Beiträge von casa

    E. heute im Bus: "Guten Tag, ich bin E. und will nach M., hier ist meine Fahrkarte."

    Busfahrer: nickt.

    E., lauter: "Ich bin E. und will nach M., hinter mir ist meine Mama, die will auch nach M., wir wohnen da."

    Busfahrer: "Mhm."

    E. flüsternd über die Schulter zu mir: "Soll ich da jetzt einsteigen?"

    Ich: "Ja!"

    E.: "Aber er hat nicht gesagt, daß er nach M. fährt."

    Ich: "Er hat genickt, das reicht."

    E.: "Das Genicke hab ich aber nicht gesehen, ich habe auf die Blinketasten da geguckt. Kann der nicht reden?"

    Busfahrer: "Einsteigen bitte, kleines Fräulein."

    E.: "Ich bin kein Fräulein, ich bin ein Bub. Ich heiße E., das hab ich doch gesagt, so heißen doch keine Mädchen."

    Busfahrer: "Dann steig jetzt bitte ein, lieber E., gnädiger Herr, damit wir losfahren können."

    E.: "Wohin?"

    Busfahrer: "Nach M.!"

    E.: "Na also. Geht doch."


    #haare

    Niemals-Nicht hätte ich ohne Kind freiwillig irgendjemandem meine vorgewärmte Decke abgegeben

    #ja ... und das um Mitternacht, verbunden mit einem Gespräch über die verschiedenen Schnäbel und Federlängen verschiedener Eulen.

    Wir üben Bus fahren. Ich hatte E. gebeten, beim Einsteigen immer gleich den Busfahrer zu fragen, ob er nach M. fährt.

    E.: "Guten Tag, ich heiße E. und soll dich von meiner Mutter fragen, ob du nach M. fährst."

    Busfahrer: "Guten Tag, E., ich heiße K. und ja, ich fahre nach M."

    E.: "Aha. Das ist dann schon mal gut, dann fahre ich mit. Ich wohne nämlich in M. und hier ist meine Fahrkarte, guck!"

    Busfahrer: "Super. Danke."

    E.: "Bitte, gleichfalls."


    (Der Tonfall war so ernsthaft und angestrengt höflich, ich hätte mich wegschmeißen können vor Lachen.)

    E. gestern Abend: "Ich kann jetzt noch nicht ins Bett, es gibt noch Wichtigkeiten zu tun."

    Ich: "Allerdings. Zähneputzen und pieseln zum Beispiel."

    E.: "Daran hätte ich jetzt nicht als Erstes gedacht."

    J. sitzt morgens im Flur vor den Schuhen.

    "Mama, die Hälfte von einer Hälfte ist doch ein Viertel?"

    Ich: "Ja."

    J.: "Und warum heißen die Sandalen dann Sandalen?"

    Ich: #confused

    J." Sandalen wären ja eigentlich die Hälften von von Halbschuhen, sie müßten Viertelschuhe heißen. Und ein einzelner Schuh dann Achtelschuh. Oder heißen Halbschuhe Halbschuhe, weil ein halber Halbschuh nur die Hälfte von einem ganzen Paar Halbschuhe ist?"

    Ich: #blink

    E. (in interessiertem, leicht mitfühlendem Tonfall): "Was hat er?"


    (Das wirkt aufgeschrieben nicht so witzig, aber der Tonfall von E. war echt der Hammer, so als hätte J. eine ernstzunehmende Krankheit oder so.)

    Ich stelle mir vor, wie mein Mann sich nach den Ferien in der Klasse vorstellt: "Hallo, ich bin die Schulbegleiterin von A."

    Oder am Telefon mit dem Finanzamt wegen der Steuererklärung: "Ja, das ist etwas kompliziert, ich habe früher als Lehrerin gearbeitet, war aber nie Beamtin und bin von Haus aus Psychologin und jetzt sowieso Rentnerin..."

    Oder wie er einigen Jugendlichen erzählt: "Jaha, also damals als Studentin habe ich..."

    Oder frühmorgens in der Bäckerei: "Oh, bin ich die erste Kundin heute?"

    Die würden doch alle denken, er wäre trans oder wollte sie veräppeln.

