Beiträge von Flickan

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    Ich war hier (additive Gesamtschule) ein paar Jahre in der Eltenkonferenz und habe da hautnah mitbekommen, wie der Realzweig echt das Stiefkind war. Extrem hoher Stundenausfall, Leitung über viele Monate krankgeschrieben. Das war eben so. Hat niemanden groß interessiert. Niemals würde ich meine Kinder hier auf den Realschulzweig schicken, gerade weil ich die Schule so gut kenne

    Flickan , hier gibt es ja kaum noch reine RS... Trend zu all-in-one, von allem H- und R-, Gym darf natürlich extra.


    edit wegen Gym: es gibt hier schon das ein oder andere, das den Ruf hat, eher elitär zu sein, aber insgesamt hab ich eigentlich so gar nicht den Eindruck, dass auf dem Gym besonders viel Druck herrscht. Hatte ich allerdings vor zig Jahren mit G9 in Bayern auch nicht (da hab ich aber nur Klassen 10-13 mitgemacht) - von den Erzählungen der Eltern aus Bayern heutzutage aber schon eher...

    Wir sind ja quasi Nachbarinnen, und ich teile Deine Erfahrungen: Kein besonders großer Druck auf den Gymnasien, auch bei G8 nicht (was eine Große ja gerade mit dem Abi beendet). Und genau, eben keine reinen Realschulen mehr (ist das nicht sogar Vorgabe des Landes?), sondern immer kombiniert mit Hauptschulen. Mag für Hauptschüler*innen sinnvoll und gut sein, für Kinder, die zwischen Gym- und Realniveau liegen, leider eher nicht, da tendenziell Unterforderung.


    Den Begriff „kooperierende oder additive Gesamtschule“ liebe ich ja. Ist die Schule meiner Töchter ja auch. Gesamt ist da nur, dass alle Schulen auf dem gleichen Campus liegen. Aber die Grenzen zwischen den Schulformen sind immens, sichtbar und gefühlt. Totale Verarschung, sorry.

    Gwynifer, genau, das denke ich auch. Und ich werde echt wütend, wenn ich sehe, wie es hier läuft. Dass Kinder auf die Realschule wechseln, weil sie gerade in der Pubertät stecken, andere Sorgen als Schule haben, krank sind etc. Und gerade einfach ein bisschen individuellere Förderung bräuchten, zum Durchatmen. Gibt es nicht, hier vermeiden alle um jeden Preis Realschulen. Weil sie demotivieren und leider keine Lobby haben.



    Mich irritiert ja oft, wenn geschrieben wird, dass „sensible, perfektionistische“ Kinder vom Gymnasium überfordert sind bzw. dort nicht zurechtkommen. Meine Erfahrung ist eher, dass genau diese Kinder, sofern eben kognitiv leistbar, gerade dort am besten untergebracht sind. Mag aber auch daran liegen, dass hier in unserer Region Realschulen quasi „Resterampen“ sind, totaler Mist. Kaum motivierte Lehrer, abgezogene Stunden, schlechtere Ausstattung, problematische Klassenzusammenstellung. Gerade meinen echt empfindlichen Sohn würde ich auf keine Realschule hier in der Nähe schicken, würde es auf dem Gym eng werden, dann lieber Wiederholung. Sein bester Freund ist auf Real gewechselt, total netter, kluger, aber chaotischer Junge. Jetzt schlechtere Förderung und schlechtere Noten als auf dem Gym. Da läuft, zumindest hier in Hessen, echt was schief. Mein Sohn hat gerade gestern thematisiert, wie sehr in diese Bildungsungerechtigkeit stört.


    Ich wünsche mir hier gute, fördernde Realschulen oder IGS. Gibt es hier nicht


    Edit: Ist aber sicher sehr stark bundeslandabhängig, in Bayern zum Beispiel sieht es sicher anders, besser aus?

    Vielleicht bin ich einfach sehr einfach gestrickt, aber wenn die Lehrkräfte das Gym empfehlen - was spricht denn dann dagegen? Gymnasien sind nicht die elitären Leistungsschmieden, vor denen manche Angst haben, sondern letztlich auch nur ganz normale Schulen. Und falls Deine Tochter irgendwann tatsächlich überfordert sein sollte, kann sie immer noch wechseln. Aber jetzt schon Angst vor einer möglichen Überforderung zu haben - da könnt Ihr Euch ja auch echt einiges verbauen?


