung einer Menstasse. Erfreulicherweise führen ja Menstassen seit einigen Jahren kein Nischendasein mehr, sehr viele Frauen verwenden sie. Warum nicht auch das Diaphragma? Es gibt ja inzwischen auch einige Varianten wie Caya und Lea die nicht aufwändig angepasst werden müssen.

    Hallo, darf ich da mal zwischenfragen?

    Gibt es das Lea wirklich noch auf dem Markt? Bei Wikipedia finde ich nur, dass die Produktion 2014 eingestellt wurde. Weißt Du etwas darüber, ob es das wieder gibt, evtl. verbessert?

    (Eine befreundete Ärztin scherzte mal vor ewigen Zeiten, dass der damals beliebteste Mädchenname in Deutschland nicht umsonst Leah wäre - benannt nach dem Verhütungsmittel mit der höchsten Versagerquote.)


    Die Verwendung eines Diaphragmas ist im Übrigen nicht bei allen Frauen anatomisch möglich. Und wenn ich daran denke, wie lange ich mit der Menstasse gekämpft habe, bis da alles passte ... Diese Art von Trial and Error sollte man bei der Verhütung nicht durchexerzieren.


    Ich denke, wenn meine Tochter alt genug ist, werde ich ihr empfehlen, eine Beratung bei Profamilia zu machen (und vielleicht schicke ich meinen Sohn mit).


    Gruß,

    F

    Und wenn ich es gerne hätte, meine Kinder die wenigen Jahre, in denen sie Kinder sind (ehrlich, das sind hier gerade mal zwei Jahrzehnte meines Lebens), um mich zu haben? Dann kann ich mir das ehrlich eingestehen und ... ja, was? Die Einverdienerehe anstreben, oder?


    Und ja das weiß frau alles vorher. Frauen sind doch nicht blöd.

    Offensichtlich doch, oder? Sonst gäbe es ja nicht so viele, sogar hier bei den reflektierten Raben, die eben nicht jede Wendung des Lebens passend geplant haben.

    Für mich ist das fast wie Victim Blaming. Hast du ja vorher gewusst, du bist ja nicht blöd.

    Im Umkehrschuss: Ach, du hast es nicht gewusst? Dann bist du offenbar blöd.


    Mensch, wir reden hier von Jahrhunderten von struktureller Frauenbenachteiligung in den Ländern, in denen wir leben. Muss man wirklich blöd sein, wenn man das nicht einfach mal eben abschüttelt oder es sich erst langsam bewusst macht? Und dann ist man nicht nur blöd, man jammert auch noch.


    Gruß,

    F

    Mann und Frau müssen sich halt auch mal ehrlich eingestehen, dass nicht alles drin ist im Leben was man gerne hätte.

    Ich meine aber auch, das sind alles Dinge, die weiß man vorher.

    Und wenn ich es gerne hätte, meine Kinder die wenigen Jahre, in denen sie Kinder sind (ehrlich, das sind hier gerade mal zwei Jahrzehnte meines Lebens), um mich zu haben? Dann kann ich mir das ehrlich eingestehen und ... ja, was? Die Einverdienerehe anstreben, oder?


    Ehrlich, ich glaub, ich steh heute auf dem Schlauch. Auf der einen Seite ist es ganz falsch, wenn frau abhängig ist, auf der anderen Seite soll sie sich ehrlich eingestehen, dass nicht alles drin ist im Leben. Ergo können dann doch wirklich nur dumme, naive Frauen Kinder bekommen.

    Oder das Leben schon bei der Berufswahl so planen, dass auch bei reduzierter Arbeitszeit genug Geld da sein wird, sich einen passenden Arbeitgeber suchen, bei dem das auch alles möglich ist, einen verlässlichen Partner, der den gleichen Plan hat ... Wann fängt man damit an? Mit 16? Und muss man dann eben einfach flexibel sein, wenn so ein Arbeitgeber leider nicht da zu finden ist, wo es auch bezahlbaren Wohnraum gibt?


