Beiträge von Ernie

    Flocke, eine Bekannte von mir hatte das Problem, dass ihr autistisches (ist für die Begründung wichtig) Kind mit dem Bus fahren sollte. Der kürzeste Schulweg führt aber mit der Straßenbahn und Umsteigen über den zentralen Knotenpunkt. Deswegen ist der Junge bei einer Kontrolle ohne gültige Fahrkarte angetroffen worden - weil der Bus außerhalb des Rings, für den die Schülermonatskarte galt, fuhr.

    Beide waren wie vom Donner gerührt - meine Bekannte konnte aber nach vielen Telefonaten mit dem Schulamt (glaube ich) und der Vorlage eines ärztlichen Attestes eine Ausweitung auf den nächsten Ring erreichen. Allerdings nur ausnahmsweise.

    Ich hätte auch gerne, dass meine Kinder mit dem Bus fahren, wir haben aber nur einen Ring bekommen, der die Bushaltestelle nicht umfasst, weil der kürzere Weg auch mit einer anderen Verbindung wäre. Ob das für das Kind machbar und sinnvoll ist, ist hier nicht die Frage - und ich bekomme keine Erweiterung.

    Auch an unserer Grundschule sind Fahrkartenanträge abgelehnt worden, obwohl die Mutter der Auffassung war, der Weg sei deutlich über zwei Kilometer.


    Soll heißen: So selten ist das Problem wohl nicht. Ich würde es noch einmal hartnäckig probieren, mit Schreiben von der Schule, dass Wegstrecke und kürzeste Entfernung zum Schulgelände nicht übereinstimmen...

    Soll heißen: Wenn sich das geändert hat, sobald es mehr als er und der Freund waren, dann ist eventuell einer "Publikum" gewesen. Entweder ihr, damit ihr sehen sollt, wie lustig er doch mit seinem Freund spielen kann. Oder der Freund, damit er ... irgendwas (das wäre jetzt zu spekulativ und wahrscheinlich falsch) sehen konnte.

    die Beiden können toll mit einander spielen und haben sie gestern auch getan, bis die Luft draussen war und Langeweile aufkam. Unser Sohn hat dann versucht die Langeweile mit Lustig sein zu überbrücken. Leider konnte ich den Freund nicht nach Hause schicken, weil die Mutter arbeitete und abgemacht war, dass er bis 18 Uhr bei uns bleibt.

    Dann hast du ja schon einen Ansatz :)


    Entweder Spielverabredungen etwas kürzer halten, soweit sich das planen lässt. Und dann Freunde "nur" von zwei bis fünf - oder sowas in der Richtung - einladen.


    Oder etwas stärker den Nachmittag rhythmisieren - eine "Kaffeepause" einplanen und alle um halb vier zu Keksen und Apfelschnitzen zusammentrommeln. Auch wenn sie dann ein schönes Spiel unterbrechen müssen. Alternativ vorher drinnen und nachher draußen spielen - sowas in die Richtung.

    Was meinst du mit "Aber weiss er auch, was er tun soll?" und "welche Alternativen habt ihr versucht ihm beizubringen"

    Naja, es liest sich so, als hättet ihr versucht, dieses Verhalten zu unterbinden. Nicht mehr rülpsen, nicht mehr pupsen - das einfach weglassen. Kann ich zunächst auch irgendwie verstehen - ich bin ja schon vom Lesen genervt ;)


    Aber was bleibt denn von einem Clown, wenn er nicht mehr Clown ist? Wenn er sich das "Lustig-sein" angewöhnt hat als seine Art auf Menschen zuzugehen, dann kann er das wohl nicht "einfach so" weglassen. Denn: Was soll er denn stattdessen tun? Wie kommt er an positive Bestätigung durch den Freund...


    Geh doch in Gedanken noch einmal den gestrigen Nachmittag durch... was haben die beiden denn gespielt? War dein Sohn auch "lustig", wenn außer dem Freund gerade niemand zugeschaut hat? Oder konnten sie ganz normal spielen?

    Soll heißen: Wenn sich das geändert hat, sobald es mehr als er und der Freund waren, dann ist eventuell einer "Publikum" gewesen. Entweder ihr, damit ihr sehen sollt, wie lustig er doch mit seinem Freund spielen kann. Oder der Freund, damit er ... irgendwas (das wäre jetzt zu spekulativ und wahrscheinlich falsch) sehen konnte.


