Beiträge von casa

    gestern in der badewanne mit zwei delphinfiguren: "hallo delphi. ich schwimme zu dir. oh, hallihallo. küss. küss. komm, wir schwimmen zusammen dahin. ja. wollen wir uns paaren? oh jaaa, wir paaren uns..."

    (an dieser stelle wird die aufsichtführende mutter am badewannenrand aufmerksam und guckt)

    e. drückt die beiden delphine seitlich aneinander: "so, jetzt sind wir zwillinge."



    und wir erwachsenen unterhalten uns beim mittagessen über AKK, das dritte geschlecht etc.

    e.: "ich glaube, die kinder vom diversen geschlecht mögen ziegen."

    der rest der familie: #confused #confused #confused

    e.: "die vom mädchengeschlecht mögen einhörner, die vom jungsgeschlecht mögen dreihörner (= triceratopse oder wie diese dreihörnigen dinos heißen), und die vom diversen geschlecht mögen dann wahrscheinlich ziegen, weil die zwei hörner haben."

    j.: "aber die heißen doch drittes geschlecht, also müßten die doch eigentlich eher die dreihörner mögen?"

    e.: "die nehmen sich halt vom mädchengeschlecht oder vom jungsgeschlecht dann noch ein horn, wenn sie eins brauchen."



    und, was ich besonders toll finde, e. sagt zur zeit immer "in der während-zeit" (statt: in der zwischenzeit).

    jammern, sein Leid klagen, immer wieder erzählen, welche probleme mich plageb, das ist nicht das, was ich meine.

    nein, das meine ich auch nicht.

    und ich meine auch nicht, völlig hopplahopp jemandem alles mögliche zu erzählen, was der / die gar nicht so genau wissen will und wofür (im moment) auch gar kein guter, geschützter raum da ist.


    sondern ein achtsamer, ehrlicher austausch.

    dann, wenn es paßt.

    mit den menschen, mit denen es sich gut anfühlt.


    die rabentreffen (im RL) waren für mich z.b. solche gelegenheiten, wo ich mütter treffen und mit ihren familien erleben konnte und wo sich manchmal - auch nicht immer und auch nicht zwischen allen - diese möglichkeiten öffneten. wo wir einander tiefer blicken ließen, obwohl wir eher lockere bekannte waren. und ich fand das so bereichernd für mich und so wohltuend.


    da habe ich z.b. dann auch mal darüber zu sprechen gewagt, daß mich das langzeitstillen ziemlich auslaugt, einfach weil ich wußte, die anderen befürworten das langzeitstillen und wissen, wovon ich spreche. oder eine hat erzählt, daß sie jahrelang (!) abpumpt und wie das mit ihrer berufstätigkeit geht oder auch nicht so gut geht, und ich habe ihr so gern zugehört. oder wieder eine andere sprach über vegane ernährung und ihr kind war aber allergisch gegen soja. und ich habe mich getraut, über den altersunterschied zwischen meinem mann und mir zu sprechen, meine ängste diesbezüglich etc., und das ist etwas, das ich sonst nur mit nahen freundinnen teile. daß all sowas in diesem kreis raum hatte, war toll.


    und nach unserem umzug vor drei jahren mußte ich auf einmal so viele neue menschen kennenlernen und anfangs habe ich da auch nur meine sonnenseite gezeigt und mich zurückgehalten bis zur unkenntlichkeit. erst ganz langsam habe ich es bei einigen gewagt, mich zu öffnen. und da, und NUR da, wurde es dann auch herzlicher und freundschaftlich.

    fühlt ihr euch nicht belastet, wenn euch andere Menschen ihre Probleme anvertrauen?

    doch. manchmal schon.

    aber das gehört für mich zum leben.

    anteil nehmen. wenn ich selbst kraft dafür habe, andere ein stück weit begleiten oder sogar mittragen.