    Ich finde es nach wie vor unfair, Frauen vorzuwerfen, dass sie in Strukturen stecken, die sie nicht überblicken konnten, als sie wichtige Entscheidungen trafen.

    Und wenn ich nicht alles im Leben haben kann, will ich echt gern Kinder. Und mit ihnen zusammensein. Tja, dafür verzichte ich dann auf eine ausreichende Rente. Begebe mich in Abhängigkeit von einem Ehemann. Katapultiere mich selbst ins Aus. Aber hey, ist halt nicht alles drin im Leben. Weiß man ja vorher.


    Fürs Protokoll: Ich bin berufstätig und arbeite das Gleiche wie mein Mann, in gleicher Menge.


    Gruß,

    F

    Ich finde auch es muss mehr Regelungen für Eltern geben. Gern auch individualisiert. Es gab mal den Vorstoß für Eltern bis das jüngste Kind 12 Jahre alt ist, die Arbeitszeit auf 32h wchtl . Zu verkürzen, für Mütter UND Väter gleichzeitig. Das fand ich einen Schritt in die richtige Richtung...

    Sowas klingt doch schon mal ganz gut.

    Denn so wie es im Moment ist, kommt - jedenfalls in meinem Leben - alles gleichzeitig: Die Zeit, in der die Kinder nicht nur die elterliche Zuwendung dringend brauchen fürs gesunde Aufwachsen, sondern auch noch so derartig knuffig sind, dass man einfach gern mit ihnen zusammensein möchte, so lange es dauert, fällt leider genau mit der Zeit zusammen, in der sich bei mir beruflich die Weichen ganz extrem stellen, ganz im Sinne von "wenn nicht jetzt, dann eben nie".

    Und weil ich nicht die allerjüngste Mutter bin und auch meine Eltern sich Zeit gelassen haben, sitze ich in genau diesem Lebensabschnitt auch noch mit den ersten Herausforderungen des Alte-Eltern-Kümmerns da.


    Wenn sich all das etwas entzerren ließe, etwa, indem ich beruflich später genauso gut durchstarten könnte, wäre schon viel gewonnen. Wie oben schon einige schrieben: Ein großes Problem ist das Zementieren von Ist-Zuständen, die das Leben an einen heranträgt.


    Gruß,

    F

    Weiß jemand wie das bei kleinen Babys ist? Also wenn ich ein Baby mit sechs Monaten in eine Betreuungseinrichtung geben wollte, muss es dann ja wohl noch nicht durchgeimpft sein? Wird dann kontrolliert, dass man nach Stiko-Empfehlung geimpft hat?


    Edit: Autokorrektur macht Quatsch...

    Das war sofort meine erste Frage. Das schmeißt ja den Stiko-Impfplan komplett durcheinander, wenn man sein Kind schon früh in eine Betreuung geben möchte und da dann eine Masernimpfung nachweisen muss.


    Es ist ja so schon oft schwierig, alle empfohlenen Impfungen unterzubringen in Infektzeiten, finde ich. Da ist man dann ja im ersten Lebensjahr nur am Impfen, wenn man eine Krippenbetreuung haben möchte.


    Oder ist das im Gesetz klarer geregelt?


    Ah, habe gerade den Beitrag von Aias gelesen - Impfpflicht ab dem 1. Geburtstag. Also nicht zwingend vor Eintritt in die Krippeneinrichtung bei so Kleinen.


    Gruß,

    F

    Ha, dann mach ich hier mal die Gegenstimme: Ich liebe es!

    Hier ist es so wie die.lumme beschreibt - und wenn nicht auch noch fieses Schmuddelwetter dazukommt, sind diese Tage einfach herrlich. Das geht mir nur am Anfang des Winters so, im Februar habe ich dann schon auch die Schnauze voll ...


    Ich sehe täglich (außer eben bei Schmuddelwetter) die spektakulärsten Sonnenauf- und Untergänge. Die verpasst man hier im Norden im Sommer sonst einfach. Morgens, wenn wir mit der Taschenlampe zur Bushaltestelle gehen müssen, sehe ich die Dinge auf einmal ganz anders. Ich sehe warmes Licht in den Häusern, Baumsilhouetten, Pferde im Nebel, gestern war der Mond noch morgens so hell, dass mein Sohn und ich auf dem Weg zum Schulbus einen Mondschatten hatten.