    Eine meiner Töchter hat sich auch eine Zeitlang so "überalbern" verhalten. Also wenn ihre Freundin anwesend war, besonders affektiert gesprochen, besonders laut gekichert, besonders ungeschickt angestellt, wenn sie zusammen Hausaufgaben machen sollten.

    Die beiden haben sich auch gegenseitig so angestachelt, dass sie beide allein von der Anwesenheit der anderen dann völlig überdreht waren. Einfach nur zu sagen "das nervt", hätte jetzt nichts geholfen, da lief der Film nämlich schon...


    Ein kleines bisschen geholfen hat:

    Etwas Ernsthaftes machen. Hier: Kuchen backen. Da kann man nicht die ganze Zeit rumkaspern, denn sonst wird der Kuchen ungenießbar. Es dauerte ein bisschen, denn sie waren so aufgedreht, dass sie das Rezept nicht richtig lasen und dann hysterisch über ihre Lesefehler kicherten. Aber als der Kuchen dann (einigermaßen) gelungen war, waren sie sehr stolz. Echt stolz, nicht aufgedreht stolz :)


    Körperliche Betätigung, bzw. Auspowern: Runde um Runde auf dem Trampolin hat echtes Toben unterstützt - die überschüssige Energie konnte an der richtigen Stelle raus. Es war nicht mehr nötig, dann die ganze Energie, die ins "Lustig-Sein" ging, in Pupsen und Rülpsen umzusetzen.

    Ich habe auch bei manchen Besuchen geregelt, dass z.B. nur draußen gespielt wurde. Von drinnen durfte man nur was holen und musste dann wieder raus. Das hat übertrieben albernen Rollenspielen vorgebeugt und die Schwestern geschont, die sonst auch mal ihr Fett abgekriegt haben im Eifer des Gefechts.


    Andere Freunde treffen ^^ : Das gebe ich nicht gerne zu. Aber das Verhalten war mit Klassenfreundinnen sehr viel ausgeprägter als z.B. mit manchen Nachbarskindern. Ich hab dann mehr Verabredungen mit Kindern unterstützt, mit denen auch meine Tochter sich natürlicher verhielt.

    Das ist keine Schuldzuweisung. Es war nie das andere Kinder alleine für das hysterische Rumgehibbel verantwortlich, sondern es war ein dynamisches Geschehen. Und dann durften halt die Kinder aus den "natürlicheren" Konstellationen auch mal übernachten. Und die anderen halt nicht. Mit ehrlicher Begründung.


    Und dann, in Ruhe, abends, das Verhalten thematisiert. Nicht gefragt: "Warum machst du das?" - das hätte das Kind ja nicht beantworten können.

    Aber schon schildern, warum der Umgang mit überdrehten Kindern so anstrengend ist und ich keinen Rülpser als Antwort auf irgendwas haben will...

    Auto abstellen am mittleren Graben oder am Schwall, da muss man ein bisschen Glück haben, aber eigentlich findet sich schon fast immer einen Parkplatz, mit Parkschein.

    Von dort aus rein in die Altstadt, da durch bummeln, dann am mittleren Graben entlang am Fluss in Richtung Puppenkiste und in die roten torwall Anlagen. Da gibt es den Jim Knopf Spielplatz, der ist sehr beliebt, und direkt daneben den städtischen Kräutergarten, den ich sehr besonders finde.

    Pamela : Ich fand ein paar Seiten weiter vorne deine Frage so nett. Also wirklich nett - deswegen möchte ich noch schnell antworten: Ich habe festgestellt, dass meine beiden Kinder, die schon in der Schule sind, sich damit schwer tun, die Aufgabenstellungen zu lesen. Also - kennnste vielleicht noch? Ich kenn das von mir auch noch: "Da stehen doch Zahlen, dann muss man halt das machen, was man sonst immer mit so Zahlen tut. Häh, wie jetzt, nicht?"

    Also (solltest du mit deinem Kind Hausaufgaben machen): Immer zuerst die oberste Zeile lesen. Sich das angewöhnen, dass man das immer tut und erklären, warum es wichtig ist. Meine Viertklässlerin tut sich damit immer noch schwer, die fällt auf den gleichen Sums rein wie ich früher.