    Meine drei sehr unterschiedlichen Kinder sind alle auf Gymnasien, und alle sind ganz normale Schülerinnen/Schüler. Bei meinem Sohn wundert es mich ehrlich gesagt irgendwie schon, dass er es so ganz ohne Wiederholen schafft :D Er schafft es immer irgendwie, kaum Arbeitsaufwand, mittelmäßige Noten, aber irgendwie Spaß. Und einige Fächer, die doch spannend sind. Die Große macht jetzt ein doch erstaunlich gutes Abi dafür, dass sie auch nie viel gelernt hat (anscheinend echt eine 1 vorm Komma), die Kleine ist wahrscheinlich am begabtesten, hat aber gerade andere Baustellen als Schule.


    Will sagen: macht es doch einfach. Wie sich wer entwickelt, lässt sich eh nicht vorhersagen. Aber es gar nicht zu probieren , ist doch irgendwie auch keine Lösung.

    Naja, meine Kinder sind ja auch alle schulpflichtig, also genau wie Deine entweder in der Schule oder in der Videokonferenz. Wo ist da der Unterschied zwischen unseren Kindern? Und wenn sie es vorher nicht schaffen oder keine Lust haben, essen sie Müsli oder Brot oder sowas, ist doch auch vollkommen in Ordnung. Und hungrig sind wir Eltern mittags auch, hungrig kochen ist auch kein Beinbruch.


    Mein Vorteil ist momentan, dass ich viel seltener im HO bin als der Vater der Kinder. Ich sehe Mann und Kinder als fähig genug, mittagsesstechnisch selbst für sich zu sorgen und das untereinander abzusprechen. Und „vor Corona“ haben das die drei Kinder tatsächlich alleine übernommen - nicht immer perfekt, aber doch gut genug. Ich sehe mich als Mutter da nicht (mehr) in der Rolle, deswegen irgendwie ein schlechtes Gewissen zu haben. War aber ein Lernprozess.

    Hier kocht - wenn im Homeoffice - auch der Mann und ich hoffe eigentlich, dass er es mal aufgibt. Oder: sich mal was Neues einfallen lässt. Oder: mal Gemüse dabei verwendet #angst

    Hier drei Kinder, alle etwas jünger als Deine, und ich koche nie

    Bei dir klappt das, das ist ja auch schön, hier gehen die Kinder in die Schule bzw. haben Videokonferenzen nach Stundenplan: die könnten erst nach 14 Uhr anfangen zu kochen. Sind dann aber selbst hungrig.


    Es gibt zahlreiche Gründe, warum "ich muss nicht kochen" nicht klappt. Ja, ich muss auch nicht immer kochen und die Welt geht auch von 5x Frikadellen plus Kartoffeln nicht unter, aber...

    Ich kann das wirklich null nachvollziehen, sorry, zumal Deine Kinder doch quasi erwachsen sind? Hier drei Kinder, alle etwas jünger als Deine, und ich koche nie. Wirklich nie. Entweder der Mann kocht oder eines der Kinder. Und es zu tun und es nicht zu wollen bzw. sich deswegen vor sich selbst oder anderen in irgendeiner Form rechtfertigen zu müssen - verstehe ich nicht. Nicht 2021 und noch weniger bei zwei Erwerbstätigen und drei erwachsenen Kindern.


    Edit: Für mich fällt das übrigens auch nicht in die Kategorie „witzige Anekdoten mit dem Ehedings“, nochmals sorry.

    Ich kann vielleicht nix wirklich sinnvolles beitragen - nur, dass meine große Tochter, mit fast 7 eingeschult, eben auch etwa bis 7 alle Buchstaben benennen konnte - sie aber einzeln nacheinander aufgesagt und sie nicht zusammengezogen hat. Das hat mich damals total kirre gemacht.


    Und Bobby wird/ist ja auch gerade erst 7?


    Mir wurde damals erklärt, dass dieses Zusammenziehen von Buchstaben so ein Synapsending sei, was von selbst komme - wie das Trockenwerden. Bei manchen früher, bei manchen später. Wäre sie ein Jahr früher eingeschult worden, ich will gar nicht wissen, welche Sorgen ich mir dann gemacht hätte. So ging es dann.