    Laternelaufen ergibt hier derartig Sinn in dieser Jahreszeit, das ist einfach feierlich und geheimnisvoll.

    Ich erinnere mich so gern an einen winterlichen Bummel in Malmö, wo vor den Geschäften überall Feuerkörbe und Fackeln brannten ...


    Mir tun alle sehr leid, die nicht freiwillig im Norden wohnen und unter dem Mangel an Tageslicht wirklich leiden (ich verstehe das). Aber ich selbst genieße es, die Jahreszeiten so extrem wahrzunehmen, und die Kürze der Tage bewegt mich mit zunehmendem Alter auch auf einer esoterischen Ebene. Ich empfinde die winterliche Dunkelheit als wichtigen Jahresabschnitt.


    Das hat natürlich nicht das Geringste mit der Zeitumstellung zu tun #cool


    Gruß,

    F

    Für mich ist es sonnenklar: alle typischen männlichen Haupt- plus weiblichen Zu-Verdiener "individuell praktischen" Entscheidungen zementieren diese Situation bis in alle Ewigkeit. Amen.


    lg martita

    Ehrlich, ich finde das zunehmend gemein hier. (Nicht explizit Dein Post, marita, das war sehr nett und leidenschaftlich, ich zitiere es nur, weil ich etwas zu dem Satz sagen möchte.)

    Heißt es denn im Umkehrschluss, dass jede, die diese "praktischen Entscheidungen" phasenweise trifft, verhindert, dass sich in der Gesellschaft etwas ändert? Ich glaube, das stimmt so einfach nicht. Dieser ganze Thread beschäftigt sich zum großen Teil damit, wie unheimlich schwer es ist, gegen das bestehende System anzukommen, und ich finde es grundfalsch, einzelnen Personen vorzuwerfen, wenn ihnen die Kraft für diesen Kampf fehlt.


    Wisst Ihr, mir kommen sofort so viele Möglichkeiten in den Sinn, warum eine Frau in irgendeiner Lebensphase keine Kapazitäten hat für Beruf, Altersabsicherung, adäquate und befriedigende Kinderaufzucht, Partnerschaft, Hauspflege. Oder dass sie da klare Prioritäten setzt, die in dieser Phase die größte Lebensqualität ermöglichen.

    Das heißt nicht, dass sie dumm ist, sehenden Auges das System zementiert oder sich auf eine Partnerschaft verlässt (was wiederum zeigt, wie dumm sie ist). Das heißt erstmal, dass es verdammt schwer ist, unabhängig zu sein, vor allem, wenn da noch andere von einem abhängig sind (Kinder, alte Eltern). Es zieht so vieles an einem, es ist unmöglich, alles richtig zu machen, können wir nicht bitte aufhören, hier auch noch aneinander zu ziehen?


    Gruß,

    F

    Frisch meines Erachtens ist nicht nur die Auswirkung interessant sondern auch die Tatsache, dass die Gleichstellung der Frau gerade da besonders hoch war, wo sie einen großen Teil zum Familuebeinkommen beigetragen hat ( Siehe Stadt-Landgefälle durch die Viehaltung). In Skandinavien ist die (verdammte) Einverdienerehe nicht so populär und staatlich gefördert wie bei uns...weshalb ich mich immer noch dazu versteife zu behaupten Frauen müssen raus aus der reinen Carearbeit hin zur Erwerbstätigkeit. Da aber stößt man hier und in Deutschland immer wieder auf heftigen Wiederstand.

    Na klar, das ist eine ziemlich interessante Beobachtung in dem Artikel. Und ich stimme Dir vollkommen zu.

    Aber. Ich selber - mag natürlich Sozialisierung sein - bin sehr unzufrieden mit den Möglichkeiten, die ich habe, um erwerbstätig zu sein und gleichzeitig meine Familie genießen und angemessen begleiten zu können. Ich tue mich also ganz persönlich schwer mit der pauschalen Forderung, Frauen in die Erwerbstätigkeit zu bringen. Und bin damit dann ein Teil dieses Widerstandes, den ich noch nicht komplett für mich aufgedröselt habe.