    Und dann für später - ich denke, die Mathelehrer werden noch stärker als bisher das Kontextualisieren üben. Ich habe meine Kollegen ausführlich zu dem heurigen Mathe-Abi befragt und auch die Aufgaben gelesen, genauer denn je, denn zum ersten Mal hab ich selbst überhaupt mal die Aufgabenstellung verstanden. Meine Kollegen gaben etwas zähneknirschend zu, dass dieses "Text-in-Mathe-übersetzen" - dann "Rechnen" - dann "Zurückübersetzen" doch manchmal aus Zeitgründen nur aus "Rechnen" besteht.

    Aber eben - früh übt sich. Wer schon in der Grundschule sich angewöhnt, dass die Aufgabenstellung ein Teil der Aufgabe ist - tut sich vielleicht leichter?

    Es wäre doch aber von Seiten der Lehrer durchaus möglich, gar nicht erst an Fenstertagen oder am Tag vor Ferienbeginn eine Schulaufgabe zu schreiben. Das fühlt sich für mich an wie einen Provokation, oder ein "hah! wenn wir schon arbeiten müssen, werden wir euch auch verpflichten zu kommen". Mir ist klar, dass das in den meisten Fällen nicht der Fall ist, aber so fühlt es sich eben an.

    DAS wiederum finde ich inakzeptabel. Es unterstellt Lehrern Motive, die ich unangemessen finde. Da hilft auch der einschränkende Satz nicht viel. Ich empfinde es als Schülerinnenmutter auch ganz anders: Wenn wir schon nicht frei haben, dann möchte ich bitte auch nicht so ein halbgares "Wir drücken uns vor der Arbeit"- Getue mit Schulfest oder Pausenhof-Aufräum-Aktion am Brückentag. Klar, da liegt dann schon irgendwann die Frage nahe, ob man den nicht besser in "echter" Freizeit verbracht hätte.

    Es hat sich eine Sichtweise eingenistet, die nicht mehr: "Cool - wir haben einen Tag weniger Schule", sondern: "Die Schule klaut uns einen Tag Ferien, auf den wir ein (gefühltes) Recht hätten" aussagt.


    Nagut, ich bin auf die Provokation, die der Schule Provokation unterstellt, voll angesprungen #cool .

    Naja, wie gesagt, wenn es um einen regulären Tag Schule ginge, wäre ich da total entspannt. Ich kann auch nachvollziehen, wenn Eltern Familienbesuche im Ausland lieber VOR Beginn der Schulferien antreten würden, um bezahlbare Flugtickets zu ergattern. Das ist total nachvollziehbar.


    Und das ist alles für mich kein Problem - wenn es nicht darum geht, dass an dem Tag ein angekündigter und nachzuschreibender Leistungsnachweis stattfinden würde. Da sehe ich als Einzelperson, dass die Grenzen der betroffenen Familie und meine eigenen Grenzen kollidieren. Und läge es dann in meinem Ermessen, würde ich mich zurücknehmen, wenn... es um ein Projekt geht, das inhaltlich an die Schule anknüpft (weil jemand weiter oben "Jugend forscht" genannt hat). Oder um ein spontan eingetretenes und nicht verschiebbares Ereignis (als erstes fällt mir jetzt leider nur so etwas Unschönes wie eine Beerdigung ein). Oder vielleicht auch... ein Sportwettkampf auf hohem Niveau. Dann würde ich es eventuell so verstehen, dass mein Teil Anteilnahme am Lebensweg meiner Schüler darin besteht, sie zu unterstützen, dass ich ihnen da die Steine aktiv mit aus dem Weg räume und wenn es nur darin liegt, eine Nachholschulaufgabe zu erstellen.

    Aber dieses Familientreffen ist aus lauter weniger zwingenden Gründen so geplant worden. Wie gesagt, alle Gründe menschlich total nachvollziehbar, dass man draußen spielen möchte, dass sonst nur Ostern übrigbleibt, die Ferien sich nicht überschneiden etc.

    Aber man kann leicht ein System kritisieren und es ablehnen und es nicht persönlich genommen wissen. Am Schluss landet es ja doch bei mir persönlich - und ich würde in diesem Fall dann meine Grenze wahren und vom System auch geschützt wissen. Das ist dann auch nicht persönlich, ICH hab ja auch nicht erfunden, dass man an dem Tag Unterricht machen muss.


