Beiträge von Frisch

    Frisch Ich habe selbst genau wie deine Kinder Lesen und die ersten Schreibanfänge gelernt und finde das auch einen tollen Weg.

    Aber an der Regelschule lässt sich das nicht für alle Kinder organisieren- wie soll das aussehen?


    Vielleicht verstehe ich deine Frage auch irgendwie falsch? Unterricht sollte sich natürlich am Entwicklungsstand und den aktuellen Interessen der Kinder orientieren. Aber mit 25 bis 30 Kindern und einem bis maximal zwei Erwachsenen geht das einfach nicht so wie zuhause.

    Deshalb sage ich ja, es ist eigentlich OT ... Natürlich geht das nicht genauso.


    Meine Frage - wenn es denn überhaupt eine ist - ist eher: Ist das der "übliche" Weg für Kinder, die man quasi in Ruhe lässt? Wenn ja, dann entspricht es nämlich recht genau der Lesen-durch-Schreiben-Methode. Und wäre das nicht auch ein Argument FÜR diese Art des Lernens (und Lehrens), wenn es sozusagen dem natürlichen Lernweg entspricht. Oder gibt es nie einen natürlichen Lernweg, und nur ein gewisser Prozentsatz von Kindern lernt von selbst auf diese Art?


    Ich frage das, weil so viele Art der frühkindlichen Entwicklungsförderung m.E. nach heutzutage eher ein Anstupsen des natürlichen Entwicklungsprozesses ist (Logopädie, Ergo, aber auch Trockenwerden u.ä.). Man orientiert sich an den üblichen Entwicklungsmustern und begleitet sie unterstützend.

    Sollte das dann nicht auch für diese Art des Lernens gelten? Oder ist das im Endeffekt völlig egal, weil ein offenes Lernfenster jede Art von Lehre dankbar hineinlässt?


    Wie gesagt - führt vermutlich weit weg von der eigentlichen Diskussion, aber es treibt mich schon so lange um, seit ich erst den Spracherwerb und später dann eben das Lesen- bzw. Schreibenlernen meiner Kinder beobachten durfte.


    Kennst Du Dich da ein bisschen aus, Katielee?


    Gruß,

    F

    Frisch woher weiß denn deine Tochter welcher Buchstabe zum jeweiligen Laut gehört, wenn sie nicht lesen kann und auch keine Anlauttabelle hat?

    Tja, das ist so eins dieser Rätsel ... Sie hat natürlich sehr oft einfach gefragt. Ihren Namen haben wir ihr beigebracht, dann ging es irgendwann los - wie übrigens bei ganz vielen Kindern, die ich kenne, das hat nichts mit Begabung zu tun -, dass sie wissen wollte, wie dieser oder jener Buchstabe heißt. Wir haben (und das war vermutlich der "Trick") nie die Namen der Buchstaben, sondern immer den Laut gesagt.

    Manchmal hat sie auch Wörter erkannt, die immer wieder irgendwo in Großbuchstaben standen, z.B. den kurzen (!) Namen ihres Bruders, und dann ging das z.T. wie beim Knobeln. Suche das bekannte Symbol, sozusagen.


    Lustig ist, dass sie tatsächlich recht ambitioniert und unerschrocken schreibt (Merjonkfrao), aber nicht lesen mag.

    Mein Sohn hat zuerst lesen gelernt und ca. ein Vierteljahr später die ersten Schreibversuche gemacht. Bei ihm war es eindeutig ein Knobeln wie bei diesen Rätseln, bei denen man Symbole hat, die für jeweils einen Buchstaben stehen (kennst Du die?). Wenn man ein Ausgangswort hat, kann man sich nach und nach alle anderen erschließen.

    Er hat sich das Lesen mit Asterix-Heften beigebracht. Zuerst hat er die Wörter in Großbuchstaben gelesen (UFF, PENG, BUMM), und nach und nach hat er sich von da aus die kleinen Buchstaben erarbeitet (er wusste z.B., dass da "Ave" steht, kannte das große A, hat also schnell geschlussfolgert, dass das kleine Runde am Ende ein E sein muss).


