Beiträge von casa

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    Irgendwann fällt der Satz, das manche Leute auch echt nen Schatten haben..(=doof sind)

    Diese Redewendung kommt hier auch öfter, im Zusammenhang mit Drachenzähmen: "Ich hätte einen Nachtschatten. Mama, welchen Schatten willst du haben? Lieber einen Tagschatten oder auch einen Nachtschatten?"

    E.: "Es haben ja schon viele verschiedene Sachen meinen Bauch durchgekundet, aber das hier ist die absolute Leckerkeit von meinem Leben. Das fing schon auf der Zunge an zu kribbeln, als ich nur daran gerochen habe!"


    (es war eine schockgefrostete Himbeere)

    Ja, und noch so achtsam einen Schuh drauflegt, damit der Sturm, der immer durch unseren Flur braust, den Brief nicht wegweht.

    Ich liebe dieses Kind. Das sind so Momente, da geht mir echt das Herz auf, ich spüre das körperlich, so ein Ziehen und Hach irgendwie.

    Ich: "Wenn du weggehst, schreib mir bitte eine Nachricht, ja?"

    J.: "Ja klar."

    3 Stunden später komme ich heim und finde dies im Hausflur:



    Im Sonnen Lichtes Glanz stammt aus dem Morgenspruch der 1.- 4. Klasse der Waldorfschule.

    #stirn Stimmt!


    Der Sonne liebes Licht, es hellet mir den Tag,

    der Seele Geistesmacht, sie gibt den Gliedern Kraft.

    Im Sonnenlichtesglanz

    verehre ich, oh Gott,

    die Menschenkraft die du

    in meine Seele mir

    so gütig hast gepflanzt.... (weiter weiß ich grad auch nicht mehr)

    Ich bewundere immer wieder Deine Geduld. Pitschnasses Kind in meinem Bett wär mehr als meine Geduld verkraften könnte.

    Es war ja nicht nur naß, sondern vor allem endlich mal sauber und hat geduftet. Und wenn es dann noch ein Wort wie "Sonnenlichtesglanz" sagt, fängt doch der Tag gut an, finde ich. Ich hab mich gefreut.

    Ich glaube, meine Gelassenheit rührt vor allem daher, daß ich verstanden habe, daß meine Kinder komplett anders ticken als mein Erwachsenen-Ich. J. war richtig froh und stolz, daß er endlich das getan hat, worum ich ihn so lange gebeten hatte. Hätte ich ihn dann angemeckert, weil er sich nicht abgetrocknet hat, hätte ich ihm das schöne Gefühl kaputt gemacht und mir selbst ja auch. So aber waren alle happy. Und Decke und Kissen habe ich später kurz aus dem Fenster gehängt, das trocknet ja schnell.

    ohn (5) zu Tochter (1): Du Satansbraterin!

    #super


    Hier ist seit einer Woche Diskussion, wann J. bitte endlich mal badet und seine Haare wäscht. Heute früh um 6.30 Uhr höre ich Wasser rauschen, um 6.45 Uhr kriecht das Kind pitschnaß unter meine Bettdecke und schleudert mir seine frischgewaschene Haarpracht ins Gesicht mit den Worten: "Wenn es draußen noch dunkel ist, werden sie besser sauber. Und wenn es nachher hell wird, erstrahle ich im Sonnenlichtesglanz."

    Wenn du duschen gehen willst und erstmal ne Ladung Duplosteine aus der Dusche abtransportieren musst...

    Hier sind es Schleichtiere. Und sie sind sorgfältig arrangiert.

    Wenn ich das beiseite räume, um duschen oder baden zu können, kommt bald ein Aufschrei wie "Mama! Du hast meine ganze Antarktis zerstört!"

    Almarna huih, da habe ich jetzt echt aber was gelernt. #schäm Denn tatsächlich hatte ich eher so eine Vorstellung:

    Viele haben da vor ihrem inneren Auge ein Kind, das alleine vor einem Gerät sitzt und verbissen spielt und dabei auf alles vergisst inklusive Essen und schlafen (jetzt mal etwas überspitzt).

    Das hier

    Das sind hier auch oft Familien Events wo wir miteinander spielen oder einer spielt, die anderen feuern an. Da wird kommuniziert, das ist sehr sozial. Da wird konkuriert oder sich gegenseitig geholfen. Da wird gelacht und gejubelt und da wird durchaus vor dem Bildschirm herumgehüpft vor Aufregung oder Freude.

    klingt dagegen ganz anders - da kriege ich ja fast Lust mitzumachen!

    Das entscheidet die Chefin oder der Chef von der Feuerwehr!

    #super #herzen #love


    ***


    Hier ist die Heizung kaputt. Der Notdienst kommt morgen um 10 Uhr oder am Montag um 8 Uhr. Ich habe die Kinder und den Kater mit drei Wärmflaschen unter fünf Wolldecken vergraben ins Bett gelegt (Zimmertemperatur inzwischen 9 Grad). Kommentar von E.: "Es gibt eh schon so viele Probleme in dieser Welt, und dann auch noch diese Kälte..."

    Das sind so Beispiele dafür, wie Kindern auch unter Lockdown-Bedingungen soziale Verbindungen nutzen können, wenn auch nur online, aber es bricht eben nicht ganz weg und bietet den Kindern Chancen.