    mir ging es selbst so lange so unfaßbar schlecht und ich wäre gestorben (das meine ich nicht pathetisch, sondern ernsthaft), hätte es da nicht menschen gegeben, die mich unterstützt haben. durchs dasein, zuhören (auch meinem schweigen zuhören), mitfühlen. und ja, das hat sie belastet, und wie.


    ich will und kann davon jetzt ein bißchen was zurückgeben. nicht genau diesen menschen, aber anderen, die es brauchen.


    und ganz oft sind es auch nur "kleinigkeiten", die schon helfen. ein lächeln, eine umarmung, eine tasse tee. das geht eigentlich immer.

    aber im grunde "belastet" es mich viel mehr, wenn mir jemand eine fassade präsentiert oder mich mit knappen floskeln abwehrt. da komme ich gar nicht in kontakt, das finde ich viel schwieriger. diese schutzmechanismen kenne ich auch von mir selbst früher, und das war auch anstrengend, dieses verstecken und so tun als sei alles super.


    womit wir wieder beim thema wären: was haben wir denn davon, wenn wir einander vorspielen, wie toll unsere familienleben sind, wenn sie es denn nicht sind? und wenn sie es sind (wie bei mir zur zeit), dann möchte ich das auch zeigen dürfen, ohne damit andere zu beschämen oder so, sondern einfach um meine freude zu teilen.


    geteilte freude ist doppelte freude, geteiltes leid ist halbes leid.

    CaRoSo ich fand deine worte auch toll und kann, glaube ich, gut verstehen was du meinst.

    wir würden uns sicher auch im RL einiges zu erzählen haben. :)


    irgendwie merke ich auch, wenn mir eine person gegenübersteht, die diese sehnsucht nach offenen, ungeschminkten begegnungen in sich trägt. und ich spüre es auch, so hoffe ich, wenn jemand lieber unverbindlich bleibt, sich nicht offenbaren möchte. und auch das ist okay, dann ziehe ich mich auch zurück.


    grade heute habe ich in der aktuellen ausgabe der zeitschrift OYA mehrere interviews gelesen, in denen es genau darum ging: mit menschen ins gespräch zu kommen, die man nur am rande kennt. mit diesen menschen über themen zu sprechen, die sonst nicht besprochen werden. politisches, persönliches. und fast alle interviews enden mit dem fazit, daß es inspirierende begegnungen waren und die menschen einander näher gekommen sind, einige sind im gespräch auch über sich selbst in einigen punkten klarer geworden etc.


    das ist übrigens auch etwas, das ich an kindern so liebe (und früher gefürchtet habe): die verstellen sich nicht. die sind so, wie sie sind, und zeigen das.

    also ich finde es durchaus erstrebenswert, im alltag räume für begegnung zu schaffen, wo es möglich ist, sich zu zeigen mit dem, was ist. ich bin immer ganz berührt und dankbar, wenn sich solche gespräche ergeben. wenn sich mir jemand anvertraut. wirklich anvertraut, nicht nur oberflächlich rumjammert oder motzt. sondern sich zeigt, verletzlich macht. und / oder mich einlädt, mich ebenfalls zu zeigen, zuzumuten. das tut doch gut? mir jedenfalls sehr.


    und es ist so selten, leider. und wenn, dann erlebe ich es eigentlich nur mit menschen, die so ähnlich ticken wie ich.


    genau das ist übrigens ein grund dafür, daß ich hier im forum lese und schreibe. hier erfahre ich nämlich auch mal was von menschen, mit denen ich sonst nicht in kontakt komme und die mir im realen leben wahrscheinlich nicht so viel von sich preisgeben würden wie sie es hier tun. das ist sehr erhellend für mich.

    wenn du ein 10erheftchen selbstklebende briefmarken in die küchenschublade legst und zwei tage später einen gebastelten brief zugesteckt bekommst, auf dem 9 der briefmarken draufkleben: "Libe Mama, kanst du bite nochmal so Schöne grüfelo aufgleber kaufen?"