    Vielmehr denke ich darüber nach, dass (siehe Artikel) die Frauen auf dem Land in dieser Zeit bei Viehhaltung überhaupt eine Möglichkeit hatten, zum Familieneinkommen beizutragen, so dass sich automatisch ihr Status hob. Ich würde mir also wünschen, dass wir viel mehr nach diesen Möglichkeiten Ausschau halten, statt einfach zu sagen: Seid erwerbstätig, dann hebt sich auch euer Status.

    Versteht man, was ich meine?


    Gruß,

    F

    Genau, Salzseife. Hilft viel besser als Schwarze Seife oder Alepposeife nach meiner Erfahrung, ist komplett duftneutral und macht keinen Aufwand (ich erinnere mich mit Grausen an die Reinigungsprozeduren meiner Pubertätszeit mit irgendwelchen Produktserien - das könnte ich meinem Sohn nie schmackhaft machen).


    Kreativraben ist eine gute Empfehlung. Wir nutzen die Salzseife von wolkenseifen ... (Nach langem Experimentieren in der Vorpubertät ist mein Sohn auch bei einer Deocreme von denen gelandet. Ist sauteuer, aber seitdem riecht er nicht mal mehr nach dem Sport, und seine T-Shirts müssen nicht mehr vorbehandelt werden - das rechnet sich ja auch irgendwie.)


    Gruß,

    F

    Sorry, der Link geht nur für Abonnenten.

    Letztlich geht es darin um konkrete Beispiele aus verschiedenen Ländern und Regionen, besonders aus Kopenhagen, das sich extrem ehrgeizige Ziele gesetzt hat, wie Versuche gelingen können, CO2-neutral zu werden, ohne die Lebensqualität der Menschen einzuschränken (wenn sie also auf eines verzichten, bekommen sie etwas anderes dafür, das ebenfalls erstrebenswert ist, z.B. bessere Infrastruktur, mehr Grünflächen, attraktiveren Wohnraum, Freizeitangebote etc.pp.)

    Der Artikel meint, der Kapitalismus könnte da segensreich wirken, weil er diese Prozesse der Umwandlung quasi in Turbozeit in Gang zu setzen in der Lage ist. Sobald man im Kapitalismus einen kleinen Anreiz schafft oder einen Ehrgeiz weckt, geht das große Erfinden los.

    Man müsste - so die Idee - eben einfach alles gleichzeitig tun, statt immer nur eins zur Zeit. Abbau und Aufbau, Anreize und Verbote, Technik und Verzicht.


    Gruß,

    F

    Fortsetzung:


    Was mir bei der ganzen Diskussion zu kurz kommt, sind die Gedanken, wie wir gutes Leben auf Zukunft für alles gestalten können. Und das besteht eben nicht darin, einfach alle Produkte so teuer zu machen, dass sie sich nur die Wohlhabenderen leisten können. Die Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Teilhabe wird völlig aus dem Blick verloren. So können wir aber nicht Gesellschaft gestalten!

    Ich habe vor Kurzem einen langen Artikel dazu gelesen, den ich hier mal verlinke. Link aus der ZEIT Das meiste davon ist hier bekannt, aber die Beispiele aus Kopenhagen fand ich sehr interessant.

    Es gibt auch einige kluge Köpfe, die sich seit Jahren Gedanken machen, wie gesellschaftliche Veränderungen stattfinden können - Harald Welzer z.B. hat einen Lehrstuhl für "Transformationsdesign" #cool.


    Und da stimme ich Dir sofort zu, Astarte - es kommt einfach zu kurz in den Diskussionen, WIE es gehen kann (und es kann hoffentlich noch!), ohne dass man sich als einzelner Mensch fürchten muss. Warum werden diese positiven Beispiele, Pläne und Ideen nicht viel öffentlicher diskutiert? Da könnte eine echte Aufbruchsstimmung entstehen, gerade hier in Deutschland, wo das Selbstverständnis vieler in einer Vorreiterrolle zu liegen scheint.