    Das bestreite ich auch überhaupt nicht. Bei jedem Deiner Beispiele würde ich sagen: super! Besser so als gar nicht. Ich will das Digitale ja gar nicht in Bausch und Bogen verurteilen. Nur finde ich es schwierig, Kinder in so vielen Bereichen digitale Geräte nutzen zu lassen und sich dann zu wundern, wenn sie dauernd davor sitzen. Und von ihnen zu erwarten, daß sie nach all der Arbeit und den sozialen Kontakten damit dann plötzlich das Handy weglegen und freudestrahlend Kuchen backen oder spazieren gehen. Oder von sich als Eltern zu erwarten, den Kindern analoge Beschäftigungen zu bieten oder sie analog zu bespaßen oder so. Das ist in meinen Augen ein Widerspruch, eine Überforderung.

    Ja, Waldorf- oder andere Freie Schulen haben da andere Voraussetzungen.

    Ich würde aber auch im Regelschulsystem nicht wollen, daß meine Kinder in dem Alter 5 Stunden oder länger am Bildschirm arbeiten müssen. Und würde da das Gespräch mit der Lehrerin suchen und sagen, daß ich das nicht will und wir das so nicht leisten können.


    ich möchte nicht, dass meine Kinder relativ stumpfsinnige Fernseserien als das maximale Gefühl von Freiheit empfinden, das würde mich sehr traurig machen.

    Danke für Deine Antwort. Du schreibst in einer Weise, daß ich tatsächlich besser verstehen kann. Und ich stimme Dir besonders darin zu, daß ich für meine Kinder auch eine andere "Freiheit" wünsche. Die Begleitung in der virtuellen Welt, die Du Deinen Kindern da vorbeugend geben kannst, finde ich toll (auch wenn ich sie so nicht geben kann).

    Und um Verständnis abzurunden, würde ich tatsächlich gerne auch noch verstehen, warum Du auch langsame, nicht reizüberflutende digitale Angebote wie z.B. digitale Gesellschaftsspiele als Ergänzung zur analogen Variante kritisch siehst.

    Ich sehe hier halt nicht den Sinn darin. Meine Kinder können sich gut analog alleine beschäftigen, und wenn sie zu zweit was spielen wollen, können sie das ja am Brett tun. Warum sollten sie dafür an den Computer? Zumal der PC hier wie gesagt am Schreibtisch meines Mannes steht und sein und mein Arbeitsgerät ist, das würde ich ungern für Kinderspiele freigeben, und eigene Geräte haben sie ja nicht. So wie Du das bei Euch beschreibst, sehe ich das auch gar nicht kritisch, da ist die Zeit bemessen und die Kinder werden begleitet von Eltern, die das reflektieren. Das ist ja etwas anderes als wenn Kinder wirklich stundenlang davor sitzen, damit Eltern ihre Ruhe haben, und wenn die Kinder dann nichts anderes als was am Bildschirm machen wollen (siehe Eingangspost).

    PaulaGreen Ich bin zwar nicht Tina, aber auch für mich macht das Alter einen Unterschied. Kinder sind doch in einer ganz anderen Entwicklungsphase als Jugendliche. Das Urteilsvermögen und die Motorik sind anders, die sinnliche Erfahrung wichtiger, der körperliche Bewegungsdrang größer.


    Schach spielen meine Kinder (7 und 11 Jahre) übrigens auch, aber nur am Brett, und dabei geht es viel um das Miteinander, da wird gelacht und gehüpft zwischendurch, auch mal gerangelt, da ist eine ganz deutliche emotionale Ebene spürbar und die Beziehung steht im Vordergrund, nicht der nächste Schachzug. Da man Schach nur zu zweit spielt, ist es auch immer eine ganz besondere Exklusivzeit, wenn mein Mann oder ich uns mit einem der Kinder hinsetzen zu einem Schachspiel. Am Computer wäre das anders und, so meine ich, nicht annähernd "nährend" wie am Brett.

    Die anderen von Dir genannten Spiele kenne ich nicht, dazu kann ich nichts sagen.


    Jugendlichen gestehe ich da viel eher zu, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Freizeit verbringen wollen, und bestenfalls haben sie das Fundament einer genügend "realen" Kindheit, um dann auch besser in virtuelle Welten abtauchen zu können.

    Andererseits: in fast jeder Minute, die sie nicht vor Bildschirmen sitzen, machen sie Chaos, Dreck und Lärm.

    Dafür muß man als Eltern auch die Zeit, den Raum und die Nerven haben, das auszuhalten. #wisch

    Mir geht das oft an meine Grenzen. Jetzt gerade zum Beispiel will ich eigentlich eine Pressemitteilung verfassen und recherchiere dazu im Netz. Aber weil hier seit zwei Stunden eine von J. organisierte Schatzsuche über drei Straßen und durch unser ganzes Haus verläuft, kann ich mich kaum konzentrieren und schreibe bei den Raben, wenn die Kinder mal wieder - in Schneematschstiefeln übrigens - durchs Wohnzimmer trudeln. Papier brauchen. Kurz kuscheln wollen. Oder mich fragen, warum die Kartoffelbatterie nicht funktioniert.