    Wenn im Übrigen die Familie an mich herantreten würde und sagen, dass sie lieber die Note 6 und den Verweis wegen unentschuldigten Fehlens nehmen würden, würde ich das überhaupt nicht persönlich nehmen, denn dann hätte die Familie ja selbst die Konsequenzen übernommen.

    Ich finde Ponys Gedanken schon interessant - aber mehr so als Erklärung, warum sie das Schwänzen als legitimiert ansieht und die Sechs als Lösung billigend in Kauf nehmen würde.

    Allerdings: Schon beim Gedanken, dass die mühsam erarbeiteten Noten jetzt durch eine "Sechs gegen das System" ergänzt würden... rollt es mir die Zehennägel auf. Das stellt dann doch die ganze Arbeit, die man sonst in die Schule steckt und stecken muss, in Frage - und ich fände es keine angemessene Botschaft dem Kind gegenüber. Nicht, weil man dem Kind suggeriert, die Schule sei nicht so wichtig. Sondern weil in meiner Familie die Botschaft wäre: Ich setze einen von den Eltern gemachten Termin über das Wohl des Kindes. Das Kind fühlt sich nämlich wohler, wenn es nicht gerade eine Sechs kassiert. Aber jetzt leben wir auch sehr systemkonform :) .


    Ich habe überlegt, was ich wohl als Fachlehrerin gemacht hätte, wenn mich eine Familie direkt angesprochen und um eine Befreiung gebeten hätte - das macht aber an meiner Schule nur das Direktorat. Und ich habe für mich als Lehrerin bemerkt: Ich kann menschlich gut verstehen, dass ein Familientreffen wichtig ist und würde wegen einer verpassten Unterrichtsstunde nie und nimmer ein Fass aufmachen. Ich finde tatsächlich auch, dass sich manche meiner Kollegen schon sehr wichtig nehmen. ;)... Wenn aber an dem Tag eine Schulaufgabe stattfindet, die nachgeholt werden muss, dann würde das bedeuten, dass ich durchaus relevant Extrazeit investieren muss, um mir einen Ersatz auszudenken. Je nachdem, um welches Fach es geht und wie erfahren die Lehrkraft ist, bedeuten das einige Stunden Arbeit, die ich sonst nicht hätte. Wenn ich die Befreiung genehmige, geht das also absolut auf meine Kosten. Und das würde ich nicht wollen. Deswegen würde ich nicht befreien, wenn ich persönlich gefragt würde. Und wenn die Schulleitung hinter meinem Rücken die Befreiung ausstellen würde, wäre ich stinkesauer.

    Ignorant, naiv, blauäugig und frech sind vier ganz unterschiedliche Dinge.

    Ich habe drei Formulierungen geschrieben, die ich alle drei besser passend finde.

    Von diesen vieren hier passt wohl am besten noch "naiv" - denn offensichtlich hat Jettes Familie halt gedacht, das sei ja nicht so tragisch und die Schule würde sich "da ja wohl nicht so anstellen". Nun ja, falsch eingeschätzt. Kann passieren, ist passiert. Bei der Verabredung für das nächste Treffen werden sie vielleicht stärker darauf dringen, dass in Bayern an den Brückentagen ganz normal Unterricht inklusive Schulaufgaben ist.

    He, Sarsaparille - das sind aber harte Worte.

    Ich habe ja in der Sache ähnlich geschrieben wie du, aber ich würde das jetzt nicht als unheimlich doof bezeichnen. Vielleicht als falsch eingeschätzt, zu sehr auf die leichte Schulter genommen, die Verbindlichkeit der Schule unterschätzt...


    Aber zu sagen "wie unheimlich doof ist das denn" ist schon sehr verletzend. Zumal Jette sich gegenüber meiner Anmerkung von weiter oben sehr defensiv und höflich verteidigt hat.

    Jette - darf ich nur mal vorsichtig anmerken, dass ihr sehr bewusst ein Familientreffen geplant habt - also nicht vorgegeben von außen durch einen 137. Geburtstag mit Geburtstagsdatum und von jemand anderem geplant - obwohl ihr wusstet, dass es in Bayern eher streng gehandhabt wird mit Befreiungen an Brückentagen. Und wenn es ein "einfach so"-Datum ist, ein praktisches, weil man ja ein langes Wochenende hat, dann habt ihr da offensichtlich das Restrisiko unterschätzt, dass das für die Schule ein ganz normaler Arbeitstag ist.


