Beiträge von casa

    "Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder"

    Mir war das Wort "haften" in dem Zusammenhang lange ein Rätsel. Ich kannte nur Haftetiketten, haften im Sinne von kleben, dranhängen.


    Mir war lange lange Zeit unklar, dass ein Wald auch aus Laubbäumen bestehen kann. Für mich war Wald ausschließlich das Zusammenkommen mehrerer Tannenbäume.

    Das ging mir auch so! Und Wald mußte dunkel sein, sonst war es kein Wald. (Bin im Schwarzwald aufgewachsen..)

    Das Reh ist "die Frau" vom Hirsch

    Stimmt das nicht?


    Ich habe als Kind noch weit über das Erstkommunion-Alter hinaus geglaubt, daß unsere Nachbarin im Stockwerk unter uns das Wort Gottes im Fleisch hat ("und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt"), ich habe mir das wie eine innerliche Tätowierung im Muskelfleisch oder so vorgestellt und mich immer gefragt, welches Wort genau das wohl sein mag.

    Vorhin beim Gute-Nacht-Sagen, J. liegt schon lesend im Bett, ich - etwas mißgestimmt - bahne mir mühsam einen Weg durch Lego- und Kaplabauwerke und eine heilige Schleichtier-Landschaft und Klamottenberge zum Fenster und murmle vor mich hin, daß man doch ab und zu mal lüften muß und dafür wenigstens ein schmaler Gang frei bleiben könnte usw...


    J.: #rolleyes

    E. zu ihm: "Tz, ich versteh auch nicht, warum die jetzt hier so durchlaufen muß wie eine schlecht gelaunte Kröte."

    J. hat mich gebeten, seine Haare nass einzuflechten, damit sie später wellig sind.

    Beim Öffnen der Zöpfe, enttäuscht: "Du hast falsch geflochten. Ich sehe nicht wie Hermine aus."

    Ich: "Das liegt vielleicht auch daran, daß du nicht Hermine bist?"

    J.: "Okay, dann mach mir jetzt Haare wie Harry."

    Ich: "Äh, das geht nicht."

    J.: "Dann versuchs nochmal mit Haaren wie Hermine. Du schaffst das, Mama, du bist doch meine Mutter und ich bin dein Geschöpf."

    Herr Casa legt sein Buch auf die Seite und steht vom Sofa auf.

    J. schreit: "Nicht so heftig bewegen! Sonst fallen die Kaplas um!"

    (Die Kaplas waren im Nebenzimmer aufgebaut.)

    E. kam gestern Abend nach Vorlesen und Gute-Nacht-Kuß und noch-was-trinken und muß-nochmal-Pipi noch mehrmals ins Wohnzimmer, immer war irgendwas, er konnte offenbar einfach nicht einschlafen. Um 22 Uhr habe ich mich dann auch bettfertig gemacht und zu ihm gelegt, ich war eh so müde.

    E., hocherfreut: "Oh Mama! Apropo wenn du hier grad so zufällig rumliegst, du könntest mir noch den Rücken massieren."

    Herr Casa: "Ich mach dann mal Abendbrot."

    Ich: "Was? Es ist grad mal vier Uhr?!"

    Herr Casa: "Wenn wir jetzt zu Abend essen, ist der Tag früher rum."

    E.: "Oh ja, dann ist bälder Weihnachten!"

    J.: "Ne, so geht das nicht. Die Uhr tickt ja deswegen nicht schneller."

    E.: "Schieb halt die Zeiger weiter vor. Aber Vorsicht, nicht zu weit, nicht daß wir Weihnachten überspringen."

    Ich: "Also, ich muß nachher mal eine halbe Stunde telefonieren."

    J.: "Äh, wieso sagst Du das?"

    Ich: "Ungestört."

    J.: "Achso. Das wird schwierig."

    E.: "Ja, ich wollte eigentlich auch grade anfangen zu singen."

    vielleicht hat sie eine Sehschwäche und sieht nicht, wie groß ich wirklich bin."

    und außerdem ist er innen viel größer als außen, Dein Schatz-Kind!