    Heute beim Mittagessen haben wir über einen Freund von E. gesprochen, der kürzlich versucht hat, bei uns zu übernachten, und nachts dann doch heim wollte. Ich habe gesagt, daß er zur Zeit wohl etwas unsicher ist und wir zu dem geplanten Tagesausflug dann besser auch seine Mutter mitnehmen. Diese Anhänglichkeit sei manchmal grad vor der Einschulung so, zweites Jahrsiebt, neuer Lebensabschnitt bla, bla, bla.

    E. war voller Verständnis und hat eifrig genickt und ist von seinem Stuhl auf meinen Schoß geklettert.

    Ich: "Und du bist ja zur Zeit auch sehr anhänglich und kuschelst wieder öfter mit mir."

    E. strahlend: "Ja! Du bist die Tafel und ich der Magnet." #herzen

    Casa bei Dir möchte ich auch Kind sein 8o

    Ich möchte in dem vornehmen Restaurant lieber mal Gast sein. Klingt ja wirklich piekfein! Drei Seiten Speisekarte! :D

    Ja, hier Gast bzw. Mutter zu sein, ist echt super - ich werde voll verwöhnt.

    Vielleicht expandieren sie ja und bieten demnächst auch Catering an, und dann kommen wir zu einem Rabentreffen und verpflegen Euch alle. Mit warmem Salat.

    Extra für Leslie Winkle zur Aufheiterung: Heute Mittag haben die Kinder gekocht, das waren die Speisekarten (auf drei Din A4 Seiten):


    Restoro zum goldenen Hirsch

    Getränke

    1. Wasa

    2. Saft

    3. Saft mit Wasa

    4. Wasa mit Saft


    Restoro zum goldenen Hirsch

    Vorspeisen

    1. Salat

    2. Salat mit Brot

    3. Brot mit Kreutern

    Hauptspeisen

    1. Nudeln

    2. Nudeln mit Käse

    3. Nudeln mit Sose

    4. Nudeln mit Sose und Käse


    Restoro zum goldenen Hirsch

    Nachtisch!!!

    1. Eis

    2. Opstsalat

    3. Süsichkeiten


    Wir Erwachsenen haben also bestellt. Die Getränke wurden uns in hohen Gläsern auf einem Tablett ins Wohnzimmer aufs Sofa serviert (Küche war tabu für uns) und direkt vor mir ist das Tablett gekippt, alles aufs Sofa und auf mich drauf.

    J.: "Oh. Hoppla. Sie sind ja ganz nass jetzt. Ziehen Sie sich bitte um, wir sind ein vornehmes Restaurant und bedienen keine nassen Gäste."


    Kaum war ich umgezogen, kam auch schon E. mit zwei Tellern voller Nudeln angesaust, sehr schwungvoll, die Nudeln sind seitlich von den Tellern weggerutscht. E. dazu: "Huch. Der Koch hat die zu glitschig gekocht. Ich bin nicht der Koch, ich bin nur der Kellner."


    Der Vorspeisensalat kam eine halbe Stunde nach den Nudeln. Er war warm.

    Ich: "Verraten Sie mir das Rezept? Ich habe noch nie in meinem Leben warmen Salat gegessen..."

    J.: "Ganz einfach. Pfanne, Öl, Salat rein, Herd an, fertig."


    Und mein Mann, der zum Nachtisch "Süsichkeiten" bestellt hatte, bekam zwei Gummibärchen in einem Eierbecher. #love

    Ja. Inzwischen sind sie mit den Meerestieren in verschiedenen Ozeanen unterwegs, für die Ozeane haben sie Salatschüsseln mit Wasser gefüllt. Ich kann das leider gar nicht alles mitschreiben, es geht grad so weiter in einer Tour.

    Spielgeräusche von nebenan aus dem Kinderzimmer, ich könnte das stundenlang mitprotokollieren:

    E.: "Alle Fantasiewesen bitte mal hier in die geheimnisvolle Geheim-Höhle unterm Schreibtisch, soooo, und alle Elefanten gehen nach Afrika...."

    J.: "Afrika? Geht´s etwas genauer, wo genau?"

    E.: "Afrika ist da vorne am Bett."

    J.: "Nein, ich meine, wo genau in Afrika? Namibia, Kenia oder Eri-, dings, Eti-, Etrirea?"

    E.: "Egal. Hauptsache Afrika."

    J.: "Man sagt das aber nicht so als ganzer Kontinent, sondern genauer, welches Land. Sonst denkt man, Afrika wär alles nur Wüste mit Elefanten."

    E.: "Ist es doch auch? Jetzt stell halt die Elefanten da vorne hin ans Bett."