    Also nur, um den schwarzen Peter jetzt mal nicht ausschließlich den Lehrern, der Schulleitung oder anderen zuzuschieben...


    Ja - und ich nehme notfalls auch gerne den Hinweis, dass ja an Schulen an Brückentagen eh nichts gemacht wird. Stimmt. Leider - damit untergraben die Schulen ihre eigenen Vorgaben meiner Meinung nach. Dass man ein schwierig zu organisierendes Familienfest ungern gegen Schulhof-Aufräumen-bis-elf-Uhr-zwanzig eintauscht, ist klar. Die Schule von Jettes Kindern tut das offensichtlich nicht, sondern nimmt den Tag als das, was er ist: Ein Arbeitstag.

    Omega- meinst du mich? Ich hab parallel an meine Kindheit in Niederbayern gedacht. Da wars schön - als Kind. Später nicht mehr so. Deswegen völlig losgelöst von politischen Systemen, Zugehörigkeiten etc. - meine Kinderbrille hab ich noch. Und geb sie auch nicht her - aber ich wundere mich manchmal, welche Dinge ich als selbstverständlich und unverrückbar hingenommen habe als Kind. Schlimmes nicht schlimm fand und Schönes manchmal nicht zu schätzen wusste. Weil ich die Erwachsenenwertungen erst mit dem Erwachsenwerden dazu gelernt habe...

    Darf ich in dieser Idylle bitte mal rumpfuschen? Wieviel Idylle war, weil es Idylle war. Und wieviel, weil du KIND warst? Mit Kinder- anstatt Erwachsenensorgen.


    Welche Berufe im Umfeld meiner Eltern vertreten waren, weiß oder wusste ich zwar. Aber es war mir egal - weil sie halt die Eltern meiner Spielfreunde waren. Und die einen hatten einen Hof. Und die anderen ein Haus. Und andere wohnten über dem Supermarkt oder im runtergekommenen "Schloss" bei uns im Ort - DAS fand ich hammerspannend. Ist die Frage nach Beruf und Wohnort der Eltern nicht eine typische Erwachsenenfrage?

    Als meine Mutter mal über ein Mädchen sagte, mit dem sähe sie uns nicht so gerne spielen - die sei so laut - da wusste ich überhaupt nicht, was gemeint war, weil das in meinen Kindermaßstäben nicht vorkam, so laut.


    Das ist jetzt nur ein Beispiel - auch zu Schule, Schwimmkurs, Lehrern etc. fällt mir ähnliches ein: Das ist eine Kinderbrille, die du da aufhast. Kinderbrillen sind schön und hübsch und bunt - schöne Kindheiten auch. Aber wärst du zur Zeit deiner Kindheit erwachsen gewesen, hättest du manche Dinge vielleicht auch anders gesehen...

    Wir machen das auch so - Kinder aufs Klo, bevor wir ins Bett gehen.

    Ziemlich lange haben wir genau so überlegt wie du jetzt - an der Mittleren herum. Die aber ohne Klo um elf dann entweder um fünf wach war - oder aber ins Bett gepieselt hat. Ohne Klogehen immer. Mit Klogehen manchmal. Was HAB ich Bettwäsche gewaschen. Im Laufe der Zeit kam nicht immer was, wenn wir sie um elf noch aus dem Bett gepflückt haben. Dann kam nichts und sie wehrte sich. Dann kam nichts, wir ließen sie - und sie schlief trotzdem zunehmend länger. Jetzt schläft sie seit ungefähr einem Jahr, ohne dass wir sie nochmal bringen... man könnte es Erfolgsstory nennen :D


    Edit: ich wollte noch hinzufügen, dass wir das mit der Jüngsten jetzt auch so machen - die wird im Winter fünf und wir setzen sie jeden Abend aufs Klo. Ohne geht es noch nicht - aber wir sind auch da zuversichtlich, dass sich das einfach verwachsen wird im Laufe der Zeit - man braucht ja ganz oft einfach bloß ein bisschen mehr Zeit als man so denkt als Erwachsene :)

    vielleicht liegt das mit an mir, talpa...

    Ich habe zumindest diese Unterscheidung tatsächlich auch explizit getroffen.