    #herzen



    Auch irgendwie witzig ist J.s Beitrag zum Malwettbewerb des Buchladens, Thema "Winter": J. zeichnet einen Comic, in dem in jedem der neun Bilder zwei Figuren neben einer Pfütze stehen, der Dialog geht so:


    "Was ist das?"

    "Keine Anung."

    "Wie Wasser siet es nich aus."

    "Vieleicht Öl?"

    "Ne. Das is Disel."

    "Disel? Kwatsch. Hier ist Fußgangerzone!"

    "Spielstraße!"

    "Ah, dann ist es der Schneemann, der hier stand."

    "Ja, der Schneemann von den Kindern."

    Eine Nachbarin hat eine Weihnachtsgeschichte geschrieben und verteilt, in der Kinder vorkommen, die den Kindern hier im Haus stark ähnlich sind. Die Kinder haben keine Namen, sie werden "der große Junge" und "der kleinere Junge" genannt.


    E.: "Ich bin der große Junge."

    J.: "Nein, du bist doch der kleinere."

    E.: "Das kannst du gar nicht so genau wissen, vielleicht hat sie eine Sehschwäche und sieht nicht, wie groß ich wirklich bin."

    J. hält mir eine geschälte und in zwei Hälften geteilte Mandarine hin und fragt: "Schälst du mir bitte die Mandarine?"

    Ich: "Die ist doch schon geschält?"

    J.: "Nur von außen. Schälst du sie mir noch von innen?"

    E. heute morgen, als ich ihn wecke, murmelt: "Schädooh..."

    Ich wecke weiter, er dreht sich um und sagt, diesmal mit Nachdruck: "Schädoh!"

    Ich wecke noch weiter. Schließlich dreht er sich wieder zu mir her, macht die Augen auf und schimpft: "Mensch. Mama. Laß mich! Schädoh!"

    Ich: #weissnicht

    E.: "Verstehst du nicht? Das ist Englisch."

    Ich: "Schädoh? Shadow, Schatten?"

    E. dreht sich wieder um und schließt die Augen: "Du verstehst das nicht. Schädoh heißt auf Englisch: ich schlafe."


    Ah oui. Schädoh = je dors. #love

    Heute Mittag beim Blutzuckermessen, E.: "Kann sein, das ist jetzt vielleicht hoch, aber dafür kann ich nichts."

    Ich: "Naja, war der Nikolaus heute in der Schule und hat Schokolade gebracht?"

    E.: "Ja auch, aber das Tütchen hab ich noch gar nicht angerührt!"

    Ich: "Nicht?! Ja woran liegt es denn dann?"

    E.: "Heute ist Montag."

    Ich: #confused

    E.: "Da hab ich Englisch."

    Ich: #confused

    E.: "Madame G. macht da immer solchene Ratespiele, und wer was weiß, darf das dann essen. Und ich hab Trauben gewußt! Leräsäää!"

    Ich: #blink

    E.: "Leräsäää heißt Trauben. Das kann ich mir gut merken, weil es so klingt wie Rosinen. Es sind nämlich so verbrannte Trauben, die heißen Rosinen, und ich hatte Glück: um die verschrumpelten Rosinentrauben herum war Schokolade."


    #taetschel

    E.: "Mama. Jetzt mal ehrlich. Bist du der Nikolaus?"

    Ich: #pfeif

    E.: "Also ja. So wie du guckst. Du bist der Nikolaus!"

    J.: "Sie hat keinen Bart."

    E.: "Naja, jetzt grad nicht. Jetzt ist sie ja auch als Mama verkleidet."

    Casa, ich weiß nicht, ob ich an dem Abend geschafft hätte, nur ein Kissen nach E. zu werfen...

    Du kennst E. nicht. Der hat so eine Art. Ich hoffe, er bewahrt sich diesen Charme.


    Heute Morgen, 6.35 Uhr: "Ach Mama, apropro wo jetzt die Müllabfuhr grad so schön vorbeifährt, bleib doch noch ein bißchen liegen. Das Frühstück fällt heute aus."