    (Wer hat das gleich noch mit der Trageberatung geschrieben?)

    das war ich.


    die bedürfnisse der mutter muß ja erstmal die mutter selbst überhaupt spüren. und das spüren der eigenen bedürfnisse ist ja nun auch nicht gerade eine herausragende stärke der meisten frauen. wie auch das spüren, äußern und halten von grenzen.


    und dann ist da so ein winziges wesen, so zart, so abhängig, und guckt dich so an. #herzen


    und bedürfnisorientierte erziehung bedeutet für die mutter zumindest in der ersten zeitschon hauptsächlich die orientierung and en bedürfnissen des kindes. d.h. ein zurückstellen der eigenen bedürfnisse und über die eigenen grenzen gehen. für mich gehört(e) das dazu und so habe ich es damals in der ersten schwangerschaft auch hier bei den raben erfahren. und mich dafür entschieden.


    außerdem war es mir bei einem schreienden baby immer selbst ein bedürfnis, das baby hochzunehmen. es wäre eine qual für mich gewesen, das kind zu ferbern. dann lieber selber schlechter schlafen. der preis fürs durchschlafen wäre mir zu hoch gewesen.

    Also Mütter, die Kleinkinder nach Bedarf stillen, obwohl sie aus Schlafmangel auf dem Zahnfleisch kriechen. Und das aber dennoch tun, weil sie sonst das Gefühl hätten, versagt zu haben. (Also nicht, weil man sich dafür entscheidet, dass es so am stressärmsten wäre sondern weil man die Überzeugung hat, dass es nur so richtig ist.)

    so war es bei mir. alles andere hätte ich nicht gekonnt und nicht gewollt. und in der schwangerschaft mit e. hat mich die hebamme in -zig gesprächen belabert, ich solle j. aktiv abstillen, und als ich es dann gemacht habe, habe ich stundenlang geheult deshalb. (j. war zu dem zeitpunkt vier...)


    das ist schon ein problem, ja.


    und an dem kaiserschnitt von j. (wegen beckenendlage, die hausgeburtshebamme ist abgesprungen, das krankenhaus machte bei BEL nur sectio) habe ich schrecklich gelitten. weil es keine natürliche geburt war.

    danke für den thread!


    ich denke da auch oft drüber nach. der optimierungswahn beim thema tragen hat u.a. dazu geführt, daß ich keine trageberatungen mehr anbiete. da hat sich in den 10 jahren, die ich dabei bin, so viel verändert, und es geht für meinen geschmack viel zu viel um die verschiedenen tücher und bindeweisen und zu wenig um die kinder... und noch weniger um die tragenden eltern...


    allerdings habe ich z.b. beim thema stillen nach außen hin fast nur die positiven aspekte des langzeitstillens gezeigt (gar nicht mal aktiv geäußert, sondern es war erstmal ein harmonisches bild, wenn ich erst j. vier jahre, dann e. drei jahre oft auch öffentlich gestillt habe). wie müde und kaputt ich dadurch oft war, wie sehr es mich körperlich ausgezehrt hat, wie es meine zähne endgültig ruiniert hat, wie mich das familienbett - bei aller schönheit, ich wollte es nicht anders! - doch auch eingeschränkt hat... - das wußte kaum jemand.


    irgendwie habe ich es selbst auch nicht so richtig gemerkt, nicht in der ganzen tragweite, erst nach dem abstillen, und seit ich wieder mein bett für mich habe. und erst jetzt im nachhinein, rückblickend, erzähle ich manchmal davon, wie belastend das doch auch alles war, und höre dann erstauntes "ach echt, das hat man dir aber nicht angemerkt..."


    nun bin ich außer bei den raben ja nur im RL unterwegs und mir begegnet da kaum ein "perfektes bild" wie das o.g. picknick - das müssen mediale inszenierungen sein, die ich einfach nicht mitkriege - vielmehr höre und sehe ich viel klage, viel leid (und ich meine nicht jammern, sondern ehrliche schilderungen von überforderung, enttäuschung, problemen). da muß ich echt achtgeben, daß ich mit meiner fröhlichkeit, leichtigkeit und positiven grundstimmung (weil seit jahren bei mir im engsten umfeld alles gut und schön ist, jedenfalls nach meinem empfinden) andere nicht vor den kopf stoße.