    Das liegt daran, dass ich den sexualisierten Teil für echt problematisch halte, alle anderen Vorschriften in meinem Kopf aber unter "sich ausprobieren" laufen könnten von mir aus. Ich habe nichts gegen Baggy-Pants, ich habe auch nichts gegen Jeans, die unter dem Po getragen werden und oben guckt die Shorts raus bei jungs. Ich habe nichts gegen zerrissene Klamotten, nichts gegen Jogginghosen, nichts gegen Gruftis oder Punks.

    Deswegen fällt auch mein Plädoyer für einheitliche Schulkleidung weniger engagiert aus -

    Ok - Ärger wieder weg :)

    Ich glaube, unser Missverständnis (wenn es denn eins war) ist vielleicht aus dem Begriff "angenehm" entstanden? Denn das, was ich bei meinem Beitrag weiter oben meinte, geht über "unangenehm" schon deutlich hinaus - ich würde es nicht nur unangenehm, sondern "kompromittierend" oder vielleicht etwas schwächer "potentiell kompromittierend" nennen. Also es geht mir nicht darum, ob ich es unangenehm finde, weil es nicht hübsch anzusehen ist oder so ähnlich. Sondern mehr um das, was das Hinschauen als mögliche Konsequenzen mit sich bringt - und da geht's nicht mehr um unangenehm, sondern um Dinge, die zu wirklichen Belastungen werden können.

    Deswegen finde ich z.B. Jogginghosen oder extrem tief sitzende Hosenbünde (bei denen die Shorts oben rausgucken) auch persönlich völlig egal und manchmal eher witzig - die belasten mich in keinster Weise - ich seh sie ganz oft nicht mal. Sondern mir geht es halt um Sexualisierendes, dem man sich nicht entziehen kann, wie große Ausschnitte oder um die Kommunikation Einschränkendes wie Mützen.



    Das Beispiel von silecea ist vielleicht ganz gut, um das zu zeigen: Reagieren die Lehrer da wirklich auf die Reize der Sechstklässlerinnen? Oder reagieren nicht vielmehr die anderen Sechstklässler auf diese Reize und ziehen ihre persönlichen Schlüsse, die mit dem tatsächlichen Verhalten der Lehrer gar nicht unbedingt übereinstimmen? Ich fände es durchaus sinnvoll, diesem Gedankenkarussell entgegenzuwirken...

    Das mit dem "keine Kopfbedeckungen" habe ich aber noch nie verstanden. Wenn es so weit geht, dass ich die Augen meines Gesprächspartners nicht mehr sehen kann, mag ich das auch nicht (auch nicht bei Sonnenbrillen). Aber ich sehe selten Leute, die Mützen/Kappen so tief in die Augen gezogen tragen.

    Sabine - ähnlich wie in meinem Fall oben: Du begegnest vielleicht auch den meisten Menschen "auf Augenhöhe" - also im wörtlichen Sinne. Da ist dann der Mützenschirm höher als die Blickachse zwischen dir und deinem Gesprächspartner. Das ist nicht der Fall, wenn dein Gesprächspartner - in diesem Fall ein Schüler - einen halben Meter tiefer guckt als du :) . Und der dann vielleicht sogar noch versucht, deinem Blick auszuweichen - dafür braucht es mit Mütze nur ein minimales Kopfsenken und du siehst die Augen nicht mehr. Und wenn es sich um jemanden handelt, der nicht im 1:1-Gespräch dir seine volle Aufmerksamkeit widmet, sondern einer von vielen, den du bisweilen dazu zwingen musst, dir zuzuhören und mit dir zu denken, ist unverstellter Blickkontakt ein nicht unwesentlicher Indikator.

    Und nicht zuletzt tendieren Schülerinnen und Schüler dazu, über manche Dinge dann ausschweifende Diskussionen zu führen - Schirmmütze nein? Aber warum darf der dann eine normale Mütze? Und wenn ich dann meine Mütze andersrum aufsetze? (Da könnte man dann streng genommen natürlich "ja" sagen - und dann den Rest der Stunde aufpassen müssen, dass die Mütze nicht doch wieder umgedreht wird :) ) - Da sind bisweilen kategorische Lösungen erheblich lebenserleichternd :)


    Sich als SchülerIn mit Blick auf die eigene Kleidungswahl zu fragen, wie man seine Lehrerin in bauchfreiem Oberteil oder den Lehrer mit Maurerdekolleté fände, hielte ich nicht für zielführend. Hier in D besteht Schulpflicht. Ich wüßte nicht, warum zur Teilnahme an einer Maßnahme verpflichtete Schüler und SchülerInnen auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten. Das Lehrpersonal ist doch freiwillig in der Schule, und ihm war sicher vor der Berufswahl bekannt, im Rahmen der Berufstätigkeit auf sehr unterschiedlich gekleidete Menschen zu treffen.