    Also ja, natürlich helfen wir auf Nachfrage und malen die Buchstaben auch mal vor. Oder meine Tochter ruft aus ihrem Zimmer: Wie sieht nochmal ein H aus? Und ich rufe zurück: Wie eine Turnstange. Aber wenn meine Tochter mich bittet, auf ihr Bild "FÜR OMA" zu schreiben, dann reicht das auch schon. Sie selber schreibt dann allerdings meistens FÖR OMA. Ich korrigiere nichts. Ganz selten allerdings spreche ich ihr ein Wort noch einmal genau vor, weil ich zwar ihre Wörter meistens erraten/lesen kann, aber es für die Oma eben manchmal noch genauer sein muss.


    Es ist sehr faszinierend, dabei zuzusehen.


    Gruß,

    F

    Es gibt da etwas, das mich in diesen Diskussionen total umtreibt, aber irgendwie ist es auch ein bisschen OT.


    Darf ich trotzdem mal erzählen?

    Meine Kinder sind ohne Frage sehr sprachbegabt und können sicher nicht als allgemeingültige Beispiele herhalten. Das mal vorweg. Aber mein Sohn hat sich zuerst das Lesen und dann das Schreiben vor der Schule selbst beigebracht, meine Tochter schreibt schon ganz viel, liest aber noch nicht. Beide haben (bzw. tun es gerade) dabei ohne Anleitung von irgendwo angefangen, die Laute zu hören und danach zu schreiben, also genau das, was nach meinem Verständnis mit der Anlauttablle geübt wird.

    Wenn meine Tochter etwas nicht selber hören kann, fragt sie nach - sie spürt also auch, wo sie Hilfe braucht.


    Da wir sie nicht unterrichten und ich bei beiden Kindern das gleiche Vorgehen beobachten kann, gehe ich jetzt erstmal davon aus, dass das die Art ist, wie Kinder sich Schreiben aneignen, wenn das Lernfenster aufgeht und man sie machen lässt.


    Meine Überlegung dazu ist: Wenn das wirklich die Art ist, wie Kinder schreiben lernen - und dass sie etwas in Schrift kodieren, das andere Menschen dann entziffern können, ist ganz klar eine hohe Motivation dabei, jedenfalls für meine Kinder -, wieso sollte man nicht dieser Leitlinie folgen?


    Gruß,

    F

    Aber genau ist doch ein Problem, das zu verstehen so schwerfällt. Das, was Dein Kollege da sagt, ist ja einfach ganz, ganz falsch. Keine Ahnung, woher er das hat, aber bei der letzten Bundestagswahl war der Familiennachzug ein so großes Thema, daran konnte man fast nicht vorbeischauen.


    Gerade jemand, der irgendwann selbst neu ins Land gekommen ist und sich hier mit allem rumschlagen musste, müsste doch einschätzen können, was da gelogen ist und was nicht. Als bekäme irgendjemand irgendwas in Deutschland leicht und unbürokratisch "in den Allerwertesten geschoben". Das geht doch hier gar nicht ;).

    Und gerade so jemand hat doch vermutlich selbst negative Erfahrungen mit Vorurteilen und Ausgrenzung machen müssen, er müsste doch wissen, wie leichtfertig Lügen über fremde Menschen verbreitet werden.


    Darauf bezieht sich das Unverständnis. Ansonsten erzählt Dein Kollege nur das, was alle sagen, die sich entsprechend informieren und bewusst an Fakten vorbeischauen.


    Gruß,

    F

    die afd hat weiter zugelegt. sie ist jetzt zweitstärkste kraft in deutschland.


    https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-1381.html

    Oh Gott!


    Und dann hörte ich heute Morgen im Radio noch einige Stimmen über den sozialen Wohnungsbau, die Mietpreise etc., und was für ein unheimlich dringliches Thema das zur Zeit ist. Dann hörte ich (ich muss zugeben, das wusste ich nicht), dass der Bauminister Seehofer ist.