    J.: "Aber..."

    E.: "Okay, dann ist das nicht Afrika, sondern Indien. Alle Elefanten nach Indien! Oder ist Indien auch ein Kontinent?"

    J.: "Ne. Glaub nicht. Aber da ist es nicht so flach wie vor dem Bett, da ist doch dieser Berg, der Himmelaja. Wir brauchen einen Berg."

    E.: "Nein! Nicht mein Kissen! Dann doch lieber Afrika, äh, mit Wüste, also Namibia."

    J.: "Namibia ist aber, glaub ich, nicht so viel Wüste, sondern..."

    E.: "Boah! Gib her, ich mach die Elefanten. Mach du die Bauernhoftiere. Alle Bauernhoftiere nach Nordwestfalen!"

    Mir hilft, zu wissen, daß und wie wir jeweils sozialisiert sind. Und daß wir beide bereit sind, unsere Konditionierungen wahrzunehmen und, wenn möglich, aufzulösen. Und zu wissen, daß das nicht einfach ist und nicht von heute auf morgen geht, also beide auch nachsichtig mit uns selbst und miteinander zu sein. Und ganz wichtig: im Gespräch miteinander bleiben.


    Es gibt ja diesen Ausdruck "als Eltern an einem Strang ziehen" und das wird häufig so verstanden, daß beide Elternteile den Kindern gegenüber eine bestimmte Haltung vertreten und dieselben Regeln durchsetzen. Also zum Beispiel nicht mehr als ein Eis am Tag, kein Haribo nach 17 Uhr, Schlafenszeit um 19 Uhr. Und wenn ein Elternteil eine solche Abmachung nicht einhält, fällt er oder sie damit dem anderen Part in den Rücken.


    Bei uns heißt aber "an einem Strang ziehen", daß wir davon ausgehen, wir Eltern sind ein Team, d.h. hier macht niemand irgendwas, um einem anderen zu schaden. Auch nicht aus Rücksichtslosigkeit. Wir wissen sicher voneinander, daß wir uns um Achtsamkeit bemühen und einander nur das Beste wollen. Das als Grundlage. An diesem Strang ziehen wir beide.

    Innerhalb dieses Teams sind wir aber unterschiedliche Persönlichkeiten und als Frau / als Mann sozialisiert worden, wir haben andere Stärken und Schwächen und Tagesbefindlichkeiten und erlauben oder verwehren den Kindern verschiedene Dinge.


    Die Kinder wissen das und nutzen das. Sie nutzen es nicht aus, aber sie nutzen es für sich. Sie wissen ganz genau, zu wem von uns Erwachsenen sie gehen müssen, wenn sie dies oder jenes tun oder haben wollen. Die allermeisten Regeln sind verhandelbar, je nach Situation.


    "Sei konsequent im wohlverstandenen Sinn" wie bei Kloeters.


    Und das finden wir gut so. Es ist kein Gegeneinander-Ausspielen, sondern ein Ergänzen. Und so ziehen wir mit verschiedenen Kräften an dem einen Strang, eine glückliche Familie sein zu wollen und uns Gutes zu tun.


    Klappt nicht immer natürlich, wir haben auch unsere Baustellen. Aber grundsätzlich fühlen wir uns beide respektiert und geliebt und wissen, daß wir jederzeit miteinander sprechen können, wenn einer von uns beiden mit etwas unzufrieden ist, und daß wir beide dann nach Lösungen suchen.


    Wir müssen nicht absolut gleich ticken. Aber wir müssen über diese Unterschiede sprechen können und aufeinander achten.

    Ach, und ich bin froh, daß mein Mann das mitmacht und es mir zum Beispiel nicht übelnimmt, wenn ich den Kindern spontan - und ohne Rücksprache mit ihm - Übernachtungsbesuch erlaube, obwohl ich am nächsten Morgen arbeiten muß und ER dann mit einer Horde Kinder Frühstückschaos hat.

    Da könnte er auch sagen: typisch, jetzt muß ich mal wieder das Backup übernehmen.

    Denn sowas kommt sehr, sehr oft vor bei uns. Also daß ich was mache oder erlaube, was ihm dann irgendwie Arbeit macht.

    Das stört ihn aber nicht. Stattdessen freut er sich, wenn es die Kinder freut.


    Ich halte mich eigentlich für sehr gendersensibel, aber HIER kann ich grad echt keine Genderkacke sehen.