    Das wiederum vernachlässigt doch sehr den Blick darauf, dass es sich bei Schule oft um eine zutiefst menschelnde Angelegenheit handelt.

    Nein, echt, ich hab jetzt schon ein paar Mal mit einer Antwort angefangen - aber ich ärgere mich eigentlich nur. …

    Warum Schülerinnen und Schüler auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten?

    Weil auch Lehrer Menschen sind - sogar obwohl sie freiwillig den Beruf gewählt haben. Und weil wir keine Sklaventreiber sind, gegen die sich die hilflos in der Schule eingepferchten Untergebenen um jeden Preis zur Wehr setzen sollten.

    Es bringt eine Komponente mit in den Schulalltag, die dort nicht unbedingt was zu suchen hat :)


    Denn die großen Ausschnitte sind ja meist nicht zufällig aus Versehen in der Früh aus dem Kleiderschrank gefallen, sondern beinhalten (oft, natürlich nicht immer) bewusst das Spiel mit den eigenen Reizen und den Reaktionen anderer. Aber wer soll dieses Spiel mitspielen - bitte bloß nicht die Lehrer. Nichts ist unangemessener als eine Lehrkraft, die Schülerinnen oder Schülern auf den Busen oder Hintern glotzt.


    Nun - das ist aber ab einer bestimmten Ausschnittgröße schwierig, schon allein von der Situation her: Die Schülerinnen sitzen, die Lehrer stehen (im Normalfall) - und damit ist der Blick von oben in den Ausschnitt fast nicht zu ignorieren. Nichtbeachtung würde in den meisten Fällen wohl bedeuten, die ganze Person zu ignorieren - nicht unbedingt erwünschtes Lehrerverhalten. Rumgehen und helfen (z.B. in Stillarbeitsphasen) heißt, dass man den Schülerinnen durchaus nahe kommt - wenn man in dasselbe Heft so schauen möchte, dass man für Schülerin und Lehrkraft gleichzeitig sinnvolle Kommentare dazu abgeben kann, sollten beide von derselben Seite ins Heft schauen - das heißt im Alltag, dass man der Schülerin über die Schulter schaut. Und wohin schaut? In den Ausschnitt. Oder auf den Hintern, wenn der rausguckt. Oder auf den Bh oder die Brust, wenn da drüber nur ein riesiges Muskelshirt hängt.

    Und sogar, wenn das gar nicht der Fall ist, liegt der Glotzeverdacht immer nahe. Zu nahe, als dass man sich dem als Lehrer aussetzen möchte, denn der Verdacht, dass einer da mit Absicht dann hilft, wenn der Blick in den Ausschnitt lockt, ist einer der schlimmsten und unangenehmsten Vorwürfe, die sich kaum mehr aus der Welt schaffen lassen und böse Konsequenzen haben können.


    Deswegen seufze ich innerlich und versuche halt wegzuschauen. Ich habe aber durchaus Kollegen, die ihr Verhalten dann anpassen, um sich dem nicht auszusetzen und zum Beispiel in den Sommermonaten vermeiden, hinter den Lernenden zu stehen oder sogar durch die Klasse zu gehen. Dadurch hat man aber weniger guten Kontakt zu den Schülern, wenn man vorne an der Tafel festhängt...

    wenn es für dich nicht zu umständlich ist, würde ich vielleicht so After Sun Lotion aus der Drogerie besorgen... ich finde, das muss auch keine teure Marke sein. Ich finde es zur Anwendung besser als die meisten Hausmittel, weil Quark auf Dauer doch eine ganz schöne Schmiererei ist.. den würde ich persönlich vermutlich einmal drauf schmieren und dann wieder runter machen und gut wäre. After Sun Lotion kann man auch mehrfach drauf schmieren.

    Und das Kopfkissen neu beziehen :) wegen rubbeligem Sand...