    Dazu passt dieses Zitat aus dem Link, den VivaLaVida gepostet hat:

    "einzig die Anhänger der AfD stehen überwiegend hinter Seehofer (61 Prozent)."


    Ach, ich wünschte, es wäre nicht so, wie Sakura schrieb, dass es egal ist, wen man wählt, Hauptsache nicht die AfD. Wenn man die Leute dazu bekommen könnte, FÜR etwas zu sein, dann wüssten sie, wen sie wählen wollen. Denn ich glaube, dass inzwischen auch immer mehr Menschen gar nicht wählen, und das spielt der AfD noch mehr in die Hände.


    Gruß,

    F

    Während ich schrieb, ist wieder eine ganze Seite Diskussion dazugekommen.

    Tja. Ich schicke es trotzdem, vermutlich wiederholt es irgendwas, was andere inzwischen besser gesagt haben...


    Ich glaube fest, dass es anders ebenfalls "sicher funktioniert" - nämlich mit begleitender Rechtschreiblehre, wie Trin sie mehrfach schon geschildert hat. Da muss man nicht zurück zu irgendwas, sondern lediglich dafür sorgen, dass da etwas nicht vernachlässigt wird, wie es leider vielerorts passiert.


    Lehrpersonen sind angehalten, Inhalte oder Methoden zu unterrichten, oft stehen sie aber ohne Material, Richtlinien, Vorgaben etc. da, so dass die Umsetzung ihrer Fantasie überlassen wird (das ist kein LehrerInnen-Bashing, sondern ein Missstand, der Lehrpersonen massiv allein lässt).


    Das lässt sich wirklich ganz schnell ändern, wenn man es möchte. Da reichen wenige Anhaltspunkte - die Lehrpersonen sind ja alle bereits ausgebildet und erfahren. Aber eben nicht: Achten Sie bitte verstärkt auf Rechtschreibung (egal wie), sondern: Hier ist der Leitfaden, um neben der Lesen-durch-Schreiben-Methode Rechtschreibkompetenz zu erwerben.

    Und ja - Trin hat es gesagt -, da hilft es sehr, an die Orte zu schauen, wo es bereits gut funktioniert. Das muss nicht lange dauern.


    Denn jetzt komme ich zu dem gesamtgesellschaftlichen Problem, das MIR die meisten Kopfschmerzen bereitet, auch wenn es einzelne positive Erfahrungen gibt: Wenn wir unseren Kindern noch mehr Richtig-und-Falsch zumuten, statt unsere eigenen Augen für ihre Kreativität und Freude zu öffnen, werden wir den Planeten niemals retten (und das meine ich irgendwie ganz ernst).

    Ich kenne einen Haufen Kinder, die aus Angst vor Fehlern alles Kreative vermeiden. Die vor der Schule malen wie besessen und schon nach wenigen Wochen Schule fragen, wie es denn "richtig" geht, oder behaupten, sie könnten XY doch nicht. Ich wünsche mir in dieser Gesellschaft ein viel tiefergehendes Bewusstsein für Kompetenzen, die jenseits von messbaren Normen liegen und herrlich vergleichbare Ergebnisse hervorbringen.

    Die Schule, wie ich sie kennengelernt habe, hat in den letzten Jahren Riesenschritte in diese Richtung gemacht, und ich bin so froh darüber. Das sähe ich sehr ungern rückgängig gemacht.


    Gruß,

    F

    Ihr Lieben,


    ich habe hier ganz intensiv mitgelesen, und mir war die Dynamik, die in diesen Strang entstand, zweitweise sehr unangenehm. So eine Frontenbildung, so eine Unerbittlichkeit bei vielen. Ich bin auch nach wie vor der Überzeugung, dass nur Gespräche und offene Ohren etwas verändern können (das glaube ich ganz fest).

    Aber nachdem ich in der letzten Zeit mehr über die Ereignisse in Chemnitz lesen und hören, mir ein genaueres Bild von allem machen konnte (und die Reaktionen der Politiker und Staatsbeamten kennengelernt habe), hab ich immer wieder an diesen Strang denken müssen. Und ich habe das Bedürfnis zu sagen, dass ich diejenigen, die mir in ihrer Haltung so hart vorkamen, jetzt viel besser verstehe.