    Ich würde echt noch zuwarten. Was Du schreibst, klingt nach einem netten, aufgeweckten Kerl. Wobei ich auch nicht gleich von Hochbegabung sprechen würde (mich aber eh immer wundere, dass das ja irgendwie alle Kinder zu sein scheinen?) Doof ist nur, dass die Lehrerin so gar nicht mitzieht....#hmpf Hat er vielleicht noch einen anderen Lehrkörper, den Du mit ins Boot holen könntest?


    Bei meinem Sohn hieß es irgendwann in der Grundschule, er müsse unbedingt ins Rad der Diagnostik, weil er schulisch eher langsam war, dafür aber wirklich alle Fußballtabellen auswendig konnte. Alle Ergebnisse der Bundesliga quasi seit deren Start. Weiß, dass Ulm irgendwie der erste deutsche Meister war. Stundenlang Matchboxautos farblich sortiert hat. Meine Schwester ist Schulpsychologin, und wir haben uns dann mit ihrem Rat dagegen entschieden. Sind nicht ins SPZ. Er ist immer noch eigen, schafft erstaunlicherweise das Gymnasium, ist nicht in der Schublade Hochbegabung, aber er ist auch nicht blöd, sondern einfach er selbst.

    Meine große Tochter hat sehr bald nach Beginn der Periode viel herumexperimentiert, sie hat sich sehr schnell sehr gut mit Tampons gefühlt. Tassen hat sie auch probiert, aber ist damit nicht klar gekommen. Jetzt ist sie fast 18 und „Tampons kommen mir nicht ins Haus“ war noch nie ein gängiger Weg für mich, auch unsere Kinder dürfen für sie wählen, was gut für sie ist. ^^


    Die 14jährige hat noch nicht so lange ihre Periode, traut sich aber an Tasse und Tampons nicht heran, glaube ich, glauben deshalb, da ich nicht ihre erste Wahl bin bei Gesprächen zu dem Thema. Sie ist auch extrem schmal gebaut, ob das eine Rolle spielt? Jedenfalls kommt sie mit Binden anscheinend sehr gut zurecht.


    Warten, bis die Periode startet, das ist alles so individuell!

    Die beiden 14jährigen bekommen 25 Euro im Monat; davon müssen sie das bezahlen, was wir als reinen Luxus betrachten - mein Sohn zum Beispiel seinen 14tägigen Friseurbesuch, seine Schwester bezahlt davon spontane Shoppingausflüge mit Freundinnen. Die 17jährige bekommt momentan gar kein Taschengeld, aus Wut (ich neige zur Impulsivität) habe ich den Dauerauftrag mal gestrichen und keinem fällt das auf. Sie verdient aber selbst über 400 Eurp durch ihren Nebenjob. Kommt also zurecht ^^


    Alle drei bekommen ihr Prepaid-Guthaben bezahlt, Klamotten, Schulkram, Ausflüge, auch den Führerschein (waren bei der Großen nun 2400 Euro). Deswegen eben wenig Taschengeld. Gespart wird hier nix, sie haben aber auch keine Familie, die Geld schenkt oder so.

    diejenigen, die das nicht oder kaum machen: mich würde interessieren, ob ihr vor den kindern alleine urlaub gemacht habt.


    ich mache (auch) alleinurlaub, seit ich 15 bin. es wäre seltsam gewesen, damit aufzuhören, bloss weil ich irgendwann kinder bekam. wenn jemand aber immer familienurlaub gemacht hat, wäre es vielleicht ebenso seltsam, das plötzlich zu ändern und allein wegzufahren.

    Ich habe noch nie so wahnsinnig gerne Urlaub gemacht; auch mit den Kindern mache ich es eigentlich eher für die Kinder; und da mein Mann und ich in den Schulferien meist getrennt Urlaub nehmen (bis auf den Sommer) fährt er dann auch meistens mit den Kindern weg. Er kann das besser :)


    Was ich schon immer mal machen will: Alleine an die Nordsee; ganz alleine; aber der Weg ist weit, da muss ich dann mindestens eine Woche bleiben, damit es sich lohnt; und irgendwie ist mir meine wenige Zeit mit den Kindern zu kostbar, um Tage meiner 28 Urlaubstage nur für mich „zu verschwenden“, weil diese Tage habe ich dann ja weniger für sie.


    Also, mit mehr Kindern und durch Berufstätigkeit eingeschränkte Urlaubstage und speziellen Zielen finde ich es ok, momentan darauf zu verzichten.