    Oh nee, Ihr seid inzwischen schon weiter. Ich schreibe einfach zu langsam. Aber ich schicke es trotzdem ab.


    Und eine kleine Anmerkung zu Gretas Rede hätte ich noch. Die schwedische Sprache hat sehr harte Konsonanten und eine Sprachmelodie mit z.T. mehreren Betonungen im einzelnen Wort. Für uns Deutsche hat ein schwedischer Akzent oft eine aggressive Komponente (z.B. durch das gezischte S, die vielen Betonungen, die wie Emphasen wirken u.ä.). Vielleicht ist das nicht allen bewusst. Mir fiel es bei der Rede sehr auf.


    Gruß,

    F

    Frisch Sollen wir die letzten Beiträge vielleicht in den Ost-West-Thread verschieben lassen?

    Da passt es sicher besser rein, Jette . Guter Vorschlag.

    Ich glaube aber nicht, dass ich dort großartig mitdiskutieren werde, leider. Mir fehlt momentan einerseits die Zeit und andererseits das dicke Fell, was man beides für ein Internetforum braucht.


    Aber wenn Du eine Verschiebung veranlassen würdest, wäre das sicher gut für diesen Thread. Danke!


    Gruß,

    F

    Darf ich dazu mal was fragen, so ganz o.t? Und ganz naiv, ohne mich dumm zu stellen?

    Diese starke soziale Durchmischung, die Du nennst, VivaLaVida, die kann ja nach DDR-Ideal nur sehr eng begrenzt gewesen sein. Es wurde doch gesellschaftlich angestrebt, dass es nicht zu viele Extreme gab, was Armut oder Reichtum angeht, Besitz, Konsumverhalten, Familienkonstellationen u.ä.

    Ich habe in den 80ern bis Mitte der 90er in einem Neubaugebiet / Plattengebiet gelebt. Dort wohnten zu DDR-Zeiten der Herr Professor, die Bibliothekarin, die Lehrerin, die Putzfrau etc. alle in einem Haus , alle in der gleich geschnittenen Wohnung. Nach 1990 ging es recht schnell los, dass sich Familien, die es sich leisten konnten, etwas anderes gesucht haben, häufig Neubau in einem umliegenden Dorf. Diese Durchmischung gab es schon Mitte der 90er deutlich weniger als noch 1989

    Ah, dann hatte ich Durchmischung anders verstanden. Das ist eine Durchmischung im Kleinen, aber eben überhaupt nicht im Großen.

    Denn ein Professor und eine Putzhilfe haben vermutlich auch in der DDR unterschiedlich gut verdient, konnten sich aber offenbar - nach Deiner Beschreibung - die gleiche Sorte Wohnung leisten.

    Und es war offenbar - nach Deiner Beschreibung - gewollt, dass der Professor nicht nach mehr strebte und sich aussonderte.

    Wenn die von Dir beschriebenen Menschen alle in einer gleich geschnittenen Wohnung lebten, liegt die Annahme nahe, dass sie in ähnlichen Familiengrößen lebten.

    Ich gehe nicht davon aus, dass es in dieser Siedlung viele Menschen mit Migrationshintergrund gab.

    Letztlich hatte ich das gemeint damit, dass es keine Extreme geben sollte/gab.


    Ich bin übrigens im Westen ganz ähnlich aufgewachsen, allerdings in einer Vorstadt mit Einfamilienhäusern und hätte diese Welt als sehr homogen bezeichnet. In der Stadt, auf den Dörfern, im katholischen Süden, in den Touristengebieten war es jeweils ganz, ganz anders. Und daher habe ich meine Situation nie als verallgemeinerbar empfunden und habe für mich gern klären wollen, ob ich richtig liege mit meiner Idee, warum es möglicherweise leichter ist, allgemeine Aussagen über die Gesellschaft in der DDR zu treffen.


    Gruß,

    F


    Sorry fürs OT. Das gehört eigentlich gar nicht in diesen Strang ...