    Ich lebe in einer ganz anderen Realität (die hoffentlich nicht nur Fassade ist) und konnte die Ereignisse von hier aus offenbar irgendwie abstrakter betrachten.

    In der letzten Zeit, im Nachklang der Chemnitzer Ausschreitungen, hat sich die AfD nach meinem Dafürhalten so klar rechts positioniert und sich so offen und unverhohlen mit Neonazis zusammengetan, dass ich inzwischen wirklich kaum noch Verständnis für die Menschen aufbringen kann, die weiterhin bereit sind, diese Partei zu wählen.


    Andere von Euch haben das offenbar schon früher erkannt oder gewusst.

    Ich bin dankbar für jede/n, die/der weiterhin den Dialog mit den frustrierten BürgerInnen sucht, weil ich nach wie vor glaube, es ist die einzige Art, aber ich kann es vermutlich nicht mehr.


    Gruß,

    F

    Mein Sohn hätte gerne mit Fußball angefangen. Allerdings ist das Leistungsniveau bei uns schon so hoch - er hätte da kein Land gesehen.

    Handball ist hier nicht so extrem im Niveau und er hat sich schnell eingefunden. Kannst du dich nicht ein bisschen umhören oder Schnupperstunden vereinbaren? Bei uns sind viele Vereine übervoll und die Wartelisten lang.

    #cool Da, wo ich wohne, ist Handball leider der Sport überhaupt (so wie vermutlich in anderen Gegenden Eishockey). Das gibt sich nichts mit Fußball. Selbst die Handball-AG an seiner Schule spielt auf hohem Niveau.

    Dafür haben wir keine übervollen Vereine.


    Ich folge jetzt aber erstmal Trins Beispiel, schlage meinem Sohn alles vor, was Ihr so schreibt und was logistisch in Frage käme. Dann lasse ich ihn machen.

    Schnupperstunden sind ja immer gut.


    Fast jede Stadt hat inzwischen einen Football Verein, da könnte er ja mal schnuppern

    :D Das geht eben nur, wenn es auch eine Stadt gibt ...


    Dafür könnte man hier mit dem Rad zum Segeln und zu Fuß zum Reiten. Und jederzeit Trecker-Fahren. Ist ja auch nicht schlecht.


    Ich behalt's aber mal im Kopf. Danke.


    Gruß,

    F

    Ja, das ist hilfreich.

    Ich habe das im Gespräch mit seinem Sohn auch beschlossen, so zu handhaben. Anbieten, vorschlagen, auch anbieten zu helfen, wo er sich unsicher fühlt, aber ihn dann in Ruhe zu lassen. Nicht alle Menschen müssen sich in Vereinen organisieren. Und für Alltagsbewegung kann ich auch selber ein bisschen sorgen.


    Das Loslassen ist ein guter Gedanke.


    Danke auch für die ungewöhnlichen Ideen - Skateboard oder Baseball, das behalte ich mal im Kopf.


    @hühnchen69 - Du hast recht, zum Tischtennis ist erstmal auch mein Mann mitgekommen, die beiden haben in der gemischten Gruppe trainiert, das Gemeinsame hat meinem Sohn grundsätzlich gefallen.


    Gruß,

    F

    Hallo,


    Wie habt Ihr, deren Kinder in dem Alter etwas Neues angefangen haben, es denn gemacht? Brauchten die Unterstützung?


    Er fand es nett und hat dann noch einen Freund überzeugen können, seit dem gehen sie zusammen. ich denke schon, daß es zu zweit zumindest anfangs leichter ist.

    Danke!

    Das mit dem Freund ist, glaube ich, der Knackpunkt. Ich habe mal alle interessanten und machbaren Sachen, die hier genannt wurden, bei mir abgespeichert und auch schon mal angetippt (wir waren heute spazieren, da konnten wir gut reden), er ist einigem nicht abgeneigt, aber nicht Feuer und Flamme.