    Edit: Die Zeit, wenn mein Mann mit den Kindern unterwegs ist, ist für mich wie Urlaub. Abends aus dem Büro kommen und machen, was ich will. Ruhe. Im Oktober ist es für eine Woche wieder so weit. Mein Urlaub. ^^

    Wir haben das nicht. Ich könnte das auf das Alter der Kinder schieben und darauf, dass eben andere Dinge ihnen wichtiger sind als Familienrituale. Aber daran liegt das nicht, wir hatten auch schon mit kleineren Kindern kaum so feste Traditionen. Ich auch schon in meiner Kindheit nicht und habe das immer als große Freiheit empfunden. Andere mussten Punkt 18 Uhr zum Abendessen zu Hause sein, wir nicht, wir durften abends viel länger draußen spielen. Und das war keine Vernachlässigung oder Bequemlichkeit meiner Eltern.


    Auch wir haben kaum gemeinsame Mahlzeiten, dazu sieht der Alltag der Kinder und Eltern zu unterschiedlich aus. Ich achte darauf, Individualzeit mit jedem Kind zu verbringen, das finde ich eigentlich am wichtigsten und wird auch stark nachgefragt.


    Ansonsten schläft hier das eine Kind momentan gerne bis mittags, ein anderes steht früh auf und geht auch gerne früh ins Bett. Das geht gerade alles und ist ein Vorteil der jetzigen Ausnahmesituation. Da sehe ich es nicht ein, zwanghaft zu vergemeinschaften, wenn individuelles Verhalten doch gerade wichtig und auch möglich ist. Zwang kommt schon wieder früh genug

    Liebe Raben,


    aus aktuellem Anlass geistert eine Frage in meinem Kopf herum. Vielleicht könnt ihr sie beantworten.

    Wie arbeitet man, wenn man chronisch krank ist?

    Ich finde die Frage so pauschal, dass sie sich gar nicht beantworten lässt. Es kommt ja immer sehr auf die Erkrankung und die beruflichen Anforderungen an; es kann sein, dass eine chronische Erkrankung in bestimmten Berufen zu gar keinen Ausfällen/Einschränkungen führt, andere chronische (besonders die degenerativen) Erkrankungen verhindern so gut wir alle Erwebstätigkeiten.


    Klar ist, AG möchten, dass Arbeiten erledigt werden; es können aber auch andere Überlegungen dazu führen, dass zum Beispiel AN mit Schwerbehinderung sich für AG durchaus „rechnen“, unabhängig von ihrer Arbeitsleistung; das wurde hier ja bereits angesprochen.


    bei mir steht stark der Verdacht einer degenaritiven, lebenszeitverkürzenden Erkrankung im Raum. Auch wenn es hart klingt: Ein paar Jahre könnte mein AG daraus klar einen Nutzen ziehen....

    Haha, wegen schlechter Mutter: Ich erinnere mich an sehr entsetzte Einlingselternblicke, als meine Zwillinge in der Kleinkindzeit gerne mal von Rutschen gefallen sind. Weil ich (oder der Vater oder die Kinderfrau) eben nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein konnten, 1jährige aber eben gerne gleichzeitig auf Spielplätzen alles mögliche ausprobieren wollen.


    Nun ja, sie haben all die Stürze überstanden ^^

    Wir hatten damals einen Zwillingsbuggy, damit war ich doch recht schnell. Aber klar, es gab immer schwierige Situationen, zumal wir die Schwester immer in der Kita abholten mussten und hier Straßen überqueren mussten. Ich denke, sie haben dann einfach recht früh schon gelernt, dass es Situationen gab, in denen sie „funktionieren“ mussten, und Straßenverkehr etc gehört da eben dazu.

    Theoretisch lässt sich das nicht entscheiden, Tipps sind da immer schwer - besonders von Leuten, die selbst keine Zwillinge haben. Wir haben das immer situativ entschieden, die Zwillinge waren in einer Kitagruppe, auch in einer Grundschulklasse. Es hat hat gepasst, aus verschiedenen Gründen, durchaus auch praktischen. Seit der 5. Klasse sind sie in verschiedenen Klassen, sogar verschiedenen Schulen, einfach, da sie sich für verschiedene Schwerpunkt entschieden haben. Klar ist das jetzt mehr Aufwand, aber das ist es bei Geschwister-Einlingen ja auch.