    es hat meines erachtens auch damit zu tun, wie zufrieden jemand ist. also wie jemand sein leben selbst empfindet und bewertet. so wie wir wohnen und haushalten und unseren familienalltag leben, wäre es wohl für viele andere eine zumutung. für uns aber paßt es, wir sind glücklich so.


    fast würde ich behaupten, es ist für meine maßstäbe ein perfektes leben.


    und ich bin so unendlich dankbar dafür. wirklich, fast jeden tag habe ich so momente, da kann ich es kaum fassen und fühle diese dankbarkeit für das leben, das ich inzwischen führe. aber es ist auch eine bewußte entscheidung gewesen (z.b. wenig geld, viel zeit) und wir haben in vielen punkten riesenglück gehabt. wer so leben muß, ohne es selbst so zu wollen, wäre an meiner stelle sicher unglücklich und empfände vieles als makel, als mangel, als schlecht.


    ich jedenfalls würde mit niemandem tauschen wollen, echt nicht. mit niemandem. denn ich finde, für unsere verhältnisse machen wir es gut. besser geht gar nicht. mein mann und ich sind mit der heilung unserer eigenen verletzungen erstaunlich weit gekommen, wir lieben uns nach 22 jahren immer noch, wir haben tolle kinder, sind gesund, genießen unsere zeit, versuchen ökologisch und politisch bewußt und enkeltauglich zu leben. und wir müssen nicht perfekt sein in dem sinne, keine fehler zu machen. wir sind menschen und das ist gut so.

    achso, nein, das meinte ich gar nicht. aber kam mißverständlich rüber, entschuldige bitte.

    Auf der anderen Seite ist Musik ja auch nicht mehr Bildung, als andere Sachen.

    [...]

    Wir Eltern können beide kein Instrument spielen.

    und hier machen wir eltern beide keinen sport (außer daß ich im sommer im see schwimme). mein mann ist sehr musikalisch und möchte seine liebe zur musik den kindern weitergeben. das ist so etwas wie sein schatz, sein erbe für sie. doch wie gesagt, nach einer probezeit (2 jahre) dürfen sie, wenn es ihnen keine freude macht, damit aufhören.

    wir haben immer signalisiert, daß j. sich ein hobby suchen kann, aber nicht muß. also auch wenn er sich keins aussucht, ist das okay. letztes jahr, da war er acht, wollte er gerne mal angeln. dazu kam er über einen freund, der ihm davon erzählt hat. er angelt bis heute gerne, aber selten (alle 4 - 6 wochen mal und einmal zeltlager im sommer).


    etwas anderes ist das flöte spielen, das war ab der 1. klasse in der schule pflicht, und nun in der 3. klasse kam trompete dazu (ebenfalls in der schule, freiwillig, aber wir haben darauf gedrängt, daß er es wenigstens ein paar wochen ausprobiert, und dann hatte er freude daran)

    ein instrument zu erlernen ist in unseren augen kein hobby, sondern bildung. zumindest die grundlagen sollten die kinder erlernen. wenn sie nach ein paar jahren nicht mehr wollen, dürfen sie aufhören.


    e. (5 jahre) hat kein hobby und will auch keins. wir lassen ihn.

    genderkacke in casas kopf:


    j. ist zum geburtstags eines mädchens eingeladen, das ich kaum kenne und auch er weiß nicht viel über sie. ich rufe bei der familie an, sage daß er zur feier kommt, und frage die mutter, was sich ihre tochter denn wünscht, wofür sie sich interessiert etc.

    die mutter antwortet: "sie ist noch sehr kindlich eigentlich, verspielt, ach ganz normal eigentlich"

    ich sehe beim stichwort "normal" vor meinem inneren auge irgendwas mit glitzer, rosa, pony, bastelkram.

    sie ergänzt: "also sie baut z.b. gerne lego und schnitzt viel..."

    und ich denke: hoppla. #stirn