    Ich glaube, wenn er jemanden hätte, der mit ihm hingeht, sähe es ganz anders aus.


    Vielleicht kann er ja wirklich einen Freund überzeugen. Danke für die Idee. Ich habe bisher nur anders herum gedacht (er geht mit, statt er nimmt mit).


    Seit ich Eure vielen Ideen gelesen habe, bin ich wirklich entspannter. Vorher hatte ich das Gefühl, es gäbe keinen Sport mehr für jemanden, der nicht mit acht Jahren angefangen hat. Danke Euch allen also.


    Gruß,

    F


    P.S. Julikäfer : Tanzen geht leider gar nicht. Mein Sohn klettert zwar auf jeden Baum und rennt wie ein Wiesel, aber wenn ihm jemand etwas vormacht, das er nachmachen soll, ist er heillos überfordert. Ansonsten finde ich nämlich auch, es sollte mehr gut ausgebildete männliche Tänzer geben ... Kommt vielleicht noch bei ihm.

    Oh, danke, das sind ja schon einige gute Ideen. Das hatte ich gehofft - ich komme da nämlich selber einfach nicht unbedingt drauf.

    Super, jetzt bin ich schon viel optimistischer.


    Golf und Klettern dachte ich auch schon, zumal es da ja nicht unbedingt Mannschaften geben muss. Aber der Hinweis auf Volleyball ist gut, und auch Schwimmen bei der DLRG. Das gibt es hier bestimmt irgendwo.


    Parcours und Orientierungslauf muss ich erstmal googeln. Aber eben sowas hab ich gar nicht auf dem Schirm.

    Bogenschießen hab ich gerade vor kurzem als Angebot gesehen, danke fürs Erinnern.


    Jugendfeuerwehr ist auch kein so schlechter Hinweis. In so eine Richtung kann ich auch mal denken ...


    Tischtennis ist hier besonders leistungsorientiert. Er war da mal zum Probetraining, aber es war schnell klar, dass er "zu schlecht" ist.

    Ich selbst bin ja einfach mit meinen Freundinnen mitgedackelt und hab einfach das gemacht, was sie machen (Volkstanz z.B. - darauf muss man erstmal kommen :P), aber das passt hier halt irgendwie nicht, da die Kumpels alle schon untergebracht sind und eher leistungsorientiert.


    Wie habt Ihr, deren Kinder in dem Alter etwas Neues angefangen haben, es denn gemacht? Brauchten die Unterstützung? Mein Sohn ist oft zu Anfang etwas schüchtern und alles andere als pragmatisch, der freut sich, wenn ich vorgehe und Dinge für ihn kläre. Andererseits ist er einen halben Kopf größer als ich ...


    Ich freu mich auch noch über weitere Ideen und vor allem über die Berichte und Erfahrungen. Damit kann ich viel anfangen.


    Gruß,

    F

    Liebe Rabinnen und Raben,


    mein Sohn ist gerade zwölf geworden und hat im Alltag sehr wenig Bewegung. Grundsätzlich hätte er Lust, Sport zu machen, aber bisher hat ihn nichts lange interessieren können. Das liegt vor allem an den Gegebenheiten vor Ort, denn wir wohnen sehr (!) ländlich, und die Vereine haben ein recht begrenztes Angebot.

    Eigentlich spielen hier fast alle Jungen Fußball, aber das liegt ihm nicht. Er hat eine Zeitlang Tennis gespielt, aber das Training war so mau, dass er im Grunde nichts gelernt hat und irgendwann die Lust verlor. Reiten hat er einige Stunden lang ausprobiert, aber das war es auch nicht.


    Nun waren und sind wir immer noch auf der Suche nach einer Sportart, die ihm gefallen könnte. Aber er ist zwölf und wäre so ziemlich in jedem Sport ein Anfänger. Daran scheitern die meisten Ideen. Die Handball-, Badminton-, Ruder- und Tischtennismannschaften vor Ort sind alle voll im Wettbewerb, und wer nicht schon seit Jahren dabei ist, braucht da gar nicht anzukommen.

    Seine Kumpels haben alle "ihre" Sportart und machen die z.T. schon seit Jahren, die können ihn auch nicht einfach mitnehmen. Auch das ist eben schwierig, es gibt da eine Hemmschwelle, er ist ganz alleine, sozusagen.


    Habt Ihr Erfahrungen und Ideen? Gibt es Sportarten, in die man einfach "einsteigen" kann, ohne mit lauter Erstklässlern trainieren zu müssen? Golf? Segeln? Klettern? Fechten?

    Mögt Ihr mal berichten, wie Eure Kinder zum Sport gefunden haben und wie sehr Ihr sie bei der Suche unterstützen musstet?


    Gruß,

    F

    soraya  Nur mal so „nebenbei“...*Gebetsmühle anschmeiss* ein Einwanderungsgesetz hat nichts mit Flüchtlingen oder Asylanten zu tun....Einwanderung ist etwas völlig anderes...ist also keine Lösung für dieses Problem, wir HABEN ein Einwanderungsgestz, dass darf gerne überarbeitet werden, hat aber mit den Flüchtlingen und deren Überorüfung nix zu tun.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zuwanderungsgesetz

    #blink boah, sag mal was ist das für ein "tonfall"?

    Ich habe mich auch gewundert. Wo ist denn das schon so oft wiederholt worden, dass man so genervt reagieren muss?


    Immerhin gibt es doch jetzt Ideen, wie "Spurwechsel", die eben genau für Geflüchtete angedacht werden, die keinen Aufenthaltstitel haben, aber trotzdem arbeiten. Das wäre doch dann de facto eine Einwanderung.

    Also nein: Einwanderung ist nicht unbedingt etwas völlig anderes, da ließe sich einiges drehen, auch im Zusammenhang mit Geflüchteten. Nur weil es jetzt noch zwei verschiedene Paar Schuhe sind, heißt das doch nicht, dass alle, die in diese Richtung denken, dumm sind und Gebetsmühlen-Belehrungen brauchen.


    Ich fand, dass der Ton hier im Thread so viel netter geworden war. Können wir vielleicht dahin zurückkehren?


    Gruß,

    F


    Rattenkind : Danke für Dein Statement, das finde ich wunderbar klar!

    Wenn mir jemand offenbart, dass er eher rechts angesiedelt ist und ich dem jetzt nur an den Kopf knalle, dass ich ihn für Nazischwein halte und ihn von da ab meide, habe ich nichts gewonnen.

    Niemand hier hat auch nur irgendetwas in der Richtung geschrieben. Es geing ganz explizit um diejenigen die neben und hinter gewaltbereiten Hooligans und Neonazis marschieren, um diejenigen die dumpfe Naziparolen hören , Hitlergrüße sehen und mitbekommen, dass Ausländer gejagt werden...diejnigen die sich nicht distanzieren, die den Aufrufen der radikalen Gruppen folgen. Diejenigen können sich nicht mehr rausreden, die wissen ganz genau bei wem und unter welcher Flagge sie marschieren. Es ghet explizit NICHT um diejenigen die in Diskussionen äussern eher rechts zu sein, die ihre Ängste formulieren. Die müssen mit Gegenwind rechnen, genauso wie ich, wenn ich meine Meinung äussere, aber die hat hier NIEMAND als Nazischweine bezeichnet.


    Ich wundere mich so ungemein, dass der Unterschied nicht wahrgenommen wird...ich weiß nicht wo ich falsch formuliere, oder liege ich falsch und wir sprechen nicht schon seit Seiten über die Ausschreitungen in Chemnitz?

    Das ist gerade so erhellend, danke, Kiwi.


    Denn ich diskutiere über genau die anderen, von denen Du schriebst, um die gehe es explizit nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Annie auch über genau die spricht die ganze Zeit.


    Da also liegt der Hund begraben, weshalb wir immer so aneinander vorbei diskutieren.


    Doch, also ich für meinen Teil habe ja gerade (im anderen Thread übrigens, weil ich in diesem hier tatsächlich nicht den Mut hatte bei all dem "Gegenwind", der mir deutlich zu steif weht) explizit über diejenigen, die die rechte Hand heben, Aufrufen radikaler Gruppen folgen und Parolen brüllen NICHT geschrieben. Sondern über diejenigen, die sich selbst gar nicht also so besonders weit rechts einordnen würden, obwohl sie es sind.

    Wir sprechen eben nicht NUR über die Ausschreitungen in Chemnitz, sondern auch über die Hintergründe und Nebenschauplätze. Dachte ich.


    Gruß,

    F





    Wenn aber ein gewaltbereiter Mob auf Jagd durch die Straßen zieht, braucht mir keiner kommen mit "die haben doch Angst".

    Ich glaube, das tut niemand hier im Thread und hat auch nie jemand getan.

    Es kam schon die ganze Zeit zu Vermischungen (die immer wieder mal gut aufgedröselt wurden), und viel von der Aufgebrachtheit hier im Thread hatte genau damit zu tun. Niemand behauptet, rechtsradikale Gewalttäter jagten Menschen aus Angst vor dem sozialen Abstieg!


    Es gibt aber eine Parallel-Diskussion zu der Frage, wie es kommt, dass so viele Leute eine Partei unterstützen, die das so schamlos gut findet.


    Und diese Diskussion ist es wert, geführt zu werden, finde ich. Denn diese Täter wird man nur mit Gesetz, Polizei, Rechtsstaat daran hindern können, zu marodieren. Aber die Wähler wird man nur mit Diskussionen erreichen. Wenn man nicht im Gespräch bleibt, kann man es doch gleich vergessen. Und wenn man Ängste nicht nachvollziehen kann (und Ängste sind per Definition irrational), wie soll man dann konstruktive Vorschläge machen?


    Gruß,

    F

    Ihr seid wahrscheinlich schon längst weiter, aber ich grätsche nochmal mit etwas Ursachenforschung für den Hass dazwischen (Hervorhebung durch mich):


    "Oder dass rechte Parteien vor allem in den Regionen in West wie Ost besonderen Zulauf haben, in denen es durch Globalisierung und Billigkonkurrenz die größten wirtschaftlichen Umbrüche gab - und naheliegend besonders viele, die plötzlich mit deutlich weniger klarkommen mussten. Siehe oben."

    Es gab vor einem Jahr mal einen Artikel in der Zeit (https://www.zeit.de/2017/41/he…ndestagswahl-wahlergebnis) über Heilbronn, eine der reichsten Gemeinden in Deutschland, in der das Ergebnis der AfD besonders hoch war.

    Dort waren die Probleme noch überhaupt nicht zu spüren, sondern nur antizipiert. Die Angst, dass die Autoproduktion bald keine Arbeitsplätze mehr bietet, etc.


    Es reicht also aus, den Leuten Angst vor der Zukunft und dem sozialen Abstieg zu machen.


    Gruß,

    F

    Mir geht es wie casa .


    Vom Kopf her kann ich sagen, das ist ja nur ein Spiel, aber meine körperliche Reaktion auf bestimmte Gesten und Szenarien spricht eine andere Sprache.


    Weil jemand fragte (Runa?) - ich mag gern körperliche Auseinandersetzungen, Kampfsport, Ringen mit meinen Kindern, als Kind habe ich mich viel "geprügelt", aber mich hat schon in der Grundschule dieses Kriegspielen ganz kribbelig gemacht, bei dem Leute sich hinter irgendwas verschanzen und dann virtuell schießen.


    Schneeballschlachten und Wasserbomben gehen komischerweise, die sind in meinem Gehirn offenbar ganz klar mit einer Kinderwelt verknüpft und stehen ohne Verbindung zu "ernsteren" Gefahren.


    Ich ducke mich aber auch unwillkürlich hinter den Johannisbeeren, wenn hier ein Tiefflieger durchrast.


    Solange ich meine Kinder von Lasertag und Co. fernhalten kann, ohne sie allzu stark einzuschränken, dann tue ich das. Aus Rücksicht auf meine eigenen Gefühle.


    Gruß,

    F